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Großstädte in Baden-Württemberg
Datum: 23. Mai 2009 Kommentare: 0
Zusätzliche Informationen:
Beschreibung:
Die SchülerInnen sollen sich in Zeit und Raum orientieren können. Sie sollen topologische Raster, lokal bis global, kennen und können Räume in diese einordnen. Zudem sollen sie sich in der Gemeinde und im (erweiterten) Heimatraum orientieren können und wenden dabei Grundlagen des Kartenverständnisses an. Durchgeführt in einer 5. Klasse.

Großstädte in Baden-Württemberg
Großstädte in Baden-Württemberg
1. Situationsanalyse
1.1 Zusammensetzung der Klasse 5a
Diese Klasse besteht aus insgesamt 17 SuS [1] und setzt sich aus 7 Jungen und 10 Mäd-chen im Alter zwischen 10 und 11 Jahren zusammen. Ein Großteil der SuS hat einen Migrationshintergrund, was man oftmals an der Aussprache und am vorhandenen Wortschatz bemerkt. Zu Beginn des Schuljahres, als die Klasse neu zusammengesetzt wurde, gab es große Disziplinprobleme, vor allem im Bereich der Kraftausdrücke. Dies hat sich jedoch aufgrund des konsequenten Durchgreifens des Klassenlehrers fast neutralisiert.
Es wird großen Wert auf die Zusammenarbeit mit der Parallelklasse gelegt. So werden z.B. Unterrichtsinhalte immer parallel unterrichtet und auch größere Ausflüge nur zusam-men unternommen.
Die meisten Kinder zeigen großes Interesse am WZG – Unterricht [2] , sind motiviert, be-mühen sich und bereichern den Unterricht durch ihre Kreativität und Selbstständigkeit. Allerdings merkt man auch, dass die Kinder langsam in das Alter der Pubertät kommen und teilweise Desinteresse am Unterricht bekunden.
In WZG unterrichte ich die Klasse seit den Osterferien. Da ich jedoch vor den Ferien eine Unterrichtseinheit in Mathematik durchgeführt habe, konnte ich dort die einzelnen SuS bereits kennenlernen.
Die Klasse wird bei kleinen Leerläufen, wie dem Ausgeben der Arbeitsblätter, häufig unruhig. Die Situation bessert sich jedoch zunehmend und es schaffen immer mehr Schüler, auch während der Gelenkstellen leise zu sein.
1.2 Leistungsstand der Klasse und Verhalten einzelner Schüler
Der Leistungsstand der Kinder dieser Klasse ist unterschiedlich ausgeprägt. So gibt es einige leistungsstarke Kinder, die bereits ein großes Vorwissen mitbringen, und andere, die selbst auf einfache Fragen keine Antwort wissen. Eine Tatsache, die einen differenzierten, SuS- orientierten WZG – Unterricht erfordert.
Zu einzelnen Schülern
P. ist sehr häufig unkonzentriert und benötigt oft eine lange Anlaufphase, bis er die Arbeitsaufträge beginnt auszuführen.
A. ist allgemein sehr schwach in der Schule. Er hat einen sehr geringen Wortschatz und hat oftmals Probleme, dem Unterricht zu folgen.
E. und M. bringen ebenfalls eher schwache Leistungen in der Schule. Hinzukommt, dass beide, genauso wie E., die jedoch eher gute Noten hat, sehr ruhige Persönlichkeiten sind. Dennoch versuche ich, auch kleinste Ansätze zur Mitarbeit zu loben und die Kinder da-durch positiv zu bestärken.
Erwähnenswert ist noch D., da er gerne wiederholt, den Unterricht stört und deswegen öfters an unsere Regeln erinnert werden muss.
1.3 Regeln und gewohnte Arbeitsformen
In der Klasse wird mit gelben und roten Karten gearbeitet. Diese sind an der Tafel befes-tigt.
Bei regelwidrigem Verhalten werden die Namen der jeweiligen SuS zunächst unter die gelbe, bei Wiederholung unter die rote Karte geschrieben, was je nach Schwere des Re-gelverstoßes, eine Zusatzarbeit oder einen Klassenbucheintrag zur Folge hat. Ist die Klas-se beispielsweise zu laut, zählt der Lehrer einen Countdown von drei beginnend. Wenn bei eins bzw. null noch geredet wird, werden die Namen unter die jeweilige Karte ge-schrieben.
Ist eine Stunde sehr gut und konzentriert verlaufen, bekommen die SuS zur Belohnung einen Stein. Diese Steine werden in einem Gefäß gesammelt. Ist das Gefäß gefüllt, planen wir gemeinsam eine schöne Stunde oder einen Ausflug. So durfte beispielsweise die Klasse gemeinsam mit der Parallelklasse Schlittschuhlaufen gehen. Das Belohnungssystem hat sich in dieser Klasse bewährt.
In Partnerarbeit und in kleinen Gruppen arbeiten die SuS meistens gut zusammen, jedoch muss man sie immer mal wieder darauf hinweisen, dass Gespräche in der Gruppe so zu führen sind, dass anderen Gruppen nicht gestört werden.
Auch offenere Arbeitsformen, wie z.B. die Lerntheke, nehmen die SuS positiv an.
Bei Arbeitsphasen entsteht oft eine „Arbeitsunruhe“, die ich bis zu einem gewissen Maße toleriere, da sie häufig fruchtbar im Hinblick auf die Zielsetzung ist.
2. Sachanalyse
2.1 Definition „Großstädte“
Großstädte sind nach der Begriffsbestimmung der Internationalen Statistikkonferenz von 1887 alle Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern.
Am Ende des Jahres 2007 waren 81 Städte in Deutschland Großstädte. Zu dieser Zeit leb-ten 25.449.822 Menschen der deutschen Bevölkerung in Großstädten, das waren 31% der Gesamtbevölkerung.[3]
2.2 Allgemeine Informationen über das Land Baden-Württemberg
Baden-Württemberg ist ein Land im Südwesten Deutschland. Es entstand 1952 durch den Zusammenschluss der Länder Baden, Württemberg- Baden und Württemberg-Hohen-zollern. Die Landeshauptstadt ist Stuttgart. Im Größenvergleich der Länder liegt Baden-Württemberg sowohl nach der Einwohnerzahl als auch der Fläche nach an dritter Stelle.
Die Fläche beträgt 35.752 km2 und es leben etwa 10,7 Millionen Menschen dort.
Das Landeswappen
Das Wappen wird in zwei Varianten geführt, dem großen und dem kleinem Landeswap-pen.
• Im großen Landeswappen ruht auf dem Schild eine Krone mit Plaketten, die die wich-tigsten historischen Bestandteile des Landes widerspiegeln.
Dies sind Franken, Hohenzollern, Baden, Württemberg, Kurpfalz und Vorderösterreich. Die Wappen Badens und Württemberg stehen etwas erhöht.
Als Schildhalter steht rechts der Hirsch, der Württemberg repräsentiert, links der Greif für Baden.
Dieses Wappen wird nur von bestimmten Behörden und Institutionen, wie der Landes-regierung geführt.
• Im kleinen Landeswappen steht auf dem Schild eine Blattkrone, die als Volkskrone die Volkssouveränität nach dem Ende der Monarchie zeigt.
Geführt wird das kleine Landeswappen von allen übrigen Behörden und Institutionen sowie von Notaren.[4]
2.3 Großstädte Baden-Württembergs [5]
In Baden-Württemberg gibt es 1.108 Gemeinden und ein bewohntes gemeindefreies Ge-biet, den Gutsbezirk Münsingen.
Deswegen ist Baden-Württemberg ein Land der kleinen und mittleren Gemeinden. Nur neun Städte haben mehr als 100.000 Einwohner und zählen daher zu den Großstädten.
1) Stuttgart
Stuttgart ist die Landeshauptstadt und ist mit rund 592.000 Einwohnern die größte Stadt Baden-Württembergs und die sechsgrößte Deutschlands. Die Fläche beträgt 207,4 km2.
Als Sitz des baden-württembergischen Landtags und der Landesregierung sowie zahlrei-chen Landesbehörden ist Stuttgart das politische Zentrum des Landes. Die Stadt hat den Status eines Stadtkreises und ist Sitz des Regierungspräsidiums Stuttgart und der Region Stuttgart sowie des evangelischen Landesbischofs von Württemberg und eines römisch-katholischen Bischofs.
2) Mannheim
Die Universitätsstadt Mannheim ist mit etwa 310.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs. Die typische Quadratestruktur der Mannheimer Innenstadt gilt bereits im 17. Jahrhundert als Markenzeichen der Stadt und ist bis heute erhalten.
Die ehemalige Residenzstadt (1720–1778) der historischen Kurpfalz bildet das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar. Von seiner rheinland-pfälzischen Schwesterstadt Ludwigshafen ist Mannheim nur durch den Rhein getrennt.
Die heutige bedeutende Handelsstadt ist wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen Frank-furt am Main und Stuttgart, unter anderem mit den zweitgrößten Rangierbahnhof Deutschlands und einem der bedeutendsten Binnenhäfen Europas.
3) Karlsruhe
Karlsruhe als drittgrößte Stadt des Landes mit einer Fläche von etwa 173 km2 und knapp 300.000 Einwohner.
Historisch ist Karlsruhe Haupt- und Residenzstadt des ehemaligen Landes Baden.
Seit 1950 ist Karlsruhe Sitz des Bundesgerichtshof und seit 1951 des Bundesverfassungsgerichts, weshalb die Stadt den Beinamen „Residenz des Rechts“ trägt.
Da die Straßen strahlenförmig von Schloss aus verlaufen, wird Karlsruhe auch als Fächerstadt bezeichnet.
4) Freiburg
Freiburg im Breisgau ist mit 220.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt in Baden-Württemberg und die südlichste Großstadt Deutschlands. Die Stadt ist Sitz des gleichnamigen Regierungsbezirks.
Die Zähringer bauten im Jahr 1091 auf dem Schlossberg eine Burg und verliehen Freiburg 1120 das Markt- und Stadtrecht. Nach dem Aussterben der Zähringer folgten die Grafen von Freiburg als Stadtherren, deren sich die Bürger durch Freikauf und Anschluss an das Haus Habsburg nach 150 Jahren entledigten. Erst 1806 endete die österreichische Zeit, als auf Befehl Napoleons die Stadt und der Breisgau badisch wurden.
Die Altstadt mit den Wahrzeichen Freiburger Münster und Freiburger Bächle ist Ziel von jährlich über drei Millionen Besuchern.
In Freiburg leben rund 30.000 Studenten der Albert-Ludwigs-Universität, der Musikhoch-schule, der Fachhochschulen und der Pädagogischen Hochschule.
5) Heidelberg
Heidelberg ist eine Großstadt im Südwesten Deutschlands, unweit der Mündung des Ne-ckars in den Rhein. Die ehemalige kurpfälzische Residenzstadt ist bekannt für ihre Schlossruine oberhalb von Fluss und Altstadt und die Ruprecht-Karls-Universität, die älteste Hochschule (1386 gegründet) auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Dadurch ist Heidelberg ein Ziel für viele Wissenschaftler und Touristen aus aller Welt. Die Stadt blickt auf eine über 800-jährige Geschichte zurück. Mit über 140.000 Einwohnern ist Heidelberg die fünft größte Stadt Baden-Württembergs. Sie ist Stadtkreis und zugleich Sitz des umliegenden Rhein-Neckar-Kreises.
6) Heilbronn
Heilbronn ist eine Großstadt im Norden Baden-Württembergs. Mit über 120.000 Einwoh-nern ist sie die sechstgrößte Stadt des Landes Baden-Württemberg und die zweitgrößte Stadt des Landesteils Württemberg.
Die am Neckar gelegene ehemalige Reichsstadt ist heute Stadtkreis und zugleich Sitz des Landkreises Heilbronn, von dem sie vollständig umgeben ist. Die regionaltypische Bezeichnung für die Gegend um Heilbronn ist das Unterland.
Heilbronn ist bekannt als Stadt des Weins sowie als „Käthchenstadt“. Letztere Bezeichnung bekam die Stadt durch das Schauspiel „Das Käthchen von Heilbronn“ des Dichters Heinrich von Kleist.
7) Ulm
Ulm ist eine weitere Universitätsstadt in Baden-Württemberg und liegt an der Donau, am südöstlichen Rand der Schwäbischen Alb. Die Stadt hat über 120.000 Einwohner, bildet einen eigenen Stadtkreis und ist darüber hinaus Sitz des Landratsamtes des Alb-Donau-Kreises.
Ulm ist die größte Stadt im Regierungsbezirk Tübingen und der Region Donau-Iller, zu der auch Gebiete des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben gerechnet werden.
Die Stadt ist bekannt für ihr gotisches Münster, dessen Kirchturm mit 161,53 Metern der höchste der Welt ist. Weiterhin bemerkenswert ist die lange bürgerliche Tradition Ulms mit der ältesten Verfassung einer deutschen Stadt und einem Stadttheater, dessen Anfänge bis ins Jahr 1641 zurückreichen.
Als berühmtester Sohn der Stadt gilt Albert Einstein, der 1879 hier geboren wurde.
8) Pforzheim
Pforzheim liegt im Westen Baden-Württembergs am Rande des Nordschwarzwalds. Es war einst badische Residenzstadt. Heute ist sie Stadtkreis und zugleich Sitz der Verwal-tung des Enzkreises, von dem das Stadtgebiet fast vollständig umschlossen ist.
Pforzheim hat etwa 119.000 Einwohner und wird wegen ihrer Lage und wegen der lange hier ansässigen Schmuckindustrie auch als Goldene Pforte zum Schwarzwald oder als Goldstadt bzw. Gold-, Schmuck- und Uhrenstadt bezeichnet.
9) Reutlingen
Reutlingen, in einer offiziellen touristischen Eigenbezeichnung das „Tor zur Schwäbischen Alb“, ist die Kreisstadt und größte Stadt des Landkreises Reutlingen in zentraler Lage Baden-Württembergs. Die Stadt liegt im äußersten Nordwesten des Kreisgebietes.
1989 überschritt Reutlingen zum ersten Mal die 100.000 Einwohner- Grenze und wurde somit zur jüngsten und kleinsten Großstadt Baden-Württembergs.
3. Didaktische Analyse
3.1 Bezug zum Bildungsplan [6]
Die zentrale Aufgabe des WZG – Unterrichts ist es, die SuS mit der Komplexität menschli-cher Organisationsformen in ihren historischen, räumlichen, politischen und wirtschaftlichen Ausprägungen vertraut zu machen.
Der Unterricht soll zu einem nachhaltigen, differenzierten Weltverständnis mit eigenen Werthaltungen führen. Dabei soll durch eine demokratische Erziehung die Verantwortungsbereitschaft sowie die politische Urteilsfähigkeit der SuS gefördert werden.
Eine themenorientierte Vermittlungsweise im Fächerverbund WZG gilt als didaktisches Prinzip. Dabei soll der Ausgangspunkt der Entscheidungen für Themen, Methoden und Medien im Erfahrungs- und Interessenhorizont der SuS begründet sein. Diese Inhalte gelten dann als exemplarisch für weitere Themen.
Neben dem Aufbau eines Zeitbewusstseins gehört zu den fachlichen Grundlagen ebenso der Aufbau einer Raumvorstellung, in der Räume topographisch eingeordnet werden können. Beides möchte ich einerseits durch die Informationen über die Entstehungsgeschichte der einzelnen Städte und andererseits durch den Umgang mit topographischen Karten anbahnen.
3.2 Kompetenzen [7]
Die folgenden Kompetenzen sollen in der vorliegenden Sequenz angebahnt werden:
Orientierung in Zeit und Raum
Die SuS
• kennen topologische Raster, lokal bis global, und können Räume in diese einordnen;
• können sich in der Gemeinde und im (erweiterten) Heimatraum orientieren und wen-den dabei Grundlagen des Kartenverständnisses an
• kennen die politische Gliederung Deutschlands,
Dies möchte ich u. a. durch den Umgang mit der Karte erreichen.
• kennen örtliche historische Zeugnisse und können Veränderungen beschreiben.
Dadurch dass die SuS sich mit der Stadtgeschichte beschäftigen, wird ihr Historizitätsbe-wusstsein geschult und sie lernen zu verstehen, dass eine Stadt sich über die Jahre, seit ihrer Entstehung, verändert hat.
Bedürfnisse und Nutzungskonflikte
Die SuS
• erkennen an regionalen und überregionalen Beispielen unterschiedliche Nutzungsan-sprüche an Räume und hinterfragen sie.
Die hier aufgelisteten Kompetenzen können in dieser einzelnen Stunde nicht vollständig erreicht werden. Sie werden aber durch diese Stunde gefördert.
3.3 Auswahl und Begrenzung des Stundenthemas
Ausgehend von der Heimatstadt der SuS habe ich mich für das Stundenthema „Großstädte in Baden-Württemberg“ entschieden. Die Kinder kennen die Merkmale ihrer eigenen Stadt sehr gut und können diese auch aufzählen, z.B. viele Einwohner, vier Kinos, mehrere Schwimmbäder, Universität, Universitätsklinik, Münster, etc.
Aus diesem Grund können die SUS ausgehend von Merkmalen ihrer Stadt auf andere Großstädte in Baden-Württemberg schließen.
In dieser Unterrichtsstunde begrenze ich den Lerninhalt nur auf die Großstädte, da eine Ausweitung auf kleiner Städte wie Konstanz, Bad Mergentheim oder Freudenstadt den zeitlichen Rahmen sprengen würde und die Kinder in ihrer Aufnahmefähigkeit überfordern würde.
Außerdem wird durch die Begrenzung des Themas ein Lebensweltbezug geschaffen, da die Kinder in einer Großstadt leben.
3.4 Exemplarität
Das Thema „Großstädte“ wird in dieser Stunde exemplarisch an den Großstädten Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Heilbronn, Pforzheim, Ulm, Heidelberg und Reutlingen eingeführt.
Es soll den SuS ein Überblick über die Merkmale diverser Großstädte im deutschsprachi-gen Raum vermittelt werden.
3.5 Bedeutung des Themas für die Schüler
Das Thema der vorliegenden Stunde beschäftigt sich nicht nur mit einer Thematik, der die SuS in der Schule begegnen. Viele SuS der Klasse kommen gerade in ein Alter, in dem sie sich für die Aktivitäten ihrer Stadt, z.B. Kino und Shopping, interessieren. Dazu sollten sie wissen, dass diese Aktivitäten vor allem in einer Großstadt möglich sind.
Einige der Kinder waren vielleicht auch schon in Stuttgart oder werden die Hauptstadt des Landes Baden-Württembergs in ihrer Zukunft besuchen. So können ebenfalls die ande-ren Großstädte im zukünftigen Leben der SuS, sei es in beruflicher oder freizeitlicher Hin-sicht bedeutsam werden.
Ausgehend von dem Heimatgebiet der Kinder, indem sie größtenteils schon „Wurzeln“ geschlagen haben, sollen sie den erweiterten Heimatraum kennenlernen. Die SuS sollen so motiviert werden die Welt zu entdecken und erfahren, was sie in nahegelegenen Städten erwartet. Sie sollen neugierig werden auf das, was sie außerhalb ihres direkten Umfeldes erwartet. Unbekannte Räume können Angst auslösen, vielleicht es möglich durch ein erstes Kennenlernen dieser Räume den Kindern schon im Vorfeld diese Angst zu nehmen.
Weiterhin ist es wichtig, dass Kinder ein Historizitätsbewusstsein entwickeln. Dies wird in dieser Unterrichtseinheit am Rande geschult, indem die SuS verstehen, dass sich eine Stadt nicht über Nacht entwickelt hat und das Stadtbild in der Entstehungszeit ein anderes ist als heute.
Außerdem gehört die Kenntnis über die Großstädte Deutschland, in diesem Fall Baden-Württembergs zu Allgemeinbildung, die jeder haben sollte.
3.6 Einbettung der Stunde in die Unterrichtseinheit
Dies ist die vierte von acht Stunden zum Thema „Baden-Württemberg und Deutschland“. In den vorangegangenen Stunden haben die SuS die Entstehung Baden-Württembergs, das große und das kleine Landeswappen Baden-Württembergs und die Naturräume ken-nengelernt.
In der darauffolgenden Stunde wird das Wissen über die Großstädte auf die kleineren Städte erweitert. Danach wird ein Bogen zu den anderen Bundesländern in Deutschland gespannt.
3.7 Lernziele
Stundenziel
• Die SuS wissen, unter welchen Voraussetzungen sich eine Stadt Großstadt nennen darf.
• Die SuS wissen, dass ihre eigene Stadt Ulm eine Großstadt ist und kennen darüber hinaus die anderen Großstädte ihres Heimatlandes Baden-Württemberg.
Fachliche Ziele
Die SuS
• kennen das Merkmal der Mindesteinwohnerzahl, welches ausschlaggebend für eine Großstadt ist,
• können einige Großstädte aus Baden-Württemberg aufzählen,
• üben den Umgang mit dem Atlas, indem sie die einzelnen Großstädte in Baden-Württemberg nachschlagen.
Die folgenden sozialen und methodischen Ziele sind mittel- oder langfristige Ziele:
Soziale Ziele
Die SuS
• gehen sorgfältig mit dem Material um (personale Kompetenz),
• halten sich an die Gesprächsregeln (soziale Kompetenz),
• lernen in Partnerarbeit kooperativ und produktiv zu arbeiten (soziale Kompetenz),
• ihre Kommunikationsfähigkeit ausbauen sowohl bei der Partnerarbeit als auch ggf. bei der Präsentation ihrer Ergebnisse (personale Kompetenz).
Methodische Ziele
Die SuS
• können einen Text gezielt auf bestimmte Fragen hin untersuchen und die wichtigsten Ergebnisse herausschreiben,
• können vor der Klasse einen kurzen Vortrag zu einem bestimmten Thema halten.
4. Methodische Vorgehensweise
Hinführung
Nach der Begrüßung wird als Einstieg mittels des OHP [8] ein Bild auf dem ein Dorf und eine Stadt aus der Vogelperspektive zu sehen sind, gezeigt. Die Kinder werden angeregt, Vermutungen darüber zu äußern, was auf dem Bild zu sehen ist. Dadurch dass die Kinder rätseln können, steigert das die Motivation und gleichzeitig wird das Vorwissen der Kinder aktiviert.
Nachdem vermittelt wurde, dass es sich um ein Dorf und eine Stadt handelt, wird von mir ein Bild aufgelegt, auf dem die eben gesehene Stadt und Ulm als Großstadt aus der Vogelperspektive zu sehen ist. Wiederum werden die SuS angeleitet, den Unterschied zwischen den beiden Bildern zu erläutern. Das Ergebnis wird die Klein- und die Großstadt sein.
Durch das Aufklappen der Tafel sehen die Kinder das Thema der heutigen Stunde ange-schrieben.
Erarbeitung und Vertiefung
Nun werden im Unterrichtsgespräch das Kriterium der Mindesteinwohnerzahl und die Merkmale einer Großstadt erarbeitet. Merkmale, welche aus der Lebenswelt der Kinder kommen, wären hier viele Einkaufsmöglichkeiten, mehrere Kinos, Tierparks, mehrere Schwimmbäder und so weiter. Dadurch wird ein Lebensweltbezug geschaffen und das Vorwissen der Kinder wiederum aktiviert. Diese Kriterien werden in einem Tafelbild und einem Arbeitsblatt festgehalten. Dieses Arbeitsblatt ist ein Lückentext, welcher durch das Tafelbild ergänzt wird. Somit verliere ich in dieser Stunde keine Zeit durch das Abschreiben von der Tafel, was in der Klasse sehr lange dauern kann.
Nachdem die SuS die Großstadt Ulm als eine Großstadt kennengelernt haben, sollen sie sich jetzt mit den anderen Großstädten Baden-Württembergs befassen. Dazu lasse ich die Kinder aufzählen, welche Großstädte in Baden-Württemberg kennen. Diese werden ebenfalls an die Tafel geschrieben.
Nun werden die SuS in acht Zweier- bis Dreiergruppen eingeteilt und bekommen je ein Arbeitsblatt zu einer bestimmten Großstadt von Baden-Württemberg. In ihrer Gruppe sollen sie nun bestimmte Fragen zu „ihrer“ Stadt beantworten. Dabei geht es vor allem um die Einwohnerzahl, die Kurzfassung der Entstehungsgeschichte der Stadt, um vorhandene Freizeitmöglichkeiten und um Besonderheiten der jeweiligen Stadt. Die SuS entwerfen sozusagen ein Kurzportrait einer Stadt. Dadurch wird auch das sinnentnehmende Lesen geübt, was eine wichtige Kompetenz auch im Fach Deutsch ist.
Ihre Antworten sollen auf einer Folie festgehalten werden. Da die SuS das Arbeiten mit Folien noch nicht kennen gelernt haben, weisen diese zur Vereinfachung eine vergleichende Struktur auf und sind durch die vorgegebenen Fragestellungen gegliedert. Damit sollten die Bearbeitung der Fragen und die Präsentation der Lösungen noch in der Stunde realisiert werden können. Als Alternative könnte auch ein Plakat gestaltet werden, was allerding in einer Einzelstunde zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Da das Ausarbeiten der Lösungen unterschiedlich lange dauert, ist für „schnelle“ Gruppen ein weiteres Arbeitsblatt vorgesehen (Arbeitsblatt „Einwohnerzahlen“ im Anhang), mithilfe dessen sie sich vertieft mit der Thematik auseinandersetzen können.
Ergebnissicherung und Präsentation
Es gibt in der Klasse einen Kriterienkatalog für Präsentationen. Somit wissen die SuS, worauf sie beim Präsentieren achten müssen. Ich selbst werde mich bei der Präsentation weitgehend zurücknehmen, um bei den SuS eine gewisse Selbstständigkeit einzufordern. Die einzelnen Gruppen dürfen nacheinander ihre Stadt der Klasse vor-stellen. Dazu kommt jeweils die komplette Gruppe nach vorne, wobei am besten jedes Gruppenmitglied etwas sagen sollte. Somit wird das Präsentieren vor der Klasse geübt. Aus Zeitgründen ist es oftmals nicht möglich, dass alle Gruppen ihre Ergebnisse präsentieren. Die restlichen Folien werden eingesammelt, korrigiert und in der nächsten Stunde mit den SuS besprochen. Damit werden alle Schülerarbeiten honoriert.
Abschluss
Bevor wir uns verabschieden, werden die Hausaufgaben in Form eines Arbeitsblattes auf-gegeben. Das Arbeitsblatt „Einwohnerzahlen“ soll von allen Kindern fertig gestellt werden, damit möglichst alle SuS in der nächsten WZG – Stunde dasselbe Material zur Verfügung haben.
5. Literarturverzeichnis
• Bartonicek, Nina: Baden-Württemberg: Eine Werkstatt; Verlag an der Ruhr
• www.wikipedia.de
• Internetseiten der verschiedenen Städte, z.B. www.freiburg.de
• www.baden-württemberg. de
• Microsoft Encarta Enzyklopädie Professional 2004. Microsoft Corporation, 2004
• Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (Hrsg.). 2004: Bildungs-plan für die Grundschule. Villingen-Schwenningen: Neckar-Verlag.
6. Medien
• Tafelbild
• Arbeitsblätter
• Overhead-Projektor
• Folien
Fußnoten:
[1] Wenn in diesem Entwurf von SuS die Rede ist, so sind damit Schülerinnen und Schüler gemeint.
[2] Mit WZG – Unterricht ist der Fächerverbund „Welt-Zeit-Gesellschaft“ gemeint.
[3] vgl. Microsoft Encarta Enzyklopädie Professional 2004. Microsoft Corporation, 2004
[4] vgl. www.baden-württemberg.de
[5] vgl. Internetseiten der einzelnen Großstädte
[6] vgl. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (Hrsg.). 2004: Bildungsplan für die Grundschule. Villingen-Schwenningen: Neckar-Verlag. S. 134-135
[7] vgl. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (Hrsg.). 2004: Bildungsplan für die Grundschule. Villingen-Schwenningen: Neckar-Verlag. S. 136-137
[8] gemeint ist der Over-Head-Projektor
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