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Wir helfen anderen

Wir helfen anderen
Unterrichtsentwurf Arbeitsmaterial enthalten
Datum: 06. März 2008 Autor: Anonym Kommentare: 0

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Beschreibung:

Wir helfen anderen ist das Thema dieses Unterrichtsentwurfs. Die SchülerInnen sollen anhand der Geschichte der beiden Handpuppen Max und Moritz konkrete Hilfsmöglichkeiten für den Alltag gegenüber anderen Menschen herausarbeiten. Anderen Menschen helfen bedeutet unter anderem ihnen eine Freude zu machen oder ihnen etwas Gutes zu tun. Durchgeführt in einer 2. Klasse.


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Wir helfen anderen


Wir helfen anderen

Inhalt:

1. Gliederung der Unterrichtseinheit

2. Unterrichtsziele

3. Zur Situation der Lerngruppe

4. Sachanalyse

5. Didaktische und methodische Vorüberlegungen

6. Literaturangaben

7. Verlaufsplanung

8. Anhang

1. Gliederung der Unterrichtseinheit

Thema der Einheit:

Die Anderen sind mir wichtig

Einzelthemen:

1. Not und Elend - Hilfe und Hoffnung
2. Geschichte „Nur einen Pullover"
3. Hunger und Durst
4./5. Elisabeth von Thüringen
6. Jesus sagt...
7./8. Jesus und der Gelähmte
9. SOS - Kinderdorf
10. Wir helfen anderen
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2. Unterrichtsziele

Groblernziel:
Die Schüler sollen sich aktiv mit „Hilfe" befassen.

Feinlernziele:
1.) Die Schüler sollen sich zu vorgegebenen Situationen mit konkreten Hilfsmöglichkeiten auseinandersetzen.
2.) Die Schüler sollen die gefundene Hilfe verbalisieren und nach Möglichkeit aufschreiben.
3.) Die Schüler sollen versuchen, die ihnen vorgegebene Situation und die von ihnen überlegten Maßnahmen in einem Rollenspiel darzustellen.
4.) Die Schüler sollen die von den Mitschülern dargestellte Situation und die überlegten Maßnahmen erkennen und benennen können.

Längerfristige Lernziele:
a) Die Schüler sollen erarbeitete Hilfsmöglichkeiten verinnerlichen, damit sie sie auch in zukünftigen Situationen anwenden bzw. auf andere Situationen übertragen können.
b) Die Schüler sollen lernen, in Gruppen zusammenzuarbeiten.
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3. Zur Situation der Lerngruppe

Seit Mitte Mai unterrichte ich in der 2. Klasse das Fach Evangelische Religion mit wöchentlich 1 Stunde. Zudem hospitiere ich in der Klasse wöchentlich 2 Stunden im Fach Deutsch. Die Kinder haben mich von Anfang an als Fachlehrerin und Ansprechpartnerin akzeptiert.
Die Klasse setzt sich aus 8 Mädchen und 11 Jungen zusammen. Ein Mädchen ist jedoch katholisch und nimmt deshalb nicht am evangelischen Religionsunterricht teil. Die Klassengemeinschaft kann man als gut bezeichnen. Die Kinder handeln kameradschaftlich, sind weitgehend hilfsbereit und diskutieren über Ungerechtigkeiten, um sie zu verändern. Allerdings ist die Klasse sehr lebhaft, so dass es oft sehr schnell unruhig wird. Man muss die Kinder mehrfach zur Ruhe ermahnen. Das mit der Klassenlehrerin Frau K vereinbarte Ruhezeichen (eine Triangel) zeigt in meiner Hand oft nur wenig Erfolg.
Das Arbeitsverhalten der Klasse ist sehr unterschiedlich. Leistungsmäßig findet man ein breites Mittelfeld vor. Es gibt nur wenige Spitzenschüler; H ist mit Abstand die beste. Zwei Schülerinnen (H, J) waren sogenannte „Kann-Kinder". Sie zeigen jedoch keinerlei Auffälligkeiten, d.h. sie arbeiten gut und ohne Schwierigkeiten mit. Zwei Schüler (K, Y) sind intelligent, aber extrem langsam, was z.B. das Bearbeiten von Arbeitsblättern angeht (schreiben, malen, etc.). Kim bemüht sich jedoch, sich aktiv am Unterrichtsgeschehen zu beteiligen. J wiederholt die zweite Klasse erfolgreich. F war in einem sprachheilpädagogischen Kindergarten und hätte eigentlich zur Moorkämpe-Schule (integrative Sprachheilschule) gehen sollen. Er wurde jedoch auf Wunsch der Eltern aufgrund des sozialen Umfeldes in Wendschott eingeschult. Er ist auffällig still, wurde aber gut in die Klassengemeinschaft integriert. S ist sehr unruhig mit Tendenzen zur Hyperaktivität. Auch die Zwillinge T und N sind sehr unruhig und unkonzentriert. Häufig haben sie ihr Verhalten nicht unter Kontrolle. Beide sind intelligent, aber ihr Arbeitsverhalten ist als schlecht zu bezeichnen. J und M sitzen nebeneinander und lenken sich gerne gegenseitig ab. Dieses Phänomen trifft auch auf andere Kinder zu, ist aber speziell bei diesen beiden zu beobachten.
Die Kinder kennen Partnerarbeit, jedoch an Gruppenarbeit sind sie bisher noch nicht gewöhnt.
In meinen Augen haben die Schüler Spass am Fach Religion. Wenn eine Geschichte erzählt wird, hören sie meist aufmerksam zu. Sie singen gerne und erzählen mit Begeisterung von eigenen Erlebnissen, die mehr oder weniger zum Thema passen. Die meisten Kinder sind leicht zu motivieren, sich aktiv am Unterricht zu beteiligen.
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4. Sachanalyse

Das Thema „Helfen" ist ein zentraler Punkt der christlichen Nächstenliebe. In der Bibel steht geschrieben: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!" (Lev 19, 18; Mt 19, 19). Jesus hat diese Nächstenliebe uneingeschränkt praktiziert. Er sah in ihr die Haltung, die jeder Mensch einem anderen entgegenzubringen hat. Weiter noch: Er setzt das Gebot der Nächstenliebe mit dem der Gottesliebe gleich, das heißt die Gottesliebe bewährt sich in der Nächstenliebe. Zugleich steht es über anderen Gesetzen, zum Beispiel über dem Sabbatgebot. Das bedeutet, dass wann immer sich eine Notsituation ergibt, ist man zur Hilfe verpflichtet, auch wenn man dadurch gegen andere Regeln verstößt. Man soll sich also durch nichts und niemanden davon abhalten lassen, seinem Nächsten etwas Gutes zu tun.
Der Nächste ist dabei nicht immer nur jemand aus der Verwandtschaft oder dem Freundeskreis. Die Bibel bezeichnet jeden Menschen, dem man begegnet, als Nächsten. Dies schließt also auch Menschen mit ein, die man nicht besonders mag oder die man nicht einmal kennt. Jesus hat sich besonders den Menschen sozialer Randgruppen angenommen, zum Beispiel den Armen, den Kranken oder den Gefangenen. Auch wir sollen uns um die Bedürftigen kümmern, auch wenn es manchmal große Überwindung kostet. Wir sollen lernen, den anderen Wichtig zu nehmen.
In der Stunde werden den Kindern einige Situationen vorgegeben, in denen sie die „Not" erkennen sollen und dementsprechend im Sinne der Nächstenliebe Handlungsvorschläge machen sollen (vgl. Anhang): Was können wir tun, um zu helfen? Dabei ist Hilfe ein weitgefasster Begriff. In manchen Situationen kann Hilfe verbal erfolgen, zum Beispiel in Form eines einfachen Gespräches oder tröstenden Worten. In anderen Situationen ist aktive Hilfe gefragt, zum Beispiel eine Wunde versorgen, bestimmte Dinge erledigen (einkaufen, saubermachen,...), sich um andere Helfer bemühen, etc. Manchmal bedeutet es auch schon Hilfe, wenn man einfach nur für jemanden da ist und Zeit mit ihm verbringt, zum Beispiel den Sorgen, Ängsten und Problemen zuhört. Hilfe kann sehr vielfältig sein. Oft empfindet man bestimmte Handlungen nicht unbedingt als helfend, häufig ist man sich nicht einmal bewusst, dass man geholfen hat. Es gibt jedoch auch Situationen, in denen es offensichtlich ist, wie man helfen kann.
Den Begriff „Helfen" kann man auch umschreiben als
• jemandem etwas Gutes tun,
• jemandem eine Freude bereiten.
In diesem Sinne sollen sich die Schüler mit den vorgegebenen Situationen befassen.
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5. Didaktische und methodische Vorüberlegungen

Der Schwerpunkt der Stunde liegt darin, dass die Schüler zu den vorgegebenen Situationen Möglichkeiten finden sollen, wie man helfen bzw. etwas Gutes tun könnte. Die Kinder begegnen fast täglich Situationen, in denen „Hilfe" im weitesten Sinn angebracht ist: Schüler tun sich in der Pause weh, haben in manchen Fächern Probleme, haben bestimmte Dinge (z.B. Kleber, Schere, etc.) daheim vergessen, etc. Aber auch im privaten Umfeld treten solche Situationen auf. Daher ist das Thema „Helfen" gegenwärtig und auch in Zukunft für die Kinder relevant. Durch das bewusste Befassen mit Notsituationen wird bei den Kindern soziales Verhalten geübt, das sich im günstigsten Fall bei ihnen so stark einprägt, dass es jederzeit abrufbar ist bzw. unterbewusst in anderen Situationen angewendet wird. Dies ist aufgrund der Exemplarität der vorgegebenen Situationen durchaus denkbar. Alle Kinder lernen verschiedene Situationen und mögliche Maßnahmen kennen, wie man helfen oder Gutes tun kann. In der Präsentationsphase sieht man dann, ob die einzelnen Gruppen gute Ideen hatten und diese im Rollenspiel auch umsetzen können (Erweisbarkeit und Überprüfbarkeit).

Zu Beginn der Stunde werden die Kinder in einen Stuhlkreis gerufen. Zum Einstieg spielen wir kurz das Spiel „Obstsalat". Dabei bekommen die Kinder Klebestreifen mit Obstsymbolen angeheftet (Apfel, Birne, Banane, Orange), was zugleich auch schon die Einteilung für die spätere Gruppenarbeit beinhaltet. Ein Kind steht in der Mitte des Kreises und hat keinen Stuhl. Es nennt eine Obstsorte, und die Kinder der genannten Frucht müssen die Plätze tauschen. Das stuhllose Kind sucht sich ebenfalls einen freien Platz. Es bleibt wieder ein Kind in der Mitte stehen, das sich einen Platz suchen muss, und das Spiel beginnt von vorne.
Das Spiel dient - wie schon gesagt - zur Gruppeneinteilung, aber es soll für die Kinder auch noch die Gelegenheit darstellen, sich vor der Erarbeitungsphase zu bewegen. Im vorangegangenen Gespräch mit der Klasse wurde mir von den Schülern gesagt, dass sie in der vierten Stunde Probleme haben, sich auf den Unterricht zu konzentrieren und sich ruhig zu verhalten. Auf diese Weise sollen die Kinder noch überschüssige Energie abbauen. Es ist jedoch auch möglich, dass genau das Gegenteil eintritt und die Kinder durch das Spiel noch lebhafter und unruhiger werden. Ich hoffe jedoch, dass ich die Kinder durch die anschließende Geschichte der Handpuppen wieder „fangen" kann und sie motiviert zuhören werden. Da sich die Kinder während des Spiels neue Plätze suchen müssen, hoffe ich, dass sich bestimmte Sitzkombinationen auflösen und somit weitere Unruhe (z.B. durch Gespräche zwischen bestimmten befreundeten Kindern) abgewendet werden kann.
Die Einstiegsgeschichte der beiden Handpuppen Max und Moritz soll die Kinder motivieren und auf eine „Notsituation" hinweisen, die die Kinder möglicherweise kennen: Hunger, da das Pausenbrot vergessen wurde. Es soll die nötige Hilfe genannt werden: Etwas vom eigenen Frühstück abgeben. Zugleich wird den Kindern an einem Beispiel gezeigt, was sie in der Gruppenarbeit zu tun haben, nämlich zu überlegen, wie man helfen kann.
Darauf folgt die Erarbeitungsphase, die in etwa gleich lang mit der Präsentationsphase gehalten wird. In der Erarbeitung sollen die Schüler in 4er- bzw. 5er-Gruppen die jeweils vorgegebene Situation erlesen und dann gemeinsam etwa 3 bis 5 Möglichkeiten der Hilfe auf dem Arbeitsblatt notieren. Anschließend sollen sie versuchen, das Ganze im Rollenspiel darzustellen. Wenn die Gruppen damit fertig sind, sollen sie zurück in den Stuhlkreis kommen und nacheinander das Rollenspiel vorführen. Die übrigen Kinder sollen aufmerksam zusehen und versuchen zu erkennen, welche Situation und welche Maßnahmen gezeigt wurden. Somit haben sie eine Beobachtungsaufgabe und werden dazu angehalten, sich nicht mit anderen Dingen zu beschäftigen.
Falls noch Zeit bleiben sollte, könnten sich die Schüler selbst noch Situationen ausdenken, in denen Hilfe nötig ist. Als didaktische Reserve steht zusätzlich noch ein Lied bereit, das mit den Kindern gesungen werden kann.
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6. Literaturangaben

• Arndt, K., Guhr, S., Kwiran, M.: Gott sitzt nicht auf einer Wolke, 2. Schuljahr. Lehrerband. Stuttgart 1995.
• Grabner-Haider, Anton (Hrsg.): Praktisches Bibellexikon. Freiburg im Breisgau 1985, 8. Aufl.
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7. Verlaufsplanung

ZeitPhasegeplantes Lehrerverhalten
geplantes Schülerverhalten
Sozialform / MedienLernziele
10.50Begrüßung, Einteilung in GruppenBegrüßung.

L. bittet S. in den Stuhlkreis und verteilt Klebis mit Obstsymbolen, erklärt das Spiel.
S. kommen in den Stuhlkreis.

S. spielen „Obstsalat“.
Stuhlkreis, Bewegungsspiel
10.55EinstiegL. beendet Spiel, stellt den Kindern Max und Moritz vor.

L. erzählt mit Handpuppen eine Geschichte, sucht mit S. nach Hilfsmöglichkeiten.
S. hören zu, äußern spontane Ideen, wie man helfen könnte.Stuhlkreis

Handpuppen „Max und Moritz“
LZ 1.)
11.00ErarbeitungL. bespricht mit S. die Gruppenarbeit, schickt S. an die Tische und gibt Arbeitsaufträge aus.

L. steht während der Bearbeitung beratend und helfend zur Verfügung.
S. gehen an die Tische, bearbeiten Aufträge.Gruppenarbeit

Frage- und Antwortzettel
LZ 1.)
LZ 2.)
LZ 3.)
11.15PräsentationL. beendet Gruppenarbeit, bittet S. in den Stuhlkreis, leitet das Präsentationsgespräch.S. kommen in den Stuhlkreis, stellen ihre Arbeit vor, Rollenspiel. Die anderen S. versuchen die Situation und Hilfe zu benennen.Stuhlkreis

Frage- und Antwortzettel
LZ 3.)
LZ 4.)
11.35StundenendeL. beendet die Stunde.



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