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Sinnesorgange der Schnecken
Datum: 19. August 2009 Kommentare: 0
Zusätzliche Informationen:
Beschreibung:
In dieser Unterrichtsstunde sollen die SchülerInnen die Sinnesorgane der Schnecken kennen lernen (Tastsinn, Geruchssinn, Seh- und Hörsinn). Durchgeführt in einer 2. Klasse.

Sinnesorgange der Schnecken
Sinnesorgange der Schnecken
1. Formalien und Inhaltliches zu der Lerngruppe und der Schulform
Der vorliegende Unterrichtsentwurf ist für eine zweite Klasse der Grundschule konzipiert. Es befinden sich ca. 24 Schüler in der Klasse, sodass für die Stationsarbeit 4 Gruppen mit jeweils 5 oder 6 Schülern gebildet werden können.
2. Einordnung der Stunde in die Reihe - Reihenkontext
- Reihenthema: Schnecken
- Thema der Stunde: Die Sinnesorgane der Schnecke
Stunde | Thematik der Stunde/Stundenthema |
Einstiegsstunde (Doppelstunde) | Theoretische Hinführung: Vorwissen der Schüler abfragen (Mindmap, Bilder, Arbeitsblätter) Schneckenterrarium aufbauen |
2. UStd. | Körperbau der Schnecke, Experimentell: Ernährung, Schleimproduktion und Bewegung |
3. UStd. | Wiederholung der 2. Stunde und Festigung durch neue Arbeitsblätter |
4. UStd. | Sinnesorgane der Schnecken (evtl. Zur 3. UStd) |
... | ... |
Abschlussstunde | Schnecken gemeinsam in die Natur aussetzen |
3. Einordnung der Stunde in den Lehrplan - fachdidaktischer und methodischer Begründungszusammenhang
Bereich: Natur und Leben | |
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase | Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4 |
Die Schülerinnen und Schüler erkunden Körperbau und Lebensbedingungen von Tieren und dokumentieren die Ergebnisse (z. B. Haus- oder Zootiere) beobachten und benennen ausgewählte Pflanzen, deren typische Merkmale und beschreiben deren Lebensraum (z. B. im schulischen Umfeld) | Die Schülerinnen und Schüler beschreiben die Entwicklung von Tieren und Pflanzen beschreiben Zusammenhänge zwischen Lebensräumen und Lebensbedingungen für Tiere, Menschen und Pflanzen |
Entnommen aus: http://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de/lehrplaene/lehrplaene-gs/sachunterricht/lehrplan-sachunterricht/kompetenzen/kompetenzen.html (zuletzt gesehen: 9.5.2009)
Das Erkunden der Sinnesorgane der Schnecken lässt sich in den Lehrplan dem Bereich Natur und Leben mit dem Schwerpunkt Tiere, Pflanzen, Lebensräume einordnen.
Unsere Unterrichtstunde planen wir daher für eine zweite Klasse, da diese ihre Beobachtungen auch dokumentieren soll und grundsätzliche Schreibkompetenzen vorhanden sein müssen (im Gegensatz zur 1. Klasse).
4. Die Biologie der Schnecken mit dem Schwerpunkt Sinnesorgane
Schnecken besitzen keine einzelnen Sinnesorgane, sondern Sinneszellen. Sie können dabei an einer Stelle des Körpers konzentriert, oder am gesamten Körper verteilt sein.
Sehsinn: Am Kopf der Schnecken befinden sich Fühlerpaare. Die meisten Landschnecken besitzen vier Fühler, wobei auf den zwei längeren Fühlern die Augen sitzen. Die Außenwand der Fühler stellt die Hornhaut dar. Die Sehzellen befinden sich am ganzen Körper, wobei die Sinneszellen am Mantel und Körper nur Hell-Dunkel-Unterscheidungen zulassen. Bei den Schneckenaugen handelt es sich um everse Augen, die aus einer Einstülpung der Körperaußenwand entstehen. Im Gegensatz zu den Augen der Wirbeltiere sind die Lichtsinneszellen dem Lichteinfall zugewandt.
Geruchssinn: Die Riechsinneszellen befinden sich am Mantel, der Fußsohle sowie in den Fühlerpaaren. Der Geruchssinn beruht, wie der Geschmackssinn auch, auf Reizen, die chemische Stoffe erzeugen. Schnecken können auf größere Entfernungen Nahrungsquellen erfassen und sich so gezielt auf sie hin bewegen. Auch die Oberfläche der Haut kann Geruchsinformationen wahrnehmen. Die Empfindlichkeit nimmt vom Kopf zum Schwanz hin ab. Sobald Schnecken etwas Abstoßendes riechen, beginnen sie als Schutzreaktion zu schäumen.
Hörsinn: Schnecken können nicht hören. Sie können aber Geräusche in Form von Wellen aufnehmen.
Tastsinn: Schnecken sind, vor allem im Kopfbereich, sehr berührungsempfindlich. Ein Rückziehmuskel, der so genannte Retraktor, zieht bei Kontakt mit einem Gegenstand die betroffenen Körperteile zurück. Auch kann sich die Schnecke ganz in ihr Gehäuse zurückziehen. Kriecht eine Schnecke über eine Oberfläche, so ertastet sie stets mit der Sohle en Untergrund und passt sich seiner Form an.
5. Lernziele, die Kompetenzen, in denen die Schüler gefördert werden sollen, die Schülervoraussetzungen bzw. die zu erwartenden Schwierigkeiten
Stundenziel: Die Sinnesorgane der Schnecken kennen lernen (Tastsinn, Geruchssinn, Seh- und Hörsinn)
Feinziele der Stunde:
- fachliche/ kognitive:
Die Schüler sollen Fragestellungen finden, ob die Tiere riechen, schmecken, hören und sehen können und ihre Vermutungen in kleinen Experimenten selbst überprüfen können. Sie erkennen, dass Schnecken hell und dunkel unterscheiden können, auf bestimmte Stoffe reagieren, also riechen können und dass sie an manchen Stellen ihres Körpers besonders empfindlich sind.
Die Schüler können Verbindungen zwischen den Arbeitsaufträgen und den Arbeitsmaterialien ziehen und den Versuch selbstständig aufbauen. Sie sollen beobachten können (u. U. mit Ausdauer) und ihre Beobachtungen dokumentieren (als Hilfe ist das Arbeitsblatt entsprechend aufbereitet). Sie können Schlüsse aus den Ergebnissen ziehen („Die Schnecke weicht dem Essig aus, also muss sie ihn wahrnehmen") und diese ebenfalls dokumentieren (und vortragen).
- psychomotorische/ instrumentelle:
Die Schüler erwerben Kompetenzen im Umgang mit Tieren und Materialien. Sie trainieren ihr Geschick an der „Riechstation", indem sie vorsichtig Flüssigkeiten verteilen.
- soziale/ emotionale:
Die Schüler sollen in Gruppen zusammenarbeiten. Jeder Gruppenteilnehmer muss dafür sorgen, dass das jeweilige Experiment reibungslos abläuft, die Regeln zum Experimentieren befolgt werden und der zeitliche Rahmen eingehalten wird. Dabei sollen die Schüler sich die Arbeitsteilung zu nutze machen.
Sie können ihre Ergebnisse den anderen Gruppen mitteilen und im Gegenzug zuhören.
Die Schüler entwickeln eine positive Einstellung zu Schnecken und bauen im Idealfall Ängste ab.
Schülervoraussetzungen:
Den Schülern sind der Körperbau und die Schleimproduktion der Schnecke bereits bekannt und sie haben auch schon mit lebenden Schnecken gearbeitet. Es wurde über den respektvollen Umgang mit Versuchtieren gesprochen und ein Plakat mit „Regeln für das Experimentieren" angefertigt.
Das Arbeiten an Stationen setzt eine kooperative Arbeitseinstellung voraus. Die Schüler müssen in der Lage sein, als Gruppe zusammen zu arbeiten und an den einzelnen Stationen eigenständig zu arbeiten.
Klare Anweisungen und Arbeitsaufträge sollen für einen strukturierten Stundenablauf sorgen, je nach Klassenklima und Sozialverhalten ist mehr oder weniger darauf zu achten.
Weiterhin sollten die Schüler den Tieren aufgeschlossen sein und den Umgang, bzw. die Berührung nicht scheuen.
Zu erwartende Schwierigkeiten:
Manche Schüler können Ekel oder Angst empfinden, sie sollen nicht dazu gezwungen sein, mit den Schnecken in direktem Kontakt zu stehen (Arbeitsteilung: Freiwillige arbeiten mit den Tieren), sollten aber in der Lage sein, die Tiere zu beobachten.
Die Stationen animieren zu einem ungeordneten Verhalten der Schüler, klare Anweisungen (s. o.) und Präsenz der Lehrerperson sollten dies einschränken.
Die Experimente wurden vor Durchführung der Unterrichtsstunde getestet und mögliche Fehlergebnisse ausgeschlossen. Sollte eine Schnecke nicht aus ihrem Haus kommen, lockt man sie mit Zucker oder ähnlichem. Passiert dann immer noch nichts, schließt sich die Gruppe einer anderen Station an.
6. Schwerpunktsetzung in methodischer Analyse
Um die Sinnesorgane der Schnecken in der Grundschule zu veranschaulichen und den Kindern das Experimentieren mit Lebewesen näher zu bringen, hat sich unsere Gruppe für das Stationenlernen entschieden. Das Stationenlernen bietet die Möglichkeit, den Kindern in Gruppen an verschiedenen Experimenten eigene Erkenntnisse zu gewinnen, sowie die Teamfähigkeit und Kooperation der Schüler zu fördern.
Stationenlernen
Beim Stationenlernen werden an verschiedenen Stellen im Klassenraum verschiedene Arbeitsaufträge zu einem bestimmten Thema ausgelegt. Die Stationen haben zwar einen gemeinsamen thematischen Zusammenhang, können jedoch in verschiedenen Reihenfolgen bearbeitet werden, da sie unabhängig voneinander sind und jede Station dem Schüler einen anderen Aspekt des Themas näher bringen soll. Der Vorteil des Stationenlernens ist, dass die Schüler selber nach eigenen Fähigkeiten und Interessen ihren Lernweg gestalten können. Es gibt beispielsweise Schüler, die zunächst die Aufgaben lösen, die sie für schwierig halten. Die Schüler werden durch diese Arbeitsweise zusätzlich zu selbständigem Handeln erzogen. Der Unterricht kann durch die Verknüpfung von Stationenlernen und Biologie handlungsorientiert durchgeführt werden und bietet sowohl dem Lehrer als auch dem Schüler gute Möglichkeiten die eigenen Fähigkeiten zu beobachten, bzw. jede Schülerleistung individuell beurteilen zu können.
Wir haben uns für vier Stationen plus eine Zusatzstation (Alternativ-Station) entschieden. Diese Zusatzstation bietet Kindern/Gruppen, die schnell mit der Bearbeitung fertig sind, eine weitere Möglichkeit die Zeit sinnvoll mit dem experimentieren zu nutzen. Die vier Stationen sind durch die klare Arbeitsanweisung in 45 Minuten zu bearbeiten. Durch das Arbeiten an den Stationen werden die verschiedenen Sinne der Schnecken, die den Schülern in dieser Unterrichtsstunde näher gebracht werden sollen, klar unterteilt und somit verdeutlicht.
Medien
In dieser Unterrichtsstunde werden zu jeder Station Arbeitsblätter ausgeteilt, damit jedes Kind seine eigenen Feststellungen und Beobachtungen individuell festhalten kann. Die Arbeitsaufträge wurden laminiert, da sie von vielen Schülern genutzt werden und somit ein Verschleiß vermieden werden kann.
Phasen/Schritte der Stunde
Die Stationen können in beliebiger Reihenfolge bearbeitet werden und bieten den Schülern die Möglichkeit selbständig den eigenen Lernweg zu gestalten. Die Gruppen stellen im Anschluss ihre Ergebnisse vor und haben die Möglichkeit durch die Selbstreflexion Probleme zu lösen und Fehler zu beheben. Zum Abschluss der Stunde wird noch ein Lied über Schnecken gesungen, da Grundschulkinder große Freude am Singen haben und es zudem einen guten Abschluss der Stunde bietet, zu dem sich alle Schüler noch einmal versammeln.
Ergebnissicherung/Kontrolle
Im Sitzkreis werden die Ergebnisse von allen Gruppen nacheinander vorgetragen, dies bietet dem Lehrer die Möglichkeit die Arbeit der Schüler zu kontrollieren und gleichzeitig können die Schüler ihre Ergebnisse miteinander vergleichen und reflektieren.
7. Hinweise zu den Stationen
Bei allen Experimenten ist es zunächst wichtig, den Schülern einen verantwortungsbewussten Umgang mit Lebewesen zu vermitteln. Das heißt, dass den Kindern bewusst sein muss, dass sie die Schnecken nur vorsichtig berühren und achtsam mit ihnen die Versuche durchführen müssen. Sicherheitsvorkehrungen müssen hier nicht getroffen werden.
Für alle Experimente werden Arbeitsblätter verteilt.
Versuch 1: Können Schnecken hören?
In diesem Experiment soll überprüft werden, ob Schnecken Hörsinneszellen besitzen. Dazu sollen die Schüler zunächst mit einem Xylophon Töne anschlagen, und anschließend die Schnecken anschreien. Nun soll die Reaktion der Schnecken beobachtet werden.
Als Material wird ein Xylophon bereitgestellt. Das Experiment dauert maximal 5 Minuten.
Zu erwarten ist, dass die Schnecke auf kein Geräusch reagieren wird.
Ein Problem könnte sein, dass die Schnecke zufällig auf einen anderen Reiz reagiert, der mit den Tönen nichts zu tun hat, und die Schüler somit zu Fehlinterpretationen kommen.
Dies ist aber zu verhindern, indem man den Schülern beispielsweise vorschlägt, dass jedes Kind aus der Gruppe einmal einen Ton schlagen darf. So sind Zufallsergebnisse so gut wie ausgeschlossen.
Versuch 2: Können Schnecken riechen?
Hier soll von den Schülern der Reichsinn erkannt werden. Dazu werden die Schnecken auf ein Tuch mit Essig, Parfum und Zuckerwasser gesetzt. Dabei sollen die Schüler beobachten, wohin sich die Schnecken bewegen.
Als Materialien muss Zuckerwasser hergestellt und eine Küchenrolle und Essig bereitgestellt werden. Das Experiment dauert etwa 15 Minuten.
Es ist zu erwarten, dass die Schnecken bei Essig und Parfum eine deutliche Abwehr- Reaktion zeigen werden.
Eine Alternative Fragestellung wäre, ob Schnecken schmecken können.
Versuch 3: Können Schnecken sehen?
Mit diesem Experiment soll erkannt werden, ob Schnecken über einen Sehsinn verfügen. Dazu werden sie in einen kleinen Pappkarton mit einer Öffnung gesetzt. Nun soll beobachtet werden, was die Schnecken machen.
Als Material müssen Pappkartons bereitgestellt werden. Das Experiment soll etwa 10 Minuten dauern.
Zu erwarten ist, dass sich die Schnecken stets in Richtung der Öffnung, also zum Licht hin, bewegen werden.
Eine alternative Fragestellung wäre, ob Schnecken einfach nur Hell und Dunkel unterscheiden können.
8. Stundenverlauf
Phasen | Inhaltliche Schwerpunkte | Aktionsform Lehr-/ Lernform | Medien | Didaktische Kurzerläuterung |
Einstieg
| Sinnesorgane allgemein, Hinführung/ Bezug zu den Experimenten | Mindmap, Lehrperson stellt Frage und schreibt Begriff auf, Schüler ergänzen
Sitzkreis | Plakat, Stift | Das Vorwissen der Schüler wird abgefragt, daran schließt sich der Übergang zu Sinnesorganen der Schnecke |
Erarbeitung
| Versuchsdurchführung, -auswertung und Vorbereitung der Präsentation an den Stationen | Gruppenarbeit mit Unterstützung der Lehrperson | Schnecken, Wattestäbchen, Essig, Senf, Parfum, Xylophon, Karton, Seiltanzkonstruktion; Arbeitsblätter | Schüler führen nach der vorgegebenen Versuchsvorschrift und u. Regelbeachtung die Experimente durch. Sammeln, Protokollieren und Auswerten der Ergebnisse |
Ergebnis-Sicherung und Reflexion | Präsentation der Ergebnisse, jede Gruppe trägt ihre Ergebnisse vor | Schülervorträge, ggf. Diskussion→ Moderation durch Lehrperson | Arbeitsblätter/ ggf. Folie, um Ergebnisse zu sammeln | Die Ergebnisse werden präsentiert und verglichen→ haben alle Gruppen gleiche Erkenntnisse? Fazit |
Abschluss | Ausklang der Unterrichtsstunde | Gemeinsames Singen | Liedblatt: „Schnirkel-schnecken" | Fächerübergreifende Thematisierung |
9. Quellenangaben
http://www.primolo.de/home/mollusken/page8.html
http://www.weichtiere.at/Schnecken/index.html
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