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eine Frage an die Lehrer
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THEMA: eine Frage an die Lehrer

eine Frage an die Lehrer 15 Mär 2010 17:56 #371

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Hallo,

ich weis jetzt nicht sicher ob ich im richtigen Forum bin denke aber das ich an der Quelle
bin und mir vielleicht jemand weiterhelfen kann oder mir einen Tipp geben kann.

Mein Sohn ist jetzt in der ersten Klasse seine Leistungen sind soweit auch ok wenn man ihm zeit zum Nachdenken gibt.

Situation ist jetzt diese.

Seit kurzem werden alle arbeiten (nicht nur die kleinen Tests) mit einer Sanduhr
zeitlich begrenzt wer die arbeiten nicht in der dafür vorgesehenen Zeit schafft
darf entweder nicht in die Pause gehen oder muss alles Sachen mit als Hausaufgabe
Heim nehmen was letzte Woche dazu führte das er 2,5 Stunden an seinen Hausaufgaben
gesessen ist.(ich habe nach 2,5 Stunden abgebrochen)



Ich pers. finde es befremdlich das auf erstklässler ein derartiger durck ausgeübt wird.
Auch meine ich das für die Kinder die Pause sehr wichtig ist um druck rauslassen zu können.

Meine frage ist nun, ist das eine gängige Methode mit der Sanduhr? sehe ich das als Mutter
(manchmal übertreibt man auch in seiner Fürsorge) zu Kritisch?

Ich habe vor mit seiner Lehrerin zu sprechen wollte aber mal Fragen wie das in "Fachkreisen" gesehen wird.

Ich bedanke mich schon einmal und Hoffe auf Infos

viele Grüße
Aurora

Aw: eine Frage an die Lehrer 15 Mär 2010 20:14 #372

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Hallo Aurora!

Dein Sohn und sein Verhältnis zur Zeit scheint dir wirklich am Herzen zu liegen und dafür hab ich vollstes Verständnis!

Aus der Entfernung eine Stellungnahme abzugeben, ist eher unrealistisch, da ja nur eine/r der Betroffenen zu Wort kommt (und kommen kann).
Ein freundliches - im Interesse deines Sohnes geführtes - ruhiges Gespräch mit der Lehrerin ist wirklich ein guter Weg und sicher der zielführendste!

Natürlich soll/muss das Arbeitstempo etwas steigen im 2. Halbjahr. Schließlich sind es ja keine "Schulanfänger" mehr und stolz darauf, vieles zu können.

Das wirft etliche Fragen auf, die eine Grundlage sein können für das Gespräch mit der Lehrerin.

- Ist dein Sohn bei nichtschulischen Aufgaben (also zu Hause bei einem "Auftrag", der auch lauten kann: "Kannst du mir bitte das Rezept vorlesen? Dann bin ich schneller fertig und hab dann Zeit für dich!") langsam?

- Versteht der den Wortlaut der Aufgaben (inhaltlich)? Bittet er dich, ihm alles noch einmal zu erklären oder weiß er nicht (mehr), wie die Aufgabenstellung gelautet hat?

- Hat er die Aufgaben in der Schule verstanden (also akustisch) oder hat er ein Problem beim Hören?

- War er immer langsam - also im Kindergarten, zu Schulbeginn,..?

- Möchte er durch "langsames" Arbeiten Zuwendung und für ihn notwendige Bestätigung bekommen?

- Sind die "Arbeitsportionen" für ihn wie ein riesiger Berg, den er gar nicht beginnen will zu erklimmen, oder sehr zögerlich, weil er fürchtet, den Gipfel spät oder gar nicht zu erreichen?

- Fühlt er sich generell überfordert in der Schule (abgesehen von den aus den nicht im Zeitrahmen erledigten und dann zur Hausübung mutierten Aufgaben) oder macht sie ihm Freude?

- Weißt du, was ihm besonders Freude macht in der Schule und was er nicht so gerne hat?

- Fällt es ihm schwer, sich auf eine Sache länger als wenige Minuten zu konzentrieren?

- Hat dein Sohn ein Zeitgefühl ("1 Minute ganz ernst schauen, jaaaaaa nicht lachen!!!") und dabei auf die Uhr schauen, wie lange eine Minute dauert.

- Ist dein Sohn ein liebenswerter Träumer, der noch nicht so ganz im Schulleben angekommen ist?

- Oder ist dein Sohn ein kleiner Perfektionist, der nur Toppaufgaben herzeigen/abgeben möchte und daher eine Extraportion Zeit braucht?

Natürlich entwickeln sich alle Kinder unterschiedlich und arbeiten in "ihrem" Tempo, das gehört einfach dazu und Kinder sind - wie alle Menschen - Individualisten.

Interpretieren kann und will ich die Vorgangsweise der Lehrerin natürlich nicht.
Was ich mir vorstellen könnte ist, dass sie versucht, den Kindern ein Zeitgefühl zu vermitteln ("Wie viel schaffe ich in der Zeit?") und so auch die Zeit für die Aufgaben zu Hause begrenzen möchte ("Das könnt ihr in x - y Minuten schaffen.").
Ebenfalls vorstellen könnte ich mir, dass sie ein Zeitlimit als Vorbereitung für Freiarbeit trainiert.

Ich würde mit meinem Sohn die Fragen durchgehen, logischerweise ohne ihn irgendwie zu beeinflußen und dann mit ihm Aufgaben mit einer Uhr machen.
z.B.:
"Schauen wir gemeinsam das (Wimmel)Bild 1 Minute an und dann geht es los! Was ist alles zu sehen? Du sagst ein Wort, dann sag ich eines, dann wieder du...Wie viele Wörter schaffen wir gemeinsam?" (Konzentrationsübung inbegriffen)

"Arbeite 10 Minuten - also wenn der Zeiger hier ist, sage ich es dir - und dann kommt eine Pause!" Diese kurze Pause unterbricht die Arbeitszeit, die wieder in kleinen Portionen fortgesetzt wird.

Magst du über den weiteren Verlauf berichten?

Auf jeden Fall wünsche ich dir ein in Ruhe geführtes gutes, für alle drei Involvierten (Kind - Lehrerin - Mutter) positives Gespräch im Interesse des Kindes.

Gruß

da.ne

Aw: eine Frage an die Lehrer 17 Mär 2010 12:10 #373

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vielen Dank für deine Antwort


ich hatte gestern eine Besprechung mit der Lehrerin, aus ihrer sicht
hat er ein problem mit sich, wen er dinge nicht richtig schreibt oder rechnet. Er
wird dann wütend auf sich selbst und blockiert sich dadurch selber, was dann am ende duzu führt das er z.B. beim freien schreiben zu lange braucht weil er überlegt wie er das wort jetzt richtig schreibt wie ich das aus ihm weg bekomme weis ich leider nicht.(sie auch nicht).


Das mit der Sanduhr finde ich immer noch nicht so passend, da in meinen Augen zu viel
Druck ausgeübt wird. (kann aber auch sein, das ich das schlimmer sehe als es ist)

also warte ich einfach mal ein bisschen ab und beobachte wie sich das ganze bei ihm
Bemerkbar macht.


viele Grüße
Aurora

Aw: eine Frage an die Lehrer 17 Mär 2010 18:55 #375

  • da.ne
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Hallo Aurora!

Schön, dass das Gespräch mit der Lehrerin deines Sohnes auch ihre Sichtweise der Dinge gezeigt hat.

Dein Sohn scheint wirklich hohe Ansprüche an sich selbst zu stellen - also ein kleiner lieber Perfektionist, der eben alles richtig haben möchte, der keine Misserfolge mag und möglicherweise auch nicht ertragen kann.

Wörter kann man an sich zum Teil ganz gut "trainieren".

Manche finden diese Aktivität amüsant und spannend:
Alleine kann man sie natürlich auch durchführen, zu zweit oder dritt (z.B. in der Familie) gibt es dem Ganzen einfach mehr Schwung.
Und so läuft diese Aktivität ab:
Wörter, die einem irgendwie schwierig, fremd oder absolut unbekannt vorkommen, werden auf eine Karte (z.B A5) geschrieben - in sehr sehr großer Schrift (vielleicht sogar mit einem dicken Stift) und natürlich fehlerlos.
Und weil das Blatt doch sooooo groß ist, wird es halbiert und das Wort auf das zusammengefaltete A5 Blatt (das dann ein A6 wird) geschrieben.
Und weil das Blatt doch noch immer groß ist, wird es halbiert und das Wort wird.....
u.s.w..
Natürlich stellt sich die Frage: Wie oft kann man denn das Blatt zusammenlegen und das Wort trotzdem noch schreiben und dann von jemand anderem lesen lassen?

Das lässt sich natürlich nicht nur mit Schreibanfängern oder in Deutsch durchführen, sondern auch mit allen Sprachen und Altersgruppen und auch mit dem 1 x 1, später mit Formeln, mit Sätzen, kurz mit allem, was sich ein visuell-motorischer Lerntyp einprägen möchte.

Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert .
Eine Steigerung ist es, gegen die Uhr anzutreten: Wie oft kann man das Wort /die Rechnung /Formel auf das Blatt schreiben - zusammenfalten - schreiben - zusammenfalten - schreiben ...

Viel Erfolg und natürlich Freude mit viel gemeinsamem Lachen beim Ausprobieren!

Gruß

da.ne
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