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Dripping - Jackson Pollock
Datum: 19. August 2009 Kommentare: 0
Zusätzliche Informationen:
Beschreibung:
In dieser Unterrichtsstunde setzen sich die SchülerInnen praktisch und theoretisch mit dem Künstler Jackson Pollock sowie ausgewählten Werken auseinander. Durchgeführt in einer 1. Klasse.

Dripping - Jackson Pollock
Dripping - Jackson Pollock
1. Struktur - und Begründungszusammenhang
1. 1 Fachliche und überfachliche Erschließung des Inhalts
Zum Begriff Action Painting/ Dripping
Unter dem Begriff Action Painting (Aktionsmalerei) versteht man eine Form der nicht-geometrischen, abstrakten Malerei. Diese Kunstrichtung, auch als "selbstorganisierende Malerei" bezeichnet, wird heute auch zum Abstrakten Expressionismus gezählt. Als Vorläufer dieser Maltechnik kann der Automatismus der Surrealisten betrachtet werden, wo spontan gemalt wurde, um einen bewussten Einfluss des Künstlers auszuschließen, und somit unbewusste Elemente abzubilden. Die Surrealisten hatten jedoch nicht abstrakt gemalt, denn die gemalten Muster und Bildinhalte wurden gegenständlich interpretiert, um dann diesen Bildelementen symbolische Bedeutung verleihen zu können.
Im Vordergrund des Action Paintings stand der Malprozess, bei dem Farbe spontan auf den Malgrund aufgebracht wird, wobei dem Bild als Ergebnis oft eine eher dokumentarische Funktion zugeordnet wurde. In den Malprozess wurden Zufallselemente integriert, die aus dem schnellen und spontanen Handeln des Künstlers, sowie aus der Maltechnik, wie beispielsweise dem "Dripping", resultieren.
Hauptvertreter des Action Painting war der Amerikaner Jackson Pollock (1912-1956), der mit seinem Malstil auch erheblichen Einfluss auf die europäische Malerei ausübte.
Ab 1946 entwickelte er mit seiner Maltechnik des "Drippings" das Action Painting. Mit der Entwicklung dieser Technik vollzog er einen radikalen Bruch mit der traditionellen, akademischen Malweise.
Er trug die Farben nicht mehr mit einem Pinsel auf, sondern ließ flüssige Farbe auf einen Malgrund fließen. Durch die Kombination von spontaner Bewegung des Farbträgers, wie beispielsweise einer Farbdose mit einem Loch, oder einem, in Farbe getauchten Stock, und der Wirkung physikalischer Kräfte auf die Farbe, entstanden so Farbgebilde, die teilweise chaotisch und teilweise beeinflussbar waren.
Zu den Möglichkeiten der Einflussnahme seitens des Künstlers gehörten Viskosität der Farbe, Lochgröße in der Dose, Höhe zwischen Farbträger und dem darunter liegenden Malgrund, verwendete Farben, Trocknungszeiten zwischen dem Auftragen unterschiedlicher Farben.
Neben diesen Einflussfaktoren bestand in gewissem Umfang auch eine Kontrolle über den Malprozess. So konnte die Bewegung während des Fließens der Farbe beeinflusst werden. Bestimmte Bildbereiche konnten ausgewählt werden, wo während des Malvorgangs Farbe aufgetragen oder weggelassen wurde. Auch die Dichte des Farbauftrags konnte bestimmt werden.
Informationen zu Jackson Pollock:
Jackson Pollock wurde 1912 in Cody, einem kleinen Ort im Bundesstaat Wyoming, geboren. Er gilt als das so genannte Genie des amerikanischen Actionpaintings.
Jackson lebte mit seinen vier Brüdern und seinen Eltern in ärmlichen Verhältnissen - sein Vater war meist arbeitslos oder hielt sich und seine Familie mit Hilfsarbeiterjobs einigermaßen über Wasser. Jacksons Vater verließ die Familie, als er 8 Jahre alt war. Der Ort Cody liegt in einem Indianerreservat und so kam der junge Jackson schon in früher Kindheit mit den abstrakt und mystisch anmutenden Zeichnungen der indianischen Kultur in Kontakt. Im Jahre 1930 zog er nach New York, um Maler zu werden. Ein Zeichen seiner Ablehnung gegen das sterile, fantasielose Stadtleben ist seine häufige Kostümierung auf Fotos und natürlich auch nicht zuletzt seine Art zu malen.
Ab 1946 entwickelte er mit seiner Maltechnik des "Drippings" das Action Painting. Mit der Entwicklung dieser Technik vollzog er einen radikalen Bruch mit der traditionellen, akademischen Malweise.
Mit dieser expressiven Maltechnik versuchte er, seine Depressionen und seine unkontrollierten Wutausbrüche zu bekämpfen. 1943 gelang ihm mit dieser Kunst der künstlerische Durchbruch in den USA.
Er kreierte eine neue Art von ungegenständlicher Kunst, die so genannten Drippaintings. Seine Bilder wurden Anfang der fünfziger Jahre auf der Biennale in Venedig ausgestellt. Ebenso in Europa waren die Kunstsammler und Galeristen allesamt von Pollocks Actionpainting begeistert. Allerdings war Pollock zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr in der Lage, seine malerischen Depressionen und seinen Alkoholismus in den Griff zu bekommen. 1955 hörte er mit dem Malen auf. 1956 raste er volltrunken mit seinem Auto gegen einen Baum. Er wurde nur 44 Jahre alt. Eine Freundin, die ebenfalls im Wagen saß starb, eine weitere wurde schwer verletzt. Bis heute wird vermutet, dass dieser Unfall möglicherweise ein Selbstmord gewesen sein könnte.
Das Metropolitan Museum of Art widmete 1999 Jackson Pollock eine umfangreiche Sonderausstellung. Jeder kann mit Hilfe seiner Fantasie eine Bedeutung oder eine Darstellung in den riesigen Tropfbildern mit den unzähligen wirren, zuckenden Linien suchen. Natürlich kann man auch im Sinne des Künstlers Sinn und Bedeutung in seinen Bildern als fehlend hinnehmen und - wie zum Beispiel der amerikanische Modemacher Alexander Mc Quenn in seinen Kollektionen - akzeptieren.
Die Ausstellung (Retrospektive in New York) von 1999 zeigte, dass sich die Werke von Jackson Pollock damals wie heute großer Beliebtheit erfreuen.
1.2 Didaktische Begründung des Themas
Kunst ist schon lange nicht mehr nur der Versuch, die bloße Realität wiederzugeben, sondern ist Interpretation derselben im Ausdruck einer handwerklichen Fülle von Möglichkeiten im Umgang mit Pinsel und Farbe.In den sechziger und siebziger Jahre demonstriert Joseph Beuys eindringlich, dass es auch eine Kunst ohne Sinn und Bedeutung geben kann, die dennoch Freude beim Herstellen und Betrachten des fertigen Objektes bereitet.
In dieser Unterrichtsstunde sollen die Kinder diese Art von Kunst in Anlehnung an Jackson Pollocks Actionpainting kennen lernen. Eine ganz große Rolle spielt dabei, was ihr Pinsel alles kann: Mit dem Pinsel kann nicht nur gedruckt und gezeichnet werden, sondern die Farbe kann auch mit dem Pinsel getropft werden. Das am Ende der Unterrichtsstunde entstandene Bild muss nicht unbedingt etwas darstellen - es soll einfach Freude bereiten, mit Farbe herumzuexperimentieren, zu klecksen, tropfen, zu spritzen und stellt nur ein Zwischenergebnis dar.
1.2.1 Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung
Der Umgang mit abstrakter Kunst trainiert vor allem die Experimentierfreudigkeit der Kinder und ermöglicht eigene Körpererfahrung.
Die Schüler können hier ihre gestalterische Ausdrucksfähigkeit durch das Erlernen weiterer Techniken erweitern und ihre Erfolgserlebnisse steigern. Bei dieser Zufallstechnik erreicht man mit einfachen Mitteln oft erstaunliche Ergebnisse. Dass das eigene Gestalten auch der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes zugute kommt, da es stolz auf sein Werk ist und erfährt, was es selbst leisten kann, zeigt sich in den selbst hergestellten Bildern. Die Herstellung eines eigenen Kunstwerks fördert somit das Selbstbewusstsein der Kinder.
Außerdem regt die Partnerarbeit dazu an, sich gegenseitig zu helfen, eigene Fähigkeiten in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen und Leistungen anderer anzuerkennen. So sollen die Kinder in methodischer Hinsicht lernen, sich in einer Gruppe oder einem Partner gegenüber rücksichtsvoll und kooperativ zu verhalten. Diese sozial-kommunikative Förderung hilft ihnen ebenfalls in ihren gegenwärtigen und zukünftigen zwischenmenschlichen Beziehungen und bereitet sie auf die Arbeitswelt vor, in der Teamfähigkeit eine immer größere Bedeutung beigemessen wird.
Neben dem eigenen künstlerischen Schaffen ist die Werkbetrachtung unverzichtbarer Bestandteil des Faches Kunst. Sie beinhaltet die gemeinsame Förderung von Wahrnehmen, Denken und Sprechen. Sie sollen lernen, sich in die Ausdrucksmöglichkeiten des Künstlers hineinzuversetzen. Damit wird das Welt- und Menschenbild der Kinder erweitert.
Wichtig ist mir außerdem, die Schüler durch die intensive Werkbetrachtung in ihrer Konzentrationsfähigkeit zu fordern. Das genaue Betrachten und Fokussieren stellt eine wichtige Fähigkeit dar, die möglicherweise auch in ihren späteren Berufen gefordert werden könnte. Das längere Verweilen des Blickes auf einem einfachen Motiv wirkt außerdem der Hektik, Schnelllebigkeit und Reizüberflutung der heutigen Zeit entgegen.
Durch das Einbringen klassischer als auch zeitgenössischer Künstler und Künstlerinnen im Unterricht lernen die Schüler ein Stück unserer Kultur, deren Stilformen und Vielfalt kennen und erhalten somit die Chance, ästhetische Genussfähigkeit zu erleben.
1.2.2 Exemplarische Bedeutung
Oft entwickeln die Kinder schon im Kindergartenalter Gestaltungs-, Darstellungs- und Ausdrucksformen, lernen verschiedene Verfahren und Techniken kennen und haben schon mit unterschiedlichen Materialien gearbeitet. Kindliche Bilder
beweisen, wie fantasievoll Kinder ihre Erfahrungen und Erlebnisse im Alltag deuten.
Leider ist die kindliche Vorstellungskraft heute sehr stark von digital produzierten Bildern in den Medien und im Alltag beeinflusst.
Kinder begegnen neuen künstlerischen Ausdrucksformen meistens mit großer Neugier und Offenheit. Dies sollte man ausnutzen und den Schülern möglichst vielfältige künstlerische Ausdrucksformen nahe bringen. Somit können sie zwischen verschiedensten künstlerischen Strategien, Verfahren und Techniken, sowie Materialien und gestalterischen Mittel wählen um ihren jeweiligen Gedanken, Gefühlen und Vorstellungen Ausdruck zu verleihen.
Kinder finden es spannend sich mit verschiedensten Verfahren und Techniken auseinander zusetzen und diese durchzuführen.
In dieser Stunde lernen die Schüler exemplarisch, sich mit dem Leben und Werk eines Künstlers produktiv und kreativ auseinander zu setzen.
Außerdem setzen sich die Schüler mit den Arbeitsmaterialien Pinsel, Farbe, Papier etc. auseinander, da z.B. auf die Zugabe von Wasser sowie auf die Menge der Farbe geachtet werden muss. Diese Faktoren beeinflussen wiederum die Wirkung eines abstrakten Bildes, sowohl bei den Bildern von Jackson Pollock, als auch das von den Schülern zu gestaltende Bild. Auch sollen die Arbeitsmethoden des Unterrichts die Schüler lehren, die Herstellung eines abstrakten Bildes in überschaubare Arbeitsschritte zu gliedern. Die gemeinsame schöpferische Tätigkeit in der Partnerarbeit erfordert von den Schülern, die Vorgehensweise gemeinsam zu diskutieren, eventuell Kompromisse einzugehen und sich bei der Arbeit gegenseitig zu helfen. Das alles fördert den kameradschaftlichen Umgang miteinander. (sozial-kommunikativ). In der Reflexionsphase wird die mündliche Ausdrucksfähigkeit trainiert.
1.2.3 Zugänglichkeit des Themas
Das Thema der Stunde ist eine Kunstbetrachtung von Jackson Pollock mit dem Ziel, den Kindern eine Technik des Farbauftrages zu vermitteln und zwar der Technik des Drippings. Die Kinder werden durch dieses Thema besonders in Bezug auf ihre Phantasie und Kreativität angesprochen.
Den Kindern sind bereits folgende Farbaufträge mit dem Pinsel, sowie weitere Hilfsmittel vertraut:
- Tupfen
- Streichen
- Stempeldruck
Die Einführung des Themas wird heute im Stuhlkreis stattfinden durch eine Erzählung der Handpuppe Troppi. Diese Handpuppe habe ich selbst genäht, da ich es für die Kinder motivierender finde, als nur ein Bild von dem Pinsel Troppi auf den Overheadprojektor zu legen oder eine Stabpuppe daraus zu machen. Sicherlich wären noch andere Alternativen machbar wie z.B. eine Folie auf dem Overheadprojektor, eine Fantasiegeschichte, usw.
Die Schüler werden heute das erste Mal eine Kunstbetrachtung eines Künstlers durchführen, was den Kindern sicherlich großen Spaß machen wird. Zunächst führt der Pinsel Troppi die Kinder in die Dripping - Technik ein. Anschließend dürfen die Schüler selbst experimentell tätig werden.
1.2.4 Übereinstimmung mit dem Lehrplan, Rahmenplan
Ein grundlegendes Bildungsziel des Faches Bildende Kunst ist es, die Kinder in spielerischer und vielseitiger Weise zu schöpferischem Arbeiten zu ermutigen und dadurch Sensibilität, Phantasie und Kreativität zu entfalten.
Der Erfahrungs- und Handlungsbereich Malen/ Farbe knüpft an diese Ziele an. Die Kinder sollen über das entdeckende und spielerische Gestalten mit Farben und durch kindgemäße Werkbetrachtung zunehmend bewusst lernen, Farben zu unterscheiden, zu bezeichnen und insbesondere Farben als ein wichtiges Gestaltungsmittel einzusetzen.
Die Kinder erhalten im 1. Schuljahr in einer freien Aufgabenstellung vielfältige Möglichkeiten, verschiedene Verfahren des Farbauftrages zu finden und spielerisch auszuprobieren. Dazu gehören z.B. das Verlaufen, Malen mit Fingern oder Pinseln und wie in dieser Unterrichtsstunde das Tupfen und Klecksen.
1.2.5 Unterrichtliche Kontinuität
Datum | Stundenthema und Zentrale Intention |
30.01.2008 | Pinseldiktat/ Wasserfarben |
31.01.2008 | Kunstbetrachtung: Jackson Pollocks ActionpaintingTechnik: Dripping mit Wasserfarben/ Abtönfarben Hilfsmittel: Pinsel Wir gestalten ein Bild in Anlehnung an Jackson Pollock |
01.02.2008 | Erstellung eines Bildes in Anlehnung an Jackson Pollock Technik: Dripping mit Abtönfarbe Hilfsmittel: Stock, Plastikbecher, Pinsel |
08.02.2008 | Wir erstellen ein Gemeinschaftsbild in Anlehnung an Jackson Pollock Technik: Dripping mit Abtönfarbe Hilfmittel: Pinsel, Stock, Plastikbecher |
1.3 Folgerungen für die didaktische Reduktion
In dieser ersten Begegnung mit der Technik des Drippings geht es zunächst nur um die spielerisch-experimentelle Auseinandersetzung. Ziel der Stunde ist es, dass sich die Kinder experimentierend mit dem Auftragen von Farbe auf Papier beschäftigen. Der wichtigste Aspekt liegt im Experimentieren mit der Konsistenz der Farbsubstanz. Im Sinne einer Reduktion beschränkt sich die Veränderung der Konsistenz auf die Zugabe von mehr oder weniger Wasser. Verschiedene Hilfsmittel für den Farbauftrag stehen den Kindern zunächst nicht zur Verfügung. Es geht in dieser Stunde nur um den Farbauftrag mit dem Pinsel. Auf weitere Hilfsmittel wie zum Beispiel Stöcke, Zahnbürsten usw. werde ich bewusst verzichten, da es um den Farbauftrag in Anlehnung Pollock geht. Lediglich bei der Differenzirung dürfen schnelle Kinder das Auftragen der Farbe mit einem Plastikbecher ausprobieren. In einer weiteren darauffolgenden Stunde habe ich allerdings vor den Stock, wie der Künstler Pollock ihn eingesetzt hat, als Hilfsmittel zu benutzen. Ziel der Stunde soll es auch nicht sein, Farben zu mischen, da die Schülerinnen und Schüler keine Vorerfahrungen besitzen.
2. Analyse der Unterrichtsbedingungen
2.1 Institutionelle und organisatorische Voraussetzungen
Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 1d befinden sich im Erdgeschoss des Altbaus. Die Klasse hat eine angenehme und wohnliche Atmosphäre. Im vorderen Bereich des Raumes befindet sich eine Tafel mit Seitentafeln, die ich in dieser Stunde benutzen werde. Die Schüler sitzen im Klassenraum an Gruppentischen. Die jetzige Sitzordnung wurde von der Klassenlehrerin unter den Gesichtspunkten des Leistungsvermögens und dem des sozialen Aspektes festgelegt.
Zum Bilden des heutigen Stuhlkreises müssen die SS ihre Sitzgelegenheiten mitnehmen. Dieser wird im hinteren Teil des Klassenraumes gebildet.
Außerdem gibt es in der Klasse einen Overheadprojektor. Daher werde ich 2 Bilder von Jackson Pollock an die Wand projizieren. Die Materialien der Kinder, wie z.B. Wasserfarben, Pinsel, usw. werde ich vor Unterrichtsbeginn auf die Gruppentische bereit stellen, um Zeit zu sparen. Weitere Einrichtungen oder Materialien werden von mir in dieser Stunde nicht in Gebrauch genommen.
2.2 Sozio- kulturelle Voraussetzungen
Die Schulklasse 1d der Grundschule besuchen 22 Kinder:
Alle Kinder haben den Kindergarten besucht, die älteren sogar die Vorschule. Die Kinder stammen durchweg aus geordneten Familienverhältnissen. Beruflich sind alle Schichten vertreten. 3 Kinder werden von alleinerziehenden Müttern groß gezogen, alle anderen Kinder leben bei beiden Elternteilen.
Unter den Schülern der Klasse 1d gibt es kein außerordentlich verhaltensauffälliges Kind. Das Kooperationsverhältnis in dieser Klasse ist bereits stark positiv ausgeprägt. Laut Aussage der Seminarleitung ist die Gruppenentwicklung für ein 1. Schuljahr sehr erstaunlich. Im Allgemeinen machen die Schüler einen sehr motivierten Eindruck, wobei diese Motivation bei einzelnen Schülern unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Es wurden bestimmte Verhaltensregeln (Schulvertrag) eingeführt, die von den Schülern zu befolgen sind.
Unterschiede im Leistungsvermögen werden durch Differenzierungsmaßnahmen (Umfang und Schwierigkeitsgrad der Aufgaben, zusätzliche Hilfen und Erklärungen etc.) aufgefangen.
Die Klasse wird von mir in den Fächern Deutsch, Mathe, Sachunterricht und Kunst unterrichtet.
Klassenlehrerin ist Frau L., die bis auf Sport alle Fächer in der Klasse unterrichtet. Sie hat einen liebevollen, freundlichen Umgang mit einer wohlwollenden Strenge.
Ihr Prinzip: Verhaltensänderung durch Einsicht, positive Verstärker ( Belohnungen) und keine Strafen.
2.3 Individuelle Lernvoraussetzungen
Das Malen mit Wasserfarben, Borsten- oder Haarpinsel wurde bereits eingeführt und an unterschiedlichsten Gestaltungsaufgaben einige Male geübt. Auf das Malen mit dem Pinsel ohne das Blatt zu berühren muss allerdings hingewiesen werden.
Zuletzt gestalteten die Schülerinnen und Schüler farbenfrohe Häuser mit der Technik des Stempeldrucks. Dabei wurde die Aufmerksamkeit auf fröhliche Farben und einer Technik des möglichen Farbauftrags bereits gerichtet.
Bei neuen Themenbereichen haben sich die Kinder bisher sehr interessiert und experimentierfreudig gezeigt. Bildbeispiele werden von ihnen gern als Anregung und Hilfe zum ersten Schritt genutzt.
Viele Kinder fallen durch ihr besonderes Interesse beim Malen auf. Sie zeigen zudem erfreulich viel Eigenmotivation. Vor allem in der Phase der Objektivierung arbeiten die Schüler schnell und erledigen die Aufgaben meist gründlich.
Wenigen Kindern fällt es schwer, sich einer Aufgabenstellung über einen längeren Zeitraum konzentriert zu widmen.
Große Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme hat Jasmin. Sie lässt sich in einigen Phasen des Unterrichts schnell ablenken und kommt deshalb auch bei künstlerischen Arbeiten nur langsam voran. Auch muss sie lernen, sauber und konzentriert zu arbeiten. Im Vergleich zu Beginn des Schuljahres lassen sich jedoch schon beachtliche Fortschritte feststellen. Auch Mert könnte es etwas schwer fallen, dem heutigen Unterricht zu folgen, da auch er zu Konzentrationsproblemen neigt. Bei Notwendigkeit werde ich ihn bewusst ansprechen, um eine höhere Konzentration zu ermöglichen. In der Phase der Objektivierung werde ich mich intensiv auf diese Kinder konzentrieren und ihnen Rückmeldung und praktische Hilfen anbieten.
In der Klasse gibt es allerdings wenige Schüler, die ähnliche Ausprägungen zeigen.
3. Methodische Überlegungen
Die Unterrichtseinheit „Wir gestalten ein Bild in Anlehnung an Jackson Pollock" bildet die 1. Unterrichtsstunde zum Thema Dripping.
Schülerinnen und Schüler verstehen Farbe in erster Linie als Informationsträger. Das lenkt sie von den an das Material gebundenen Eigenschaften ab.
Im Mittelpunkt dieser Stunde stehen die sinnliche Erfahrung und der experimentelle Umgang der Schülerinnen und Schüler mit Farbe. Eingebettet ist dieses Erproben in die Aufgabenstellung, ein Bild in Anlehnung an Jackson Pollock zu erstellen. Die in der Explorationsphase II geplante visuelle Betrachtung, als auch das Nachdenken über die Konsistenz von Farbe und möglicher Hilfsmittel, mit denen Farbe aufgetragen werden kann, soll die Schüler zum Kommunizieren anregen und zum ersten Mal über einen Künstler nachdenken lassen. Die Sinneswahrnehmungen die die Kinder dabei und auch später während ihrer Explorations- und Objektivierungsphase machen, sollen immer wieder zur Sprache gebracht und damit bewusst gemacht werden. In der Aufgabenstellung werden die Kriterien genannt, anhand derer in der Integrationsphase die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler betrachtet werden: - Variieren der Farb- und Wasserkonsistenz, - Erproben der Pinselhaltung.
Zu Beginn der Stunde bilden die Kinder einen Stuhlkreis. Zunächst werde ich ihnen den Pinsel Troppi vorstellen, der von den Kindern wissen möchte, was man alles mit dem Pinsel machen kann. Diese Rahmenhandlung steigert die Motivation der Schüler und soll die Schüler die gesamte Stunde hindurch begleiten.
Für die kurze Arbeitszeit in der Objektivierung von nur 15 Minuten wird daher die Explorationsphase I geben, welche vom Pinsel Troppi diktiert wird (Pinseldiktat). Nach der Betrachtung der Bilder von Jackson Pollock und den gemeinsam erarbeiteten Kriterien dürfen anschließend die Schüler in Partnerarbeit ihr eigenes Dripping-Bild erstellen. Die praktische Arbeit der Schülerinnen und Schüler findet an Gruppentischen statt. Möglichkeiten der Kooperation und des Austausches sind somit gegeben. Als Lernhilfe und Anregung stehen den Kindern die Bildkarten mit den Arbeitskriterien, die an der Tafel befestigt sind zur Verfügung. Die Arbeiten werden nur als ein Zwischenergebnis angesehen. In der folgenden Unterrichtsstunde arbeite ich mit den Kindern weiter, so dass die Kinder beim nächsten Mal auf einen noch "großzügigeren" Maluntergrund den Farbauftrag erproben dürfen und so in ihren Aktionen und Bewegungen nicht durch ein sehr kleines Format gehemmt werden.
Durch den Museumsgang am Schluss der Stunde erhalten die Schüler einen kurzen Überblick über die Arbeiten der Klassenkameraden. Die Präsentation und Auswertung der Ergebnisse stellt einerseits die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler ins Zentrum der Aufmerksamkeit und dient der Sicherung der Arbeitskriterien, andererseits ergeben sich durch Erfahrungsaustausch und Sprechen über die Wirkung der Bilder zusätzliche Lernchancen.
4. Lernziele
4.1 Zentrale Intention
Die Schüler- und Schülerinnen setzen sich praktisch und theoretisch mit dem Künstler Jackson Pollock sowie ausgewählten Werken auseinander.
4.1 Ziel- und Kompetenzbereich
Internoperationen | Externoperationen |
Die Schüler werden auf die Stunde eingestimmt, | indem die Handpuppe Troppi sie auffordert, Eigenschaften des Pinsels aufzuzählen. |
Die Schüler führen experimentierend und selbstständig das Pinseldiktat durch, | indem sie genau auf die Anweisungen des Pinsel Troppi hören und diese ausführen. |
Die Schüler schulen ihre Wahrnehmungs-und Mitteilungsfähigkeit, Die Schüler versuchen stilistische Merkmale zu erkennen, | indem sie die Bilder von Jackson Pollock näher beschreiben. indem diese gemeinsam an der Tafel festgehalten werden. |
Die Schüler setzen die erarbeiteten Merkmale um, | indem sie ein Bild in Anlehnung an Jackson Pollock gestalten. |
Die Schüler reflektieren einzelne Schülerarbeiten, | indem sie sich begründet zu diesen äußern. |
5. Medien
Handpuppe Troppi Bildkarten 1 angemalte Figur Tafel Bild Troppi Wasserfarben Becher Plastikbecher Abtönfarbe Behälter Pinsel Kittel Zeichenpapier Folien Reflexionskarten6. Verlaufsplan
Artikulation/ Zeit | Unterrichtsinhalte | Methodisch - didaktischer Kommentar | Medien |
Initiation
08.40 - 08.47 | Begrüßung L. bittet SS einen Stuhlkreis zu bilden. Die Handpuppe Troppi stellt sich vor und bittet die SS aufzuzählen, was sie mit dem Pinsel alles machen können. Troppi erklärt den SS, dass heute mal das gemacht wird, was er ihnen sagt. Auflösung des Stuhlkreises. |
Stuhlkreis
Unterrichtsgespräch Erwartete Antworten: - Bilder malen - Tupfen - Ausmalen - Anmalen - Hintergrund malen Bildkarten werden als visuellen Anreiz in die Kreismitte gelegt. |
Handpuppe Bildkarten Stühle |
Exploration I
08.47 - 08.52
Exploration II
08.52 - 09.00 | Ähnlich wie bei einem Bilddiktat führt der Pinsel Troppi mit den SS ein Pinseldiktat durch.
Während die Bilder trocknen, erzählt der Pinsel Troppi von seinem früheren Besitzer Jackson Pollock und zeigt Bilder am Overheadprojektor. | Frontalunterricht
Schüleraktivität
Unterrichtsgespräch Merkmale Jacksons werden besprochen und gemeinsam an der Tafel festgehalten. | Zeichenpapier Wasserfarben Pinsel Becher Kittel Overhead-projektor Folien Tafel Bildkarten |
Objektivierung
09.00 - 09.15 | L. bittet SS mit dem Tischpartner ein Bild in Anlehnung an Jackson Pollock zu gestalten. | Unterrichtsgespräch Schüleraktivität Zielangabe: Was musst du tun, damit du malst wie Jackson Pollock? Differenzierung: Schnelle Schüler erhalten einen Joghurtbecher mit einem Loch und experimentieren auf einem neuen Blatt. | Zeichenblock (DIN-A2-Format) Wasserfarben Pinsel Becher Kittel Tafelbild Joghurtbecher Abtönfarbe |
Integration
09.15 - 09.25 | Troppi bittet SS einen Museumsgang zu machen. (sollte die Zeit knapp sein, werde ich auf den Museumsgang verzichten!) Anschl. begeben sich die SS in den Sitzkreis.
Auflösung des Sitzkreises.
Troppi verabschiedet sich. | Stuhlkreis Unterrichtsgespräch Reflexion und Präsentation Überprüfung der Kriterien Da die Bilder noch nicht trocken sein werden, werde ich selbst 2-3 Bilder aussuchen und in den Sitzkreis legen.
| Reflexionskarten 2-3 Bilder Handpuppe Trophopp
|
7. Literatur
Kultusministerium Rheinland-Pfalz (Hrsg.): „Lehrplan Bildende Kunst/ textiles Gestalten/ Werken" , Grundschule/ Grünstadt 1984 Wissenschaft und Technik Verlag (Hrsg.): „Rahmenlehrplan Grundschule Kunst", 1. Auflage/ Berlin 2004 Pröschel, Susanne: "Picasso & Co., Praktische Anregungen für den Kunstunterricht in der Grundschule", Band 2/ Auer-Verlag 2006 www.wikipedia.de www.beyars.comKommentare (0)
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