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Bildbetrachtung einer Plastik von Picasso

Bildbetrachtung einer Plastik von Picasso
Unterrichtsentwurf
Datum: 17. August 2009 Autor: kala Kommentare: 0

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Beschreibung:

Unterrichtsentwurf zur benoteten Lehrprobe. Thema: Bildbetrachtung einer Plastik von Picasso als Einstieg in die eigene Gestaltung eines Fantasietieres aus verschiedenen Materialien. Nachfolgend wurde mit Gips gearbeitet. Note: 1 (14 Punkte) Durchgeführt in einer 4. Klasse.


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Bildbetrachtung einer Plastik von Picasso


Bildbetrachtung einer Plastik von Picasso als Einstieg in die eigene Gestaltung eines Fantasietieres aus verschiedenen Materialien

1. Stundenzielsetzung

1.1. Zentrales Anliegen

Die Schülerinnen und Schüler erstellen, angeregt durch die Werkbetrachtung „Pavian mit Jungem" von Picasso, das Grundgerüst eines Fantasietieres, indem sie Draht, Zeitung und mitgebrachte Gegenstände verwenden.

1.2. Wissens- und Kompetenzzuwachs

1.2.1. Sachkompetenz

Die Schüler beschreiben das Bild, indem sie es genau betrachten und ihre Eindrücke verbalisieren.

Die Schüler erstellen das Gerüst eines Fantasietieres, indem sie die Fundgegenstände und andere Werkstoffe zu einer Komposition zusammenstellen.

1.2.2. Personale und soziale Kompetenz

Die Schüler werden selbstbewusster im Umgang mit ihren individuellen gestalterischen Möglichkeiten.

Die Schüler tauschen untereinander gesammelte Gegenstände aus und stärken dadurch ihr Gemeinschaftsgefühl.

1.2.3. Sprachlich- kommunikative Kompetenz

Die Schüler erweitern ihre Sprachkompetenz, indem sie den Bildinhalt wiedergeben.

Die Schüler tauschen sich im Kugellager über ihre Fantasietiere aus und können sich gegenseitig Hilfestellungen und Tipps geben.

1.2.4. Methodenkompetenz

Die Schüler setzen das Material zielgerichtet ein, erstellen das Grundgerüst des Fantasietieres und erweitern damit ihre gestalterischen Fähigkeiten.

Die Schüler greifen auf das zuvor erarbeitete Wissen über die Biegsamkeit des Drahtes zurück und setzen diese in neue Strategien des Formens um.

Die Schüler schulen ihre Feinmotorik.

2. Didaktische Analyse

2.1. Sachanalyse

Pablo Picasso

Pablo Ruiz Picasso wurde am 25. Oktober 1881 in Malaga, Spanien, geboren. Schon früh erkannte sein Vater Jose Ruiz (selbst Künstler und Zeichenlehrer) das große Talent seines Sohnes. Dadurch ermöglichte er seinem Sohn den Besuch der Kunstakademien in Barcelona und Madrid. 1900 ging Picasso zum ersten Mal nach Paris. Unter anderem wurde er von Künstlern wie Toulouse-Lautrec {http://www.wissen-digital.de/lexikon/Henri_de_Toulouse-Lautrec}, van Gogh {http://www.wissen-digital.de/lexikon/Vincent_%28Willem%29_van_Gogh} und Cézanne {http://www.wissen-digital.de/lexikon/Paul_C%C3%A9zanne} beeinflusst, entwickelte aber bald seinen eigenen Stil.

Das künstlerische Frühwerk Picassos kann man in verschiedene Perioden einteilen. In den 50er Jahren begann der Künstler verstärkt mit Keramik zu arbeiten. Auf dem Gebiet der Plastik war er einer der ersten Künstler, der seine Tierskulpturen und Büsten aus verschiedenen gefundenen Objekten zusammenstellte. Das wohl bekannteste Beispiel ist sein "Stierschädel" (1943), bestehend aus Fahrradsattel und -lenker. Am 18. April 1973 stirbt Picasso in Mougins, Südfrankreich.
Pavian mit Jungem

Picassos Atelier war angefüllt mit vielen Fundobjekten, die er unter anderem bei seinen Spaziergängen fand, wie z.B. beschädigte, weggeworfene Töpferarbeiten der Handwerker des Dorfes.

Leben und Kunst rückten nahe zusammen, so leitsteten seine Kinder ihm oft Gesellschaft bei seiner Arbeit Dies zeigt auch die Plastik „Pavian mit Jungem" (La guenon et son petit): Den Kopf der Pavian-Mutter bilden zwei Spielzeugautos von Sohn Claude die, Boden gegen Boden, aneinandergefügt wurden. Auf einer Windschutzscheibe formte Picasso mit zwei Gipskügelchen die Augen und fügte an den Seiten die Henkel eines Tonkruges zu Ohren an. Zum Körper des Tieres funktionierte er ein vermutlich gefundenes Tongefäß, dessen seitliche Griffe die Schulter der Äffin darstellen. Eine Eisenplatte eines Fensterladens bildet die Form des nach hinten ausgerollten Schwanzes des Tieres. Beine und Füße etc. entstanden aus Holzstücken und Gipsüberarbeitungen.

Picasso entwickelte seine Plastik aus verschiedenen Objekten, die er zusammenfügte. Er kombinierte freies Modellieren mit der Verwendung von Alltagsgegenständen. Mit „Pavian mit Jungem" erreicht Picasso in den 50er Jahren den Höhepunkt seiner Assemblagetechnik.

Das Original besteht aus Gips und befindet sich im Musée Picasso in Paris. Es wurde mehrmals in Bronze gegossen.

 

Assemblage

Assemblagen (franz. "assemblage" = Zusammensetzung, Zusammenfügung) sind in der bildenden Kunst dreidimensionale Werke der Objektkunst.

Picasso entwickelte die Technik der dreidimensionalen Assemblage seit 1930. In der Collage hat diese Technik ihren Ursprung. Unter anderem schuf Picasso dreidimensionale Objekte aus Papier und Resten anderer Materialien. Diese Objekte wurden als Konstruktionen bezeichnet.

Der französische Maler Jean Dubuffet hat den Begriff Assemblage geprägt, er bezeichnete damit seine eigenen Werke, die aus Collagen entstanden.

Unter Assemblage werden dreidimensionalen Kunstwerke zusammengefasst, bei denen Gegenstände, Abfälle oder triviale Fundstücke kombiniert werden. Die Elemente der Assemblage werden entweder auf Bildtafeln aufgebracht oder als eigenständige Materialreliefs bzw. Objekte gestaltet.

Das Sammeln ist die grundlegende Tätigkeit für die Assemblage. Durch Sammeln, schnelles Erfassen und Arrangieren von gesehenen Inhalten und Strukturen wird der Transformationsprozess von Alltagsgegenständen zu bildspezifischen Gestaltungselementen angeregt. Assemblage bedeutet, durch Materialdeutung und Verfremdung Gewohntes und für zusammenhängend Gehaltenes in neuartige und ungewohnte Beziehung zu bringen

2.2. Lehrplanbezug

Diese Unterrichtseinheit gehört zu dem Erfahrungs- und Handlungsbereich Bauen/Formen.

3.6 Gestalten einer plastischen Figur „[...].mit verformbarem Material ([...], Gipsbinden u.ä.)" (Lehrplan Bildende Kunst/Werken/Textiles Gestalten; S. 30, 1984)

Ziele die im Lehrplan verankert sind:

Aus leicht verformbarem Material eine plastische Figur herstellen Die plastische Figur ausgestalten

2.3. Darstellung der Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit gehört in den Bereich materialbildende Kunst.

Bildbetrachtung von Plastiken von Picasso als Einstieg in die eigene Gestaltung eines Fantasietieres aus verschiedenen Materialien Durch das Modellieren mit Gips wird aus der Drahtgeflecht-grundform ein Fantasietier mit charakteristischen Merkmalen Die plastische Figur wird farbig ausgestaltet, klar lackiert und erhält zu Präsentationszwecken einen Platz im Schaukasten

2.4. Didaktische Akzentuierung

2.4.1. Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung

Dass Gegenstände in ihrer Bedeutung umfunktioniert werden, geschieht im Spielalltag der Kinder immer wieder. Stöcke werden zu Säbeln und Ähnlichem umgewandelt, Alltagsgegenstände werden in Spiele integriert und zweckentfremdet.

Gips begegnet den Schülern unter Umständen im Alltag, wenn Brüche gerichtet und fixiert werden und der typische Gipsarm zum Unterschriften sammeln präsentiert wird.

2.4.2. Exemplarität

Die Plastik „Pavian mit Jungem" steht exemplarisch für plastische Verfahren des 20. Jahrhunderts. Insbesondere für Plastiken, die durch Verwandlungs-, Umgestaltungs- und Kombinationsprozesse vorgefundene Gebrauchsgegenstände in ihrer Bedeutung verändern.

 

Die Gipsbinden stehen exemplarisch für die formbare Materialgruppe. Sie wurden ausgewählt, weil sie sich auf Grund ihrer Beschaffenheit für Arbeiten in der Grundschule eher eignen als Gipsmasse.

 

Die Assemblage steht exemplarisch für das Verbinden verschiedener Gegenstände, Materialien und Techniken, wie sie sich zum Beispiel auch bei der Collage wiederfinden. Eine Assemblage ist die Weiterentwicklung einer Collage unter Einbeziehung der Dritten Dimension.

2.4.3. Zugänglichkeit

Um eine kindgemäße Zugänglichkeit für dieses Thema zu erreichen, habe ich mich für das Herstellen eines Fantasietieres entschieden.

Von einem Fantasietier geht für diese Altersgruppe noch ein hoher Reiz aus. Die Kinder müssen nicht versuchen etwas naturgetreu darzustellen, wodurch sie ihre Hemmschwelle schneller überwinden können.

Zusätzlich übt „das Herstellen von plastischen Figuren [...] auf Kinder einen starken Anreiz aus" (Lehrplan Lehrplan Bildenden Kunst/Werken/Textiles Gestalten; S. 30, 1984).

Durch das Einbauen von selbst gesammelten Gegenständen bekommen die Schüler einen sehr persönlichen Bezug zu ihrem Fantasietier.

Zusätzlich erhält jeder Schüler die Möglichkeit, seinem Leistungsstand und seiner Kreativität entsprechend zu arbeiten.

2.4.4. Didaktische Reduktion

Bei der Werkauswahl für die Bildbetrachtung habe ich mich auf den Künstler Pablo Picasso beschränkt. Das hat den Grund, dass das Werk „Pavian mit Jungem" auch aus Gips und verschiedenen Fundstücken hergestellt wurde.

Bei der Bildbetrachtung geht es um das Herausfinden, dass sich Alltagsgegenstände aus ihrer Bedeutung herauslösen lassen und eine neue Funktion bekommen können. Deshalb wollte ich nicht noch mehr Künstler mit einbeziehen. Zum einen aus zeitlichen Gründen und zum anderen, weil die Plastik von Picasso dem Unterrichtsgeschehen sehr nahe kommt.

Die Schüler bekommen die Vorgabe Fantasietiere herzustellen. Sie können mit der Verwendung des Drahtes an ihre Vorerfahrung anknüpfen und haben sich mit dessen Biegsamkeit schon auseinander gesetzt.

Auch beim Material habe ich mich auf Gips als formbares Produkt reduziert. Hierfür standen die Gipsbinden in der ersten Wahl. Gipspulver lässt sich in der Grundschule nicht so gut verwenden.

3. Lehr- und Lernvoraussetzungen

 

3.1. Pädagogische und soziale Voraussetzungen

Es handelt sich um eine 4. Klasse zum Ende des ersten Halbjahres. Die Klasse besteht aus 15 Schülern und setzt sich zusammen aus 5 Jungen und 10 Mädchen.

Die Schüler haben von ihrer Klassenlehrerin ein sehr diszipliniertes Arbeiten gelernt, was sich zum Beispiel darin äußert, dass sie sich im Gespräch gegenseitig ausreden lassen und eigenständig das Wort weitergeben. Außerdem funktioniert das Auf- und Abbauen der Arbeitsmaterialien reibungslos.

Der Klangstab, der in dieser Klasse als Stillesignal eingeführt ist, wird ohne Probleme beachtet.

Die Schüler lassen sich in unterschiedliche Arbeitstypgruppen zusammenfassen.

Die Gruppe, der sehr selbstständig arbeitenden Schüler (xxx), erfassen einen Arbeitsauftrag und setzen diesen selbstständig und ohne weitere Hilfestellung um. Zwei Mädchen (xxx) sind sehr ungeduldig. Sie arbeiten unkoordiniert und unsauber, um schneller an ihr Ziel zu gelangen. Mit ihren Ergebnissen sind sie meistens unzufrieden. Erst durch mehrmaliges Auffordern, sorgfältiger und bedachter zu arbeiten und sich mehr zuzutrauen, entwickeln sie langsam eine Strategie, die es ihnen ermöglicht, sich auf ein Thema und eine Aufgabe zu konzentrieren und sich einzulassen.

Bei diesem Thema wird ihnen die Möglichkeit gegeben, ihr Gerüst, bis zu dem Zeitpunkt des Eingipsens, immer wieder zu verändern.

xxx ist ein sehr aufgewecktes Mädchen, das gerne eigene Ideen einbringt. Ich denke, dass ihr die individuelle Gestaltungsfreiheit bei diesem Thema entgegenkommt. Jedoch muss auch Melina darauf achten, dass sie im weiteren Verlauf sorgfältig arbeitet.

Bei den Jungen fällt besonders xxx durch sein Verhalten auf. Er hat eine sehr geringe Frustrationstoleranz, die ihn immer wieder beim Arbeiten behindert. Er fühlt sich gelegentlich auch durch Bemerkungen seiner Klassenkameraden provoziert, was zur Folge hat, dass er sich nicht mehr kontrollieren kann, „ausrastet" und/oder den Raum verlässt und vorerst nicht mehr ansprechbar ist. Aus diesem Grund habe ich xxx die Möglichkeit gegeben, sich einen Partner auszusuchen, der mit ihm an einem Zweiertisch sitzt. xxx und xxx arbeiten im Kunstunterricht öfter an einem Tisch und es funktioniert sehr gut.

Zurzeit ist das Verhältnis zu xxx sehr entspannt und ein gemeinsames Arbeiten gut möglich. Wir haben in den letzten Wochen einen freundlichen Umgang miteinander gefunden. Mir fällt es zunehmend leichter, xxx „Gefühlsausbrüche" (die immer geringer ausfallen) zu tolerieren und ihm dadurch die Gelegenheit zu bieten, sich selbstständig wieder zu fangen.

Jedoch ist dieser Zustand instabil. Wenn xxx in sein Verhaltensmuster fällt, werde ich ihm die Möglichkeit geben, den Raum zu verlassen, um sich zu beruhigen. Er kann jederzeit zurückkommen, um weiter zuarbeiten.

xxx fällt durch seinen Ideenreichtum auf, der auch bei den drei restlichen Jungen xxx, xxx und xxx festzustellen ist. Bei xxx ist zu erkennen, dass ihm die Umsetzung nicht so leicht fällt wie den anderen Dreien, die sehr selbstständig arbeiten. Jedoch ist das abhängig von der Begeisterung, die Robin für ein Thema entwickelt.

3.2. Fachliche und Methodische Voraussetzungen:

Die Schüler haben noch keine Erfahrungen im Umgang mit dem Material Gips gesammelt. Sie haben in den vorherigen Schuljahren hauptsächlich in den Bereichen Zeichnen und Malen gearbeitet.

Die vorangegangene Unterrichtseinheit „Entdecken und Gestalten von Mustern" dient der späteren Ausgestaltung der Montageplastik.

 

Mittels der Formbarkeit durch den Draht während der Gerüsterstellung haben auch die ungeduldigen Schüler, die ihre Arbeiten bisher oft sehr unsauber und schnell erledigt haben und im Nachhinein mit ihren Arbeitsergebnissen unglücklich waren die Möglichkeit, eine Form nachträglich zu verändern und ihren Vorstellungen entsprechend zu gestalten.

3.3. Räumliche Voraussetzung

Es stehen in der Schule mehrere Overheadprojektoren zur Verfügung und auch die Klassenräume sind so ausgestattet, dass man das Bild ohne Probleme an die Wand hinter der Tafel projizieren kann.

Auf Grund der Klassengröße ist es gut möglich den Sitzkreis, sowie das Kugellager im vorderen Bereich des Klassenraumes durchzuführen.

Für die Nachfolgestunden, in denen mit Gips gearbeitet wird, werde ich den Kunstraum der Schule nutzen. In diesem können auch die Plastiken der Schüler aufbewahrt werden.

3.4. Voraussetzungen auf Seiten der Lehrperson

Ich habe mich während meines Studiums in der Bildenden Kunst an der Universität Koblenz in zwei Seminaren bei Herrn xxx (Bildhauer) mit dem Material Gips beschäftigt.

Auch Draht als Gestaltungsmaterial ist mir geläufig, da ich schon mehrmals mit Schülern damit gearbeitet habe.

4. Methodische Analyse

Ich habe mich dazu entschieden, diese Unterrichtsstunde mit einer Bildbetrachtung einzuleiten. Zuerst zeige ich ein Foto, auf dem zwei Spielzeugautos zu sehen sind. Hiermit möchte ich die Schüler motivieren, sich spontan zu äußern und evtl. Vermutungen anzustellen, was mit diesen Autos passiert. Über eine gelenkte Frage werde ich auf das zweite Bild kommen.

Dafür habe ich aus zwei Gründen das Werk Pavian mit Jungem von Pablo Picasso ausgewählt:

Zum einen handelt es sich um eine Assemblage, bei der Gips als Material eine wichtige Rolle spielt und zum anderen wurden in dieser Gebrauchsgegenstände oder Abfallmaterialien durch Umgestaltungs- und Kombinationsprozesse in ihrer Bedeutung verwandelt.

Ich möchte, dass die Schüler über diese Bildbetrachtung und dessen Erschließung einen Zugang zu dem Thema Montageplastik aus Fundgegenständen bekommen.

Sie sollen entdecken, dass Künstler, in unserem Fall Picasso, Alltagsgegenstände umfunktionieren, diese ihrer eigentlichen Funktion entbinden und ihnen eine neue Bedeutung geben.

Während der Vorüberlegung zu dieser Unterrichtseinheit ergaben sich für mich mehrere Möglichkeiten zum Einstieg. Zum einen hatte ich die Überlegung, mehrere Bilder von verschiedenen Werken (Kunststilen) von Picasso zu betrachten und den Künstler an sich noch mehr einzubeziehen. Von dieser Idee bin ich jedoch abgekommen, da für mich der Schwerpunkt der Stunde auf dem Erkennen der Bedeutungsverwandlungen des eingebauten Gegenstandes und dem anschließenden Baus des Gerüstes für die Montageplastik liegt.

Zusätzlich habe ich mich entschlossen, den Schülern einen Informationstisch über Pablo Picasso anzubieten. Auf diesem finden die Schüler verschiedene Bücher zu und über Picasso und haben dadurch die Gelegenheit, sich die große künstlerische Vielfalt Picassos anzusehen.

Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, den Künstler in einer nachfolgenden Unterrichtseinheit noch einmal aufzugreifen und ihn zu vertiefen und evtl. das Thema Collage anzuschließen. Dieses Thema würde sich zum Anknüpfen eignen, da die Assemblage eine Weiterentwicklung der Collage ist.

Eine andere Möglichkeit wäre, über Picasso den Kubismus zu erarbeiten und mit den Schülern ein kubistisches Bild zu erstellen.

Außerdem würde sich anbieten, Gips als abformendes Material zu verwenden, um zur Karnevalszeit Masken herzustellen.

 

Um das Grundgerüst zu stabilisieren, habe ich mich für Draht entschieden. Zum einen, weil er an die Erfahrungen anknüpft, die die Schüler in einer vorherigen Einheit gesammelt haben. Zum anderen, bietet der Draht durch seine Formbarkeit den Schülern die Möglichkeit, die Zeitung in eine bestimmte Form zu bringen und diese auch zu fixieren, was mit Kreppband alleine nicht gelingt.

Man hätte sich hier auch für die Befestigungsmethode der Heißklebepistole entscheiden können, was jedoch nicht sinnvoll ist, da aus Gefahrengründen die Schüler diese alleine nicht hätten bedienen können.

 

Um den Schülern transparent zu machen, wie der Bauprozess bis hin zum fertigen Fantasietier aussehen soll, habe ich die Arbeitsschritte in drei verschiedenen Gestaltungsprozessen festgehalten.

Dadurch möchte ich erreichen, dass die Schüler den Arbeitsauftrag weitgehend eigenständig erfassen und verbalisieren. Zusätzlich dient es den Schülern als Hilfe, um zu verstehen, dass sie bei der Konstruktion darauf achten müssen, dass die Gegenstände einen neuen Zweck erfüllen sollen.

Um die fertige Fantasietierplastik auszugestalten, greife ich auf die vorherige Unterrichtsreihe (Muster) zurück und die Schüler gestalten ihre Tiere mit Hilfe der vorher erarbeiteten Muster.

 

Ich habe beschlossen, diese Unterrichtsstunde in Einzelarbeit durchzuführen. Ich möchte, dass sich jeder Schüler individuell mit dem „Fantasietier" auseinandersetzt und seine eigenen Vorstellungen umsetzen kann. Da ich denke, dass von diesem Thema, sowie von dem Material eine große Motivation ausgeht, wollte ich den Schülern die Möglichkeit geben, sich eigenständig für das Aussehen und die Zusammensetzung ihrer Tiere entscheiden zu können.

 

Der Einstieg und die Bildbetrachtung findet im Sitzhalbkreis statt. Dieser wird aus Zeitgründen Ende der vorherigen Stunde vorbereitet. Dadurch wird gewährleistet, dass alle Schüler einen freien Blick zum projizierten Bild haben. Zusätzlich können im Anschluss die Modelle in die Halbkreismitte gestellt werden, ohne dass aus der normalen Sitzordnung erst ein Kreis gebildet werden muss.

 

Ich habe die Schüler für diese Stunde umgesetzt. Normalerweise sind die Schüler auf sechs Tischgruppen verteilt. Um ihnen die Möglichkeit zum Materialtausch zu geben, wurde die Anzahl der Tischgruppen auf drei plus einen Zweiertisch reduziert. An dem Zweiertisch sitzen xxx und xxx. Da xxx, wie in der Klassenanalyse beschrieben, ein etwas schwierigeres Verhalten in Gruppenzusammensetzungen zeigt, halte ich es für angebrachter, ihn in einer Zweiergruppe unterzubringen. Dies habe ich mit ihm besprochen und wir haben gemeinsam überlegt, mit welchem Klassenkameraden er sich vorstellen könnte, gut zusammenzuarbeiten. Auch xxx war mit der Lösung einverstanden.

 

Bei meinen Vorüberlegungen habe ich darüber nachgedacht, ob meine Modelle nicht vielleicht einen Nachahmungscharakter haben. Ich bin jedoch zu dem Ergebnis gekommen, dass dies nicht der Fall ist, da jeder Schüler unterschiedliche Fundgegenstände einbauen wird. Um einem direkten Kopieren vorzubeugen werde ich meine Beispiele nach der Sitzkreisbesprechung aus dem direkten Sichtfeld der Schüler entfernen.

Für mich war wichtig, dass die Schüler den Arbeitsauftrag nicht von mir theoretisch erhalten, sondern, dass sie die Gelegenheit haben, sich diesen selbst zu erarbeiten. Zusätzlich entsteht für die Schüler eine Transparenz der Unterrichtseinheit.

 

Während der Objektivierung arbeiten die Schüler in Einzelarbeit und sitzen dabei an Gruppentischen (Ausnahme xxx und xxx).

 

Zum Schluss kommen die Schüler zum Kugellager zusammen.

Ich habe mich für diese Methode zum Ende der Stunde entschieden, weil ich den Schülern die Gelegenheit zum direkten Austausch geben wollte.

Durch die Kugellagerübung ist es möglich, dass zahlreiche Sprechakte zur gleichen Zeit in der Klasse stattfinden können. Die Übung trainiert das aktive Sprechen ebenso, wie das aktive Zuhören. Alle Schüler sind beteiligt.

Zusätzlich können sie sich Tipps von mehreren Kindern holen und können Besprochenes an das nächste Kind weitergeben.

Da der Gestaltungsprozess nach dieser Stunde noch nicht zu Ende ist, fand ich die Kugellagermethode sehr passend. Die Schüler können sich über ihre Ideen austauschen und sich noch Anregungen für die nachfolgende Stunde holen.

Außerdem wird dadurch, dass die Gesprächspartner wechseln und somit nicht von den Kindern ausgesucht werden, das Gemeinschaftsgefühl der Klasse gestärkt.

5. Literatur

Waldman, D.: Collage und Objektkunst, Vom Kubismus bis heute.

Köln, 1993.

 

Fluegel, J. (Hrsg.): Pablo Picasso, Retrospektive im Museum of Modern Art, New York. München, 1980.

Spies, W. (Hrsg.): Pablo Picasso, Eine Ausstellung zum hundertsten Geburtstag. München, 1981.

Strautmann, A.: Picasso, Museum Basel 1976. Basel, 1976.

Warnecke, C.-P.: Pablo Picasso 1881-1973. Band 1. Köln, 1991.

 

Grünewald, D. (Hrsg.): Kunst entdecken. ‚Band 1. Berlin, 2005.

Mattes, W.: Methoden für den Unterricht. Braunschweig, 2007.

 

Bilder:

http://prometheus.uni-koeln.de {http://prometheus.uni-koeln.de/}

http://www.art-by-pablo-picasso.de {http://www.art-by-pablo-picasso.de/}

6. Verlaufsplanung

Zeit/Artikulation

Unterrichtsgeschehen

Methodisch-didaktischer Kommentar

Materialien/ Medien, Sozialform

Begrüßung

Besuch wird vorgestellt S sitzen im Sitzhalbkreis

 

 

Sitzhalbkreis

Initiation

Ca. 3-5'

L legt Folie (Zwei Autos) auf den OHP

 

 

 

 

Stummer Impuls Eröffnung einer Gesprächssituation Spontane Schüleräußerungen

 

OHP, Folie

Exploration I

Ca. 15'

2. Folie: Pablo Picasso „ Pavian mit Jungem" S äußern sich spontan

 

Spontane Schüleräußerungen Genaue Betrachtung der Plastik

 

OHP, Folie

 

 

Exploration II

Ca. 5'

L stellt Modelle in die Mitte S erarbeiten Arbeitsauftrag Sitzkreis auflösen

 

Erarbeitung des Arbeitsauftrags

Modelle

Objektivierung

Ca. 15-20'

 

S gestalten ihre Grundgerüst Gestaltung eines Fantasietiergrundgerüsts mit individuellem Ausdruck

 

Einzelarbeit

Zeitung, Draht, Kreppband, Fundgegenstände

Reflexion

Ca. 10'

Bildung eines Kugellagers

 

S tauschen sich aus

 



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