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Der Holz-Hocker
Datum: 28. Juni 2009 Kommentare: 0
Zusätzliche Informationen:
Beschreibung:
Die Schüler sollen in dieser Unterrichtsstunde sachkompetent Holzbearbeitungstechniken erlernen. Hier speziell das Herstellen von offenen und verdeckten Dübelverbindungen. Sie sollen den Dübelvorgang als Möglichkeit der Verbindung von Hölzern kennen lernen und in der Lage sein, Schwierigkeiten zu erkennen, und wie hier mit Lehren bewältigen. Durchgeführt in einer 8. Klasse.

Der Holz-Hocker
Der Holz-Hocker
1. Sachanalyse
1.1 Werkstoff Holz
1.1.1 Allgemein
Holz ist ein natürlicher Baustoff, der seit Bestehen der Menschheit für die Nutzung erschlossen wurde. Es zeichnet sich durch gute Eigenschaften, wie leichte Bearbeitung, hohe Belastung, angenehmes Aussehen und gute raumklimatische Eigenschaften aus. Es findet daher auch heute in vielen Anwendungsbereichen eine breite Anwendung. Daher gibt es bei der langfristigen Verwendung von Holz auch keine unangenehmen Überraschungen mehr. Nachdem die Verwendung des Holzes im vergangenen Jahrhundert zugunsten neuer, teilweise synthetischer, Werkstoffe deutlich zurückgegangen war, nimmt sie seit einiger Zeit wieder deutlich zu. Dazu trägt insbesondere die bei verantwortungsvoller Beforstung ausgezeichnete Ökobilanz bei. Dabei sind sowohl der Herstellungsaufwand, die Energiebilanz und alle Fragen der Entsorgung einbezogen.
1.1.2 Einordnung der Holzarten
Hier sollen nur kurz wichtige Unterschiede bezogen auf den Holzschutz hervorgehoben werden. Die verschiedenen Holzsorten bestehen aus Splintholz und Kernholz dazu kommt noch eine Einteilung in Reifholz.
Splintholz ist im äußeren Bereich des Stamms. Die Zellen beinhalten Stärke, Einweiße und andere Spurenelemente. Im Kernbereich sind diese wichtigen Nahrungsgrundlagen für holzzerstörende Pilze und Insekten geringer. Mit zunehmendem Alter des verbauten Holzes nimmt der Anteil der Nahrungsgrundlage ab. Ebenso kann durch das Wässern (Flößen und Wasserlagerung) dieser Anteil verringert werden.
Von den Nadelhölzern sind Kiefer, Lärche und Douglasie und von den Laubhölzern Eiche, Robinie Kernhölzer. Zu den Reifhölzern gehören Fichte, Tanne und Rotbuche. Kernhölzer weißen in der Regel eine bessere Resistenz gegen Holz zerstörende Pilze und Insekten auf.
1.1.3 Aufbau eines Holzsprosses
Der Aufbau des pflanzlichen Sprosses mit seinen wesentlichsten Bestandteilen wird hier im Querschnitt von Außen nach Innen aufgereiht und erläutert:
• Die Borke ist die äußerste Schicht bei fast allen Bäumen, die aus dem so genannten Phellogen, also dem Korkkambium durch Abgabe von wachshaltigen, toten Zellen bei der Rindenbildung entsteht. Die Hauptaufgabe der Borke ist es, die hinter liegenden Zelllagen des Baumstamms vor physikalischen oder biologischen Einflüssen wie Temperatur, Regen, Wind, Sonne, Schädlingen, Infektionen, etc. zu schützen.
• Der Bast ist das lebende Zellgewebe hinter der Borke. Seine Aufgabe ist es, die in Wasser gelösten Nährstoffe, wie z.B. Saccharose, von der Baumkrone in die Wurzeln zu transportieren. Der Bast besteht im Wesentlichen aus so genannten Siebröhrenzellen, die im Verglich zum trockenen Holz und zur trockenen Borke feucht und weich sind.
• Das Kambium ist die Wachstumsschicht von Bäumen, die zwischen dem Bast und dem Splintholz gelegen ist. Beim sekundären Sprosswachstum, dem so genannten Dickenwachstum, scheidet es Xylem (Holzzellen) nach innen und Phloem (Bastzellen) nach außen ab.
• Das Splintholz ist das äußere Holz im Querschnitt eines Baumes, das durch seine Hohlräume Wasser und Nährstoffe von der Wurzel in die Baumkrone befördert, wo sie gespeichert und umgesetzt werden. Bei manchen Bäumen verlieren die Splintholzzellen mit zunehmendem Alter an Aktivität und verwandeln sich in tote dunklere Kernholzzellen.
• Das Kernholz ist bei vielen Baumarten, wenn man ihren Querschnitt betrachtet, der nicht mehr aktive, sondern tote, meiste dunklere, innere Bereich. Er unterscheidet sich deutlich vom davor liegenden helleren Splintholz.
1.1.4 Entstehung von Holz
Beim Wachstum von Bäumen und anderen Sprosspflanzen unterscheidet man das primäre und das sekundäre Wachstum.
Beim primären Wachstum, dem Längenwachstum, sorgt das so genannte Scheitelmeristem, ein Art Bindegewebe in den Spitzen von Spross-, Zweig- und Wurzelspitzen, dass der Baum in die Höhe wächst.
Aber je höher der Baum wird, desto dicker, umfangreicher und stabiler muss auch sein Stamm sein, einerseits um das Gewicht der Blätter und Früchte zu tragen (bis zu einer Tonne), andererseits um auch der steigenden Nährstoffanforderung nachzukommen.
Dieses Dickenwachstum (sekundäres Wachstum) erfolgt im Kambium, jener Schicht des Baumes, die sich zwischen Rinde und dem Holz befindet.
Im Kambium werden Bastzellen (Phloeme), aus denen sich dann die Innenrinde und später durch Verkorkung die äußere Borke bilden, nach außen und Holzzellen (Xyleme) nach innen durch Zellteilung abgeschieden, wobei die Zellteilung nach innen viel häufiger stattfindet, weshalb ein Baum zwischen 80 und 90 % aus Holz besteht.
Klimatisch bedingt gibt es in unseren Breiten, der gemäßigten Zone, vier Wachstumsphasen: Nach der Ruhephase von November bis Februar, werden in der Mobilisierungsphase von Mai bis April gespeicherte Nährstoffe verbraucht, dann entstehen in der Wachstumsphase großlumige, dünnwandige, helle Holzzellen
(Frühholz), die schnell viele Nährstoffe nach oben „saugen“ können. In der anschließenden Depositionsphase zwischen August und Oktober werden die Holzzellen dann wieder kleinlumiger, dickwandiger und dunkler (Spätholz). Der Baum legt Nährstoffdepots für den kommenden Winter an. Die unterschiedliche Färbung des Holzes dieser beiden Phasen macht sich im Querschnitt als „Jahresringe“ bemerkbar.
1.1.5 Verarbeitungs- und Anwendungsgebiete
Mit kaum einem anderen Werkstoff lassen sich so vielseitig und relativ einfach Bau – und Konstruktionsvorhaben realisieren wie mit Holz.
Zu seinen Vorteilen gehören eine im Allgemeinen geringe Dichte, dafür aber hohe Steifigkeit und Festigkeit, sowie eine gute Resistenz gegen viele Chemikalien, außerdem leitet es schlecht Wärme (guter Dämmstoff) und keine Elektrizität.
Die Nachteile sind die hohe Anfälligkeit gegenüber biologischen Schädlingen wie Pilze, Bakterien oder Insekten, die ihm Substanzen entnehmen und es so zerstören. Des Weiteren negativ ist seine hygroskopische Eigenschaft, das heißt, es „arbeitet“, es quillt bei Feuchtigkeit auf und schwindet bei Trockenheit. Außerdem erfährt Holz durch UV – Strahlung Schädigung im Gewebe und hat eine relativ leichte Brennbarkeit.
Allerdings muss hinzugefügt werden, dass es jede Menge industrielle Schutzmittel zur gezielten Aufhebung der aufgezählten Nachteile gibt. So können gegen das Quellen und Schwinden Holzfurniere jeweils im 90°Winkel verklebt und somit die Quell- und Schwundrichtung versperrt werden (Furniersperrholz). Gegen die UV – Strahlung und die biotischen Schädlingen gibt es chemische Produkte zur Oberflächenbehandlungen wie Beize, Lasuren oder Wachse.
Holz wird entweder als unbehandeltes Vollholz in Form von verschieden großen und
geformten Profilen wie Rund-, Schnitt-, Kantholz, Rahmen, Brett, Latte, Leiste oder als industriell - vergütete Holzwerkstoffe wie Sperrholz-, Span-, Tischler- und Hartfaserplatten beim Bau und der Konstruktion von Brücken, Häusern, Möbeln, Werkzeugen, Gefäßen, Schalungen, Sportgeräten oder Musikinstrumenten verwendet.
1.2 Dübelverbindungen
Holzverbindungen werden von Tischlern und Schreinern genutzt um Hölzer dauerhaft zu verbinden. Bei den Dübelverbindungen wird außer den zwei zu verbindenden Hölzern ein drittes Holzverwendet - der Holzdübel.
Dübel sind Rundhölzer aus Buche oder Esche, in Sonderfällen auch aus Kunststoff. Sie werden in eine Bohrung mit entsprechendem Durchmesser eingeleimt. Die bekanntesten Dübel sind die so genanten Glatt- oder Riffeldübel. In der Qualität der Belastungseigenschaften sind die Dübelverbindungen nicht so hochwertig wie Vollholzverbindungen, lassen sich allerdings mit weniger Aufwand und entsprechend schnell herstellen. Hauptanwendung finden sie im Möbelbau.
Dübel kann man entweder in Fertigmaßen zugeschnitten kaufen, oder man kann sich selber Dübel anfertigen. Die Dübelwerden hierbei aus einem Rundmaterial in der gewünschten Länge abgesägt, und die Dübelenden werden angefast. In Die Dübel werden in Längsrichtung Rillen eingeschnitten, sodass der überschüssige Leim austreten kann.
Die Länge der Dübel wird von der Holzdicke der Verbindungsteile bestimmt. In der Regle sollte der Dübel, mindestens fünfmal so lang sein wie sein Durchmesser. Je länger der Dübel ist, desto länger ist auch die Leimfläche. Der Durchmesser des Dübels kann die halbe Holzstärke betragen.
Die Haltbarkeit der Dübelverbindungen hängt von dem dichten Sitz des Dübels im Loch ab. Das Dübelloch muss sauber und gerade sein und die richtige Tiefe haben. Dübellöcher können mit einem Schlangenbohrer und einer Bohrwinde oder mit einer Elektrobohrmaschine und einem Dübelbohrer ausgebohrt werden. Wenn man von Hand bohrt, ist es äußerst wichtig ganz gerade ins Holz zu bohren. Um präziser zu bohren kann man eine Dübellehre verwenden. Die Löcher müssen alle gleichmäßig tief und nur wenige tiefer als die halbe Dübellänge gebohrt werden. Die Dübellöcher sollten angesenkt werden, dadurch wird der Zusammenbau erleichtert.
Zum herstellen einer Dübelverbindung reichen die normalen Anreißwerkzeuge. Werden Dübel verdeckt gesetzt, so müssen die beiden Teile A und B einzeln gebohrt werde, und zwar so, dass die Bohrungen beim zusammenfügen genau aufeinander passen. Dies gelingt mit Hilfe selbst hergestellter Bohrschablonen und ebenfalls selbst gefertigter oder gekaufter Dübelhilfen. Mit Hilfe einer selbst hergestellten Bohrschablone wird Teil A gebohrt. In die Bohrungen des Teils A setzt man die Markierungshilfen ein. Mithilfe eines Anschlags fügen wir Teil B passgenau an und stechen so die Bohrungsmittelpunkte in Teil B vor.
1.3.1 Lehrgang
Instruierender und analysierender Technikunterricht
Die genetischen Unterrichtsverfahren sind zeitaufwendig, da der Lerngegenstand selbst "entfaltet" werden muss. Die didaktische Reduktion, dass der Schüler hierzu in der Lage ist, erfordert daneben auch andere Methoden. Im Gegensatz dazu versucht der instruierende Technikunterricht in möglichst kurzer Zeit wichtige technische Kenntnisse und Fertigkeiten in aufbereiteter Form zu vermitteln.
"Handlungsoperationen werden demonstriert und erläutert, die Schüler vollziehen sie nach und üben sie bis zur Beherrschung ein (Bedienen von Werkzeug und Maschinen u.a.). Ein in dieser Weise lehrganghaft erworbener Bestand an Kenntnissen und Fertigkeiten ist oftmals Voraussetzung für genetisch-produktive und analysierende Unterrichtseinheiten" (Schmayl Kunststofftechnik, 1984. S.9).
Kennzeichen des Lehrgangs sind die instruierende, informierende, vermittelnde und erarbeitenden Merkmale.
„Der Lehrgang ist eine im voraus geplante und damit auch festgelegte Ordnung, in der die Inhalte eines mehrgliedrigen Bereichs so aufeinander folgen, dass der Schüler den ganzen Bereich lernend erfassen kann.“(Wilkening, Unterrichtsverfahren im Lernbereich Arbeit und Technik, 1977, S.87)
Lehrgänge sind gekennzeichnet durch geplantes, gegliedertes, konsequent aufbauendes Vorgehen. Sie haben überwiegend vermittelnden Charakter. Sie sind gekennzeichnet durch einen Mangel an fachlich-prozessualen Lernzielen und einen weitgehenden Verzicht auf verhaltensbezogene- sozial-kommunikative Interaktionsprozesse. (Fast, Methoden im TU-Skript, 2006)
1.3.2 Verlaufsphasen
1. Einstieg
Der Lehrer vermittelt den Schülern einen Überblick über die angestrebten Unterrichtsziele. Anschließend wird den Schülern der praktische Nutzen des gelernten vermittelt. Der Lehrer teilt die Lehrgangsunterlagen aus und weist auf die praktischen Übungen hin, nennt den Zeitplan für den Lehrgang und für seine Teilschritte.
2. Vorstellung des Sachgebietes im Überblick
Die Schüler erhalten einen detaillierten Überblick, aus welchen Lernschritten sich der Lehrgang zusammensetzt. Der Lehrer erklärt unverständliche Begriffe und beantwortet Fragen.
3.Erarbeitung des Sachgebietes in Teilschritten
Der Lehrer stellt die theoretischen Inhalte und praktischen Übungen dieser Lernsequenz dar. Außerdem verweist die Lehrkraft auf besondere Phänomene, die sich durch die neuen Qualifikationen erklären und bewältigen lassen. Die Schüler bearbeiten die Lehrgangsunterlagen und wenden die neuen Teilqualifikationen auf die Praktische Aufgabenstellung an.
4. Vertiefung des Gelernten aus den Teilschritten
Die Schüler vertiefen ihre neuen Kenntnisse durch schriftliche Fragebögen sowie Fachgespräche und anhand der umfangreichen praktischen Übungen.
5. Zusammenfassung des Gelernten aus dem Lehrgang
Die Schüler fassen die wesentlichen Inhalte des Lehrgangs zusammen und demonstrieren
Ihr Wissen durch eine abschließende Umfangreiche praktische Übung. Sie erklären und begründen die einzelnen Handlungsschritte und nennen konkrete Anwendungsbeispiele.
6. Anwendung und Prüfung der gesamten Lehrgangsinhalte
Die Schüler lösen mit Hilfe der gewonnenen Erkenntnisse und Fähigkeiten die ursprüngliche Aufgabenstellung.
2. Lernvoraussetzungen
2.1 Bedingungen der Schule vor Ort
XXX
2.2 Bedingungen der Lerngruppe
XXX
3. Didaktische Analyse
3.1 Exemplarität
Gerade das Wissen um den Werkstoff Holz und seine Eigenschaften ist besonders dafür geeignet, in einer problem – und handlungsorientierten Unterrichtskultur den Schülerinnen und Schülern einerseits ein fundamentales Stück der technischen Welt näher zu bringen und andererseits elementar ihre Persönlichkeit zu bilden, da der Werkstoff Holz von allen Bau- und Werkstoffen der am einfachsten Bearbeitbare und aufgrund dieser einfachen Handhabbarkeit leicht zugänglich für Schüler ist.
3.2 Gegenwartsbedeutung
Gerade in der 7. oder 8. Klasse, während des Höhepunkts ihrer pubertären Phase, wenn die Schülerinnen und Schüler sich unsicher fühlen und nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht, ist es besonders wichtig ihnen ihre eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten aufzuzeigen und das Vertrauen in sich selbst zu festigen. Der Werkstoff Holz ist aufgrund seines hohen Alltagsbezugs – er ist seit Menschengedenken ein wichtiger Bau- und Werkstoff und praktisch überall in der Lebenswelt der Schüler präsent – und seiner relativ leichten Bearbeitbarkeit dafür ideal. Er lässt sie sehr leicht ihre Lebensumwelt in punkto Technik und Natur mit bewussteren Augen sehen und diese auch aktiv gestalten.
Das Wissen über die Eigenschaften von Holz ist des Weiteren grundlegend für die Urteilsfähigkeit zu Holzprodukten, fundamental für eine effiziente Verarbeitung und elementar für die Erkundung von anderen Werkstoffen.
Außerdem werden sie einerseits selbstständig tätig, andererseits ordnen sie sich durch die Gruppenarbeit in eine Gemeinschaft ein, welche sie durch Kreativität, Hilfsbereitschaft, Toleranz und Diskurs stärken.
Gerade heutzutage, wenn die Schülerinnen und Schüler oft nur passiv vor dem Fernsehgerät sitzen und als bloße Konsumenten beworben und „ausgeschlachtet“ werden, müssen ihnen Alternativen zur Freizeitbeschäftigung offenbart werden. Das eigene, aktive und kreative Experimentieren und Erforschen ist hierbei eine äußerst sinnvolle Chance.
3.3 Zukunftsbedeutung
Holz ist aufgrund seiner Nachhaltigkeit, weil es immer wieder nachwächst, ein Rohstoff mit Zukunft.
Die SchülerInnen werden später entweder privat oder auch beruflich mit der dem Werkstoff Holz und dessen Bearbeitung in Berührung kommen, daher ist das Wissen um die Eigenschaften und dem Bearbeiten von Holz grundlegend.
3.4 Struktur des Inhalts/Zugänglichkeit
Die vorliegende Unterrichtstunde „Dübellehrgang“ ist keine in den Raum geworfene, zusammenhangslose Stunde, sondern eingebettet in das Unterrichtsprojekt „Holzhocker“, das die Schülerinnen und Schüler über den Werkstoff Holz und dessen Bearbeitbarkeit umfassend, also mehrperspektivisch bilden soll.
Als Lehrer würde ich – hätte ich die entsprechende Zeit, die notwendigen Mittel und die Möglichkeit mit den Lehrern aus anderen Fachbereichen zusammenzuarbeiten – die Lerneinheit „Holzhocker“ unbedingt umfassend und fächerübergreifend anlegen.
Zu Beginn fände ich es sehr geschickt die Biologie des Baumes zu thematisieren, z.B.: wie wächst eigentlich so ein Baum? Woraus besteht er genau? Wie sind die Zusammenhänge von Bäumen und der Welt, z.B.: Photosynthese, Atmosphäre? Welche Bedeutung haben die Bäume für den Menschen, z.B.: lebenserhaltender Sauerstoffspender, Baustoff? Wie können wir unseren Hocker ökologisch sinnvoll bauen. Welche Materialien sind geeignet? Die Kunstfächer könnten hier ihre Ideen einbringen wie man den Hocker nicht „langweilig“ gestaltet sondern vielleicht auch eher „verrückte“ oder auf den ersten Blick nicht realisierbare Entwürfe.
4. Stundenziel/Lernziele/Kompetenzen
Thema der Stunden: Dübellehrgang
4.1 Stundenziel
Die Schüler sollen sachkompetent Holzbearbeitungstechniken erlernen. Hier speziell das Herstellen von offenen und verdeckten Dübelverbindungen.
Die Schüler sollen den Dübelvorgang als Möglichkeit der Verbindung von Hölzern kennen lernen.
Die Schüler sollen in der Lage sein, Schwierigkeiten zu erkennen, und wie hier mit Lehren bewältigen.
4.2 Lernziele/Kompetenzen
Die Schüler und Schülerinnen sollen…
a) fachlich- sachliche Kompetenzen
...die Vor- und Nachteile einer Dübelverbindung erkennen und bewerten
...das Vorgehen beim Dübeln beherrschen
...eigenständig Materialstärken der Dübel, und Bohrtiefen der Löcher bestimmen
...wissen, was bei der Dübelverbindung zu beachten ist
b) methodische Kompetenz
...aus technischen Zeichnungen Dübelverbindungen herauslesen
...Maße nehmen und diese übertragen
c) soziale Kompetenzen
...gemeinsam in einer Gruppe arbeiten
...hilfsbereit sein
...sich und andere in die Gruppe integrieren
...Konflikte sachlich austragen
d) personale Kompetenzen
...selbstständig, gewissenhaft und zuverlässig arbeiten
...Fehler erkennen und verbessern
...bei Problemen nicht aufgeben
4.3 Bezug zum Bildungsplan
Im Bildungsplan für Realschulen in Baden-Württemberg von 2004 ist festgehalten, dass technische Bildung für die Lebensbewältigung der Schülerinnen und Schüler unerlässlich ist, da unsere moderne Gesellschaft vor allem in technologischer Hinsicht einem schnellen Wandel unterliegt, ja diesem teilweise oft schon unterworfen scheint.
Um dieser selbstverschuldeten technischen Unmündigkeit bereits möglichst früh entgegenzutreten, wird in Baden – Württemberg im Rahmen eines allgemein bildenden Technikunterrichts in den Klassenstufen 8 – 10 eine allgemeine technische Aufklärung betrieben.
Ein Beitrag zu dieser allgemeinen technischen Bildung besteht darin, dass die Schülerinnen und Schüler bis zum Ende der 8.Klasse im Problem - und Handlungsfeld „Arbeit und Produktion“ sowohl sachgerecht mit Werkstoffen – wie beispielsweise Holz – umgehen können, strukturale Kenntnisse über deren Eigenschaften erwerben, aber auch die fachlichen Bezeichnungen sowie die Regeln für den sicheren Gebrauch der im Unterricht verwendeten und zu dessen Bearbeitung notwendigen Werkzeuge und Maschinen kennen.
Auch sind sie imstande kritisch die Auswahl von Werkstoffen, Werkzeugen und Maschinen zu begründen und technische Herstellungsprozesse und Objekte hinsichtlich ihrer Bedeutung und Auswirkung auf Mensch und Umwelt einzuschätzen.
Außerdem werden hiermit erste berufliche Interessen und Neigungen erkannt und somit eine vorberufliche Orientierung gefördert.
4.4 Vorrichtungen nach VDI Richtlinie 2027
Quelle: Lueger – Lexikon der Technik Band 9 (Gerhard Matthee)
1. Begriff Vorrichtungen sind Fertigungsmittel, die in der Regel in Verbindung mit Werkzeugmaschinen, Werkzeugen, Werkzeugspannern und Messwerkzeugen verwendet werden. Vorrichtungen dienen dazu,
a) Werkstücke in die arbeitsgerechte Lage zu bringen, sie schnell, fehlerfrei und möglichst selbsttätig zu bestimmen, in dieser Lage zu halten oder fest zu spannen und/oder zu führen sowie auszuwechseln;
b) Werkstücke in der arbeitsgerechten Lage auch nach beendetem Fertigungsvorgang zu prüfen;
c) Bauteile, Baugruppen oder vollständige Erzeugnisse zusammenzufügen.
Häufig führen Vorrichtungen außerdem Werkzeuge oder Messzeuge. In der metallverarbeitenden Industrie verwendete Vorrichtungen dienen in der Mehrzahl zum Bestimmen und Spannen von Werkstücken. Soweit mit ihnen vorwiegend Werkstücke einfacher Grundform eingespannt werden, sind es meist handelsübliche, z.T. genormte Ausführungen wie Drehbankfutter, Spanndorne, Schraubstöcke, u.a.m. Sie gehören zur Gruppe der Spannzeuge, in die man üblicherweise die Werkzeugspanner mit einbezieht.
2. Einteilung (Auswahl)
-Allgemeinvorrichtung
-Einfach- oder Einstückvorrichtung
- Wechselvorrichtung
- Rundtischvorrichtung
3. Bennennung
Zweckmäßig werden Vorrichtungen nach den Arbeitsverfahren benannt.
a) für das Umformen b) für das Trennen
c) für das Veredeln d) für das Fügen
e) für das Prüfen und Messen
4. Anforderungen
Die an die Gestaltung und betriebliche Verwendung von Vorrichtungen zu stellenden Anforderungen werden durch folgende Einflüsse bestimmt: (Kurzübersicht)
a) Gütegrad der Werkstücke in Bezug auf Genauigkeit und Austauschbarkeit
b) Arbeitserleichterung bei der Handhabung der Vorrichtung
c) Unfallschutz
d) Arbeitsvorbereitung durch eindeutige Kennzeichnung in den Arbeitsplänen
...
f) Späneabführung und Späneschutz
Vorrichtungen im Technikraum
- Sägelade - Parallelreißer
- Schraubstock - Gehrungslade
- Streichmaß - Schraubzwinge
5. Verlaufsplanung und Methodenbegründung
5.1 Einstiegs- und Motivationsphase
| Verlauf | Methodenbegründung |
| Informierender Einstieg als Überblick über die 3 Technikstunden. | Im Fach Technik, wo es n kaum einer Stelle um die Vermittlung enzyklopädische Wissensanhäufungen geht, sondern wo Informationen vordergründig zur Erreichung aktueller Ziele beschafft werden sollen, ist der informierende Unterrichtseinstieg der klipp und klar das Ziel der Stunde formuliert ein durchaus angebrachter. |
5.2 Lehrgang
| 2. Vorstellung des Sachgebietes im Überblick | Methodenbegründung |
| Die Schüler erhalten in dieser Phase einen Überblick über den Lehrgang und die Punkte die sie erwarten werden. Ein Lehrgangsplan zeigt den Schülern die einzelnen Punkte und Schritte die gemacht werden. | Es ist wichtig den Schülern sowohl den Inhalt als auch die Unterpunkte der Lernsequenzen zu nennen, um sie auf das kommende vorzubereiten und um ihnen die Orientierung zu erleichtern. |
| 3.Erarbeitung des Sachgebietes in Teilschritten | Methodenbegründung |
| Der Lehrer zeigt den Schülern die einzelnen Werkzeuge und Materialien, die für eine Dübelverbindung gebraucht werden. Die Schüler benennen diese und tragen die Begriffe auf ihr Arbeitsblatt(1) ein. Anschließend werden die Arbeitsschritte beim anfertigen einer einfachen Dübelverbindung ohne Vorrichtung besprochen, vorgemacht und nachgemacht. | Die Schüler sollen in dieser Phase neues mit altem verbinden. Sie sollen die Möglichkeit bekommen auf bekanntes Wissen und bekannte Arbeitsweisen aufzubauen. |
| 4. Vertiefung des Gelernten aus den Teilschritten | Methodenbegründung |
| Der Lehrer stellt eine weitere Methode des Dübelns vor. Diesmal jedoch eine verdeckte Dübelverbindung mit einer Vorrichtung. | In regelmäßigen Abschnitten soll hier auf das bereits gelernte zurückgegriffen werden und vertieft werden. Erst wenn das Wissen hier weitgehend gefestigt ist, sollte der Lehrer mit dem Lehrgang fortfahren. |
| 5. Zusammenfassung des Gelernten aus dem Lehrgang | Methodenbegründung |
| In dieser Phase können die Schüler die 2 verschiedenen Dübelverbindungen ausprobieren fertig stellen. Der Lehrer unterstützt die Schüler und erarbeitet mit ihnen noch bestehende Wissenslücken auf. | Die Schüler sollen in dieser Phase zeigen dass sie die einzelnen Teilschritte miteinander verknüpfen können. |
| 6. Anwendung und Prüfung der gesamten Lehrgangsinhalte | Methodenbegründung |
| Die Schüler werden nun zum Abschluss des Lehrgangs die neu erlernte Dübeltechnik an ihrem Hocker anwenden. | In dieser Phase wenden die Schüler ihr erworbenes Wissen und ihre Fähigkeiten konkret auf den Hocker an. Dies findet jedoch am nächsten Unterrichtstag statt. |
6. Strukturskizze zum Thema : Dübellehrgang
Stundenziel:
Die Schüler sollen sachkompetent Dübelverbindungen herstellen.
Die Schüler sollen den Dübelvorgang als Möglichkeit der Verbindung von Hölzern kennen lernen.
Die Schüler sollen in der Lage sein, Schwierigkeiten zu erkennen, und wie hier mit Lehren bewältigen.
| Uhrzeit | Phase / Verlauf | Aufgaben des Lehrers | Aufgaben der Schüler | Arbeitsform | Medien | Medien vorbereiten / ausgeben |
| 10.15 | Begrüßung | Der L. informiert die Schüler über den Verlauf der heutigen Unterrichtseinheit. | Aufpassen und unklare Dinge ansprechen. | Frontal | - Tageslichtprojektor - Folie mit dem Ablauf des Lehrgangs | |
| 10.35 | 2. L. bittet die Schüler an den Materialientisch. Dort liegen verschiedene Verbindungsmöglichkeiten, anhand derer die Vor- bzw. Nachteile besprochen werden. | L. präsentiert die im Voraus bereitgelegten Materialien. L. moderiert das Gespräch. | S. benennen die Werkzeuge und Materialien, und versuchen anhand ihrer Vorkenntnisse, Vor- bzw. Nachteile der einzelnen im Bezug auf den Hocker zu nennen. | Klassenverband | - Hammer - Nägel - Klebstoff - Klebeband - Tacker - Holzschrauben - Maschinenschrauben - Draht - Zange - Lötkolben - Dübel - Holzleim - … | |
| 10.55 | 3. Erarbeitung des Sachgebietes in Teilschritten | L. teilt die Lehrgangsunterlagen aus. L. zeigt den S. die einzelnen Materialien und Werkzeuge die für eine Dübelverbindung gebraucht werden. L. stellt eine einfache Dübelverbindung her. | S. fertigen eine Dübelverbindung ohne Vorrichtungen an. Als Orientierung hilft ihnen Arbeitsblatt Nr 1. | Frontal / Einzelarbeit | - Lehrgangsunterlagen | Materialien für die Dübelverbindung - Übungsbrettchen (2x 10x10x2 cm) |
| 11.20 | 4. Vertiefung des Gelernten aus den Teilschritten | L. bittet einzelne S. von den Erfahrungen mit dem „freien“ Dübel zu berichten. L. bittet S. um Verbesserungsvorschläge. L. stellt die Vorrichtungen zum Dübeln vor. | L. bittet einzelne S. von den Erfahrungen mit dem „freien“ Dübel zu berichten. L. bittet S. um Verbesserungsvorschläge. L. stellt die Vorrichtungen zum Dübeln vor. Schüler fertigen mit Hilfe der Vorrichtungen die Dübelverbindungen an ihrem Hocker an. Die S. sollen sich dabei in Partnerarbeit unterstützen. Als Ergebnisssicherung bekommen sie das Arbeitsblatt 2. | Frontal / Partnerarbeit / Gruppenarbeit | - Lehrgangsunterlagen | - Material und Werkzeug zum Dübeln |
| 12.00 | 5. Zusammenfassung des Gelernten aus dem Lehrgang | L. hilft den S. Wissenslücken aufzuarbeiten und zu beseitigen. | S. arbeiten zusammen an den Verbindungen. S. haben die Möglichkeit die Dübelverbindungen auszuprobieren. | Gruppenarbeit / Partnerarbeit | - Lehrgangsunterlagen - Übungsbrettchen - Material und Werkzeug zum Dübeln | |
| 12.15 | Aufräumen | L. benennt den Ordnungsdienst | S. räumen auf | Klassenverband | Tafel „Wer hat Ordnungsdienst“ |
8. Literaturangaben
1. Bildungsplan 2004 Realschule Baden –Württemberg, Hrsg.: Ministerium für Kultus Jugend und Sport
2. Gernot Gonschorek, Susanne Schneider: Einführung in die Unterrichtsplanung, 4.überarbeitete und erweiterte Auflage 2005, Auer – Verlag GmbH, Donauwörth
3. Mette, Schmuck, Ziebell, Zeißler (2006): Wissensspeicher Werkstoffbearbeitung. 2.Auflage, Cornelsen-Verlag, Volk und Wissen
4. Erbrecht, Klein, Kleszak, Kohl, Werk (2005): Wissensspeicher Technik. Cornelsen-Verlag, Volk und Wissen
5. Wilkening, Fritz (1995): Methoden. In: Schmayl, Winfried & Wilkening, Fritz (1995): Technikunterricht. Bad Heilbrunn
6. Hans Heinrich Bosshard Holzkunde Teil I-III,1982-1998, Birkhäuser Verlag, Stuttgart
7. http://www.holzwurm-page.de/holz/baum/aufbaustamm.htm
8. http://www.holz-zentralblatt.com/
9. Nutsch, Wolfgang (Hrsg.)(2001): Holztechnik. Fachkunde. Haan-Gruiten: Europa. 18.Auflage
10. http://www.uniduesseldorf.de/MathNat/Biologie/Didaktik/Holz/dateien/wih.html
12. Nutsch, Wolfgang, 1992,: Handbuch der Konstruktion: Möbel und Einbauschränke,
13. http://de.wikipedia.org/wiki/Holz
14. http://de.wikipedia.org/wiki/Bast_%28Baum%29
Anmerkung: Die Recherche in Wikipedia wurde anhand von anderen Werken überprüft
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