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Wir feiern viele Feste - Sankt Martin

Wir feiern viele Feste - Sankt Martin
Unterrichtsentwurf
Datum: 23. Mai 2009 Autor: Kralotta Kommentare: 0

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Beschreibung:

In dieser Unterrichtsstunde sollen die SchülerInnen auf der Basis ihres bisherigen Wissens eine differenziertere Kenntnis von einer Auswahl verschiedener Martinsbräuche bekommen. Außerdem sollen ihnen bewusst werden, wie sehr unser Jahr durch Feste strukturiert ist. Exemplarisch dargelegt am Beispiel des sich jährlich wiederholenden Martintages. Durchgeführt in einer 2. Klasse.


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Wir feiern viele Feste - Sankt Martin


Wir feiern viele Feste - Sankt Martin

1. Ausgangslage des Unterrichts

Die Klasse 2b der setzt sich aus 28 Schülerinnen und Schülern zusammen, von denen 11 Jungen und 17 Mädchen sind.
Der Klassenraum ist nicht sehr geräumig. Die zehn Tische sind U-förmig im Raum angeordnet, wobei zusätzlich vier Tische innerhalb dieser U-Form platziert sind.
Die Gestaltung des Klassenraums ist im Allgemeinen freundlich, doch auch hier spiegelt sich der Mangel an Platz wider. An den Wänden befinden sich ein von den Schülerinnen und Schülern selbst gestalteter Geburtstagskalender und ein Jahresplan, des weiteren schmücken einige Bilder, Produkte aus dem Kunstunterricht, die Rückwand des Klassenraumes.
Ebenfalls ist der Klassenraum mit einem Overheadprojektor ausgestattet.
Die Schulstunden dauern 45 Minuten und enden ohne Pausengong, dieser ertönt nur bei großen Pausen, nach der zweiten und vierten Stunde.
Die Thematik der geplanten Stunde - „Sankt Martin“ - ist den Kindern bereits aus der ersten Klasse sowie aus dem Kindergarten bekannt.

2. Sachanalyse

In der Fachliteratur ist die Thematik „Feste und Bräuche“ besonders häufig in den Bereichen Kindergarten- und Grundschulpädagogik zu finden. Überschneidungen mit der theologischen Literatur ergeben sich dort, wo Feste und Bräuche auf einen religiösen Ursprung zurückzuführen sind.
Sankt Martin zu feiern und dieses Brauchtum fortzuführen erstreckt sich nun schon über „1600 Jahre“[1] . Angesichts dieser langen Zeitspanne ist es natürlich interessant, den Ursachen dafür auf den Grund zu gehen. Zwei wichtige Aspekten sollen nun im Folgenden betrachtet werden: Das Wesen des Festes sowie die Person Martin von Tours.

Das Leben eines Menschen wird unter anderem „gegliedert von Tätigkeit und Ruhe, Alltag und Fest“[2] . Ohne Feste wäre der Alltag beliebig und eintönig - „ein wichtiger Bestandteil unserer kulturellen Identität würde fehlen“.[3] Der Wunsch, Feste mitzuerleben, sie zu gestalten, an ihnen teilzuhaben, sie vorzubereiten und begehen zu dürfen, demonstriert ein „Bedürfnis, das die Menschen unabhängig von Gesellschaft und Kultur von jeher bewegte“.[4]
Hinsichtlich der Bräuche ist festzustellen, dass „Feste, die mit volkstümlichem Brauchtum verbunden werden, bei den Menschen stärker verankert sind und demzufolge stärker zelebriert werden“[5] . Bräuche stellen sich auf vielfältige Weise dar. Die Literatur stellt verschiedene Merkmale von Bräuchen heraus: „Eine dem Brauch zu Grunde liegende Geschichte, eine Gemeinschaft, die den Brauch zelebriert, Elemente wie Umzug, Maskierung, Spiel oder Lied und ein Zweck“[6] .
„Die ursprüngliche Bedeutung von brauchen = nötig haben identifiziert Bräuche als lebensnotwendig“[7] . Sie helfen Erinnerungen wach zu halten, dienen als Strukturelement für Zeit, geben Fixpunkte für Rechtsregeln, „fördern aber auch Tourismus, Wirtschaft und Kommerz, sie dienen der Repräsentation und der Selbstdarstellung, sprechen Leib und Seele an, vermitteln Glaubensinhalte und verankern religiöse Riten“.[8]

Am 11. November jeden Jahres feiern „Millionen von Menschen in Europa“ [9] den Martinstag. Es stellt sich an diesem Punkt die Frage, wer Sankt Martin eigentlich war und was der Grund für diese nun schon über 1600 Jahre andauernde Aufmerksamkeit gegenüber ihm ist.
Martin wurde „316/317 in Sabaria“[10] , dem heutigen Ungarn, als Sohn eines römischen Tribuns geboren. Seine Kindheit verbrachte er allerdings zum größten Teil in Pavia – Italien. Mit 15 Jahren trat Martin, auf Drängen des Vaters, in die Offiziersschule ein und „diente in der Gardegruppe unter Kaiser Konstantin, später unter Caesar Julian“[11] . Im Alter von 18 Jahren war Martin in Gallien stationiert. Vor den Stadttoren von Amiens soll sich die Geschichte der Mantelteilung ereignet haben. Der Legende nach, die ein Beispiel für Martins ausgeprägtes Wohltätigkeitsbemühen ist, soll er seinen Mantel mit einem frierenden Bettler geteilt haben. Unter dem Eindruck dieses Ereignisses ließ Martin sich nicht nur taufen, er „schied auch aus der römischen Armee aus und wurde Schüler des Hilarius von Poitiers“.[12]
Im Jahre 361 gründete er in Ligugé (bei Tours) das erste Kloster in Gallien und 371 wurde er zum Bischof von Tours gewählt.
Martin gehört zu den wenigen Heiligen, dessen „Gedenken in der Gegenwart noch genauso ungebrochen weiterlebt, wie in der Vergangenheit“[13] Gründe dafür können sein beispielhaftes Leben sein: „Ein Leben, das die christliche Botschaft handgreiflich gemacht hat“[14] und dem Inhalt des christlichen Glaubens Ansatzpunkte gegeben hat. (siehe dazu auch 3.2)

3. Didaktisch-Methodische Reflexion

3.1 Zuordnung in den Bildungsplan

Der Baden-Württembergische Bildungsplan für die Grundschule aus dem Jahre 2003, lässt eine Zuordnung des Themas „Wir feiern viel Feste – Sankt Martin“ in das Kompetenzfeld zwei zu: „Ich – du – wir: Zusammen leben, miteinander gestalten, voneinander lernen: die Schüler erkennen, dass das Zusammenleben durch Symbole, Regeln und Rituale organisiert wird und diese Orientierung Sicherheit gibt.“[15]

3.2 Gegenwarts- und Zukunftsrelevanz

Es kann davon ausgegangen werden, dass ein Großteil der Schülerinnen und Schüler zum Thema „Sankt Martin“ Vorwissen aus dem Kindergarten und der ersten Klasse mitbringen. In der Schule haben sie dieses Thema wahrscheinlich schon im Rahmen des katholischen Religionsunterrichtes behandelt, da sich die Thematik bezüglich ihres christlichen Ursprungs hier besonders gut anbietet.
Es ist zu erwarten, dass den Schülerinnen und Schülern die verschiedenen Martinsbräuche schon begegnet sind (beispielsweise der Martinsumzug mit der Schule, das Laternenbasteln, etc.).
Ein konkreter Gegenwartsbezug ist zudem auch dadurch gewährleistet, dass die Schülerinnen und Schüler in der Unterrichtsstunde zuvor ihre Martinslaternen gebastelt haben und am darauf folgenden Tag der jährliche Martinsumzug der Schule stattfinden wird. Dieser Ausgangspunkt bietet sich an, um mit der Fragestellung anzuknüpfen, „warum man überhaupt Sankt Martin feiert“ und welche Bräuche damit verbunden sind.
Sankt Martin bietet den Kindern ein hohes Maß an „Identifikationspotenzial“[16] . Dieser Aspekt sollte nicht nur von der menschlichen, sondern auch von der kulturellen Identifikation betrachtet werden, den die Thematik „Sankt Martin“ im Unterricht mit sich bringt. Vielleicht ist es pathetisch zu behaupten, dass Kinder Vorbilder und starke, positive Figuren brauchen, die ihnen als Leitbild dienen können.
Dennoch kann man sagen, dass der Heilige Martin Attribute der christlichen Nächstenliebe konkret für die Kinder werden lässt. In diesem Zusammenhang ließe sich hinzufügen, dass das Fest „Sankt Martin“ auch Chancen zur Begegnung mit anderen Religionen und Kulturen bietet und damit auch endgültig seine Berechtigung im Fach MeNuK findet: Die Symbole „Licht und Dunkelheit, Wärme und Kälte sind religionsübergreifend“[17] zu verstehen.

3.3 Lernziele

Lernziel der Unterrichtsstunde soll sein, dass die Schülerinnen und Schüler auf der Basis ihres bisherigen Wissens eine differenziertere Kenntnis von einer Auswahl verschiedener Martinsbräuche bekommen. Außerdem sollen ihnen bewusst werden, wie sehr unser Jahr durch Feste strukturiert ist. Exemplarisch dargelegt am Beispiel des sich jährlich wiederholenden Martintages.

Kognitive Ziele
• Die Schülerinnen und Schüler können aufmerksam und ruhig einer Geschichte folgen
• Die Schülerinnen und Schüler können bereits erworbenes Wissen aktivieren und anwenden
• Die Schülerinnen und Schüler haben Kenntnis von verschiedenen Martinsbräuchen.
• Die Schülerinnen und Schüler können Satzteile einander richtig zuordnen.
• Die Schülerinnen und Schüler haben Kenntnis von traditionellen Liedern.

Affektive Ziele
• Die Schülerinnen und Schüler können aufmerksam und ruhig einer Geschichte folgen und sich dabei (wichtige) Dinge merken.

3.4. Didaktisch-Methodische Begründung

Die Stunde wird begonnen, indem die Lehrerin den Schülerinnen und Schülern die Geschichte von Sankt Martin vorliest. Die Geschichte wurde auf prägnante Passagen gekürzt und dem Verständnis der Schülerinnen und Schüler sprachlich sowie inhaltlich angepasst. Dieser Einstieg wurde gewählt, um den Schülerinnen und Schüler eine Grundlage für den Verlauf der Stunde zu geben und um sie an das Thema heranzuführen. Anzumerken ist, dass während dieser Phase ein zugedeckter Tisch, auf dem sich diverse Gegenstände befinden, in der Ecke der Klasse befindet. Dies ist beabsichtigt, um so die Neugier der Schülerinnen und Schüler zu wecken und sie auf das Thema zu fokussieren. Während die Geschichte vorgelesen wird, dürfen sich die Kinder der hinteren Sitzreihen auf ihre Tischbänke setzen, diese Form wird auch während der Erarbeitungsphase beibehalten, damit jeder einen guten Blick auf den „Aktionstisch“ hat und in das Unterrichtsgeschehen miteinbezogen ist. Dies ist zudem auch für die Lehrperson von Vorteil, da ihr diese Sozialform einen besseren Überblick gewährt. Die Geschichte wird eingeleitet, indem die Schüler darauf hingewiesen werden gut zuzuhören, um später beim Aufdecken des Tisches kontrollieren können, ob sie aufgepasst haben. Hiermit wird eine Fokussierung auf das kommende Unterrichtsgeschehen beabsichtigt.
Nachdem der „Aktionstisch“ in der Mitte des Klassenraumes positioniert wird, entfernt die Lehrerin das Tuch. Dies alles bleibt von der Lehrperson undokumentiert. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Möglichkeit bekommen, die nun aufgedeckten Gegenstände auf sich wirken zu lassen. Erst danach hebt die Lehrerin einen Gegenstand hoch und wartet die Reaktion der Schülerinnen und Schüler ab. Dies geschieht, da es sich um Gegenstände handelt, die in ihrer Bedeutung in der zuvor vorgelesenen Geschichte erläutert wurden. Es ist beabsichtigt, dass sich nun ein Lehrer-Schüler-Gespräch entwickelt, indem die Lehrerin die von den Kindern gemachten Aussagen aufnimmt und so die Geschichte vom heiligen Martin nochmals rekonstruiert. Hierbei ist kein Lehrer-Echo beabsichtigt, es dient eher zur Festigung und zur nochmaligen Möglichkeit, wichtige Aspekte der Martinsgeschichte erfassen zu können, da dies in der Anwendungsphase wichtig sein wird. Zum Abschluss dieser Phase hält die Lehrerin Schilder bereit, auf denen die Gegenstände verschriftlicht sind. Die Lehrerin zeigt den Schülerinnen und Schüler die Schilder, sagt aber nichts dazu, sondern wartet die Reaktion der Kinder ab. Die Schülerinnen und Schüler ordnen dann ein Schild dem jeweiligen Gegenstand zu. Dies dient nochmals zu einer vertieften Auseinandersetzung sowie Wiederholung der Thematik.

Im nächsten Schritt folgt nun die Anwendung. In dieser Phase sollen die Schülerinnen und Schüler ein Arbeitsblatt bearbeiten, bei dem sie Satzteile einander richtig zuordnen müssen. Die Satzteile beziehen sich inhaltlich auf die zuvor gehörte und im Lehrer-Schüler-Gespräch nochmals wiederholte Martinsgeschichte.
Bevor die Arbeitsblätter verteilt werden, erklärt die Lehrerin frontal den Arbeitsauftrag. Dies geschieht, um einer allgemeinen Unruhe bezüglich der Arbeitsblätterverteilung vorzubeugen. Zusätzlich zur verbalen Erklärung des Arbeitsauftrages zeigt die Lehrerin an der Tafel ein Beispiel. Erst jetzt erhält jede Schülerin und jeder Schüler zwei Arbeitsblätter. Das erste zeigt verschiedene Satzteile, die durcheinander geraten sind und die die Schülerinnen und Schüler ausschneiden und auf dem zweiten Arbeitsblatt (Schmuckblatt) richtig zugeordnet, zunächst nur auflegen sollen. Den Schülerinnen und Schülern ist es freigestellt, ob sie einzeln oder mit Partner arbeiten möchten. Dies dient auch in Ansätzen zur Differenzierung.
In der sich anschließenden Kontrollphase werden die einzelnen Sätze, die nun richtig zugeordnet sein sollen, gemeinsam besprochen und an der Tafel zur Visualisierung mit Pappstreifen angebracht, damit alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit zur Kontrolle haben. Erst jetzt sollen die Schülerinnen und Schüler ihre Papierstreifen auf dem Schmuckblatt festkleben.
In der Abschlussphase verteilt die Lehrerin den Liedtext von „Sankt Martin“. Zwar kann davon ausgegangen werden, dass die Schülerinnen und Schüler den Text kennen, doch so hat jeder den Text noch einmal vor sich liegen und kann bei Bedarf darauf zurückgreifen. Der Text wird einmal gemeinsam gelesen, zwecks Wiederholung und dann begleitet die Lehrerin die Schülerinnen und Schüler auf der Flöte zu dem Lied. Da das Lied Sankt Martin schon sehr alt ist, wird es als traditionelles Liedgut angesehen.

4. Stundenverlaufsplan

ZeitLehrzieleUnterrichtsschritteAktivitäten der Schülerinnen und Schüler
Aktivitäten des Lehrenden
Organisation, Sozialform, Medien(Fach-)Didaktische Begründung
10 Min.Aufmerksam und ruhig einer Geschichte folgen können.Begrüßung / Einstieg- Die Lehrerin und die Schüler/innen begrüßen sich gegenseitig
- Lehrerin stellt sich nochmals kurz vor
- Lehrerin stellt Bezug zur letzten Stunde her
- Lehrerin liest den Schüler/innen die Geschichte von Sankt Martin vor
- Schüler/innen hören aufmerksam der Geschichte zu und können das Thema der Unterrichtsstunde identifizieren
- Lehrervortrag

- Buch (Geschichte)

(- Im Hintergrund steht bereits ein Tisch, der mit Gegenständen bestückt ist, die allerdings noch durch ein Tuch verdeckt werden)
- Der Einstieg knüpft an die vorangegangene Stunde des gemeinsamen Laternenbastelns an.

- Über den Bezug zur vorherigen Stunde und die Geschichte können die Schüler/innen das Thema der Unterrichtsstunde identifizieren
12 MinBereits vorhandenes Wissen aktivieren und anwenden können

Kenntnis von verschiedenen Martinsbräuchen
Erarbeitung- Lehrerin schiebt vorbereiteten Tisch, der noch von einem Tuch verdeckt ist in die Klassenzimmermitte und deckt ihn auf
- Lehrerin hebt Gegenstände der Reihe nach hoch wartet auf:..
- ...Äußerungen der Schüler/innen zu den einzelnen Gegenständen
- entsprechende Schilder werden den Gegenständen zugeordnet
Tisch bestückt mit:
- Laterne (Martinsfeuer)
- Sankt Martin (Bild)
- Mantel ( Mantel)
- Martinslied
- Martinsgans

- stummer Impuls
- Lehrer-Schüler-Gespräch
- Anknüpfung an Vorwissen zum Thema Sankt Martin
- Bezug zur vorher erzählten Geschichte – wie viel davon wurde von den Schüler/innen aufgenommen
- Vermittlung neuen Wissens
12 Min.Satzteile sinnvoll zuordnen könnenAnwendung- Lehrerin formuliert Arbeitsauftrag für die Arbeitsphase (Erläuterung anhand eines Beispiels: Hinweis: Satzteile zunächst nur ausschneiden und zusammenlegen, aber noch nicht kleben)
- Lehrerin verteilt Arbeitsblatt
- Schüler bearbeiten das AB, schneiden Satzteile aus und ordnen sie richtig einander zu
- Lehrervortrag
- Arbeitsblatt
- Partnerarbeit, Einzelarbeit
- Papier, Schere
- Einbezug von Vorwissen und in der Stunde erworbenen Wissen
- Förderung der Lesefähigkeit
5 MinSatzteile sinnvoll zuordnen könnenKontrolle- Lehrerin bespricht mit den Schüler/innen das AB und klebt Lösung mit Hilfe von Pappstreifen an die Tafel
- Schüler kontrollieren ihre Lösungen, Fixierung mit Klebstoff
- Pappstreifen, Tesafilm
- Klebstoff
- Tafel
- Lehrer-Schüler-Aktion
- gemeinsame Kontrolle und Ergebnissicherung
(Visualisierung mit Hilfe der Pappstreifen)
6 MinKenntnis von Festen im Jahresverlauf, auch im Zusammenhang mit dazugehörigen LiedernAbschluss- Lehrerin verteilt Liedtext zu „Sankt Martin“
- gemeinsames Lesen des Textes
- gemeinsames Singen des Liedes, Begleitung auf der Flöte durch die Lehrerin

- Verabschiedung
- Liedtext
- Flöte
- Vermittlung / Reaktivierung von traditionellem Liedgut

5. Reflexion

Insgesamt bin ich mit meiner Stunde zufrieden. Auch wenn ich die Stunde nicht so beenden konnte, wie ich es mir vorgestellt und dementsprechend vorbereitet hatte. Ich empfand den gehaltenen Unterricht als eine in sich abgerundete Sache.

Den Einstieg mit der Geschichte von Sankt Martin und dem Aktionstisch im Hintergrund, zwar zugedeckt, aber dennoch im Blickfeld der Schülerinnen und Schüler stehend, würde ich immer wieder so vornehmen. Die Kinder entwickelten eine große Neugier, was unter dem Tisch versteckt sein konnte und stellten die phantasievollsten Vermutungen dabei an. Auch war der verdeckte Tisch hilfreich, die Kinder zu erhöhter Aufmerksamkeit zu verweisen. So empfanden sie es als einen Anreiz, der Geschichte still und vor allem aufmerksam zu folgen.
Die Geschichte empfand ich als gut verständlich und altersgerecht. Beim Zusammenschreiben der Geschichte musste darauf geachtet werden, dass der Inhalt relevant und der Text insgesamt zielgerichtet blieb. Dies wurde in der Nachbesprechung bestätigt.
In der Erarbeitungsphase, als die einzelnen Gegenstände hochgehoben wurden, haben die Schülerinnen und Schüler insgesamt sehr gut mitgearbeitet, viele Kinder erkannten einzelne Elemente aus der Geschichte wieder und konnten teilweise sogar darüber hinaus noch Kommentare abgeben. Dies bestätigte mich in der Vermutung ihres Vorwissens aus Kindergarten sowie aus dem Unterricht der ersten Klasse. In dieser Phase ergab sich dann allerdings auch eine kritische Situation, denn als über die Martinslieder gesprochen wurden, wollten viele Kinder diese Lieder singen, doch ich hatte dies in meiner Planung erst für das Ende der Stunde vorgesehen. Obwohl ich noch kurz überlegte, aus der Situation heraus zu handeln und das Singen einfach vorzuziehen, entschied ich mich dagegen, um meinen Plan nicht durcheinander zu werfen. In der Nachbesprechung sagte man mir dann, dass man diese Situationen mit wachsender Erfahrung besser überschauen kann. Mein Ziel für die Zukunft wird unter anderem also sein, in Situationen flexibler zu agieren. Denn im Nachhinein empfinde ich es immer noch als sehr schade, den Impuls der Kinder nicht aufgenommen zu haben.
Außerdem werde ich darauf, achten mir kein Lehrer-Echo anzugewöhnen, da sich dies contraproduktiv auf die Schülerinnen und Schüler auswirken kann. Zwar war es in meinem Fall auch beabsichtigt, die Aussagen der Kinder während des Lehrer-Schüler-Gesprächs aufzunehmen und zu wiederholen, um so die Martinsgeschichte ein zweites Mal zu rekonstruieren. Aber ich denke auch, dass man eine Alternative dazu finden kann, indem man z.B. die Schülerinnen und Schüler zusammentragen lässt.
Während des Sitzkreises erschien es mir wichtig, dass alle Schülerinnen und Schüler möglichst gut sehen konnten, was ich hoch gehalten habe. Dennoch kam vereinzelt Unruhe auf, wenn ich mit Gegenständen herumgegangen bin. Manche Kinder hatten den Gegenstand dann schon gesehen, wollten sich dazu äußern, mussten aber warten, bis alle geschaut hatten.

Die Zuordnung der Schilder verlief meiner Meinung sehr gut, allerdings hätte ich darauf achten müssen, die Schilder langsamer umherzuzeigen. Manche Schülerinnen und Schüler konnten noch nicht so schnell lesen und brachten daher etwas mehr Zeit.

Der Übergang vom Sitzkreis zur Arbeitsphase verlief überraschend schnell und problemlos.
Bei der darauf folgenden Erklärung des Arbeitsblattes hätte ich darauf achten müssen, dass ich nicht so früh KLEBER und SCHERE erwähne. Da sich durch das Beschaffen dieser Materialien Unruhe einstellte.
In der Nachbesprechung sagte man mir später, dass man nicht zu lange Erklärungen machen soll, da dies die Motivation der Schülerinnen und Schüler hemmt.
Bei der Formulierung des Arbeitsauftrages machte man mich später auf zwei Dinge aufmerksam. Zum einen, dass ich mir hätte überlegen müssen, ob jeder den Begriff „Satzteile“ kennt und zum anderen, dass ich besser die Formulierung „Sinnvoll ordnen“ hätte vermeiden sollen und stattdessen z. B „richtig ordnen“ hätte nehmen sollen. Beide Beanstandungen kann ich nachvollziehen und mir auch dies als ein künftiges Ziel setzen, indem ich nämlich verstärkt auf Formulierungen achten werde.

Das Stundenende verlief nicht so, wie ich es geplant hatte, weil die Kinder sich sehr lange mit dem Ausschneiden der einzelnen Satzteile aufhielten. Um die Stunde nicht ohne Abschluss enden zu lassen, entschied ich mich dazu, das Martinslied wegfallen zu lassen, dafür aber in den letzten 7 Minuten die Sätze zu besprechen.
Obwohl zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Schülerinnen und Schüler fertig waren, empfand ich es als wichtig, dass sie die Möglichkeit erhielten, die richtige Lösung zu erfahren. Für die Zukunft werde ich versuchen darauf zu achten, die Stunden nicht zu eng zu planen und stattdessen eine Differenzierungsmöglichkeit bereit zu halten.

7. Literaturverzeichnis

• Bichler, Albert: Feste und Bräuche – Mit Kindern feiern. München: F. Schneider Verlag, 1997
• Döring, Alois: Rheinische Bräuche durch das Jahr. 1. Auflage. Köln: Greven Verlag, 2006
• Hetzel - Kiefner, Gudrun: Die schönsten Bräuche für Kinder. Ravensburg: Ravensburger Buchverlag, 1990
• Klockenbring, Gèrard: Wer war St. Martin? Verlag Freies Geistesleben & Urachhaus GmbH. Stuttgart 1999
• Kreissel, Eva; Scheichl, Andrea; Volcelka, Karl (Hrsg.): feste feiern – Katalog zur Oberösterreichischen Landesausstellung 2002. Trauner Verlag. Österreich 2002
• Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Erziehung und Unterricht Stuttgart (Hrsg): Bildungsplan Baden-Württemberg 2004 – Grundschule. Textdruck Schönbrunn. Altlußheim 2004.
• Stege-Gast, Daniela: Sankt Martin feiern in Kindergarten, Schule und Gemeinde. Herder Verlag. Freiburg im Breisgau 2006.
• Urban, Wolfgang: Der Heilige Martin von Tours. SADIFA MEDIA Verlags GmbH. Kehl 2004.
• (Pusteblume: Das Sachbuch 2. Hannover: Schroedel Verlag GmbH, 1997)
• (Pusteblume: Das Sachbuch 2.: Materialien, Anregeungen, Informationen für Lehrerinnen und Lehrer. Hannover: Schroedel Verlag GmbH, 1998)

Internetquellen:

• www.martin-von-tours.de (Stand 05.11.2006)
• www.daf.phil-fak.uni-duesseldorf.de/medienseminar/ws2001/st-martin/legende.html (Stand 05.11.2006)
• http://www.asl.lur.de/kompetenz/volkskunde/brauch/bräucheprägendasleben.rtf (Stand 18.01.2007)

Fußnoten:
[1] Urban, Wolfgang: Der Heilige Martin von Tours. SADIFA MEDIA Verlags GmbH. Kehl 2004.
[2] http://www.asl.lur.de/kompetenz/volkskunde/brauch/bräucheprägendasleben.rtf.
[3] Kreissel, Eva; Scheichl, Andrea; Volcelka, Karl (Hrsg.): feste feiern – Katalog zur Oberösterreichischen Landesausstellung 2002. Trauner Verlag. Österreich 2002
[4] Kreissel, Eva; Scheichl, Andrea; Volcelka, Karl (Hrsg.): feste feiern – Katalog zur Oberösterreichischen Landesausstellung 2002. Trauner Verlag. Österreich 2002
[5] Kreissel, Eva; Scheichl, Andrea; Volcelka, Karl (Hrsg.): feste feiern – Katalog zur Oberösterreichischen Landesausstellung 2002. Trauner Verlag. Österreich 2002
[6] http://www.asl.lur.de/kompetenz/volkskunde/brauch/bräucheprägendasleben.rtf.
[7] http://www.asl.lur.de/kompetenz/volkskunde/brauch/bräucheprägendasleben.rtf.
[8] Urban, Wolfgang: Der Heilige Martin von Tours. SADIFA MEDIA Verlags GmbH. Kehl 2004.
[9] Urban, Wolfgang: Der Heilige Martin von Tours. SADIFA MEDIA Verlags GmbH. Kehl 2004.
[10] Klockenbring, Gèrard: Wer war St. Martin? Verlag Freies Geistesleben & Urachhaus GmbH. Stuttgart 1999
[11] Klockenbring, Gèrard: Wer war St. Martin? Verlag Freies Geistesleben & Urachhaus GmbH. Stuttgart 1999
[12] Klockenbring, Gèrard: Wer war St. Martin? Verlag Freies Geistesleben & Urachhaus GmbH. Stuttgart 1999
[13] Urban, Wolfgang: Der Heilige Martin von Tours. SADIFA MEDIA Verlags GmbH. Kehl 2004.
[14] Urban, Wolfgang: Der Heilige Martin von Tours. SADIFA MEDIA Verlags GmbH. Kehl 2004.
[15] Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Erziehung und Unterricht Stuttgart (Hrsg): Bildungsplan Baden-Württemberg 2004 – Grundschule. 2004. S. 100.
[16] Stege-Gast, Daniela: Sankt Martin feiern in Kindergarten, Schule und Gemeinde. Herder Verlag. Freiburg im Breisgau 2006.
[17] Stege-Gast, Daniela: Sankt Martin feiern in Kindergarten, Schule und Gemeinde. Herder Verlag. Freiburg im Breisgau 2006.



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