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Pablo Picasso - Bildnis Dora Maar
Datum: 01. September 2009 Kommentare: 0
Zusätzliche Informationen:
Beschreibung:
Unterrichtsentwurf für das Fach Kunsterziehung: Annäherung an das Bildnis Dora Maar von Pablo Picasso durch Eigenproduktion. Durchgeführt in einer 3. Klasse.

Pablo Picasso - Bildnis Dora Maar
Pablo Picasso - Bildnis Dora Maar
1. Sachanalyse
1.1.Pablo Picasso: Leben und Werke
Pablo Picasso wurde am 25. Oktober 1881 in Malaga, Spanien geboren. Bereits Picassos Vater war Maler und so verwundert es nicht, daß die Eltern die offensichtliche, künstlerische Begabung des jungen Pablo förderten. 1895 trat der junge Pablo Picasso in die Kunstschule in Barcelona ein, wobei er die ersten Klassen aufgrund seines herausragenden Könnens gleich übersprang. Mit 15 Jahren hatte das Wunderkind bereits sein erstes Atelier in Barcelona und seine ersten Bilder wurden ausgestellt.
Blaue Periode (ca. 1901-1905)
1900 und 1901 besuchte der junge Künstler mehrfach die Kunstmetropole Paris. Dort lernte er die Arbeiten der Impressionisten Cézanne, Degas und Toulouse-Lautrec kennen, die ihn sehr beeindruckten und ihn zu Bildern von Außenseitern der Gesellschaft wie Bettlern, Obdachlosen und einsamen Menschen inspirierten.
In der Blauen Periode entwickelte Picasso erstmals seinen eigenen Malstil. Schwermütige Figurenbilder in verschiedenen Blautönen sind kennzeichnend für diese Bilder; die Gemälde sind geprägt von tiefer Traurigkeit.
Der Freitod eines engen Freundes initiierten Picassos Auseinandersetzung mit dem Tod. Diese drückte er in seinen Themen und vor allem in der blauen Farbgebung aus. Bilder wie „La Vie" (1903) oder „Die Armen am Meeresstrand" (1903) sind signifikant für diese Periode.
Rosa Periode (ca. 1905-1907)
Ab 1905 beginnen rosa Farbtöne in Picassos Werken vorzuherrschen. Er besuchte in diesem Jahr Holland und lernte Gertrude Stein kennen. In dieser Phase zelebrierte Picasso geradezu Schönheit. Im Vergleich zur Blauen Periode gibt es nur noch wenig Melancholie in seinen Werken, das Blau weicht dem Hintergrund. Das klassische Schönheitsideal prägte nun die Thematik und Farbe seiner Werke. Besonders Harlekins, Gaukler und Seiltänzer zählen zu seinen Bildmotiven. Der „süße Schmerz" ist ein immer wieder kehrender Ausdruck in seinen Bildern. Zu den wichtigsten Werken aus dieser Zeit zählen „Frau mit Krähe" (1904) und „Gauklerfamilie" (1905).
Kubismus (ca. 1907-1920)
Die folgende künstlerische Phase ist die des Kubismus. In einer radikalen Geometrisierung malte Picasso seine Motive wie in Umrissen oder aus Teilstücken zusammengesetzt. Zu dieser Zeit wird George Braque sein Freund, dessen kubistischen Gemälde denen Picassos nahezu zum Verwechseln ähnlich sind.
Die kubistische Kunst kann als eine Art Zerlegungsprozess verstanden werden. Zur Darstellung der Motive wird keineswegs nur der Würfel benutzt, sondern auch andere geometrische Formen wie Kugel, Kegel und Zylinder. Eine charakteristische Abkehr von der traditionellen Sichtweise ist zudem die Simultanansicht: Ein Objekt wird so dargestellt, als sähe man es von allen Seiten gleichzeitig.
Während seiner kubistischen Phase hatte Picasso 1909 seine erste Ausstellung in München in der Galerie Tannhäuser.
Klassizismus und surrealistische Einflüsse
Im Jahr 1917 unternahm Picasso eine Italienreise, die ihn allmählich vom Kubismus entfremdete und wieder mehr zu einer realistischen Darstellung der Motive führte. In Rom lernte er die Tänzerin Olga Koklowa kennen, die er 1918 heiratete. In den folgenden Jahren finden sich auf vielen seiner Bilder seine Frau Olga und ihr 1921 geborener Sohn Paul.
1927 lernte er Marie-Therese Walter kennen, die später seine zweite Ehefrau wurde. Die dreißiger Jahre beschrieb der Künstler selbst als schlimmste Zeit seines Lebens, da ihn die privaten Probleme und die Scheidung von seiner ersten Frau und die gleichzeitige Schwangerschaft seiner Geliebten und späteren zweiten Ehefrau Marie-Therese beschäftigten. Auch diese zweite Ehe scheiterte. Das Bildnis „Dora Maar" (1937) zeigt in der typischen Portraitkunst Picassos seine nächste Lebensgefährtin, der noch einige folgen sollten.
Während der Kriegsjahre, die der Maler in Frankreich verbrachte, entstand sein berühmtestes Gemälde „Guernica" (1937), mit dem er Schrecken und Greuel der Bombardierung des Dorfes Guernica verarbeitete.
Spätwerk nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach Kriegsende zog Picasso zunächst in die Provence, 1955 dann in die Nähe von Cannes. 1958 kaufte er Schloss Vauvenargues bei Aix-en-Provence. Auch in seinem Spätwerk finden sich viele Frauen-Portraits seiner jeweils aktuellen Lebensgefährtin.
1972 malte Picasso sein letztes Selbstportrait. Er starb am 3. April 1973 und wurde im Garten seines Schlosses begraben.
1.2 Bildnis Dora Maar (1937)
1936 lernte Picasso die jugoslawische Fotografin Dora Maar kennen, die in den 1940er Jahren seine ständige Begleitung wurde.
Das Bildnis „Dora Maar" aus dem Jahre 1937 zeigt eine für Picasso und alle seine Frauenbilder typische Art, ein Gesicht zu malen: Der Kopf der Frau ist zwar im Profil dargestellt, gleichzeitig sind jedoch beide Augen zu sehen. Diese Form des Portraits findet sich so häufig in Picassos Werken, dass sie einen Wiederkennungseffekt besitzen.
Typisch für die Entstehungszeit dieses Portraits ist die Farbwahl. Kräftige Farben unterstützen die Mehrperspektivität des Gemäldes und zwingen den Betrachter zu einer genauen Analyse der dargestellten Perspektive.
Bilder im gleichen Stil sind das zur Zeit des Kubismus entstandene Gemälde „Interieur mit zeichnendem Mädchen" (1935)oder auch „Die weinende Frau" (1937)und „Dora Maar au chat" (1941). Letzteres wurde im Mai 2006 als damals zweitteuerstes Gemälde der Welt für 95,2 Millionen Dollar in New York versteigert.
2. Unterrichtsbeispiel
2.1 Einordnung in den bayerischen Lehrplan
Die Unterrichtsstunde „Pablo Picasso - Bildnis Dora Maar" ordnet sich in den bayerischen Grundschullehrplan 2000 im Fach Kunsterziehung (3. Jahrgangsstufe) wie folgt ein:
Welt der Kunst - Botschaften der Meisterwerke
3.6 Künstler auf neuen Wegen
2.2 Einordnung in die Sequenz „Der Künstler Giuseppe Arcimboldo"
1. Stunde:
Grobziel: Annäherung an das Werk „Bildnis Dora Maar" von Pablo Picasso
Thema: Die Frau von Gegenüber
2. Stunde:
Grobziel: Kennen lernen des Werkes „Bildnis Dora Maar"/ Vergleich mit der Eigenproduktion
Thema: Bildbetrachtung „Bildnis Dora Maar"
3. Stunde:
Grobziel: Kennen lernen weiterer Werke des Künstlers Picasso
Thema: Geometrische Formen in der Kunst (Bsp. „Gitarre" 1913)
2.3 Lernziele der Unterrichtsstunde
Grobziel: Annäherung an das Werk „Bildnis Dora Maar" von Pablo Picasso durch Eigenproduktion
Feinziele: Die Schüler sollen...
- den Maler Pablo Picasso kennen lernen,
- sich in den Entstehungsprozess des Bildes hineinversetzen,
- einzelne Puzzleteile deuten,
- Picassos Lieblingsfarben in dem Gemälde identifizieren,
- das unvollständige Gemälde nach individuellen Vorstellungen vervollständigen
- über die Eigenproduktionen im Klassengespräch reflektieren.
2.4. Didaktische Reduktion und methodischer Kommentar
Als Einstimmung in die folgende Kunstunterrichtsstunde sehen die Kinder an der Tafel einen leeren Bilderrahmen und stellen zu diesem Vermutungen an, welche Bilder in einen solchen Rahmen passen könnten.
In der folgenden Lehrererzählung lernen die Schüler den Künstler Picasso kennen. Die Einbettung in eine Rahmenerzählung (Picasso malte am liebsten von zu Hause...) soll den Schülern auf kindgerechte Weise einen Zugang zum Kunstwerk ermöglichen. Durch sukzessives Auflegen der Bild-Puzzleteile wird die Aufmerksamkeit der Schüler gefordert, gleichzeitig ist die Beachtung von Details grundlegend, um auf den Malgegenstand schließen zu können. Durch Besprechung von Details (welches Teil könnte dies sein? wozu gehört es?) wird der Blick der Schüler auf Bestandteile des Bildes gelenkt. Das so geweckte Interesse soll in der folgenden Produktionsphase von Vorteil sein: Wie sah das vollständige Gemälde aus? Als Anhaltspunkte/Gestaltungshilfen für die Schüler sollen nun die im Unterrichtsgespräch zuvor erarbeiteten Lieblingsfarben des Künstlers, sowie die Malvorlage des unvollständigen Bildes „Dora Maar" sein.
In der folgenden Produktionsphase sollen die Kinder nach eigenen Vorstellungen das Bild vervollständigen. Für schnelle Schüler steht ein Arbeitsblatt über Pablo Picasso zur Verfügung.
Das anschließende Reflexionsgespräch soll den Kindern die Möglichkeit geben, Besonderheiten oder Unterschiede in den einzelnen Schülerwerken zu erkennen und diese auch an einzelnen Merkmalen festzumachen (Gesichtsausdruck, Farbwahl, etc.)
Die Begegnung mit dem Kunstwerk „Bildnis Dora Maar" ist Gegenstand der folgenden Kunsterziehungs-Stunde. Erst hier soll, nach Vergleich von „Original" und Schülerproduktion auf die Besonderheit, d.h. die Mehrperspektivität, des Bildes eingegangen und diese genauer besprochen werden.
4.5 Strukturskizze
Artikulation | Geplanter Unterrichtsverlauf
| Medien/ Arbeits- und Sozialformen |
|
Einstieg
Erarbeitung
Zielangabe für Produktionsphase
Produktion
Reflexion
Ausblick
| Leerer Bilderrahmen SS-Äußerungen
L: Der Maler, der heute ein Bild in diesen Bilderrahmen malen wird heißt Pablo Picasso Anheften Foto
Lehrererzählung: Picasso malte am liebsten von zuhause. Was könnte Picasso alles von seinem Fenster sehen? SS-Vermutungen
L:Picasso saß eines Tages wieder an seinem Fenster, als er etwas sah, das er wundschön fand. Sofort fing er mit dem Malen an...
L. heftet erstes Puzzleteil des Gemäldes in Bilderrahmen SS-Vermutungen zum Gemälde
L: Jeden Tag schaute er nun aus dem Fenster, damit er sein Bild fertig malen konnte... L. legt sukzessive Bildpuzzleteile auf
L. Obwohl unser Bild noch nicht fertig gemalt ist, können wir etwas über Picassos Lieblingsfarben sagen... SS nennen Farben, Anheften entsprechender Farbkarten
L. heftet die letzten Puzzleteil an die TA SS schließen auf Bildgegenstand: eine Frau
L. Picasso hat tatsächlich eine junge Frau gemalt, die ihm besonders gut gefallen hat. Als er am nächsten Tag wieder auf diese Frau wartete, wartete er vergeblich. Und auch in den folgenden Tagen kam sie nicht mehr Picasso wollte aber trotzdem sein Bild fertig malen. Was meint ihr hat er jetzt gemacht.
SS-Vermutungen: malte sie aus Erinnerung, mit Phantasie
L. Heute wollen wir uns in die Situation Picassos hineinversetzen und das Bild vervollständigen
L. teilt Vorlage Dora Maar aus AA: Zeichne den restlichen Teil des Gesichtes mit Bleistift vor. Zeichne dann die Linien mit schwarzem Fineliner nach. Male das Gesicht mit den Farben Picassos aus
Anheften der Schülerarbeiten Besprechung der Gemeinsamkeiten/Besonderheiten
L. Das fertige Gemälde Picassos sehen wir uns in der nächsten Stunde an
| Bilderrahmen, TA U-Gespräch
Lehrererzählung
TA, Foto „Pablo Picasso"
Fortsetzung Lehrererzählung
U-Gespräch
Lehrererzählung
TA, Puzzleteil „Dora Maar"
Lehrererzählung
TA, Puzzleteile „Dora Maar"
U-Gespräch
TA, Farbkarten
U-Gespräch
Lehrererzählung
U-Gespräch
Vorlage „Dora Maar" Bleistift, schwarzer Fineliner, Buntstifte, Filzstifte
TA, Schülerproduktionen |
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