Brot und dessen Symbolfunktion

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brotDie folgende Hausarbeit beschäftigt sich mit Brot und dessen Symbolfunktion. Im Verlauf der Arbeit wird herausgearbeitet was ein Symbol überhaupt ist und was es ausmacht. Weiter wird untersucht wie wir im Alltag mit Brot umgehen und welche Bedeutung das Brot in der biblischen Überlieferung hat. Auch versuche ich die Mehrdimensionalität des Brotes offenzulegen und ihre Bedeutung für den Schulunterricht herauszufinden, um zum Schluß eine Unterrichtseinheit über das Symbol Brot planen zu können.
Gründe für mich über das Brot als Symbol zu schreiben waren einerseits, dass in allen Religionen das Brot bzw. Essen in seiner symbolischen Bedeutung eine besondere Rolle spielt, da sich dahinter die Frage verbirgt: „Was macht wirklich satt, was sind die Mängel und Nöte des Lebens?“. Andererseits begegnet uns Brot überall im täglichen Leben und ist für uns etwas Alltägliches geworden, das keiner besonderen Aufmerksamkeit bedarf. In vielen anderen ärmeren Ländern dagegen ist Brot ein knappes Grundnahrungsmittel, das die Menschen in diesen Ländern hoch schätzen und für das sie sich bedanken, wenn sie reichlich davon besitzen.

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Brot und dessen Symbolfunktion

1. Einleitung

Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich mit Brot und dessen Symbolfunktion. Im Verlauf der Arbeit wird herausgearbeitet was ein Symbol überhaupt ist und was es ausmacht. Weiter wird untersucht wie wir im Alltag mit Brot umgehen und welche Bedeutung das Brot in der biblischen Überlieferung hat. Auch versuche ich die Mehrdimensionalität des Brotes offenzulegen und ihre Bedeutung für den Schulunterricht herauszufinden, um zum Schluß eine Unterrichtseinheit über das Symbol Brot planen zu können.
Gründe für mich über das Brot als Symbol zu schreiben waren einerseits, dass in allen Religionen das Brot bzw. Essen in seiner symbolischen Bedeutung eine besondere Rolle spielt, da sich dahinter die Frage verbirgt: „Was macht wirklich satt, was sind die Mängel und Nöte des Lebens?“. Andererseits begegnet uns Brot überall im täglichen Leben und ist für uns etwas Alltägliches geworden, das keiner besonderen Aufmerksamkeit bedarf. In vielen anderen ärmeren Ländern dagegen ist Brot ein knappes Grundnahrungsmittel, das die Menschen in diesen Ländern hoch schätzen und für das sie sich bedanken, wenn sie reichlich davon besitzen.
Von großem Interesse für mich war auch die zu planende Unterrichtseinheit, die ich evtl. in meinem anstehenden Praktikum verwenden könnte.

2.1 Symbol – was ist das?

Das Wort „Symbol" stammt von den griechischen Wörtern symballein und symbolon ab: Das Verb symballein heißt zusammenfügen, bzw. zusammenwerfen und das Substan-tiv symbolon [1] beschreibt einen in zwei Teile auseinandergebrochenen Gegenstand. Dieser diente früher als Erkennungszeichen: Trennten sich Freunde für eine Zeit oder sogar für immer voneinander, zerbrach man einen Ring, ein Tontäfelchen, eine Münze, o. ä. in zwei Teile. Jeder nahm als Beweis der Freundschaft eine Hälfte mit sich auf den Weg und man erwies im Aufbewahren dieses Stückes dem anderen seine dauerhafte Treue. Wenn sich die Freunde nach einiger Zeit wieder trafen, so fügten sie beide Hälften zur Einheit zusammen und [2] „feierten das Glück der wiedergefundenen Gemeinschaft." [3]
Um solche zu einer Einheit zusammengefügten „Hälften" geht es im Symbol. In ihm fallen zwei, anfangs getrennt zueinander stehende Elemente zu einer Einheit zusammen: Es treffen sich „Idee und Gestalt, Inhalt und Form, Seele und Körper, Erscheinung und Verborgenes, Bewusstes und Unbewusstes, Immanenz und Transzendenz"[4] . Ein Symbol kann nur entstehen, wenn eine Gegebenheit noch eine andere in sich einschließt: einem Gedanken oder Sinngehalt muss durch eine materielle Form (Gegenstand) Ausdruck verliehen werden.[5]
Über Symbole kann man reden und sie theoretisieren, jedoch das was sie im Tiefg-ründigsten zum Ausdruck bringen, können wir nur erahnen und spüren. Sie können nur inwendig verstanden werden und nicht mit den Augen der Sachwelt erfasst werden. Symbole drücken das Unsagbare aus und zeigen das Unsichtbare. Sie verbinden uns Menschen mit der unsagbaren und verborgenen Wirklichkeit hinter der Sachwelt (Realität).[6]

In der Religionswissenschaft bezeichnet der Begriff „Symbol" Zeichen und Gestalten, in denen die jeweils charakteristischen Inhalte einer Religion ihren Ausdruck finden. Symbole sind über die zeichenhaften Verweisfunktionen hinaus, reale Vergegenwärtigungen, des von ihnen Bezeichneten.[7] Oft werden für Symbol gleichbedeutende, synonyme Wörter benutzt, die mehr oder weniger dieselbe Bedeutung zum Ausdruck bringen wollen. So wird, wenn von Symbolen die Rede ist,
auch häufig von Sinnbild, Zeichen, Chiffre, Figur, Gleichnis, Bedeutungsträger, Archetyp oder Metapher gesprochen. Diese Synonyme werden zwar für Symbol sinnverwandt gebraucht und besitzen eine gewisse Nähe zum Symbol, sind aber nicht identisch mit ihm.[8] Mit am häufigsten wird das Synonym „Sinnbild" verwendet, wenn von Symbolen gesprochen wird. Jedoch das Sinnbild richtet sich mehr an das Intellektuelle und Rationale, während sich das Symbol mehr an das Emotionale im Menschen richtet. Bevor es zur Erkenntnis des Versinnbildlichten kommt, muss das Sinnbild erst rational als solches erkannt werden.. Im Gegensatz dazu, wird im unmittelbaren erleben des Symbols zugleich das Symbolisierte erfahren.[9]
Am meisten wird das Wort „Symbol" in der Umgangssprache mit „Zeichen" übersetzt und aus diesem Grund werde ich den Unterschied zwischen Symbol und Zeichen unter einer eigenen Überschrift herausarbeiten.

2.1.1 Unterschiede zwischen Symbol und Zeichen

Die Tatsache, „dass zwar alle Symbole Zeichen sind, aber nicht alle Zeichen Symbo-le"[10] macht es notwendig, dass man zwischen Symbol und Zeichen unterscheidet.
Schilling und auch Halbfas weisen dabei speziell auf drei Unterschiede hin:

(1) Das erste Unterscheidungsmerkmal liegt darin, dass Zeichen definierbar und damit eindeutig sind, Symbole dagegen keine klar umrissene Gültigkeit haben und daher mehrdeutig sind. Symbole geben zu denken, womit gemeint ist, dass sie nicht eingrenzbar sind.
(2) Zeichen richten sich im wesentlichen an den Verstand und das intellektuelle Einsehen des Menschen. Symbole hingegen sprechen den ganzen Menschen an: Gefühle, Wille und Verstand.[11]
(3) „Zeichen sind innerhalb bestimmter Geltungsbereiche definiert. Sie beruhen auf willentlicher Vereinbarung oder zwingender Sachnotwendigkeit."[12] Wenn sie übertreten werden, zieht dies meist Schäden oder Strafen mit sich. Dagegen haben Symbole keine klar „umschriebene Gültigkeit" und sind in vorbewussten Dimensionen verwurzelt. Sie können im Gegensatz zum Zeichen nicht durch irgendwelche Instanzen in oder außer Kraft gesetzt werden.[13]

2.1.2 Merkmale eines Symbols

Symbole können nicht genau definiert werden, denn Definieren bedeutet „umgrenzen und festlegen mittels einer rational exakt greifenden Begrifflichkeit"[14] . Aus diesem Grund lassen sich Symbole auch nicht genau „erklären", obwohl dies durchaus Ansatz oder Zwischenschritt sein kann. Symbole wollen erzählt, bedacht und erlebt werden.[15] Obwohl sie nicht definiert werden können, zeichnen sich Symbole jedoch durch einige Merkmale aus. Die folgenden Merkmale können auch nur ansatzweise das bezeichnen, was Symbol ausmacht. Außerdem sind bei den einzelnen Symbolen die verschiedenen Merkmale in unterschiedlicher Gewichtung wiederzufinden. Eine Trennung der Merkmale dient lediglich dem besseren Verständnis und letztlich stehen alle Aspekte in einer inneren Beziehung zueinander.[16]
1. Das erste und fundamentale Merkmal von Symbolen ist ihr Hinweis - Charakter. Sie besitzen die Eigenschaft, über sich hinauszuweisen [17] auf eine Wirklichkeit, die nicht fassbar ist und außerhalb der empirischen Wirklichkeit Hegt.[18]
2. Das zweite Merkmal besteht darin, „dass das Symbol an der Wirklichkeit dessen teilhat, auf das es hinweist (...) und was es symbolisiert."[19] Es liegt im Schnittpunkt von zwei Wirklichkeitsebenen und hat an beiden teil. „Im Äußeren offenbart es ein In-neres, im Körperlichen ein Geistiges, im Sichtbaren ein Unsichtbares."[20]
3. Das dritte Merkmal ist die Tatsache, dass Symbole nicht ersetzt werden können. „Nur durch ein Symbol ist das, was zum Ausdruck gebracht werden soll, in dieser Intensität und Vergegenständlichung sagbar."[21]
4. Symbole können nicht willkürlich von einem einzelnen erfunden oder entworfen werden. Auch wenn sie ihre Entstehung zum Teil der Erfindung eines Einzelnen verdanken, so werden sie trotzdem erst durch die bewusste oder unbewusste Anerkennung einer Gemeinschaft bzw. Gesellschaft zum Symbol. Man kann bildlich gesehen auch sagen, dass Symbole geboren werden und sterben [22] , denn seine Gültigkeit ist abhängig von einer bestimmten geschichtlichen und gesellschaftlichen Situation.
5. „Symbole erschließen dem Menschen die Tiefendimensionen, verweisen auf das Unsagbare, Geheimnisvolle, empirisch nicht Fassbare, das, was nicht machbar und kaufbar ist."[23]
6. Ein letztes Merkmal ist, dass Symbole nicht eindeutig sind und ambivalente Wirkung haben.[24]
An dieser Stelle ist es noch wichtig zu erwähnen, dass die Wirkung des Symbols von der jeweiligen Person und deren Lebenssituation abhängt.[25]

3. Bräuche und bildhafte Redewendungen ums Brot in der heutigen Zeit

Früher gab es viele Bräuche, die mit dem Brot in Verbindung standen und darauf hinwiesen, dass Brot etwas besonderes ist, was die Menschen zum Leben brauchen. Brot ist etwas heiliges — es ist Symbol des Lebens. Auch in unserer Zeit gibt es noch Bräuche, die daran erinnern, wie wichtig Brot für uns Menschen ist. So hat sich zum Beispiel in vielen (Bauern -) Familien der Brauch erhalten, auf jeden Brotlaib, bevor er angeschnitten wird, das Kreuzzeichen zu machen. Dieser Brauch stammt aus der „Tradition" unserer Vorfahren, die mühsam und unter großen Anstrengungen selbst Getreide anbauten, ernteten und ihr Brot herstellten.[26] Auch gab es den Brauch, diese als Weihezeichen mit Brotstempeln zu stempeln.[27] Früher gab es den Brauch des Tauf- oder Patenbrotes. Es wurde ein besonderes Brot gebacken, welches dem Neugeborenen in die Wiege gelegt wurde, damit es nie hungern sollte.
Das (gesüßte) Brot spielt aber auch bei anderen Familienfesten eine große Rolle. Die Torten und Kuchen, die für einen Geburtstag, eine Hochzeit oder zum Muttertag gebacken werden, sind wie Glückwünsche.
An Neujahr gibt es das Neujahrsbrot und die Neujahrsbrezel, die Segen für das ganze Jahr bringen sollen. Es gibt in der Schweiz sogar einen „Heilswecken" an Neujahr. Zu Ostern gibt es Brote in Form von Hasen, Lämmern oder Hennen und zu Weihnachten werden Plätzchen gebacken.[28]
Einem Neuzugezogenem wird von den neuen Nachbarn Brot und Salz geschenkt, als Symbol des „willkommen - seins". Mit dieser Geste wünscht man dem Neuling, dass ihm niemals die sichere Lebensgrundlage entzogen werde und das es nicht an „Würze" fehlen möge.
Hinsichtlich des Brotes gibt es heutzutage noch einige Redewendung, die auf dessen Bedeutung hinweisen:
• Wenn jemand mit einer Tätigkeit „seine Brötchen verdienen muss", dann ist damit der Beruf gemeint, der sein Einkommen sichert.
• Wenn man sagt: „Ich lasse mir nicht die Butter vom Brot kratzen", meint man damit, dass man sich das nicht nehmen lässt, was ein Menschen auszeichnet für eine bestimmte Position.
• Wenn jemand eine „brotlose Kunst" ausübt, dann verdient er in seinem Job nicht genug Geld, um davon zu leben. Er kann „Werke von Ewigkeit" schaffen, von dessen Ertrag er aber nicht leben kann..
• „Bei Wasser und Brot" sitzen zu müssen heißt in unserer Umgangssprache soviel wie: Kerker, Gefängnis oder Straflager. Über viele Jahrhunderte hinweg wurden

Strafgefangene auch mit dem Entzug von reichlicher Nahrung bestraft und lebten nur von Wasser und Brot.
• Mit dem Spruch: „Das ist ein hartes Brot.", beschreiben wir verallgemeinernd eine schwierige Lage in der wir uns befinden und durch welche wir uns „hindurchbeißen" müssen.
• Die erste Hälfte des Satzes: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt" (Mt 4,4) ist in unsere Umgangssprache eingegangen. Heutzutage wird er jedoch meistens eingesetzt, wenn man sich etwas besonderes gönnt, sei es ein teures Kleidungsstück o.a. Der zweite Teil des ursprünglichen Satzes ist heutzutage zum größten Teil in Vergessenheit geraten.[29]

4. Brot als (Grund -) Nahrungsmittel in der geschichtlichen Entwicklung

Seit Jahrtausenden ist Brot das wichtigste Nahrungsmittel aller Kulturvölker. Grundlage der Brotherstellung ist der Getreideanbau, welcher sich vor ungefähr 10000 Jahren mit dem Ackerbau entwickelte. Man vermutet, dass Hirse, Emmerweizen und Gerste die ältesten Getreidesorten sind und ursprünglich roh verzehrt wurden. Später wurden die Körner angeröstet, auf Reibsteinen zermahlen und dann mit Wasser zu einem Brei vermengt. Im Laufe der Zeit wurde dieser Brei, anstatt ihn roh zu verspeisen, in heißer Asche oder auf einem heißen Stein zu einem Fladen gebacken.[30] Nach und nach entwickelte sich die Urform des Backofens, wie ihn manche Eingeborenenstämme auf Südseeinseln und in Südamerika heute noch in Gebrauch haben. Eine Grube wurde mit Steinen ausgelegt um darin ein Feuer zu entzünden. Während man sich lange Zeit nur von Brei und Fladen ernährte, wurde vor ungefähr 6000 Jahren, möglicherweise von den Armen im alten Ägypten, das Brot erfunden. Man nimmt an, dass sie durch Zufall die Gärung entdeckten, indem sie Teig verbackten, der schon säuerlich roch. Brot verbreitete sich mit der Zeit immer weiter als (Grund-) Nahrungsmittel vieler Völker der Erde. Die Herstellung des Brotes entwickelte sich immer weiter, indem z. B. Roggensamen dem Teig beigemischt wurden oder das Brot beispielsweise durch Mohn verfeinert wurde. Um 170 v. Chr. Erlernten auch die Römer die Brotbäckerei. Um die Zeitenwende gab es zum Beispiel in Jerusalem zahlreiche Bäcker,
wo der Prophet Nehemia bereits schon von einem Backofenturm berichtete: die erste Brotfabrik der Geschichte.[31] Im Mittelalter wurde dann das Brothandwerk gegründet und die verschiedenen Brotsorten die hergestellt wurden, hatten auch gesellschaftliche Bedeutung. Schwarzbrot wurde beispielsweise nur von den Armen gegessen, während die Reichen nur Weißbrot aßen. Das Brot wurde in Europa bis zum Ende des 19. Jahrhunderts überwiegend zu Hause oder in kleinen nachbarschaftlichen Bäckereien gebacken. Diese Aufgaben übernahmen später Maschinen. In den Bäckereien heute werden zur Brotherstellung Teigrührmaschinen, Fließbänder, automatischen Backöfen, Kühl-, Schneide- und Verpackungsmaschinen eingesetzt. Brot wird heute aus Mehl oder Schrot, unter der Zugabe von Wasser oder Milch und anderen zutaten gebacken. Meist wird das Mehl aus den Getreidesorten Weizen, Roggen, Gerste, Mais, Reis oder auch aus Sojabohnen und Kartoffeln hergestellt. Dem heutigen gesäuerten Brot werden Treibmittel zugesetzt, damit der Teig gärt und aufgeht. Am häufigsten wird die Hefe als Treibmittel eingesetzt. Diese wird mit den anderen Zutaten (Mehl, Zucker, Salz, Fett und Flüssigkeit) zu einem Teig verarbeitet. Es werden bei der Gärung kleine Mengen an Kohlendioxid freigesetzt und durch diese wird der Teig aufgelockert.[32] Beim Backvorgang wird die Krume trotz 200 bis 250 Grad Celsius Umgebungshitze im Ofen nie heißer als 98 Grad. In der Außenhaut des Brotes entwickeln sich Röstprodukte, die den leicht bitteren Geschmack der Brotrinde bewirken. Die Brotrinde gewinnt Glänz und Glätte, indem man sie vor dem Garbacken seit den römischen Brotzeiten mit Wasser, heute auch mit Dextrinlösung bepinselt.[33] Ungesäuertes Brot dagegen besteht im hauptsächlich aus Mehl und Flüssigkeit und ihm werden keinerlei Treibmittel zugesetzt. In unserer Kultur heute ist es eine Seltenheit geworden, Brot zu Hause selbst zu backen. Heute gibt es in Deutschland ungefähr 400 verschiedene Brotsorten zu kaufen. Brot gehört zwar noch zu unseren Grundnahrungsmitteln, doch in den letzten 150 Jahren ist der Brotverbrauch bei uns von 300 kg auf 75 kg pro Kopf gesunken.[34]

5.1 Bedeutung von „Brot“ in der biblischen Überlieferung des AT

Im Alten Testament steht das Brot als Hauptnahrungsmittel für „Nahrung" und „Le-bensunterhalt" ganz allgemein (z. B. Am 7,12). „Brot essen" kann generell „Mahlzeit halten" bedeuten (Gen 31,54; 37,25; Ex 2,20; 1 Sam 20,24).[35] „Wir haben es also mit einem Symbolfeld zu tun, das allgemein Essen und Mahl umfasst"[36] Mit „Brot und Wasser" wird auf das Existenzminimum hingewiesen (2 Kon 6,22; Ijob 22,7; Jes 21,14), mit „Brot und Wein" hingegen auf ein reichliches und festliches Mahl (Gen 14,18). Brot wurde meist als scheibenförmige Fladen gebacken, oder als Ringbrote, die in der Mitte ein Loch hatten, um als Schutz vor Mäusen auf einen Brotstab aufgesteckt zu werden. Die alttestamentlichen Juden backten Brot in der Regel nur für den Tagesbedarf. Ungesäuertes Brot und Schaubrote spielten im alttestamentlichen Kult eine Rolle.[37] Ungesäuertes Brot wurde nur zubereitet, wenn die Zeit knapp war, wie beim Mahl Gideons für den Engel des Herrn (Ri 6,19) oder beim Auszug der Israeliten aus Ägypten (Ex 12,8).[38] Mit Schaubroten sind Brotfladen gemeint, die auf den Schaubrottischen [39] niedergelegt wurden, „vor dem Angesicht Gottes". Die Schaubrote waren eine Opfergabe, durch deren re-gelmäßige Darbietung sich die Israeliten zu Jahwe als „Geber aller Gaben" bekannten.[40] Brot zu verweigern gilt als feindlicher Akt (Ri 8,6; 8,15; 1 Sam 25,11) und das Brot am Tisch des Königs essen zu dürfen gilt als besondere Ehre (2 Sam 9,7; 2 Kon 25,29). Es bedeutete Mangel zu haben und Hunger leiden zu müssen, wenn man das Brot abwiegen musste (Ez 4,16f). Mit jemandem gemeinsam Brot zu Essen steht für (Gast-) Freundschaft (Ps 41,10; Ob 7).[41] In Dtn 8,3 (vgl. Am 8,11) wird darauf hingewiesen, das der Mensch nicht nur vom Brot alleine lebt, d. h. von irdischer Nahrung, sondern von allem, was aus „Gottes Mund" hervorgeht. Im Alten Testament wird auch vom
„Brot der Tränen" (Ps 80,6) und vom „Brot der Mühsal" (Ps 127,2) die Rede. Brot im
Überfluß zu haben, symbolisiert den Segen Gottes (Ps 132,15; Spr 12,11), Wohlergehen, Reichtum und Sicherheit (Gen 49,20; Jer 44,17). Mangel an Brot kann Strafe Gottes für Sünden symbolisieren (Jer 5,17).[42]

5.2 Bedeutung von „Brot" in der biblischen Überlieferung des NT

Dem Brot kommt auch im NT sehr große Bedeutung zu. Sie gipfelt schließlich in den synopti-schen Berichten vom „Letzten Abendmahl" Jesu mit seinen Jüngern am Abend vor seinem Tod. Diesem Bericht gehen voraus a) die vielen Mahlberichte Jesu mit Außenseitern der Gesellschaft, Pharisäern und Schriftgelehrten, und mit seinen Freunden, b) die „Speisung der 5000"[43] und c) der eucharistischen Brotrede im Johannesevangelium (Joh 6, 22-59). Im folgenden möchte ich besonders auf die „Speisung der 5000", die „Brotrede Jesu" und die Abendmahlgeschichte zu sprechen kommen.
Die „Speisung der 5000"
Die am häufigsten erzählte „Brotgeschichte" im Neuen Testament ist die „Speisung der 5000 bzw. 4000" Sie wurde von den Synoptikern, sowie Johannes überliefert (Mk 6,30-44; 8,1-10; Mt 14,13-21; 15,32-39; Lk 9,10-17; Joh 6,1-13). Von Markus und Matthäus wird zweimal, kurz hintereinander ein sogenanntes Brotvermehrungswunder erzählt. Es ist nur sinnvoll, zwei solcher Geschichten hintereinander zu erzählen, wenn sie verschiedene Absichten verfolgen und auf verschiedene Probleme Antwort geben. In meinen folgenden Ausführungen möchte ich jedoch nur auf Mk 6,30-44 und Mt 14,13-21 eingehen.
Der Ort des symbolischen Geschehens verweist zunächst einmal auf: Wüste, Öde, Mangel. In der Tat ist die religiöse Orientierung und auch die politische Situation in dieser Zeit als mangelhaft zu beurteilen. Als Jesus am Ort der Einöde ankam und „die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange." (Mk 6, 34). Das Wort was er lehrt ist das eigentliche „Brot", welches die Menschen brauchen wie das „tägliche Brot". Hier wird wieder deutlich, dass der Mensch nicht nur vom Brot alleine lebt, sondern das Wort Gottes zum Leben benötigt (Vgl. Dtn 8, 3; Mt 4,4; Joh 4,3). Mitten in der Einöde bereitet Jesus die „Fülle": er nimmt exemplarisch die zukünftige göttliche Fülle vorweg. Er zeigt den Menschen „Wege des Lebens" auf, indem er ihnen Orientierungen gibt. Die Mangelsituation deuten die Jünger nur vordergründig und materiell: den Menschen fehlt etwas zu essen. Sie wollen die Menschenmenge schon losschicken, damit sie sich selbst versorgen, doch Jesus fordert sie auf: „Gebt ihr ihnen zu essen!" (Mk 6,37). Die Jünger deuten diese Aufforderung falsch und denken, sie sollen etwas zu essen kaufen. Jesus jedoch fragt nach der Zahl der Brote, die bei den Jüngern vorhanden sind: es sind fünf Brote und zusätzlich zwei Fische.[44] Wenn man diese Zahl zusammenzählt, zeigt das ihren symbolischen Charakter: es sind sieben Teile, und [45] „die Sieben ist eine heilige Zahl, die vor allem Gott symbolisiert"[46] . Es handelt sich also bei der von den Jüngern ausgeteilten Speise um das „Brot des Lebens", das vom Himmel kommt (Vgl. Job 6,33ff).[47] Die Brotreste, die noch zwölf Körbe füllen, sind ein Zeichen göttlicher Fülle und Segen.[48]
Die „Brotrede Jesu"
Johannes verwendet die „Speisung der 5000", die bei den Synoptikern (Markus, Matthäus, Lukas) als Ansporn zum Teilen gedeutet wird (Zitat: Gebt ihr ihnen zu Essen) als Aufhänger für die darauffolgende Brotrede Jesu.
In dieser Rede Jesu, die uns im Johannesevangelium (Joh 6, 22-59) überliefert ist, werden jedem, der ihn, Jesus, als das Brot des Lebens isst, ewiges Leben bzw. Auferweckung verheißen.[49] Jesus steht symbolisch für das Brot, das der Welt Leben gibt (Joh 6, 25-40) und sein Fleisch wird dargestellt, als das wahre, lebendige Brot (Joh 6, 41-59).[50] „Der johanneische Jesus versteht sein Wirken in Bezug auf die ganze Menschheit, er ist das Brot, das der Welt zum Leben verhilft."[51] Jesus lenkt in dieser Rede ab von dem Missverständnis, dass er den Hunger der Menschen nach erfülltem Leben in dieser vergänglichen Welt (Brot hier als Symbol für Wohlstand, Gesundheit, Macht) stillen könnte, hin zu einem Bewusstsein, dass Brot mehr bedeutet als irdisches Brot. Er
lenkt hin zum Blick auf das himmlische Brot, was sich letztendlich in dem Satz offenbart: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Munde
Gottes kommt" (Dtn 8, 3; Mt 4,4; Joh 4,3). Damit bezeugt Jesus sich selbst als das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, das jeden satt macht und der Welt das wahre Leben gibt. Und damit erweist er sich selbst als das „Wort Gottes" für jeden Menschen (Joh 1,14).

Die Bedeutung des Brotes beim Abendmahl
Seinen Ursprung hat das Abendmahl bei Jesus selbst und die Form, wie es heute gefeiert wird, hat sich erst nach dem Tode Jesu herausgebildet. Die Mahlgemeinschaften dienen innerhalb der Jesusbewegung der Verkündigung und die Teilnehmergruppen an den Mahlgemeinschaften sind nach den Evangelien die „Nachfolger"[52] . das „Volk" (z. B. „Die Speisung der 5000") und die zwölf engsten Jünger von Jesus. Das Abendmahl kommt mit großer Wahrscheinlichkeit aus der Tradition des Passahmahls (Ex 12). Die älteste Bezeichnung für das Abendmahl ist „Herrenmahl" und wurde dann am Ende des Johannesevangeliums als Eucharistie bezeichnet. Für die urchristliche Abendmahlsfeier hatte die Erinnerung an das letzte Abendmahl (Kor 11,23)[53] zentrale Bedeutung. Bei den Synoptikern finden sich diese Berichte in: Mk 14,22-25; Mt 26,26-29; Lk 22,15-20. Bei Paulus finden sich die Einsetzungsworte in 1 Kor 11,23-25 wieder.
In der jüdischen Tradition begann jede Mahlzeit mit Segnen, Brechen, Austeilen und Essen eines Brotes und [54] „wurde mit dem Trinken aus dem „Segensbecher" beschlos-sen".[55] Das letzte Abendmahl hat Jesus nun mit deutenden Worten verbunden und damit seinen bevorstehenden Tod angekündigt. Er deutet seinen Tod als Hingabe „für uns", durch den die Sünden der Welt vergeben werden (Mt 26, 16-19; parr).[56]

5.3 Theologische Bedeutung der Eucharistie bzw. Abendmahl

Die Eucharistie ist nach der Taufe das zweitwichtigste Sakrament und bildet „als immer neu gefeierte Zusammenkunft im Namen Jesu und realisierendes Zeichen seines immer neuen Kommens die Mitte des sakramentalen Lebens"[57] der katholischen Kirche. Die Kirche wird in der Eucharistie feierlich daran erinnert, dass sie nicht aus sich selbst und nicht für sich selbst lebt. Sie feiert in der Eucharistie ihre Herkunft aus „der Heilstat des Vaters in Leben, Tod und Auferweckung seines Sohnes Jesus Christus, welche gegenwärtig und wirksam wird in der Kraft des Heiligen Geistes"[58] . Im Brot der Eucharistie gibt sich Jesus selbst als Speise hin (Mk 14,22; Mt 26,26; Lk 22,19). Das eucharistische Brot steht symbolisch für den Leib Christi und in diesem werden alle Christen zu einem Leib.[59] Der Glaube an die Gegenwart Gottes in den Symbolen Brot und Wein setzt jedoch voraus, dass Brot und Wein an dieser Stelle nicht wie im alltäglichen Sinn wie eine physikalisch¬-chemische Substanz verstanden werden. Vielmehr sind sie Nahrung für uns ist, die in ihrem Wesen gewandelt werden, indem sie (in den Worten der „Einsetzung" durch Christus im Heiligen Geist) in einen neuen Beziehungszusammenhang gestellt werden. Die Substanz des Brotes kann sich aus diesem Grund je nach Bezie-hungszusammenhang „wandeln": Für den Chemiker (als Chemiker) ist Brot etwas anderes als für den Bauern (als Landwirt). Jedoch für beide als Menschen ist das Brot Nahrung. Wenn sie das Brot teilen ist es Ausdruck von Zusammengehörigkeit und Solidarität, wenn sie es segnen ist es eine dankbar angenommene Schöpfungsgabe und wenn sie es als Christen in der Eucharistiefeier teilen, dann ist es Teilhabe am Leib Christi.
Zur Zeit des Tridentinums [60] (Konzil von Trient, 1545-63: Festigung des kath. Glaubens gegenüber der Reformation [61] ) war Transsubstantiation [62] der theologisch akzeptabelste Versuch, das zu verstehen, was wir Menschen sehr schwer durch Worte ausdrücken können, weil die Eucharistie im letzten ein Glaubensgeheimnis bleibt [63] . Heute jedoch werden theologische Verstehensversuche angestellt, welche die Missverständlichkeit der Transsubstantiationslehre (im Sinne von körperlicher und greifbarer Verwandlung des Brotes und Wein in Fleisch und Blut Jesu) vermeiden und „dem heutigen Zugang zur Wirklichkeit und der Konstitution ihres Wesens entsprechen"[64] . Das Beziehungsdenken hat in der nachtridentinischen Theologie das scholastische Substanzdenken abgelöst. Demnach liegt das Wesen der Dinge nicht in dem, was sie in sich sind, sondern sie ergeben sich aus dem Beziehungsgefüge, indem sie stehen. Jesus Christus macht im Geschehenszusammenhang der Eucharistie Brot und Wein zu etwas, was mehr ist als nur ihre Substanz: diese Gaben bekommen eine andere Bedeutung, über die man nichts Wesentliches aussagen kann, da man sonst die Wirklichkeit verfehlen würde. Man spricht deshalb heute nicht mehr primär von einem Substanzwandel (Transsubstantiation) bei der Eucharistie, sondern von einem Bedeutungswandel (Transsignifikation).[65] Ziel, Höhepunkt und Sinnmitte der Eucharistie ist die liebende, Selbsthingabe Jesu, „der sich selbst kraft ewigen Geistes Gott als makelloses Opfer dargebracht hat" (Hebr 9,14). Im eucharistischen Mahl wird durch den Heiligen Geist der gekreuzigte und auferstandene Christus für uns gegenwärtig. Die Eucharistiefeier wird aber auch als Lob- und Dankopfer verstanden, durch welches wir Christen Gott danken, für seine wunderbaren Heilstaten [66] und symbolisiert und realisiert gleichzeitig die Gemeinschaft der Christen untereinander in und mit Jesus Christus. Der Communiocharakter des eucharistischen Mahles wurde im II. vatikanischen Konzil erstmals neben dem Opfercharakter mehr in den Vordergrund gestellt: „So sollen sie (die Christen) durch Christus, den Mittler, von Tag zu Tag zu immer vollerer Einheit mit Gott und untereinander gelangen, damit schließlich Gott alles in allem sei."[67] .

Die Reformatoren sind sich einig in der Kritik am Meßopfer und an der Transsubs-tantiationslehre. Alle vertreten den Laienkelch, da er dem biblischen Zeugnis entspricht.
Für Luthers Verständnis vom Abendmahl ist seine Lehre von der Ubiquität (der
Allgegenwart) bedeutend. Luther kann davon ausgehen, daß Christus zur Rechten Gottes sitzt und zugleich in seiner menschlichen Natur „in, mit und unter" den Elementen des Abendmahls gegenwärtig ist.[68]
Brot und Wein bleiben unverwandelt, allerdings verbindet sich Leib und Blut
geheimnisvoll mit ihnen (Konsubstantiation).
Es sind die Elemente wirksam, da sonst die objektive Wirkung des Sakraments verloren geht. Somit empfängt jeder, der am Mahl teilnimmt, Leib und Blut Christi, der Gläubige zum Segen, der Ungläubige zum Gericht [69] .
Melanchthon lehnt Luthers Lehre von der Ubiquität ab. Für ihn sind Brot und
Wein ,,reale" Zeichen, von einer Verwandlung kann dabei keine Rede sein. Er lenkt den Blick von den Elementen weg auf den Geber [70] .
Abendmahl ist Erinnerung an das Leiden und die Auferstehung Jesu und weckt und stärkt so den Glauben. Gleichzeitig ist es Bekenntnis der Kirche vor den anderen Völkern [71] .
Gottesfurcht und Buße sind Voraussetzungen für den Empfang des Abendmahls.
Für Zwingli ist das Abendmahl Erinnerungs-, Bekenntnis- und Gemeinschaftsmahl.
Die Gemeinde erinnert sich an das Kreuzesopfer Jesu, bekennt sich öffentlich dazu und
wird „so in ihrem Glauben und ihrer Gemeinschaft gestärkt"[72] .
Brot und Wein „bedeuten" Leib und Blut Christi, sind also Zeichen (Signum) der
einmaligen Heilstat Gottes an den Menschen.
Zwingli lehnt eine Lehre von der leiblichen Gegenwart Christi in den Elementen ab. Christus ist, wie in jedem Gottesdienst, im Abendmahl im Geist anwesend. Der leibliche Christus sitzt nach der Himmelfahrt zur Rechten Gottes, er ist uns heute entzogen, ihm kann man sich nur in der Erinnerung nähern.[73]
Calvin trennt wie Zwingli die leibliche und göttliche Natur Christi, allerdings ist für
ihn das Abendmahl mehr als Zeichen und Gedächtnismahl. Die Kraft und die Wirkung des Sakraments kommen für Calvin aus dem Geist Gottes [74] . Dieser ermöglicht im Abendmahl den Zugang zu Christus, der zur Rechten Gottes sitzt. Man kann bei Calvin von einer Spiritualpräsens Gottes im Abendmahl sprechen [75] .
Calvin versteht Brot und Wein als „wirksame" Zeichen [76] , die durch den Heiligen Geist
wirken. Im Heiligen Geist gibt sich Christus selbst den Mahlteilnehmern [77] .
Ungläubige empfangen lediglich Brot und Wein, nicht Leib und Blut Christi.
In der heutigen ökumenischen Diskussion geht es nicht darum, wer an der Abend-mahlsfeier teilnehmen darf: „Da alle Mitglieder der Gemeinden in denselben Leib des einen Christus getauft sind, müssen sie auch gemeinsam an der Feier des Heiligen Abendmahls teilnehmen dürfen. (...) Denn der beste Weg zur Einheit in der eucharistischen Feier und Gemeinschaft ist die Erneuerung der Eucharistie selbst in den verschiedenen Kirchen in bezug auf Lehre und Liturgie."[78] Eines der wichtigsten Probleme in der ökumenischen Diskussion heute in Bezug zur Eucharistie bzw. Abendmahl stellt noch die Amtsfrage dar: Wer darf amtlich der Eucharistie- der Abendmahlsfeier vorstehen? Nach katholischem Verständnis kann dies nur der geweihte Priester, nach evangelischem Verständnis kann es auch ein von der Gemeinde Beauftragter Laie.

6. Aktion: „Brot für die Welt"

Brot für die Welt ist eine Hilfsaktion der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit, die 1959 von den evangelischen Landes - und Freikirchen in Deutschland gegründet wurde. Diese Aktion wurde ursprünglich geplant als dankbare Antwort der Deutschen darauf, dass sie nach dem 2. Weltkrieg über ein Jahrzehnt bedingungslose Hilfe auch von der Weltchristenheit empfingen. Das „Brot - aus - der Welt" wurde zum „Brot - für - die - Welt". Die Hilfsaktion wollte damit deutlich machen, dass wir Christen nach dem Vorbild Jesu selbst zum Brot werden sollten für unsere Mitmenschen.
Der Schwerpunkt dieser Aktion ist neben der Katastrophenhilfe die Förderung von Hilfsmaßnahmen in Asien, Afrika und Lateinamerika. Diese Hilfsmaßnahmen dienen der „Hilfe zur Selbsthilfe", der Eigenständigkeit, der sozialen Gerechtigkeit und dem wirtschaftlichen Wachstum. Angeknüpft werden soll dabei an die Eigeninitiative der Empfänger um diese zu fördern. Dabei wird ein Höchstmaß des vor Ort zur Verfügung stehenden Potentials eingesetzt. Es werden maßgeblich solche Entwicklungsprojekte unterstützt, die in besonders gefährdeten Ballungsgebieten (Slums) und im ländlichen Raum durchgeführt werden. Dabei handelt es sich vor allem um Berufsausbildung und Berufsweiterbildung, Wirtschafts - und Sozialmaßnahmen, Genossenschaften, Gesundheitsvorsorge, Menschenrechtsschutz und Vermittlung deutscher Fachkräfte. Die Mittel, die zur Verfügung stehen, erhält Brot für die Welt durch Kollekten der Kirchengemeinden, Spenden einzelner Privatpersonen sowie durch Aktionen von Gemeinden, Schulen, Aktionsgruppen, Firmen, etc. Die Hauptgeschäftsstelle von „Brot für die Welt" ist in Stuttgart.[79]

7. Brot - Symbol des Lebens

Brot ist ein Nahrungsmittel aus dem Alltag und erreicht durch seine symbolische Bedeutung eine neue Dimension: Brot als Symbol des Lebens und im Brechen und Teilen des Brotes symbolisiert das Brot Gemeinschaft. Im folgenden möchte ich nun die Bedeutung des Brotes in Verbindung setzen mit den unter dem Gliederungspunkt „Merkmale eines Symbols“ genannten Merkmalen der Symbole.
Das fundamentale Merkmal von Symbolen ist ihr Hinweischarakter. Das Brot als Symbol weist grundsätzlich auf jegliches Leben hin.
Wenn man zum Beispiel den Satz: „ das Symbol hat an der Wirklichkeit dessen teil, auf das es hinweist (...) und was es symbolisiert" (siehe Merkmal (2)) überträgt auf das eucharistische Brot, heißt dies, dass dieses Brot teilhat an der Wirklichkeit Jesu, auf den es ja hinweist. (Dies könnte auch eine Erklärung für die Transsubstantiationslehre sein.)
Symbole können nicht ersetzt werden. So ist in unserer Kultur allein das Brot das Symbol für Nahrung und Leben. Es ist in unserem Sprachgebrauch nicht durch ein anderes Symbol ersetzbar. (Man kann dies nicht auf alle Kulturen dieser Erde übertragen: Zum Beispiel in China wird wohl der Reis Symbol für Nahrung sein.) „Symbole erschließen dem Menschen die Tiefendimensionen, verweisen auf das Unsagbare, Geheimnisvolle, empirisch nicht Fassbare, das, was nicht machbar und kaufbar ist." In Verbindung mit diesem Merkmal der Symbole steht das Brot für das Geheimnis, das jedem Leben innewohnt. Symbole sind nicht eindeutig und haben ambivalente Wirkung. So kann auch das Brot für alles das stehen, was lebenserhaltend und lebensstiftend ist: jegliche Art von leiblicher und geistiger Nahrung, welche wir Menschen zum Leben brauchen. Symbole weisen nicht nur auf etwas hin, sondern können das vergegenwärtigen, auf was sie hinweisen. Das eucharistische Brot ist nicht nur ein Hinweis auf Jesus und sein Leben und Sterben, sondern im Brot der Eucharistie ist Jesus, als der Sohn Gottes, in seiner Gemeinde gegenwärtig: Er ist somit inmitten der Gläubigen, als derjenige, der sein Leben mit seinen Brüdern und Schwestern teilt und sich für sie am Kreuz geopfert hat.

8. Lerntheoretischer Ansatz

Grundlegend für alle Symbole ist nach Tillich, dessen Symbolverständnis für die religi-onspädagogische Diskussion eine zentrale Bedeutung eingenommen hat, ihr Hinweischarakter (ihre „Uneigentlichkeit"). Das Symbol repräsentiert demnach etwas, was es selbst nicht ist, das es aber vertritt und an dessen Bedeutung es teilhat. Wie gut man diese Metaphorik begreift, hängt von der persönlichen Entwicklung des Symbolverständnisses ab. Das Symbolverständnis wiederum steht in engem Bezug zur lebensgeschichtlichen Erfahrung und kann bei Kindern und Jugendlichen sehr unterschiedlich entwickelt sein. Diesen Zusammenhang hat ursprünglich vor allem die Psychoanalyse hervorgehoben; er wird mittlerweile aber auch in der Religionspädagogik gesehen und als Zirkel von Symbol, Erfahrung, Symbolverständnis und Symbolfähigkeit verstanden.

Der hohe Stellenwert, den religiöse Symbole in der Religionspädagogik innehaben, lässt sich auf die Überzeugung zurückführen, dass Symbole helfen, „Grundkonflikte zu bearbeiten" und „Grundambivalenzen" tragbar zu machen (Scharfenberg/ Kämpfer 1980).
Solche „Grundkonflikte" oder „Grundambivalenzen" hat der amerikanische Psychoanalytiker E.H. Erikson in der untenstehenden Tabelle zusammengetragen. Jeder dieser Entwicklungsstufen („psychosozialen Krisen") entsprechen bestimmte religiöse Symbole. Es wird davon ausgegangen, dass die religiösen Symbole die jeweiligen Krisen nicht nur theologisch interpretieren, sondern gleichzeitig auch Impulse geben, die zu einer Lösung führen. Den religiösen Symbolen kommt somit die Funktion zu, ihre konfliktbearbeitende Kraft an den entwicklungsbezogenen Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen unter Beweis zu stellen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass lebensgeschichtliche Erfahrungen in die religiösen Symbole einfließen und sich in deutlich fassbarer Weise darin spiegeln. Schweitzer nach bieten Symbole unter dieser Voraussetzung die Chance für eine erfahrungsbezogene religiöse Erziehung. Theologische Themen sollten in der Religionspädagogik daher weniger nach ihrem inneren, systematisch-theologischen Zusammenhang ausgewählt werden, sondern entsprechend ihrem Bezug zu den Erfahrungen unterschiedlicher Lebensphasen.

Psychosoziale Krisen (nach E. Erikson) Religiöse Symbole
1. Grundvertrauen gegen Grundmißtrauen (Säuglingsalter) Das Numinose (Gott, Muttergottheiten) das (verlorene) Paradies und die Hoffnung auf das Reich Gottes
2.Autonomie gegen Scham und Zweifel (Frühe Kindheit) Gut u. Böse, Gnade, Gehorsam u. Exodus, Symbole des Essens und Trinkens
3. Initiative gegen Schuldgefühl (Spielalter) Liebender und strafender Vater Vatergottheit Sünde u. Erlösung, Umkehr
4. Werksinn gegen Minderwertigkeitsgefühl (Schulalter) Beruf(ung), Schöpfungsauftrag, Werke
5. Identität gegen Identitätskonfusion (Adoleszenz) Glaube, gemeinsame Überzeugungen, der (im Leiden) solidarische Gott, Entfremdung u. Erlösung
6. Intimität gegen Isolierung (Frühes Erwachsenenalter) Gemeinschaft, christologische Themen
7.Generativität gegen Stagnation (Erwachsenenalter) (Schöpfung, Berufung), Fürsorge für das Kommende
8. Integrität gegen Verzweiflung u. Ekel (Hohes Alter) Das Heilige, die letzten Dinge

 

Auf die Entwicklung der religiösen Symbole bezogen hat der Psychoanalytiker D. W. Winnicott herausgestellt, dass die Symbolbildung eng mit der in der frühen Kindheit zu leistenden Unterscheidung zwischen Innen und Außen verbunden ist. Eine solche Trennung zwischen dem subjektiven Erleben und der äußeren Realität, für die zunächst vor allem die Mutter steht, wird nach Winnicotts Beobachtungen nicht direkt erreicht, sondern auf dem Umweg über einen dritten Bereich, den man sich wie eine Brücke zwischen Phantasie und Realität vorstellen kann. Diese Brückenfunktion übernimmt z.B. das Stofftier oder die Schmusedecke, ohne die das Kind nicht schlafen kann. Da ein solcher Gegenstand nicht mehr einfach nur Teil der äußeren Welt ist, sondern eine Zwischenstellung einnimmt, spricht Winnicott von einem „Übergangsobjekt" und dem „Zwischenraum", dem dieses Objekt angehört. Dieser Zwischenraum gehe auch in der späteren Entwicklung nicht verloren, sondern finde seine Fortsetzung in der Phantasie, Kreativität und Religion des Heranwachsenden bzw. Erwachsenen.
Zwar gibt es auch im Kindesalter bereits Entsprechungen zwischen lebensgeschichtlichen Erfahrungen und religiösen Symbolen, doch können laut Schweitzer diese Symbole oder gar ihre Deutung Kindern noch nicht nahegebracht werden. Für die Auswahl von Themen gewinnen die Entsprechungen ihre Bedeutung erst im Jugendalter. Dann kann und sollte man als Eltern oder Lehrer die religiösen Symbole direkt und ausdrücklich mit der lebensgeschichtlichen Erfahrung verbinden.
Bei den lebensgeschichtlich früheren Entsprechungen ist allerdings zu berücksichtigen, dass auch die frühen Krisen später noch nachwirken und nie ganz gelöst sein können. Da sie sich also als bleibende Spannung auch im späteren Leben immer wieder bemerkbar machen können, spielen die lebensgeschichtlich frühen Krisen auch im Jugend- und Erwachsenenalter eine Rolle. Hier können die religiösen Symbole dann den Dienst einer Konfliktbearbeitung leisten. Die Symbole ermöglichen so gesehen eine Rückkehr zu den Krisen und zeigen zugleich einen Weg, auf dem die Krisen gemeistert werden können („Regression im Dienste des Ich").
Die genannten psychosozialen oder lebensgeschichtlichen Krisen sind vor allem altersbedingt. Sie treten auch dann auf, wenn die vorhergehenden Krisen nicht zu einer befriedigenden Lösung gekommen sind- allerdings mit der möglichen Folge einer Entwicklungsstörung.

Im Anschluss an J. Piaget und P. Ricoeur hat J. Fowler die am weitesten reichende Darstellung der Entwicklung der Symbolfähigkeit und des kognitiv-strukturellen Symbolverständnisses vorgelegt:

1. Das magisch- numinose Verstehen:
-Dies ist das Alter der Phantasie, das Vorschulalter, in dem sich das Kind auf Bilder, Vorstellungen, Märchen usw. einlassen und in ihnen sein kann, ohne die Frage nach der Wirklichkeit zu stellen. Ein bildlich dargestelltes Tier kann deshalb ebenso Angst einjagen wie ein lebendiges Tier.

2. Das eindimensional wörtliche Verstehen:
Für dieses Verständnis gibt es nur eine Dimension: die der konkreten Erfahrung. Somit werden
symbolische Aussagen stets wörtlich genommen.

3. Das mehrdimensional wörtliche Verstehen:
Der Fortschritt dieser Stufe besteht darin, dass nun der Verweischarakter von Symbolen erkannt wird. Erstmals erschließen sich die Symbole nun in ihrer übertragenen Bedeutung. Allerdings wird die sinnstiftende Kraft noch in den Symbolen selber gesehen und nicht in dem, worauf sie verweisen.

4. Das symbolkritische Verstehen:
Erstmals werden nun die Symbole von dem, was sie bedeuten, abgetrennt. Nicht mehr den Symbolen kommt sinnstiftende Kraft zu, sondern nur der Bedeutung, die sie transportieren. Führte das eindimensional wörtliche Verstehen noch zu mythologischen Vorstellungen, so ergibt sich aus dem symbolkritischen Verstehen nun die Tendenz zur Entmythologisierung.

5. Das nachkritische Verstehen:
Symbole gelten nun als eigene, unersetzliche Form der Darstellung. Sinnstiftend ist nun beides - das Symbol und das, worauf es verweist.
Auch die Selbstwahrnehmung ändert sich: das eigene Selbst wird nicht mehr als bloß rational angesehen, sondern als vielschichtiges Gefüge bewusster und unbewusster Zusammenhänge.

Außer den ersten beiden Stufen, die nach Fowler von jedem durchlaufen werden, wird keine der weiteren Stufen mit Notwendigkeit erreicht. Auch bei Jugendlichen findet sich bereits ein breites Spektrum unterschiedlicher Verständnisformen. Es genügt deshalb nicht, nur nach Entsprechungen zwischen religiösen Symbolen und lebensgeschichtlichen Themen zu suchen. Zu berücksichtigen ist auch das jeweilige Symbolverständnis, das einen Zugang zu Symbolen eröffnen, aber auch verschließen kann.
Die folgende Tabelle zeigt die Psychosozialen Krisen und deren dazugehörigen religiösen Symbole in ihrem Verhältnis zur Entwicklung der Symbolfunktion. [nicht abgedruckt]

Der Zirkel von Symbol, Erfahrung und Symbolverständnis als dreipolige Struktur verdeutlicht zum einen, dass eine Vermittlung von Symbol und Erfahrung nur dann gelingen kann, wenn diese Vermittlung auch dem jeweiligen Symbolverständnis entspricht und zum anderen, dass das Symbolverständnis sich auch selbst aufgrund von Erfahrungen verändert. Diese Erfahrungen sind wiederum mit den Symbolen verbunden.
Was Symbole speziell für Kinder und Jugendliche bedeuten, ist allerdings immer auch von dem in einer Gesellschaft vorherrschenden Umgang mit Symbolen abhängig. Die Bedeutung von Symbolen ist somit nicht nur als entwicklungsbedingt anzusehen, sondern immer auch als sozialisationsabhängig. Die Theorien der Symbolentwicklung befähigen schließlich aber auch dazu, solche Sozialisationswirkungen genauer zu verstehen und Ansatzpunkte für eine religiöse Erziehung zur Symbolfähigkeit zu finden.

9. Bezug der Schüler zum Thema

Hier soll aufgezeigt werden, welche Zukunfts- und Gegenwartsbedeutung das Thema für die Schüler hat und auf welche Art und Weise sie in ihrem Alltag mit dem Thema in Berührung kommen. Es soll auch herausgefunden werden, welche Anknüpfungspunkte an die religiöse Entwicklung der Schüler das Thema bietet.
Basierend auf diesen Ergebnissen folgt in den darauffolgenden Gliederungspunkten eine grobe Gliederung einer Unterrichtseinheit „Symbol Brot“ und eine Ausarbeitung der ersten zwei Unterrichtsstunden.
Das Brot kommt im Alltag der Kinder häufig vor und spielt als Grundnahrungsmittel eine große Rolle im Leben der Schüler. Jedoch fehlt den Schülern die ganz persönliche Erfahrung echten Hungerns. Für sie ist es ganz selbstverständlich, Brot zu haben und sie brauchen sich daher nicht um ihre Existenz sorgen. Es ist ihnen nicht bewusst, welche Bedeutung das Brot für Hunger leidende Menschen hat und sind nur schwer dafür zu sensibilisieren. Den Schülern wird bewusst gemacht, dass es nicht selbstverständlich ist, Brot zu besitzen und das es ein Geschenk Gottes an uns Menschen ist, für welches wir ihm danken sollten. Wenn sie dieses Bewußtsein erlangen, kann auch insofern ein Bezug zur Zukunft der Schüler hergestellt werden, dass sie in Zukunft respektvoll mit Brot und auch allen anderen Lebensmitteln umgehen. Sie sehen Brot als Resultat mühevoller Arbeit an, achten es als Geschenk Gottes und empfinden es als Schande, wenn jemand Brot oder andere Nahrungsmittel wegwirft. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass zwei Drittel der Menschen auf dieser Welt einen erheblich geringeren Lebensstandard hat und zum Teil unter großem Hunger und Elend leben, soll den Schülern klar gemacht werden, dass das tägliche Brot nicht selbstverständlich ist und sie das Brot deshalb als einen besonderen Wert hoch achten sollen. Daraus kann sich eine Solidarität der Schüler mit den Armen auf dieser Welt entwickeln.
Der Aspekt des „Teilens" und der Gemeinschaftsaspekt, welche im Thema „Brot" verankert sind, nehmen Bezug zum Leben der Kinder. Die Kinder haben in ihrem Leben bereits teils angenehme, teils schmerzliche Erfahrungen zu diesen Themen (Gemeinschaft und Teilen) gemacht. Jeder von ihnen wird schon einmal erlebt haben wie es ist, aus einer Gemeinschaft ausgestoßen worden zu sein, und wohl alle Schüler haben schon einmal Gemeinschaft erlebt, sei es in der Familie, bei Freunden oder in der Schule. Wobei es an dieser Stelle auch der Fall sein kann, dass manche Schülern diese Gemeinschaft noch nicht gespürt haben, weil sie sich vielleicht nicht dazugehörig fühlten und sich trotz des Zusammenseins alleine fühlten. Auch werden einige Schüler schon „Erfahrungen gesammelt" haben im Bezug auf das Teilen, z.B. wenn sie mit einem anderen Kind ihre Spielsachen teilten, einem anderen Kind etwas von ihren Süßigkeiten abgegeben haben, oder ein anderes Kind etwas mit ihnen selbst geteilt hat, etc. Hier spielt auch der Aspekt des „sich-teilens", in Bezug auf „füreinander da sein" eine Rolle, denn jedes Kind hat schon erlebt, dass es andere Menschen braucht (z.B. Eltern) und hat vielleicht auch schon einmal die Erfahrung gemacht, für andere da gewesen zu sein bzw. von einem anderen Menschen gebraucht worden zu sein. Für die Zukunft der Kinder werden Gemeinschaft und Teilen von Bedeutung sein, da kein Mensch abgesondert leben möchte und eine gemeinschaftsfähige Gesellschaft, in der „miteinander Teilen" einen wichtigen Grundsatz darstellt, für ein glückliches und erfülltes Leben benötigt. Dieses Bewusstsein ist jedoch in unserer heutigen Gesellschaft kaum noch vorhanden und daher sollen Teilen und Gemeinschaft Element der Unterrichtseinheit sein, um die Schüler für dieses Bewusstsein zu sensibilisieren.
Das Brot das Symbol für Leben darstellt, ist den Schülern noch nicht bewusst, jedoch stellen sie bereits fest, dass man zum Leben mehr benötigt, als nur physische Nahrung. Das Bewusstsein für dieses „mehr als" soll in der Unterrichtseinheit hergestellt wer-den bzw. es soll eine Basis dafür geschaffen werden. In diesem Aspekt enthalten ist auch das „Brot - Sein" für andere, dessen Verdeutlichung dazu beitragen kann, die Schüler zu verantwortungsbewussten und Hilfsbereiten Menschen zu erziehen, die mit ihren Mitmenschen teilen und für andere da sind.
Im Rahmen der Unterrichtseinheit zum Thema „Brot" kann der Blick der Schüler dahingehend geöffnet werden, dass man die Eucharistie- bzw. Abendmahlsfeier als Ort der Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit empfinden kann. Jedoch ob sie dies auch in Zukunft verspüren werden ist bei der heutigen Gestaltung der Gottesdienste fraglich. Für die Zukunft der Schüler ist es außerdem wichtig, eine Erkenntnis über die Mehrdimensionalität der Realität zu gewinnen. Der Umgang mit Symbolen kann ihnen den Zugang zur Wirklichkeit erschließen, den man nicht wissenschaftlich erklären kann. Die Behandlung von Symbolen im Religionsunterricht kann den Schülern dabei helfen, die Welt zu verstehen und ihre einseitige, kindliche Wirklichkeitsbetrachtung weiterzuentwickeln und erhalten so die Möglichkeit, diese Wirklichkeit tiefer zu erschließen und zu verstehen.

10. Stundenvorbereitungen der Unterrichtseinheit „Symbol Brot“ und die dazugehörigen Groblernziele

Globalziel der Unterrichtsreihe:
Die Schüler sollen für den Symbolcharakter des Brotes sensibilisiert werden um die Mehrdimensionalität zu erkennen.

1. Stunde:
Der Weg vom Korn zum Brot
Groblernziele: Die Schüler sollen:
- das Brot ganzheitlich erfahren.
- den Weg vom Korn zum Brot formulieren können.

2. Stunde:
Brot als wichtiges Nahrungsmittel
Groblernziele: Die Schüler sollen:
- das Brot als wichtiges Grundnahrungsmittel erkennen.
- Sich bewusst machen, dass Brot kostbar ist und einen besonderen Wert besitzt.
- Lernen, dass Brot als etwas Dankenswertes zu betrachten und es nicht als etwas selbstverständliches hinnehmen.

3. Stunde:
a) Bräuche um das Brot
b) Brot als Symbol für alles Lebenswichtige
Groblernziele: Die Schüler sollen:
- den Brauch kennen lernen, dass man Brot zum Einzug verschenkt und diesen Brauch deuten können.
- Erkennen, dass Brot für alles Lebenswichtige steht und seine Bedeutung über den Wert als Nahrungsmittel hinausgeht.

4. Stunde:
Das Brechen des Brotes als Symbol für Teilen und Gemeinschaft
Groblernziele: Die Schüler sollen:
- erfahren, dass man bei einem gemeinschaftlichen Essen und teilen des Brotes das Gefühl von Gemeinschaft erleben kann.
- Das Brotbrechen als Symbol des Teilens deuten.
- Erkennen, dass es durch Brotbrechen zu einer Versöhnung kommen kann.

5. Stunde:
Der Symbolcharakter des Brotes
Groblernziele: Die Schüler sollen:
- die Symbolhaftigkeit des Brotes erkennen und sagen können, dass Brot ein Symbol für Teilen, Leben und Gemeinschaft ist.

6. Stunde:
Die Speisung der 5000
Groblernziele: Die Schüler sollen:
- die Geschichte von der „Speisung der 5000“ verstehen und deuten können.

7. Stunde:
Das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern
Groblernziele: Die Schüler sollen:
- das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern als Ursprung der heutigen Eucharistiefeier / Abendmahlsfeier verstehen.
- Die Worte Jesu: „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ deuten können, als Aufforderung an uns Menschen, gemeinsam Mahl zu feiern.
- Erkennen, dass wir Christen uns beim feiern der Eucharistie / des Abendmahls mit Jesus verbunden fühlen und wir glauben, dass er sich in dieser Gemeinschaft mit uns trifft.

8. Stunde:
a) Das Abendmahl Jesu / Eucharistie- bzw. Abendmahlsfeier heute
b) Jesus als Brot des Lebens / Brot sein für andere Menschen
Groblernziele: Die Schüler sollen:
- den Satz Jesu: „Ich bin das Brot des Lebens.“ deuten und auf sich selbst übertragen können.

11. 1. Stunde der Unterrichtseinheit

Thema der Stunde: Der Weg vom Korn zum Brot

Groblernziele:
- Die Schüler sollen das Brot ganzheitlich erfahren.
- Die Schüler sollen sich den Weg vom Korn zum Brot vergegenwärtigen.

Zeit Phasen Ziele Inhalte Sozialform / Methoden Medien Lernerfolgskontrolle
10' Einstieg / Motivation Die Schüler sollen das Brot ganzheitlich wahrnehmen. Die von dem Lehrer mitgebrachten Brotstücke liegen auf einer ausgebreiteten Tischdecke in der Mitte des Kreises und sind mit einem großen Tuch abgedeckt. Die Schüler erfühlen nun mit geschlossenen Augen (aus Platzgründen gegebenenfalls abwechselnd), um welche „Gegenstände" es sich handelt, die sich unter dem Tuch verbergen. Der Lehrer gibt zuvor die Anweisung, dass die Schüler ihre Vermutungen für sich behalten sol-len. Danach äußern die Schüler ihre Vermutungen und die Brotstücke werden jetzt aufgedeckt. Jeder Schüler nimmt sich ein Stück Brot, um daran zu riechen und es zu schmecken. Während dieser Phase läuft im Hintergrund leise meditative Musik, um die Konzentration der Schüler zu fördern. Sitzkreis (auf dem Fußboden) Brotstückchen verschiedener Brotsorten, Tischdecke, Tuch, Kassettenrecorder und Kassette mit meditativer Musik
Problemsicht Die Schüler sollen motiviert werden, für den Weg vom Korn zum Brot, der in der nächsten Phase dar-gestellt wird. Die Schüler erzählen, was sie bei der vorherigen Phase empfunden haben und erzählen von ihren Lieblingsbrotsorten. Durch gezielte Fragen des Lehrers berichten sie aus Vorerfahrungen, wie Brot hergestellt wird.
L.: „Weiß denn jemand von euch, woher wir das Brot bekommen?“
Sitzkreis, gelenktes Unterrichtsgespräch
15´ Problemlösung Die Schüler sollen Grundkenntnisse der Brotherstellung erlangen Der Lehrer zeigt die Dias und lässt die Schüler auf den einzelnen Bildern das erklären, was sie sehen. Dann ergänzt er die Erklärungen der Schüler Darstellung der Dias durch den Lehrer, Schüler-Lehrergespräch Diaprojektor, 9 Dias („Vom Korn zum Brot“) Schreibe mit deinen Worten auf, wie Brot hergestellt wird!
10' Festigung Die Schüler sollen das zuvor Erarbeitete festigen und auf die gestellte Aufgabe anwenden Die Schüler bearbeiten das Arbeitsblatt. Sie beschriften die einzelnen Bilder, indem sie zuvor in stiller Einzelarbeit überlegen, was die einzelnen Menschen für unser tägliches Brot tun. Einzelarbeit Arbeitsblatt (M1)
2. Stunde der Unterrichtseinheit

Thema der Stunde: Brot als wichtiges Grundnahrungsmittel für das wir danken können

Groblernziele:
- Die Schüler sollen Brot als wichtiges Grundnahrungsmittel erkennen.
- Die Schüler sollen sich bewusst machen, dass Brot kostbar ist und einen besonderen Wert besitzt.
- Die Schüler sollen lernen, Brot als etwas Dankenswertes zu betrachten und es nicht als etwas selbstver-ständliches hinzunehmen.
Zeit Phasen Ziele Inhalte Sozialform / Methoden Medien Lernerfolgskontrolle
Einstieg / Problemsicht I Die Schüler sollen das Bild mit ihren eigenen Worten beschreiben und deuten können. Der Lehrer zeigt den Schülern eine Folie, auf der zwei Menschen abgebildet sind, die nach etwas bitten. Der Mann spricht folgenden Satz: „Wir brauchen Brot um zu leben.“ Die Schüler äußern sich spontan dazu und beschreiben und deuten das Bild. Gegebenenfalls soll noch darüber gesprochen werden, welche Menschen diesen Satz noch sagen könnten.
L.: „Welche Menschen könnten das noch sagen?“
Stiller Impuls (visuell), Schüleräußerungen Folie (M2), Overheadprojektor
Problemlösung I Die Schüler sollen erkennen, dass Brot unser wichtigstes Nahrungsmittel ist. Die Schüler stellen fest, dass Brot satt macht und gesund ist. Sie erarbeiten im gemeinsamen Gespräch, dass Brot unser wichtigstes Nahrungsmittel ist und sehr kostbar ist. Der Lehrer stellt dazu gezielte Fragen.
L.: „Was meint der Mann auf dem Bild, mit dem was er sagt?“
„Warum ist das Brot so wichtig für uns?“
(Noch immer haben die Schüler das Bild auf der Folie vor Augen.)
Die wichtigsten erarbeiteten Punkte werden an der Tafel schriftlich festgehalten und von den Schülern ins Heft übertragen.
Gelenktes Unterrichtsgespräch Folie (M2), Overheadprojektor, Tafel, Hefte Brot ist unser wichtigstes Nahrungsmittel. Nenne Gründe dafür!
Problemsicht II Die Schüler sollen darauf aufmerksam werden, dass wir Menschen oft nicht angemessen mit Brot umgehen. Der Lehrer zeigt den Schüler ein Bild (Folie), auf dem ein Junge sein Pausenbrot in den Mülleimer wirft. Die Schüler äußern sich zu diesem Bild. Gemeinsam wird im Gespräch erarbeitet, aus welchen Gründen Brot weggeschmissen wird (z. B. wenn man keinen Hunger hat etc.). Die Schüler äußern, wie sie dieses Verhalten beurteilen.
L.: „Wieso wird Brot weggeschmissen?“, „Was haltet ihr davon, wenn man Brot einfach wegwirft?“
Stiller Impuls (visuell), Schüler - Lehrergespräch Folie (M2a), Overhead-Projektor
Problemlösung II Die Schüler sollen selbständig Argumente finden, wie der Umgang mit Brot aussehen sollte. Durch Fragen des Lehrers entwickeln die Schüler Beispiele, wie man mit Brotresten umgehen sollte.
L.: „Wie könnte man mit Brotresten umgehen, die man nicht mehr essen kann oder möchte? Könnte man diese nicht auch anders verwerten?“
Lehrer – Schülergespräch Folie (M2a), Overhead-Projektor
10´ Verknüpfung / Problemsicht III Die Schüler sollen sensibel dafür werden, dass man für das Brot danken sollte.


Die Schüler sollen verschiedene Formen des Dankens nennen können.
Gemeinsam wird in dieser Phase der Aspekt des Dankens besprochen. Durch Impulse des Lehrers werden die Schüler darauf hingewiesen, dass man für das Brot danken sollte.
L.: “Wir haben eben gemeinsam festgestellt, dass Brot sehr kostbar ist. Es ist ein Geschenk, weil wir nicht hungern müssen, wenn wir es besitzen, was tun denn die Menschen, wenn sie etwas bekommen, was sehr kostbar ist?“
Durch ein von dem Lehrer gelenktes Gespräch äußern die Schüler Formen des Dankens: Lieder, Gebete und Tänze.
L.: „Wie kann man seinen Dank ausdrücken?“, „Welche Formen des Dankens kennt ihr?“
Lehrer – Schülergespräch Weil Brot nicht selbstverständlich für uns ist, danken wir dafür. Nenne 3 Formen, wie man Danken kann!
10´ Problemlösung III Die Schüler sollen das Lied singen können und als mögliche Form anerkennen, um Dank auszudrücken. Der Lehrer erklärt den Schülern, dass sie gemeinsam mit ihnen ein Danklied einüben möchte und teilt die Liedtexte aus. Zuerst liest er den Text einmal vor und anschließend wird der Text einmal gemeinsam laut gesprochen. Danach singt der Lehrer das Lied einmal laut vor und spielt dazu auf der Gitarre. Gemeinsam wird das Lied nun einige Male gesungen, um es zu verinnerlichen. Gesang Liedtexte (M3), Gitarre
Fußnoten:

[1] Vgl.: Küsters, Matthias: Sachinformationen, Zeichen und Symbole im Glauben, in: Religion betrifft uns, 5/1994, 3.
[2] Vgl.: Halbfas, Hubertus: Religionsunterricht in Sekundarschulen, Lehrerhandbuch 6, Düsseldorf 1993, 75.
[3] Vgl.: Ebd., 75.
[4] Vgl.: Ebd., 75.
[5] Vgl.: Halbfas: Religionsunterricht (LH6), 1993, 75.
[6] Vgl.: Schilling, Klaus: Symbole erleben, Glauben erfahren mit Hand, Kopf und Herz, Stuttgart 1991, 11f.
[7] Vgl.: Bürkle, Horst: Symbol, in: Lexikon für Theologie und Kirche (Band 9), Freiburg3 2000, 1154.
[8] Vgl.: Schilling: Symbole erleben, 1991, 10.
[9] Vgl.: Küsters: Sachinformationen, 5/1994, 3.
[10] Vgl.: Schilling: Symbole erleben, 1991, 16.
[11] Vgl.: Schilling Symbole erleben, 1991, 16ff.
[12] Vgl.: Halbfas, Hubertus: Religionsunterricht in der Grundschule, Lehrerhandbuch l, Düsseldorf5 1991, 258.
[13] Vgl.: Ebd., 258
[14] Vgl.: Halbfas: Religionsunterricht (LH6), 1993, 75.
[15] Vgl.: Ebd., 75.
[16] Vgl.: Schilling: Symbole erleben, 1991, 12.
[17] Vgl.. Tillich, Paul: Symbol und Wirklichkeit, Stuttgart 1962, 4.
[18] Vgl.: Schilling: Symbole erleben, 1991, 12.
[19] Vgl.: Tillich: Symbol und Wirklichkeit, 1962, 4.
[20] Vgl.: Schilling: Symbole erleben, 1991, 13.
[21] Vgl.: Ebd., 13.
[22] Vgl.: Tillich: Symbole und Wirklichkeit, 1962, 4f.
[23] Vgl.: Schilling: Symbole erleben, 1991, 15.
[24] Vgl.: Ebd., 16.
[25] Vgl.: Ebd., 16.
[26] Vgl.: Früchtel, Ursula: Mit der Bibel Symbole entdecken, Göttingen 1991, 486.
[27] Vgl.: Krauss, Irene: Brot, in: LThK (Band 2), Freiburg/ Basel/Rom/Wien3 1994, 704.
[28] Vgl.: Freudenberg, Hans: Religionsunterricht praktisch, Unterrichtsentwürfe und Arbeitshilfen für die Grundschule (4. Schuljahr), Göttingen3 1992, 106.
[29] Vgl.: Früchtel, Ursula: Mit der Bibel Symbole entdecken, Göttingen 1991, 486 – 489.
[30] Vgl.: Freudenberg, Hans: Religionsunterricht praktisch, Unterrichtsentwürfe und Arbeitshilfen für die Grundschule (4. Schuljahr), Göttingen3 1992, 100.
[31] Vgl.: Seibert, Gerd u. a.: Lexikon 2000 (Band 3), Weinheim 1984, 1169f.
[32] Vgl.: Microsoft Corporation: Microsoft ® Encarta ® 98 Enzyklopädie, 1997, „Brot“.
[33] Vgl.: Seibert: Lexikon 2000, 1984, 1169.
[34] Vgl.: Freudenberg: Religionsunterricht praktisch, 1992, 100.
[35] Vgl.: Weiser Alfons: Brot, in LThK (Band 2), Freiburg³ 1994, 703.
[36] Vgl.: Biehl, Peter: Symbole geben zu lernen II, Wege des Lernens (Band 9), Neukirchen - Vluyn 1993, 60.
[37] Vgl.: Weiser: Brot, in LThK (Band 2), 1994, 703.
[38] Vgl.: Kellermann, Mechthild: Brot, in: Religion in Geschichte und Gegenwart, Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft (Band 1), Tübingen4 1998, 1772.
[39] Nach 2 Mos 25,23 waren die Schaubrodttische aus Holz, mit Goldblech überzogen.
[40] Vgl.: Schlatter, Theodor: Calwer Bibellexikon, Stuttgart6 1989, 1186f.
[41] Vgl.: Kellermann: Brot, in RGG, 1998, 1772.
[42] Vgl.: Biehl: Symbole geben zu lernen, 1993, 60f.
[43] Vgl.: Mt 14, 13-21; Mk 6, 32-44; Lk 9, 10-17; Joh 6, 1-15.
[44] Vgl.: Früchtel: Mit der Bibel Symbole entdecken, 1991, 496ff.
[45] Vgl.: Biehl: Symbole geben zu lernen II, 1993, 62.
[46] Vgl.: Ebd., 62
[47] Vgl.: Ebd., 62f.
[48] Vgl.: Früchtel: Mit der Bibel Symbole entdecken, 1991, 499.
[49] Vgl.: Lachmann, Reiner: Theologische Schlüsselbegriffe, Biblisch - systematisch -didaktisch, Göttingen 1999, 14
[50] Vgl.: Früchtel: Mit der Bibel Symbole entdecken, 1991, 506f.
[51] Vgl.: Ebd., 507.
[52] (z. B. das Mahl bei dem Zöllner Levi (Mk 2, 14), dem späteren Apostel Matthäus, das auch in der Tradition oft als „Mahl der Sünder“ bezeichnet wurde)
[53] Zitat: „(...) nahm in der Nacht in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet und sagte: Das ist mein Leib für euch. (...)“
[54] Vgl.: Lachmann: Theologische Schlüsselbegriffe, 1999, 13f.
[55] Vgl.: Ebd., 14.
[56] Vgl.: Ebd., 14
[57] Vgl.: Nocke, Franz-Josef: Sakramententheologie, Düsseldorf 1997, 139.
[58] Vgl.: Hilberath, Bernd Jochen: Eucharistie, in: Lexikon für Theologie und Kirche (Band 3), Freiburg/Basel/Wien/Rom3 1995, 949.
[59] Vgl.: Weiser: Brot, in LThK (Band 2), 1994, 703.
[60] Vgl.: Hilberath: Eucharistie, in LThK (Band 3), 1995, 950.
[61] Vgl.: Bruschke, Gerhard u.a.: Konzil, in: Das Bertelsmann Lexikon (Band 12), Stuttgart 1995, 5492.
[62] Transsubstantiation: Die Substanz von Brot und Wein werden in den Leib und das Blut Christi ver-wandelt.
[63] So spricht der Priester im eucharistischen Hochgebet nach den Einsetzungsworten Jesu den Satz: „Dies ist ein Geheimnis des Glaubens“.
[64] Vgl.: Hilberath: Eucharistie, in LThK (Band 3), 1995, 950.
[65] Vgl.: Nocke: Sakramententheologie, 1997, 177f.
[66] Vgl.: Eicher, Peter: Eucharistie, in: Neues Handbuch theologischer Grundbegriffe, München 1984, 315ff.
[67] Vgl.: Rahner, Karl und Vorgrimler, Herbert: Kleines Konzilskompendium, Freiburg/ Basel/ Wien13 1979, 68.
[68] „Die Rechte Gottes ist aber an allen Enden.“ Vgl.: Hirsch, Hilfsbuch zum Studium der Dogmatik, Berlin und Leipzig 1937, 35. Hierin unterscheidet sich Luther von den übrigen Reformatoren, die stärker die Trennung von göttlichen und menschlichen Eigenschaften Christi betonen.
[69] Vgl.: 1 Kor 11, 29.
[70] Melanchthon sagt: „´cum pane et vino´ (mit Fleisch und Wein) wird uns Leib und Blut Christi im Mahle vere (wahrhaft / in Wahrheit) angeboten“. Vgl.: Weber, Otto: Grundlagen der Dogmatik, Neukir-chen 1962, 697. Hier wird seine vermittelnde Rolle deutlich, die er im Abendmahlsstreit eingenommen hat. In die Formulierung „cum pane et vino“ kann man alles und nicht hineinlesen. Deutlich wird jedoch, dass für Melanchthon das Mahl ein Geschehen darstellt, welches Brot und Wein umfasst. Vgl.: Weber, Otto: Grundlagen der Dogmatik, Neukirchen 1962, 697. Christus ist in diesem Geschehen anwesend.
[71] Das Abendmahl ist dazu da, „die einzelnen zu erinnern und den Glauben zu wecken und zu stärken, sodann dazu, das Gedächtnis des Leidens und der Auferstehung Jesu beständig durch diesen Ritus ausgebreitet werde, endlich dazu, dass es der Nerv der öffentlichen Versammlung sei, in welcher die Kirche Gottes zeigt, sie sei gesondert von den Meinungen der andere Völker...“ Vgl.: Hirsch: Hilfsbuch zum Studium der Dogmatik, Berlin und Leipzig 1937, 236.
[72] Vgl.: Joest, Dogmatik (Band 2): Der Weg Gottes mit den Menschen, Göttingen 1993, 578.
[73] Vgl.: Weber, Otto: Grundlagen der Dogmatik, Neukirchen 1962, 707.
[74] Vgl.: Hirsch: Hilfsbuch zum Studium der Dogmatik, Berlin und Leipzig 1937, 239.
[75] Vgl.: Weber, Otto: Grundlagen der Dogmatik, Neukirchen 1962, 698.
[76] Nach Calvin ermöglichen uns die Sakramente als „Bilder und Spiegel“ , „auf irdische Weise“ den Anblick von „geistlichen und himmlischen“ Dingen. Vgl.: Hirsch: Hilfsbuch zum Studium der Dogmatik, Berlin und Leipzig 1937, 239.
[77] Vgl.: Weber, Otto: Grundlagen der Dogmatik, Neukirchen 1962, 698.
[78] Vgl.: Müller, Gerhard, u. a.: Abendmahlsfeier, in: Theologische Realenzyklopädie (Band 1), Berlin 1993, 324f.
[79] Vgl.: Hahn, Hans - Otto: Brot für die Welt, in: Religion in Geschichte und Gegenwart, Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft (Band l), Tübingen4 1998, 1773f.