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Tangram - Figurenlegen mit geometrischen Formen

Tangram - Figurenlegen mit geometrischen Formen
Unterrichtsentwurf Arbeitsmaterial enthalten
Datum: 03. März 2009 Autor: Petra von der Marwitz Kommentare: 0

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Beschreibung:

Bei dieser Unterrichtsplanung handelt es sich um einen handlungsaktiven Unterricht zur Einführung von geometrischen Formen mit Hilfe des Tangrams. Die SchülerInnen sollen im handlungsorientierten Umgang mit dem Tangram ihr räumliches Vorstellungs- und Wahrnehmungsvermögen sowie das problemlösende Denken schulen. Durchgeführt in einer 3. Klasse.


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Tangram - Figurenlegen mit geometrischen Formen


Tangram - Figurenlegen mit geometrischen Formen

Inhaltsverzeichnis:

1. Sachanalyse

1.1 Geschichtlicher Hintergrund des Tangrams

1.2 Bestandteile und Spielregeln des Tangrams

2. Didaktische Analyse

2.1 Das Tangram in Bezug zum Teilrahmenplan Mathematik

2.2 Das Tangram im Mathematikunterricht

2.2.1 Bedeutung des Inhalts vom Fach her

2.2.2 Die Bedeutung des Unterrichtsinhaltes im größeren Zusammenhang

2.2.3 Schwierigkeitsgrad bzgl. der Schüler und Schülerinnen

3. Unterrichtsziele

3.1 Grobziel

3.2 Feinziele

4. Vorraussetzungen für den Unterricht

4.1 Äußere Vorraussetzungen

4.2 Vorraussetzungen bei den Schülern

5. Methodische Analyse

5.1 Einstiegsmöglichkeiten

5.2 Artikulationsschema

5.2.1 Einstiegssituation

5.2.2 Hauptteil

5.2.3 Schlusssituation

5.3 Medien und Sozial- und Aktionsformen

5.4 Unterrichtsgrundsätze

6. Geplanter Unterrichtsverlauf

7. Literatur

8. Anhang

 

1. Sachanalyse

1.1 Geschichtlicher Hintergrund des Tangrams

Tangram ist ein Legespiel für 1 und mehr Personen.
Mit nur sieben Steinen - einem Quadrat, einem Parallelogramm und fünf Dreiecken - werden durch aneinander legen unterschiedlichste Formen und Figuren in tausendfachen Kombinationen gebildet.
Es ist kein Spiel im eigentlichen Sinne - eher eine Philosophie, eine Lebenseinstellung. Tangram stammt aus China. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden dort Bücher mit Bildvorlagen für dieses Spiel gedruckt. Aber das Spiel ist schon wesentlich älter.
Das „Weisheitsbrett", wie Tangram im Ursprungsland China auch genannt wird, hat sich inzwischen in Europa und Amerika schnell verbreitet.
Bereits im Jahre 1818 erschienen die ersten Anleitungen. Unter dem Namen „Chinesisches Puzzle" wurden zwar zunächst Kopien der fernöstlichen Originalausgaben verwandt, doch bald entstanden neue Formen auch bei uns. (vgl. Schmidt International)

1.2 Bestandteile und Spielregeln des Tangrams

Das Tangram-Spiel besteht aus sieben Teilen, die durch die Teilung eines Quadrats (einfaches Halbieren von Seiten und Diagonalen) entstanden sind.
Die Teilfiguren setzen sich aus fünf Dreiecken in verschiedenen Größen (zwei kongruente große Dreiecke, ein mittelgroßes Dreieck, zwei kongruente kleine Dreiecke) - ein Quadrat - ein Parallelogramm zusammen. Auffällig ist dabei, dass das Parallelogramm als einzige Teilfigur nicht spiegelsymmetrisch ist und die einzelnen Puzzlestücke in einem ganz bestimmten Größenverhältnis zueinander stehen. Theoretisch lässt sich jedes Puzzlestück aus mehreren der kleinen Dreiecke bilden. So sind die großen Dreiecke jeweils doppelt so groß wie die mittleren bzw. vier Mal so groß wie die kleinen Dreiecke. Insgesamt ließe sich die gesamte Tangramfläche somit durch 16 kleine Dreiecksflächen auslegen. Der Sinn des Tangrams besteht nun darin, aus den sieben Teilstücken Figuren zu legen. Dabei müssen bestimmte Spielregeln eingehalten werden.
- Alle sieben Puzzlestücke müssen untergebracht werden.
- Sie dürfen nicht überlappen, sondern müssen sich berühren.
Hieraus ergibt sich, dass alle entstandenen Figuren flächen- und zerlegungsgleich sind. Erstaunlich ist dabei die große Formenvielfalt, die sich aus den sieben Puzzlestücken ergibt. Insgesamt sind momentan über 1600 Legefiguren bekannt. (vgl. Gawlista 2000)

2. Didaktische Analyse

2.1 Das Tangram in Bezug zum Teilrahmenplan Mathematik

Der Unterrichtsgegenstand wird im Teilrahmenplan Mathematik dem Bereich Geometrie zugeordnet, im speziellen bei folgenden Punkten
- Raum: räumliche Beziehungen, Lagebeziehungen
- Geometrische Grundkenntnisse: Fläche, Gerade, Körper
- Räumliches Vorstellungsvermögen und visuelle Wahrnehmungsfähigkeit
- Ebene Figuren: Formenkenntnisse (Quadrat, Rechteck, Raute, Dreieck, ...)
- Erkennen geometrischer Muster und Beziehungen
- Operieren mit geometrischen Formen
- Entwickeln von Modellvorstellungen
- Symmetrie: Achsen und Drehsymmetrie
- Entdecken von Symmetrie und Ähnlichkeit

Des Weiteren werden folgende Punkte in der Kompetenzentwicklung angesprochen:
- Modellieren: Problemlösefähigkeit
- Argumentieren: Lösungswege verbalisieren, nach Informationen fragen, ...
- Lernmotivation: Geduld und Konzentration im Prozess des mathematischen Arbeitens aufrecht erhalten
- Experimentieren: mit Flächen und Größen
- aus Fehlern lernen
- bei Schwierigkeiten die Strategien anpassen, evtl. Hilfe holen

2.2 Das Tangram im Mathematikunterricht

2.2.1 Bedeutung des Inhalts vom Fach her

Grunderfahrungen in der Geometrie sammeln:
Im Rahmen des spielerischen Handelns werden zum Finden von Lösungen immer wieder neu Längen, Flächen und Formen zueinander in Beziehung gesetzt, aneinander gelegt (addiert) und verglichen. Dies sind sehr wichtige Grunderfahrungen zur Geometrie, die kein anderes Legespiel vermitteln kann. Schon beim Betrachten der sieben Puzzlestücke sowie beim Nachlegen und freien Legen werden geometrische Figuren analysiert und identifiziert. Die Entwicklung des Begriffs Flächeninhalt wird vorbereitet, das räumliche Vorstellungs-vermögen wird ausgebaut und die Fantasie der Schüler wird angeregt. Folglich ist das Tangram mehr als »nur« ein Spiel (vgl. Gawlista 2000).

2.2.2 Die Bedeutung des Unterrichtsinhaltes im größeren Zusammenhang

Kompetenzentwicklung:
Beim Tangram-Spiel entwickeln sich insbesondere geistig-praktische Fähigkeiten beim Legen und Zusammensetzen von Figuren. Hierbei wird vor allem das Wahrnehmungs-, Vorstellungs- und Darstellungsvermögen entwickelt.
Darüber hinaus können geometrische Grunderfahrungen weiterentwickelt sowie eine positive Einstellung zum Mathematikunterricht durch das handlungsorientierte und spielerische Arbeiten gewonnen werden (vgl. Gawlista 2000).
Die Aufgaben des Tangram besitzen Rätselcharakter und führen die Kinder vom einfachen Ausprobieren zum planmäßigen Vorgehen. Dabei werden sie ermutigt verschiedene Lösungswege zu suchen, auszuprobieren, zu verwerfen oder auszuwählen. Hierdurch wird die Kompetenz der Problemlösefähigkeit bei den Kindern gestärkt.

2.2.3 Schwierigkeitsgrad bzgl. der Schüler und Schülerinnen

Um allen Schülerinnen und Schülern Erfahrungen im Umgang mit dem Tangram und Lernerfolge zu ermöglichen, sollte das Tangram so in der Darstellung verändert werden, dass es in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden angeboten werden kann. Eine Stufenfolge für die Vorlagen des Tangrams, bei der sich der Schwierigkeitsgrad kontinuierlich erhöht, kann so aussehen:
1. Figuren mit Umrisslinien in Originalgröße mit allen Hilfslinien der Formen als Lösungsvorschlag,
2. Figuren in Originalgröße mit einigen Hilfslinien, die auf eine mögliche Lösung deuten,
3. Figuren in Originalgröße,
4. verkleinerte Figuren mit der Untergliederung der Formen des Tangrams (sind auch als Lösungen in den Beiheften der gekauften Spiele zu finden),
5. verkleinerte Figuren ohne Hilfslinien, als ,,schwarze Schatten" vorgegeben.
Die ersten drei Stufen implizieren das Auslegen von Figuren, während die Stufen 4 und 5 das Nachlegen erforderlich machen. Beim Auslegen überprüfen die Kinder durch den direkten Vergleich von Teilfigur und Form die Passgenauigkeit. Diese Möglichkeit haben sie beim Nachlegen nicht. Beim Nachlegen müssen sie ihre gelegten Figuren gedanklich verkleinern, Abstände, Längen und Winkel in Relation setzen, Proportionen abschätzen und hoffen, der richtigen Lösung auf der Spur zu sein. Für Letzteres haben sie bis zum Finden der Gesamtlösung keine Anhaltspunkte. Das hat auch zur Konsequenz, dass kein vorausschauendes und systematisches Denken geschult wird, sondern die Lösung durch viel Glück und wahlloses Ausprobieren entdeckt wird. Da sich dieses Glück nicht immer einstellt und für die Schüler/innen kaum erkennbar ist, ob ihr Produkt nun wirklich der geforderten Lösung entspricht, ermüdet die Spielbereitschaft schnell (vgl. Gawert 2000).

3. Unterrichtsziele

3.1 Grobziel

Die Schülerinnen sollen im handlungsorientierten Umgang mit dem Tangram ihr räumliches Vorstellungs- und Wahrnehmungsvermögen sowie das problemlösende Denken schulen.

3.2 Feinziele

Fachliche Ziele:
Die Schüler/innen sollen
- das Beschreiben und Erkennen der geometrischen Grundformen üben, indem sie einzelne Formen des Tangrams benennen
- das Parallelogramm als schiefes Viereck wahrnehmen
- ein dargestelltes Vieleck als Umrissfigur erkennen, welche mit den sieben Tangram-Teilen ausgelegt werden kann
- über geometrisches Wahrnehmungs- bzw. Vorstellungsvermögens sowie Experimentieren eine Umrissfigur, verkleinerte oder freie Figur mit den Tangram-Formen exakt auslegen bzw. nachlegen
- Zusammenhänge zwischen den Grundformen entdecken, indem sie zwei Dreiecke zu anderen Grundformen bzw. zur gleichen Grundform in veränderter Größe zusammensetzen
- vorgegebene Tangram-Figuren nachlegen (mit Hilfestellungen)
- mindestens das Feinziel der Station 3 erreicht haben
- mit eigenen Worten Erkenntnisse aus der Stationenarbeit beschreiben

Ziele der Kompetenzentwicklung:
Die Schüler/innen sollen
- durch den handelnden Umgang mit den Tangram-Teilen Strategien des Problemlösens einüben und sich bei Bedarf Hilfe holen
- Konzentration und Ausdauer stärken, indem sie sich durch misslungene Lösungsversuche nicht entmutigen lassen
- Freude an schönen Mustern und Formen gewinnen und für geometrische Fragestellungen motiviert werden, indem sie sich spielerisch mit dem Gegenstand auseinandersetzen
- in ihrem Selbstvertrauen gestärkt werden, indem sie sich bei der Bearbeitung der Aufgabe als erfolgreich erfahren
- ihre Kommunikations- und Reflektionsfähigkeit üben und erweitern, indem sie die Aufgabenstellung selbstständig erarbeiten, die Aufgabenreihenfolge selbst bestimmen sowie die Ereignisse kontrollieren

Psychomotorische Lernziele:
Die Schülerinnen sollen ihre Grob- und vor allem die Feinmotorik schulen durch Zuschneiden des Tangrams aus Karton.

4. Vorraussetzungen für den Unterricht

4.1 Äußere Vorraussetzungen

Die Unterrichtseinheit, ist für die Klasse 3b der Horeb-Schule in Pirmasens geplant.
Bei dieser Klasse handelt es sich um 29 Schüler/innen, die an fünf Gruppentischen sitzen. Diese Anordnung ist vorteilhaft für Stationenarbeit. Des Weiteren bietet der Klassenraum genügend Platz für einen Sitzkreis mit dem die Stunde beginnen und enden soll.
Jeder Schüler/ jede Schülerin besitzt zudem eine eigene Schublade, in welcher er/sie das eigene Tangram-Spiel verstauen kann, damit es zum weiteren Arbeiten jederzeit verfügbar ist.

4.2 Vorraussetzungen bei den Schülern

Die Unterrichtseinheit findet zu Beginn des 3. Schuljahres statt und soll der Beginn einer Unterrichtsreihe in Geometrie sein. In Mathematik ist die Klasse 3b eine durchschnittliche Klasse. Es gibt schwache und sehr starke Schüler/innen, die sich in etwa die Waage halten. Ein großes „Mittelfeld" dominiert jedoch in dieser Gruppe. In Geometrie selbst sind ausnahmslos alle Schüler/innen - auch die schwächeren - aufgeweckt und interessiert dabei, wie ich es bisher beobachten konnte.
Die Schüler/innen haben bereits Ende des zweiten Schuljahres die Begriffe „Dreieck", „Quadrat", „Parallelogramm" und Rechteck" kennen gelernt, ebenso wie diese geometrischen Figuren unterschieden werden.
Die Methode der Stationenarbeit, welche in dieser Unterrichtstunde eingesetzt werden soll ist den Schüler/innen bereits aus dem 2. Schuljahr bekannt. Des Weiteren sind für schwache Schüler/innen Arbeitsblätter (Station 1) vorbereitet worden, bei denen die Schüler/innen mit Kopiervorlagen arbeiten auf welchen die Tangram-Figur in Originalgröße mit allen Hilfslinien abgebildet sind. Zudem sind alle Schüler/innen angehalten, ihren Mitschüler/innen zu helfen. Für schnellere und „stärkere" Schüler/innen stehen schwierigere Tangram-Rätsel zur Verfügung (Station 5).
In dieser Unterrichtsstunde ist kaum mit Schwierigkeiten zu rechnen, da das Tangram recht schwachen und sehr starken Schüler/innen gleichermaßen unzählige Möglichkeiten bietet, die der Lehrer/ die Lehrerin nur gezielt für die entsprechende Gruppe und ihrem Niveau strukturieren muss, was in diesem Fall ein gut strukturierter Aufbau der einzelnen Stationen ist, wobei den Kindern weitestgehend freigestellt ist, welche Stationen sie durchlaufen wollen.

5. Methodische Analyse

5.1 Einstiegsmöglichkeiten

Für den Einstieg habe ich mir zwei Möglichkeiten vorgestellt:
Die erste Variante ist die Vorstellung der Tangram-Figuren mit Hilfe einer Folie auf welcher „Herr Tangram" (Figur aus Tangram-Teilen, die einen Menschen wiedergibt) abgebildet ist. Die Kinder sollen beschreiben, was sie auf der Folie sehen und sie sollen dabei auf die geometrischen Figuren eingehen die sie erkennen. Daran anschließend erkläre ich das Tangram-Spiel mit seinen Regeln und stelle den weiteren Verlauf der Unterrichtsstunde vor.
Die Figur des „Herrn Tangram" soll bei den Schülern Freude wecken, wie schön und einfach ein Mensch aus geometrischen Figuren gelegt werden kann und sie motivieren sich mit dem Tangram auseinanderzusetzen.

Bei der zweiten Variante beginnt der Einstieg (und die erste Begegnung mit dem Tangram) mit einem Sitzkreis, in dem ich die Geschichte von Formulus aus dem Tangramland erzähle. Die Geschichte wird mit entsprechenden Tangram-Bildern (auf DIN A4-Blättern) verdeutlicht, die nacheinander in die Kreismitte gelegt werden. Auf diesen Bildern ist ein farblich ausgestalteter „Tangram-Mensch" abgebildet, der auf seiner Reise durch das Tangramland auf die unterschiedlichsten Figuren trifft, welche alle aus den Tangram-Teilen bestehen. Auch hier können die Kinder ihr Vorwissen mit einbringen, indem sie die einzelnen Formen benennen. Wie bei der Figur des „Herrn Tangram" sollen hier die Schüler/innen motiviert werden sich mit dem Tangram auseinander zu setzen.
Anschließend gebe ich eine kurze mündliche Erklärung und Einführung in das Tangram-Spiel, welches eine Voraussetzung für die Arbeit mit dem Tangram ist und erläutere den weiteren Ablauf der Doppelstunde.

Ich habe mich für die zweite Variante entschieden, da die Schüler/innen meines Erachtens mit der Geschichte von Formulus stärker motiviert werden sich mit dem Tangram auseinanderzusetzen. Es wird auch nicht nur eine, sondern mehrere verschiedene Figuren vorgestellt, die das Interesse der Schüler/innen wecken sollen. Des Weiteren fördert der Sitzkreis stärker die gemeinschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema.

5.2 Artikulationsschema

Die Artikulation des Unterrichts ist im „klassischen" Dreischritt gegliedert:

5.2.1 Einstiegssituation

Bei dem Einstieg sollen die Schüler/innen auf die Begegnung mit dem Inhalt (Tangram) vorbereitet werden. Dies geschieht durch Darbieten und Vorstellen und soll den Wunsch bei den Kindern erwecken die Fertigkeit mit dem Tangram zu erlernen und damit selbstständig umzugehen zu können.

5.2.2 Hauptteil

Nach diesem Einstieg beginnt der Bau eines eigenen Tangrams, welches die Schülerinnen aus Karton herausschneiden sollen. Dieses erfolgt mit Hilfe einer Papierschablone, welche ihnen ausgeteilt wird und die sie auf den Karton kleben sollen.
Dieses eigene Tangram soll eine weitere Motivation im Umgang mit dem Figurenlegen sein, welches im weiteren Verlauf der Stunde geplant ist.

Im Anschluss (zweite Hälfte der Doppelstunde) erfolgt eine Stationenarbeit, um eine Differenzierung der Schüler/innen zu gewährleisten in Bezug auf ihre Leistungsfähigkeit. Dafür durchlaufen die Schüler/innen einzelne Stationen, wobei sie sich weitestgehend aussuchen können, welche und wie viele Stationen sie besuchen wollen. Sie können die Stationen sowohl als Einzel- als auch als Partnerarbeit machen, wobei meine Aufgabe ist, darauf zu achten, dass jedes Kind selbstständig versucht Aufgaben zu lösen.
Die einzige Pflichtstation ist die Station 3, die sowohl „schwache" wie auch „starke" Schüler/innen entsprechend ihrer Fähigkeiten lösen können. Bei dieser Station soll die Phantasie und die Freude im Umgang mit geometrischen Figuren gefördert werden.
1. Station: Figuren mit Umrisslinien in Originalgröße mit allen Hilfslinien der Formen als Lösungsvorschlag
2. Station: Figuren in Originalgröße mit einigen Hilfslinien, die auf eine mögliche Lösung deuten
3. Station: Phantasiefiguren mit dem Tangram legen
4. Station: verkleinerte Figuren mit der Untergliederung der Formen des Tangrams
5. Station: verkleinerte Figuren ohne Hilfslinien, als ,,schwarze Schatten" vorgegeben
Die einzelnen Stationen sind im Anhang ausführlich beschrieben. Zu den einzelnen Stationen gibt es z.T. umgedrehte Lösungsblätter zum selbstständigen Überprüfen der Ergebnisse. Dies dient der Eigenverantwortung und der Selbstkontrolle.

5.2.3 Schlusssituation

Der Abschluss dieser Unterrichtsstunde erfolgt wieder in einem Sitzkreis, indem die Schüler/innen von ihren Schwierigkeiten, Entdeckungen und Erfahrungen berichten und sich gegenseitig Tipps und Hilfestellung geben können. Dies dient der Reflektion über das Thema.
Durch diese Reflexion sollen die gemachten Erfahrungen und Erkenntnisse noch einmal gefestigt werden.

Diese Doppelstunde ist als eine Einführung gedacht innerhalb einer Unterrichtsreihe zur Geometrie, daher scheint es mir sinnvoll das Tangram innerhalb dieser Unterrichtsreihe immer wieder zur Auflockerung einer Stunde und zur Festigung des Umgangs mit geometrischen Formen einzusetzen (z.B. als Hausaufgabe oder als eine zusätzliche Station in weiteren Stationenarbeiten).

5.3 Medien und Sozial- und Aktionsformen

Medien:
- Tangrambilder für die Geschichte des „Herrn Tangram"
- Karton, Scheren, Klebstoff zum Herstellen des Tangrams
- Kopiervorlagen für die einzelnen Stationen
- Lösungsblätter zum Überprüfen der Ergebnisse
- Laufzettel

Sozialformen:
- Lehrer/Schüler-Gespräch (Sitzkreis)
- Einzelarbeit
- Partnerarbeit

Aktionsformen:
- darbietende Unterrichtsform: direkte Präsentation (Geschichte des „Herrn Tangram")
- entdeckenlassende Unterrichtsform: selbstgesteuertes Lernen (Bau des Tangrams, Stationenarbeit)
- erarbeitende Unterrichtsform: zurückhaltend gelenkt (Sitzkreis: Reflektion über die Arbeit mit dem Tangram)

5.4 Unterrichtsgrundsätze

Bei den Unterrichtsprinzipien beziehe ich mit im Wesentlichen auf folgende drei Prinzipien:
- fundierendes Prinzip der Schülergemäßheit: Das Spielen und Experimentieren mit den Tangram-Figuren entspricht dem kindlichen Umgang mit solchen Spielen.
- regulierendes Prinzip der Selbsttätigkeit: Die Schüler/innen sind den größten Teil der Unterrichtsstunde selbsttätig, indem sie ihr Tangram bauen bzw. in Stationenarbeit versuchen Figuren nachzulegen.
- regulierendes Prinzip der Motivation: Sowohl durch die Anfangsgeschichte als auch durch das Bauen des eigenen Tangrams und das nachfolgende Experimentieren damit sollen die Kinder motiviert werden sich mit geometrischen Formen auseinander-zusetzen.

6. Geplanter Unterrichtsverlauf

 

Zeit U-phasegeplantes Lehrerverhaltenerwartetes SchülerverhaltenMedien/ Sozialformen
Einstieg:
3 Min
L. begrüßt die S. und bittet sie nach vorne in einen Sitzkreis zu kommen.S. kommen nach vorne in den SitzkreisUnterrichts-
gespräch, Sitzkreis
Problematisierung
12 Min.
L. erzählt die Geschichte von „Formulus“ und geht mit den S. auf die geometrischen Formen ein.S. identifizieren die geometrischen FormenM: Bilder zu der Tangram-geschichte
Erarbeitungsphase I
20 Min.
L. erklärt den Bau des Tangrams und teilt die Materialien aus.
L. beobachtet das Geschehen und gibt Hilfestellung, wenn sie gebraucht wird.
L. gibt Anweisungen für die S. die früher fertig werden: den Mitschüler/innen helfen oder mit dem Tanngram frei experimentieren.
S. bauen nach Anleitung der L. ihr eigenes Tangram
S. die früher als die anderen fertig werden, helfen den anderen oder experimentieren frei mit ihrem Tangram
Einzelarbeit,
M: Bastelkarton, Papierschablone,
Klebstoff, Scheren
Erarbeitungsphase II
40 Min.
L. führt in die Stationenarbeit ein und teilt Laufzettel aus.
L. beobachtet das Geschehen und gibt Hilfestellung, wenn sie gebraucht wird.
L. gibt 5 Min. vor Ende dieser Phase eine Anweisung, dass die S. langsam zum Ende kommen sollen.
S. erarbeiten alleine oder zu zweit die einzelnen Stationen.Einzelarbeit / Partnerarbeit,
M: Laufzettel,
Tangram, Stationen-anweisungen
Reflexions-
phase
15 Min.
L. bittet die S. nach vorne in einen Sitzkreis zu kommen.
L. moderiert die „Reflexion“:
„Was hat euch an dieser Stunde gefallen?“
„Was hat euch nicht gefallen und wo hattet ihr Schwierigkeiten?“
„Habt ihr Ideen, wie man das Problem „xy“ lösen könnte?“
„ … „
L. verabschiedet sich von den S. und löst den Sitzkreis auf.
S. berichten über ihre Erfahrungen und Schwierigkeiten und denken über Lösungen nach.Unterrichts-gespräch, Sitzkreis

 

7. Literatur

- Gawert, M. (2000). Tangram - nur eine Spielerei? Praxis Grundschule, 3/2000, S. 28-32.
- Gawlista, K. (2000). Das Tangram - Spielend geometrische Grunderfahrungen machen. Grundschulmagazin, 3/2000, S. 16-18.
- MBFJ. (2002). Teilrahmenplan Mathematik. In Rahmenplan Grundschule. Grünstadt: Sommer Druck.
- Schmidt_International. Tangram: Schmidt Spiel und Freizeit GmbH.



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