Nonverbale Kommunikation im Dialog
Geschrieben von: Mery Samstag, 14. März 2009 um 18:52 Uhr
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Diese Hausarbeit setzt sich mit nonverbaler Kommunikation im Alltag auseinander. Der nonverbalen Kommunikation wird häufig in privaten Gesprächen weniger Wert beigemessen als der verbalen Kommunikation, dabei ist die zu erst genannte Form der Kommunikation häufig ausschlaggebend dafür, wie eine Botschaft und die sprachlichen Inhalte von einem Gesprächspartner verstanden werden.
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Nonverbale Kommunikation im Dialog
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Nonverbale Kommunikation im Dialog
2.2 Vergleich zwischen verbaler und nonverbaler Kommunikation
3. Klassifikation nonverbaler Botschaften
4.3 Zwischenmenschlicher Körperkontakt
1. Einleitung: Nonverbale Kommunikation im Dialog
Diese Arbeit setzt sich mit nonverbaler Kommunikation im Alltag auseinander. Der nonverbalen Kommunikation wird häufig in privaten Gesprächen weniger Wert beigemessen als der verbalen Kommunikation, dabei ist die zu erst genannte Form der Kommunikation häufig ausschlaggebend dafür, wie eine Botschaft und die sprachlichen Inhalte von einem Gesprächspartner verstanden werden.
Viele Menschen haben im Laufe ihres Lebens etwas über nonverbale Kommunikation gehört oder aber auch gelesen, unterschätzen aber die Auswirkungen, die diese Form der zwischenmenschlichen Kommunikation auf ihre Mitmenschen hat. Sie wissen häufig nicht wie wichtig die nonverbale Kommunikation tatsächlich ist. Im Laufe der Ausarbeitung wurde klar, dass die nonverbale Kommunikation eine weitaus bedeutendere Rolle spielt als zu Beginn angenommen. Nur eine viertel Sekunde genügt dem Menschen, um sich eine Meinung und somit ein Vorurteil über seine Mitmenschen zu bilden.[1]
Da nonverbale Kommunikation in allen Bereichen des Lebens, wie zum Beispiel in der Werbung, in der Tierwelt, beim Pokern, im Bewerbungsgespräch oder in einer Partnerschaft, eine wichtige Rolle spielt, war eine Themenabgrenzung notwendig. Die Hausarbeit befasst sich deshalb ausschließlich mit der Untersuchung zwischenmenschlicher Dialoge im Alltag.
Im ersten Teil der Arbeit wird nonverbale Kommunikation von verbaler Kommunikation abgrenzt und genauer definiert. Daran anknüpfend wird die Klassifikation nonverbaler Botschaften beschrieben, um schließlich das Auge als Kommunikator, die interpersonale Distanz, den zwischenmenschlichen Körperkontakt, die Gestik und die Mimik genauer zu beleuchten. Die Arbeit soll aufzeigen, welcher der eben genannten Kommunikationskanäle der wichtigste für eine erfolgreiche Kommunikation ist.
2. Kommunikation
2.1 Nonverbale Kommunikation
Nonverbale Kommunikation meint das, was der Mensch zwar nicht mit Worten oder der Stimme ausdrückt, aber dafür mit seiner Körpersprache. Diese richtig zu deuten, hilft dabei andere Menschen besser und richtig zu verstehen. Um Körpersignale richtig zu verstehen ist es wichtig nicht nur das, was eine Person sagt zu berücksichtigen sondern auch die Bewegungen, Haltung, Mimik und Gestik. Das interessante Ergebnis einer in den 60er Jahren vom Psychologieprofessor Albert Mehrabian durchgeführten Studie unterstreicht diese Aussage. Aus der Studie geht hervor, dass 55 Prozent der Körpersprache, 38 Prozent der Stimme und 7 Prozent vom Inhalt des Gesagten Einfluss auf die zwischenmenschliche Verständigung haben.[2] Das gezielte Wahrnehmen von Körpersprache erleichtert vor allem den Umgang mit unbekannten Personen, aber auch mit Familie, Verwandten, Freunden, Kollegen und uns bekannten Menschen.
Die nonverbale Kommunikation lässt beispielsweise erkennen, ob ein Gegenüber positiv oder negativ denkt, ob er lügt oder die Wahrheit sagt, ob er das gesagte verstanden hat und ob er dem Gesagten zustimmt.[3]
2.2 Vergleich zwischen verbaler und nonverbaler Kommunikation
Kommunikation kann auf verschiedene Arten vor sich gehen: direkt oder indirekt, wechselseitig oder einseitig, privat oder öffentlich sowie gegenseitig wahrnehmbar oder nicht wahrnehmbar. Im Wesentlichen wird jedoch hierbei zwischen der verbalen und nonverbalen Kommunikation unterschieden.
Für die verbale Kommunikation dient die Sprache als ein wichtiger Informationsträger. Heiz Pürer schreibt in seine Arbeit, dass nach Watzlawick die Sprache in zwei Aspekte unterteilt werden kann. Der Inhalts- und der Beziehungsaspekt. Der Inhaltsaspekt umfasst ausschließlich die sachliche Botschaft, die der Sender übermittelt. Der Beziehungsaspekt hingegen soll übermitteln, wir der Sender die Nachricht beim Empfänger verstanden wissen will. Dabei ist das Verhältnis zwischen den beiden vorgenannten Aspekten so aufgeteilt, das der Beziehungsaspekt den Inhaltsaspekt bestimmt.[4]
Sprache dient in erster Linie der zwischenmenschlichen Verständigung. Um hierbei Missverständnissen vorzubeugen ist es von großer Bedeutung, das Sender und Empfänger die gleichen sprachlichen Zeichen benutzen und diesen die gleiche inhaltliche Bedeutung zuweisen.
Im Alltag jedoch sind diese Regeln für eine funktionierende Kommunikation fast nicht einzuhalten. In Abhängigkeit von verschiedenen Umweltfaktoren, wie das soziale Umfeld, die Umgebung sowie eigene Erfahrungen wird besonders der Beziehungsaspekt in einem Dialog stark geprägt. Somit kann es auf dieser Ebene zu ungleicher Interpretation des Inhaltes kommen.
Mit dem Problem der Missverständlichkeit aufgrund von differenzierten Prägungen unterschiedlicher Individuen befasst sich auch die nonverbale Kommunikation. Jedoch befasst sich diese, wie bereits ausgeführt, ausschließlich mit der Körpersprache und was diese alles umfasst.
3. Klassifikation nonverbaler Botschaften
Nonverbale Kommunikation kann auf verschiedenen Wegen stattfinden. Hierbei unterteilt man die Möglichkeiten der Kommunikation in drei Arten: Der erste ist der Unmittelbarkeitsreiz. Dieser umfasst den Blickkontakt, die Körperorientierung, die Vorwärtsneigung des Körpers sowie die Interpersonale Distanz und das Berühren. Der Unmittelbarkeitsreiz ist somit entscheidend für Sympathie und Antipathie innerhalb der Kommunikation.
Der Entspanntheitsreiz dient zur Kommunikation von Status und sozialer Kontrolle. Er umfasst die Seitwärtsneigung des Körpers, ob die Arme gekreuzt oder nicht gekreuzt sind, Entspanntheit des Torso und Neigungswinkel, Entspanntheit der Hände und ob die Beine übereinander geschlagen sind oder nicht.
Der dritte und letzte Reiz ist der Aktivitätsreiz. Dieser dient zur Kommunikation von Reaktionsbereitschaft. Das heißt, Ausmaß der Gestik, Bein- und Fußbewegung, Kopfnicken, Gesichtsausdruck, Freundlichkeit, Stimme, Sprechgeschwindigkeit und Intonation.
4. Kommunikationskanäle
4.1 Das Auge als Kommunikator
Der Blick ist der wichtigste und wirksamste Kommunikationskanal der nonverbalen Kommunikation.
Die Augen gehören in modernen westlichen Kulturen zu denjenigen Symbolen, denen automatisch die Aufmerksamkeit zugewendet wird. Um die Augen drehen sich Aberglauben und religiöse Überzeugungen. In weiten Teilen Südeuropas geht die traditionelle Angst vor dem „bösen Blick" immer noch um. Die Augen, so hieß es früher, seien das Fenster zur Seele und auch heute sind viele Menschen der Überzeugung, dass die Augen ihr Inneres preisgeben.
„Sieh mir in die Augen", fordert der Lehrer, wenn er ein Kind des Lügens oder Mogelns verdächtigt und glaubt, dass Augen nicht lügen können. Es liegt ein großer Unterschied darin, ob sich zwei verliebte in die Augen sehen oder zwei Feinde sich mit Blicken messen und versuchen, den anderen zum abwenden des Blickes zu zwingen. In beiden Fällen steigt die Erregung. Jedoch ist die Bedeutung dieser Erregung eine deutlich differenzierte. Unser Blick ruft jedoch nicht nur Erregung beim Betrachteten hervor, sondern zeigt dem Gesprächspartner ebenfalls den eigenen emotionalen Zustand.
Auch wenn es uns nicht bewusst ist, wie viel Blickkontakt wir suchen, zeigt jedoch genaues Hinsehen, dass das „wie viel" des Blickkontaktes in den meisten Alltagsinteraktionen sehr subtil geregelt ist. Die visuelle Balance (wer, wen, wann und wie oft ansieht) wird bestimmt von Geschlecht, Status, Vertrautheit der Gesprächspartner und der Natur der Interaktion. Sogar bei einseitigen Interaktionen, etwa während einer Vorlesung oder eines Vortrages, müssen die Blickmuster stimmen, wenn die Interaktion einen reibungslosen Verlauf nehmen soll.
Vom Vortragenden wird erwartet, dass er mit seinen Zuhörern Blickkontakt aufnimmt und bei Ihnen nach nonverbalen Anzeichen von Interesse, Missbilligung, Langeweile und ähnlichem Ausschau hält. Die Zuhörer, ihrerseits richten den Blick überwiegend auf den Sprecher. Werden diese sehr einfachen Regeln verletzt, bricht die Interaktion möglicherweise zusammen. Der Redner kann nicht das Ziel erreichen, das er sich gesteckt hat und die Zuhörer behalten kaum Informationen und haben somit keinerlei Nutzen von dem Vortrag.
Zuviel angeschaut werden kann genauso unangenehm sein wie zuwenig oder überhaupt nicht beachtet zu werden. Das Blickverhalten in Interaktionen hängt noch von etlichen anderen Variablen ab, z. B. vom Affiliationsbedürfnis (Bedürfnis nach Zugehörigkeit) der Gesprächspartner, ihrem Geschlecht und der Wettbewerbsträchtigkeit der Situation.
Frauen sehen einen Gesprächspartner mehr an als Männer. Außerdem gelten dem Gesprächspartner in kooperativen Situationen mehr Blicke als in Wettbewerbssituationen. Frauen empfinden in Wettbewerbssituationen längerer Blickkontakt als bedrohlicher, aggressiver und direkter.[5] „In einer Wettbewerbssituation könnte die Intimität, die dem Blickkontakt eigen ist, als Intimität des Kampfes interpretiert werden. Blickkontakt signalisiert also keineswegs immer Anziehung und Intimität, kann - im Zusammenhang mit anderen Reizen - auch Aggression kommunizieren.
Der lange, unablässige Blick ist ein uraltes Signal der Herausforderung und Dominanz."[6] (Forgas 1999,S. 146).
Auch Philosophen haben sich ihre Gedanken über die besondere Bedeutung des Blickkontaktes gemacht. Der Existenzialist Jean Sartre beschreibt das Wesen von Intersubjektivität und die Entfremdung von persönlicher Freiheit und illustriert dies am Beispiel des Blickkontaktes.
"Wenn ein anderer mich ansieht, kann ich nicht umhin, mir bewusst zu werden dass meine individuelle Subjektivität nicht einmalig ist, dass dieser andere Mensch seine eigene Art hat, die Welt zu sehen, die mir verschlossen ist. Durch seinen Blick werde ich gewahr, dass ich nur Objekt in seinem Universum bin, für ihn sind meine einmalige Individualität und Subjektivität nicht existent. Sein Blick signalisiert die Entfremdung meiner Freiheit."[7]
4.2 Interpersonale Distanz
Jeder Mensch hat seinen eigenen Persönlichkeitsraum, das heißt einen räumlichen Abstand gegenüber einem anderen Individuum, den er benötigt um sich in seinem Lebensraum frei entfalten zu können. Rituale wie z.B. das Schulter klopfen oder die Umarmung zur Begrüßung können somit unterschiedliche Empfindungen und Wahrnehmungen des Gegenübers bei einem Menschen auslösen. So unterscheidet man zwei Distanzbereiche mit jeweils zwei Zonen (nach dem amerikanischen Forscher Edward T. Hall).
Der so genannte Nahbereich gliedert sich in die „intime" Distanz, deren Abstand zwischen 0 und 60 cm beträgt und der „persönlichen" Distanz deren Abstand etwa 40 bis 150 cm beträgt.
Der Fernbereich umfasst die „gesellschaftliche" Distanz mit einer Distanzzone von etwa 150 bis 400 cm und die „öffentliche" Distanz von ca. 400 bis 800 cm.[8]
„In Untersuchungen wurde übrigens festgestellt, da(ß) nach innen gerichtete (introvertierte) Menschen vergleichsweise zu entschieden größerem Gesprächsabstand neigen, als nach außen gekehrte (extr(a)vertierte)."[9]
Eine Nichtachtung der Gebietsabgrenzung kann zum Beispiel von Missachtung der individuellen Körpersignale des Gegenübers zeugen oder aber auch von fehlendem Taktgefühl. Ein Verstoß gegen diese individuellen Persönlichkeitsräume führen jedoch in den meisten Fällen zu erheblichen Störungen in der weiteren Kommunikation, da durch den Umgang mit den Distanzzonen und deren Einhaltung gleichzeitig der Status deutlich wird, dem sich das Individuum zugeteilt sieht.
4.3 Zwischenmenschlicher Körperkontakt
Berührungen gehören zu den wichtigsten nonverbalen Signalen unserer ersten Lebensjahre. Sie machen einen großen Teil der frühen Eltern Kind Kommunikation aus.
Berührungen zwischen Erwachsenen hingegen unterliegen in den meisten westlichen Kulturen allerdings strengen und komplizierten kulturellen Konventionen. Wer wo wie wann von wem berührt werden darf, ist häufig genau geregelt.
Jourard fragte 300 junge amerikanische Männer und Frauen, welche Personengruppe, z.B. Vater, Mutter, Geschwister und Freunde, an welchen Stellen und in welcher Form zu ihrem Körper Kontakt haben dürfe. Die Befragten hatten ein sehr ähnliches Verständnis davon, wie der Körperkontakt zu ihnen sein sollte.
Andere Kulturen haben andere Vorstellungen von Körperkontakt und somit können Berührungen die in Europa ganz normal sind in anderen Kulturen anders gedeutet werden. Ein Beispiel ist der Buddhismus, hier ist es nicht erlaubt den Kopf eines andern Menschen zu berühren, da die Buddhisten der Überzeugung sind, dass der Kopf der Sitz der Seele ist.
Männer und Frauen reagieren auf gleiche Berührungen unterschiedlich. Wenn eine Frau vor einer Operation von einer Krankenschwester angefasst wird, hat dies kaum Auswirkung auf ihren Blutdruck. Männer hingegen, reagieren mit deutlich steigendem Blutdruck auf dieselbe Berührung.[10]
Kommunikation mit Gesprächspartnern findet mit dem gesamten Körper statt. Verschiedene Bewegungen können bei genauen Beobachtern vermitteln, ob im Gespräch gelogen wird. Von allen nonverbalen Kommunikationskanälen ist der „Körpersprache" die größte öffentliche Aufmerksamkeit zuteil geworden.
Der quasi-linguistische Ansatz des Anthropologen Ray Birswhistell stellt sich die Körperkommunikation als ein der Sprache des Menschen ähnliches System vor.
Dies umfasst bestimmte Bewegungseinheiten. Birswhistell versucht „Kineme" (das sind grundlegende Bewegungseinheiten) zu identifizieren und kategorisieren, diese ergeben kombiniert einen „Kinemorph" (einen Körperausdruck mit bestimmter Bedeutung).[11]
Es ist geschlechtsspezifisch wie wir durch unseren Körper kommunizieren. Frauen und Männer bewegen sich unterschiedlich. Bei nicht selbstbewussten oder schüchternen Menschen ist das Bewegungsrepertoire geringer.
Es gibt homosexuelle Menschen, die Bewegungsabläufe des anderen Geschlechts kopieren und so ihre abweichende Geschlechtsidentität ausdrücken. Frauen wiegen mit den Hüften, gehen geziert und machen weiche Handbewegungen. Macht dies ein Mann geht die Allgemeinheit davon aus, dass dies ein Zeichen von Homosexualität ist. Einige Wissenschaftler, wie Desmond Morris, gehen davon aus, dass es unterschiedliche Bewegungsformen bei den Geschlechtern gibt, als Ausgleich für die relativ spärlichen sekundären Geschlechtsunterschiede.
Häufig hat gezielter Körperkontakt einen rituellen Hintergrund. Heslin und Boss (1980) haben an einem Flughafen verschiedene Abschiedsszenen beobachtet und ausgewertet. Bei 60% der Szenen gab es Berührungen. Männer und ältere Menschen haben häufiger Körperkontakt gesucht als Frauen und junge Menschen.
Einige Berührungen signalisieren Dominanz und sollen zeigen wer der unterwürfige oder rangniedrigere Gesprächspartner ist. Diese Menschen sind körperlich unterlegen und somit „berührbarer" als dominantere. Kinder, Behinderte, Dienstboten, Angestellte oder Untergebene sind häufiger Objekt solcher Berührungen. Eine solche Geste ist häufig zwischen Erwachsenen und Kleinkindern zu beobachten.
So wird der Kopf eines zum Erwachsenen aufblickenden Kindes getätschelt oder gestreichelt.
In der Öffentlichkeit berühren Männer häufiger Frauen als umgekehrt (z.B. die Hand auf der Hüfte der Partnerin). Diese Berührungen kommunizieren in vielen Fällen Botschaften, die dem Status und der Intimität zwischen den Personen entsprechen. Und sich somit in verschiedene Kategorien einteilen lassen.
4.4 Gestik und Mimik
Die meisten Bedeutungen unserer Körpersprache sind aus der Natur oder aus immer schon da gewesen Ansichten abgeleitet. So steht zum Beispiel „oben" für das Licht, den Himmel, das Gute und Schöne, das Göttliche usw. und „unten" für das Schlechte, die Hölle, das Hässliche, das Materielle usw.[12]
In Bezugnahme auf die nonverbale Kommunikation bedeutet dies, dass Gesten, die sich im oberen Bereich des Körpers abspielen eine positive Wirkung auf den Gesprächspartner haben wohingegen Gesten im unteren Bereich des Körpers ein negatives Befinden auslösen können.
Im Gegensatz zur verbalen Kommunikation, bei der es eine genaue Festlegung der Bedeutung der einzelnen Sprachzeichen gibt, definiert sich die Körpersprache zu einem großen Teil durch Erfahrungen und Gewohnheiten. So können Menschen unterschiedlicher Kulturkreise die gleiche Geste unterschiedlich deuten.
Wie bereits unter 4.1 erläutert, ist das Auge einer der Bedeutendsten Kommunikationsindikatoren. In diesem Zusammenhang ist jedoch zu ergänzen, dass in Abhängigkeit des Auges die Mimik im Allgemeinen ebenfalls bedeutend für eine funktionierende Verständigung zwischen zwei Menschen ist. So sind Gesichtsbereiche wie Stirn, Mund und Nase ebenfalls für das gelingen einer guten Kommunikation zu beachten.[13]
5. Fazit und Ausblick
Das Auge liefert dem Gesprächspartner einerseits Informationen wie Aussehen, Bewegungsabläufe, Mimik und Gestik andererseits zeigt es durch Blickkontakt die Gefühle eines Individuums und wer der dominantere im Gespräch ist.
Die interpersonale Distanz zeigt, welche Beziehung die jeweiligen Gesprächspartner zu einander haben. Durch eindringen in den persönlichen Raum kann die Wertschätzung für eine andere Person, aber auch die die Dominanz über sie gezeigt werden. Daraus ergibt sich, dass bestimmtes Eindringen in einen persönlichen Raum, wenn es erlaubt ist als positiv empfunden, aber auch wenn es nicht erlaubt als negativ betrachtet werden können und somit zum Gelingen oder Misslingen einer Kommunikation im Alltag beitragen können.
Wie Körperkontakt vom Individuum empfunden wird hängt vom Alter, Status, Geschlecht, kulturellen Gesichtspunkten und der Erziehung ab. So ist es z. B. in einigen Ländern üblich sich zur Begrüßung auf die Wange zu küssen oder auch gar nicht zu berühren.
Reist eine Person in ein entferntes Land oder besucht einen anderen Kontinent sollte sie sich mit den verschiedenen Umgangsformen in diesem Land vertraut machen, damit eine Kommunikation zwischen ihr und den Einwohnern des Landes ohne Missverständnisse verläuft.
Mimik und Gestik sind ebenfalls für eine erfolgreiche Kommunikation entscheidend, denn mit ihnen werden Gefühle, Emotionen und Eigenschaften des Individuums ausgedrückt, aber auch die verbale Kommunikation unterstütz.
Diese unterschiedlichen Aspekte betrachtend kommt diese Arbeit zu dem Ergebnis, dass die untersuchten Kommunikationskanäle gleich bedeutend für eine gut funktionierende nonverbale Kommunikation sind.
Literaturverzeichnis
- Barth, Ariane (1999): Die Graugans lässt grüßen. In: DER SPIEGEL. Heft 50/1999. S. 122
- Forgas, Joseph P (1999) Soziale Interaktion und Kommunikation. 4. Auflage. BeltzPVU. Weinheim.
- Matsching, Monika (2007): Körpersprache. Verräterische Gesten und wirkungsvolle Signale. 1. Auflage. München. Gräfe und Unzer Verlag GmbH.
- Matsching, Monika (2007): Wirkung Performance, Körpersprache. In: http://www.drk.de/verband_d_schwesternschaften/aktuelle_meldungen/2007/kongress/dokumente/Matschnig_Langfassung.doc-122.PDF
(Download 04.05.07)
- Pürer, Heinz (2001): Grundbegriffe der Kommunikationswissenschaft In:http://www.uvk.de/Puerer/Kommunikation.pdf (Download 18.05.08)
- Stangl, Anton (1992): Die Sprache des Körpers: Menschenkenntnis für Alltag und Beruf. Düsseldorf. Wien. ECON-Taschenbuch-Verlag.
Fußnoten:
[1] Vgl. Barth (1999): S. 122
[2] vgl. Matsching (2007): S.6
[3] vgl. Matsching (2007) S. 8f
[4] Pürer (2001): Grundbegriffe der Kommunikationswissenschaft In: http://www.uvk.de/Puerer/Kommunikation.pdf (Download 18.05.08)
[5] Vgl. Exline (1974): S.75
[6] Forgas (1999): S. 146
[7] Forgas (1999): S. 142
[8] vgl. Stangl (1992): S. 59
[9] Stengl (1992): S. 59
[10] Whitcher und Fisher (1979):;Forgas 1999, S.155
[11] Birdwhistell 1952,1970;Forgas 1999, S.159
[12] Stangl (1992): S. 71
[13] Stangl (1992): S. 81ff






