Navigation:
Förderung und Schulung der Gleichgewichtsfähigkeits
Datum: 01. Dezember 2009 Kommentare: 0
Zusätzliche Informationen:
Beschreibung:
In dieser Unterrichtsstunde soll anhand von Stationen die Gleichgewichtsfähigkeit der SchülerInnen gefördert und geschult werden. Durchgeführt in einer 2. Klasse.

Förderung und Schulung der Gleichgewichtsfähigkeits
Förderung und Schulung der Gleichgewichtsfähigkeit
1. Unterrichtsziele
1.1 Sachkompetenz
• Schulung der Gleichgewichtsfähigkeit
• Wiederholung der einzelnen Gleichgewichtsübungen zur Verbesserung des Gleichgewichtsinns
1.2 Methodenkompetenz
• Erkenntnis erlangen, dass es zu einer Verbesserung des Gleichgewichts kommt, wenn man sich konzentriert
• Umsetzten der vorgegebenen Gleichgewichtsübungen (Stationszettel)
• Bewegungsablauf wird durch häufiges wiederholen gefestigt
1.3 Soziale Kompetenz
• Förderung der gegenseitigen Hilfe
• Hilfe von Mitschülern und Lehrer annehmen aber auch selber geben
• Gemeinsames Durchführen der Gleichgewichtsübungen (gegenseitig „Halt" geben und motivierend auf den Partner wirken)
1.4 Personale Kompetenz
• Entwicklung des Ehrgeizes, die Gleichgewichtübung selbständig zu schaffen
• Sich den einzelnen Gleichgewichtübungen öffnen und durchführen
• Sich schwierigeren Anforderungen stellen (z.B. über eine Bank balancieren und dabei einen Ball in die Luft werfen und wieder auffangen)
• Das eigene Niveau richtig einschätzen und an den Übungsstationen einsetzen
2. Bedingungsanalyse
2.1 Klassensituation
Die Klasse besteht aus 25 Schülern, 13 Mädchen und 12 Jungen. Der Sportunterricht
ist koedukativ, d.h. Mädchen und Jungen haben gemeinsam
Sportunterricht. In der Klasse gibt es einen adipösen Schüler der trotz seines
Gewichtproblems sehr engagiert ist und sehr gut in der Klasse integriert ist. Die
Klasse hat sich in dem ersten und dem laufenden zweiten Schuljahr ein gutes
soziales Verhalten angeeignet. Das zeichnet sich durch die Hilfsbereitschaft unter
den Schülern und den respektvollen Umgang zueinander und gegenüber dem Lehrer
aus.
Es gibt einen Schüler der sehr viel Aufmerksamkeit braucht und dadurch immer
wieder große Unruhe in der Klasse verursacht. Wenn die Unruhe auf die Mitschüler
störend wirkt, sorgen sie selbst für Ruhe, indem sie den Störenden direkt darauf
ansprechen und von ihm Ruhe und Aufmerksamkeit verlangen. Diese Eigenschaft
hat sich die Klasse auch in den vorigen Schuljahren angeeignet. Sollte die Situation
eskalieren, dann sorgt auch die Lehrperson für Ruhe.
Die sportlichen Fähigkeiten in der Klasse reichen von sehr gut bis weniger gut, wobei
hier die weniger guten Schüler einen bemerkenswerten Ehrgeiz haben. Sie werden
von den sehr guten Schülern bei den zu bewältigenden Aufgaben durch
motivierendem Zuspruch, Hilfeleistungen und Vorführungen unterstützt. Wie schon
erwähnt, ist das soziale Verhalten der Klasse sehr hoch.
Die Klasse hat insgesamt 3 Unterrichtsstunden Sport, wobei diese in einmal 45 (eine
Unterrichtsstunde) Minuten und einmal 90 Minuten (zwei Unterrichtsstunden)
aufgeteilt sind. Die eine Unterrichtsstunde findet immer am Dienstag in der zweiten
Stunde statt. Die zwei Unterrichtsstunden am Donnerstag in der fünften und
sechsten Stunden, den letzten beiden Stunden des Tages.
2.2 Äußere und situative Bedingungen
Die Schule besitzt direkt auf dem Schulgelände eine Turnhalle. Sie kann in drei Teile
eingeteilt werden, sodass drei Klassen parallel Sportunterricht haben können. Die
Halle wird mit Hilfe von Trennwänden eingeteilt. Jedes der drei Teilabschnitte ist so
groß, dass ein Volleyballfeld aufgebaut werden kann. Wie viele Teile man für den
Sportunterricht zur Verfügung hat, hängt davon ab, wie viele Klassen Sportunterricht
haben. Man kann sich aber auch mit den anderen Lehrpersonen absprechen, ob
man eventuell eine gemeinsame Unterrichtstunde macht, um z.B. einen kleinen
Wettkampf (Basketball auf dem großen Feld) durchzuführen. Egal ob in der einen
Unterrichtsstunde am Dienstag oder der Doppelstunde am Donnerstag hat man
immer ein drittel der Halle zur Verfügung.
In dem Drittel gibt es fünf Stationen, die um das Zentrum des Hallendrittels aufgebaut
werden. Es besteht damit die Möglichkeit, in der Mitte des Hallendrittels kleine
Zwischenbesprechungen oder Bewertungsrunde durchzuführen.
2.3 Einbettung der Stunde in die Unterrichtsreihe
| Stunde | Stundenziel | Inhaltsplanung | Bemerkung |
| Dienstag 45 Minuten | Heranführen an die Gleichgewichtsfähigkeit und Einstufung der Fähigkeit der Schüler. | Gruppenspiel (Fangspiel), in dem es von Vorteil ist, wenn man gut und lange auf einem Bein stehen kann. | Spiel ist eine Kombination aus Reaktionsgeschwindigkeit, Schnelligkeit und Gleichgewichtsfähigkeit |
| Donnerstag 90 Minuten | Schulung der Gleichgewichtsfähigkeit | 5 Stationen mit unterschiedlichen Gleichgewichtsübungen. Sie sind von ihrem Schwierigkeitsgrad verschieden. Einzel- & Partnerübungen | Vom einfachen Überqueren bis hin zum Überqueren mit Gegenständen. Gleichgewichtsübungen auf stabilen und labilen Unterlagen. |
| Dienstag 45 Minuten | Heranführen an die Rhythmisierungsfähigkeit | Rhythmische Bewegungsübungen -> Einzelübung und dann in 2-3 er Gruppen | Schüler sollen sich zur Musik ein Tier vorstellen und dieses im Rhythmus darstellen. Als Musik z.B. „Karneval der Tiere“. |
| Donnerstag 90 Minuten | Schulung der Rhythmisierungsfähigkeit | Rhythmische Übungen mit dem Seil -> Einzel, Partner und Gruppenübungen | Als akustische Unterstützung läuft im Hintergrund ausgewählte Musik. |
| Dienstag 45 Minuten | Heranführen an die Differenzierungsfähigkeit | Kontrollierter Einsatz der Kraft beim Wurf | |
| Donnerstag 90 Minuten | Verbesserung der Differenzierungsfähigkeit | Differenzierungsübungen mit dem Ball -> Stationsübungen | Verschiedene Wurftechniken mit unterschiedlichem Einsatz der Kraft |
2.4 Sachanalyse
Die Gleichgewichtsfähigkeit ist Grundlage für alle Formen des Balancierens. Es ist
Voraussetzung für jede Art von Sport, sei es Gerätturnen, Kampfsport oder einfaches
Rückwärtslaufen bei Ballsportarten. Daher ist es sehr wichtig die
Gleichgewichtsfähigkeit früh zu fördern.
Es gibt drei Gleichgewichtsfähigkeiten die zu unterscheiden sind, die statische, die
dynamische und die objektbezogene. In der Doppelstunde sollen die Schüler die
statische, dynamische und objektbezogene Gleichgewichtsfähigkeit schulen. Die
statische Gleichgewichtsfähigkeit wird allein dadurch gefordert, dass die Kinder auf
den zu balancierenden Gegenständen (Seil, Bank) versuchen stehen zu bleiben und
ihren Körper in eine Ruhestellung zu bringen. Beim Überqueren des Seils bzw. der
Bank und das aneinander Vorbeikommen an einem Mitschüler, wird die dynamische
Gleichgewichtsfähigkeit trainiert. Der Einsatz des Balls schult die objektbezogene
Gleichgewichtsfähigkeit.
2.4.1 Erste Station
Vom Schüler wird an der ersten Station verlangt, dass er über ein Tau bzw. Seil
balanciert, das am Boden liegt. Sollte ihm das leicht fallen kann er sich einen Ball
dazunehmen und diesen beim Überqueren des Taus/Seils in die Luft werfen und
wieder auffangen. Jedem Schüler ist es selbst überlassen wie er das Tau/Seil
überquert, auf allen vieren, vorwärts, rückwärts, mit verschlossenen Augen oder was
ihm sonst noch einfällt. Wichtig hierbei ist nur, dass er beim Überqueren immer auf
dem Tau/Seil bleibt. Durch diese Übung sollen die Schüler erfahren wie sie ihr
Gleichgewicht halten können.
2.4.2 Zweite Station
Hier erwartet die Schüler eine Bank die überquert werden muss. Auf sie können
zusätzlich Hütchen aufgestellt werden die als Hindernisse dienen. Das erhöht den
Schwierigkeitsgrad, wobei dieser auch wieder mit den unterschiedlichen Varianten
der Überquerung gesteigert werden kann. Hinzu kommt bei der Station, dass die
Schüler die Bank gemeinsam überqueren können und auch versuchen mit
gegenseitiger Unterstützung aneinander vorbeizukommen, ohne die Bank zu
verlassen.
2.4.3 Dritte Station
Eine umgedrehte Bank erwartet die Schüler als nächstes. Auf Grund der schmalen
Fläche und des Höhenunterschiedes zum Tau/Seil müssen die Schüler beim
Überqueren oder einfachen Stehen sehr konzentriert sein. Die Schüler können
versuchen ein statisches Gleichgewicht zu erreichen, aber auch ein dynamisches, in
dem sie die Bank überqueren. Partnerübungen (z.B. sich gegenseitig festhalten und
ein Bein abspreizen) an dieser Station fördert zusätzlich das Vertrauen zu den
Mitschülern. Während der Übung wächst bei den Schülern das Vertrauen des
eigenen Könnens und sie verlangen nach einer schwierigeren Aufgabe an der
Station. Das kann wieder mit Hilfe von Überquerungsvariationen, oder mit dem
Einsatz von Gegenständen, die balanciert werden müssen, erreicht werden.
2.4.4 Vierte Station
Die vierte Station besteht aus einer umgedrehten Bank, die auf einem Tau bzw. Seil
steht. Die Besonderheit dieser Station ist der labile Untergrund. Es ist eine
anspruchsvolle Gleichgewichtsübung, denn nicht nur der eigene Körper muss in
Ruhe gebracht werden, sondern auch der Gegenstand auf dem man steht. Um sich
erst einmal mit der neuen Situation vertraut zu machen sollen die Schüler auf allen
Vieren über die Bank gehen. Die Schüler sollen erkennen in wieweit sich die
Stabilität des Körpers verändert, wenn man die Bank im aufrechten Gang überquert.
Schülern, denen es leicht fällt die Bank im aufrechten Gang zu überqueren, stehen
noch weitere Methoden und Gegenstände (z.B. Ball in die Luft werfen und fangen)
zur Verfügung.
2.4.5 Fünfte Station
Es werden zwei Matten, ein Kastendeckel und eine Bank für diese Station benötigt.
Die umgedrehte Bank liegt mit ihrer Mitte auf dem quer liegenden Kastendeckel. An
den beiden Enden der Bank liegt jeweils eine Matte. Die Bank hat die Funktion einer
Wippe. Die Aufgabe der Schüler ist es nun, die Bank wieder zu überqueren.
Schwerpunkt dieser Gleichgewichtsübung ist es, das die Bank bei einem bestimmten
erreichten Punkt vom Boden abhebt und an einem zweiten erreichten Punkt sich
absenkt. Auch hier ist den Schülern erlaubt sich an das Gerät ranzutasten, um zu
erfahren, wie das Gerät bei unterschiedlichen Bewegungen reagiert. Sobald die
Schüler Vertrauen in ihr eigenes Können haben, können sie versuchen mit einem
Mitschüler im Stehen zu wippen.
2.5 Methodische Vorüberlegungen
Die Sportstunde ist 90-minütig und findet in der fünften und sechsten Stunde statt.
Die Schüler saßen also die ersten vier Stunden im Klassenraum und mussten sich
konzentrieren und stillsitzen. Für den Anfang der Sportstunde ist es also wichtig die
Schüler sich austoben zu lassen damit sie die Gleichgewichtsübungen konzentriert
durchführen können. Nach dem sich die Schüler durch das freie Laufen ausgetobt
haben, sollen sie sich nach einem akustischen Zeichen bei der Lehrperson sammeln.
In der Einleitung findet zuerst die Begrüßung der Schüler statt, danach wird die
Anwesenheit überprüft. Damit die Schüler wissen, was in der Unterrichtsstunde auf
sie zukommt, wird der Unterrichtsinhalt von der Lehrperson geschildert.
Der Hauptteil beinhaltet mehrere Stationen. Diese sollen von den Schülern auf- und
abgebaut werden. Dafür werden die Schüler mithilfe von Farbkarten (siehe Anhang)
in fünf Gruppen eingeteilt. Jede dieser Gruppe erhält einen Stationszettel (siehe
Anhang) auf dem der Aufbau und die Gleichgewichtsübungen erklärt sind.
Bevor die Schüler an den einzelnen Stationen die Gleichgewichtsübungen
durchführen, muss von der Lehrperson der Stationsaufbau kontrolliert werden. Damit
sich nicht jede Gruppe jede Aufgabe durchlesen muss, wird von der jeweiligen
Gruppe ihre Station erläutert. Nachdem die Stationen aufgebaut, kontrolliert und
erläutert wurden, wird zur Erwärmung ein Fangspiel gespielt. Nach der Erwärmung
beginnt jede Gruppe bei der von ihnen aufgebauten Station. Nach 10 Minuten
wechseln die Gruppen die Station, in dem sie eine Station im Uhrzeigersinn
aufrutschen.
Am Ende des Hauptteils sollen sich alle Schüler wieder bei der Lehrperson sammeln,
damit über die Stationen gesprochen werden kann und evtl. auch einige Interessante
Übungen vorgemacht werden können. Nach der Auswertung ist jede Gruppe für ihre
Station zuständig und baut sie ab.
Ca. 5 Minuten vor Stundenende erkundigt sich die Lehrperson bei den Schülern, wie
ihnen der Unterricht gefallen hat. Vorschläge von den Schülern sind hierbei sehr
erwünscht.
3. Tabellarischer Stundenverlauf
ist in Pdf enthalten!
Literaturverzeichnis
• Kosel, Andreas (1992). Schulung der Bewegungskoordination: Übungen und Spiele für den Sportunterricht der Grundschule. Köln: Verlag Karl Hofmann Schorndorf.
• Marktscheffel, Marlies (2000). Übungslandschaften im Kinderturnen: Der Einstieg ins Gerätturnen. Aachen: Meyer und Meyer Verlag.
• Podlesny, Monika (1994). „Kleine Spiele": Primarstufe, Sport: 1. und 2. Klassen. Berlin: Berliner Institut für Lehrerfort- und -weiterbildung und Schulentwicklung.
• http://nibis.ni.schule.de/~as-ver/fach/sport/methode/aufwarm/index.htm (05.03.09)
• http://de.wikipedia.org/wiki/Gleichgewichtsf%C3%A4higkeit (05.03.09)
Kommentare (0)
Schreibe den ersten Kommentar zu diesem Material!











