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Jesu Worte als Leitmotiv für Elisabeth

Jesu Worte als Leitmotiv für Elisabeth
Unterrichtsentwurf
Datum: 16. September 2010 Autor: Samba15335 Kommentare: 3

Zusätzliche Informationen:

Land: Deutschland
Bundesland: Baden-Württemberg
Schulform: Grundschule
Klassenstufe: 4. Klasse
evangelische Religion

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Beschreibung:

Einheit: Elisabeth von Thüringen Jesu Worte als Leitmotiv für Elisabeth. Was kann ich tun - Elisabeth und Jesus als Vorbild.


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Jesu Worte als Leitmotiv für Elisabeth


Ausführlicher Unterrichtsentwurf

im Fach evangelische Religion

Name:

Schule:

Fach: evangelische Religion

Klasse: 4a/b (16 SchülerInnen)

Datum:

Uhrzeit:

Schulleiter:

Mentorin:

Lehrbeauftragter:

Thema der Unterrichtseinheit:

Elisabeth von Thüringen

Thema der Unterrichtssequenz:

Jesu Worte als Leitmotiv für Elisabeth

Inhaltsverzeichnis

1. Überlegungen zu den Lernvoraussetzungen

Äußere Bedingungen

Bedingungen der Lerngruppe

Regeln und Rituale

2. Didaktische Überlegungen

2.1 Begründung und Eingrenzung des Themas

2.2 Verortung der Unterrichtssequenz im Unterrichtsverlauf

der Klasse und im Bildungsplan

2.3 Kompetenzerwerb

2.4 Stundenziele

3. Sachanalyse

3.1 Elisabeth von Thüringen – eine Kurzbiographie

3.2 Das Leben im Mittelalter

3.3 Wichtige Stationen und prägende Personen in Elisabeths Leben

3.4 Elisabeths Leitmotiv Mt 25,35+36,40

4. Methodische Überlegungen

4.1 Begrüßung, Ritual und Einstieg

4.2 Erarbeitung 1

4.3 Erarbeitung 2

4.4 Übertragung

4.5 Abschluss

5. Verlaufsplanung

6. Literaturliste

7. Anhang

1. Überlegungen zu den Lernvoraussetzungen

Äußere Bedingungen

Bedingungen der Lerngruppe

1.3 Rituale und Regeln

die SchülerInnen treffen sich zu Beginn der Stunde im Stuhlkreis.

Zwei Kinder, die bereits in der Pause ins Klassenzimmer kommen, legen die

Liederbücher aus

gemeinsames Singen eines Liedes

Beten eines Psalms oder Durchreichen des „Betsteines“

Zurückgeben der Liederbücher im Kreis – zwei Schüler sammeln ein

Gemeinsames auswendig gelerntes Gebet mit Handbewegungen

(Wende alles, Herr, zum Besten)

bei verbleibender Zeit: Stehkreis am Ende der Stunde – ziehen eines „Segenloses“

Handzeichen = Ruhezeichen

Anschauen, anstupsen = Signale zur Ruhe

2. Didaktische Analyse

2.1 Begründung und Eingrenzung des Themas

Der evangelische Religionsunterricht soll Kinder und Jugendliche bei ihrer Suche nach Orientierung und Lebenssinn begleiten – ein altersgerechter Zusammenhang zwischen Glaube und Leben soll dargestellt werden. Das Thema „Elisabeth von Thüringen“ ermöglicht den Kindern eine Orientierungshilfe und eine Hilfe zur Gestaltung ihres Lebens. Hier kann Glauben als Einstellung und Haltung konkret an einer Person kennen gelernt werden. Durch Elisabeths Leben, ihren festen Glauben und ihrer daraus entstehenden Aufopferung für Arme und Kranke soll die soziale Verantwortung der Kinder geschult werden. An dieser Geschichte lernen die Kinder die soziale Ungerechtigkeit und Not zu sehen und zu erkennen, dass Jesu Liebe sich in der Liebe und Mitgefühl und der Verantwortung für unsere Mitmenschen widerspiegelt.

Das Thema spricht sowohl die Mädchen, als auch die Jungen an, da momentan parallel zum Religionsunterricht in MNK das Thema Mittelalter behandelt wird. Die Kinder haben somit einiges an Vorwissen und freuen sich, dieses im Religionsunterricht mit einbringen zu können. So sind auch die Verhältnisse im Mittelalter zwischen arm und reich den Kindern bekannt.

Die Jungen haben großes Interesse an der Welt der Burgen und Ritter und können sich auch mit Ludwig, (Elisabeths Mann, der sie tatkräftig unterstützt) identifizieren. Die Mädchen orientieren und identifizieren sich gerne mit der jungen Elisabeth.

Elisabeths Leben wird natürlich nur auf die wesentlichen Fakten reduziert: ihre frühen Jahre in Ungarn, ihre Verlobung und ihr Aufwachsen in Deutschland, ihre Hochzeit mit Landgraf Ludwig, ihre große Barmherzigkeit und Aufopferung für die Armen und Kranken, ihr Leitmotiv (Jesu Worte), das Rosenwunder, ihr Weggehen von der Wartburg nach Ludwigs Tod, die Gründung von Krankenhäusern und ihr Tod. Die politischen Hintergründe oder der Einfluss des Konrads von Marburg werden aus Verständnisgründen weggelassen. Den Kinder soll durch diese Einheit bewusst werden, was es bedeutet Abschied nehmen zu müssen, anders zu sein als andere und anders zu handeln als erwartet. Sie sollen verstehen, wie revolutionär und wegweisend Elisabeth gehandelt hat und wie sehr Elisabeth nach Jesu Worten gelebt hat. Das Thema „Heilige“ wird hier nicht weiter thematisiert, da dies Schwerpunkt des katholischen Religionsunterrichts ist und nicht für die Aussage und Bedeutung des Themas relevant erscheint.

Die in der geplanten Stunde verwendete Bibelstelle (Mt 25, 35+36,40) wird zum Teil vereinfacht und abgeändert. Um sie für die Schüler verständlicher zu machen werden die Wörter „der Geringsten“ weggelassen, bedeutend ist in diesem Fall nur „Brüder und Schwestern“. Der Satz „Ich war nackt,...“ wir ersetzt durch „Ich war in Lumpen gehüllt..“ um Gelächter und Unruhe zu vermeiden.

Besonders wichtig halte ich das Thema für diese Klasse, da es einige Probleme im Sozialverhalten der Gruppe gibt und an dieser Geschichte viel erarbeitet werden kann. Hier kann das Bewusstsein für soziale Gerechtigkeit und Haltung geweckt werden und darauf aufmerksam gemacht werden, wie Christen sich in besonderer Weise für andere einsetzen und einander helfen.

2.2 Verortung der Unterrichtssequenz im Unterrichtsverlauf der Klasse und im Bildungsplan

Die Unterrichtssequenz „Elisabeth von Thüringen“ ist die erste Berührung der Kinder mit dem Themenbereich “Vorbilder im Glauben“.

Bisher haben die Schüler die Geschichte Elisabeths von ihrer Geburt in Ungarn an, bis hin zur berühmten Geschichte der Hungersnot im Dorf und Elisabeths damit verbundenes mutiges Handeln erfahren. Zu jeder Station in Elisabeths Leben haben die Kinder Unterlagen (Bilder, Briefe, Texte, Puzzle..) erhalten, die sie in ihr Elisabethbüchlein, das gemeinsam in der Klasse erstellt wurde, abheften können. In der geplanten Stunde lernen die Kinder das Leitmotiv Elisabeths kennen. Elisabeth muss sich für ihr standesuntypisches Verhalten bei ihrem Schwager Heinrich rechtfertigen und verweist auf Jesu Worte. In den nächsten Stunde werden die Schüler die Geschichte über das Rosenwunder, Elisabeths Weggang von der Wartburg nach Ludwigs Tod, ihre Gründung eines Krankenhauses und ihren Tod erfahren. Am Ende der Einheit ist ein Besuch in einer caritativen Einrichtung oder eine Hilfsaktion geplant.

Die Schüler sind also bereits mit dem Thema Abschied und den damit empfunden Gefühlen vertraut. Zwei der SchülerInnen sind erst vor einiger Zeit in die Gegend gezogen und kennen die Bedeutung eines Abschieds genau. In diesem Zusammenhang wurde bereits auch Elisabeths Vertrauen auf Gott thematisiert. Die SchülerInnen haben zunächst gemeinsam erarbeitet, was es bedeutet seiner Familie oder Freunden zu vertrauen und dies dann auf das Vertrauen auf Gott übertragen. Dies war mir zu Anfang der Unterrichtseinheit besonders wichtig, da sich Elisabeths Vertrauen und die damit verbundene Lebensweise durch die ganze Geschichte zieht und besonders in der geplanten Stunde elementar ist. Durch die Geschichte über die Hungersnot im Dorf und Elisabeths Entscheidung, alle höfischen Getreidelager für die Armen zu öffnen haben die Kinder erkannt, was es bedeutet wirklich hilfsbereit zu sein. Das Thema Armut wurde, wie bereits oben erwähnt, auch beim Thema Mittelalter in MNK thematisiert, zudem sind die Kinder durch das Erdbeben in Haiti dafür sensibilisiert. Die Bedeutung von wirklicher Hilfsbereitschaft (Aufgeben von eigenem Wohlstand, sich selbst „arm machen“) war den Kindern jedoch fremd und wurde in der vorherigen Stunde thematisiert.

Im Bildungsplan für den evangelischen Religionsunterricht an der Grundschule für die Klassen 3/4 ist die Unterrichtseinheit im Themenfeld „Jesus Christus setzt Zeichen – Gottes Neue Welt“ (Menschen lassen sich durch Jesus Christus in die Nachfolge rufen, wie Elisabeth von Thüringen, die ihr Handeln von Jesus Christus bestimmen lässt) verankert. Zum Teil ist das Thema auch im Themenfeld „Gott befreit und geht mit: Gott gibt Ordnungen für ein gelingendes Leben“ zu finden.

2.3 Kompetenzen

Schüler und Schülerinnen können

Zeugnisse früherer und heutiger Generationen verstehen und auf die Gegenwart und Zukunft hin auslegen (Hermeneutische Kompetenz)

ethische Probleme identifizieren, analysieren und Handlungsalternativen aufzeigen, eigene Urteile begründen und auf dieser Grundlage verantwortlich handeln (Ethische Kompetenz)

eigene Erfahrungen und Vorstellungen verständlich machen und gemeinsam nach Handlungsmöglichkeiten suchen (Kommunikative Kompetenz)

mit anderen rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst umzugehen, für andere, insbesondere Schwache, eintreten (soziale Kompetenz)

Schüler und Schülerinnen

kennen das Gebet als Möglichkeit, sich an Gott zu wenden und gestalten Schöpferlob, Freude, Dank und Bitte mit Liedern und Psalmversen (Dimension Mensch)

kennen einen biblischen Text, der zur Nächstenliebe auffordert (Dimension Welt und Verantwortung)

wissen, dass biblische Geschichten dazu helfen, das eigene Leben zu verstehen und zu gestalten (Dimension Bibel)

2.4 Stundenziele

Die Schüler und Schülerinnen

sortieren sinngemäß einen Bibelvers aus Textteilen zusammen

erkennen, dass Elisabeths Handeln sich an biblischen Motiven orientiert (Jesu Worte)

deuten den Vers 40: Wer sind Jesu Brüder und Schwestern?

wissen, das Jesu Worte auch heute noch gelten

finden selbst Möglichkeiten/ Ideen Not zu sehen und selbst zu handeln

3. Sachanalyse

3.1 Elisabeth von Thüringen – Kurzbiographie

1207 Elisabeth wird als Tochter von König Andreas ||. Und Königen Gertrud am 07. Juli in Ungarn (Sárospatak) geboren

1211 mit vier Jahren wird Elisabeth mit dem Sohn (Hermann ||.)des Landgrafen von Thüringens verlobt und nach Deutschland (Eisenach) gebracht

1216 Heinrich stirbt

1217 Ludwig |V wird Landgraf

1221 Hochzeit von Elisabeth und Ludwig

1222 Geburt des gemeinsamen Sohnes Hermann ||.

1223 Elisabeth und Ludwig gründen gemeinsam ein Hospital in Gotha

1224 Geburt der gemeinsamen Tochter Sophie

1226 Ludwig legt das Kreuzzuggelübde ab. Elisabeth verteilt während einer Hungersnot in seiner Abwesenheit Vorräte aus den fürstlichen Scheunen für die Bevölkerung.

Elisabeth erwählt sich Konrad von Marburg als Beichtvater

1227 Ludwig stirbt auf dem Kreuzzug

Geburt des dritten gemeinsamen Kindes Gertrud

Elisabeth flüchtet von der Wartburg

1228 Elisabeth entsagt sich allem weltlichen Wohlstand und siedelt nach Marburg über. Sie gründet mit ihrem Witwenanteil das Franziskushospital in Marburg und arbeitet dort als Pflegerin

1231 Elisabeth stirbt am 17. November und wird in Marburg begraben

1232 Elisabeths Grab wird zu einem bekannten Wallfahrtsort

1235 Elisabeth wird durch Papst Gregor |X heilig gesprochen

1236 Elisabeths Überreste werden in einen prächtigen Schrein überführt

1283 Am 01.Mai wird die Elisabethkirche in Marburg geweiht

3.2 Das Leben im Mittelalter

Elisabeth lebte zur Zeit des sogenannten Hochmittelalters (Anfang 10. Jahrhundert bis ca. 1250). Diese Epoche war die Hochzeit des Rittertums, dass sich in Folge der Kreuzzüge zum damaligen Zeitpunkt neu definierte.

Großer Reichtum stand im Gegensatz zu bitterster Armut, gezeichnet von unzähligen Hungersnöten. Die höfische Umwelt, in der Elisabeth aufwächst, pflegt in gedankenloser Verschwendungssucht, ausschweifendem Lebensstil und ritualisierter Selbstdarstellung um sich selbst zu kreisen.

Caritative Bewegungen, wie Elisabeth sie lebte, gab es so gut wie überhaupt nicht.

3.3 Wichtige Stationen und prägende Personen in Elisabeths Leben

Im Jahre 1207 wird Elisabeth in Nordungarn geboren und bereits mit vier Jahren zum Objekt politischen Handelns. Ungarn und Thüringen suchen nähere Beziehungen zueinander, dies ist Grund genug einer der üblichen Dynastie-Ehe zu planen. Somit wird die ungarische Königstochter nach Deutschland gebracht und wächst in der Familie ihres zukünftigen Ehemannes auf. Die Landgräfin Sophie erzieht sie nach dortiger Sitte, was schon bald zu Konflikten führt. Elisabeth spielt gerne mit ihren Dienerinnen, reitet auf ungestümen Pferden, betet stundenlang und hält sich nicht an die dort herrschenden Regeln. So legt sie zum Beispiel in der Kirche grundsätzlich ihre Krone und allen Schmuck, angesichts des mit einer Dornenkrone bestückten und nackten Jesus, ab. Mit ihrem schon im kindlichen Alter sehr ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn lehnt sich sie gegen die übliche Missachtung und Unterdrückung des Volkes auf. Lediglich Ritter Walther freut sich an dem lebhaften, so standesuntypischen Kind.

Nachdem Elisabeths Verlobter Hermann 1216 stirbt, heiratet sie im Alter von 13 Jahren Ludwig. Die Ehe der beiden wird als glücklich und voller Vertrauen beschrieben. Ludwig lässt sie ihre Wege gehen und steht auch dann zu ihr, wenn sie unkonventionelle Wege geht. Elisabeth befasst sich zunehmend mit dem Elend der Armen und Kranken und pflegt sie liebevoll. Sie begnügt sich nicht damit, ein Almosen zu spenden, sondern nimmt sich der Armen und Kranken in ihrer Not tatkräftig an. Der Impuls, sich den Schattenseiten der gesellschaftlichen Verhältnisse zuzuwenden, stammt wohl von ihrem Beichtvater Konrad von Marburg. Er spielt in ihrem Leben eine wesentliche Rolle, die zum Teil sehr rätselhaft, zwielichtig und widersprüchlich erscheint. Konrad lässt keine abweichenden Meinungen zu und fordert in allen Dingen Gehorsam. Die unerbittliche Strenge Konrad scheint mehr eine Prüfung als eine seelische Stütze für Elisabeths Leben gewesen zu sein.

Als Elisabeths Mann bei einem Kreuzzug stirbt, wird aus der schon lang unterschwelligen Abneigung Elisabeths bei Hofe eine nun deutliche Aggression. Mitsamt ihren Kindern verlässt Elisabeth schließlich die Wartburg. Nach der Gründung eines Hospitals mittels ihres Witwengeldes wählt Elisabeth ein Leben in völliger persönlicher Armut und Entsagung und gibt sogar ihre Kinder in fremde Obhut. Ohne Rücksicht auf ihre schwindenden Kräfte widmet sich Elisabeth ganz der Pflegearbeit, bevor sie 1231 mit 24 Jahren völlig entkräftet im Beisein ihrer Mitschwestern stirbt.

Heute tragen hunderte von Kirchen, viele Ordens- und Krankenhäuser und Einrichtungen der Diakonie den Namen der Heiligen Elisabeth.

3.4 Elisabeths Leitmotiv: Mt 25, 35+36, 40

„Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich war durstig, und ihr gabt mir zu trinken. Ich war ein Fremder, und ihr habt mich in euer Haus eingeladen. Ich war nackt, und ihr habt mich bekleidet. Ich war krank, und ihr habt mich gepflegt. Ich war im Gefängnis und ihr habt mich besucht. Ich versichere euch: Was ihr bei einem der Geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan.“

Elisabeths Leitmotiv stammt aus dem neuen Testament und findet sich in Matthäus 25 wieder. In Matthäus 25. 31-46 erzählt Jesus in Form eines Gleichnisses über das Endgericht. Hier wird verdeutlicht, dass Gott die Christen, die ihm gehorsam nachfolgen, von den Menschen trennt, die nur fromm tun oder ungläubig sind. Es wird hervorgehoben, dass das Echtheitssiegel unseres Glaubens die Art ist, wie wir handeln. Was wir für andere tun, offenbart unsere wahre Einstellung. Jesus benutzt in diesem Gleichnis Schafe und Ziegen als Bild für die Trennung von Gläubigen und Ungläubigen. Dieses Gleichnis beschreibt Gesten der Barmherzigkeit, die wir alltäglich tun können. Solche Gesten erfordern weder Reichtum, noch besondere Fähigkeiten – sie erfordern schlichte Gesten, die frei gegeben und frei angenommen werden. Jesus verlangt, dass wir uns persönlich engagieren, um den Nöten anderer abzuhelfen (vergleiche auch Jesaja 58, 7).

Über die Identität der ist viel diskutiert worden. Einige sagen, es sind die Juden, andere meinen, es handle sich dabei um alle Christen und andere wiederum glauben, dass alle leidenden Menschen damit gemeint sind. Aber wer ist den nun mein Nächster ( vgl. Lukas 10, 29-37)? Der Kern des Gleichnisses ist nicht das WER, sondern das WAS – es ist wichtig dort zu dienen, wo Dienst gebraucht wird. Das Gleichnis lehrt uns vor allem, dass wir jeden Menschen lieben und ihm, wenn wir können, auch dienen sollen. Eine solche Nächstenliebe ehrt Gott, indem sie unsere Liebe zu ihm wiederspiegelt.

4. Methodische Überlegungen

4.1 Begrüßung, Ritual und Einstieg

(Die kursiv gedruckten Textteile bieten Kommentare und Alternativen zu den geplanten Unterrichtsschritten.)

Die Sequenz beginnt damit, dass ich die Schüler im Stuhlkreis versammle, anschließend begrüße und die heutigen Gäste vorstelle. Im Anschluss singen wir gemeinsam das zu Beginn der Unterrichtseinheit neu erlernte Lied „Halte zu mir, guter Gott“. Anschließend wird das Gebet „ Wende alles, Herr, zum Besten“ mit Handbewegungen gebetet. Das Treffen im Stuhlkreis mit der gemeinsam erstellten Kerze in der Mitte des Kreises, das gemeinsame Singen eines Liedes und ein Gebet, sind festes Ritual in der Klasse. Im Normalfall wird noch ein Psalm gesprochen, oder ein „Gebetsstein“ durchgereicht. Dies findet aufgrund der langen Erarbeitungszeit in dieser Stunde zeitlich keinen Platz. Durch einen stummen Impuls werden die Kinder zum kurzen Wiederholen der letzte Stunde angeregt. Daraufhin knüpfe ich mit einer Erzählung an und leite so zu den Worten Jesu als Elisabeths Leitmotiv über. Jesu Worte werden von mir jedoch nicht preisgeben - so wird eine Spannung und die Motivation der Kinder aufgebaut, da die Kinder selbst die Worte Jesu erarbeiten dürfen.

4.2 Erarbeitung 1

Die Kinder begeben sich in den Kinositz, mit dem Blick zur Tafel. Der Kinositz (mit Teppichfliesen) wurde von mir bereits vor der Stunde aufgebaut, das Klassenzimmer hat dafür genügend Platz zur Verfügung. So kann Zeit gespart und Unruhe vermieden werden, da die Schüler mit dieser Form noch zu wenig vertraut sind. Immer zwei der Schüler dürfen nun an der Tafel ein Textpaar auswählen und geordnet anheftet. So sind alle Schüler aktiv und aufmerksam. Ich werde die Reihenfolge der Textteile nicht korrigieren, da dies nicht wesentlich für die Erarbeitung und das Verständnis ist. Diese Arbeit wäre auch im Stuhlkreis denkbar: alle Kindern bekämen einen Textteil in die Hand und müssten sich daraufhin selbstständig ordnen. Allerdings müsste hier mit Konflikten und Unruhe gerechnet werden und ein gemeinsame Lesen der kompletten Textes wäre zu schwierig. Wenn alle Textkarten geordnet wurden, liest die Klasse gemeinsam den vollständigen Text zusammen.

4.3 Erarbeitung 2

Durch die Hervorhebung der Wörter werden die Schüler zu Vermutungen über die Bedeutungen der Begriffe angeregt. Gegebenenfalls werden gezielt Fragen dazu gestellt, wer mit Brüder und Schwester gemeint ist. Als stummer Impuls dürfen in diesem Zusammenhang einzelne Schüler Bilder von Menschen aus Jesu Zeit, aus Elisabeths und aus der heutigen Zeit an die Tafel heften. Hieran wird das Zentrale der Aussage Jesu herausgearbeitet. Die Kinder sehen, dass diese Aufforderung Jesu für alle Menschen, zu jeder Zeit gilt. Die ausgewählten Bilder und Fotos sind so neutral wie möglich gewählt, um nicht vom eigentlichen Thema abzulenken. Das Klassenfoto wird bewusst miteinbezogen, um die Schüler noch persönlicher anzusprechen.

Diese Erarbeitung wäre auch in Expertengruppen (Jesu Worte galten für die Menschen zu seiner Zeit / für Elisabeth und ihre Zeit/ für uns heute) mit anschließender Präsentation und gemeinsamer Besprechung denkbar gewesen. Dies ist jedoch aufgrund der mangelnden Fähigkeit und Bereitschaft zur Gruppenarbeit in dieser Klasse nicht möglich, und so muss in der Erarbeitung eine weniger handlungsaktiven Phase in Kauf genommen werden.

4.4 Übertragung

Die Schüler arbeiten immer zu zweit an einem Plakat. An diesem soll erarbeitet werden, was sie selbst hören, sehen, fühlen und tun können, um die Not anderer zu sehen und zu helfen. Dieses wird bei verbleibender Zeit an die Pinnwand geheftet, gemeinsam betrachtet und besprochen. Sollte keine Zeit dafür bleiben, wird dies auf jeden Fall in der nächsten Stunde aufgegriffen. Die Arbeit am Plakat lässt die Schüler wieder selbst aktiv werden und ist so ein Ausgleich zur vorangegangen Phase.

Das Plakat beinhaltet selbst eine Differenzierung, sowohl quantitativ, als auch qualitativ. Besonders leistungsstarke oder schnelle Kinder können anspruchsvollere oder eine größere Anzahl von Ideen einbringen. Zur weiteren Differenzierung werden verschiedene Angebote an der Lerntheke für die Gestaltung des Elisabethbüchleins ausgelegt. Durch die Arbeit am Plakat werden die Kinder aufgefordert sich darüber klar zu werden, was es bedeutet, wie Elisabeth zu leben: Handeln und Leben nach den Worten Jesu.

4.5 Abschluss

Zum Abschluss der Stunde bitte ich die Schüler noch in den Stehkreis in den hinteren Bereich des Klassenzimmers. Ein Schüler darf nun ein Los ziehen und liest den darauf geschrieben Segen der Klasse laut vor. Anschließend verabschiede ich die Schüler und entlasse sie aus der Stunde.

Laurin wird pünktlich um 12Uhr aus der Stunde entlassen, da er zu seiner Nachmittagsbetreuung muss und den Bus nicht verpassen darf.

5. Verlaufsplanung

6. Literaturliste

Arbeitshilfe Religion, Grundschule 3. Schuljahr (1997). Stuttgart: Calwer Verlag

Bottermann-Broij, M. (2002): Die Geschichte der Heiligen Elisabeth den Kindern erzählt. Kevelear: Butzon und Bercker

Döpp, H./ Teschke, B. / Reisop-Nilges, U. / Boos, C. / Lang, M (2006) in

Zeitschrift Entwurf 2, 2006 : „Heilige“ – konfessionell kooperativ

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (2004): Bildungsplan Grundschule

Müller, R. (1995): Soviel Liebe fasst ein Leben – Elisabeth von Thüringen. Freiburg/Basel/Wien: Herder Verlag

Von Magyary, J. (2007) in der Zeitschrift Grundschule Religion 20/2007:

Heilige der Nächstenliebe – Elisabeth von Thüringen und das Rosenwunder

SCM R.Brockhaus (Bibelkommentar, Texte von James C. Galvin) (2009): Begegnungen fürs Leben. Witten: SCM-Verlag GmbH & Co. KG

Internet:

www.rpi-virtuell.de

http://www.heiligenlexikon.de/BiographienE/Elisabeth_von_Thueringen.htm



Kommentare (3)


Punkte von admin am 05. Mai 2011 0

Hallo,
auf schule-ratgeber.de werden für einen Download keine Punkte abgezogen!

Viele Grüße,
Stephan

Verlaufsplanung fehlt, schade! von DianaS am 30. April 2011 0

Die Beschreibung der Stunde hört sich gut an, aber das Wesentliche fehlt leider: die im Inhaltsverzeichnis aufgelistete Verlaufsplanung sowie die Materialien zur Stunde. Schade!
(Vor allem habe ich so viele Punkte verschenkt...)

Sehr gut von Reli am 18. September 2010 1

Als franziskanisch denkender und lebender Mensch hat mich das Stundenbild sofort angesprochen. Elisabeth wird sehr gut dargestellt und auch ein deutlicher Kontex zu ihrer Umwelt präsentiert.
Die Präsentation des Themas ist gelungen und wirklich kindgerecht aufbereitet.
Es wird sehr genau dargestellt, warum Elisabeth sich an Jesu Worten orientierte und wie sich das auf ihr weiteres Leben auswirkte.
DANKE!

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