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Muster erfinden, erkennen und fortsetzen

Muster erfinden, erkennen und fortsetzen
Unterrichtsentwurf
Datum: 16. Juni 2009 Autor: lok1414 Kommentare: 0

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Beschreibung:

In dieser Mathematikstunde sollen die SchülerInnen eigene Muster erfinden, Gesetzmäßigkeiten erkennen und fortsetzen und somit den Umgang mit dem Material einüben. Durchgeführt in einer 1. Klasse.


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Muster erfinden, erkennen und fortsetzen


Muster erfinden, erkennen und fortsetzen

1. Bedingungsanalyse

1.1. Zur Klassensituation

nicht abgedruckt

1.2. Institutionelle Voraussetzungen

nicht abgedruckt

1.3. Zum fachlichen Stand der Klasse

Die Klase wird nach dem Lehrwerk „Mathematik 1“ von Keller/Pfaff unterrichtet.
In den letzten Wochen wurde im Zahlenraum bis 10 addiert und subtrahiert. Am Vortag schloss sich daran eine Lernzielkontrolle an.
Das Thema „Muster“ wurde im Mathematikunterricht noch nie thematisiert. Allerdings gibt es auf vielen Seiten des Deutsch-Arbeitshefts [1] Muster, die fortgesetzt werden mussten, so dass diese Arbeit den Kindern bekannt ist und sie darin auch bereits ein wenig Übung haben.

2. Didaktische Überlegungen

2.1. Lehrplanbezug

2.2. Die Bedeutung des Themas für die Kinder

Ein wichtiger Aspekt des Mathematikunterrichts ist es, Gesetzmäßigkeiten zu erkennen und anzuwenden. Eben dies wird durch das Fortsetzen von Mustern spielerisch eingeübt: Eine vorgegebene Reihe (im Anfangsunterricht ist sie graphisch, im Mathematikunterricht höherer Klassen sind es Zahlenreihen oder Rechnungen) müssen genau betrachtet werden, Regeln und Gesetzmäßigkeiten werden daraus abgeleitet und anschließend angewendet.

Zur Motivation und als roter Faden wurde das Thema Indianer gewählt. Dies hat zum einen inhaltliche Gründe, da die Indianer Nordamerikas ja tatsächlich schöne Muster mit Perlen und anderem hergestellt haben. Zum anderen wählte ich das Thema aber auch, da es dem Interessenkreis der Kinder entspricht. In vorangegangenen Stunden stellte ich fest, wie interessiert viele Kinder an diesem Thema sind: Janos liest mit einer Vorliebe Indianerbücher in der Bücherecke, Marco schreibt beim Freien Schreiben fast ausschließlich Geschichten über Winetou. Durch die Möglichkeit, auch die Squaws einzubeziehen, und durch die handwerklichen Aufgaben werden auch die Mädchen motiviert.

2.3. Prinzipien des Anfangsunterrichts bezüglich dieser Stunde

Bei der Einschulung bringen die Kinder sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit, die bei der Gestaltung des Anfangsunterrichts beachtet werden müssen. Daher sind auch in dieser Stunde Differenzierung und Individualisierung nötig.

Mit problemhaltigen Situationen und ansprechenden (emotional bedeutsamen) Themen soll das Interesse und die Neugierde, die die Kinder bereits in die Schule mitbringen, erhalten und gefördert werden. Das Thema Indianer verspricht eine große Motivation für die Kinder.

Der mathematische Aspekt der Gesetzbildung und –anwendung wird in dieser Stunde auf der enaktiven und ikonischen Ebene durchdrungen. Sie soll eine Vorbereitung und Übung darauf sein, dass die Kinder durch genaues Beobachten Regelmäßigkeiten erkennen und anwenden. Dass dies für die Kinder auch bereits in der ersten Klasse auf der symbolischen Ebene sein kann, zeigen Erkenntnisse von Kindern, wenn sie Analogieaufgaben lösen.

2.4. Lernziele

2.4.1. Kognitive Lernziele:

Die Schüler sollen
• eigene Muster erfinden,
• Gesetzmäßigkeiten erkennen und fortsetzen,
• den Umgang mit dem Material einüben.

2.4.2. Soziale Lernziele:

Die Schüler sollen
• selbst Aufgaben auswählen und lösen,
• eigenständig arbeiten,
• die Arbeiten der Mitschüler betrachten und in Worte fassen.

2.4.3. Emotionale Lernziele:

Die Schüler sollen
• durch das Thema Indianer motiviert und positiv angeregt werden,
• Freude am Umgang mit dem Material haben,
• durch Erfolgserlebnisse in ihrer Lernfreude gestärkt werden.

3. Methodischer Kommentar

3.1. Allgemeine Vorüberlegungen zur Unterrichtsstunde

Die Kinder wissen bereits, dass heute Gäste zu Besuch sind und die Unterrichtsstunde auf Video aufgezeichnet wird. In vorangegangen Stunden hat sich gezeigt, dass die Kinder, wenn Besuch anwesend ist, nicht etwa schüchtern werden, sondern im Gegenteil ausgesprochen unruhig und „aufgedreht“ werden. So ist auch in der vorliegenden Stunde mit einer erhöhten Unruhe und mit einer Ablenkung durch die Kamera zu rechnen. Ich hoffe jedoch, dass sich die Kinder im Laufe des Unterrichts durch das motivierende Thema auf ihre Arbeit konzentrieren.

Die vorliegende Stunde ist für die Kinder die erste. Einige Kinder werden bereits früher im Klassenzimmer sein, da ein offener Unterrichtsbeginn stattfindet.

4.2. Geplanter Aufbau der Unterrichtsstunde

4.2.1. Einstieg

Nach der Begrüßung der Schüler und der Gäste beginnt der Unterricht im „Indianerkreis“. Die Kinder, denen ich zublinzle, schleichen leise wie die Indianer in den Kreis und setzen sich im Schneidersitz auf eine der vorbereiteten Matten.
Wenn alle Kinder im Kreis sitzen, begrüßen sie sich nochmals durch ein Indianerheulen.

4.2.2. Hinführung

Im Indianerkreis werde ich die Kinder im Namen des großen Indianerhäuptlings „Schleichende Katze“ begrüßen. Dieser Häuptling gibt den Kindern heute die Möglichkeit, Indianer und Squaws vom Stamm der getigerten Enten zu werden.
Die Kinder dieser Klasse nennen sich, angelehnt an die Janosh-Figuren, Tigerenten.
Dazu müssen sich die Kinder jedoch zuvor den entsprechenden Indianerschmuck herstellen. Dieser Schmuck hat die Besonderheit, dass er aus Mustern besteht.
Ich werde in das Thema über einen informativen Einstieg einleiten. Natürlich wäre es auch möglich gewesen, den Kindern verschiedenen gemusterten Schmuck vorzulegen und sie selbst auf dieses Thema kommen zu lassen. Aus zeitlichen und methodischen Gründen entschied ich mich jedoch gegen diese Möglichkeit.

Ein wichtiges Prinzip des Anfangsunterrichts ist es, vom Kind auszugehen. Um eine emotionale Beziehung zum heutigen Rahmenthema herzustellen, ist es nötig, dass die Kinder eigene Gedanken einbringen können, auch wenn dies unter Umständen einen Beginn der Stationenarbeit verzögert.

Zuerst bekommen die Kinder eine gemeinsame Aufgabe: Sechs Kinder haben unter ihrer Matte Papierformen, die sie nun offen vor sich legen sollen. Ich werde weitere Formen in die Kreismitte legen, mit deren Hilfe die Kinder das vorgegebene Muster fortsetzen sollen. Durch anschließende gezielte Fragen soll die Regelmäßigkeit von Mustern in Worte gefasst werden.

4.2.3. Einführung in die Stationen

Ihren Indianerschmuck können die Kinder an verschiedenen Orten eines Indianerdorfes herstellen: In jedem „Zelt“ (an jeder Station) können die Kinder eine andere Aufgabe ausführen.

Die Kinder haben bereits mehrmals eine Stationenarbeit durchgeführt. Sie kennen folgende Regeln:
- An jeder Station können nur so viele Schüler arbeiten, wie es Stühle gibt.
- An einigen Stationen gibt es leichte Aufgaben (gekennzeichnet durch eine Maus) und schwere Aufgaben (gekennzeichnet durch einen Elefanten).
- Nicht alle Stationen müssen gemacht werden. Wichtiger ist die Sorgfalt.
- Wer eine Station beendet hat, nimmt sich eine Wäscheklammer in der entsprechenden Farbe der Station und heftet sie sich an seine Laufkarte.
- Fertige Arbeitsblätter kommen in das blaue Fach.

Um sich mit den Stationen vertraut zu machen, machen die Schüler einen Erkundungsgang durch das Indianerdorf. Während die Musik ertönt, dürfen die Kinder leise durch das Dorf (durch das Klassenzimmer) schleichen und die einzelnen Aufgaben ansehen. Dabei ist aber sehr wichtig, dass die Kinder sehr leise sind, denn dies ist eine weitere Voraussetzung, um Indianer zu werden.
Wenn die Musik endet, setzen sich alle Schüler an ihren Sitzplatz.

Anschließend werden die Beobachtungen im Dorf besprochen und die Aufgaben konkret vorgestellt.
Dann können die Kinder mit der Stationenarbeit beginnen. Dabei beginnt jedes Kind an der Station, die sich an seinem platz befindet. Danach kann es frei wechseln.
Ich denke, dass die Aufgaben der Stationen durch das vorgegebene Material recht klar sind, so dass die Stationen nur sehr kurz vorgestellt werden müssen.

4.2.4. Durchführen der Stationenarbeit

Folgende Stationen werden angeboten:

- Perlenkette fortsetzen: Eine Perlenkette, auf die bereits einige Perlen in einem bestimmten Muster aufgesteckt sind, soll fortgesetzt werden.

- Stirnband herstellen: Ein Papierstreifen, auf dem Ein Muster begonnen ist, muss fertiggestellt werden. Anschließend wird der Papierstreifen zu einem Stirnband zusammengeklebt.
An dieser Stelle gibt es sowohl leichte als auch schwere Aufgaben.

- Teppich knüpfen: In einer Gemeinschaftsarbeit soll ein großer „Teppich“ entstehen. Jeder Schüler soll dabei eine Reihe gestalten.

- Bilderrahmen gestalten: Ein Bilderrahmen soll mit graphischen und farblichen Mitteln mit Mustern verziert werden.
In diesen Bilderrahmen sollen die Kinder in der kommenden Stunde eine Geschichte über sich als Indianer schreiben.

- Indianerkleidung

5. Verlaufsplanung

ZeitPhaseUnterrichtsgeschehenDidaktisch-methodischer KommentarSozialformMedien
3‘
8.35 – 8.38
BegrüßungL. begrüßt S. und Gäste
L. und S. singen das Lied: Kopf und Schulter
Sammlung der Klasse
Das Lied „Kopf und Schulter“ singen wir fast immer, wenn ich unterrichte. Durch die Bewegungen bietet es einen guten Übergang von der Pause zum Unterricht.
frontal
7‘
8.38 – 8.45
HinführungGemeinsame Bildung einer Musterreihe

Erinnerung an das Ende der vergangenen Stunde:
• Wo haben wir Muster gefunden?
• Betrachtung einzelner Ergebnisse vom freien Experimentieren der letzen Stunde
• Wurden weitere Muster entdeckt?
Anknüpfung an die letzte Stunde,
S. sollen Gesetzmäßigkeiten erkennen und ein Muster entsprechend fortsetzen können.
Ähnliche Leistungen sind bei den Stationen „Bilderrahmen“ und „Teppich“ anschließend nötig.

Hinführung zum Thema
frontalMerkmal-Karten
5‘
8.45 – 8.50
ErarbeitungBrief von Meister Muster:
Er sucht neue Mitarbeiter für seine Musterwerkstatt
ZwischenmotivationfrontalPaket von Meister Muster
5‘
8.50 – 8.55
Erarbeitung 2Vorstellung der Stationen, die in Form einer Lerntheke zur Verfügung stehen:
• Steckbrett
• Geobrett
• Bilderrahmen
• Teppich

Regeln:
• leise arbeiten
• wer eine Aufgabe vollständig beendet hat, kann noch eine weitere beginnen
• Klingelzeichen:
1x klingeln: Arbeit beenden, diese am Platz liegen lassen
2x klingeln: Mit dem Stuhl in den Stuhlkreis kommen
Die einzelnen Stationen stellen unterschiedliche Anforderungen an die Kinder: Während beim Geo- und Steckbrett eigene Muster erfunden werden können, müssen beim Bilderrahmen und beim Teppich Gesetzmäßigkeiten erkannt und fortgeführt werden -> Prinzip der Differenzierung

Durch das vorzeitige Besprechen des Endes wird verdeutlicht, dass nach der Phase der Eigenproduktion noch eine weitere folgt. Den Kindern dient dies zur Orientierung über den Ablauf der Stunde.
frontalDemonstrationsmaterial aus dem Paket von Meister Muster
15‘
8.55 – 9.10
DurchführungDie S. wählen eine Station und arbeiten an ihrem Arbeitsplatz.
L. hilft, wenn nötig und gibt die von den Schülern erwünschte Rückmeldung

Zeichen zum Ende der Phase: Klingeln
Die Kinder haben die Möglichkeit nach ihren Wünschen und Bedürfnissen eine Aufgabe zu wählen und eigenverantwortlich zu arbeiten.Lerntheke
Einzelarbeit
Steckbretter mit Stöpseln, Geobretter mit Gummis, AB Bilderrahmen, Teppichvorlage
10‘
9.10 – 9.20
AbschlussAusstellung: Wie bei einer Ausstellung gehen die Schüler um die Tisch und betrachten die Ergebnisse.
Anschließendes Gespräch über die Erkenntnisse:
Da die Ergebnisse zum Teil schlecht in den Kreis mitgebracht werden könnten, bietet sich die Form einer Ausstellung an. Mit dem Wort „Ausstellung“ verbinden sich gleich zwei Regeln: man muss sich leise bewegen und darf nichts anfassen.
Durch das anschließende Gespräch sollen die Arbeiten nochmals gewürdigt und Verbesserungsvorschläge gemacht werden können.
Stuhlkreis

Fußnote:
[1] Leseschule, Oldenbourg-Verlag. Die Muster rahmen dort die Arbeitsblätter ein.



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