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Picasso

Picasso
Unterrichtsentwurf
Datum: 15. September 2009 Autor: luna2371 Kommentare: 0

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Beschreibung:

In dieser Unterrichtsstunde sollen die SchülerInnen behutsam und schrittweise an die Betrachtung von Kunstwerken der Moderne herangeführt werden. Durchgeführt in einer 2. Klasse.


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Picasso


Picasso

1 Curriculare Einordnung/ Gliederung der Unterrichtsreihe

Grundanliegen des Kunstunterrichts ist die Entwicklung des individuellen Wahrnehmungs- und Ausdrucksvermögens des handelnden Kindes. Richtziele des Kunstunterrichts sind u. a.,

Schüler in ihrer Gesamtpersönlichkeit zu fördern, indem er Kopf, Herz und Hand herausfordert. Position zu sich selbst, zu Mitmenschen und ihrer Lebenswelt zu finden. (vgl. Rahmenplan, S. 15)

Im Rahmenplan für das Fach Kunst des Landes Brandenburg wird ein Zusammenspiel der fünf unten aufgeführten Themenfelder realisiert. Diese Unterrichtsreihe ordnet sich in folgende Bereiche ein:

Grundlegende Erfahrungsbereiche:

Mensch und Gesellschaft

Künstlerische Strategien:

Sammeln (entdecken, auswählen, arrangieren) Collagieren (verändern, verbinden, kombinieren) Verfremden (übertreiben) bildhaft gestalten und ausdrücken (verwandeln, neu schaffen, darstellen)

Material

Papiere (Ausschnitte aus Katalogen, Kopie A3 siehe Anlage 3) Deckfarben, Wachsmalstifte

Verfahren und Techniken

Collagieren (ordnen, zusammenfügen, überschneiden, kleben) Malen (pinseln, lasieren)

Künstlerinnen/Künstler und Kunstwerke aus unterschiedlichen Zeiten und Kulturen

Pablo Picasso 1881-1973 (siehe 3.1)

Umfang der Unterrichtsreihe

ca. 2-3 Stunden

Stunde/ Thema, Inhalte

1. Forscher sein im Kataloguniversum

Arbeitsauftrag auf Materialsuche in den mitgebrachten Katalogen zu gehen Gegenstände eines Themas (z. B. Schmuck, Kleidung, Spiele, Auto...) suchen, sauber ausschneiden und in einem Umschlag sammeln Auswertung der Arbeiten (Qualität des Ausschneidens, Originalität bei der Materialsammlung)

2. Picasso braucht deine Hilfe

Leben und Schaffen des Künstlers in kurzem altersgemäßen Lehrervortrag vorstellen Bildbetrachtung von vier Frauenporträts (auch des unvollendeten, Kopie siehe Anlage 5) Arbeitsauftrag, Picasso zu helfen, sein Bild zu vollenden - Papiercollage Namengebung für die Frau Reflexion der Zwischenergebnisse

3. Picassos Frau bekommt Farbe

farbiges Gestalten des Gesichtes und des Körpers der Frau mit Deckfarben oder Wachsmalstiften Auswertung der Endergebnisse

2 Bedingungsanalyse

 

2.1 Anthropogene und soziokulturelle Voraussetzungen der Klasse

In der Klasse 3a der Grundschule lernen 24 SchülerInnen, 11 Mädchen und 13 Jungen. Ihr Wohnbereich und soziales Umfeld ist die Stadt Werder. Die Kinder der Klasse 3a sind größtenteils 9 Jahre alt. D. ist ein Jahr überaltert, da er vor dem Schuleintritt ein Jahr zurückgestellt wurde.

Durch das beständige Üben von kleinen exakten Bewegungen haben die Schüler die Feinmotorik der Hand gut entwickelt, es erhöhen sich die Geschmeidigkeit und Exaktheit ihrer Bewegungen (vgl. Markosjan, S. 217 ff.). Schwierigkeiten hierbei haben T., A., A. und D. Die in diesem Bereich auftretenden Probleme haben verschiedene Ursachen.

Das Klima innerhalb der Klasse ist durch Hilfsbereitschaft und einen angenehmen Umgangston untereinander gekennzeichnet. Alle Kinder sind im Allgemeinen in den Klassenverband integriert. Eine Starposition hat teilweise Michelle inne, da sie sehr dominant auftritt. Außenseiterpositionen nehmen von Zeit zu Zeit Tobias und Theo ein, die als Folge von Regelverstößen nicht anerkannt sind.

Verhaltensauffällig in allen Fächern zeigen sich Tobias und Theo. Ursache bei Tobias ist eine sozial-emotionale Verhaltensstörung, die sich in frühkindlichen Ursachen begründet. Theos Probleme rühren von seinem zierlichen Körperbau und seiner motorischen Unruhe her. Beide haben keine stabilen, normativen Orientierungen, so verhalten sie sich oft provokativ sowohl Mitschülern als auch Erwachsenen gegenüber.

Die Kinder suchen und brauchen den Kontakt zu Gleichaltrigen. Die verstärkte Beziehung zu MitschülerInnen wird als beginnende Ablösung von den Eltern gedeutet. So werden in der Klasse spontane, meist homogene Freundschaften geschlossen, die jedoch von keiner Dauerhaftigkeit gekennzeichnet sind (vgl. Baacke, S. 192).

2.2 Lernvoraussetzungen der SchülerInnen

In untrennbarem Zusammenhang mit der Entwicklung der Hemmungen im Kortex nimmt die Intensität der Erregungskonzentration zu. Hieraus resultiert die Möglichkeit zur aktiven Aufmerksamkeit und bewussten Konzentration (vgl. Markosjan, S. 217 ff.). Bei Konzentrationsphasen, die über 20 Minuten hinausgehen, hat Tobias Probleme. Diese können aber durch Ermunterung, Motivation und Kontrolle überwunden werden.

Die Kinder der Klasse 3a befinden sich nach der Theorie von PIAGET in der Phase des konkret logischen Denkens. Sie können verschiedene Relationen miteinander koordinieren, gedanklich Schritte zurückverfolgen, Handlungen ungültig machen und die Ausgangssituation wieder herstellen. Ihre Logik wenden die Kinder dabei auf konkrete Ereignisse, Wahrnehmungen und Vorstellungen an (vgl. Gudjons, S.50).

Nach der unterschiedlichen Ausprägung dieser Merkmale kann die Klasse grob in drei Leistungsgruppen eingeteilt werden:

Eine leistungsstarke Gruppe, zu der M, N, M, L, J, N und E zählen, markiert die Leistungsspitze der Klasse. Dem "Mittelfeld" gehören E, M, T, L, A, M, P, T, M und A an. T hat ein verlangsamtes Arbeitstempo. Zur schwächeren Leistungsgruppe zählen A, J, W, D, A, T und T. J, D und W haben, genau wie T, ein verlangsamtes Arbeitstempo.

 

Speziell für das Fach Kunst lassen sich folgende Aussagen treffen:

Die Kinder sind auf der Präadoleszenz-Stufe. Das heißt, sie haben ausreichend Erfahrungen mit künstlerischen Medien gesammelt und genügend Fertigkeiten in Bezug auf ihren Einsatz entwickelt. Die SchülerInnen sind bereit und fähig, mit einer größeren Vielfalt von Materialien umzugehen (vgl. Aissen-Crewett, S. 56). Sie werden aber auch kritisch gegenüber ihrer Arbeit und drücken sich mehr auf Reflexion und Selbstreflexion beziehende Weise aus. Zu berücksichtigen ist in diesem Alter auch die Wendung vom Konkret-Sensorisch-Imaginativen zum Kognitiv-Realen. Die SchülerInnen interessieren sich dafür, ihre kognitiven Fähigkeiten zu testen; sie nehmen eine realitätsbezogenere Einstellung gegenüber ihrer Mitwelt ein (vgl. ebenda, S. 52 f). , die nunmehr gewandelte Kreativität aufzuspüren und diese durch entsprechend veränderte didaktische Annäherungsweisen und künstlerisch-ästhetische Angebote zu fördern.

 

Im Kunstunterricht zeigt die Klasse allgemein ein reges Interesse an praktischer Auseinandersetzung mit zu erlernenden Techniken, Fertigkeiten und der Arbeit mit verschiedenen Materialien. Sie haben gelernt, mit Farben umzugehen und die Ausdruckskraft der Farbe in ihren künstlerischen Arbeiten einzusetzen. Im Bereich des grafischen Gestaltens wurde gezeichnet, gedruckt und collagiert. Beim plastischen Gestalten haben die Kinder Erfahrungen mit dem formbaren Material Plastilin und Ton gemacht.

Ein Großteil der SchülerInnen verfügt über eine gute Beobachtungs- und Wahrnehmungsfähigkeit. Aufgabenstellungen werden aufgenommen und je nach individuellem Vermögen umgesetzt. Schwierigkeiten mit der Auge-Hand-Koordination haben Tobias und Anatoli. So ist für sie oft pädagogisch gelenkte Unterstützung bei der eigenhändigen Umsetzung der gestellten bildnerischen Aufgabe erforderlich.

3 Didaktische Analyse

3.1 Sachanalyse und Sachstruktur

Pablo Picasso (1881-1973)

1881 wird Pablo Ruiz Picasso in Málaga/Andalusien geboren.

1889 beginnt Picasso zu malen.

1897 besteht Picasso die Aufnahmeprüfung für die Königliche Akademie in Madrid, die er noch im selben Jahr wieder verlässt.

1900 lernt er den Maler Casagemas kennen und reist mit ihm nach Paris und knüpft Kontakte zu Kunsthändlern.

1901 nimmt sich Casagemas das Leben. Picasso tief getroffen, beginnt mit düsteren Bildern die "Blaue Periode" (tiefes melancholisches Nachtblau und ausgezehrte, betont linear erfasste Figuren; Zirkusthemen, Bildnisse).

1904 siedelt er nach Paris über und beginnt die "Rosa Periode" und hellt seine Palette auf, bevorzugt roten Ocker, helles Rosa und Lichtblau; Zirkusthemen, Bildnisse.

1907 "Negerperiode" bereitet den Kubismus vor, den Picasso gemeinsam mit Braque begründet. Picasso malt "Les Demoiselles d´Avignon"- radikal expressive, abstrahierende Darstellung schockartiger Wirkung (analytischer Kubismus).

1912 Picasso fertigt erste "papiers collés" mit Zeitungspapier, Buchstaben, flächig aufgelegt wirkende geometrische Formen (synthetischer Kubismus).

1914 entstehen erste Skulpturen.

1920 entwickelt er die Monumental-Malerei der "Klassischen Periode".

1937 "Guernica" für Weltausstellung in Paris

1944 tritt er der Kommunistischen Partei bei und widmet sich der grafischen Technik (Radierungen, Lithographien, Zeichnungen), aber auch Stilmitteln des "doppelten Gesichts" in einer Reihe von Bildnissen und Figurenbildern.

1954 häufen sich Darstellungen zum Thema "Maler und Modell". Picasso arbeitet zunehmend in Südfrankreich.

1960 beginnt er Entwürfe zu großflächigen Metallskulpturen, Arbeiten in Holz,

Linolschnitte.

1973 stirbt Picasso 91jährig in Mougins.

(vgl. Warncke, S. 683 ff.)

Auswahl folgender Bilder zur Kunstbetrachtung

"Frau mit weißem Hut" 1921 Öl auf Leinwand

"Bildnis Dora Maar" 1937 Öl auf Leinwand

"Büste einer Frau mit gestreiftem Hut" 1939 Öl auf Leinwand

"unvollendetes Kunstwerk" "Büste einer Frau mit Hut" 1962 farbiger Linolschnitt

(Reproduktionen aus Taschenposterbook)

 

Collage

franz. "An-, Aufkleben"- ein Klebebild, das ganz oder teilweise aus alltäglichen Materialien, wie Papier, Reproduktionen, Schrift und Textilien, zusammengefügt ist, die mitunter auch mit Malerei und Zeichnung verbunden sind. Die gestalterische Offenheit dieser mobilen Technik fördert die künstlerische Phantasie. Die "papiers collés" des Kubismus bilden den eigentlichen Ausgangspunkt für die Collage. Mit der Integration von Zeitungsfragmenten durchbrach 1912 der Kubismus die, in der neuzeitlichen Kunst vorherrschende, Illusionsebene des Tafelbildes. Die didaktischen Materialexperimente gehören heute zum lebendigen Erbe an allen Kunsthochschulen der Welt.

(Encarta CD-Rom)

3.2 Didaktische Reduktion

Laut Rahmenplan gehört die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur zu den Aufgaben und Zielen des Kunstunterrichts. Die Kinder verknüpfen in dieser Auseinandersetzung eigene Erfahrungen mit Beispielen aus Kunst- und Kulturgeschichte und erweitern ihre kreativen Ausdrucksmöglichkeiten. Ästhetisches Lernen kann zu Offenheit und Neugier erziehen, besonders dann, wenn ungewohnte Wege der Vermittlung gewählt werden. Insbesondere zeitgenössische Kunst kann hierbei zum Impuls für Reflexion und ästhetische Produktion werden (vgl. Rahmenplan Grundschule, S. 175).

Die Wichtigkeit der Begegnung mit Kunstwerken wird an anderer Stelle erneut hervorgehoben. Obwohl in der Grundschule die Erziehung durch Kunst Vorrang vor der Erziehung zur Kunst hat, sollten nach Möglichkeit bei jedem Thema Bezüge zu Kunstwerken hergestellt werden.

Es soll gesichert sein, dass sowohl eine eingehende sachbezogene Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk erfolgt als auch subjektiver Deutungsspielraum erhalten bleibt, daher soll die Begegnung mit Kunstwerken immer in Verbindung zum eigenen Gestaltungsprozess der Kinder stehen (Rahmenplan Grundschule, S. 182).

Zur Collage findet man im Rahmenplan folgendes Zitat:

„Durch die experimentelle Umgestaltung kann aus vorhandenen Bildern und Materialien ein neuer Bedeutungszusammenhang entstehen. Ausgeschnittene oder ausgerissene Bildteile sollten in einem reflektierten Prozess des spielerischen und probierenden Umgangs durch Verschieben, Verändern und Austauschen auf ihre Wirkung überprüft werden. Das Aufkleben bildet erst den Abschluss dieser Auseinandersetzung." (Rahmenplan Grundschule, S. 181)

Die in dieser Stunde stattfindende Art der Begegnung der Kinder mit Picassos Werk beinhaltet die genannten Schwerpunkte. Es wird ein Bezug zum Künstler und seinem Werk hergestellt, wobei die individuelle künstlerische Gestaltung der Kinder im Mittelpunkt steht. Die Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk erfolgt spielerisch und wird auf die Lebenswelt der Kinder abgestimmt.

4 Lernziele

Daraus ergeben sich für die Unterrichtsstunde folgende G r o b z i e l e :

 

Die SchülerInnen sollen behutsam und schrittweise an die Betrachtung von Kunstwerken der Moderne herangeführt werden. Die SchülerInnen vervollkommnen das "unvollendete" Kunstwerk, indem sie eine Kopfbedeckung mit Hilfe der Technik Collage gestalten.

 

F e i n z i e l e der Unterrichtsstunde:

 

kognitive Feinziele:

Die SchülerInnen sollen:

erste Einblicke in das Leben und Schaffen des Künstlers Picassos erfahren. entsprechend der Gestaltungsaufgabe, Motive für die Collage auswählen. der Frau anhand des ausgewählten Themas für den Hut einen originellen Namen geben.

 

psycho-motorische Feinziele:

Die SchülerInnen sollen:

kreativ bei der Eigengestaltung des unvollendeten Kunstwerkes sein. die typischen Gestaltungsmerkmale einer Collage umsetzen. ihre Feinmotorik (sauberes Schneiden, Zusammensetzen und Kleben) vervollkommnen. praktisch analoge Prozesse der Bildherstellung und -gestaltung erproben.

 

affektive Feinziele:

Die SchülerInnen sollen:

durch das spielerische Gestalten einen lebendigen Zugang zu Werken der Moderne finden und Offenheit gegenüber Ungewohntem in der Modernen Kunst entwickeln. die heutige Zielsetzung aufnehmen und nach deren Erläuterung umsetzen. die Zwischenergebnisse ihrer MitschülerInnen betrachten und verbal beurteilen.

5 Methodische Entscheidungen

Bei der Planung der Unterrichtsstunde, speziell ihrer methodischen Strukturierung, orientiere ich mich am Phasenmodell von Meike Aissen-Crewett. Ich reduziere ihr vorgeschlagenes Modell auf die Vorbereitungsphase (Einführung in das Stundenvorhaben), die Ausführungsphase (das Machen) und die Reflexionsphase (Reflexion bezugnehmend auf die Arbeitsergebnisse der Stunde), da nur diese Phasen, entsprechend der Zielbestimmung, für diese Stunde relevant sind.

 

Vorbereitungsphase

Zunächst werden den SchülerInnen vier Frauenbildnisse des Künstlers Picasso an der Tafel zur Betrachtung dargeboten. Ich erzähle ihnen kurz etwas zum Leben des Künstlers und erläutere die verschiedenen Schaffensperioden anhand der Bilder. Die Bildbetrachtung dient der visuellen Aufnahme von Werken Picassos und der Veranschaulichung der unterschiedlichen Perioden.

Dann verweise ich auf das unvollständige Kunstwerk, das ebenfalls an der Tafel hängt und erzähle ihnen, dass das Bild einmal Farbe hatte und etwas an diesem Bild fehlt. Anhand der Fragestellung, ob die SchülerInnen erraten können, was da noch fehlt, sollen sie erkennen, dass die Kopfbedeckung (der Hut) nicht mehr vorhanden ist. Dies soll als Motivationsgrundlage für die gestalterische Auseinandersetzung mit der Bildsprache Picassos dienen. Um die Phantasie der Kinder anzuregen und kreative Denkprozesse in Gang zu setzen, möchte ich die Kinder über das Vorhaben informieren. Dies erfolgt persönlich auf die SchülerInnen zugeschnitten: Sie sollen dem Künstler helfen, den Hut wieder auf den Kopf der Frau zu bekommen. Danach soll dem Bild Farbe zurückgeben werden. Um ihnen die Vielfalt der Möglichkeiten zu eröffnen, möchte ich ihnen als visuellen Anreiz, meine Vorarbeiten kurz zeigen. Dass der Originalität bei der Namenfindung keine Grenzen gesetzt sind, werde ich verdeutlichen, indem ich, die von mir gefundenen, Namen nenne.

 

Die Ausführungsphase kann beginnen:

Danach wird den SchülerInnen der Arbeitsauftrag erteilt: Sie sollen dem Künstler Picasso Vorschläge machen, wie der Hut aussehen kann. Dazu verwenden sie das vorbereitete Material der letzten Stunde und als Ergänzung eventuell ihre mitgebrachten Zeitschriften und Kataloge, um dies zu einem Hut zusammenzulegen. Um Klarheit für die Aufgabe und Vorgehensweise zu schaffen, erläutere ich den Kindern, den von mir an die Tafel geschriebenen Arbeitsalgorithmus. Das Tafelbild dient weiterhin dazu, dem individuellen Arbeitstempo der Kinder und unterschiedlichen Lerntypen gerecht zu werden. Sie können während des Arbeitsprozesses immer wieder an die Tafel sehen und haben eine Orientierungshilfe für den nächsten Arbeitsschritt. Die schriftliche Fixierung bietet die Möglichkeit, die Endergebnisse einzuschätzen. Die Reproduktionen werden nach Beginn der Arbeitsphase wieder verdeckt, sie sollen nur eine Anregung für die spätere Farbgebung sein und nicht zum bloßen Kopieren verleiten.

In der Ausführungsphase hat der Lehrer nur eine beratende Funktion, da ein Großteil der SchülerInnnen selbständig arbeiten kann. In einer persönlichen Zuwendung sehe ich die Chance, eine spezifischere Hilfestellung und Motivation geben zu können.

Den Abschluss der Unterrichtsstunde bildet eine gemeinsame Reflexionsphase.

Ich ziehe je nach vorhandenem Zeitvolumen für den Rest der Stunde zwei Möglichkeiten in Betracht:

Bleibt genügend Zeit, können die Schüler ihre Zwischenergebnisse an der Tafel befestigen. Im Auswertungsgespräch, die Schüler gruppieren sich im Halbkreis um die Tafel, geht es um die Einschätzung der MitschülerInnenarbeiten und die eigene Befindlichkeit.

Ist die Zeit knapp, können Schüler, die schon fertig sind, in der Klasse umherlaufen und die Mitschülerergebnisse der Stunde betrachten und sich so untereinander kreativ austauschen.

Zum Schluss wird als Orientierung für die nächste Stunde mitgeteilt, dass der Frau die Farbe zurückgegeben werden soll und dazu Wachsmalstifte oder Deckfarben bereitzustellen sind.

 

Für diese Unterrichtsstunde wähle ich die Arbeits- und Sozialformen des Klassenunterrichts und der Einzelarbeit. Klassenunterricht ergibt sich während des Vorstellens der Künstlerbiographie, der Kunstbetrachtung und in den Gesprächsphasen. Da jedes Kind seine eigene Frau gestaltet, ergibt sich für die künstlerische Tätigkeit die Einzelarbeit als Sozialform. Ich halte dies für sinnvoll, da jedes Kind dadurch in Besitz eines Unterrichtsresultates kommt. Somit wird Freude, Stolz aber auch Verantwortung für die eigene erbrachte Leistung erzeugt. Weiterhin erhält jedes Kind die Möglichkeit, seine eigenen Ideen und Fantasien auszuspielen, was der individuellen Förderung der Kreativität dienlich ist. Auch ist die persönliche Schülerleistung für den Lehrer greifbarer und lässt objektivere Rückschlüsse auf den jeweiligen Fertigkeitsstand der SchülerInnen zu.

 

Alternativen zum geplanten Verlauf:

Künstlervorstellung durch Schülervortrag Ausführung als Partnerarbeit, um bewussten Austausch und gegenseitige Anregungen herauszufordern und Zeit zu sparen

6 Geplanter Unterrichtsverlauf

Zeit/

Unterrichtsphase

Unterrichtsschritte

Medien/

Materialien

Aktions- und

Sozialformen

Vorbereitungsphase

ca. 15´

8:45-9:00 Uhr

 

Begrüßung Präsentation der 4 Reproduktionen Betrachtung Informationen über Picasso und seine Perioden Konfrontation unvollendetes Bild Frage: „Was fehlt?" ZO/MO

Künstler helfen, den Hut wieder auf den Kopf der Frau zu bekommen und dem Bild danach Farbe zurückgeben

Präsentation Lehrervorarbeit

 

 

4 Reproduktionen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorarbeiten

 

L, S

L

 

S

LV

 

 

L, S, UG

 

L

 

 

 

 

L

Ausführungsphase

ca. 25´

9:00-9:25 Uhr

 

Arbeitsauftrag formulieren Arbeitsalgorithmus erläutern Austeilen der unvollendeten Kunstwerke vorbereitetes Material aus vorhergehender Stunde, evtl. Materialergänzung Legen des Hutes

 

 

Kleben der Collage Namengebung

 

 

Tafel

Kopien A3 (siehe Anlage 5)

Kataloge, Schere

 

 

A3 Kopie, ausgeschnittenes Material

Kleber

Stift

 

L

L

L

 

S,

individuelle Hilfestellung der Lehrerin für einzelne S beim Rundgang

L

Reflexionsphase

ca. 5´

9:25-9:30 Uhr

 

Auswertung der entstandenen Zwischenergebnisse

 

 

ZO/MO, Auftrag für nächste Stunde

Verabschiedung

 

Tafel, Zwischenergebnisse

 

Halbkreis um Tafel oder individueller Rundgang L, S

L

L, S

 

Legende: L Lehrer

LV Lehrervortrag

ZO/MO Zielorientierung/Motivation

S Schüler

UG Unterrichtsgespräch

 

Literaturverzeichnis

Aissen-Crewett, M., Kunstunterricht in der Grundschule, Westermann Schulbuchverlag GmbH, Braunschweig, 1992

 

Baacke, D., Die 6- bis 12-jährigen, Beltz Verlag, Weinheim und Basel, 1992

 

Encarta 98 Enzyklopädie (CD-ROM), Microsoft Corporation, USA und andere Länder, 1997

 

Gudjons, H., Abriss der Entwicklungspsychologie: Kindheit, in Zeitschrift Pädagogik 1993, Heft 1, S. 47ff.

 

Hessisches Kultusministerium, Rahmenplan Grundschule, Verlag Diesterweg, Frankfurt am Main, 1995

 

Markosjan, A., Probleme der Entwicklungsphysiologie, Volk und Wissen Volkseigener Verlag, Berlin, 1985

 

Meyer, H., Leitfaden zur Unterrichtsvorbereitung, Cornelsen Scriptor Verlag, Frankfurt/Main, 1991

 

Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, Rahmenplan Grundschule Kunst, Wissenschaft und Technik Verlag, Berlin, 2004

Warncke, C.-P., Pablo Picasso 1881-1973, Taschen Verlag GmbH, 1997

 

Witzenbacher, K., Praxis der Unterrichtsplanung, R. Oldenbourg Verlag, München, 1998

verwendete Medien

 

Picasso 6 Posters Vol. 2, Taschen Posterbook, Benedikt Taschen Verlag, Köln, 1993

 

Kopie des unvollendeten Kunstwerkes von Berit Prade

 

 



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