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Gotteserfahrungen in früherer Zeit - die Josefgeschichte

Gotteserfahrungen in früherer Zeit - die Josefgeschichte
Unterrichtsentwurf
Datum: 20. Februar 2009 Autor: Annika Roos Kommentare: 0

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Beschreibung:

Die SchülerInnen sollen erfahren, dass Josef viel erdulden muss, schließlich jedoch aufsteigt und durch Gottes Führung zum Segen für Ägypten wird. Sie sollen anhand der Gefängnisszene der Josefgeschichte, Josefs Deutungsweisen von Träumen formal und inhaltlich kennen lernen. Durchgeführt in einer 2. Klasse.


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Gotteserfahrungen in früherer Zeit - die Josefgeschichte


Gotteserfahrungen in früherer Zeit - die Josefgeschichte

Inhaltsverzeichnis

1. Gliederung der Unterrichtseinheit:

1.1 Einzelthemen:
1. Die Familie Jakobs - Ihre Welt und ihre Lebensbedingungen
2. Die außergewöhnlichen Träume des Josef
3. Unfriede zwischen Josef und seinen Brüdern
4. Josef kommt nach Ägypten
5. Josefs Begegnungen im Gefängnis
6. Josef und der Pharao
7. Versöhnung der Familie

2. Die Sachanalyse:

Die Josefgeschichte steht im Alten Testament in Genesis 37 - 50 und gehört zu der Gattung der Vätergeschichten, zu der ebenfalls noch die zuvor stehende Abrahamgeschichte (Gen 12 - 25), Isaakgeschichte (Gen 26 - 27) und Jakobgeschichte (Gen 27 - 37) zählt.
Ihr voran gehen die so genannten Urgeschichten und sie selbst bildet die Einleitung in die Volksgeschichte Israels, von der das 2. Buch Moses, Exodus, handelt.
Die Geschichte selbst handelt von Jacob, der mit seinen 12 Söhnen in Kanaan lebt. Joseph ist, dem 1.Buch Moses zufolge, einer dieser 12 Brüder, der die besondere Begabung besitzt, Träume zu deuten. Weil Joseph seines Vaters liebster Sohn ist, bringen ihm seine Brüder viel Neid und Missgunst entgegen und entführen ihn eines Tages ohne das Wissen ihres Vaters. Sie verkaufen ihn an einen ägyptischen Sklavenhändler und so kommt Josef in den Besitz des ägyptischen Beamten Pontifars. Pontifar und Josef entwickeln ein gutes Verhältnis zueinander, doch durch eine Intrige von Pontifar's Frau kommt Josef in das Gefängnis. Nachdem er dort einem inhaftierten Weinschenk und einem Bäcker ihre Träume deutet, wird der Pharao auf ihn aufmerksam. Dieser lässt Josef frei und macht ihn zu seinem Vertrauten. So kommt es, dass Josef auch dem Pharao zwei Träume deutet, denen zufolge Ägypten sieben reiche und sieben magere Jahre bevorstehen. Der Pharao und sein Land können sich nun, dank Josefs Weissagung, auf die sieben schlechten Jahre vorbereiten indem sie genug Vorräte ansammeln. Als nun die angekündigte Dürre kommt, machen sich auch 44die Brüder des Josefs auf den Weg nach Ägypten um Getreide zu kaufen. Josef verheimlicht ihnen zunächst seine Identität und stell sie auf die Probe. Letztendlich gibt er sich ihnen aber doch zu erkennen und verzeiht ihnen ihren Neid, ihre Missgunst und ihr Handeln von einst.
Die Josefgeschichte soll vor dem Hintergrund der beiden Leitbegriffe „Segen und Frieden" die Führung einer Familie durch Gott in der Väterzeit aufzeigen. Zentrale Intention ist es, zu zeigen, dass die Pläne Gottes für den einzelnen Menschen auch durch Intrigen und Boshaftigkeiten anderer nicht zunichte gemacht werden können. Gott hält immerzu an seinem Plan fest, unabhängig von äußeren menschlichen Einflüssen.
Außerdem versucht sie, den Kindern ein Bild von einem Mann zu vermitteln, der zunächst weise, klug, weitsichtig und verschwiegen wirkt, sich im richtigen Moment jedoch als redegewandt und versöhnungsbereit präsentiert. Josef soll somit eine Art Vorbildfunktion für die Kinder, was den sozialen Umgang miteinander angeht, übernehmen.
In der Stunde geht es nun speziell um die Träume des Weinschenk und des Bäckers, die Josef während seines Aufenthaltes im Gefängnis zu deuten versucht (1.Mose 40,1 - 23).
Nachdem sowohl der Weinschenk, als auch der Bäcker vor ihrem König, dem Pharao, in Ungnade gefallen sind, werden sie zu Josef ins Gefängnis geschickt.
Dort haben beide in derselben Nacht eigenartige Träume, die sie Josef am nächsten Morgen erzählen. Und so erzählt der Schenk von einem Weinstock, der sich in seinem Traum direkt vor ihm befand. Dieser Weinstock hatte drei Reben und er grünte, wuchs, blühte und seine Trauben wurden reif. Da hielt er plötzlich des Pharaos Becher in der Hand, zerdrückte die Trauben in den Becher und gab diesen dem Pharao in die Hand (1.Mose 40,9 - 12). Josef hört sich den Traum genau an und deutet ihn wie folgt: Die drei Reben stehen für drei Tage; denn in drei Tagen wird dich der Pharao wieder in dein Amt erheben (1.Mose 40,12 - 14).
Nachdem Josef dem Schenk den Traum gedeutet hat, bittet er darum, dass dieser an ihn denken und dafür Sorge tragen solle, dass er frei gelassen werde, sobald der Schenk zurück an des Pharaos' Seite sei.
Als der Bäcker die positive Deutung des Josef hört, möchte auch er seinen Traum gedeutet bekommen. In seinem Traum, so erzählt er, trägt er drei Körbe mit feinen Teigwaren für den Pharao auf dem Kopf, als plötzlich Vögel kommen und aus den Körben fressen (1.Mose 40,14 -18). Josef hört sich auch diesen Traum genau an und deutet ihn wie folgt: Die drei Körbe stehen wieder für drei Tage, denn in drei Tagen wird der Pharao dein Todesurteil sprechen und dich erhängen lassen. Die Vögel von denen du träumtest werden dein Fleisch fressen (1.Mose 10,18 - 20). Und wie Josef es vorausgesagt hatte, geschieht es am dritten Tag, dass der Weinschenk zurück ins Amt gehoben wird, der Bäcker aber am Galgen hängt.
Doch der Schenk vergisst die Bitte des Josefs' nach Errettung aus dem Gefängnis.

3. Die didaktische Analyse

Die Josefgeschichte als Unterrichtseinheit ist dem Lehrplan Rheinland-Pfalz zufolge für das zweite Schuljahr vorgesehen.
Sie soll für die Kinder vor dem Hintergrund der beiden Leitbegriffe „Segen und Frieden" die Führung einer Familie durch Gott in der Väterzeit aufzeigen.
Die Glaubensaussage, dass Gott in der Josefgeschichte Böses zum Guten wendet, kann bei den Kindern zu einer Lebenserfahrung führen (Lehrplan RLP S.23).
Außerdem können gerade hier aus dieser spannenden Erzählung exemplarische Beispiele für Erfahrungen aus dem alltäglichen Leben der Kinder gewonnen werden. Denn mit Verhaltensweisen wie Eifersucht - Neid, Hochmut - Einsamkeit und Streit - Vergebung haben die Kinder bereits sowohl in der Schule als auch in ihrer Freizeit eigene Erfahrungen gemacht und werden sie wohl auch in Zukunft noch machen.
Daher kann man sagen, dass die Josefgeschichte den Kindern an dieser Stelle Verhaltensmuster aufzeigt, die diese betrachten, bewerten, mit eigenen Erfahrungen abgleichen und sich sogar eventuell selbst aneignen können.
Josef nimmt hier mit seinem Verhalten in den einzelnen Situationen also eine Art Vorbildfunktion ein, mit dem Ziel, dass die Kinder zukünftig ihr eigenes und das Verhalten anderer häufiger reflektieren und bewerten, um dann vielleicht besser in schwierigen Situationen agieren können.
Unter dem Gesichtspunkt des Zugangs zum Thema ist festzuhalten, dass alle Kinder der Klasse bereits Erfahrungen in der Betrachtung biblischer Geschichten des Alten Testaments haben und bereits die Vorgeschichte von Josef in den vergangenen Unterrichtsstunden kennen lernten.
Als didaktischen Schwerpunkt dieser Stunde, lässt sich das Kennen lernen des Fortgangs der Josefgeschichte nennen. Diese Stunde soll zentral zur Vorbereitung auf die Deutung der Träume des Pharaos dienen, die in der darauf folgenden Stunde thematisiert werden.
Um die Träume des Pharaos jedoch richtig und sinnvoll deuten zu können, müssen die Kinder zunächst mit dem formalen und inhaltlichen Ablauf der Traumdeutung im Alten Testament vertraut gemacht werden, sowie den Stellenwert von Traumdeutung in der damaligen Gesellschaft begreifen.
Dies lässt sich besonders gut anhand der Träume des Weinschenks und des Bäckers realisieren, da die Kinder hier erste Vorerfahrungen im Deuten von Träumen sammeln und diese dann in der nächsten Stunde auf die Träume des Pharaos' anwenden können.
Besonderen Wert sollte hierbei auf das Verständnis der bildhaften Sprache der Lyrik gelegt werden, da die Kinder mit dieser Thematik noch wenig bis keine Erfahrung haben, diese aber in ihrer weiteren Schullaufbahn immer wieder ein Thema sein wird.
Gerade im Deutschunterricht in den nächsten Schuljahren werden die Kinder häufiger mit dem Thema Gedichte konfrontiert werden und können dann, auf das was sie sich hier im Religionsunterricht bereits angeeignet haben zurückgreifen.
Deshalb ist es mir zunächst auch nicht so sehr wichtig, dass die Kinder die Träume gleich, im Sinne Josefs', richtig auslegen können. Sie sollen vielmehr erst einmal eigene Ideen entwickeln, kreativ werden und aus eigenen Erfahrungen heraus Deutungen treffen.
Den formalen Ablauf, sowie die inhaltliche Deutung der Träume nach Josef werden wir uns dann im Verlauf der Unterrichtsstunde gemeinsam anschauen und besprechen.
Ziel ist es, den Kindern die Deutungsweisen so darzustellen, dass sie sie in der darauf Folgenden Stunde selbstständig, schon um einiges selbstsicherer und vor allem inhaltlich und formal korrekter auf die Träume des Josefs anwenden können.

4. Analyse der Lernvoraussetzungen

4.1. Klasseninterne Bedingungen und Lernvoraussetzungen

Der geplante Unterricht findet in der Klasse XX statt, die ich jetzt seit etwa fünf Monaten im Fach Religion unterrichte. Hierzu ist zu sagen, dass der Religionsunterricht auf dem Grundschulzweig der XXX-Schule nicht nach Konfessionen getrennt statt findet, sondern ein ökumenischer Religionsunterricht bevorzugt wird.
Die Klasse selbst setzt sich aus 14 Mädchen und 9 Jungen zusammen, die an 4 Gruppentischen in dem Klassensaal ihren Platz gefunden haben.
Unter den Schülerinnen/Schülern befinden sich 10 protestantisch getaufte und 12 katholisch getaufte Kinder. Außerdem ist mit XXX ein muslimisches Kind in der Klasse, das allerdings auf Wunsch der Eltern nicht am Religionsunterricht teilnimmt, sondern stattdessen mit einem Arbeitsauftrag in die Parallelklasse geht, was von allen Klassenmitgliedern mittlerweile als normal empfunden und akzeptiert wird.
Die Kinder kommen untereinander gut aus und sind gerade im Fach Religion Zurzeit sehr engagiert. Im Laufe des letzten halben Jahres haben sich erstmals kleinere Grüppchen gebildet, die sowohl während der Schulzeit, als auch in ihrer Freizeit verstärkt Zeit miteinander verbringen. Es ist aber nicht so, dass man vom Ausschluss einzelner Kinder, aus der Klassengemeinschaft sprechen könnte.
Das Sorgenkind der Klasse ist derzeit XXX, deren Vater vor 3 Wochen inhaftiert wurde. XXX ist seither oft geistig abwesend, vergisst sehr häufig Aufträge, die man an sie richtet und erledigt ihr Hausaufgaben entweder gar nicht oder nur sehr unvollständig. Nach Rücksprache mit der Mutter wird XXX ab nächster Woche regelmäßig einen Psychologen aufsuchen, der ihr helfen wird, die Ereignisse zu verarbeiten. In der Klasse haben die Klassenlehrerin, Frau XXX, und ich ein „geheimes Abkommen" mit Julia und Sophie geschlossen, die mit darauf achten, dass XXX zum Einen immer alle Arbeitsmaterialien bekommt und zum Anderen danach schauen, dass sie in den Pausen nicht alleine ist.
XXX und XXX bilden den Chaotentrupp der Klasse. Sobald sie die Möglichkeit sehen, versuchen sie den Klassenclown zu spielen und schaukeln sich dabei auch gerne mal gegenseitig hoch. Aus diesem Grund haben wir beide auch vor einigen Wochen auseinander setzen müssen, was die Gesamtsituation verbesserte.
Durch den Einsatz der Wochenplanarbeit in den Fächern die Frau XXX unterrichtet, sind die Kinder sehr geübt im gewissenhaften und selbstständigen Arbeiten. Sie freuen sich aber auch sehr, wenn einmal andere Unterrichtsmethoden verwendet werden. Gerade Gruppenarbeiten bereiten ihnen in den letzten Wochen sehr viel Spaß, da sie sehr gerne Unterrichtsergebnisse phantasievoll gestaltet ihren Klassenkameraden vorstellen.

4.2 Innerschulische Bedingungen

Seit Februar 2007 unterrichte ich an der XXX die Fächer Religion und Englisch in den Klassenstufen zwei bis fünf.
Die XXX ist eine Haupt- und Grundschule mit insgesamt 423 Schülerinnen/Schülern, die derzeit, bis auf die Klasse neun, in einem zweigliedrigen System unterrichtet werden.
XXX ist eine sehr ländliche Gegend und so kommt es, dass sich das Einzugsgebiet der Schule über fünf Dörfer im Radius von dreißig Kilometern erstreckt.
Die Schule hat insgesamt 22 Säle, die Raumverhältnisse der Schule sind demnach der Schülerzahl angemessen. Jede der Klassen von Stufe eins bis acht hat ihren eigenen Klassensaal, nur die drei neunten Klassen besetzen als „Springer" die Klassensäle, die gerade frei sind und haben daher keinen eigenen Klassensaal. Außerdem besitzt die Schule Fachräume für Musik, Biologie, Physik und Chemie, die recht gut ausgestattet sind.
Leider ist zum Zeitpunkt des geplanten Unterrichts mit Bauarbeiten auf dem neuen Schulhof zu rechnen. Die Kinder könnten daher von dem Treiben vor dem Fenster vom eigentlichen Unterrichtsgeschehen abgelenkt werden. Eine weitere Störquelle ist auch der Lärm, den diese Baustelle mit sich bringen wird.

5. Die Lernziele

5.1. Grobziel

Die Kinder sollen erfahren, dass Josef viel erdulden muss, schließlich jedoch aufsteigt und durch Gottes Führung zum Segen wird für Ägypten (Lehrplan RLP, S. 24).

5.2. Stundenziel

Die Schüler sollen anhand der Gefängnisszene der Josefgeschichte, Josefs Deutungsweisen von Träumen formal und inhaltlich kennen lernen.

5.3 Feinziele

1. fachlich - sachliche Kompetenzen: Die Schüler sollen die Träume des Schenks' und des Bäckers' nacherzählen und die dazugehörige Deutung von Josef wiedergeben können.
2. methodische Kompetenz: Die Schüler sollen den Arbeitsauftrag selbstständig ausführen und ihre Arbeitsergebnisse präsentieren können.
3. soziale Kompetenz: Die Schüler sollen die Bilder auf den Arbeitsblättern (zu den Träumen) in einer Gruppenarbeit auf den Fotokarton aufkleben und gemeinsam die Deutung des Josefs' schriftlich daneben fixieren. Die Schüler sollen als Gruppe ihre Arbeitsergebnisse vor der Klasse präsentieren können.
4. personale Kompetenz: Die Schüler sollen Spaß am Diskutieren über die Bedeutung von Träumen entwickeln

6. Verlaufsplanung und methodischer Kommentar

Nach der allgemeinen Begrüßung der Klasse, werde ich die Schülerinnen und Schüler in einen Stuhlkreis bitten. Hier singen wir zunächst gemeinsam zum Einstieg in den Schultag unser „Guten - Morgen - Lied". Dieses Lied zu singen dient zum Einen der generellen Begrüßung der Schüler untereinander, zum Anderen soll es aber auch für den anstehenden Schultag motivieren und mir ermöglichen, die Aufmerksamkeit der Klasse zu erlangen. Des Weiteren ist das Singen dieses Liedes bereits festes Ritual und somit auch Mittel zur Rhythmisierung des Unterrichtverlaufes in der Klasse.
Im Weiteren Verlauf dieser Einstiegsphase werde ich die Schülerinnen und Schüler nach dem Inhalt der letzten Stunde befragen und sie in Folge dessen kurz den bisherigen Verlauf der Josefgeschichte nacherzählen lassen. Dieser gewählte Einstieg dient der Wiederholung der letzten Stunde und soll gewährleisten, dass alle Schülerinnen und Schüler mit dem heutigen Stoff an gleicher Stelle anknüpfen können. Man könnte diese Wiederholung auch in Form eines Arbeitsblattes (beispielsweise mit einem Lückentext zum bisherigen Verlauf der Josefgeschichte) durchführen; ein lockeres, wiederholendes Gespräch in einem Sitzkreis empfinde ich jedoch für methodisch angebrachter, da die Schülerinnen und Schüler so freies Sprechen vor ihren Klassenkammeraden üben und ein stärkeres Gemeinschafts- und Beisammenseingefühl entsteht, was gerade im Fach Religion eine zentrale Rolle spielen sollte.
Sobald die Schülerinnen und Schüler den Inhalt der letzten Stunde wiederholt haben und ich mir sicher bin, mit der Einführung alle an ihrem Standpunkt abgeholt zu haben, gehe ich über in die 1. Erarbeitungsphase.
Diese Phase steht unter dem Aspekt des Kennenlernens des nächsten Themenabschnittes der Josephgeschichte, nämlich: „Josef im Gefängnis". Hierzu werde ich der Klasse zunächst einmal einen weiteren Abschnitt der Josefgeschichte aus unserer Kinderbibel vorlesen und ihnen dazu, um nicht nur den auditiven sondern auch den visuellen Kanal anzusprechen, die dazugehörigen Bilder aus der Kinderbibel zeigen. Ich werde bewusst die beiden Träume direkt hintereinander vorlesen und vorerst die Deutung der Träume durch Josef auslassen, um die Kinder im Folgenden erst einmal völlig uneingenommen und mit eigenen Ideen an die Träume herangehen zu lassen. Wir werden gemeinsam die Art der Träume besprechen (sind es eher schöne Träume, oder Albträume) und uns dann langsam auf eine erste Deutung, durch die Kinder, hinarbeiten.
An dieser Stelle bin ich mir ziemlich sicher, dass die Kinder nicht die gleiche Deutung, wie Josef finden werden, da sie noch viel zu wenig in der Auslegung bildhafter Lyrik bewandert sind. Dennoch glaube ich, dass sie im Stande sein werden, zumindest zu erkennen, dass der Traum des Weinschenks weit positiver zu verstehen ist, als der des Bäckers. Nachdem wir die Träume in der Klasse besprochen und gedeutet haben, werde ich den Schülern die Deutung der Träume nach Josef vorlesen und erklären.
Im Anschluss biete ich den Kindern die Möglichkeit an, eventuell aufgekommene Fragen in der Klassengemeinschaft zu stellen und zu beantworten.
Ich habe mich auch in der 1.Erarbeitungsphase gegen eine frontale Unterrichtsform entschieden, da ich der Meinung bin, dass das Deuten von Träumen den meisten Schülern noch sehr schwer fallen wird. In der Gruppe haben sie es in meinen Augen noch leichter, gemeinsam eine Deutung herauszuarbeiten, da jeder seine eigenen, persönlichen Erfahrungen noch mit einbringen kann, womit für andere wiederum Impulse für ganz andere neue Ansätze gegeben werden können. Bei einer frontalen Unterrichtsform würden die Schüler zu sehr isoliert an ihren Plätzen sitzen und wahrscheinlich nicht wirklich zu einer Deutung der Träume kommen, da einfach die Impulse von außen fehlen würden.
Sobald wir mit dieser ersten Deutung der Träume abgeschlossen haben, möchte ich, dass sich die Kinder noch einmal intensiv, in einer 2.Erarbeitungsphase, mit dem eben neu erlernten Stoff beschäftigen und auseinandersetzen. Um sie dies tun zu lassen, habe ich eine Gruppenarbeit geplant, in der immer zwei von vier Gruppen jeweils einen Traum noch mal genauer bearbeiten dürfen. Die Gruppenarbeit wird also sowohl arbeitsgleich (immer zwei Gruppen bearbeiten das gleiche Thema), als auch arbeitsteilig (es werden dabei zwei verschiedene Themen bearbeitet) ablaufen.
Ziel der Gruppenarbeit ist es, dass jede Gruppe ein Plakat erstellt, auf dem zum Einen der zu bearbeitende Traum bildhaft und in richtiger Reihenfolge dargestellt ist und zum Anderen die Deutung des Josef' direkt daneben in 1 - 2 Sätzen schriftlich fixiert ist. Mit dieser gewählten Methode möchte ich vor allem die Unterrichtsgrundsätze der Handlungsorientierung, der Selbsttätigkeit und der Veranschaulichung vereinen, aber auch die Kinder im sozialen miteinander Arbeiten schulen.
Sie müssen lernen, sich gegenseitig in der Gruppe zuzuhören und auch ohne den Lehrer als Moderator, eine Vorgehensweise zu planen und eventuell Kompromisse einzugehen, was, wenn ich beispielsweise ein Arbeitsblatt hätte bearbeiten lassen oder eine Stationsarbeit mit ihnen durchgeführt hätte, nicht der Fall gewesen wäre.
Sie entwickeln durch die von mir gewählte Methode also vorrangig soziale Kompetenzen und lernen eine gewisse Rolle innerhalb der Gruppe einzunehmen.
Zudem macht den Kindern das Arbeiten in der Gruppe viel Spaß und sie können kreativ aktiv werden.
Die Methode der Ergebnissicherung ergibt sich nun aus der vorangegangenen Erarbeitungsphase von selbst. Da die Kinder viel Mühe in ihre Plakate investiert haben, wäre es fatal, sie diese nicht auch in irgendeiner Form präsentieren zu lassen. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, jede Gruppe ihr Plakat einmal kurz vor der ganzen Klasse präsentieren und ihre Ideen und Intentionen bei der Bearbeitung der Aufgabe wiedergeben zu lassen.
Dies sichert zum einen eine nochmalige Wiederholung des Stundenthemas für alle Schülerinnen und Schüler der Klasse und übt zum anderen die einzelnen Kinder im freien Sprechen und Präsentieren ihrer Ideen und Gedanken vor der Klasse, die so ausgedrückt werden müssen, dass sie jede/jeder logisch nachvollziehen kann.
Die Plakate werden im Anschluss an die Präsentation an unserer Themenwand zum Thema: „Die Josefgeschichte" aufgehängt, sodass sie auch in den darauf folgenden Stunden in den Unterricht miteinbezogen werden können und die Kinder sehen, dass ihre Arbeit und Mühe nicht umsonst war.
Den Schluss der Stunde bildet das Gebet „Vater unser", das ebenso wie unser „Guten - Morgen - Lied" bereits zum Ritual in der Klasse geworden ist und zur Rhythmisierung des Unterrichts beiträgt. Hierbei nehmen wir uns noch mal alle an den Händen und beten für uns und die Gemeinschaft. Nachdem wir gebetet haben, werde ich die
Unterrichtsstunde offiziell für beendet erklären.

7. Strukturskizze

ZeitPhaseGeplantes LehrerverhaltenErwartetes SchülerverhaltenSozialform; Materialien/Medien
7.55
Uhr
Einstieg- Begrüßung.
- L bittet S in einen Stuhlkreis
zu kommen.
- L. bittet alle das „Guten
Morgen Lied“ zu singen.
- L. fragt: „Was wisst ihr noch
über Josef und wie er nach
Ägypten kam? Was ist
bisher passiert?“
- S. kommen in den
Stuhlkreis.
- S. singen das „Guten
Morgen Lied“.
- S. wiederholen die
Thematik der letzten
Stunde.
- Stuhlkreis - Liedtext à Verweis der Schüler
auf die Themenwand
zur Josefgeschichte
8.05
Uhr 8.20
Uhr
Erarbeitung1 Erarbeitung2- L. erzählt die Geschichte
von Josef im Gefängnis,
zeigt Bilder aus der
Kinderbibel dazu, bis zu der
Stelle wenn der Weinschenk
und der Bäcker ihre Träume
erzählt haben.
- L.: „ Was glaubt ihr waren
das denn für Träume? Gute
oder eher Böse? Habt ihr
eine Idee was sie vielleicht
bedeuten könnten?“
- L. liest die Deutung der
Träume von Josef vor. - L. bittet alle an ihre Plätze
zu gehen.
- L. teil jeder Tischgruppe
einen Bogen Fotokarton und
Bilder zu jeweils einem
Traum aus.
- L.: „Klebt die Bilder in der
richtigen Reihenfolge auf
den Fotokarton und schreibt
neben jedes Bild die
Deutung von Josef.
- L. geht umher und hilft bei
Problemen.
- S. hören zu und schauen
sich die Bilder in der
Kinderbibel an. - S. diskutieren über die
Träume (Art der Träume
und Bedeutung). - S. hören zu. - S. gehen an Gruppentische
zurück.
- S. nehmen
Arbeitsmaterialien
Entgegen - S. führen den Arbeits-
auftrag aus à S. eventuell Probleme;
dürfen noch mal in der
Bibel nachschauen
- Stuhlkreis - Kinderbibel - Gruppenarbeit - Fotokarton, Bilder,
Schere, Kleber, Stifte - eventuell Kinderbibel
als Nachschlagewerk
8.35
Uhr 8.40
Uhr
Ergebnis-
sicherung
- L. bittet die Gruppen
nacheinander ihr
Ergebnisse zu präsentieren.
- L. bittet die erarbeiteten
Plakate an die
Themenwand zu hängen
- L. bittet alle gemeinsam
sich an den Händen zu
fassen und zu beten.
- L. beendet die Stunde.
- S. stellen in ihren Gruppen
kurz die Plakate vor. - S. hängen ihre Plakate an
die Themenwand. - S. beten gemeinsam. S. verlassen den Saal.
- Präsentation vor der
Klasse. - Erarbeiteten Plakate
à Themenwand - „Vater unser“

Unterrichtsergebnis:
Die Schüler haben sich in der Unterrichtsstunde mit der Deutung der Josefgeschichte auseinandergesetzt und konnten außerdem ihr Wissen kreativ in Gruppenarbeiten umsetzen und vor der Klasse präsentieren.

8. Literaturangaben

- Basistexte zum Teilrahmenplan: Evangelische Religion
-> Religiöse Grundbildung (Orientierungsrahmen)
- Lehrplan Rheinland- Pfalz : Evangelische Religion
- Deutsche Bibelgesellschaft (Hrsg.): Die Bibel - nach der Übersetzung Martin Luthers. Stuttgart 1999
- Deutsche Bibelgesellschaft (Hrsg.): Stuttgarter Erklärungsbibel. Stuttgart 1992
- Schmoldt, Hans: Das Alte Testament. Eine Einführung. Stuttgart 1993
- Tosa Verlag (Hrsg.): Die Kinderbibel. Wien 1984

 

 

 

 



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