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Stoffdruck
Datum: 19. August 2009 Kommentare: 1
Zusätzliche Informationen:
Beschreibung:
Die SchülerInnen setzen sich in der Unterrichtseinheit mit der Technik des Hochdrucks, im Speziellen mit dem Hand- und Direktdruck auseinander. In dieser Stunde findet die Erprobungsphase an verschiedenen Stationen statt, an denen die Schülerinnen selbständig arbeiten. Durchgeführt in einer 3. Klasse.

Stoffdruck
1. Bedingungsanalyse
1.1 Innerschulische Bedingungen
...
1.2 Zur Situation der Klasse
Im Folgenden wird die aktuelle Situation der Klasse 3 beschrieben. Die Klasse setzt sich aus 21 SchülerInnen zusammen, davon sind 11 Mädchen und 10 Jungen. Unter den SchülerInnen befindet sich ein Schüler türkischer Herkunft.
16 SchülerInnen kommen aus N., 5 SchülerInnen kommen aus U. mit dem Schulbus zur Schule.
Insgesamt ist die Klasse aufgeweckt und aufgeschlossen und es herrscht ein angenehmes Klassenklima. Meist sind sie untereinander sehr lebhaft und man muss öfters Ruhe in die Klasse bringen. Jeder wird von der Klassengemeinschaft akzeptiert, mögliche Streitereien und Auseinandersetzungen werden sofort thematisiert und unterbunden.
Die Leistungen der SchülerInnen sind sehr unterschiedlich, wobei hier vor allem das Arbeitstempo zu nennen ist. Während einige SchülerInnen sehr schnell mit ihren zu bearbeitenden Aufgaben fertig sind, brauchen andere SchülerInnen sehr lange. Aus diesem Grund ist es wichtig, Differenzierungsmaßnahmen anzubieten, um möglichst allen SchülerInnen gerecht zu werden.
Die SchülerInnen arbeiten größtenteils sehr motiviert mit, beteiligen sich aktiv am Unterricht und haben großes Interesse an den gestellten Aufgaben.
Fast alle SchülerInnen zeigen sich an neuen Inhalten sowie am praktischen Tun sehr interessiert und motivieren sich oft gegenseitig, indem sie neue Ideen entwickeln und sich kreativ betätigen. Dabei springt die Neugier und Begeisterung Neues auszuprobieren und zu entdecken von einigen sehr motivierten SchülerInnen auf andere über.
Einzelne SchülerInnen
D. weist Defizite im motorischen Bereich auf. Dies lässt sich sowohl an seinem Schriftbild als auch an seinem Umgang mit der Schere und seinen gestalterischen Arbeiten erkennen. Gerade beim praktischen Tun braucht er sehr viel Unterstützung durch die Lehrperson. Bei Arbeitsaufträgen braucht er oft sehr lange bis er beginnt und diese dann auch beendet. Er muss oft aufgefordert werden, weiterzumachen.
Weiter ist D. ein sehr ruhiger Junge und meldet sich selten. Er ist mit seinem Nebensitzer J. befreundet, ansonsten hält er sich von den anderen Klassenmitgliedern eher fern.
T. hat öfters Schwierigkeiten, sich an Gesprächsregeln zu halten und platzt mit Äußerungen heraus, ohne zuvor aufgerufen zu werden. Neuem begegnet er zunächst sehr skeptisch und zurückhaltend. Er traut sich oft nicht zu, dass er neue Themen und Aufgabenstellungen bewältigen kann und braucht deshalb in der ersten Arbeitsphase Bestätigung durch die Lehrperson, dass er sich auf dem richtigen Weg befindet. Wenn er sich in die neue Aufgabensituation eingefunden hat und sich sicher fühlt, arbeitet er voller Freude und Eifer.
M. und S. bilden von den Leistungen her die Spitze der Klasse. Sie arbeiten vor allem beim praktischen Tun sehr selbständig und zügig. Oftmals erklären sich die beiden bereit, den anderen SchülerInnen Hilfestellungen zu geben, was ich dann gerne zulasse.
F. fällt es manchmal schwer, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren und dem Unterrichtsverlauf zu folgen. Er schaltet dann innerlich ab und sucht sich eine andere Beschäftigung, z.B. kritzelt er in sein Heft und ist dann nicht mehr bei der eigentlichen Sache.
Neben F. haben zwei weitere SchülerInnen, F. und S., erhebliche Probleme beim Lesen von Texten, z.B. von Arbeitsaufträgen.
2. Sachanalyse
Beim Stoffdruck handelt es sich um eine Technik zur Gestaltung textiler Flächen. Mit Hilfe eines Druckstocks (Stempel, Model, Walze) und flüssiger Farbe wird die Fläche des Stoffes bemustert. Mit diesem bringt man stellenweise Farbe auf den Stoff.
Das wesentliche Merkmal, das alle Drucktechniken aufweisen, ist die Möglichkeit, das Original beliebig oft, also praktisch unbegrenzt zu vervielfältigen. Dadurch kann rationell gearbeitet werden.[1] {#_ftn1}
Stoffdruckverfahren
Zunächst werden die Druckverfahren unterschieden in Hand- und Maschinendruck. Schon vor Jahrtausenden benutzten Völker stempelartige Gebilde, um ihre Vasen und Stoffe zu verschönern. Heute ist der Handdruck nur noch in einzelnen Bereichen der Volkskunst zu finden. Dieser erfolgt mit Stempeln aus verschiedenen Materialien oder Modelen. Zum Drucken kleinerer Formen werden Stempel verwendet, bei größeren Formen und Flächen verwendet man Modele.[2] {#_ftn2}
Mit der Erfindung des Buchdrucks sowie der Industrialisierung haben sich die verschiedenen Verfahren sehr schnell weiter entwickelt. Heute entstehen Drucke in Massendruckverfahren und der Maschinendruck in vielfältigen Ausführungen ist in zahlreichen Bereichen in der Industrie und im täglichen Leben zu finden.
Nach Fanio unterscheiden sich die wesentlichen Drucktechniken in Tiefdruck (z.B. Kaltnadelradierung, Kupferstich), Flachdruck (z.B. Schablonendruck, Siebdruck), und Hochdruck. Zum letztgenannten Verfahren zählt unter anderem der Materialdruck.
Der Hochdruck (genauer gesagt der Stempeldruck) gilt als die älteste Drucktechnik. Der Stempeldruck als eine Form des Hochdrucks wurde bereits vor Jahrtausenden zum Verzieren von Gefäßen benutzt, aus Japan sind Stoffmusterungen durch Druckstöcke seit ca. 225 v. Chr. bekannt.[3] {#_ftn3}
Die vorliegende Stunde beschäftigt sich mit dem Hochdruck, im Speziellen geht es um den Handdruck mit verschiedenen Stempeln.
Druckarten
Weiter kann der Hochdruck, im Speziellen der Handdruck, einer bestimmten Druckart zugeordnet werden, dem Direktdruck. Bei diesem Verfahren wird das gewünschte Muster direkt mit dem Stempel als Druckstock auf den Stoff gedruckt. Zu dieser Druckart zählt auch der Materialdruck. Dabei werden Materialien verschiedenster Art als Druckstempel benutzt.
Zu den weiteren wichtigsten Druckarten zählen der vollständigkeitshalber der Ätzdruck (ein bereits gefärbter Stoff wird stellenweise mit ätzenden Chemikalien bedruckt) sowie der Reservedruck (z.B. Schablonen- und Siebdruck).[4] {#_ftn4}
Das Material
Zum Bedrucken von Stoff, hier auf das Verfahren des Hochdrucks der Unterrichtsstunde bezogen, braucht man folgende Materialien:
Als textilen Druckgrund (aufnehmendes Objekt) eignen sich besonders gut saugfähige, glatte, gleichmäßig gewebte Stoffe aus Baumwolle (z.B. Nessel), Leinen.
Diese sollten hell und einfarbig, d.h. ohne Muster sein. Hierbei ist es wichtig, vorbehandelte Stoffe vor dem Drucken zu waschen, um diese von der Appretur zu befreien. So kann der Stoff die Farbe besser aufnehmen. Weiter sollte der Stoff vor dem Bedrucken gebügelt sein.[5] {#_ftn5}
Als Druckfarben (übertragendes Objekt) eignen sich Stoffmalfarben. Für Direktdrucke, also für den Materialdruck benötigt man dickflüssige Farben. Diesen wird für den Druck kein Wasser zugefügt.[6] {#_ftn6}
Im Hochdruck verwendet man bei kleineren Flächen Stempel als Druckstock.[7] {#_ftn7} Diese sollten eben bzw. gerade sein. Wenn die Fläche jedoch zu glatt ist, muss der Stempel etwas aufgeraut werden, da sonst die Farbe zusammenläuft. Aus diesem Grund ist der Korken als Stempel gut geeignet. Er verleiht auch dem bedruckten Gegenstand den typischen Druckeffekt.
Weiter sollten sie von relativ fester Konsistenz sein und eine Art Griff haben, um diese gut anfassen zu können.[8] {#_ftn8}
Druckvorgang
Für den Druckvorgang des Materialdrucks gibt es zwei Möglichkeiten.
1.) Es kann ein Stempelkissen aus Filz (z.B. in einen Deckel eines Einmachglases, Blumenuntersetzer) hergestellt werden. Die Farbe wird auf den Filz gegeben und anschließend wird der Stempel auf den Stoff abgestempelt. Dabei muss man ein gewisses Gespür entwickeln, nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel Farbe zu nehmen.
2.) Die Farbe kann mit einem Pinsel aufgenommen werden, den Stempel/Material damit bestrichen und danach abgedruckt werden.[9] {#_ftn9}
Durch den Gebrauch eines Stempelkissen wird die spezifische Eigenheit des Druckens gewahrt und das Druckerlebnis intensiver wahrgenommen. Grundsätzlich ist es wichtig, dass der Arbeitsplatz abgedeckt wird, z.B. mit alten Zeitungen. Außerdem sollte um die Kleidung zu schonen Schutzkleidung, z.B. Malerjacken getragen werden.
3 . Didaktische Analyse
3.1 Bezug zum Bildungsplan
Im Fächerverbund Mensch- Natur- und Kultur ist in den Leitgedanken zum Kompetenzerwerb unter anderem vermerkt, dass der Unterricht in diesem Fächerverbund auf die forschende Auseinandersetzung der SchülerInnen mit ihrer Lebenswirklichkeit zielt. Der Unterricht wird zunehmend aktiv- entdeckend, explorativ und kreativ gestaltet. Dabei werden Neugierde und Staunen geweckt und erhalten. Anhand vielfältiger praktischer Übungen wird die Grundlage geschaffen, sich gestalterisch auszudrücken.[10] {#_ftn10}
Daraus ergeben sich folgende Kompetenzen aus dem Kompetenzfeld
7. Natur macht neugierig: forschen, experimentieren, dokumentieren, gestalten:
„Die Schülerinnen und Schüler können:
- Erscheinungen der belebten und unbelebten Natur und die Erfahrungen mit ihr gezielt wahrnehmen und dokumentieren;
- Phänomene der belebten und unbelebten Natur beschreiben und begrifflich erfassen;
- Erfahrungen miteinander vergleichen und ordnen, Regelmäßigkeiten aufspüren und in anderen Kontexten wieder erkennen;"[11] {#_ftn11}
3.2 Einbettung der Unterrichtsstunde in die Unterrichtseinheit
Die Schülerinnen setzen sich in dieser Unterrichtseinheit mit der Technik des Hochdrucks, im Speziellen mit dem Hand- und Direktdruck auseinander. In dieser Stunde findet die Erprobungsphase an verschiedenen Stationen statt, an denen die Schülerinnen selbständig arbeiten und Eigenschaften
Die vorliegende Unterrichtsstunde bildet die Einführungsstunde: Eine Stationenarbeit zur Erprobung verschiedener Stempel im Hinblick auf ihre Eignung innerhalb der Unterrichtseinheit Stoffdruck. Sie leistet die Grundlage für die kommenden Unterrichtsstunden.
Block | Themen | Inhalte |
1 (1 Unterrichts-stunde) |
Materialerprobung |
- Einführung: Technik Drucken anhand von Stationen - Erarbeiten der Eigenschaften/Schwierigkeiten beim Drucken (Eignung von Stempeln/Druckstöcken) - Vermittlung der Kulturtechnik: Drucken
|
2 (ca. 2 Unterrichts-stunden)
|
Das Spurenbuch |
- Spurenbuch gestalten und Proben einkleben - Ausprobieren der mitgebrachten Materialien - Kreative Einzelarbeit zum einem Oberthema: Im Weltall |
3 (ca. 2 Unterrichts-stunden) |
Handdruck- Maschinendruck
|
- Unterschiede, Entwicklung erarbeiten - evtl. Besichtigung der Stoffdruckerei im Nachbarort
|
4 (ca. 2 Unterrichts-stunden) |
Stempel selbst herstellen |
- Herstellung von zusammengesetzten Druckstöcken (Stempel) aus Moosgummi, Schnüren - Vorbereitung für das bedruckte Werkstück |
5 (ca. 4 Unterrichts-stunden) |
Bedrucken eines Werkstückes |
- Übertragung der gelernten Technik auf einen Gegenstand (T-Shirt) -> individuelle Gestaltung eines T-Shirts
|
Innerhalb des Faches kann das Thema mit anderen Gestaltungstechniken verknüpft werden. Die Gestaltungsarbeit kann beispielsweise mit dem freien Sticken kombiniert werden. Dadurch erfahren die SchülerInnen eine weitere Möglichkeit, Textilien zu gestalten und erkennen, dass verschiedene Techniken nicht nur isoliert betrachtet werden, sondern verbunden werden können.
Weiter kann das T-Shirt zum Anlass genommen werden, das Thema Bekleidung- der Weg eines Textils, woher kommt meine Kleidung? zu verbinden oder anzuschließen.
Auch im Kunstunterricht werden Drucktechniken angewandt. Aus diesem Grund bietet sich fächerübergreifendes Arbeiten an.
1.1 Mögliche Schwierigkeiten
Es könnte sein, dass die schwächeren SchülerInnen, die vor allem beim Lesen Schwierigkeiten aufweisen, Probleme mit dem Verstehen der Arbeitsaufträgen haben könnten.
Weiter wäre es möglich, dass die SchülerInnen beim Verbalisieren ihrer Beobachtungen, insbesondere bei der Begründung Schwierigkeiten haben werden, vor allem die schwächeren SchülerInnen. Durch vorstrukturierte Sätze, die die SchülerInnen vervollständigen soll die Hemmschwelle für das Formulieren von Sätzen genommen werden. Außerdem zeigen die vorstrukturierten Sätze den SchülerInnen, in welche Richtung es geht und sie sich bewegen müssen und gibt ihnen dadurch Sicherheit und Orientierung. Gerade in der Grundschule sollte den SchülerInnen anhand von Vorstrukturierungen den Weg geebnet werden, zunehmend durch Übung die Sätze selber zu formulieren.
Bei der grünen Station geht es um den Farbauftrag. Hier könnten die SchülerInnen zunächst Schwierigkeiten haben, den Auftrag der Farbe zu regulieren und sie mehrere Anläufe brauchen. Aus diesem Grund lege ich mehr Stoffproben zu dieser Station. Ich möchte aber auch bewusst auf den Farbauftrag durch einen Pinsel, da somit das Spezifische des Druckens nicht mehr gegeben ist und die SchülerInnen den Auftrag mit dem Pinsel „besser und einfacher" empfinden könnten.
1.2 Bedeutung des Inhalts für die SchülerInnen
In unserem täglichen Leben kommen wir in vielen Bereichen sehr oft mit gedruckten Gegenständen in Berührung, z.B. Zeitung, Werbung, Bücher, Kleidung etc. Dabei wird das Bedruckte als Gestaltungsmöglichkeit oft gar nicht wahrgenommen. Bedruckte T-Shirts beispielsweise, als alltäglicher Gebrauchsgegenstand, werden getragen, ohne zu wissen bzw. sich Gedanken darüber zu machen, wie diese überhaupt gestaltet wurden.
Durch die erste Auseinandersetzung des Themas Stoffdruck werden die SchülerInnen zunächst für das Drucken an sich sensibilisiert. Dies geschieht durch die Schulung der Wahrnehmung und experimentellen Erfahrungen. Daneben sollen die SchülerInnen in dieser Einführungsstunde neben dem Erlernen des Druckens durch die aktive Auseinandersetzung und praktische Erprobung ihre Freude am Drucken entdecken.
Außerdem lernen sie mit dieser Technik eine Möglichkeit kennen, textile Flächen zu gestalten. Dadurch besitzen die SchülerInnen einen weiteren Aspekt im Repertoire, aus dem sie eine sinnvolle Freizeitgestaltung auswählen können. Auch die unmittelbare Umwelt, Gegenstände in der Wohnung, Accessoires, Textilien lassen sich zu ästhetischen, ansprechend bedruckten Gegenständen umwandeln.
Die SchülerInnen sollen zukünftig ihr Verhalten im Umgang mit bedruckten Textilien bewusst reflektieren und dies beim Kauf sowie im Umgang mit bedruckten Textilien berücksichtigen.
Weiter kennen sie so eine Möglichkeit Textilien zu gestalten und ihnen dadurch eine individuelle Note zu verleihen.
Vorkenntnisse der SchülerInnen
Erste Druckerfahrungen haben die SchülerInnen eventuell im Kindergarten, z.B. mit Kartoffel-, Kork- oder Fingerdruck auf Papier gesammelt.
Die SchülerInnen haben in Klasse 1 und 2 die Gestaltungstechnik Drucken anhand der Gestaltung eines Papierbildes mit dem Fingerdruck sowie der Gestaltung von Geschenkpapier mit Ausstecher kennen gelernt. Das Drucken auf Stoff wurde allerdings nicht behandelt und in diesem Bereich verfügen die SchülerInnen über keinerlei Erfahrung. Aus diesem Grund habe ich mich für eine einfache Druckart, den Direktdruck entschlossen.
Die SchülerInnen sollten grundlegende Lese- und Schreibfertigkeiten für die Bearbeitung der einzelnen Stationen haben.
Den SchülerInnen ist die Methode Stationenarbeit bekannt. Sie wissen, wie sich während der Stationenarbeit verhalten müssen. Auch mit dem Laufzettel können die SchülerInnen umgehen und so an den verschiedenen Stationen die Eigenschaften des Druckens erproben.
Didaktische Reduktion
In der heutigen Stunde soll der Schwerpunkt auf dem Erproben geeigneter Materialien für den Stoffdruck liegen. Dabei sollen die SchülerInnen die wichtigsten Voraussetzungen beim Drucken herausfinden. Außerdem sollen sie die Gestaltungsmöglichkeit Drucken kennen lernen und erste Erfahrungen damit sammeln.
Für diese Einführungsstunde habe ich mich für den Direktdruck entschieden, da die SchülerInnen anhand dieses einfachen Druckverfahrens das Drucken an sich kennen lernen sollen und darüber hinaus Bedingungen für dieses Verfahren anhand der Stationenarbeit erarbeiten sollen.
Stundenziele
Die SuS lernen das Stoffdruckverfahren (Hochdruck, Handdruck, Direktdruck) als eine Gestaltungsmöglichkeit von Textilien kennen. Die SuS lernen grundlegende Kriterien für den Stoffdruck. Die SuS erkennen, dass verschiedene Materialen unterschiedliche Druckergebnisse hervorrufen. Die SuS werden zur bewussten Wahrnehmung von bedruckten Textilien im Alltag sensibilisiert. Die SuS lernen Beobachtungen zu verbalisieren, dokumentieren und begründen.4. Methodische Analyse
Vorbereitung
Aus Zeitgründen habe ich vor Beginn der Unterrichtsstunde die Arbeitsplätze hergerichtet. Dazu habe ich die Gruppentische zusammengestellt und die Arbeitsflächen großzügig mit Zeitungspapier abgedeckt. Weiter habe ich die Arbeitsgeräte: Stofffarben, zugeschnittene Stoffstücke, selbst hergestellten Stempelkissen mit Farbe sowie vorstrukturierte Arbeitsblätter der jeweiligen Stationen auf den Gruppentischen verteilt. Außerdem habe ich für die Druckproben Kartons mit den Namen der einzelnen SchülerInnen versehen.
Einstieg (ca. 10 Min.)
Der Unterricht beginnt in einem bereits vorbereiteten Sitzkreis vor der Tafel. Zunächst begrüße ich die SchülerInnen und stelle ihnen unseren heutigen Besuch vor.
Als motivierenden Einstieg lege ich in die Mitte des Sitzkreises ein T-Shirt, welches ich bedruckt habe. Ich habe mich für diese Sitzweise zu Beginn der Unterrichtsstunde entschieden, da zum einen die Tische der SchülerInnen schon mit Material bedeckt sind. Zum anderen haben alle SchülerInnen einen uneingeschränkten Blick auf das Realmedium, das T-Shirt und ein. Außerdem kommt so möglicherweise ein Gespräch besser zustande.
Ich gebe den SchülerInnen kurz Zeit, das T-Shirt zu betrachten und stelle anschließend folgende möglichen Fragen:
„Wer hat denn eine Idee, wie dieses T-Shirt gestaltet wurde?"
„Wer kennt den Fachausdruck für diese textile Technik?" Die SchülerInnen äußern ihre Vermutungen und sollen dadurch selbständig auf die Gestaltungstechnik Drucken kommen.
Als Zusatzimpuls, falls die SchülerInnen nicht darauf kommen sollten, sollen die SchülerInnen das T-Shirt beschreiben. Als zweiten Zusatzimpuls lege ich lege ich einen Stempel dazu. Nachdem die Technik benannt wurde, füge ich zur visuellen Unterstützung die Wortkarte „Drucken" hinzu.
Im nächsten Schritt möchte ich die Vorerfahrungen der Schülerinnen mit dem Thema ergründen, um daraus die benötigten Materialien und Werkzeug zu erarbeiten. Einzelne SchülerInnen nennen möglicherweise erste Erfahrungen, die sie mit dem Drucken irgendwann einmal gemacht haben. Falls die SchülerInnen sich nicht an Druckerfahrungen aus Klasse 1/2 erinnern können, werde ich gezielt Impulsfragen stellen. Auch dazu werde die Begriffe Druckgrund: Stoff, Stoffmalfarbe und Druckstock: Stempel als Wortkarten unterstützend dazulegen. Dadurch bekommen die SchülerInnen einen ersten Eindruck, was zum Drucken alles benötigt wird und kommen auch mit den Fachbegriffen zum ersten Mal in Berührung.
Alternativ wäre es auch möglich gewesen anhand eines bedruckten Mustertuchs mit verschiedenen Abdrücken die dazugehörigen Stempel von den SchülerInnen zuordnen zu lassen. Dies hätte jedoch meiner Meinung nach zu viel vorweggenommen. Man hätte auch über den Stempel, also den Korken allein als Medium einsteigen können, indem die SchülerInnen zunächst den Korken erfühlen und anschließend die Technik drucken anhand eines bedruckten Tuches erarbeitet hätten.
Ich habe mich aber für das Realmedium T-Shirt entschieden, da es den Bezug zur Lebenswelt der SchülerInnen zeigt und ich in dieser Unterrichtseinheit mit den SchülerInnen als Gestaltungsarbeit ein T-Shirt bedrucken werde.
Gelenkstelle:
„Beim Drucken muss man ein paar wichtige Sachen beachten. Was genau das ist, das sollt ihr jetzt selbst herausfinden." Mit Blick auf die Stationen gerichtet, zeige ich den SchülerInnen, was sie heute erwartet und erkläre ihnen die Vorgehensweise. In diesem Zusammenhang möchte ich ihnen das Spurenbuch vorstellen, das jeder Schüler erhält und selbst gestaltet und das die SchülerInnen während dieser Unterrichtseinheit begleitet. Während der Stationenarbeit nehmen die SchülerInnen ihr Spurenbuch mit und legen ihre bearbeiteten Blätter hinein. Auch die Druckproben werden nach dem Trocknen auf die Arbeitsblätter geklebt. Durch diese Aufbewahrung werden die Druckproben sowie die Arbeit der SchülerInnen gewürdigt. Da die erstellten Druckproben Zeit zum Trocknen brauchen, sollen die SchülerInnen diese nach vorne auf die vorbereiteten Kartons auf die Bänke im Sitzkreis legen.
Obwohl den SchülerInnen die Methode der Stationenarbeit an sich bekannt ist, werde ich ihnen den genauen Ablauf erklären, da die Stationenarbeit in einer leicht veränderten Form stattfindet. Dadurch möchte ich sicher gehen, dass Ablauf für die SchülerInnen nachvollziehbar ist.
Insgesamt umfasst die Stationenarbeit 8 Stationen, wobei 3 Pflichtstationen doppelt vorhanden sind. 2 Stationen (Zusatz- und Ausweichstation) gibt es je ein Mal. Die Stationen sind nicht durchnummeriert, da sie nicht aufeinander aufbauen. Sie sind nach Farben geordnet. Weiter sind sie in Pflicht- und Wahlstationen unterteilt.
Um einen möglichst reibungslosen Beginn der Stationenarbeit zu erhalten, zieht jeder Schüler aus einem Stoffsäckchen ein Symbol (Kreis oder Blume), die in den entsprechenden Farben der Stationen gehalten sind. Dadurch wird entschieden, wer an welcher Station beginnt. Zum besseren Verständnis demonstriere ich den SchülerInnen anhand des Ziehens einer Symbolkarte, wie die Verteilung auf die Stationen funktioniert.
Es ist mir auch wichtig, den SchülerInnen klarzumachen, dass sie zwar mit zwei/drei MitschülerInnen an einem Tisch arbeiten, aber jeder in seinem Arbeitstempo in Einzelarbeit die Stationen durchläuft.
Die SchülerInnen sollen anhand des Laufzettels die einzelnen Stationen bearbeiten. Der Laufzettel dient den SchülerInnen als Orientierung und soll ihnen einen Gesamtüberblick über die Stationen geben. Sobald ein Schüler mit seiner Aufgabe fertig ist, diese auf dem Laufzettel abgehakt hat, darf er zur nächsten Station des entsprechenden Symbols gehen. An jeder Stationen sollten nicht mehr als 3 bzw. bei der anderen Gruppe 4 SchülerInnen arbeiten.
Nachdem ich den SchülerInnen die Vorgehensweise anhand des Laufzettels und durch das exemplarische Zeigen des vorstrukturierten Arbeitsblatts erläutert habe, teile ich die Laufzettel aus.
Ich weise die SchülerInnen auch auf die Zeit hin, die sie insgesamt für die Stationenarbeit zur Verfügung haben. Innerhalb der vorgegebenen Zeit, teilen die SchülerInnen diese selbst ein Zeit. Da die SchülerInnen in Einzelarbeit die Stationen bearbeiten, können sie so ihr Lerntempo selbst bestimmen, wodurch eine Differenzierung stattfindet. Eine weitere Differenzierung erfolgt durch die Unterteilung in Pflicht- und Wahlstationen. Schnelle SchülerInnen, die mit den Pflichtstationen bereits fertig sind, bearbeiten die Zusatzstation. Für den Fall, dass es an den einzelnen Stationen Stau geben sollte, habe ich eine Ausweichstation vorbereitet. Diese kann auch als Puffer verwendet werden. Die Zusatz- und Ausweichstation können von beiden Gruppen bearbeitet werden.
Außerdem mache ich die SchülerInnen noch auf die Verhaltensregeln im Umgang mit den Stofffarben und dem Material aufmerksam und bitte sie unbedingt ihre Malerjacken anzuziehen. Diese sind:
- Stempelkissen und Material bleiben an der entsprechenden Station
- Auf die Kleidung achten, da sich Stoffmalfarben auf der Kleidung nicht mehr entfernen lassen
- evtl. Farbkleckse auf dem Boden sollen sofort mit dem Lappen entfernt werden
- Hände waschen nach dem Drucken
Weiter weise ich die SchülerInnen noch darauf hinweise, dass sie die Stempel nach ihrem Druck/Gebrauch mit den Lappen, die auf den Tischen liegen, kurz abputzen sollen, damit die nächsten SchülerInnen wieder saubere Materialien zum Drucken haben.
Arbeitsphase (ca. 15-20 Min.)
Nachdem ich den SchülerInnen die Vorgehensweise der Stationenarbeit sowie die Verhaltenregeln erklärt habe, beginnt die Arbeitsphase. Ich bitte die SchülerInnen, leise ihre Malerjacken zu holen und anschließend an die jeweilige Station zu gehen.
In dieser Phase erproben die SchülerInnen anhand der Aufgabenstellungen, die sich an den einzelnen Stationen befinden, die Eigenschaften, die beim Stoffdruck zu beachten sind. Hierbei steht das Erproben und Bewerten des Druckmaterials im Vordergrund. Die SchülerInnen arbeiten weitestgehend selbständig. Währenddessen gehe ich zu den einzelnen SchülerInnen und gebe ihnen, wenn nötig, Hilfestellungen und Impulse.
Nachdem eine Station bearbeitet ist, haken die SchülerInnen diese auf ihrem Laufzettel ab. Außerdem sollen sie die vorstrukturierten Sätze auf den Arbeitsblättern vervollständigen. Diese sollen ihnen bei der anschließenden Besprechung helfen, ihre Beobachtungen und Erfahrungen zu verbalisieren.
Durch die Bearbeitung der Pflichtstationen sollen die SchülerInnen wichtige Kriterien für den Stoffdruck erarbeiten. Bei der Zusatzstation sollen sie den Sinn bzw. die Funktion des Druckens herausfinden. Da diese Station eine Weiterführung darstellt, gehört sie nicht zu den Pflichtstationen und soll auf den anderen Stationen aufbauend als Zusatzstation bearbeitet werden.
Bei der Ausweichstation geht es darum, eine weitere einfache Form des Handdrucks, der Fingerdruck, zu erproben. Da die SchülerInnen diese Druckart möglicherweise noch aus Klasse 1/ 2 kennen, können sie sich diese wieder ins Gedächtnis rufen und ausprobieren. Der Einfachheit halber und um die SchülerInnen nicht zu verwirren, habe ich auf dem Laufzettel nur die Unterteilung in Pflicht- und Wahlstationen vorgenommen. Ich habe ihnen aber in der Einstiegsphase bereits erklärt, wann sie die Ausweich- bzw. Zusatzstation bearbeiten sollen.
Kurz vor Ende der Arbeitsphase (ca. 3 Min.) setze ich die Klangschale ein, um die Aufmerksamkeit der SchülerInnen zu erhalten. Ich teile ihnen mit, wie lange sie noch Zeit haben. Dadurch haben die SchülerInnen die Möglichkeit aus der Arbeitsphase langsam herauszukommen.
Mit einem zweiten akustischen Signal der Klangschale beende ich die Arbeitsphase und erkläre den SchülerInnen die anschließende Aufräumphase.
Alternativ hätten die SchülerInnen zu Hause verschiedene Gegenstände für das Drucken mitbringen können, die sie in Gruppenarbeit ausprobieren hätten können.
Dies hätte meines Erachtens jedoch zu viel vorweg genommen. Aus diesem Grund habe ich mich für diese Arbeitsphase entschieden. Da die SchülerInnen in dieser Unterrichtsstunde den Stoffdruck kennen lernen sollen und für sich erste Erfahrungen sammeln, habe ich die Methode der Stationenarbeit gewählt.
Aufräumphase (ca. 5 Min.)
Um den Ablauf des Aufräumens so reibungslos wie möglich zu gestalten, habe ich auf dem Pult verschiedene Schachteln aufgestellt, in die die benötigten Materialien sortiert werden. Zur schnelleren Übersicht habe ich Wortkärtchen der verschiedenen Materialien an die dazugehörige Schachtel geklebt. Dadurch sehen die SchülerInnen sehr schnell, welches Material in welcher Schachtel gesammelt wird.
Die SchülerInnen räumen die Station auf, an der sie zuletzt gearbeitet haben. Dazu soll ein Schüler die Zeitungen und Stationsschilder aufräumen, ein Schüler bzw. 2 SchülerInnen die Stempelkissen/das Material und ein Schüler die Lappen und restlichen Stoffproben aufräumen. Wer was aufräumt, müssen die SchülerInnen eigenverantwortlich regeln. Anschließend legen sie ihren Karton mit den Stoffproben auf ihren Platz, räumen ihre Malerjacken auf und setzen sich leise in den Sitzkreis.
Ergebnissicherung (ca. 10 Min.)
Für die Ergebnissicherung habe ich mich wieder aus den oben genannten Gründen für den Sitzkreis vor der Tafel entschieden.
Ich lege das T-Shirt, das ich als Einstieg in diese Unterrichtsstunde gewählt habe, ein zweites Mal in die Mitte des Sitzkreises. Auf dem T-Shirt variiert der Farbauftrag der Abdrücke, die Abdrücke sind immer schwächer werdend gedruckt und es sind auch die Abdrücke der verschiedenen Gegenstände der Stationenarbeit zu sehen.
Die SchülerInnen sollen nun zunächst das T-Shirt betrachten. Anschließend stelle ich ihnen folgende Frage: „Was fällt euch auf, wenn ihr das T-Shirt anschaut?"
Durch den Rückgriff, also das erneute Betrachten des T-Shirts als Realmedium, sollen die SchülerInnen animiert werden, ihre ersten Erfahrungen und Ergebnisse der Stationenarbeit zu verbalisieren.
Um ein Unterrichtsgespräch besser entstehen zu lassen, benutze ich als Hilfestellung und Impulse Wortkarten, die ich je nach Verlauf einsetze und dadurch die Ergebnisse der Stationenarbeit festhalte. Dazu habe ich folgende Wortkarten vorbereitet:
Ein geeigneter Stempel muss...
gut anzufassen sein eine gerade/ebene Abdruckfläche haben ziemlich fest seinFarbauftrag:
nicht zu viel und nicht zu wenig für jeden Abdruck Farbe auf den Stempel gebenAnschließend teile ich den SchülerInnen noch das weitere Vorgehen innerhalb der Unterrichtseinheit mit und nenne ihnen auch deren Höhepunkt, die Gestaltungsarbeit (T-Shirt).
Nachdem wir gemeinsam die Kriterien für das Drucken erarbeitet und besprochen haben, erläutere ich den SchülerInnen die Hausaufgabe:
Jeder Schüler soll zu Hause auf Spurensuche gehen und Gegenstände suchen, mit denen man drucken kann. Dabei sollten sie auch die erarbeiteten Kriterien beachten.
Durch diese Hausaufgabe sollen die SchülerInnen das Gelernte weiterführen und Gegenstände in ihrer Umwelt bewusst wahrnehmen.
Nach der mündlichen Erklärung teile ich den SchülerInnen die Hausaufgabe zusätzlich in schriftlicher Form aus und sammle gleichzeitig das Spurenbuch ein.
Zum Abschluss bedanke ich mich bei den SchülerInnen für ihre Mitarbeit. Ich verabschiede sie und wünsche ihnen einen schönen Tag.
6. Literaturverzeichnis
Albisser-Stierli, Ester; u.a. (2002): Textiles Gestalten 1. Auer Verlag, Donauwörth Elsner, Helga (2003): Textil Themenbuch. Tipps und Ideen für Schule und Freizeit. ALS-Studioreihe 769. ALS-Verlag, Dietzenbach Fanio, Ulrike; u.a. (2006): Textiles Gestalten. Unterrichtseinheiten mit Kopievorlagen für die 5./6.Klasse. Persen Verlag, Hamburg Jöhle-Gutmacher (1995): Textilstunde II, 46. ALS-Verlag, Dietzenbach Krebs, Doris (2007): Textilgestaltung. Staubfänger - Nein, danke! BVK Buch Verlag Kempen, Kempen Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (2004): Kultus und Unterricht Bildungsplan Grundschule. Neckar-Verlag, Villingen-SchwenningenQuelle der abgeänderten Unterrichtsmaterialien für die Stationenarbeit aus:
Fanio, Ulrike; u.a. (2006)): Textiles Gestalten. Unterrichtseinheiten mit Kopievorlagen für die 5./6.Klasse. Persen Verlag, Hamburg[1] {#_ftnref1} vgl. Fanio 2006, S.90
[2] {#_ftnref2} vgl. Albisser-Stierli 2002, S.208
[3] {#_ftnref3} vgl. Fanio 2006, S.90
[4] {#_ftnref4} vgl. Krebs 2007, S.175
[5] {#_ftnref5} vgl. Elsner 2003, S.42
[6] {#_ftnref6} vgl. Krebs 2007, S.177
[7] {#_ftnref7} vgl. Jöhle-Gutmacher 1995, S.2
[8] {#_ftnref8} vgl. Fanio 2006, S.92
[9] {#_ftnref9} vgl. Elsner 2003, S.44
[10] {#_ftnref10} vgl. Bildungsplan 2004, S.97/98
[11] {#_ftnref11} Bildungsplan 2004, S.107
Kommentare (1)
Interessant wären hier die Stationen gewesen...diese fehlen leider komplett...Schade!











