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Wir erleben Staffelspiele mal anders

Wir erleben Staffelspiele mal anders
Unterrichtsentwurf
Datum: 31. August 2009 Autor: jul_iane Kommentare: 0

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Beschreibung:

Staffelspiele im Schwimmunterricht eines 2. Schuljahres.


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Wir erleben Staffelspiele mal anders


Wir erleben Staffelspiele mal anders

Thema der Unterrichtsreihe: Spielen im Wasser unter der pädagogischen Perspektive kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen als Beitrag zur spielerischen Auseinandersetzung mit dem Element Wasser.

Thema der Unterrichtsstunde: Wir erleben Staffelspiele mal anders - Entwicklung der Kooperationsfähigkeit und Geschicklichkeit im Wettkampfspiel

1 Einordnung der Unterrichtsstunde in die Unterrichtsreihe

1. Wir spielen Fangspiele im Wasser

2. Wir tauchen und spielen dabei

3. Wir erleben Staffelspiele mal anders - Entwicklung der Kooperationsfähigkeit und Geschicklichkeit im Wettkampfspiel

4. Wir spielen Ballspiele ohne uns abzuwerfen

2 Lernzielformulierungen

Schwerpunktziel der Unterrichtsstunde

Die Kinder erproben in der Wettkampfsituation verschiedene Möglichkeiten des Transportes unterschiedlicher Materialien und entwickeln durch kooperatives Verhalten und gemeinsame Absprachen geeignete Lösungen, zum Ziel zu kommen. (Sozial- und Sachkompetenz)

 

Lernchancen in der Unterrichtsstunde

Selbstkompetenz:

Die Kinder haben die Möglichkeit, ihre konditionellen (Ausdauer) sowie koordinativen (Schwimmtechnik) Fähigkeiten zu erproben und zu verbessern.

 

Sachkompetenz:

Die Kinder haben die Möglichkeit, ihre bisherigen Erfahrungen mit Staffel- und Wettkampfspielen aus dem Sportunterricht zu vertiefen und zu verändern.


3 Didaktische Verankerung mit dem Lehrplan

 

Inhaltsbereich (4)

Bewegen im Wasser - Schwimmen

Das Wasser als Spielraum nutzen

 

 

Pädagogische Perspektive (E)

Kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen

 

Wir erleben Staffelspiele mal anders -

Entwicklung der Kooperationsfähigkeit und Geschicklichkeit im Wettkampfspiel

 

Grundsätze der

Unterrichtsgestaltung

Individualisieren und Integrieren

 

Prinzipien eines erziehenden

Unterrichts

Erfahrungs- und Handlungsorientierung

3 Lernausgangslage

Allgemeine Lernausgangslage

Die Lerngruppe besteht zum großen Teil aus bewegungsbegeisterten Schwimmern, was sich vor allem darin äußert, dass sie gern im Wasser spielen und experimentieren. Lediglich .... fühlen sich häufig noch unsicher, wenn sie Wasser ins Gesicht bekommen und längere Strecken schwimmen sollen. Zu diesem Zeitpunkt sind die elementaren Schwimmtechniken in grober Form ausgeprägt und können im Verlauf dieser Unterrichtsreihe auf spielerische Art angewandt und vertieft werden. Das Springen ist im Lehrschwimmbecken nicht möglich, weshalb diese Fertigkeit nicht geübt werden kann.

... ist der einzige Nichtschwimmer in der Lerngruppe. Er hat aber damit begonnen, sich auf das Wasser zu legen und seine Angst vor dem Untergehen zu bewältigen. Das Tauchen hingegen bereitet ihm weniger Probleme. Da der Schwimmunterricht in dieser Lerngruppe ganzheitlich vermittelt wird, trägt .... keine Schwimmhilfe. Er wird angehalten, sich vorwiegend in Beckenrandnähe aufzuhalten und die gegebenen Aufgaben dort zu erledigen.

Besondere Beachtung kommt .... zu, der gehörlos geboren wurde, aber ein implantiertes Hörgerät trägt. Beim Schwimmen jedoch muss er es ablegen, so dass er während des Unterrichts nichts hören kann. Um diese schwierige Situation auch für ihn zu erleichtern, gibt es die Absprache, ihm den Unterrichtsinhalt im Bus auf dem Weg zum Schwimmbad zu erklären. Außerdem existiert ein Repertoire an Handzeichen, die die grundlegende Verständigung im Wasser ermöglichen (siehe Anhang). Hinzu kommt, dass er von den Lippen abliest und auf das Verhalten der anderen Kinder achtet und reagiert.

 

Sozialverhalten

Das Sozialverhalten in der Lerngruppe ist geprägt von gegenseitigem Respekt, Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme. Lediglich ... hat einen Außenseiterstatus, mit dem er nicht nur im Sportunterricht zu kämpfen hat. Die Konstellation von Mädchen und Jungen in Partnerarbeit werden von den Kindern eher begrüßt als abgelehnt.

 

Methodenkompetenz

Die Kinder sind eine freie und kreative Unterrichtsgestaltung gewöhnt. Sie erproben jegliche Schwimmtechniken gern in Partner- und Gruppenarbeit. Bei der Zusammenstellung von Gruppen wählen sich die Kinder meist von selbst zu, was in dieser Lerngruppe aufgrund der geförderten Selbständigkeit als eine sehr bereichernde Methode anzusehen ist, da sie funktioniert.

 

Sachstruktureller Entwicklungsstand

In den vorausgegangenen Unterrichtseinheiten haben sich die Kinder mit dem Erlernen der Grobformen des Kraul- und Rückschwimmens und dem Erlernen und Vertiefen des Tauchens auseinandergesetzt. Die Technik des Brustschwimmens brachten die Kinder als Vorerfahrung in den Unterricht mit ein. Die vorliegende Unterrichtsreihe soll an dieser Stelle anknüpfen. Es kommt in der spielerischen Gestaltung der Unterrichtseinheiten darauf an, dass die Kinder ihre bisher erlernten Fähigkeiten in einem anderen Kontext anwenden und vertiefen. Jedoch soll hierbei nicht in erster Linie die vollständig korrekte Ausführung der Schwimmtechniken im Vordergrund stehen, sondern das Spielerlebnis im Wasser.

4 Begründungszusammenhänge

Sachstruktureller Hintergrund

Im Hinblick auf einen freudvollen und schülergerechten Schwimmunterricht sollte auf Spiele im Wasser nicht verzichtet werden. Sie ermöglichen eine vielfältige Bewegungserfahrung und kinästhetische Wahrnehmungen, wobei außerdem die Sicherheit und Gewandtheit im Wasser leichter zunimmt. Die Kinder können bei allen Spielen im Wasser in die Regelgestaltung integriert werden, so dass eventuelle Regelveränderungen zu einem interessanteren und effektiveren Spielgeschehen führen (vgl. LASPO, S. 204). Besonders Schwimmstaffeln erwecken Schwimmfreude. Dazu müssen sie aber pädagogisch sinnvoll geleitet und gut organisiert sein. Häufig handelt es sich um Transportstaffeln, bei denen mit verschiedenen Materialien etwas auf dem Wasser transportiert und nach einem Ablöseprinzip übergeben wird. In der vorliegenden Stunde handelt es sich um eine Umkehr- oder Wendestaffel, bei der sich alle gebildeten Gruppen auf einer Beckenseite befinden. Hier muss auf die gegenüberliegende Seite und wieder zurück geschwommen werden (vgl. LASPO, S. 206). Bei vielen Staffeln müssen die Mannschaften eine bestimmte Aufgabe erledigen, wie hier zum Beispiel einen Becher mit Wasser gefüllt, ohne ihn festzuhalten, auf einem Schwimmbrett von einer Beckenseite zur anderen zu transportieren und da das Wasser in einem Behältnis zu sammeln bis der Tischtennisball herausfällt. Ein großer Vorteil dieser Aufgabe besteht darin, dass nicht generell die physisch stärkste Mannschaft zum Erfolg kommt, sondern durch Geschicklichkeit und Einfallsreichtum ein schwächeres Team gewinnen kann (vgl. Lange & Sinning, S. 49).

Didaktische Begründung

Die vorliegende Unterrichtseinheit kann dem Inhaltsbereich 4 „Bewegen im Wasser - Schwimmen" zugeordnet werden. In der geplanten Stunde steht das wettkämpferische Spielen mit unterschiedlichen Materialien im Wasser im Mittelpunkt. Die Kinder erhalten die Aufgabe, sich in zwei unterschiedlichen Staffelspielen, die Kooperation und Geschicklichkeit fördern sollen, zu beweisen. Die Stunde unterliegt dem Aufgabenschwerpunkt, „das Wasser als Spielraum zu nutzen" (Lehrplan, S. 20). Dabei können sowohl verschiedene Möglichkeiten des Bewegens im Wasser als auch das Nutzen unterschiedlicher Materialien im Wasser erprobt werden. In Folge dessen lernen die Kinder die Eigenschaften und Wirkungen des Wassers in Wechselbeziehung zum eigenen Körper zu nutzen und zu reflektieren (vgl. ebd.).

„Wasser ist ein Bewegungsraum, in dem Kinder Bewegungsaktivitäten durchführen und Bewegungserfahrungen sammeln, die ausschließlich in diesem Element möglich sind" (Lehrplan, S. 10). In dieser Verbindung steht das Staffelspiel, bei dem es zudem noch auf Geschicklichkeit im Wasser ankommt. Es nimmt in diesem Zusammenhang einen anderen Stellenwert ein, denn es ist nicht mehr notwendig, der schnellste Läufer zu sein, sondern die Wirkung des Elementes Wasser muss richtig eingesetzt werden.

Die pädagogische Perspektive der vorliegenden Stunde ist die Perspektive E „Kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen". Die Kinder sollen lernen, dass es besser ist, in seiner Mannschaft miteinander zu agieren, damit sie ein erfolgreiches Ergebnis erzielen können. Dazu spielen sie in kleinen Gruppen und die Kinder haben die Aufgabe, sich beim Erproben gegenseitig zu beraten und zu helfen. Da die einzelnen Gruppen vorerst eigene Erfahrungen mit ihrem Vorgehen machen sollen und anschließend andere Lösungswege erproben, basiert die Unterrichtsstunde auf dem Prinzip des erziehenden Unterrichts „Erfahrungs- und Handlungsorientierung".

Den Grundsatz der Unterrichtsgestaltung stellt das „Individualisieren und Integrieren" dar. Dabei geht es in erster Linie darum, dass die Kinder durch das eigene Erproben neuer Lösungswege des Transportes individuelle Ideen sammeln und einen Einblick in die Wirkung und den Nutzen von Bewegungsaktivitäten anderer bekommen und für sich als hilfreich erkennen, um diese dann später im Spiel entsprechend umzusetzen. Diese Erfahrungen werden den Kindern in der Zwischenreflexion bewusst, so dass sie das erlebte Bewegungshandeln und die Erkenntnisse ins gemeinsame Spiel integrieren können.

Methodische Begründung

Der Beginn der Schwimmstunde erfolgt aus Sicherheitsaspekten so, dass die Kinder, die bereits fertig sind mit duschen, sich zwar bereits im Wasser, allerdings lediglich auf der Treppe, aufhalten dürfen. Sind alle Kinder auf der Treppe angekommen machen sie zusammen das Anfangsritual „Noodle-Treiben", wofür sie sich in Rückenlage auf der Treppe festhalten und durch kräftige gemeinsame Beinschläge die Poolnoodle an den Beckenrand treiben. Diese Übung ist nicht nur ein kurzes Aufwärmprogramm für einige Kinder, sondern stimmt alle auf das Element Wasser ein. Damit die Kinder wissen, was sie in dieser Stunde erwartet, gebe ich ihnen einen kurzen Überblick über die Stunde. Dafür sammeln sie sich eng aneinander gesetzt auf der Treppe. Diese Position ist ohnehin der ihnen bekannte Treffpunkt nach Ertönen des Signals der Pfeife. So müssen die Kinder nicht ständig das Wasser verlassen und fangen weniger schnell an zu frieren.

Generell werden die Staffeln der vorliegenden Stunde quer im Becken gespielt, so dass die Wege nicht zu lang werden. Sebahattin muss auf einer der beiden Seitenbahnen am Beckenrand schwimmen, gehen, etc., damit der die Möglichkeit hat, sich stets festzuhalten. Die Entscheidung die erste Staffel, den Ball in einem Ring auf einem Schwimmbrett zu transportieren, auf Schnelligkeit zu spielen, ist mit dem weiteren Verlauf der Unterrichtsstunde zu begründen. Da die Kinder bei dieser Staffel noch nicht so vorsichtig mit dem Transportgut umgehen müssen, weil es sicherer auf dem Brett liegt, können sie sich eher auf den Aspekt Schnelligkeit konzentrieren. Bei der folgenden Staffel „Wasserstandsanzeige" wird ein anderes Ziel festgelegt. In dem Behältnis auf der gegenüberliegenden Beckenseite befindet sich ein Tischtennisball. Dieser soll durch das Sammeln von Wasser mit den zu transportierenden Bechern herausfallen, indem das Wasser immer höher ansteigt. Das Wasser im Transport-Becher darf nur aus dem Start-Eimer, welcher auch den Wechselpunkt darstellt, genommen werden und bei Umkippen des Bechers nicht unterwegs aufgefüllt werden. Das Herausbekommen des Tischtennisballes stellt für die Kinder noch einmal einen ganz anderen Anreiz dar, als wenn sie nur auf Zeit oder gegeneinander schwimmen müssten. Hier kommt es demnach nicht in erster Linie auf die Schnelligkeit an. Vielmehr steht jetzt die Geschicklichkeit im Vordergrund. Die Stunde sieht es vor, dass die Kinder in einer ersten Runde durch die Festlegung nur weniger Regeln von Seiten der Lehrkraft wieder auf Schnelligkeit spielen werden. Es ist wichtig, dass nicht festgelegt ist, ob jedes Kind gleich häufig schwimmen muss, weil dies die Freiheiten in der Erprobungsphase erheblich erweitert. Da die erste Runde der Staffel erwartungsgemäß aber nicht zu dem gewünschten Erfolg führt, sollen die Kinder in der anschließenden Erprobungsphase versuchen, geeignete Wege zu finden, den Tischtennisball so schnell wie möglich aus dem Behältnis zu bekommen. Dazu besprechen die Gruppenmitglieder untereinander ihre Ideen, was starke Kooperation erfordert. Die darauf folgende Zwischenreflexion soll die Ideen der Kinder thematisieren und so allen Kindern die Chance geben, noch andere Möglichkeiten in die zweite Runde der gleichen Staffel mit einzubinden. Danach soll kurz besprochen werden, ob die umgesetzten Lösungswege zu besseren Ergebnissen geführt haben oder nicht. Abschließend erfolgt das Abschlussritual „Poolnoodle-Treiben" in Bauchlage, damit die Kinder auch am Ende der Schwimmstunde ein gemeinsames schönes Erlebnis haben. Danach werden die Kinder in die Dusche und Umkleide geschickt.

5 Unterrichtsverlauf

Phase

Unterrichtsgeschehen

Kommentar

Medien/ Sozialform

Einstieg

Anfangs-Ritual: Poolnoodle-Treiben in Rückenlage

Einstimmung auf das Element Wasser

Poolnoodle

Begrüßung

Verlaufstransparenz

 

Treppe

Einstieg in den

Hauptteil

Erklärung der Spielaufträge:

„Wir wollen Transportstaffeln mal anders spielen".

Durch die einzelnen Spielaufträge sollen die Kinder zielorientiert im Wasser handeln.

Treppe

Hauptteil 1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwischen-reflexion

 

Hauptteil 2

- Die Kinder wählen sich zu 5 Gruppen zu und spielen unter

Berücksichtigung der von der Lehrkraft vorgegebenen

Regeln des Spielauftrages die erste Staffel.

 

- Die Kinder bekommen den nächsten Spielauftrag und

spielen unter Berücksichtigung der von der Lehrkraft

vorgegebenen Regeln die zweite Staffel.

 

- Die Kinder erhalten eine Erprobungsphase, um bessere

Ergebnisse zu erzielen. Hier herrscht keine

Wettkampfsituation. Lehrer beobachtet und gibt ggf.

Hilfestellung.

- Die Kinder zeigen in der Zwischenreflexion ihre Ideen.

 

- Die Kinder bekommen erneut den Spielauftrag

„Wasserstandsanzeige", wobei sie nun ihre Lösungen mit

einbringen.

„Balltransport" mit Brett auf Zeit im Wettkampf.

Intention: Spiel auf Schnelligkeit

 

 

„Wasserstandsanzeige" Wer es zuerst schafft, den Tischtennisball aus dem Behältnis zu bekommen, hat gewonnen. Intention: Schnelligkeit aus dem vorangegangenen Spiel

 

 

Kinder suchen nach Lösungen

 

 

 

 

Kinder erzielen voraussichtlich bessere Ergebnisse als zuvor.

 

Brett, Ring, Ball

 

 

Brett, Becher, Eimer, Behältnis, Tischtennisball

 

Gruppen-aktivität

Reflexion

 

 

Auf Signal sammeln sich alle Gruppen auf der Treppe und berichten über ihre Erfolge oder Misserfolge.

Kurze Meldekette.

Die Kinder berichten von ihren eventuellen Verbesserungen im Spielgeschehen.

Treppe

Schluss

Abschluss-Ritual: Poolnoodle-Treiben in Bauchlage

Ausklang der Schwimmstunde

Poolnoodle

6 Literaturverzeichnis

Bayerische Landesstelle für den Schulsport (2007). Schwimmen unterrichten. Grundwissen und Praxisbausteine. Donauwörth: Auer Verlag GmbH. Lange, A. & Sinning, S. (2005). Spiele im Wasser. Wiebelsheim: Limpert Verlag GmbH. Ministerium für Schule und Weiterbildung Nordrhein-Westfalen (2008). Lehrplan Sport für die Grundschulen des Landes Nordrhein-Westfalen.


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