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Collagieren des Landschaftsreliefs
Datum: 07. September 2010 Kommentare: 1
Zusätzliche Informationen:
Diese Unterrichtsstunde wurde für eine 7. Klasse einer Förderschule konzipiert. Aufwendige Einheit, aber lohnt sich!
Beschreibung:
Diese Unterrichtsstunde gehört zu der Einheit 'Wir gestalten ein Landschaftsrelief von Europa'. Förderschwerpunkt Lernen.

Collagieren des Landschaftsreliefs
Allgemeines Seminar:
FS „Sonderpädagogische Fachrichtung“:
FS „Sonderpädagogischer Unterricht“:
Unterrichtsentwurf für eine Unterrichtsstunde zum Thema:
„Collagieren des Landschaftsreliefs“
Thema der Einheit:
„Wir gestalten ein Landschaftsrelief von Europa“
Name:
Unterrichtsfach: Kunst
Schule:
Anleitender Lehrer:
Datum: 26.02.2008
Zeit:
Raum:
Klasse: 7a Förderschwerpunkt Lernen
INHALTSVEREICHNIS
1. Angaben zur Unterrichtseinheit
1.1 Thema der Unterrichteinheit
„Wir gestalten ein Landschaftsrelief von Europa“
Die Schülerinnen und Schüler1 {#sdfootnote1sym} stellen innerhalb der Unterrichtseinheit reliefplastisch die Landschaftsform von Europa mit Papiermaché dar. Die Landschaft wird farblich in Landschaftszonen eingeteilt. Die charakteristischen Merkmale der europäischen Landschaft werden mit der Technik der Collage verdeutlicht.
1.2 Begründung der Einheit
Die Unterrichtseinheit ist fachübergreifend angelegt. Im Fach Gesellschaftswissenschaften wird derzeit das Thema „Europa“ als Unterrichtseinheit thematisiert.
Die SuS lernen in der Unterrichtseinheit im Kunstunterricht das Material „Papiermaché“ sowie deren Ausformung zu Gebirgen kennen. Im Mittelpunkt stehen das handelnde-produktive Nachempfinden der Landschaft von Europa sowie der künstlerisch-ästhetische Gestaltungsprozess. Die SuS lernen verschiedene Darstellungsmöglichkeiten bzw. Ausdrucksmöglichkeiten der Landschaft mit der Technik der Collage kennen.
1.2 Bezug zum Rahmenlehrplan
Für die Schule mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“ liegt kein eigener Rahmenlehrplan für das Unterrichtsfach Bildende Kunst vor. Die SuS befinden sich am Anfang des Halbjahres der Jahrgangsstufe 7, so dass sowohl auf die Empfehlungen des Rahmenlehrplans Bildende Kunst der Grundschule für die Jahrgangsstufe 5/6 als auch auf den Rahmenlehrplan für die Sekundarstufe I zurückgegriffen wird. Da diese Unterrichtseinheit fachübergreifend angelegt ist, werden des Weiteren Bezüge zum Rahmenlehrplan der Schule mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“ hinzugezogen.
Der Rahmenlehrplan Bildende Kunst der Grundstufe, als auch der Rahmenlehrplan Bildende Kunst der Sekundarstufe I beinhalten für die Planung und Gestaltung des Kunstunterrichtes fünf Themen- bzw. Entscheidungsfelder:
Grundlegende Erfahrungsbereiche
Künstlerische Strategien
Material
Verfahren und Techniken
Künstlerinnen/Künstler und Kunstwerke aus unterschiedlichen Zeiten und Kulturen
Diese Themenfelder sind gleichrangig nebeneinander gestellt und ermöglichen, die Gewichtung zwischen den Inhalten aus den fünf Feldern zu variieren2 {#sdfootnote2sym}. Im Vordergrund steht dabei, Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Inhalten der fünf Felder herzustellen.
Die Entwicklung des individuellen Wahrnehmungs- und Ausdrucksvermögens des handelnden Kindes soll Grundanliegen des Kunstunterrichts sein. Die SuS sollen im Sinne einer ästhetischen Erziehung in ihrer Gesamtpersönlichkeit gefördert werden, indem der Kunstunterricht Kopf, Herz und Hand herausfordert und miteinander in Beziehung setzt.
Gemäß des Lernansatzes der Berliner Schule, die SuS zu Handlungskompetenz zu befähigen, ist der Rahmenlehrplan Kunst der Grundschule derart konzipiert, dass er die einzelnen Kompetenzen (Sach-, Sozial-, Methoden- und Personale Kompetenz), die sich in den Anforderungen und Inhalten widerspiegeln, in sich vereint3 {#sdfootnote3sym}.
Dieses Bildungsziel erfordert eine Unterrichtsorganisation, die „das Bedürfnis der Schüler nach Selbsttätigkeit und aktiver Wirklichkeitsaneignung“4 {#sdfootnote4sym} aufgreift und „zur Grundlage der aktiven Auseinandersetzung mit Inhalten bzw. Gegenständen“ macht5 {#sdfootnote5sym}. Dazu werden die Themen des Unterrichts auf die individuellen Erfahrungen sowie Lernvoraussetzungen der SuS abgestimmt und ihre individuellen Interessen für die Unterrichtsgestaltung genutzt6 {#sdfootnote6sym}. Die Prämisse eines derart gestalteten Unterrichts ist das Arbeiten im Fächerverbund. Der Fächerverbund vernetzt die Methoden und Themen der einzelnen Fächer und trägt somit zu einem umfassenderen Verstehen der Schüler bei7 {#sdfootnote7sym}.
Künstlerische Techniken und Verfahren wie das plastische Arbeiten gehören zu den Standards des Rahmenlehrplanes Grundschule, die am Ende der Jahrgangsstufe 6 erreicht werden sollen8 {#sdfootnote8sym}. Für den Tätigkeitsbereich „plastisches Arbeiten“ wird u.a. der Ausdruckswert plastischer Formungen (rund, kantig, hohl, massiv) genannt9 {#sdfootnote9sym}.
Des Weiteren gilt die Auseinandersetzung verschiedener Materialien als Gestaltungsmittel sowie die selbständige Beschaffung der Materialien als Standard am Ende der Jahrgangsstufe 6. Als Beispiele werden u.a. pflanzliche Materialien genannt10 {#sdfootnote10sym}.
Für diese Unterrichtseinheit sind darüber hinaus Standards von Bedeutung, die im Rahmenlehrplan Bildende Kunst der Sekundarstufe I am Ende der 8. Jahrgangsstufe für einen erweiterten Hauptschulabschluss ausgewiesen sind. Dazu zählen das Planen und Realisieren kleiner Arbeitsvorhaben einzeln oder in Gruppen innerhalb einer vorgegebenen Struktur, sowie das Nutzen von aufbereiteten Informationen11 {#sdfootnote11sym}.
Die Anforderungen der Themenfelder, wie sie für diese Unterrichtseinheit zusammengesetzt werden, sind im folgenden Schaubild zum Aufbau der Einheit dargestellt.
1
1. /2. Stunde:
Einstieg in das Thema „Landschaftsrelief von Europa“
Betrachtung verschiedener Europakarten bezogen auf Landschaftsmerkmale und Farben
Projektion der Länder Europas an eine Wand
Einzeichnen des Umrisses Europas und Gebirge auf der Grundplatte
Besprechung der Materialien und Arbeitsvorgänge zur Modellierung des Landschaftsrelief
Die SuS
erkennen die Wirkung der farblichen Gestaltung auf Landkarten
zeichnen den Umriss und Gebirge von Europa auf und kennzeichnen die „Meeresflächen“
3./4. Stunde:
Gestaltung des Landschaftsreliefs mit Papiermaché
Herstellung von Papiermaché
ausformen der Landschaft auf der Grundplatte mit Papiermaché
Grundierung der Landschaft
Die SuS
lernen den Umgang mit Papiermaché
lernen das Relief als Möglichkeit der künstlerischen Darstellung kennen
erkennen die Gestaltbarkeit verformbarer Materialien
stellen Formen her (Gebirge)
kooperieren im Team: helfen, besprechen, einigen sich
.3 Aufbau der UnterrichtseinheitAnforderungsbereiche des Kunstunterrichts aufgegliedert für die Unterrichtseinheit „Landschaftsrelief von Europa“
Grundlegende Erfahrungsbereiche
Anforderungen
durch eigene Gestaltungsversuche interessenbezogene intensive Beziehungen zu verschiedenen Bereichen des Lebensumfeldes aufbauen
eigenen Gestaltungsbedürfnissen nachgehen
Inhalte
Erfahrungen aus der Lebenswelt der SuS
der erweiterte Aktionsradius sowie Begegnungen mit fremden Kulturen
Künstlerische Strategien
Anforderungen
selbstverständlich und selbstständig „Kunstwerke“ auf Anregungen für die Bearbeitung eigener Gestaltungsvorhaben hin befragen
Inhalte
bildhaftes Gestalten und Ausdrücken, Formen, Bauen und Konstruieren, Sammeln, Inszenieren, Erforschen, Collagieren
Material
Anforderungen
Erfahrungen im Umgang mit verschiedenstem Material zielbezogen erweitern
Aussage- und Anwendungsmöglichkeiten des Materials nutzen
Material nutzen, um Verfremdung und Manipulationen vorzunehmen
absichtsvoll aus den Materialgruppen auswählen
Material selbständig beschaffen
Inhalte
Sinnbezüge von Farben
Eigenschaften von Papier
Eigenschaften bzw. Sinnbezüge von pflanzlichen Materialien
Verfahren und Techniken
Anforderungen
Verfahren auf Ausdrucksmöglichkeiten hin erkunden und erproben
eigene Gestaltungsmöglichkeiten ableiten
Möglichkeiten des Verfahrens im Gestaltungsprozess absichtsvoll nutzen
handelndes Tun sprachlich begleiten
überschaubare Arbeitsabläufe selbständig organisieren
Arbeitsplatz selbständig einrichten und aufräumen
Inhalte
plastisches Arbeiten: formen, Ausdruckswert plastischer Formen
Collagieren: Form- und Farbzusammenhänge
5. /6.Stunde:
Farbige Gestaltung des Landschaftsreliefs/ Einführung „Collage“
farbige Gestaltung sowie Kennzeichnung der Landschaftszonen
Einführung Collage → Diskussion über Möglichkeiten, wie man Landschaft mit verschiedenen Materialien darstellen könnte
Die SuS
entwickeln farbliche Assoziationen zu den Landschaftszonen
erkennen die Wirkung von Farben zur Steigerung des Ausdrucks
entwickeln Ideen für ihre Collage
10./11. Stunde:
Verfremdung eines Landschaftsreliefs
gemeinsam arbeiten die SuS an einem Landschaftsrelief und verfremden diese anhand der Collage
Die SuS
lernen die Verfremdung als überraschendes Element kennen
erkennen, das der bewusste Einsatz von Materialien, Motiven, Farbigkeit das Landschaftsrelief komisch- ironisch oder verwirrend erscheinen lassen
Thema der Einheit:
„Wir gestalten ein Landschaftsrelief von Europa“
7.Stunde:
Collagieren des Landschaftsreliefs I
Umsetzung der Ideen für eine Collage mit verschiedenen Materialien
charakteristische Merkmale der Landschaft werden mit der Technik der Collage verdeutlicht
Die SuS
erweitern ihr gestalterisches Ausdrucksvermögen
entwerfen eine eigene Landschaft
kooperieren im Team
8./9. Stunde:
Collagieren des Landschaftsreliefs II
Fortsetzung und Beendigung der Gestaltung mit verschiedenen Materialien
Eintragen einer Legende
Reflexion und Präsentation der Landschaftsreliefe
Die SuS
äußern sich zu ihren Landschaftsreliefen und zum Arbeitsprozess
1.4 Ziele der Unterrichtseinheit
Im Rahmenplan wird das Zusammenwirken der vier Kompetenzbereiche als Handlungskompetenz bezeichnet. Die Einheit erweitert die Kompetenzen der SuS auf allen Ebenen. Die Darstellung der Ziele erfolgt in den einzelnen Kompetenzbereichen.
Die SuS erweitern ihre Sachkompetenz. Sie
lernen die Herstellung von Papiermaché kennen
üben sich in der Technik des plastischen Gestaltens mit Papiermaché
erkennen die Gestaltbarkeit verformbarer Materialien
erfahren die Wandlung des Zeitungspapiers hin zu einer stabilen Plastik
lernen die Gegenstandswelt zu erfassen und gestalterisch darzustellen
beschäftigen sich mit Farben sowie verschiedenen Materialien und ihrer Wirkung und Assoziation
kennen den Begriff „Collage“ und ihre Bedeutung
verdeutlichen charakteristischer Merkmale der europäischen Landschaft mit der Technik der Collage
erkennen die Wirkung unterschiedlicher Materialien
üben die Beurteilung eigener und fremder Produkte
Die SuS erweitern ihre Methodenkompetenz. Sie
lernen neue ästhetische Darstellungs- und Ausdrucksmöglichkeit kennen
veranschaulichen bildhaft ihre Vorstellungen
interpretieren ihr gesellschaftswissenschaftliches Wissen gestalterisch
setzen sich mit dem Sichtbaren als auch mit ihrer Phantasie auseinander
äußern Assoziationen zu den Landschaften, entwickeln eigene Ideen für eine Collage und setzen diese mit verschiedenen Materialien um
setzen sich mit kompositorischen Fragen auseinander
werden durch die Kombination verschiedener Materialien zum Experimentieren und spontanen Arbeiten angestoßen
lernen die Verfremdung als überraschendes Element kennen
erkennen, das der bewusste Einsatz von Materialien, Motiven, Farbigkeit das Landschaftsrelief komisch- ironisch oder verwirrend erscheinen lassen
Die SuS erweitern ihre personale Kompetenz. Sie
entwickeln kreative Vorstellungen
trauen sich künstlerische Aufgabenstellungen zu
erweitern ihr Selbstbewusstsein
akzeptieren ihnen zugeordnete Aufgabenstellungen
finden eigene kreative Ideen
steigern ihre Ausdauer und Geduld
üben die Beurteilung eigener und fremder Produkte
üben das eigenverantwortliche und selbständige Arbeiten
reflektieren ihren Arbeitsprozess und verbalisieren ihre Eindrücke den Mitschülern gegenüber
Die SuS erweitern ihre soziale Kompetenz. Sie
sie planen und realisieren in Partnerarbeit eine Landschaft und üben sich darin Meinungen zu respektieren und tolerieren
helfen sich gegenseitig
achten auf die Klassenregeln
teilen Materialien miteinander
üben sich im Respekt gegenüber Gestaltungen anderer
räumen ihren Arbeitsplatz selbständig auf
2. Voraussetzungen für die Unterrichtsstunde
2.1 Sachdarstellung
Gegenstand der vorliegenden Einheit ist die Auseinandersetzung mit der räumlichen Gestaltung. Hierunter sind alle Gestaltungsformen zu verstehen, die dreidimensionalen Charakter haben. Diese umfassen u.a. Skulpturen, Reliefs, Plastiken und Materialbilder12 {#sdfootnote12sym}. Im Wesentlichen wird unterschieden zwischen Skulptur (dem subtraktiven Herausarbeiten einer Form aus einem Materialblock), Plastik (dem additiven Aufbau einer Form mit formbarem Ausgangsmaterial, zumeist auf einer Armierung) und Objekt (zusammenfügen bestehender Elemente zu einem neuen Ganzen)13 {#sdfootnote13sym}.
Als Sammelbegriff für diese Arbeitsformen hat sich der Begriff „Plastik“ durchgesetzt, abgeleitet vom griechischen plassein („formen“)14 {#sdfootnote14sym}, im Sinne von formbar und ist räumlich zu begreifen.
Im Gegensatz zur Plastik, die frei im Raum steht, ist das Relief immer mit dem Untergrund verbunden und hat, wie ein Bild, nur eine Hauptansicht. Bei einem Relief wird die Bildidee auf einer flachen Ebene durch Einritzen, Abtragen oder Modellieren hervorgehoben. Es werden bei der Herstellung von Reliefs demnach zwei Verfahren unterschieden: das gehauene oder geschnitzte Bildhauerrelief und das aufgebaute und modellierte Plastikrelief. Es lässt sich ferner ein Relief durch die Anordnung von Gegenständen auf einer Grundplatte erstellen15 {#sdfootnote15sym}.
Das Aufkleben von Papier in jeglicher Form zur Erstellung eines Kunstwerkes bezeichnet man als Collage. Der Begriff kommt aus dem französischen von coller = kleben. Erstmalig wurde diese Arbeitstechnik von Pablo Picasso und Georges Braque angewandt, beide sind Anhänger des Expressionismus. Bei der Collagetechnik besteht die Aufgabe darin, komplexe Bildinhalte durch Kleben umzusetzen. Es handelt sich also hierbei um ein Klebebild, bei welchem Materialien aller Art miteinander kombiniert verklebt werden, solange sie sich zweidimensional fixieren lassen. Eine Collage entsteht durch das Übereinanderkleben verschiedener Einzelteile, mittels welcher in der Bildenden Kunst ein neues Ganzes geschaffen werden soll. Mittels Farbauftrag kann dieses zusätzlich verfremdet oder hervorgehoben werden.
Eine erweiterte Form der Collage ist zum Beispiel die Assemblage. Im Gegensatz zu den flachen Collagen haben Assemblagen auch eine räumliche Ausdehnung und bestehen aus plastischen Objekten, die auf einer Grundplatte montiert sind.
2.2 Beschreibung der Lerngruppe
Nach dem Übergang in die siebte Jahrgangsstufe wurde die Klasse 7 von 11 auf 15 SuS erweitert. Ein Großteil der neuen SuS stammt aus den Integrationsklassen, andere sind von Schulen mit dem Förderschwerpunkt ‚Lernen’ hinzugekommen.
Die beiden Klassenlehrer unterrichten die Klasse in den Fächern Deutsch, Musik sowie im täglichen Gesprächskreis am Morgen gemeinsam im Zwei-Pädagogen-System. In den übrigen Fächern erfolgt die Aufteilung der Klasse 7 in die Klassen 7a und 7b.
Mit Ausnahme der Schülerin A. haben alle SuS der Klasse 7a den Förderschwerpunkt „Lernen“ und werden nach dem entsprechenden Rahmenlehrplan unterrichtet. Weitere vorhandene Förderschwerpunkte in der Klasse 7a sind: „emotionale - soziale Entwicklung“, „Sehen“, „Autismus“ sowie „körperlich-motorische Entwicklung“ (siehe Einzelbeschreibung der Lerngruppe).
2.2.1 Arbeits- und Sozialverhalten
Die Klasse 7a ist allgemein eine lernfreudige und motivierte Gruppe, die Lernangebote gerne annimmt. Im Kunstunterricht zeigt die Lerngruppe großes Interesse, wobei einigen SuS das Zeichnen schwer fällt. Darüber hinaus sind sie im künstlerischen Bereich häufig sehr unsicher und selbstkritisch.
Die Klassenregeln kennen die SuS gut. Dennoch fällt es einigen SuS vereinzelt schwer, sie einzuhalten, insbesondere das Warten und Melden. Nach einer Erinnerung gelingt es ihnen sich daran zu halten.
Das Sozialverhalten hat sich in den letzten Monaten verändert. Die SuS sind nicht mehr so stark mit der eigenen Rollenfindung innerhalb der Gruppe beschäftigt. Sie helfen sich häufiger gegenseitig, auch unaufgefordert und ihre Umgangsformen untereinander haben sich größtenteils zum Positiven entwickelt.
Die Frustrationstoleranz in Bezug auf Misserfolge ist bei den meisten SuS der Lerngruppe niedrig, so dass es besonders wichtig ist, den SuS Erfolgserlebnisse zu ermöglichen.
2.2.2 Einzelbeschreibung der Schülerinnen und Schüler
Nicht abgedruckt
2.2.3 individuelle Lernvoraussetzungen im Hinblick auf die Stunde
Nicht abgedruckt
3. Entscheidungen
3.1 Didaktische Überlegungen zur Wahl des Unterrichtsgegenstandes
In Bezug auf die ästhetisch-künstlerische Entwicklung befindet sich diese Lerngruppe auf der Präadoleszenzstufe. Das bedeutet für den Kunstunterricht, dass die SuS oft mit ihren bildnerischen Produkten unzufrieden sind und stark auf das Urteil anderer achten. Eine Folge daraus kann sein, dass die Schüler nicht mehr so unbefangen an Aufgaben herangehen, da es die Gefahr in sich birgt, dass ihre Arbeiten misslingen oder durch die Gruppe als misslungen angesehen werden. Eine Möglichkeit darauf zu reagieren ist, sich im Kunstunterricht statt auf das Zeichnen und Malen auf das Herstellen von Plakaten, Montagen, Collagen, Drucken, Plastiken, Collagen etc. zu konzentrieren16 {#sdfootnote16sym}.
Das plastische Arbeiten und Herstellen von Collagen ist gegenüber dem Zeichnen und Malen mehr technisch als spontan. Die SuS lernen in diesem Bereich des bildnerischen Gestaltens, sich vermehrt mit kompositorischen Fragen auseinanderzusetzen.
Neben dem Nachlassen des Dranges sich in der Präadoleszenz bildnerisch zu betätigen, kommt hinzu, dass sich in diesem Alter eine Wendung vom „Konkret-Sensorischen-Imaginativen zum kognitiv-Realen“17 {#sdfootnote17sym} vollzieht. Die kognitiven Fähigkeiten stehen für viele SuS im Vordergrund und es setzt sich eine realistische Darstellungsform durch. Aus diesem Grund bietet sich meines Erachtens an, einen „realen“ Unterrichtsgegenstand zu wählen, wie in der vorliegenden Unterrichtseinheit die Darstellung einer Landschaft.
Dennoch verfügen die SuS natürlich auch in der Präadoleszenz über Fantasie und Kreativität. So bleibt das Ziel im Kunstunterricht bestehen, dass die SuS ihre Kreativität entdecken und ausleben. Dabei bietet sich u.a. eine Verbindung von bildnerischer Darstellung und technischen Fertigkeiten als Unterrichtsgegenstand an.
Das Anfertigen eines Landschaftsreliefs, wie sie für diese Unterrichtseinheit geplant ist, bietet eine Kombination von wissenschaftlich genauem und fantasiereichem künstlerisch ästhetischen Vorgehen. So ist diese Unterrichtseinheit zweigeteilt in einen gesellschaftswissenschaftlichen Teil und in eine künstlerische Phase. Der gesellschaftswissenschaftliche Teil bei der Anfertigung des Landschaftsreliefs besteht aus der Zeichnung des Europa-Umrisses, der Gebirgen und der vier Landschaftszonen.
In der künstlerischen Phase lernen die SuS das Relief als Möglichkeit der künstlerischen Darstellung kennen. Darüber hinaus können die SuS nach ihrem Empfinden Farben für die vier Landschaftszonen frei wählen sowie ihre eigenen Darstellungen oder Symbole für die Landschaften, Bäume, Schiffe, dekorative Details, etc. mit verschiedenen Materialien in Form einer Collage einbringen.
Die künstlerische Phase ist hier von großer Bedeutung, um den fachdidaktischen Grundsatz des Kunstunterrichts zu ermöglichen, dass heißt, die ästhetische Erfahrung und die ästhetische Praxis der SuS in den Mittelpunkt des Unterrichts zu stellen. Den SuS soll ermöglicht werden mit vielfältigen Materialien in Berührung zu kommen, diese selbst auszuprobieren und produktiv mit ihnen umzugehen18 {#sdfootnote18sym}. Bei einer ausschließlichen Erfassung von Naturphänomenen in Form einer wissenschaftlichen Zeichnung würde die persönliche ästhetische Ausdrucksfähigkeit der SuS außer Acht gelassen und wäre somit alleinig dem Unterrichtsfach Gesellschaftswissenschaften zuzuordnen19 {#sdfootnote19sym}.
Für die Auswahl ein Landschaftsrelief im Kunstunterricht zu gestalten, spricht zusätzlich die Möglichkeit, dass sich die im Raum nicht sichtbaren Sachverhalte mit verschiedenen Materialien darstellen lassen.
3.2 Didaktische Überlegungen und Reduktion
Im Zusammenhang mit der Unterrichtseinheit „Europa“ im Fach Gesellschaftswissenschaften haben die SuS bereits mit Landkarten gearbeitet und typische Landschaftsformen erarbeitet. Das Thema „Europa“, insbesondere die Arbeit mit dem Atlas stieß bei den SuS auf großes Interesse.
Ein Teilaspekt des Themas „Europas“ im fachübergreifenden Unterricht ist neben der künstlerischen Produktivität das Nachvollziehen und -erleben der europäischen Landschaft. Aus diesem Grund wird im Folgenden die didaktische Reduktion unter gesellschaftswissenschaftlichen und künstlerischen Aspekten dargestellt.
Gesellschaftswissenschaftlicher Aspekt
Im Rahmenlehrplan für Schülerinnen und Schüler mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Lernen (Berlin) findet sich als Standard am Ende der Jahrgangsstufe 8 im Fach Gesellschaftswissenschaften u.a., dass die SuS gezielt Informationen aus physischen und thematischen Karten entnehmen sowie einen Zusammenhang zwischen typischen Faktoren (Relief, Gewässer, Klimate, Vegetation) und Sozialfaktoren (Industrie, Landwirtschaft, Siedlungen, Verkehrswege, Kultur, Tourismus) herzustellen 20 {#sdfootnote20sym}. Da dieser Anforderungsbereich für die SuS oftmals sehr abstrakt ist, soll sich dieser Themenbereich nicht auf die reine Rezeption beschränken. Die SuS sollen im Fach Kunst die Gelegenheit bekommen, selbst ausgewählte Landschaftsmerkmale in reduzierter Form nachzuempfinden.
Das Ziel den SuS ein topografischen Orientierungswissen mit Hilfe von physischen Karten zu vermitteln ist insbesondere bei SuS mit dem Förderschwerpunkt Lernen schwierig. Probleme bestehen zum einen darin, sich das Erscheinungsbild von Karten einzuprägen und zum anderen, mehrere Merkmalsdimensionen miteinander zu kombinieren. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden, auf die sehr komplexen, detailreichen physischen Karten zu verzichten. Stattdessen wurde der Schwerpunkt auf einfache thematische Karten gelegt. Diese sind auf Grund ihrer Struktur leichter zu lesen als physische Karten, da nur eine oder wenige Sachverhalte klar strukturiert dargestellt sind. Sie prägen sich im Gedächtnis der SuS leichter ein und stellen im Sinne ihres Verwendungszweckes das Wesentliche einfach und leicht wahrnehmbar dar21 {#sdfootnote21sym}. Um das zu erstellende Landschaftsrelief nicht von Beginn an mit Informationen zu überladen, wurden von den SuS zunächst lediglich die fünf großen Gebirge eingezeichnet und modelliert.
Ein weiterer Grund auf physische Karten als Orientierung zu verzichten, besteht aus pädagogischer Sicht in der farbigen Darstellung der Höhenschichten. In vielen Schulatlanten findet sich für die Höhenstruktur eines Gebietes die Grün-Braun-Färbung. Grün bedeutet Tiefland, braun Bergland, mit Übergängen und Abstufungen zwischen den beiden Farben. Da diese Farben aber der Natur nachempfunden sind (Blau = Meere und Weiß = schneebedeckte Berge), birgt es die Gefahr, dass die SuS unbewusst Grün mit der Vorstellung von Wiesen, Wäldern und Feldern und Braun mit der Vorstellung von Ödland und Wüste verbinden.
Für Europa trifft zwar diese Gleichsetzung weitgehend zu, jedoch außerhalb Europas häufig nicht mehr. Sinnvoller erscheint es aus diesem Grund naturähnliche oder bestimmte Assoziationen hervorrufende Flächenfarben zu verwenden22 {#sdfootnote22sym}.
Im Sinne einer Reduktion habe ich mich für den Kunstunterricht entschieden, die Gebirge weder in Anlehnung an die Höhenschichten noch an verschiedene Gebirgsformen modellieren zu lassen, sondern den Schwerpunkt auf die Lage der Gebirge zu legen.
Künstlerischer Aspekt
Im Kunstunterricht ist es sinnvoll eine Technik als Produktionsverfahren kennen zu lernen oder sich einem Thema inhaltlich mit vertrauten bildnerischen Mitteln zu widmen23 {#sdfootnote23sym}. In dieser Einheit steht im Vordergrund die inhaltliche Auseinandersetzung mit einem Thema.
Trotzdem die SuS bereits in diesem und vorangegangenen Schuljahr viele Erfahrungen in Bezug auf das plastische Arbeiten sammeln konnten, wie bspw. das Arbeiten mit Gips und Kartonplastiken, entschied ich mich bei der Formung der Landschaft für die Technik „Relief aus Papiermaché“. Der Grund liegt zum einen in der hohen Anschaulichkeit der Dreidimensionalität, zum anderen in eine damit verbundene intensive Beschäftigung der Landschaftsform Europas.
Zur Gestaltung der Landschaft arbeiten die SuS mit der Technik der „Collage“ weiter. Mit Collagen wurde, seit ich in dieser Klasse bin, nicht gearbeitet. Die Collage bezeichnet ursprünglich die Herstellung eines Bildes mit auf die Malfläche geklebten Stücken aus Papier, Naturmaterialien oder anderen Materialien. In der zu zeigenden Stunde entsteht kein neues Bild durch eine Collage. Vielmehr wird die Vorlage des Landschaftsreliefs in Form einer Collage ausgestaltet. So liegt der Schwerpunkt hier in der Förderung der Kreativität, in dem die SuS durch Einfallsreichtum und Originalität ihre Ideen sowie ihr Wissen zu Landschaftsmerkmalen umsetzen können. Ein wichtiger Bestandteil der Methode des Collagierens sind, die von den SuS vorgeschlagenen Materialien, sowie das Sammeln dieser. M. Aissen-Crewett bemerkt dazu: „Sammeln ist nicht das zielstrebige Aussuchen von Materialien, die sich für die Herstellung einer bestimmten inhaltlich fixierten Collage eignen“24 {#sdfootnote24sym}. Sie betont ferner, dass das Sammeln ohne Ziel und Plan erfolgen sollte, so dass die SuS sich überraschen lassen und entdecken können. Da diese Unterrichtseinheit fächerübergreifend angelegt ist erscheint es mir in diesem Fall jedoch sinnvoll, die Collage einem inhaltlichen Schwerpunkt zuzuordnen. Um den SuS die Möglichkeit zu geben ihre Landschaft darüber hinaus nach ihren Vorstellungen zu gestalten, werden zunächst alle Ideen gesammelt, nach Umsetzbarkeit geprüft und können schließlich umgesetzt werden.
Die Arbeit mit verschiedenen Materialien in Form einer Collage macht beispielhaft deutlich, dass jeder SuS eine individuelle Erlebnis- und Ausdrucksfähigkeit hat, da jeder SuS im Hinblick auf die Auswahl und die eigene Bearbeitung ein persönliches Produkt erstellt.
Als Gestaltungsmaterial zur Ausformung der Landschaft habe ich sowohl aus didaktischen als auch aus praktischen Gründen Papiermaché ausgewählt. Aus didaktischer Sicht ist es sinnvoll, den SuS ein leicht zu verarbeitendes Material, wie Papiermaché vorzugeben. Papiermaché eignet sich besonders zur Darstellung von flächigen, auf die wesentliche Form reduzierten Motiven. Ferner ist dieses Material für die SuS neu und somit auch die Erfahrung dass Zeitungspapier veränderbar ist und etwas Neues entstehen kann.
Anstatt Papiermaché gibt es die Möglichkeit für größere Erhebungen (wie Berge), geknülltes Zeitungspapier, kleinere Schachtel oder Styroporstücke zu verwenden und diese mit Kleisterpapier zu überarbeiten. Dieses Vorgehen wäre jedoch mit wesentlich mehr Zeitaufwand verbunden und für die SuS bereits aus dem letzten Jahr bekannt, so dass die Motivation der SuS voraussichtlich nicht hoch gewesen wäre.
Zum Gestaltungsmaterial der Collage können zu diesem Zeitpunkt noch keine Angaben gemacht werden, da die SuS erst in der folgenden Stunde aufgefordert werden, Ideen zu sammeln.
Hinsichtlich der geeigneten Sozialform fiel meine Wahl für diese Einheit auf die Partnerarbeit. Das gemeinsame Arbeiten und sich austauschen führt zu einer Steigerung der Kreativität. Insbesondere bei Jugendlichen verhilft die Partnerarbeit zu einer verstärkten Sensibilisierung im Hinblick auf die Selbst- und Partnerwahrnehmung und schult so ihre sozialen Kompetenzen. Auf Grund von Krankheiten arbeiteten jedoch einige SuS größtenteils in Einzelarbeit.
3.3 Didaktisch-methodische Überlegungen
Der Einstieg der zu zeigenden Stunde beginnt direkt mit dem Thema, da auf Grund der hohen Motivation der SuS auf eine Motivationsphase verzichtet werden kann. Es wird zunächst das aktuelle Thema besprochen. Dabei werden die SuS aufgefordert, zu erzählen, woran sie in den letzten Stunden gearbeitet haben. Der Produktionsstand der Landschaftsreliefs sind unterschiedlich. Während Christiane, Orcun, Dominik, Dario und Max mit der Collage beginnen können, beginnen Theresa und Anna-Lena in der vorliegenden Stunde mit der farblichen Gestaltung der Landschaftszonen. So werden zunächst Theresa und Anna aufgefordert zu berichten, was sie in der letzten Stunde gemacht haben. Im Anschluss daran, informieren die anderen SuS Anna und Theresa über den nächsten Arbeitsschritt, in dem sie berichten, an was sie in der letzten Stunde gearbeitet haben.
Anschließend wird der Verlauf für die Stunde (Tafelbild) vorgestellt bzw. von einem SuS vorgelesen. Da es für die SuS ungewohnt ist, am Mittwoch das Fach Kunst zu haben dient es zur Einstimmung und zur Vergegenwärtigung.
Die Erarbeitungsphase dient dazu, den SuS ausgewählte Merkmale der Landschaft noch einmal zu vergegenwärtigen sowie das Bewusstsein für die folgende Tätigkeit anzuregen.Nach dem Prinzip der Anschauung und Vielsinnigkeit wird zunächst an Erkenntnisse der letzten Stunde angeknüpft, indem die LAA die SuS an Gestaltungsmöglichkeiten der Landschaft mit der Technik der Collage erinnert. Die Erarbeitungsphase soll an dieser Stelle eventuelle Schwierigkeiten bei der Arbeit schon im Voraus vorwegnehmen. Gestaltungskriterien und Arbeitsauftrag sollen von den Schülern erkannt und genannt werden. Zur zusätzlichen Unterstützung werden die gestalterischen Merkmale nach ihrer gemeinsamen Erarbeitung nochmals für alle sichtbar an der Tafel festgehalten.
Folgende Bewertungskriterien müssen die SuS erfüllen:
Materialien passend zur Landschaft
Formen/Figuren und/oder
Flächen
verschiedene Materialien verwenden
Collage übersichtlich gestalten
An dieser Stelle erhalten die SuS den Arbeitsauftrag:
Gestaltet Euer Landschaftsrelief passend zu den Landschaftszonen. Es ist euch dabei freigestellt wie ihr die Materialien gebraucht. Benutzt verschiedene Materialien!
Darüber hinaus werden die SuS ermutigt, zunächst mit Bleistift eine Skizze auf ihrer Landschaft anzufertigen, bevor sie mit dem Kleben beginnen. Der Arbeitsauftag wird von einer Schülerin oder einem Schüler noch mal wiederholt, mögliche Fragen geklärt und auf die gestalterischen Merkmale zur Umsetzung verwiesen.
Theresa und Anna-Lena werden an der Erarbeitungsphase teilnehmen, auch wenn sie in dieser Stunde noch nicht mit der Collage beginnen. Da sie jedoch voraussichtlich in der nächsten Stunde mit der Collage anfangen werden, ist es wichtig für sie, die Kriterien zu wissen. Bevor die Materialien für die Collage vorgestellt werden, erhalten Theresa und Anna-Lena ihren Arbeitsauftrag noch einmal schriftlich und können schließlich mit der farbigen Gestaltung ihres Landschaftsreliefs beginnen.
Anschließend werden die Materialien für die restlichen SuS vorgestellt. In der vorangegangen Kunststunde wurden von den SuS Ideen zu Materialien gesammelt. Die SuS erhielten in diesem Zusammenhang die Hausaufgabe, Materialien mitzubringen, die sie für ihre Collage verwenden möchten. Die SuS werden nun aufgefordert zur Materialstraße zu kommen und ihre ggf. mitgebrachten Materialien vorzustellen. Anschließend werden die weiteren Materialien von de LAA vorgestellt. Um die SuS nicht mit einer zu großen Auswahl der Materialien zu überfordern, habe ich mich dazu entschieden für die vorliegende Stunde die Auswahl der Materialien überschaubar zu gestalten. In den darauf folgenden Stunden können die Materialien jedoch von den SuS erweitert werden.
Die Lerngruppe wird an die vereinbarte Klassenregel im Kunstunterricht erinnern: Wir flüstern. Um ihnen die Regel zu vergegenwärtigen wird das Symbol zu der Regel an die Tafel geheftet.
Als nächstes beginnt die Ausführungsphase damit, dass sich jeder SuS an der Materialstraße bedienen kann. Danach arbeiten die Schüler in Partner- bzw. Einzelarbeit an ihrem Landschaftsrelief. Unter Hinzunahme ihrer eigenen kreativen Ideen und ihrer erworbenen Kenntnisse über Landschaftsmerkmale beginnen die SuS mit der Umsetzung ihrer Ideen. Dabei wird es ihnen überlassen, ob sie mit den Materialien Formen oder Flächen gestalten.
Nach dem Prinzip der Differenzierung erhalten die SuS, die große Probleme mit der Entfaltung von Kreativität oder mit der Verknüpfung von Vorwissen haben, die Möglichkeit sich an Abbildungen sowie Stichpunkten zu den jeweiligen Landschaftszonen zu orientieren und dieses als Hilfsmittel für die Darstellung zu nutzen. Diese sind zunächst verdeckt an einem Tisch, da diese Differenzierungsmaßnahme nur im notwendigen Fall zum Einsatz kommen soll.
Die Abschlussphase der Stunde wird dadurch eingeleitet, dass ich die SuS bitte, ihre Arbeitsplätze aufzuräumen. Anschließend stellen die SuS ihre Arbeiten vor. Die SuS sollen dabei ihre Arbeit reflektieren, indem sie ihre Intentionen verbalisieren und somit ihre Ausdrucksfähigkeit schulen. Gemeinsam besprechen wir, ob die Aufgabenstellung an den Resultaten wieder zu erkennen ist. Sollten einige SuS die Kriterien nicht vollständig erfüllt haben, erhalten sie hier Gelegenheit, Vorschläge für Veränderungen zu verbalisieren. Durch die Reflexion können Schwierigkeiten noch einmal besprochen werden und ableitende Hilfestellungen gegeben werden, zudem werden die Schülerarbeiten gewürdigt.
3.4 Medien und Materialien
Selbst erstelltes Landschaftsrelief aus Papiermaché
Tafel mit Gestaltungskriterien
ggf. Abbildungen und Stichpunkten zu den Landschaftszonen
Materialstraße mit: Klebe, Leim, Schere, Watte, Sand, Tannennadeln, Tannenzapfen, Laubblätter, Blütenblätter, künstliches/natürliches Gras, verschiedene Papiersorten, getrocknete Linsen, getrocknete Zitronen und Orangen
3.5 Stundenziel
Die Schüler lernen verschiedene Materialien als künstlerisches Gestaltungsmittel kennen und setzen sich hinsichtlich der Landschaftszonen mittels der Technik der Collage praktisch und reflektierend in ihren Arbeiten damit auseinander.
Begrüßung/Einstieg
ca. 5min
LAA begrüßt die SuS und stellt die Gäste vor
Kurze Besprechung des aktuellen Produktionsstandes
Woran wurde in den letzten Stunden gearbeitet?
SuS stellen Landschaftsrelief an der Tafel vor
LAA stellt Stundenverlauf vor
Frontal
Gelenktes S-L-Gespräch
Tafel
Didaktisch-methodischer Kommentar
SuS nehmen die Gäste wahr
Reaktivierung von Vorkenntnissen
Transparenz über Ziel und Zweck der Stunde
erarbeitete Kenntnisse sowie Arbeitsschritte der letzten Stunden werden wiederholt
Erarbeitungsphase
ca. 7 min
Gemeinsame Erarbeitung der Kriterien
Was ist mit einer Collage gemeint?
Welche Möglichkeiten zur Umsetzung mit der Technik der Collage bestehen?
Was sollte bei der Verwendung der Materialien beachtet werden?
anhand der Äußerungen der SuS werden gemeinsam gestalterische Merkmale erarbeitet und an der Tafel festgehalten
LAA erkundigt sich nach Fragen
Frontal
gelenktes S-L-Gespräch
Tafel
Didaktisch-methodischer Kommentar
Erarbeitung der inhaltlichen Kriterien durch SuS sichert, dass diese den Arbeitsauftrag verstanden haben
vorhandenes Vorwissen kann eingebracht werden
Schaffung von Sprechanlässen; zuhören; aussprechen lassen
Ansprechen verschiedener Sinneskanäle (visuell & auditiv)
B 4. Tabellarischer Verlaufsplan der Stunde ekanntgabe des Arbeitsauftragesca. 5 min | SuS erhalten Arbeitsauftrag: Gestaltet Euer Landschaftsrelief passend zu den Landschaftszonen. Es ist euch dabei freigestellt wie ihr die Materialien gebraucht. Benutzt verschiedene Materialien! SuS werden ermutigt, mit Bleistift zunächst eine Skizze auf ihrer Landschaft anzufertigen bevor sie mit dem Kleben beginnen SuS wiederholen Arbeitsauftrag Anna und Theresa erhalten ihren Arbeitsauftrag in Form eines „Arbeitsblattes“ SuS stellen ihre mitgebrachten Materialien vor LAA ergänzt Materialien durch Vorstellung der Materialstraße LAA verweist auf Regel: „Wir flüstern“ | Frontal Tafel Materialstraße Klebe, Schere, Watte, Sand, Tannennadeln, Tannenzapfen, Laubblätter, künstliches Gras, verschiedene Papiersorten, getrocknete Linsen, Muscheln Farben, Pinsel, „Arbeitsblatt“ Landschaftsrelief |
Didaktisch-methodischer Kommentar Aufgabentransparenz Wiederholung des Arbeitsauftrages zur Sicherung | ||
Ausführungsphase ca. 15 min | Arbeitsplatz wird von SuS eingerichtet SuS beginnen mit der Umsetzung ihrer Ideen Bei Schwierigkeiten: Möglichkeit sich an Abbildungen sowie Stichpunkten zu orientieren und dieses als Hilfsmittel für die Darstellung zu nutzen → nur bei Bedarf LAA gibt ggf. Hilfestellungen | Partner- bzw. Einzelarbeit Materialstraße Klebe, Schere, Watte, Sand, Tannennadeln, Tannenzapfen, Laubblätter, Blütenblätter, künstliches Gras, verschiedene Papiersorten, getrocknete Linsen, Perlen, Muscheln Farben, Pinsel Landschaftsrelief/ ggf. Abbildungen und Stichpunkten zu den Landschaftszonen |
Didaktisch-methodischer Kommentar Förderung der Kreativität Förderung der Feinmotorik: skizzieren, malen, schneiden, ggf. reißen und kleben Differenzierung: Abbildungen/Stichpunkte zu den Landschaftszonen Technische Merkmale sind während des Arbeitsprozesses für die SuS präsent (Tafelbild), damit sie ihre Arbeiten auf Richtigkeit jederzeit selbst überprüfen können | ||
Aufräumen ca. 3 min. | Die SuS beenden ihren letzten Arbeitsschritt und räumen ihren Platz auf | |
Didaktisch-methodischer Kommentar Gemeinsames ritualisiertes Aufräumen Förderung des Ordnungsempfindens | ||
Abschluss-/ Auswertungsphase ca. 10 min | Reflexionsrunde SuS äußern sich zu ihren Ergebnissen und zum Arbeitsprozess unter Berücksichtigung der Merkmale Was ist mir/anderen gut gelungen? Gab es Schwierigkeiten? Gibt es Veränderungsmöglichkeiten? | Gelenktes S-L-Gespräch Tafel Landschaftsrelief |
Didaktisch-methodischer Kommentar Förderung des mündlichen Sprachgebrauchs Förderung der Reflexionsfähigkeit dient v.a. als Rückmeldung in Bezug auf das Lernziel – fördert gleichzeitig die Eigenkontrolle Ggf. Planung von Veränderungen ggf. Einschätzung des Arbeitsverhalten |
5. Literatur
Aissen-Crewett, M.: Kunstunterricht in der Grundschule. Braunschweig 1996.
Eid, K./Langer,M./Ruprecht,H. (Hrsg.): Grundlagen des Kunstunterrichts. Paderborn 2002.
Friedrich, A.: Kunst mit Kindern 2. Kempen 2002.
Friedrich, A.: Kunst mit Kindern 3. Kempen 2006.
Gisbertz, J.: Grundwissen Kunstdidaktik. Primarstufe. Auer Verlag 2004.
Kiesel, M.: Kreativer Kunstunterricht in der Grundschule. Auer Verlag 2001.
Klant, Michael/Walch, Josef: Grundkurs Kunst 2. Plastik, Skulptur, Objekt. Hannover 1990.
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport Berlin/Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg (Hrsg.): Rahmenlehrplan für Schülerinnen und Schüler mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf Lernen (Berlin). Berlin 2005.
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport Berlin/Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg (Hrsg.): Rahmenlehrplan Bildende Kunst Grundschule (Berlin). Berlin 2004.
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport Berlin/Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg (Hrsg.): Rahmenlehrplan Bildende Kunst Sekundarstufe I (Berlin). Berlin 2006.
Sitte, W.: Ein neuer Kartentyp für die Atlanten der 10-14jährigen. In: GW-Unterricht 48 (1992), 60-63.
Sitte, W.: Wir brauchen einfache, von Kindern leicht wahrnehmbare kleinmassstäbige topographische Übersichtskarten. In: GW-Unterricht 50 (1993), 62-64.
1 {#sdfootnote1anc} Im Folgenden werden Schülerinnen und Schüler mit „SuS“ abgekürzt.
2 {#sdfootnote2anc} vgl. RLP Bildende Kunst 2004, S. 25 und RLP Bildende Kunst 2006, S.17
3 {#sdfootnote3anc} vgl. RLP Bildende Kunst 2004, S. 8ff
4 {#sdfootnote4anc} vgl. a.a.O. 2004, S.10
5 {#sdfootnote5anc} vgl. a.a.O. 2004, S.10
6 {#sdfootnote6anc} vgl. a.a.O., S.11
7 {#sdfootnote7anc} vg. a.a.O., S.12
8 {#sdfootnote8anc} vgl. RLP 2004, S. 37
9 {#sdfootnote9anc} vgl. a.a.O., S.39
10 {#sdfootnote10anc} vgl. RPL 2004, S.38
11 {#sdfootnote11anc} vgl. RLP 2006, S.14
12 {#sdfootnote12anc} vgl. Eid 2002, S.226
13 {#sdfootnote13anc} vgl. Klant/Walch 1990: 9f
14 {#sdfootnote14anc} vgl. a.a.O. 1990: 9
15 {#sdfootnote15anc} vgl. Friedrich 2006, S.8
16 {#sdfootnote16anc} vgl. Aissen-Crewett 1996, S. 52
17 {#sdfootnote17anc} a.a.O. 1996, S.53
18 {#sdfootnote18anc} vgl. RLP Bildende Kunst 2004, S. 18
19 {#sdfootnote19anc} vgl. Aissen-Crewet 1997, S.18f
20 {#sdfootnote20anc} vgl. RLP Lernen 2005, S. 126
21 {#sdfootnote21anc} vgl. Sitte 1993, S. 62ff
22 {#sdfootnote22anc} vgl. Sitte 1992, S. 60ff
23 {#sdfootnote23anc} vgl. Gisbertz 2004, S. 71
24 {#sdfootnote24anc} vgl. Aissen-Crewett 1996, S. 136
Kommentare (1)
Leider nur eine Bleiwüste, von denen es genug gibt, ohne bildliche Darstellung!
Lena











