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Wir schreiben erste Wörter mithilfe unserer Anlauttabelle
Datum: 08. Februar 2009 Kommentare: 0
Zusätzliche Informationen:
Beschreibung:
In dieser Unterrichtsstunde sollen die SchülerInnen durch vielfältige Schreibanlässe in ihrer Schreibfähigkeit und Schreibmotivation gefördert werden. Durchgeführt in einer 1. Klasse.

Wir schreiben erste Wörter mithilfe unserer Anlauttabelle
Wir schreiben erste Wörter mithilfe unserer Anlauttabelle
Ziel der Unterrichtseinheit:
Thema der Unterrichtsstunde:
Ziel der Unterrichtsstunde:
Überblick über die Unterrichtseinheit:
Didaktischer Schwerpunkt:
Verlaufsplan
Literaturverzeichnis
Ziel der Unterrichtseinheit:
Die SuS sollen durch eine Schaffung von vielfältigen Schreibanlässen in ihrer Schreibfähigkeit und Schreibmotivation gefördert werden. Darüber hinaus soll den SuS eine Funktion von Sprache, etwas schriftlich festzuhalten, bewusst werden.
Das Thema der geplanten Unterrichtseinheit fällt im Lehrplan Deutsch unter den Themenbereich 2.2 „Schreiben", wobei hauptsächlich die Schwerpunkte „Über Schreibfertigkeiten verfügen" und „Wichtige Fähigkeiten und Kenntnisse im Rechtschreiben auf der Laut- Buchstaben- Ebene" abgehandelt werden.[1]
Thema der Unterrichtsstunde:
„Wir legen ein Erinnerungsbuch für den Klassenhasen Paolo an."
Ziel der Unterrichtsstunde:
Die Lerngruppe soll durch das Erzählen, Lautieren, Schreiben und Malen zu Fotos als Gesprächs- und Schreibanlass, sowohl in ihrem mündlichen Sprachgebrauch, in ihrer „phonologischen Bewusstheit" [2] , als auch in ihrer Schreibmotivation und Schreibfähigkeit gefördert werden.
Überblick über die Unterrichtseinheit:
1. Sequenz: „Wir üben mit unserer Anlauttabelle Wörter auf ihre lautlichen Bestandteile abzuhören" - Übungen zur Einsicht in die Lautstruktur der Sprache sowie in die Laut-Buchstaben-Entsprechung der Alphabetschrift.
2. Sequenz: „Wir schreiben mithilfe unserer Anlauttabelle erste wichtige Wörter über unsere Erlebnisse am Wochenende" - Einführender Schreibanlass zum Thema Wochenende zur Förderung der Schreibfähigkeit und als erste Erkenntnis einer Funktion von Sprache, etwas zur Erinnerung festzuhalten.
3. Sequenz: „Wir legen ein Erinnerungsbuch für den Klassenhasen Paolo an" - Erzählen, Lautieren, Schreiben und Malen zu Fotos als Schreibanlass zur Vertiefung der Erkenntnis der Funktion von Sprache und zur Förderung der Schreibmotivation und Schreibfähigkeit.
4. Sequenz: „Wir stellen unsere Einträge aus Paolos Erinnerungsbuch vor"- Präsentation der ersten Einträge zur Verdeutlichung der Funktion von Sprache, etwas mit Texten zur Erinnerung festzuhalten.
Didaktischer Schwerpunkt:
Der heutige Schwerpunkt der Stunde liegt darin, dass die SuS die ersten Seiten eines Erinnerungsbuches von ihrem Klassenhasen Paolo mit Bild und Wort gestalten. Sie erzählen und malen zu Fotos, lautieren und schreiben Wörter oder erste kurze Sätze dazu. Der Forderung des Lehrplans entsprechend, „sprachliches Lernen, insbesondere Lesen - und Schreibenlernen, bedarf herausfordernder, bedeutsamer und lebensnaher Situationen" [3] , schreiben und gestalten die Kinder Seiten eines Buches, das zur Erinnerung an Paolos Erlebnisse mit der Klasse und einzelnen Kindern im Klassenzimmer aufbewahrt wird und immer wieder gelesen werden kann. So kommen die SuS zu der Erkenntnis, dass eine wichtige Funktion der Sprache das Festhalten von Erlebnissen durch Texte ist.
Ausgehend von diesem Lerninhalt werden die Bereiche des mündlichen und schriftlichen Sprachhandelns berücksichtigt und in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht. Ziel ist es, Kinder zum bewussten Sprachhandeln zu ermutigen und damit die Freude am selbstständigen Umgang mit Sprache zu wecken und zu steigern [4]
Im Bereich des mündlichen Sprachgebrauchs wird in dieser Stunde der Schwerpunkt „Sprechen und Zuhören" gefördert. Dabei wird dem spontanen Mitteilungsbedürfnis der Kinder Rechnung getragen, indem sie zu Fotos erzählen dürfen, was Paolo alles am Wochenende erlebt haben könnte. Die SuS werden ebenfalls angehalten, Geschichten zu erfinden und den Geschichten anderer zuzuhören. Da es sich bei dieser Lerngruppe jedoch um Schulanfänger handelt, die erst einige Wochen die Schule besuchen, steht der Aufgabenschwerpunkt „Sprechen und Zuhören" im Vordergrund. Diese Phase des mündlichen Erprobens findet in der Hinführung statt.
Der Schwerpunkt der Unterrichtseinheit liegt im Bereich des schriftlichen Sprachhandelns. Vorrangiges Ziel ist es, in diesem Zusammenhang immer, Schreibmotivation aufzubauen und zu fördern. Die Kinder sollen Freude daran gewinnen, sich schriftlich zu äußern und „erfahren, dass sich durch Schreiben zusätzliche sprachliche Handlungsmöglichkeiten eröffnen."[5] Eine erste Anbahnung des Verständnisses für die Funktionen der Sprache soll stattfinden. Den Kindern fällt es leicht, sich mit Paolo, ihrem Klassenhasen zu identifizieren, schließlich verdankt er ihnen seinen Namen. Er ist seit dem ersten Schultag an, ein wichtiger Bestandteil ihres Schulalltags.
Paolo ist jeden Morgen im Erzählkreis präsent, schließlich ist er der Erzählhase. Mit ihm haben die SuS auch die Gesprächsregeln im Erzählkreis gelernt.
Das Endprodukt eines Erinnerungsbuches für Paolo macht für sie die Schreibsituation sinnvoll und spannend. Sie sollen erkennen, dass man mit Texten erzählen kann und etwas zur Erinnerung festhalten kann. Diese Schreibanlässe sollen die Kinder motivieren, langfristig eigenständig Erinnerungen aufzuschreiben.
In der Grundschule spielt der Aufbau einer „Schreib-Lese-Kultur" eine vorrangige Rolle.[6] In der heutigen Stunde findet die Schreibmotivation dadurch statt, dass die Kinder erste Beiträge für ein gemeinsames Erinnerungsbuch gestalten. Texte sind alle schriftsprachlichen Äußerungen vom Ein-Wort-Satz bis zu längeren Texten, aber auch „Bild-Wort-Kombinationen."[7] Deswegen bleibt es den Kindern überlassen, wie sie über das eine Pflichtwort hinaus ihre Seite gestalten.
Der Ansatz des freien und angeleiteten Schreibens als Schriftsprachproduktion nach Blumenstock/Renner beinhaltet in seinen grundlegenden Thesen u. a., „das Kontinuum zwischen Offenheit und Gebundenheit [...] voll auszuschöpfen."[8] Anders als bei völlig frei gehaltenen Schreibsituationen, in denen das Kind selbst über Zeitpunkt und Thema entscheiden kann, handelt es sich bei dem hier gewählten Schwerpunkt um eine mögliche Form des angeleiteten Schreibens [9] . Den SuS wird das Rahmenthema und die Intention des Textes vorgegeben. Da Buchstabenkenntnisse und Schreibmotorik im 1. Halbjahr des 1. Schuljahres bei den meisten Kindern noch in anfänglicher Entwicklung sind, ist es wichtig, Schreibfähigkeit überhaupt erst anzubahnen und kleine Erfolge zu ermöglichen. In diesem Stadium erachte ich es als sinnvoll, die Kinder beim Schreiben nicht völlig sich selbst zu überlassen; dies wäre für viele eine Überforderung und macht gezielte Unterstützung durch eine motivierende inhaltliche Anregung notwendig.[10]
Der ausgewählte Schreibanlass, das Schreiben und Malen zu Fotos von den Erlebnissen des Klassenhasen Paolo, stellt einen Reiz für eine eigenständige Auseinandersetzung bzw. Anbindung für das Schreiben eines Wortes/kurzer Sätze dar, die in eine langanhaltende positive Einstellung dem Schreiben gegenüber münden kann.
Das lautierende Schreiben eigener Wörter mit der Anlauttabelle stellt für Kinder einen komplexen und mühsamen Prozess dar: Sie überlegen, welches Wort sie schreiben wollen, müssen das Wort im Sinne des „Gummiband-Sprechens" gedehnt aussprechen, jeden Laut akustisch diskriminieren, das Bild mit dem entsprechenden Anlaut auf der Tabelle finden und das zugehörige Graphem abschreiben. Dann müssen sie überlegen, bis zu welcher Stelle das Wort geschrieben wurde, dieses lesen und entsprechend, den nächsten Laut verschriftlichen. Bereits die Lautanalyse ist schwer, da im natürlich gesprochenen Wort die einzelnen Laute nahtlos ineinander übergehen.[11] Da die Kinder zu diesem Zeitpunkt die vollständige Phonemanalyse noch nicht leisten können, werden drei Wörter, zu jedem Foto eines, gemeinsam lautiert. Dadurch wird das Vorgehen des lautierenden Schreibens für die SuS wieder in Erinnerung gerufen und dient als Vorbereitung für die nachfolgende Arbeitsphase. Zudem steht somit zu jedem Foto ein Wort zur Verfügung und kann ggf. von schwächeren SuS abgeschrieben werden. Um allen Kindern vom gegenwärtigen Stand ihrer Entwicklung individuelle Lernerfolge zu ermöglichen, wird ein Schreibanlass angeboten, der ein Schreiben auf unterschiedlichen Niveaus erlaubt. Wichtig ist, dass alle SuS sich zumindest anfänglich zutrauen, selbstständig zu lautieren und die gehörten Laute mit Hilfe der Anlauttabelle aufzuschreiben. Dennoch darf kein Kind zum Schreiben gezwungen werden. Sollten SuS kein Wort selbstständig schreiben, werde ich durch gemeinsames Lautieren eine Hilfestellung leisten. Die Verbindung von Schreiben und Malen wirken als Ausdrucksmittel zusammen. Das Malen entlastet oder ergänzt das Schreiben; insofern wirkt beides zusammen differenzierend.[12]
Die Klasse 1 setzt sich zusammen aus 12 Mädchen und 8 Jungen. Die Kinder sind bereits damit vertraut, sich zu Bildern zu äußern und Erlebtes zu erzählen. Ebenfalls haben sie schon Erlebtes in Bild und Schrift wie z.B. in einem Herbstferienheft festgehalten. Die SuS haben eine enge Bindung zu ihrem Klassenhasen Paolo und werden sehr motiviert sein, über sein Wochenende zu erzählen und zu schreiben.
In der Klasse wird mit dem Leseschule- Material gearbeitet, darüber hinaus werden aber auch andere Lehrmaterialien hinzu gezogen, wie z.B. eine Anlauttabelle aus der Medienwerkstatt [13] . Mit ihr erlernen die Kinder von Anfang an die Laut- Buchstaben- Zuordnung.
Die SuS haben eine eigene Anlauttabelle, die sie als alltägliches Werkzeug nutzen. Parallel dazu wird jede Woche ein Buchstabe der Woche neu eingeführt, wodurch die Kinder nun bereits das Ii, Ll, Aa, Nn .Oo, Uu, Ss, Tt und Mm intensiver kennen gelernt haben.
Im Verlauf der letzten Schulwochen wurde die Lerngruppe durch ganz verschiedenartige Schreibanlässe zum Schreiben motiviert. Dabei hat sich gezeigt, dass die Lernvoraussetzungen der Schulanfänger im Bezug auf das Lautieren, Schreiben und das Zutrauen in eigene Fähigkeiten sehr unterschiedlich sind. Besonders bei drei Mädchen wurde das sehr deutlich. M. kann beispielsweise im Vergleich zu ihren Klassenkameraden schon sehr gut lautieren und schreiben, N. zeigt große Stärken im Lesen und E. hat dagegen noch sehr große Probleme bei der Laut-Buchstaben- Zuordnung. Sie gehört insgesamt auch dem leistungsschwächeren Teil der Klasse an.
Verlaufsplan
| Phase | Unterrichtsgeschehen | Arbeits- und Sozialform | Medien, Arbeitsmittel |
| Einstieg | Begrüßung der Klasse Vorstellung des Besuchs LAA bittet die SuS auf dem Erzählteppich | Lehrer- Schüler-Interaktion | |
| Hinführung | LAA informiert die Schüler über den Verlauf der Stunde (Transparenz) und zeigt Erinnerungsbuch von Paolo LAA erzählt, dass Paolo am Wochenende unterwegs war, zeigt Fotos von Paolo. LAA gibt den 1. Arbeitsauftrag, zu den Fotos zu erzählen, wo Paolo war und was er erlebt hat | Lehrer-Schüler-Gespräch auf dem Erzählteppich | Paolo der Klassenhase Erinnerungsbuch Fotos |
| 1. Arbeitsphase | SuS erzählen zu den Bildern und halten Gesprächsregeln ein LAA lautiert mit den Schülern Wörter gemeinsam LAA gibt den 2. Arbeitsauftrag: Schreibe und male dann, was Paolo erlebt hat. Es muss zu einem der Fotos passen! | Lehrer-Schüler-Gespräch auf dem Erzählteppich | Paolo der Klassenhase Erinnerungsbuch Fotos große Anlauttabelle an der Wand |
| 2. Arbeitsphase | SuS lautieren, schreiben, gestalten eine Seite für das Erinnerungsbuch LAA gibt individuelle Hilfestellungen, vor allem beim Lautieren | Kooperative Einzelarbeit | leeres Blatt, Buntstifte Anlauttabelle |
| Präsentation | LAA läutet das Ende der Arbeitsphase mit einem Signal ein Einzelne SuS dürfen ihre Arbeitsergebnisse mit Bild- und Wortmaterial präsentieren | Lehrer-Schüler-Gespräch auf dem Erzählteppich | Arbeitsergebnisse |
| Ausblick | LAA gibt einen Ausblick auf die Fortführung des Erinnerungsbuches Verabschiedung in die Frühstückspause | Lehrer-Schüler-Gespräch auf dem Erzählteppich |
Literaturverzeichnis
- Altenburg, Erika: Offene Schreibanlässe. Jedes Kind findet sein Thema. Donauwörth 1996
- Bartnitzky, Horst: Sprachunterricht heute. Berlin 2000
- Blumenstock, Leonhard/Renner, Erich (Hrsg.): Freies und angeleitetes Schreiben. Beispiele aus dem Grundschulalter. Weinheim 1990
- Dehn, Mechthild: Zeit für die Schrift. Lesenlernen und Schreibenkönnen Bochum 1994
- Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes NRW (Hrsg.): Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule in NRW. Düsseldorf 2008
- Moers, Edelgard /Zühlke, Stefanie: Schreibwerkstatt Grundschule. Donauwörth 1999
Fußnoten:
[1] vgl. Lehrplan Deutsch 2008 S.29-30
[2] ebd. S.26
[3] Lehrplan Deutsch 2008, S.23
[4] ebd. S.23
[5] ebd. S.25
[6] vgl. Bartnitzky 2000, S.138
[7] ebd. S.138
[8] Blumenstock/Renner 1993, S. 39
[9] vgl. Bartnitzky 2000 S.77 ff
[10] Vgl. Blumenstock/Renner 1993,S.42ff
[11] vgl. Bartnitzky 2000 S.116
[12] vgl. Blumenstock/Renner 1990, S. 49
[13] vgl.www.medienwerkstatt.de
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