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Wir testen die Sprungparcours
Datum: 13. Mai 2009 Kommentare: 0
Zusätzliche Informationen:
Beschreibung:
Die SchülerInnen sollen in dieser Stunde für sich eine Entscheidung treffen, auf welchem Parcours sie beim Spring-Reit-Turnier starten wollen. Durchgeführt in einer 2. Klasse.

Wir testen die Sprungparcours
Wir testen die Sprungparcours aller Teams und entscheiden uns, auf welchem Sprungparcours wir beim Spring-Reit-Turnierstarten wollen.
Thema der Unterrichtsreihe
Wir befassen uns mit einer elementaren, leichtathletischen Grundform, indem wir uns dem Überspringen von Hindernissen widmen.
Thema der Unterrichtsstunde:
Wir testen die Sprungparcours aller Teams und entscheiden uns, auf welchem Sprungparcours wir beim Spring-Reit-Turnier starten wollen.
Aufbau der Unterrichtsreihe:
1. Wir lernen Pappkartons auf vielfältige Weise als mögliches Bewegungsmaterial kennen.
2. Als Springpferde nutzen wir vielfältige Möglichkeiten, um über Hindernisse (Pappkartons) zu springen.
3. Wir befinden uns in der Vorbereitung für ein Spring-Reit-Turnier. Dazu erstellen und erproben wir entsprechende Sprungparcours.
4. Wir testen die Sprungparcours aller Teams und entscheiden uns, auf welchem Sprungparcours wir beim Spring-Reit-Turnier starten wollen.
5. Wir starten beim Spring-Reitturnier.
6. Wir variieren unseren Sprungparcours im Hinblick auf Höhe und Länge der Hindernisse.
7. Wir lernen den Kreisparcours mit unterschiedlich hohen und langen Hindernissen kennen.
8. Wir lernen Staffeln kennen und erproben sie in selbst aufgebauten Hindernisbahnen.
Lernschwerpunkt und Lernziele
Schwerpunktziel:
Selbstkompetenz:
Die Schüler [1] sollen in dieser Stunde für sich eine Entscheidung treffen, auf welchem Parcours sie beim Spring-Reit-Turnier starten wollen.
| Lernziele | |
| Sachkompetenz | Die Schüler erweitern ihre Erfahrungen im Hinblick auf das Springen und Laufen. |
| Selbstkompetenz | Jedes Kind hat die Möglichkeit: • die Hindernisse je nach eigener Fähigkeit zu überwinden • die Schüler bekommen mehr Sicherheit im Laufen und Springen • sie schulen ihre individuelle auditive Wahrnehmungsfähigkeit • Erfolg und Misserfolg emotional zu bewältigen • zu reflektieren, welche Auswirkungen die Kartonanordnung auf ihren Laufrhythmus hat • die Parcours der anderen Gruppen im Hinblick darauf zu bewerten, welche sie gerne und gut absolvieren können • sich am Ende für eine Bahn zu entscheiden auf der es am Spring Reit-Turnier starten möchte. |
| Sozialkompetenz | Die Schüler: • können ihre Fähigkeit ausbauen in der Gruppe angemessen miteinander zu kommunizieren • im Sitzkreis lernen die Schüler sich gegenseitig zuzuhören • können lernen sich innerhalb einer Gruppe einzuordnen, sowie Absprachen gemeinsam zu treffen und umzusetzen • müssen auf ihr Mitschüler Rücksicht nehmen und im Hindernisfeld aufeinander achten |
| Methodenkompetenz | Die Schüler verbessern ihre Erfahrungen mit Gruppenarbeit. Es kommt in erheblichem Maß auf die Kooperationsfähigkeit der Schüler an. |
Lernvoraussetzungen/Bedingungsfeld
| Lern- und Lehrvoraussetzungen | Ausprägung / Merkmal | Maßnahmen / Konsequenzen |
| Zusammensetzung der Klasse | Die Lerngruppe besteht aus 25 Schülern, 11 Mädchen und 14 Jungen, im Alter von fünf bis sieben Jahren. Sieben Kinder sind türkischer Herkunft. Die Sprachkenntnisse entsprechen nicht dem Standard. Ein Teil der Kinder ist noch verspielt und es fällt ihnen schwer, längere Arbeitsaufträge aufmerksam zu verfolgen. Nach den Weihnachtsferien ist ein Junge neu in die Klasse hinzugekommen und wiederholt das erste Schuljahr. Seit circa vier Wochen besucht eine neue Mitschülerin die Klasse 1b. Der Klasse 1b stehen drei Sportstunden in der Woche zur Verfügung. Die meisten Kinder sind sportlich motiviert und treiben in ihrer Freizeit auch Sport. | |
| Soziale Voraussetzungen | In der Klasse herrscht ein lebendiges Unterrichtsklima. Die Klassengemeinschaft hat sich seit dem letzten Besuch vorteilhaft entwickelt. Das soziale Klima in der Klasse ist sehr lebhaft. Die Kinder, überwiegend die Jungen, testen gegenseitig ihre körperlichen Stärken aus. Schnell lassen sie sich zu kleinen Machtkämpfen hinreißen. Sie haben bereits einige Erfahrung mit Gruppenarbeit und offenen Unterrichtsformen gemacht. Einigen fällt es manchmal noch schwer sich innerhalb einer Gruppe einzuordnen. Den Kindern der Klasse sind bestimmte Verhaltens- und Gesprächsregeln bekannt. Während der Arbeit an Parcours können einige Kinder Sachen ausprobieren, die gefährlich für sie sein könnten. | Sollte es in dieser Stunde zu Konflikten kommen, werde ich versuchen mit meiner Hilfe die Konflikte zu lösen. Ich werde diese Kinder darauf hinweisen, dies zu unterlassen. |
| Methodenkompetenz | Die Stunde startet mit einem offenen Beginn. Den Kindern stehen Bälle und Seilchen zur Verfügung. In Halle wird in zwei Hälften geteilt. In der einen Hälfte wird mit dem Ball gespielt und in der anderen Hälfte dürfen die Kinder mit dem Seilchen springen. C., A., B. und M. halten sich nicht immer an die Regeln in ihrer Hälfte zu bleiben. Den Kindern ist der geschlossene Stationsbetrieb aus der vergangenen Unterrichtseinheit bekannt. In der heutigen Stunde finden die Kinder einen offenen Stationsbetrieb vor. Möglicherweise fällt es den Kindern noch schwer den Wechsel von dem einen zum anderen Parcours selbständig vorzunehmen. Es kann sein, dass sich die Kinder einen bestimmten Parcours ausgeguckt haben auf der sie springen möchten und von daher fällt es ihnen schwer, einen selbständigen Wechsel vorzunehmen. Den Kindern ist auch das Gespräch im Sitzkreis bekannt. Dennoch fällt es einigen Kindern immer noch sich an Gesprächsregeln zu halten. Die Klasse ist damit vertraut, den Unterricht im Sitzkreis in der Mitte der Halle zu beginnen. Ich habe mich aber in dieser Unterrichtsreihe dafür entschieden, den gewohnten Kreis aus Platzmangel in die Hallenecke zu verlegen. | Erinnerung an die Hallenaufteilung. Ich werde sie immer wieder darauf hinweisen, dass sie alle Parcours ausprobieren sollen und gegebenenfalls auch die noch verbleibende Zeit durchgeben. Erinnerung an die Gesprächsregeln Erinnerung an den neuen Treffpunkt |
| Sachkompetenz | Die Kinder konnten in den vorherigen Unterrichtsstunden bereits einige Erfahrungen im Überspringen von Hindernissen sammeln. | Sollten Kinder Schwierigkeiten beim Überspringen haben, werde ich ihnen Tipps geben worauf sie achten sollen. |
| Selbstkompetenz | Fast alle Schüler verstehen klare Anweisungen gut und können diese umsetzen. Aus früheren Stunden kann ich sagen, dass die Kinder in der Lage sind mehrere verbale Erklärungen und Anweisungen umzusetzen. M., S., S. und B., vier Jungen mit türkischer Abstammung, haben manchmal Probleme den Anweisungen zu folgen. Bei M., S. und S. scheint es mir so, als ob sie manche Anweisungen nicht verstehen. B. dagegen fällt es generell schwer zuzuhören und sich an Regeln und Absprachen zu halten. Die Kinder der Klasse sind sehr lebhaft und aktiv. Sie wollen ständig in Bewegung sein und halten es kaum durch, während den Anweisungen leise zu sein. Vor allem einige Jungs sind hier sehr auffällig. Nach diesen Beobachtungen ist für die geplante Stunde zu erwarten, dass sich die Schüler ähnlich verhalten. | Bei der Erklärung der Übungsform und des Bewegungsauftrages müsste also darauf geachtet werden, dass M., S., S. und B. die Anweisungen verstanden haben. Ich muss darauf achten, dass ich diese Schüler genau im Blick habe und gegebenenfalls einschreite. Erinnerung an die Gesprächsregeln |
Sachanalyse
Gehen, Laufen, Springen und Werfen sind elementare Bewegungsformen aus der Alltagsmotorik der Kinder. Das Springen und Laufen ist eng miteinander verknüpft. Fast alle Sprungarten sind mit Anlauf verbunden, der im Sprung endet, was im Prinzip nichts anderes ist, als ein besonders gestalteter letzter Schritt
Springen spielt in der Menschheit schon immer eine große Rolle. Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Formen des Springens in verschiedenen Sportarten herauskristallisiert. Beim Turnen oder in der Gymnastik dient das Springen eher der Ausdrucksgestaltung und Ästhetik. Auch in anderen Sportarten werden Sprünge als Hilfsmittel eingesetzt, um höher oder weiter zu kommen.
In der olympischen Leichtathletik gibt es vier Sprungdisziplinen. Der Weit- und Dreisprung fordern das Springen in die Weite. Im Gegensatz dazu gilt es im Stabhoch- und Hochsprung die größtmögliche Höhe zu überwinden. Ferner gibt es noch den Hürden sowie den Hindernislauf. In der Leichtathletik haben sich im Laufe der Jahre bestimmte Techniken als besonders ökonomische Lösungsmöglichkeiten erwiesen, die sich zum Erreichen von großen Höhen bzw. Weiten durchgesetzt haben. Die Darstellung dieser Techniken würde den Rahmen dieses Entwurfs sprengen. Deshalb verzichte ich darauf. Kennzeichnend für jede Art von Sprung sind drei ineinander übergehende Bewegungsabschnitte: Absprung - Flugphase - Landung.
In dieser Stunde geht es darum, den Schülern die große Bewegungsvielfalt des Springens näher zu bringen. Die Schüler sollen ihre Erfahrungen im Überlaufen bzw. Überspringen von Hindernissen vertiefen. Sie können für sich selber Taktiken entwickeln, wie sie am schnellsten den Parcours bewältigen können. Sie können beispielsweise erfahren, dass sie über die Hindernisse besser springen können, wenn sie mit dem rechten Fuß abspringen. Sie müssen ihren Lauf folglich darauf ausrichten, dass der letzte Schritt mit dem rechten Fuß gemacht wird, daran schließt sich der Absprung an. Um vor dem Hindernis mit dem rechten Fuß auszukommen, können die Kinder zum einen kleine Schritte vor dem Hindernisse machen oder aber auch ihre Schrittlänge in die Länge ziehen.
Folglich spielt der Bewegungsrhythmus [2] eine sehr entscheidende Rolle in dieser Stunde.
Der Bewegungsrhythmus ist von vier Faktoren bestimmt. Bewegungsform, Bewegungszeit, Bewegungskraft und Bewegungsraum [3] . Die Bewegungsform beinhaltet das individuelle Bewegungsverhalten jedes einzelnen Menschen. Die persönliche Haltung und das entsprechende Körperbewusstsein spielen dabei eine große Rolle. Hier kann eine Ursache dafür liegen, dass manche Schüler echt schnell einen Bewegungsrhythmus auffinden und manche Schüler gar nicht, oder nur sehr langsam. Dieser Aspekt muss bei der Durchführung der vorliegenden Stunde bedacht werden. Mit der Bewegungszeit einer Bewegung ist die Differenzierung von langsamer und schneller Bewegung, sowie die Akzentuierung bestimmter Abläufe gemeint. Dieser Aspekt ist mit dem der Bewegungskraft verknüpft. Hier kommt es auf die dynamische Struktur von Spannung und Entspannung innerhalb des Bewegungsablaufs an. Beim Überspringen von Hindernissen ist der Bewegungsrhythmus in entspannte Lauf- und kraftvolle Absprungphase eingeteilt. Entscheidend für den Bewegungsrhythmus ist, dass er sich erst in der aktiven Auseinandersetzung mit den entsprechenden Umweltgegebenheiten bilden kann. Variiert man die äußeren Bedingungen, verändert sich auch der Bewegungsrhythmus. Ein Bewegungsrhythmus kann daher immer nur entstehen und jeweils entwickelt werden – er ist niemals schon da [4] .
Einordnung der Unterrichtsstunde in den Lehrplan
Erfahren und Begreifen
...wenn die Erfahrungen aus dem konkret erlebten Bewegungshandeln erwachsen und als Erkenntnisse auch wieder darin einfließen.
Laufen, Springen, Werfen - Leichtathletik
...Elementare leichtathletische Formen lernen, üben und anwenden. Die Schülerinnen und Schüler führen einfache leichathletische Bewegungsformen aus. Aufgabenschwerpunkt: Den Körper beim Laufen erleben und vielfältige Lauferfahrungen machen.
Erfahrungsorientierung und Handlungsorientierung
...neue Erkenntnisse und Einsichten gewinnen und in praktischen Handlungszusammenhängen erproben.
Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungsfähigkeit erweitern
...die Wahrnehmung der Welt (hier: Abstände der Hindernisse) und des eigenen Körpers (hier: der eigenen Bewegung) entwickeln.
Didaktische Überlegungen
Das Laufen und Springen über Hindernisse hat für Schüler einen hohen Aufforderungscharakter. Dennoch kann die Motivation für einige eventuell gesteigert werden, indem dieser Bewegungsinhalt thematisch eingebettet wird. Hierbei bietet sich insbesondere das Thema „Spring-Reit-Turnier“ an. Die Schüler fühlen sich dann als Reiter eines Pferdes und begeben sich damit auf eine rollenspielerische Ebene. Das entspricht den kindlichen Interessen und dem kindlichen Entwicklungsstand. Weiterhin können aus diesem Thema Wettspiele zum Hindernislauf abgeleitet werden. Unter Bezug auf ihren Entwicklungsstand fordert Martin [5] den Erwerb einer Vielzahl von Basistechniken in der Grobkoordination. Daneben legitimieren die Rahmenrichtlinien die Behandlung des Springens als grundlegende Bewegungsfertigkeit im 1. und 2. Schuljahr. Die Schüler sollen folglich in vielfältigen Bewegungssituationen eine stimmige Koordination entwickeln und somit ihr Bewegungskönnen erweitern. Neben der spielerischen Auseinandersetzung können die Schüler erkennen, dass sie ihre Fähigkeiten durch intensives Üben verbessern. Durch eine wachsende Bewegungssicherheit erfahren die Schüler Selbstsicherheit und Motivation zu neuen Herausforderungen.
Im Bezug auf den Aufgabenschwerpunkt, “ den Körper beim Laufen erleben und vielfältige Lauferfahrungen machen“, werden verschiedene Bewegungsbeispiele genannt. Unter anderem werden hier das Überlaufen von Hindernissen und das Experimentieren mit Abständen und Laufrhythmus genannt. Darum soll es in dieser Stunde gehen. Die Bewegungskompetenz der Schüler soll also dahingehend erweitert werden, dass sie die verschiedenen Formen des Springens beispielsweise das Weit-, Hoch-, Über-, oder Zielspringen ausführen und erfahren sollen.
Sportunterricht soll den Schülern eine Freude an der Bewegung und am gemeinschaftlichen Sporttreiben bewirken. Die Schüler sollen in dieser Stunde Bewegungsprobleme erkennen und formulieren. Dafür werden die Schüler beim Lauf über Hindernisse mit einem ungewohnten Laufrhythmus konfrontiert. Sie nehmen ihn wahr und werden in der anschließenden Reflexionsphase herausgefordert, ihre Wahrnehmungen zu äußern.
Das Erlernen eines Rhythmusgefühls und somit auch das rhythmische Laufen ist in seiner Komplexität in dieser Jahrgangsstufe nicht erlernbar. Allerdings ist es von besonderer Wichtigkeit für viele Sportarten. Daher soll in dieser Stunde ein erster Kontakt mit dem rhythmischen Laufen geschaffen werden und die Schüler sollen erkennen, dass es auch im Sporttreiben Rhythmus gibt.
Durch die didaktische Reduktion ergibt sich, dass die Schüler in dieser Stunde keinen perfekten Laufrhythmus über Hindernisse entwickeln werden, allerdings werden sie ein Gefühl für Hindernisse und Rhythmus bekommen und lernen sie wahrzunehmen. Dies soll besonders dadurch gefördert werden, dass sie verschiedene Parcours überlaufen werden.
Der didaktische Schwerpunkt der Stunde liegt im Bewegungsauftrag. Jeder Schüler erhält die Aufgabe, schildert eure Erfahrungen und Erlebnisse auf den verschiedenen Bahnen und versucht eine für euch günstige Hindernisbahn zu finden an der ihr beim Spring-Reit-Turnier starten möchtet. Bei dieser Aufgabe müssen die Schüler für sich selbst reflektieren, worauf es beim Überlaufen einer solchen Bahn ankommt. Sie müssen einen gleichmäßigen Kartonabstand wählen, den sie schnell und rhythmisch überlaufen können. Auch wenn an dieser Stelle Schwierigkeiten auftreten sollten, da ein Schüler keine passende Bahn findet, weil jeder einen individuellen Laufrhythmus hat, ist dies für den Wahrnehmungsprozess förderlich und diese Erkenntnis sogar wünschenswert.
Während der Stunde beschränke ich mich bei den Hindernissen auf Schuhkartons, da sie aufgrund ihrer Eigenschaften besonders gut geeignet sind. Zum einen sind sie leicht und flexibel einsetzbar und nehmen durch diese Eigenschaften den Schülern die Angst vor dem starren Hindernis und zum anderen fordern sie zum Überlaufen heraus.
| Lehrplanaspekt | Schwerpunktwahl | Begründung |
| Inhalte des Schulsports | Laufen, Springen, Werfen - Leichtathletik Elementare leichtathletische Formen lernen, üben und anwenden. Die Schüler führen einfache leichathletische Bewegungsformen aus. Aufgabenscherpunkt: Den Körper beim Laufen erleben und vielfältige Lauferfahrungen machen. | Die Schüler sollen ihre Bewegungskompetenz dahingehend erweitern, dass sie verschiedene Formen des Springens beispielsweise das Weit-, Hoch-, Über-, oder Zielspringen ausführen und erfahren sollen. |
| Pädagogische Perspektive | Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungsfähigkeit erweitern …die Wahrnehmung der Welt (hier: Abstände der Hindernisse) und des eigenen Körpers (hier: der eigenen Bewegung) entwickeln. | Die Schüler sollen in dieser Stunde keinen perfekten Laufrhythmus über Hindernisse entwickeln. Allerdings werden sie ein Gefühl für Hindernisse und Rhythmus bekommen und lernen sie wahrzunehmen. Dies soll besonders dadurch gefördert werden, dass sie verschiedene Stationen überlaufen werden. |
| Prinzipien eines erziehenden Unterrichts | Erfahrungsorientierung und Handlungsorientierung neue Erkenntnisse und Einsichten gewinnen und in praktischen Handlungszusammenhängen erproben | Die Schüler sollen in dieser Stunde für sich selber neue Erkenntnisse gewinnen indem sie die verschiedenen Hindernisparcours testen und für sich selber zu der Einsicht gelangen, welchen Hindernisparcours sie am Besten bewältigen können. |
| Lehren und Lernen | Erfahren und Begreifen … wenn die Erfahrungen aus dem konkret erlebten Bewegungshandeln erwachsen und als Erkenntnisse auch wieder darin einfließen | Die Schüler erfahren beim Testen aller Hindernisparcours, welcher Parcours am optimalsten für sie aufgebaut ist. Daraus können sie die Erkenntnis für sich selber ziehen, auf welcher Hindernisbahn sie beim Spring-Reit-Turnier starten wollen. Denn nur ein Hindernisparcours, den sie gut bewältigen können, führt dazu, dass sie beim Spring-Reit-Turnier erfolgreich abschneiden können |
| Bedeutung des Lerngegenstandes für die Kinder | Den Kindern wird in dieser Stunde der Freiraum gegeben, sich nach ihren individuellen Möglichkeiten auszuprobieren. Im täglichen Leben testen die Kinder stets ihre Grenzen aus. Der gegebene Freiraum erhöht die Motivation der Kinder. Sie können neue Erfahrungen machen und neue Erkenntnisse ziehen |
Didaktische Reduktion
Erfahren und Begreifen
Jedes Kind soll die die fünf verschiedenen Hindernisparcours bewusst durch- laufen und für sich selber aus dem Erlebten Entscheidungen für sich treffen.
Methodische Begründung
Die Stunde gliedert sich in Phasen: offener Beginn, Hinführung und Aufbau, Erprobungsphase, Reflexion und Abschluss.
Einstiegsphase
Die Stunde beginnt mit einer freien Bewegungszeit. Dadurch können die unterschiedlichen Umziehzeiten der Schüler ausgeglichen werden und die Kinder, die schon in der Halle sind, können ihrem Bewegungsdrang nachkommen. Die freie Bewegungszeit wird mit einem den Kindern bekannten Signal beendet.
Die Schüler räumen die bereitgestellten Materialien weg und kommen in die Hallenecke, welche zur Begrüßung und zur Einstimmung in die Sportstunde genutzt wird.
Ich habe mich in dieser Unterrichtsreihe für die Hallenecke entschieden, da unser gewohnter Sitzkreis in der Hallenmitte, auf Grund der Hindernisbahnen, die im Laufe der Stunde aufgebaut werden, nicht mehr genutzt werden kann. Der neue Treffpunkt in der Hallenecke ist für die Schüler noch ungewohnt. Er ist aber aus organisatorischen Gründen nicht anders zu bewältigen.
Hinführungsphase und Aufbau
Die Schüler versammeln sich in der Sitzecke. Ich werde den Kindern den weiteren Ablauf der Stunde anhand einer Bilderabfolge erläutern.
In der vorangegangenen Stunde wurden die Kinder in Fünfergruppen eingeteilt. Die Aufteilung der Gruppen erfolgte für die Kinder nach dem Zufallsprinzip. Ich habe aber versucht die Gruppe so homogen wie möglich zusammenzustellen, so dass die Kinder dieselben Vorrausetzungen haben. In ihren Gruppen entwickelten die Kinder selbständig ihren Hindernisparcours. Da die Kinder selbständig einen Parcours entwickeln durften war die Motivation sehr viel höher. Ich habe die Kinder mehrmals darauf hingewiesen, dass sie ihren Parcours in der nächsten Stunde wieder aufbauen sollen und sie sich ihren Aufbau deshalb gut merken müssen.
Die Kinder bekommen in der heutigen Stunde Namensschilder, wobei ihre Namen in der jeweiligen Gruppenfarbe geschrieben sind. Auf diese Weise ist dafür gesorgt, dass sich die Gruppen nicht neu zusammenstellen. Entsprechend ihrer Gruppenfarbe sind auch die Kartons eingefärbt, so ist den Kindern deutlich wo sie ihre Bahn aufzubauen haben.
Die Gruppen bekommen die Aufgabe, den in der letzten Stunde entwickelten Parcours erneut aufzubauen. Da ich mir nicht sicher sein konnte, dass sich alle Gruppen an ihren Parcours erinnern, habe ich die einzelnen Parcours der Gruppen fotografiert. Die Fotos können zur Hilfe für den Aufbau bei mir abgeholt werden. Ferne sind Markierungen an der Wand angebracht worden.
Nach dem Aufbau des eigenen Parcours dürfen die Gruppenmitglieder diese selber testen und gegebenenfalls Veränderungen vornehmen.
Ist der Parcours aller Teams fertig gestellt treffen sich alle wieder in der Hallenecke.
Erprobungsphase
Die Kinder versammeln sich in der Hallenecke und erhalten den Bewegungsauftrag: „Testet die Parcours aller Teams und schildert nachher eure Erfahrungen und Erlebnisse auf den anderen Bahnen und versucht die zu entscheiden, auf welcher Bahn du am Spring-Reit-Turnier starten möchtest und warum.
Die Kinder dürfen den offenen Stationsbetrieb zum Thema „Überwinden von Hindernissen“ ausprobieren.
Die Entscheidung für einen offenen Stationsbetrieb zum Thema fiel nicht schwer:
die Kinder sollen ihre eigenen Erfahrungen beim Bewältigen der Hindernisse machen. Aus diesem Grund ist es nicht nötig, dass die Gruppen einen geschlossenen Wechsel der Parcoursbahnen vornehmen
die Kinder sollen für sich selber entscheiden, auf welche Bahn sie beim Spring-Reit-Turnier starten möchten
• für einige Kinder ist beispielsweise bereits nach dem ersten Überlaufen einer Bahn klar, ob sie günstig aufgebaut ist oder nicht. Ist die Bahn ungünstig für das Kind, kann es selbständig zur nächsten Bahn wechseln ohne auf seine Gruppe warten zu müssen
• dadurch werden Bewegungswiederholungen möglich, was bei der Schulung der Gleichgewichtsfähigkeit sehr wichtig ist
• durch das Anbieten verschiedener Hindernisparcours werde ich allen Schülern gerecht (Differenzierung)
• Schüler sollen alle Hindernisbahnen durchlaufen, um möglichst vielfältige Erfahrungen zu sammeln
Die Anzahl von fünf Parcours hat sich schon bei früheren Stationsbetrieben als sehr günstig herausgestellt
Meine Funktion besteht darin, den Parcoursbetrieb zu beobachten, besonders auf die schwächeren Schülerinnen und Schüler zu achten und helfend und unterstützend zu wirken.
Reflexion
Die Schüler versammeln sich für die Reflexion erneut in der Hallenecke.
Ihre Namensschilder werden nun dafür genutzt, ihre Entscheidung auf welcher Bahn sie beim Spring-Reit-Turnier starten wollen zu dokumentieren. Sie sollen ihre Namen auf vorbereitete farbige Karten kleben. Auf einen Blick kann man nun erkennen, wer sich für seine eigene Bahn entschieden hat und wer einen Bahnwechsel vorgenommen hat.
Abbau
Die Klasse räumt selbstständig in ihren Gruppen die Schuhkartons in die Umzugkartons. Sie beachten dabei den ordnungsgemäßen Umgang mit den Kartons und helfen sich gegenseitig. Wer fertig ist setzt sich in die Hallenecke zurück.
Abschluss
Die Schüler versammeln sich in der Hallenecke. Ich gebe einen Ausblick auf die nächste Stunde und wir schließen die Unterrichtsstunde mit unserem Abschlusslied ab.
Literaturverzeichnis
• Dombrowski, O.: Leichtathletik mit Grundschulschülern, Aachen 1994
• Gröbert.D. : Kinder finden ihren eigenen Rhythmus. In. Sportpädagogik Heft 4/98
• Haberkorn, C./ Plaß, R. : Leichtathletik II. Sprung. Wurf. Stoß. Diesterweg 1992. S. 134ff.
• Martin, D.: Training im Kindes- und Jugendalter, Schorndorf 1988
• Medler, M.: Leichtathletik - Spiel- und Wettspielformen, Neumünster 1986
• Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen: Grundschule Sport, Ritterbach, Frechen, 2008.
• Scheid, V.: Motorische Entwicklung in der mittleren Kindheit. Vom Schuleintritt bis zum Beginn der Pubertät, In: Baur, Bös,
• Trebels, H. : Bewegungsrhythmus. In: Sportpädagogik Heft 4/98, S. 20-30
Verlaufsplan
| Phase | Unterrichtsgeschehen | Sozialform / Medien | Didaktischer Kommentar |
| Einstimmung Ca. 5 min | Die Schüler kommen in die Turnhalle und dürfen sich frei in der Halle bewegen. LAA verteilt an jedes Kind eine „Pferdestartnummer mit Namen“. Diese wird auf das T-Shirt geklebt. | Die Kinder orientieren sich frei in der Turnhalle Seilchen, Bälle | Dieser gleitende Unterrichtsbeginn hat den Vorteil, dass die ersten Schüler nicht unnötig auf andere warten müssen. Sie können sich bereits mit den vorgefundenen Dingen vertraut machen und den ersten Bewegungsdrang abbauen. |
| Arbeitsauftrag Ca. 3 min | Auf ein bekanntes Signal hin versammeln sich die Schüler in der Hallenecke (Pferdestall). LAA erinnert an das Thema der vorangegangen Stunde und gibt Verlaufstransparenz. Arbeitsauftrag: Baut zusammen in eurer Gruppe euren in der letzten Stunde entwickelten Hindernisparcours auf. Nachdem ihr den Parcours aufgebaut habt, dürft ihr ihn einmal testen. Danach kommt ihr in die Hallenecke zurück. | Die Kinder sitzen in de Hallenecke Bilder | Die Gruppen finden sich anhand gleicher Farbnummern erneut zusammen. Jede Gruppe nimmt sich die Kartons und geht in den entsprechend farbig markierten Hallenbereich. |
| Aufbauphase Ca. 5 min | Die Schüler bauen und erproben ihren selbständig in der letzten Stunde erstellten Sprungparcours. Dabei sollen sie sich mit anderen Gruppenmitgliedern absprechen. LAA greift nur bei Fragen oder Problemen ein und beobachtet einzelne Gruppenprozesse. Sollten sich die Schüler nicht mehr an ihren Aufbau erinnern, werden ihnen Fotos als Hilfe zur Verfügung gestellt. | Gruppenarbeit Fotos | Die Schüler erhalten in dieser Phase Zeit, ihren in der letzten Stunde entwickelten Parcours erneut auf zubauen. Es kommt in erheblichem Maß auf die Kooperationsfähigkeit der Schüler an. Sollte es im Bereich der Kooperation Schwierigkeiten geben, wird LAA der entsprechenden Gruppe mit Rat und Tat zur Seite stehen. Sollte es wider erwartend bei mehreren Gruppen zu unüberwindbaren Widerständen oder Problemen kommen, werden die Schüler erneut in die Hallenecke gerufen und es wird gemeinsam nach Lösungen gesucht. |
| Arbeitsauftarg Ca. 15 min | Die Schüler kommen nach dem Aufbau in der Hallenecke zusammen. Die Schüler erhalten ihren Bewegungsauftrag. Testet die Bahnen aller Teams und schildert nachher eure Erfahrungen auf den anderen Bahnen. Ihr sollt euch nachher entscheiden, auf welcher Bahn ihr beim Spring-Reit- Turnier starten wollt. | Die Schüler sollen vielfältige Erfahrungen beim bewältigen der Hindernisbahnen machen. | |
| Reflexion Ca. 5. min | Auf ein bekanntes Signal kommen alle Schüler in der Hallenecke zusammen. Die Schüler entscheiden sich für eine Hindernisbahn. | Farbige Karten Namensschilder | Die Schüler sollen ihre Ergebnisse austauschen und ihre Erfahrungen reflektieren. Durch Schülerdemonstrationen können verbale Aussagen veranschaulicht und somit Erkenntnisse vertieft werden. |
| Abschluss Ca. 3 min | Ausblick auf die nächste Stunde und singen des gemeinsames Abschlussliedes. |
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