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Post vom Schulgespenst

Post vom Schulgespenst
Unterrichtsentwurf
Datum: 13. Juni 2009 Autor: Wera Kommentare: 0

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Beschreibung:

Post vom Schulgespenst zu erhalten ist sicherlich keine neue Idee, aber hochmotivierend für die Schüler und ich kann sie nur weiter empfehlen. Die Verlaufsplanung ist komplett so umgesetzt worden. Durchgeführt in einer 1. Klasse.


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Post vom Schulgespenst


Post vom Schulgespenst

1. Reihenplanung:

StundeThemaSchwerpunkt
1Post vom SchulgespenstDie Lehrerin hat einen Brief für die Klasse 1c vom Schulgespenst. Die SuS sollen zum freien Schreiben angeregt werden, indem sie selbst einen Brief verfassen.
2Wieder Post vom SchulgespenstDie Klasse bekommt wieder Post vom Schulgespenst. Es soll eine Schatzsuche stattfinden. In der Schatzkiste befinden sich Pixibücher. Diese werden in der Stunde gelesen und dürfen von Kindern mit nach Hause genommen werden.
3Antwortschreiben an das GespenstIn kleinen Gruppen soll jeweils ein Brief geschrieben werden. Die SuS sollen sich beim Schulgespenst für die Bücher bedanken. Hierbei werden unter anderem die sozialen Fähigkeiten geschult.
4Wir basteln ein GespenstDie SuS basteln ihr eigenes Gespenst. Hier wird ihnen auch die Möglichkeit gegeben, sich mit Gespenstern und eventuell ihren Ängsten auseinander zu setzen.
5,6,7,8,9,Wir lesen ein Buch: „Schulgespenster“ von Bröger, KehnDas Lesen des Buches wird über mehrere Stunden gehen. Die SuS werden vorgelesen bekommen, aber es werden auch Arbeitsblätter gestellt, die die SuS selbsttätig bearbeiten sollen. Darüber hinaus gibt es Ausschnitte aus dem Buch welche die SuS selber lesen werden.
10Wir schreiben unsere eigenes MinibuchDie Kinder bekommen ein eigenes Minibuch. Hier steht noch einmal die Geschichte aus dem Buch im Vordergrund. Die SuS fassen in diesem die Kapitel entsprechend ihrem Können zusammen.

3. Lernziele

Grobziel: Die SuS setzen sich kreativ mit dem Thema Gespenst und gegebenenfalls ihren Ängsten auseinander.

Feinziele:
Die SuS sind in der Lage
1. einen eigenen Text zu verfassen, indem sie einen Antwortbrief schreiben.
2. einen Text lesbar in Druckschrift zu schreiben, indem auf einen Brief vom Schulgespenst schriftlich antworten.
3. einen Text zu gestalten, indem sie ein Bild zum Brief malen.
4. den Übungswortschatz richtig zu schreiben, indem sie dies selbsttätig tun.

Die SuS wissen, dass in einen Brief immer eine Anrede gehört, indem sie ihren Brief mit liebes (Schul)Gespenst/lieber Hugo beginnen.

Morgenkreis:
Die SuS sind in der Lage
1. sich altersentsprechend und zusammenhängend auszudrücken.
2. den anderen SuS zuzuhören.
3. sich in einer im Klassenraum angemessenen Lautstärke auszudrücken.

4. Verlaufsplanung

ZeitInhaltMethodeBemerkungen
8.00 – 8.10 UhrBegrüßungLehrer Schüler GesprächNach der Begrüßung findet der Morgenkreis statt. Die SuS erhalten die Möglichkeit von ihren Erlebnissen zu erzählen.
8.10 – 8.18 UhrEinführungLehrer Schüler GesprächFrau L. kommt ca. 10 Minuten später. Sie wird den Brief vom Schulgespenst dabei haben. F., A: und C: erhalten die Aufforderung, den Brief vorzulesen.
Anschließend kurzes Blitzlicht, was steht im Brief und was möchte das Gespenst. Es soll einen Hinweis geben, dass in einem Brief immer eine Anrede gehört. C. schreibt an die Tafel: Liebes Gespenst, lieber Hugo.
8.18-8.40 UhrErarbeitungKreatives schreibenEinige SuS werden sicherlich sofort anfangen zu schreiben und erhalten auch die Möglichkeit. Alle anderen SuS werde ich um einen Tisch versammeln und wir werden Ideen für ein Antwortschreiben auf einem Plakat sammeln. Dieses wird dann an die Tafel gehängt, so dass jeder die Möglichkeit erhält, einen eigenen Brief zu schreiben.
Schnelle SuS sollen ihren Brief mit einem Bild gestalten.
Falls die SuS sehr unruhig werden, erhalten sie eine kurze Bewegungspause.
Danach können einige Kinder ihre Briefe vorlesen.
8.40-8.45 UhrSchlussLehrer Schüler GesprächEin abschließendes Gespräch soll klären, ob es den SuS leicht oder schwer gefallen ist, einen eigenen Text zu schreiben. L.:„Ihr habt ja tolle Briefe geschrieben, da wird sich Hugo ja sehr freuen. Ist es dir denn schwergefallen, einen Brief zu schreiben?“ Die Briefe sollen in der großen Pause an die Pinnwand gehängt werden, ausgehend davon, dass das Schulgespenst auch den Klassenraum der 1c besucht. So haben die SuS auch in den nächsten Tagen die Möglichkeit ihre Briefe zu lesen und zu bewundern.

5. Didaktisch-methodischer Kommentar

5.1. Rahmenlehrplan

Das Fach Deutsch bezieht sich in der Grundschule im Land Brandenburg in den Jahrgangsstufen 1/2, 3/4 und 5/6 auf die folgenden Themenfelder:
- Sprechen und Zuhören
- Lesen – mit Texten und Medien umgehen
- Schreiben – Texte verfassen/Rechtschreiben
- Sprache und Sprachgebrauch untersuchen.
Diesen, im Rahmenlehrplan des Landes Brandenburg ausgewiesenen Themenfeldern sind Lerninhalte zugeordnet
Die Legitimation der Stunde ergibt sich aus dem Aufgabenbereich „Schreiben- Texte verfassen/Rechtschreiben“ (vgl. Rahmenlehrplan S.28, 33). Die SuS sollen Schreibfreude Schreibinteressen entwickeln, indem sie mit Hilfe von Anregungen eigene Texte verfassen. Eine Motivation für das Verfassen von Texten und die Einsicht in die Notwendigkeit normgerechten Schreibens wird gestärkt, wenn das Schreiben in kommunikative Situationen eingebettet ist und die Texte gewürdigt werden.

5.2. Deutschunterricht Klasse 1c

Die Klasse 1c wird ihm Deutschunterricht nach dem Kieler Leseaufbau unterrichtet.
Die SuS haben die Vokale als Kapitäne kennengelernt. Sie wissen, dass Wörter aus Buchstaben und Silben bestehen. In jeder Silbe befindet sich ein Kapitän. Folgende Vokale, Konsonanten beziehungsweise Buchstabenverbindungen sind seit Schuljahresbeginn auf vielfältige Art und Weise erarbeitet worden: A, E, I, O, U, Ei, Au, Eu, M, R, S, N, F, L, H, Ch, W, Z, P, T,K sowie die Wortendungen –en und -er. Die dazugehörenden Lautgebärden werden den SuS nach wie vor vermittelt, aber nur in Einzelfällen im Wort- oder Satzdiktat eingesetzt. Das Schreiben dieser Buchstaben wird gleichzeitig als gedruckter Groß- und Kleinbuchstabe gelehrt. Das Prinzip der Einführung eines Buchstabens läuft meist ähnlich: Lautgebärde, Hörübung, Silbentraining und Schreibübung. Diese Schreibübung wird meist nach dem ersten Schreiben des großen und des kleinen Buchstabens in Verbindung mit Wörtern und Sätzen eingeübt. Diese orientieren sich am Kieler Leseaufbau. Darüber hinaus arbeiten die SuS seit einigen Wochen am Schreibschriftlehrgang.
Im Laufe des Schuljahres haben die SuS das Schreiben und das Lesen von Buchstaben, Wörtern und kleinen Sätzen gelernt.. Das freie Schreiben von kurzen Texten wurde selten gefordert.

5.3 Kreatives Schreiben

Kreatives Schreiben ist eine Bezeichnung für Schreibansätze, die davon ausgehen, dass Schreiben ein kreativ sprachlicher Prozess ist, zu dem jeder Mensch methodisch angeleitet werden kann. Eine einheitliche Beschreibung dessen, was kreatives Schreiben umfasst, lässt sich kaum geben, weil die Ansätze sich in Grundlagen, Methoden und Zielen zum Teil sehr stark unterscheiden (vgl. wikipedia).
Böttcher beschreibt das kreative Schreiben als eine besondere Form des Schreibens. Es wäre prozessorientiert und es wird durch assoziative, gestaltende und überarbeitende Methoden trainiert (vgl. Böttcher, S. 7).
In dieser Unterrichtsstunde geht es vor allem um das angeleitete Schreiben, denn nach Böttcher ist kreatives Schreiben auch immer angeleitetes Schreiben, welches dialektisch mit Begrenzung und Spontaneität arbeitet. Das Schreiben findet hierbei nach Vorgabe, Regeln und Mustern statt. Die Verfahren des angeleiteten Schreibens sind inhaltliche Vorgaben, formale Kriterien, strukturelle Regeln, literarische und textorientierte Muster. Durch diese Verfahren wird das Schreiben als Lerngegenstand betont. Außerdem helfen sie die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten zu entfalten und im Idealfall sogar eigene Muster, Regeln und Vorgaben zu erfinden (vgl. Böttcher, S.24).
In der 1. Klasse ist das Ziel des schreibens das Schreiben selber. Aber mit den entsprechenden assoziativen Methoden (z.B. Wörterbörse) und Methoden zur Weiterarbeit ist es möglich SuS auf den mehrschrittigen und bewussten Weg des Schreibprozesses zu führen (vgl. Böttcher S.43).

5.4 Methodisch- didaktische Überlegungen

Die SuS sollen in dieser Stunde angeregt werden unter Anleitung (einen Brief mit Anrede) eigene Texte zu verfassen. Das Schulgespenst taucht in Gesprächen von Frau Laß und mir immer wieder auf, wenn es darum geht, dass irgendwelche Dinge im Klassenraum verschwinden. Ich vermute, dass die SuS sehr motiviert sein werden, einen Brief zu schreiben. Aber es gibt auch einige SuS (besonders X), die vielleicht Probleme haben etwas Eigenes zu entwerfen und zu schreiben. In diesem Fall ist es besonders wichtig, ihn oder auch andere, nicht zu demoralisieren. Da der Brief für die Schüler und mich überraschend kommt, ist es in diesem Fall nicht möglich Wortkarten und Wörterkisten vorzubereiten. Deswegen wird eine Sammlung von Wörtern und Sätzen auf einem Plakat stattfinden. Dies gibt allen SuS die Möglichkeit einen eigenen Brief zu schreiben.
Ich gehe eigentlich davon aus, dass alle auch anschließend ihren Brief vorlesen möchten und deshalb die Stunde nicht reichen wird. Sollte dies so sein, werde ich wahrscheinlich die Möglichkeit nutzen, die Kinder in der 3. Stunde ihre Texte vorlesen zu lassen. Anschließend werden die Briefe an die Pinwand gehangen. So bekommen sie einen würdigen Platz und das Schulgespenst wird nicht vergessen. Denn es wird eine Woche später wieder antworten. Dieser Brief wird dann zwischen den Briefen der SuS hängen. Außerdem fand ich die Vorstellung schade, alle Briefe in einen Briefumschlag zu tun, denn dann wären sie nicht mehr für die SuS zugänglich.
Ziel und Zweck der Unterrichtseinheit ist es, die SuS zu motivieren sich mit einem Thema im Deutschunterricht intensiver auseinander zu setzen, Schreib- und Leseinteressen zu entwickeln, und den Wortschatz zu erweitern. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit sich mit den Kindern über ihre eigenen Ängste zu unterhalten. Denn viele Kinder, vor allem jüngere, haben Angst vor Gespenstern, eventuell sogar noch andere Ängste. Diese Einheit soll ihnen zumindest die Angst vor Gespenstern nehmen. Dabei soll auch das Pixibuch „Mein Hausgespenst“ helfen, welches sie in der Schatzkiste finden werden.

5.5 Unterrichtsverlauf

Einstieg: In der ersten Stunde am Mittwochmorgen erhalten die SuS immer die Möglichkeit in einem Morgenkreis von ihren Erlebnissen zu erzählen. Dieses fördert den Sprachgebrauch und gibt den SuS den Raum, die für sie wichtigen Erlebnisse zu erzählen. Ich achte zurzeit sehr darauf, dass die SuS angemessen laut reden, da viele in der Klasse sehr leise sprechen, so dass sie kaum zu verstehen sind. An diesem Mittwoch wird der Morgenkreis eventuell vorzeitig abgebrochen, da Frau XX verspätet zum Unterricht mit einem Brief vom Schulgespenst in die Klasse kommen wird. Dieser soll von XXX, drei lesestarken Schülern, vorgelesen werden. In einem anschließenden Gespräch soll geklärt werden, was das Schulgespenst gerne möchte (nämlich Post bekommen), was es kann und was es mag. Anschließend sprechen wir darüber, dass bei einem Brief natürlich die Anrede (liebes Gespenst, lieber Hugo) nicht fehlen darf. X, die sehr gut schreiben kann, wird aufgefordert die Wörter an die Tafel zu schreiben. Papier mit Schreiblinien in verschiedenen Farben liegt bereit. Die SuS, die jetzt gerne schreiben möchten, erhalten nun die Möglichkeit. Alle anderen SuS werde ich um den Tisch von X. versammeln.

Erarbeitung: Einige SuS werden sicherlich selbständig oder in Partnerarbeit einen Brief an das Schulgespenst schreiben wollen. Schnelle SuS erhalten die Möglichkeit ihren Brief zu gestalten. Mit den anderen SuS werde ich auf einem Plakat Wörter und Sätze sammeln, die sie dem Gespenst schreiben wollen. Dieses Plakat wird dann an die Tafel gehangen und bietet somit Schreibideen für alle SuS.

Schluss: Wenn die meisten SuS fertig sein sollten und genügend Zeit noch ist, erhalten sie die Möglichkeit ihren Brief vorzulesen. Falls es so sein sollte, dass alle ihren Brief vorlesen möchten und die Stunde aber zu Ende ist, wird das Einsammeln der Briefe auf die 3. Stunde am Mittwoch verschoben. Denn alle SuS die lesen wollen, sollten auf jeden Fall die Möglichkeit dazu erhalten, da dies für die Motivation sehr wichtig ist. In einem Gespräch soll noch mal geklärt werden, welche Probleme aufgetreten sind, damit ich diese beim nächsten Mal berücksichtigen kann.

Literatur:

Böttcher, I. (Hrsg.) (2004): Kreatives schreiben, Berlin.
Bröger, A./Kehn R. (1991): „Schulgespenster“, Stuttgart.
Dietl E.:(2007): Mein Hausgespenst, Pixibuch Carlsen Verlag.
Rahmenlehrplan Deutsch Grundschule (2004), Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, Berlin und Brandenburg.
Spitta, G. (1988): Kinder schreiben eigene Texte: Klasse 1 und 2, Berlin.
http://de. wikipedia.org (23.04.09 - 19.00Uhr)
http://www.avws-bei-kindern.de (10.12.08 - 19.00Uhr)
http://www.basteln-gestalten.de (10.04.09 - 11.15 Uhr)
http://www.finken.de (10.04.09 -11.00 Uhr)
http://www.ksl.salzburg.at/symposium08/kieler-leseaufbau-Handout (16.10.08 - 20.00 Uhr)
http://www.lrs.de (10.04.09 - 11.20 Uhr)
http://www.lrs-online.de (10.04.09 - 11.30 Uhr)
http://www.coldeway.org (16.10.08 - 19.50 Uhr)
http://www.4eye.de/farbschwaeche.htm (10.04.09 - 12.00 Uhr)
http://www.uteschimpke.de (24.04.09 - 15.15Uhr)

Anhang:

Brief von dem Schulgespenst Hugo

Liebe Kinder der Klasse 1c,
mein Name ist Hugo.
Ich bin ein nettes Schulgespenst.
Ich wohne auch in deinem Klassenraum.
Reden kann ich nicht.
Aber ich schreibe gerne und esse gerne Kaugummi.
Musik machen kann ich auch.
Manchmal bin ich einsam.
Liebe Kinder könnt ihr mir einmal schreiben?
Euer Schulgespenst Hugo



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