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Übungsstunde zum Rechnen im Zahlenraum bis 20

Übungsstunde zum Rechnen im Zahlenraum bis 20
Unterrichtsentwurf Arbeitsmaterial enthalten
Datum: 16. Juni 2009 Autor: lok1414 Kommentare: 0

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Beschreibung:

Die SchülerInnen sollen ihre Rechenfähigkeit und -fertigkeit im Zahlenraum bis 20 steigern, und festigen indem sie im Zahlenraum bis 20 ohne Zehnerüberschreitung addieren und subtrahieren. Durchgeführt in einer 1. Klasse.


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Übungsstunde zum Rechnen im Zahlenraum bis 20


Übungsstunde zum Rechnen im Zahlenraum bis 20

1. Bedingungsanalyse
1.1. Zur Klassensituation
1.2. Institutionelle Voraussetzungen

1.3. Zum fachlichen Stand der Klasse

Die Klasse wird nach dem Lehrwerk „Mathematik 1“ von Keller/Pfaff unterrichtet.
Nach den Osterferien wurde der Zahlenraum auf den Bereich bis 20 erweitert, die Zahlen 12, 15 und 18 und ihre Zerlegungen gesondert betrachtet, Vorgänger und Nachfolger einzelner Zahlen gesucht und im Zahlenraum von 10 bis 20 addiert und subtrahiert.
Der Zehnerübergang wurde noch nicht thematisiert, jedoch wurden die Zahlen 12, 15 und 18 auch so zerlegt, dass Aufgaben mit Zehnerüberschreitung entstanden. Im allgemeinen möchte ich deshalb Aufgaben mit Zehnerübergang vermeiden, biete sie jedoch bei „Knobel-Aufgaben“ an, um heuristische Strategien bei den Kindern zu fördern.

2. Sachanalyse

2.1. Aspekte des Zahlbegriffs

- Kardinalzahlaspekt: Die Zahlen beschreiben die Mächtigkeit von Mengen, die Anzahl ihrer Elemente (z.B. fünf Orangen in einem Netz).
- Ordinalzahlaspekt: Der Ordinalzahlaspekt unterteilt sich in die Bereiche Zählzahl (eins, zwei, drei, ..., zwanzig) und Ordnungszahl (das zwanzigste Kind ...)
- Operatoraspekt: Zahlen beschreiben die Vielfachheit einer Handlung (ein Kind läuft 15 Mal).
- Maßzahlaspekt: Die Zahlen dienen als Maßzahlen von Größen (acht Meter...)
- Rechenzahlaspekt: Der Rechenzahlaspekt trennt sich in die Bereiche Algebra-ischer Aspekt (Rechengesetze, z.B. 2 + 6 = 6 + 2) und Algorithmischer Aspekt (Vorschrift zur schematischen Lösung einer Aufgabe).
- Codierungsaspekt: Zahlen dienen zur Bezeichnung von Objekten (Telefon-nummer...)

Nicht alle Zahlaspekte werden in dieser Stunde angesprochen. Der Kardinalzahl-, Ordinalzahl- und Rechenzahlaspekt stehen im Vordergrund.

2.2. Addition und Subtraktion

2.2.1. Definitionen

Addition: „Das Addieren („Zusammenzählen“) von Zahlen wird mit dem Pluszeichen „+“ beschrieben. Das Ergebnis einer Addition heißt Summe.“[1]
Die Summe der Zahlen 3 und 4 ist 7, in Zeichen 3 + 4 = 7. Dabei sind die Zahlen 3 und 4 die Summanden der Summe.

Subtraktion: „Das Subtrahieren („Abziehen“) von Zahlen wird mit dem Minuszeichen „-“ beschrieben. Das Ergebnis einer Subtraktion heißt Differenz. In einer Subtraktionsaufgabe a – b heißt a der Minuend und b der Subtrahend.“[2]

Schulanfänger verbinden die Operationen Addition und Subtraktion mit verschie-denen Handlungen aus ihrer Umwelt: Hinzufügen oder Wegnehmen, Schenken oder Verschenken, Kaufen oder Verkaufen, ... Diese Vorstellungen sollten im Unterricht aufgegriffen werden.

Carpenter unterscheidet drei verschiedene Arten von Lösungsstrategien bei der Addition und Subtraktion:[3]
- Zählstrategien: Zählen, Weiterzählen, Vergleichen, ...
- Heuristische Strategien: Aus bekannten Operationen werden Lösungswege und Lösungen abgeleitet. Um heuristische Strategien zu fördern, dienen operative Übungen.
- Kennen von Grundaufgaben: Ähnlich wie beim kleinen 1x1, sind bestimmte 1+1-Aufgaben automatisiert. Zur Automatisierung dienen vor allem Fertigkeitsübungen.

Kinder, die in die Schule kommen, praktizieren vorwiegend Zählstrategien. Durch gezieltes Üben leiten sie später Strategien ab und automatisieren Grundaufgaben.

2.3. Üben im Mathematikunterricht

2.3.1. Begriffsdefinition

„Das Üben dient der Automatisierung psychischer Funktionen. Übung ist daher überall nötig, wo geistige Akte nicht nur einsichtig durchdrungen, sondern bis zur Sicherheit und Geläufigkeit eingeschliffen werden müssen“ (Aebli) [4]

2.3.2. Arten von Übung

Wolfgang Tauber unterscheidet vor allem zwei Formen von Übung:

a) Operative Übung
Operative Übungen stehen direkt nach der Einführung und der operativen Durcharbeitung eines Themas. Ziele der operativen Übung sind die Verbesserung der Rechenfertigkeit und die Förderung des operativen, logischen, kombinierenden und schlussfolgernden Denkens. Durch operative Übungen sollen mathematische Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge erkannt werden.
Tausch-, Nachbar-, Umkehr-, Analogie- und Platzhalteraufgaben sind zum operativen Üben besonders geeignet.

b) Fertigkeitsübung
Durch Fertigkeitsübungen sollen Operationen automatisiert werden. Ziele der Fertigkeitsübung sind die Schulung der Rechenfertigkeit und die Verwendung genormter Sprech- und Schreibweisen. Dadurch soll das Denken entlastet werden, damit die Aufmerksamkeit für die Erfassung neuer Beziehungen und Strukturen gerichtet werden kann.
Es sollte vermieden werden, in Übungssequenzen ausschließlich Fertigkeitsübungen durchzuführen, da sich beide Übungsformen gegenseitig ergänzen.

Allgemein wird eine dritte Übungsform im Mathematikunterricht genannt:

c) 10-Minuten-Rechnen
Unter dem 10-Minuten-Rechnen versteht man das tägliche Kopfrechentraining, das je nach Stellung in der Stunde (am Anfang, in der Mitte, am Schluss) verschiedene Funktionen haben kann: Sammlung und Motivation der Kinder, Vorbereitung auf ein neues Thema, Konzentration, Festigung eines Themas, ...

2.3.3. Ziele von Übung

Nach Jürgen Floer dient Üben im Mathematikunterricht nicht ausschließlich der Steigerung von Rechenfähigkeit und –fertigkeit, sondern ist ein wichtiger Teil des Lernprozesses ansich.
Üben kann im Mathematikunterricht folgende wichtige Funktionen übernehmen:[5]
- Freiraum schaffen für Versuche, auch für Fehler,
- dem Kind und dem Lehrer Schwierigkeiten und Fortschritte aufzeigen,
- Hilfe für das Kind, sein Lernen selbst zu organisieren und zu steuern; dabei wichtig: Selbstkontrolle,
- Selbstvertrauen geben; durch gelungene Versuche Selbstvertrauen und Lern-freude schaffen
- Beitrag zur Förderung des Mitteilungsvermögens des Einzelnen und der Zusam-menarbeit mit anderen,
- Möglichkeit für individuelles Lernen und zur Differenzierung.

3. Didaktische Überlegungen

3.1. Lehrplanbezug

Der Erziehungs- und Bildungsauftrag für die Grundschulen in Baden-Württemberg nennt für den Mathematikunterricht das Ziel, das Denk- und Vorstellungsvermögen der Kinder zu fördern. Die Schüler sollen lernen, ihre Umwelt mathematisch zu erfassen, zu beschreiben und zu strukturieren. Die Kinder sollen Einsicht in den Zahlbegriff, in Zahlverknüpfungen und in Zahlbeziehungen gewinnen. Die Addition und Subtraktion stellen hierbei ein zentrales Thema dar..[6]
Im Arbeitsbereich 1 (Grunderfahrungen und Arithmetik) des Fachpapiers Mathematik für die Klassen 1/2 ist das Ziel formuliert, dass die Kinder Sachverhalte und Gegenstände mit Hilfe von Zahlen beschreiben lernen. Addition und Subtraktion werden eingeführt und durch vielfältige Übungen gesichert. Dabei soll am Ende der ersten Klasse der Zahlenraum bis 20, am Ende der zweiten Klasse der Zahlenraum bis 100 erschlossen worden sein.
Spezielle Inhalte dieser Stunde sind im Bildungsplan folgendermaßen formuliert:
- Addieren einer einstelligen Zahl zu einer zweistelligen Zahl ohne Überschreiten der 20,
- Subtrahieren einer einstelligen Zahl von einer zweistelligen Zahl ohne Überschreiten der 10,
- Ordnen von Zahlen.

3.2. Die Bedeutung der Zahlen und der Zahlenverknüpfungen für das Kind

Zahlen haben eine große Bedeutung im Leben und in der Umwelt der Kinder: Beim Einkauf, den Hausnummern, dem eigenen Alter usw., überall begegnen ihnen Zahlen. Bereits vor der Schule hatten die Kinder auf diese Weise häufig Kontakt mit Zahlen und sammelten dadurch erste Erfahrungen.
Trotz der zunehmenden Technisierung ist es im späteren Leben der Kinder wichtig, einfache Rechenoperationen wie beispielsweise das Überschlagen einer Rechnung schnell im Kopf durchzuführen.
Die Kenntnis der Zahlen ist aber auch die Grundlage für den gesamten Mathematikunterricht: Jegliche spätere Erweiterung des Zahlenraums oder der Rechenoperationen basiert auf den Grundoperationen, die im Zahlenraum bis 20 eingeübt werden.
Aufgrund dessen hat die Orientierung im Zahlenraum bis 20 sowohl eine Gegenwarts- als auch Zukunftsbedeutung für die Kinder.

3.3. Einbettung der Stunde in den Unterricht

Nach den Osterferien wurde der Zahlenraum von Zehn auf 20 erweitert. Durch das Finden von Nachbarzahlen wurde die Orientierung im Zahlenraum geübt. Additions- und Subtraktionsaufgaben, die den Zehner nicht über- oder unterschreiten folgten.
Insofern stellt die vorliegende Stunde eine Wiederholung, Übung und Vertiefung des bisher Erarbeiteten im Zahlenraum bis 20 dar.
In der kommenden Woche soll das Verfahren des Verdoppelns und Halbierens und anschließend die Zehnerüberschreitung eingeführt werden.

3.4. Prinzipien des Anfangsunterrichts bezüglich dieser Stunde

Bei der Einschulung bringen die Kinder sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit, die bei der Gestaltung des Anfangsunterrichts beachtet werden müssen. Daher sind auch in dieser Stunde Differenzierung und Individualisierung nötig.

Mit problemhaltigen Situationen und ansprechenden (emotional bedeutsamen) Themen soll das Interesse und die Neugierde, die die Kinder bereits in die Schule mitbringen, erhalten und gefördert werden. Dieser Gesichtspunkt ist besonders bei Übungsstunden wichtig, da bei diesen Stunden die Motivation von außen kommen muss. Eine Schatzsuche verspricht eine große Motivation für die Kinder.

Da die Kinder recht unterschiedliche Zugangsweisen zu einem Thema haben, muss auf alle „Lerntypen“ Rücksicht genommen werden. So werden auch in dieser Stunde haptische, auditive und visuelle Übungen durchgeführt.

3.5. Lernziele

3.5.1. Kognitive Lernziele:

Die Schüler sollen
ihre Rechenfähigkeit und –fertigkeit im Zahlenraum bis 20 steigern, und festigen indem sie im Zahlenraum bis 20 ohne Zehnerüberschreitung addieren und subtrahieren.

3.5.2. Soziale Lernziele:

Die Schüler sollen
- sich in Gesprächsphasen gegenseitig zuhören,
- in der Arbeitsphase rücksichtsvoll, selbständig und eigenverantwortlich arbeiten,
- sich selbst kontrollieren.

3.5.3. Emotionale Lernziele:

Die Schüler sollen
- durch vielfältigen Umgang mit dem Zahlenraum bis 20 Freude am Mathematik-unterricht haben,
- Motivation durch den Themenkreis Schatzsuche bekommen,
- durch erreichbare Ziele Selbstvertrauen gewinnen.

4. Methodischer Kommentar

4.1. Allgemeine Überlegungen zur Unterrichtsstunde

Die vorliegende Stunde ist die erste, die ich am heutigen Tag unterrichte. Für die Kinder ist es die zweite Stunde. Zu Beginn der Stunde läutet es nicht (siehe 1.2. Institutionelle Voraussetzungen), nach der Stunde läutet es zur großen Pause.

Bei der vorliegenden Stunde handelt es sich um ein Übungsstunde. Da bei einer Übungsstunde die Motivation nicht durch ein Problem an sich gegeben ist, muss sie von außen kommen. Dies ist durch das Thema „Schatzsuche“ gegeben, das sich als roter Faden durch die Stunde zieht. Selbstverständlich wären viele weitere Rahmenthemen alternativ denkbar gewesen.

Die Stationen sind bereits zu Anfang der Stunde auf den Tischen hergerichtet.

4.2. Geplanter Aufbau der Unterrichtsstunde

4.2.1. Einstieg

Zu Beginn der Stunde begrüße ich die Schüler und die Gäste. Die Kinder wissen bereits, dass am heutigen Tag Gäste anwesend sein werden, da ich es ihnen schon am Montag angekündigt habe.
Nach der Begrüßung der Schüler singen wir, wie am Anfang jeder Stunde, die ich in dieser Klasse unterrichte, das Lied „Kopf und Schulter“. Das Bewegungslied nimmt den Bewegungsdrang der Kinder aus der Pause auf und dient gleichzeitig zur Sammlung der Schüler.

4.2.2. Hinführung

Zur Hinführung zum Thema sammeln sich alle Schüler vor der Tafel im „Kinositz“: Einige Schüler sitzen auf dem Boden, eine zweite Gruppe nimmt die Stühle nach vorne und die dritte Reihe steht hinter den Stühlen.
Vor der Tafel gibt es nicht genug Platz, um mit allen Schülern einen Stuhlhalbkreis zu bilden. Der Kinositz ist die einzige Möglichkeit, um alle Schüler vor der Tafel zu sammeln. Die Schüler, die hinter den Stühlen stehen sollen, setzen sich häufig auf die Tische. Dies unterbinde ich nicht, da dadurch mehr Ruhe entsteht.
In einem stummen Impuls öffne ich die Tafel. Dort erscheint eine Schatzkarte. Es ist zu vermuten, dass sich die Schüler über die Karte äußern.
Ein wichtiges Prinzip des Anfangsunterrichts ist es, vom Kind auszugehen. Um eine emotionale Beziehung zum heutigen Rahmenthema herzustellen, ist es nötig, dass die Kinder eigene Gedanken einbringen können, auch wenn dies unter Umständen einen Beginn der Stationenarbeit verzögert.
Ich erzähle den Schülern die Geschichte von Professor Hicks, der auf der Suche nach dem Schatz der zwei größten Seeräuber „Augenklappe“ und „Holzfuß“ ist. Den einzigen Hinweis, den er hat, ist diese Karte.
Der Begriff „Seeräuber“ muss eventuell kurz erläutert werden.
Die Piraten waren allerdings sehr schlau. Da sie wussten, dass der Professor kaum rechnen kann, versteckten sie die Hinweise auf den Schatz in Rechenaufgaben. Deshalb bittet der Professor die Schüler um Hilfe.
Die Rechenaufgaben befinden sich an verschiedenen Stellen der Insel, welche auf der Karte eingezeichnet sind. Diese Orte entsprechen den verschiedenen Stationen an den Tischgruppen.

4.2.3. Vorstellen der Stationenarbeit

Die Spurensuche nach dem Schatz findet in Form einer Stationenarbeit statt. Die auf der Schatzkarte eingezeichneten Orte finden sich auf den Schildern der einzelnen Stationen wieder.
Die Schüler haben bereits mehrmals eine Stationenarbeit durchgeführt. Sie kennen folgende Regeln:
- An jeder Station können nur so viele Schüler arbeiten, wie es Stühle gibt.
- An einigen Stationen gibt es leichte Aufgaben (gekennzeichnet mit einer Maus) und schwere Aufgaben (gekennzeichnet mit einem Elefanten).
- Nicht alle Stationen müssen gemacht werden. Wichtiger ist die Sorgfalt.
- Wer eine Station beendet hat, nimmt sich eine Wäscheklammer in der entsprechenden Farbe der Station und heftet sie sich an seine Laufkarte.
- Ergebnisse werden auf einen Laufzettel eingetragen.
Um Hinweise auf den Schatz zu bekommen, darf sich jeder Schüler, der eine Station beendet hat, zusammen mit einer Wäscheklammer auch einen Lösungsbuchstaben an seine Laufkarte heften.

Um sich mit den Stationen vertraut zu machen, machen die Schüler einen Erkundungsgang über die Insel. Während die Musik ertönt, dürfen die Kinder leise über die Insel (durch das Klassenzimmer) schleichen und die einzelnen Orte der Schatzkarte suchen. Dabei ist aber sehr wichtig, dass die Kinder sehr leise sind, damit die Piraten, die am Rand der Insel schlafen, nicht aufwachen.
Wenn die Musik endet, setzen sich alle Schüler an ihren Sitzplatz.
Nach einer kurzen Nachbesprechung über die Beobachtungen auf der Insel, können die Kinder mit der Stationenarbeit beginnen. Dabei beginnt jedes Kind mit der Station, die sich am eigenen Platz befindet. Danach kann es frei wechseln.
Bis auf die Suche im Sand sind den Schülern alle Stationen bekannt, da wir bereits mehrmals Übungsstunden in Form einer Stationenarbeit durchgeführt und dabei dieselben Materialien verwendet haben. Dieser Umstand verhindert es auch, dass die Einführung, trotz der großen Zahl von sechs Stationen, zu lange dauert.

4.2.4. Durchführen der Stationenarbeit

Folgende Stationen werden angeboten:

- Taststäbe: In einer dunklen Höhle kann man die Aufgaben nur ertasten.
Anschließend sollen alle möglichen Aufgabenkarten (Grund- und Tausch-aufgaben) zugeordnet und diese Aufgaben in das Arbeitsblatt eingetragen werden.
Die Aufgaben der Taststäbe beschränken sich auf der Zahlenraum bis 10, da ein Ertasten größerer Zahlen zu schwer gewesen wäre.

- Suche im Sand: Im Sandkasten sind verschiedene Aufgaben auf Kronkorken versteckt. Die Schüler sollen mindestens fünf von ihnen finden und lösen (Ergebniskontrolle auf der Innenseite der Kronkorken) und die Aufgaben in das Arbeitsblatt eintragen.
Dies ist die einzige Station, die die Kinder noch nicht kennen. Die Motivation ist durch schon allein durch die haptische Handlungsmöglichkeit gegeben, so dass es sein kann, dass der Andrang an dieser Station recht groß ist. Es kann sein, dass sich einige Kinder nach dem Graben im Sand die Hände waschen wollen. Deshalb befindet sich die Station in der Nähe des Waschbeckens. Es ist auch möglich, dass Sand aus den Behältern auf den Tisch kommt. Deshalb ist der Tisch mit einer Decke abgedeckt. Es ist zu erwarten, dass an dieser Station die Lautstärke am größten ist.

- Domino: Mit den Kärtchen soll eine Rechenschlange gebildet werden: Die Ergebnisse werden an die entsprechende Aufgabe gelegt. Die Aufgaben werden anschließend in das Arbeitsblatt eingetragen.
Differenzierung: Es gibt schwere und leichte Dominospiele (gekennzeichnet mit einer Maus oder einem Elefanten).

- Rechenkreise: In dem „Briefkasten“ sollen die Aufgabenkarten in das richtige Ergebnisfeld gesteckt werden.
Selbstkontrolle: Die Ergebnisse stehen auf der Rückseite der Kärtchen.

- Gummikarten: In der einsamen Hütte sollen Rechnungen mit Gummis mit ihrem Ergebnis verbunden werden. Anschließend kann auf der Rückseite kontrolliert werden.
Differenzierung: Bei leichten Aufgaben muss das Ergebnis ausgerechnet werden, schwere Aufgaben sind Rechnungen mit einer Leerstelle.

- Schüttelboxen: Mit Schüttelboxen sollen verschiedene Aufgaben (jeweils drei mit drei verschiedenen Schüttelboxen) erschüttelt und auf das Arbeitsblatt eingetragen werden.
Durch das Schütteln können Aufgaben mit Zehnerüberschreitung entstehen. Daher ist diese Station recht schwer. Allerdings waren die Zahlen 12, 15 und 18 bereits jeweils gesondert Thema einer Stunde, und es wurden dabei bereits Aufgaben mit Zehnerüberschreitung gerechnet.

Es ist nicht zu erwarten (und auch nicht das Ziel), dass alle Schüler alle Aufgaben in der vorliegenden Stunde bewältigen werden. Ich gehe aber davon aus, dass jede Station von mindestens einem Kind bearbeitet wird, so dass am Ende der gesamte Lösungssatz entstehen kann.
Die Anzahl der Stationen ist recht hoch. Dies ist mit der Organisation der Stationenarbeit zu erklären: An jeder Station können höchstens sechs Schüler arbeiten. Damit alle 27 Schüler der Klasse gleichzeitig arbeiten und frei die Stationen wechseln können, sind mindestens sechs Stationen nötig.
Angesichts der großen Schülerzahl und der Enge im Klassenzimmer ist es zu erwarten, dass während der Durchführung der Stationenarbeit ein gewisser Lautstärkepegel auftritt. Ich versuche ihn zu begrenzen, indem ich die Schüler darauf hinweise, dass sie sehr leise arbeiten müssen, um die Piraten nicht aufzuwecken, da diese sonst mit dem Schatz verschwinden.
Alternativ zur Durchführung einer Stationenarbeit wäre auch eine Lerntheke denkbar gewesen. Diese wäre wohl mit weniger Unruhe verbunden gewesen. Ich denke aber, dem Charakter einer Schatzsuche entspricht eher das Aufsuchen verschiedener Orte auf der Schatzkarte. Zudem ist es leichter, wenn die Kinder die Materialien an Ort und Stelle verwenden können, anstatt sie erst zu sich an den Platz zu nehmen.
Es hätten sich zudem viele weitere Übungsaufgaben angeboten: Lotto-Spiele, Aufgaben zum Ordnen von Zahlen, Aufgaben zu den Nachbarzahlen ... Um eine lange Einführung zu verhindern, begrenze ich die Zahl der neu einzuführenden Stationen auf eine (die Suche im Sand).

Signal für das Ende der Arbeitsphase:
Erster Schlag auf die Triangel: Beenden der Arbeit, Treffen im Kinositz vor der Tafel.
Zweiter Schlag: Alle Kinder sollen leise vor der Tafel sitzen.

4.2.5. Reflexion

In einer kurzen Reflexion wird über Erfolge und möglicherweise aufgetretene Probleme gesprochen.
Anschließend werden die Lösungsbuchstaben der einzelnen Stationen gesammelt und auf der Schatzkarte eingetragen. Dadurch entsteht das Lösungswort „braune Truhe“.

4.2.6. Didaktische Reserve: Kopfrechenübungen

Um die Truhe zu öffnen, müssen noch einige Aufgaben gelöst werden. Dazu werden mit Klanghölzern akustisch Kopfrechenaufgaben gestellt. So klopfe ich beispielsweise sechs Mal, bilde dann mit den Klanghölzern ein + und klopfe anschließend vier Mal. Aufgabe der Schüler ist es, sich die Zahlen zu merken, eine Aufgabe zu bilden und diese auszurechnen.
Diese Form des Kopfrechnens habe ich mit den Schülern bereits einige Male durchgeführt, so dass sie nicht lange erklärt werden muss.
Diese Kopfrechenübungen werde ich nur durchführen, wenn die vorhergehenden Phasen schneller als geplant beendet wurden. Ich denke, es ist wichtiger, dass die Schüler genügend Zeit bei der Durchführung der Stationenarbeit haben. Kopfrechenübungen wurden ja bereits während der gesamten Stunde durchgeführt.

4.2.7. Abschluss

Die Truhe, die bereits seit einigen Tagen hinter dem Pult steht, wird hervorgeholt. Ein Schüler darf sie öffnen. Der Schatz (Schokoladen-Goldstücke) wird unter den Schülern verteilt.

5. Verlaufsplanung

ZeitPhaseUnterrichtsgeschehenSozialformMedien
8.35 – 8.40
5‘
EinstiegL. begrüßt S. und Gäste
S. und L. singen das Lied „Kopf und Schultern“
Sozialformwechsel: S. kommen nach vorne in den „Kinositz“
frontal
8.40 – 8.45
5‘
Hinführung- Stummer Impuls: L. klappt die Tafel auf: Schatzkarte erscheint
- L. erzählt die Geschichte von Professor Hicks, der den Schatz der zwei Piraten sucht und der die S. bittet, für ihn zu suchen.
- S. äußern sich spontan.
frontal (Kinositz)Schatzkarte
8.45 – 8.50
5‘
Erarbeitung- S. schleichen mit Musik über die Insel und betrachten die Aufgaben.
Musikende: S. setzen sich an ihren Platz
- S. äußern sich über ihre Beobachtungen

L. erklärt:
- An jeder Station, die man erledigt hat, kann man Lösungsbuchstaben sammeln.
- Aufgaben auf das Lösungsblatt schreiben
Bewegung im Raum

frontal (an den Tischgruppen)
CD-Spieler, CD
8.50 – 9.13
23‘
ÜbungDurchführung der Stationenarbeit:
- Taststäbe
- Suche im Sand
- Domino
- Rechenkreise
- Gummikarten
- Schüttelboxen

Signal für das Beenden der Arbeit:
1x: Aufgabe beenden, im Kinositz vor der Tafel sammeln
2x: Leise vor der Tafel sein
StationenarbeitMaterialien zur Durchführung der Stationenarbeit, Triangel
9.13 – 9.18
5‘
ReflexionS. berichten über die Stationenarbeit
Lösungswort wird zusammengestellt: „braune Truhe“
KinositzSchatzkarte, Stift, Aufgabenblatt
Didaktische ReserveAkustische Kopfrechenübungen:
L stellt mit Klangstäben Rechenaufgaben
KinositzKlangstäbe
9.18 – 9.20
2‘
AbschlussDie Truhe wird geöffnet und der Schatz an die S. verteilt.KinositzTruhe

6. Literatur

- Floer, Jürgen (Hg.): Arithmetik für Kinder; Materialien – Spiele – Übungsformen, Frankfurt a.M.1985.
- Radatz, H. / Schipper, W.: Handbuch für den Mathematikunterricht an Grundschulen, Hannover 1983.
- Lauter, Josef: Fundament der Grundschulmathematik, Donauwörth, 1991.
- Ministerium für Kultus und Sport Baden-Württemberg: Bildungsplan für die Grundschule, Stuttgart 1994.

Fußnoten:
[1] Duden1989, S. 21.
[2] Duden 1989, S. 590.
[3] Raddatz / Schipper 1983, S. 63ff.
[4] Tauber 1993, S.86.
[5] Floer 1985, S. 185.
[6] Bildungsplan 1994, S 23f.

 

 



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