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Wir helfen Drago packen! (Förderstunde)

Wir helfen Drago packen! (Förderstunde)
Unterrichtsentwurf
Datum: 02. September 2009 Autor: calida Kommentare: 0

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Beschreibung:

Bei dieser Unterrichtsstunde handelt es sich um eine Förderstunde für Kinder mit grammatischen Störungen, anzutreffen auf SFL und SFSP und auf Grundschulen. Besonderes Augenmerk auf die Förderung der grammatischen Sprachentwicklung mit dem Kontextoptimierungsansatz in einer Kleingruppe. Stundenziel: Akkusativmarkierung. Der Entwurf ist mit sehr gut bis gut bewertet. Durchgeführt in einer 1. Klasse.


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Wir helfen Drago packen! (Förderstunde)


Wir helfen Drago packen!

1 Darstellung der Förderreihe

Thema der Förderreihe:

Wir helfen Drago packen!

Förderbereich:

Morphologische Kompetenz

Förderzielschwerpunkt:

Kasusmarkierungen in Akkusativkontexten wahrnehmen, verwenden und -den kindlichen Fähigkeiten entsprechend- reflektieren.

Förderziel der Stunde:

Die SchülerInnen sollen innerhalb der - nach dem Kontextoptimierungsansatz gestalteten- Rahmenhandlung Akkusativmarkierungen aufnehmen und mündlich und schriftlich produzieren. Sie sollen die Veränderung der morphologischen Merkmale des Artikels bei der Bildung des Nominativ im Kontrast zum Akkusativ benennen können.

 

 

1.2 Aufbau der Unterrichtsreihe "Wir helfen Drago packen"

Thema der Unterrichtseinheit

Fachziele der Unterrichtseinheit

Die SuS sollen...

 

1

 

Muschel oder Nuschel? Mase oder Nase? Wir helfen Drago [m] und [n] zu hören und zu unterscheiden

 

... die Rahmenhandlung kennen lernen und die Laute /m/ und /n/ im An-, In- und Auslaut diskriminieren. Die Lautgesten für die beiden Laute wiederholen und festigen.

 

 

2

 

Wir helfen Drago seinen Koffer zu packen

 

... einen Koffer mit Kleidung bestücken und dabei die männliche Akkusativmarkierung aufnehmen und selbst bilden. Bei Bedarf angebotene Hilfen nutzen.

 

 

3

 

Wir helfen Drago seinen "Futterkorb" zu packen

 

... einen Korb mit Nahrungsmitteln bestücken und dabei die männliche Akkusativmarkierung aufnehmen und selbst bilden. Dabei zunehmend ohne Hilfen den Akkusativ bilden.

 

 

4

 

Drago, wie war dein Urlaub?

 

... in verschiedenen Spielen und Übungen im Kontext des Formates zunehmend spontan und ohne visuelle Hilfen und vorgegebene Strukturen den maskulinen Akkusativ bilden.

 

Anmerkungen: Eine Einheit umfasst mehrere Föderstunden.

Thema und Ziele der Unterrichtsstunde am 26.06.09 sind grau hinterlegt.

1.3 Zielorientierte Handlungsschritte

Die SuS sollen das Ziel der Stunde erreichen indem sie:

... sich durch das Singen des Liedes auf die Inhalte der Förderstunde einstimmen und die Zielstruktur hören und bilden (Perzeption und Produktion) ... anhand der visuellen Hilfen (Wortkarte mit der und den) das Förderziel der Stunde "aus der kann man den zaubern" benennen ... sich auf die Rahmenhandlung mit Drache Drago einlassen und mit ihm den Koffer packen ... die Zielstruktur "(ich packe) den ... (maskulines Substantiv aus dem Wortfeld Bekleidung)" hören und bilden ... bemerken, wann sie dran sind und dem vorangegangenen Kind antworten und dem folgenden Kind die Frage stellen ... bei Bedarf Lautgesten und visuelle Hilfen nutzen ... die Inhalte durch die Bearbeitung eines Arbeitsblattes festigen und vertiefen, indem sie Wörter zum Wortfeld "Bekleidung" lesen und ihnen den bestimmten Artikel des Akkusativs voranstellen (... den Akkusativ in Kombination mit einer lokalen Präposition bilden)

2. Verlaufsplanung " Wir helfen Drago seinen Koffer zu packen "

Phase/ Zeit

LehrerInnen-SchülerInnen-Aktivitäten

Kommentar

Medien

 

Einstieg

ca. 10 Min

 

Die LAA holt die Kinder in der Klasse ab und geht mit ihnen zum Förderraum. Die Kleingruppe (3 Kinder) begrüßt den Gast.

 

Die SuS wählen je ein Jahreszeitenplakat und singen das Jahreszeitenlied "Es war eine Mutter", das durch Bildkarten und modellierte Sprache (Gesang) unterstützt wird.

 

 

Der Einstieg über das Jahreszeitenlied ist ritualisiert und stimmt die Kinder auf die Förderstunde ein.

Visualisierung der Jahreszeiten durch große Bildkarten.

Die Sprache der LAA ist durch Dehnung am Wortende und gegebenenfalls die Verwendung der Lautgebärde professionell verändert, um die Zielstruktur in den "Fokus der Aufmerksamkeit" der Kinder zu "zoomen" (vgl. Motsch). Diesem Gedanken folgt auch die Hervorhebung der Zielstruktur und ihre Kontrastierung zum Nominativ (Sensibilisierung auf Morphemmarkierung).

 

Durch das Singen des Liedes wird die Zielstruktur in hoher Frequenz gehört und gebildet.

 

- Bildkarten Jahreszeiten,

 

- Liedtext "Es war eine Mutter"

 

Erarbeitung

ca. 5 Min

 

 

 

 

Die Handpuppe Drache "Drago" holt die Wortkarten hervor und fragt die SuS, welchen "Zaubertrick mit Wörtern" sie kennen gelernt haben.

 

 

Die Handpuppe ist Teil der Rahmenhandlung und wirkt motivierend. Die Kinder sollen die Veränderung von "der" zu "den" benennen und sie eventuell im Liedtext zeigen. Diese Phase ist eine bewusste Reflexion (vgl. Modalitätenwechsel der KO) der Wortbeugung. Die SuS werden auf die Morphemmarkierung "n" sensibilisiert.

Die Wortkarten sind eine visuelle Hilfe, die die Ressource Schrift nutzt. Sie unterstützt die Fokussierung auf die Zielstruktur und das Ziel der Stunde.

 

 

- Handpuppe "Drache Drago"

- Wortkarten der und den

 

Phase/ Zeit

LehrerInnen- SchülerInnen- Aktivität

Kommentar

Medien

 

Durchführung

ca. 15 Min

 

Drago erzählt, dass er seinen Koffer im Förderraum stehen lassen hat und alles durcheinander war, als er zurück kam. Drago bittet die Kinder, ihm beim Kofferpacken zu helfen, damit er in den Sommerferien seine Oma besuchen kann.

 

Die Kinder fragen sich gegenseitig, was sie in den Koffer tun und antworten mit "den ...".

 

 

Die Kinder helfen Drago gern bei seinen Aufgaben.

 

Satzstreifen und Wortkarten helfen als Visualisierung (Ressourcenorientierung).

 

Falls die SuS sehr schnell diese Phase durchlaufen, wird zusätzlich der "Futterkorb" mit Reiseproviant gepackt. Dazu wird dieselbe Struktur genutzt. (Die dazu benötigten Begriffe wurden bereits wiederholt, so dass von einer hohen Genussicherheit ausgegangen werden kann).

 

- Ein Satzsteifen mit der Frage "Was packst du ein?"

- Koffer

- Verschiedene (Puppen-) Kleidungsstücke (Genus: maskulinum)

 

Ergebnissicherung

ca. 15 Min

 

 

Drago bittet die Kinder, seiner Oma einen Brief zu schreiben in dem steht, was er alles eingepackt hat (, damit die Oma überprüfen kann, ob alles wichtige eingepackt ist).

 

Die SuS erhalten im Umfang differenzierte AB, auf dem sie die verwendeten Begriffe schreiben und den Akkusativartikel zuordnen sollen.

 

Durch die schriftliche Fixierung wird die Zielstruktur intensiv wiederholt. Schrift ist im Gegenteil zur mündlichen Sprache bleibend und eignet sich daher gut, um die Zielstruktur dauerhaft zu memorieren. Der Brief könnte z.B. nach den Sommerferien als Hilfe zum "Wiedereinstieg" in die Akkusativförderung genutzt werden.

 

- AB

 

Didaktische Reserve

 

Den Koffer verstecken. Damit die Sachen nicht wieder verloren gehen, sollen die SuS Drago Vorschläge machen, wo der Koffer versteckt werden könnte. Die LAA macht den ersten Vorschlag, um den SuS die Zielstruktur vorzugeben.

 

Die Kombination des Akkusativs mit einer lokalen Präposition ist innerhalb dieser Reihe neu. Für die Formulierung der Vorschläge erhalten die Kinder visuelle Hilfen.

 

 

 

- Satzstreifen mit Formulierungshilfen

- Tisch

- Koffer

- Stuh

3. Begründungszusammenhang

3.1 Begründung von Zielsetzung und Thematik

Viele Kinder, die eine Schule mit dem Förderschwerpunkt Sprache besuchen sind umfassend in ihrer Sprachentwicklung beeinträchtigt und zeigen Schwierigkeiten, die dem Störungsbild der so genannten spezifischen Sprachentwicklungsstörung (SSES) zuzuordnen sind. DANNENBAUER bezeichnet den Dysgrammatismus als "Leitsymptorm" der SSES (2001, 51). Er tritt im Kindergartenalter hervor und bildet häufig im Schulalter das Hauptmerkmal der SSES in der mündlichen Sprache. Der Therapie grammatischer Störungen kommt im Bereich des Grundschulalters daher eine große Bedeutung zu.

In den vergangenen dreißig Jahren wurden verschiedene Ansätze zur Behandlung grammatischer Störungen entwickelt. Das Konzept der Kontextoptimierung wurde 2004 von Motsch und Berg veröffentlicht. Motsch versucht mit Hilfe der Kontextoptimierung die Vorzüge vorhandener Ansätze zu bündeln und mit kindgerechten Rahmenhandlungen (Formaten) die grammatische Entwicklung von Kindern zu fördern. Dabei orientiert sich der Ansatz an den Entwicklungsphasen nach Clahsen, was impliziert, dass sie die Grammatik in Stufen entwickelt und auf der entsprechenden Entwicklungsstufe des Kindes interveniert werden sollte.

Bei der Fördergruppe handelt es sich um Kinder mit Migrationshintergrund. Der Wortschatz von ... ist erheblich eingeschränkt. Bei B. und A. ist von einer umfassenden Beeinträchtigung der Sprache in Form einer SSES auszugehen. Sie weisen Begleitsymptome wie eine deutlich eingeschränkte auditive Verarbeitungskapazität und Unsicherheiten im phonetisch- phonologischen Regelsystem auf. Bei C. ist die auditive Wahrnehmung nur gering eingeschränkt, sie kann korrektives Feedback aufnehmen und richtig reproduzieren, wenn sie sich konzentriert. ... bilden die Akkusativmarkierung in der Spontansprache nicht oder inkonsistent (...). Sie zeigen weitere grammatische Auffälligkeiten im Bereich der Pluralbildung, des Genus und der syntaktischen Kompetenzen (vgl. Förderpläne).

Die Richtlinien der Schule für Sprachbehinderte weisen das "Entwickeln, Festigen, Erweitern und Anwenden [...] der Wortbeugung im Satz" als wichtigen Schwerpunkt aus (1980, 10). Da die fehlende Markierung des Akkusativ nicht ohne Hilfe erworben wird (Motsch 2006, 129) ist eine gezielte Förderung notwendig. Dabei dient die Förderung nicht der "Wohlgeformtheit der Sprache", sondern der Effektivität und Eindeutigkeit der Kommunikation, sowie der Orientierung der Kinder innerhalb der Regelhaftigkeiten ihrer Zweitsprache. "Je länger die kindlichen Äußerungen werden, umso wichtiger wird es, dass der Artikel eingesetzt wird und die morphologische Markierung des Artikels korrekt ist, weil erst durch ihn [...] den nachfolgenden Wörtern ihre Rolle im Satz zugewiesen wird. Damit ist dieses morphologische Wissen unverzichtbar für die Produktion eigener, unmissverständlicher Sätze sowie für das korrekte Sprachverständnis [...]." (MOTSCH 2006, 128). Hier zeigen sich wichtige Überschneidungsbereiche zur kommunikativ-pragmatischen Sprachebene.

Da die Reihe erst kürzlich eingeführt wurde, werden nur Begriffe mit maskulinem grammatischen Geschlecht verwendet, da die SuS den Akkusativ als zusätzlichen Kasus nur an diesen wahrnehmen können (weiblicher und sächlicher Akkusativ stimmen mit dem Nominativ überein). Sobald dieser etabliert ist kann er mit dem Akkusativ in weiblicher und sächlicher Form kontrastiert werden. Aus demselben Grund sind die Äußerungen, die in der gezeigten Stunde evoziert werden sollen stark vorstrukturiert und wiederholen sich häufig. Zur Unterstützung der Bildung der Zielstruktur werden verschiedene Hilfen gegeben, die jedoch nach und nach abgebaut werden sollen.

 

3.2 Förderzielschwerpunktanalyse

Ungestörter Erwerb des grammatischen Regelsystems nach Clahsen :

I. Einwortäußerungen

II. Zweiwortäußerungen

III. Mehrwortäußerungen

IV. Verb-Zweitstellung/ Subjekt-Verb-Kongruenz;

Beginn der Kasusmarkierung

V. Erwerb der Kasusrektion/ Erwerb subordinierter Nebensätze

(nach CLAHSEN in MOTSCH, 19)


Kasus

Markierung

in Akkusativ-

kontexten


Grammatische Störungen

Teilproblematik des gestörten Spracherwerbs, gekennzeichnet durch:

- nicht altersgemäßer Erwerb morphologisch- syntaktischer Fähigkeiten (inhomogenes Profil grammatischer Fähigkeiten: unausbalancierte Retardierung (CRYSTAL 1980 in DANNENBAUER)

- Teilbereich von Spracherwerbsstörungen mit enger Verbindung zur semantisch- lexikalischen und zur phonet. -phonolog. Ebene (MOTSCH 2006, 39)


Kontextoptimierung

Bündelung der Vorzüge von rezeptionsorientierten Ansätzen, Pattern Practice und reflexionsorientierten Methoden;

Veränderbare Komponenten des Kontextes gestalten:

Sprachmaterial, Sprechweise, Situation, Hilfen

 

3 Säulen der Kontextoptimierung


Ressourcenorientierung

Vorhandene metasprachliche und schriftsprachliche Kompetenzen des Kindes für das grammatische Lernen nutzen:

 

- Formate als Handlungskontext

- Fokussierende Gespräche

- Wahrnehmbare Strukturen (visuelle und auditive Angebote)

- Handlungsmäßige Erfahrungen

- Schrift (MOTSCH 94 f)


Modalitätenwechsel

- kurzrhythmischer Wechsel weniger sprachbewusster und vermehrt sprachbewusster Spiel- und Arbeitsformen

- Wechsel zwischen Rezeption und Reflexion und Produktion: als Welle versinnbildlicht

(MOTSCH, 99)


Ursachenorientierung

Berücksichtigung der kindlichen Einschränkungen, v.a. in den Bereichen der auditiven Aufmerksamkeit und der phonematatischen Diskriminationsfähigkeit:

 

- Sensibilisierung auf Morphemmarkierung

- Sprechweise der LAA

- Kürzeste Zielstruktur

- Ausschalten von sprachlichen Ablenkern und Verwirrern

(MOTSCH, 101)


1. Drache Drago als motivierende Rahmenhandlung

2. hoher Lebens- und Unterrichtsbezug durch Auswahl des Formats Kofferpacken/ Reisen

3. Schrift und fokussierendes Gespräch über die Zielstruktur (verzaubertes "der")

4. Bei Bedarf werden visuelle Hilfen (z.B. Lautgesten) angeboten


Rezeption, Produktion und Reflexion wechseln sich in der gezeigten Stunde ab

 

1. professionell veränderte Sprache der LAA: Dehnung

2. ggf. Unterstützung durch Handzeichen

3. Arbeit mit Ellipsen ( sprachl. Ablenker sind entfernt)

4. Auswahl des sprachlichen Materials

- nur Begriffe mit maskulinem Genus

- Begriffe mit hoher Lebensbedeutsamkeit;

- Begriffe des Grund- und "Unterrichts"- Wortschatzes

3.3 Begründung von wesentlichen Entscheidungen

Für diese Förderstunde waren folgende Entscheidungen von besonderer Bedeutung:

Ritualisierter Einstieg

Der Einstieg mit dem Jahreszeitenlied ist ein Ritual, das die Förderstunde seit längerem einleitet. Über den Bezug zur aktuellen Jahreszeit findet sich ein guter Anknüpfungspunkt zum Thema Sommerferien, Reisen und Koffer packen. Zudem beinhaltet das Lied Akkusativkontexte in hoher Frequenz (den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. ...), die im Liedtext der Kinder zur Fokussierung auf die Zielstruktur hervorgehoben ist. Um für die SuS der Fördergruppe ein Ritual zu schaffen, das sie über den Zeitraum einer Unterrichtsreihe hinweg die Förderstunde einleitet und ihnen so Orientierung zu geben und sie auf die Förderstunde einzustimmen, wurde das Singen des Liedes auch in dieser Reihe beibehalten, obschon kein zwingender Bezug zum "Drachen Drago" (Träger der Rahmenhandlung) besteht.

Format

Als Träger der Rahmenhandlung wurde die Handpuppe Drago (ein Drache) gewählt, da die Kinder ihn schon kennen und sehr mögen. Das Format "Wir helfen Drago packen" knüpft thematisch an die kürzlich durchgeführten Klassenfahrt (und eine eventuell bevorstehende Reise der Kinder in den Sommerferien) an. Die Kinder mussten für die Rückfahrt ihre Koffer selbst packen und konnten so (erste) Erfahrungen damit sammeln, an die sie gerne anknüpfen. Die Begriffe des Wortfeldes Kleidung wurden bereits im Rahmen des Themas "Winterbekleidung" behandelt und nun in der Fördergruppe aufgegriffen und erweitert. Die Kleidungsstücke sind nicht durch Bildkarten ersetzt, sondern reale Gegenstände. Dies erhöht die Motivation der SuS und den Aufforderungscharakter des Formates. Somit hat das Fördervorhaben einen direkten Bezug zu den Erfahrungen der Kinder (Lebensweltbezug) und den behandelten Unterrichtsinhalten der SchülerInnen (erkennbarer Zusammenhang unterrichtlicher Themen) und entspricht damit den Anforderungen der Empfehlungen zum FSP Sprache (1998, 10).

Der Modalitätenwechsel der Kontextoptimierung in dieser Stunde

Die geplante Stunde beinhaltet alle Anteile der "Modalitätenwelle". Schon beim Singen des Jahreszeitenliedes hören und singen die Kinder die Zielstruktur. Da es sich nicht um Einzeltherapie handelt, hören die Kinder die Bildung des Akkusativs bei den anderen Gruppenmitgliedern und produzieren ihn selbst (Rezeption und Produktion). Dabei hilft ein Fragestreifen, auf dem "Was packst du ein?" steht. Die Kinder stellen sich gegenseitig die Frage und sollen in der Zielstruktur antworten; z.B. " ...den Pullover." Diese Ellipse entspricht der Ursachenorientierung, indem die kürzeste Zielstruktur verwendet wird und sprachliche Ablenker ausgeschaltet sind. Dennoch kann es vorkommen, dass C. in vollständigen Sätzen antwortet. Sofern sie die Zielstruktur richtig verwendet wird in diesem Fall nicht eingegriffen.

Die metasprachlichen Hilfen (Gesten, Schrift und kurze Gespräche über die Zielstruktur) dienen als Reflexion. Sie erhöhen die Sprachbewusstheit und die Fokussierung auf die Zielstruktur. Die metasprachlichen Hilfen wurden bereits eingeführt, so dass sie bei Bedarf eingesetzt, bzw. als Erinnerungshilfe angeboten werden können. Sie sollen mit zunehmender Sicherheit der SuS sukzessive abgebaut werden.

4. Literatur

Berg, Margit (2008): Kontextoptimierung im Unterricht. Praxisbausteine für die Förderung grammatischer Fähigkeiten. München: Ernst Reinhardt Verlag.

 

Dannenbauer, F. M. (2001): Spezifische Sprachentwicklungsstörungen. Aus: Grohnfeldt, M. (Hrsg.): Lehrbuch der Sprachheilpädagogik und Logopädie. Band 2: Erscheinungsformen und Störungsbilder. Stuttgart: Kohlhammer Verlag.

 

Motsch, H.-J. (2006): Kontextoptimierung. Förderung grammatischer Fähigkeiten in Therapie und Unterricht. 2. Auflage München: Ernst Reinhardt Verlag.

 

Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (1998): Empfehlungen zum Förderschwerpunkt Sprache.

 

Richtlinien für die Schule für Sprachbehinderte (Sonderschule) in Nordrhein-Westfalen.

1. Auflage 1980, unveränderter Nachdruck 2005.

 

 




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