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Wie wird Jesus sich entscheiden? (Mk 3,1-6)
Datum: 05. Januar 2010 Kommentare: 0
Zusätzliche Informationen:
Beschreibung:
In dieser Unterrichtsstunde sollen die SchülerInnen den Inhalt und den religiösen Gehalt der Perikope 'Die Heilung eines Mannes am Sabbat' (Mk 3,1-6) erschließen und erkennen, dass Jesus ein Vorbild im Umgang mit notleidenden Menschen ist. Durchgeführt in einer 5. Klasse.

Wie wird Jesus sich entscheiden? (Mk 3,1-6)
Wie wird Jesus sich entscheiden? (Mk 3,1-6)
1. Zur Sache
1.1 Vorgaben des Lehrplans
Das Stundenthema „Wie wird Jesus sich entscheiden?“ (Mk 3,1-6) lässt sich im
Lehrplan für die Bayerische Hauptschule, Jahrgangsstufe 5, 5.6 Menschen in Not
– Begegnung kann verändern verorten. Konkret findet sich die Thematik im
Unterpunkt 5.6.2 Nicht wegschauen – einander begegnen.
Folgende Lernziele werden vom Lehrplan vorgegeben:
a) Fachprofil Katholische Religionslehre
Leitlinien religiöser Bildung
Die Schüler1 sollen die lebensbejahende und schöpferische Kraft des christlichen
Glaubens erkennen, die ihre Lebensfreude und ihr Selbstwertgefühl stärken und
sie zu Engagement und Mitverantwortung in Kirche und Gesellschaft befähigen
will.
Lernbereich: Persönlichkeitsbildung und christlicher Glaube
Die Schüler werden auf der Grundlage des christlichen Verständnisses von Welt
und Mensch darin bestärkt, Lebens- und Handlungsgrundsätze für ihre
persönliche Lebensgestaltung und für das Zusammenleben mit anderen
Menschen zu entwickeln.
b) Fachlehrplan Katholische Religionslehre
5.6 Menschen in Not – Begegnung kann verändern
Bilder und Nachrichten von Notsituationen auf dieser Erde dringen täglich durch
die Medien in unseren Alltag und führen zu ganz unterschiedlichen Reaktionen.
Aber auch in unserer nächsten Umgebung begegnen uns oft Menschen in Not.
Die Schüler sollen an entsprechenden Beispielen die Nöte von Kindern und
Erwachsenen nah und fern erkennen und auf Ursachen aufmerksam werden. In
biblischen Erzählungen lernen sie die Vorliebe Jesu für notleidende Menschen
kennen. Das Vorbild Jesu kann dazu anregen, selber aktiv zu werden und an
Projekten oder Aktionen mitzuwirken.
5.6 Nicht wegschauen – einander begegnen
- Jesu Aufforderung zum Helfen und zum Widerstehen (z.B. Mt 25,31-40; Lk 6,6-
11)
c) Kernkompetenzen Katholische Religionslehre
Lernbereich: Persönlichkeitsbildung und christlicher Glaube
Leben in christlicher Solidarität (ab Jgst. 5)
- den Einsatz für Menschen in Not als Kernanliegen des christlichen Glaubens verstehen
1.2 Lernsequenz
1) Not hat viele Gesichter
3) Kinderarbeit in Indien
4) Not gibt es auch bei uns (Beispiel: Obdachlose)
5) Helfen tut auch mir gut
6) Wie wird Jesus sich entscheiden? (Mk 3,1-6)
7) Menschen, die nicht wegschauen
8) Was können wir tun?
1.3 Sachanalyse
Die Heilung eines Mannes am Sabbat (Mk 3,1-6)
1 Als er ein andermal in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann,
dessen Hand verdorrt war.2 Und sie gaben Acht, ob Jesus ihn am
Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage
gegen ihn. 3 Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh
auf und stell dich in die Mitte! 4 Und zu den anderen sagte er: Was ist
am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder
es zu vernichten? Sie aber schwiegen. 5 Und er sah sie der Reihe nach
an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem
Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus und seine Hand war
wieder gesund. 6 Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten
zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus
umzubringen.
Analyse
Die Geschichte Mk 3,1-6 bildet den Abschluss der Streitgesprächsammlung. Die
Perikope stellt die handelnden Personen vor, lässt sie aber bis zum Schluss in
einer gewissen Unbestimmtheit. So werden anfangs weder die Beobachter
genauer benannt, noch fällt in der gesamten Geschichte der Jesusname. Auch der
Kranke wird nicht näher vorgestellt, bei ihm steht nur das Krankheitsbild im
Vordergrund. Handlungsort ist eine Synagoge, die Jesus am Sabbat besucht. „Die
Exposition lässt beides erwarten, den Streit mit den Gegnern und die Heilung des
Kranken“2. Ein Streit bleibt aber aus und die Gegner lauern nur stumm im
Hintergrund und rechnen augenscheinlich damit, dass Jesus ein Wunder bewirken
wird. Das Wunder erhält in der Geschichte demonstrativen Rang durch die
Aufforderung Jesu und dem Nachkommen der Aufforderung durch den Kranken
(Mk 3,5). Anschließend fehlt allerdings die in der Regel übliche Admiration und
Akklamation der Beiwohnenden. Statt dessen werden die Tötungspläne der – erst
am Ende der Geschichte namentlich genannten – Pharisäern und deren
Verbündung mit den Herodianern erwähnt.
Die Perikope ist der Form nach ein Mischgebilde aus Wundertat, Streitgespräch
und biographischen Apophtegma. Ernst bezeichnet sie daher als „mixtum
compositum“3. Nach Gnilka dürfte uns diese Perikope Jesu Verhältnis zum Sabbat
vermitteln, da er davon ausgeht, dass das Alter der Perikope als nicht besonders
hoch anzusehen ist.
Erklärung
1 – 2 Jesus betritt eine Synagoge. In ihr sind bereits Menschen versammelt. Als
Handelnde werden aber nur die Lauernden und der Kranke benannt. Der
Krankheitsbefund „verdorrte Hand“ zeigt „den Schwund des Lebens und die
Gebrauchsunfähigkeit“4 an. Da zur Zeit Jesu heftig über die Einhaltung des
Sabbat-Gebotes gestritten wurde, ist die Antwort Jesu ein rigoroser Beitrag
zum gegenwärtigen Disput.
3 – 5 Jesus spricht zu dem Mann mit der verdorrten Hand: „Steh auf und stell
dich in die Mitte!“. Hierdurch macht er die Angelegenheit öffentlich und zieht
alle Blicke auf sich und sein Handeln, welches sich nun im Mittelpunkt der
Synagoge befindet. Jesus wendet sich in einem zweiten Schritt an seine
Gegner, deren Gedanken er durchschaut hat und fragt: „[...] Was ist am
Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu
vernichten?“ Mit dieser Doppelfrage gibt Jesus seinen Gegnern zugleich die
Antwort: „»Gutes tun oder Böses tun« bildet eine Antithese, die in Parallele
steht zu »Leben retten oder töten«“5. Jesu Gegner hätten das Lebenretten
am Sabbat sicher erlaubt, aber Jesus will mehr. Er stellt die gute, die
helfende Tat dem Lebenretten gleich und betrachtet zusätzlich das
Unterlassen dieser Hilfe als böse, als sündige Tat. Anders formuliert: Wer
das Gute unterlässt, der handelt böse. Jesus rechtfertigt sein Handeln in
einer Sprache, die seine Gegner gut verstehen, „[...] sachlich geht er aber
durch die Aufdeckung der humanen Perspektive des Gottesgebotes [...]
über den jüdischen Gesetztesrigorismus weit hinaus“6. Hier wird Jesu
befreiende Einstellung zum Sabbat und zum Gesetzt deutlich. Jesu Gegner
aber fassen am Sabbat den Entschluss zu seiner Tötung und erlauben sich
damit selbst das böse Handeln am Sabbat.
6 Im dritten Schritt zeigt Jesus die Macht seines Wortes durch ein Wunder,
welches zugleich ein Beweis gegen den Unglauben der Gegner ist. Jesu
»Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz«, ist sein Zorn und seine Trauer
über ihren Unglauben.
Die geschlagenen Pharisäer erwidern bis zum Schluss der Perikope kein
Wort. Doch noch während dem wortlosen Verlassen der Synagoge tun sie
sich mit den Anhängern des Herodes7 zusammen, um Jesu Todesurteil zu
beschließen.
Der Widerstand auf den Jesus in der Perikope getroffen ist, scheint nach Ernst
„symptomatisch zu sein für eine bestimmte Form starrer und unbeweglicher
Religiosität“8. So geben Normen das Gefühl vom Sicherheit und es fällt leichter
Entscheidungen anhand von vorgeben Regeln zu fällen. Derartige Normen und
Regeln können aber auch zu einem »Tunnelblick« führen: Der Mensch ist nicht
mehr in der Lage, das Notwendige zu erkennen. Gott aber spricht so wie es ihm
gefällt und fordert den Menschen nicht nach dem Katalog ein. „Die Antwort des
Menschen setzt ein offenes Ohr und die Bereitschaft zum unverzüglichen
Reagieren voraus. Man darf sich durch selbsternannte Ankläger und Aufpasser
nicht irritieren lassen“9. Steht wirklich der notleidende Mensch in der Mitte, so
bekommt das Gesetz für Jesus eine nachgeordnete Bedeutung.
Bemerkenswert ist, dass der Perikope die wichtige Aussage in Mk 2,27
vorausgeht: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den
Sabbat. Diese Aussage steht sozusagen als Programm über der Heilung des
Mannes mit der verdorrten Hand. So wird deutlich, dass das Heil der Menschen
absolute Priorität für Jesus hat. Jesus signalisiert durch sein Handeln, dass Gott
das Heil für jeden Menschen möchte; das kann nicht durch die Vorschrift eines
Gesetzes aufgehalten werden.
2. Zum Schüler
2.1 Informationen zur Lerngruppe
Bei der zu unterrichtenden Klasse handelt es sich um eine ganz normale 5. Klasse
einer Regel-Hauptschule. Die Klasse besteht aus 25 Schülern, davon 12 Jungen
und 13 Mädchen. Zwei der Mädchen besuchen den evangelischen Religionsunterricht.
Die Klasse ist im Allgemeinen sehr ausgeglichen. Die Lernatmosphäre
ist angenehm, da die Schüler freundlich und zum Teil sehr begeisterungsfähig
sind. Die Schüler sind am Fach Religion und seinen Lerninhalten sehr interessiert
und haben zudem keine Scheu auch ihre eigenen Gedanken und Gefühle in den
Unterricht einzubringen.
Die „kirchliche Sozialisation“ der gesamten Gruppe ist vergleichsweise gut
ausgebildet und erlebt worden. So sind einige Kinder Mitglieder in einer/einem
kirchlich organisierten Gruppe bzw. Verein oder als Ministrant tätig.
Verortet man die Gruppe nach wissenschaftlichen Ansätzen bezüglich der
religiösen Urteilskraft (nach Oser/Gmünder) und der Glaubensentwicklung (nach
Fowler) so erhält man ein sehr homogenes Bild: Die religiöse Urteilskraft dürfte
sich bei allen auf Stufe 2 befinden. Das heißt die Schüler orientieren sich an dem
Prinzip »do ut des«. Obwohl sie es wahrscheinlich nicht offen zugeben, so hoffen
sie dennoch darauf, Gott durch intentionale Akte wie Gebet oder das Befolgen
gewisser Gebote zu beeinflussen. Bezüglich der Glaubensentwicklung dürften sie
sich mehrheitlich auf Stufe 2 befinden, also den Glauben noch eher »wörtlich«
verstehen. Gott wird wie ein menschliches Wesen aufgefasst. So wird er oft in
amorphen Metaphern zum Beispiel als alter Mann mit Händen oder Füßen
beschrieben.
2.2 Lernvoraussetzungen
Die Schüler haben sich bereits in fünf Unterrichtsstunden mit der Thematik
»Menschen in Not – Begegnung kann verändern« beschäftigt. Dabei erfuhren sie,
dass Not viele Gesichter hat und reflektierten auch über ihre eigenen
Notsituationen. Sie lernten am Beispiel von Kinderarbeit in Indien Not in fernen
Ländern kennen und wurden durch die Beschäftigung mit dem Thema »Not gibt es
auch bei uns« am Beispiel von Obdachlosen Menschen auch auf die Not vor
unserer Haustüre aufmerksam. In der letzten Unterrichtseinheit »Helfen tut auch
mir gut« erfuhren die Schüler, dass Zuwendung nicht nur dem Menschen,
welchem geholfen wird, sondern auch dem Helfenden gut tut.
2.3 Bedeutung des Lerngegenstands für den Schüler
Jesus bringt in der Perikope Mk 3,1-6 Menschen um seiner Sache willen gegen
sich auf und ist dabei ein Vorbild für andere Menschen, weil er den Mut hat, gegen
äußere Widerstände einem Menschen in Not zu helfen. Sein Handeln besitzt auch
heute immer noch höchste Aktualität. Nächstenliebe und der Mut für das Gute sind
Handlungsanweisungen, die ihre Gültigkeit nie verlieren werden. »Die Heilung
eines Mannes am Sabbat« enthält damit zentrale Aspekte des christlichen
Glaubens. Jesus ist in dieser Perikope nicht nur Christen, sondern allen Menschen
ein Vorbild.
Am Handeln Jesu können die Schüler sich ein Beispiel nehmen und erkennen,
dass die Begegnung mit Menschen in Not ein impliziter Aufruf an sie selbst ist,
diesen Menschen zu helfen. Jesus gibt ein Beispiel dafür, wie wir auf Not, die uns
begegnet, reagieren sollen.
3. Zielsetzung
Stundenziel:
Die Schüler sollen den Inhalt und den religiösen Gehalt der Perikope »Die Heilung
eines Mannes am Sabbat« (Mk 3,1-6) erschließen und erkennen, dass Jesus ein
Vorbild im Umgang mit notleidenden Menschen ist.
Feinziele:
Die Schüler sollen...
- sich durch die Einfühlungsübung die Gefühle des Mannes mit der verdorrten Hand nachvollziehen können und erkennen, dass der Mann traurig, müde, krank o.ä. ist.
- mithilfe einer Lehrererzählung und einer schriftlichen Textbegegnung den Handlungsverlauf von Mk 3,1-6 sowie den Konfliktherd „Sabbatgebot“ zwischen Jesus und den Pharisäern kennen und verbalisieren können.
- durch die Bearbeitung der Arbeitsaufträge in der Gruppenarbeit erkennen, dass Jesus in der Perikope ein Beispiel dafür gibt, wie sie auf Not, die ihnen begegnet, reagieren sollen.
- beim dem Transfer auf die jetzige Zeit und auf ihr eigenes Leben, die Einsicht gewinnen, dass Jesus ein Vorbild für ihr eigenes Handeln sein kann.
4. Begründung des methodischen Vorgehens
Einstieg
Zum Ankommen im Religionsunterricht wird zu Beginn eine kurze meditative
Einstimmung mit Musik durchgeführt, welche die Schüler zur Ruhe bringen soll
und sie bereits zum Stundenthema hinführt. Beim Ankommen im Klassenzimmer
finden die Schüler ein Bild des kranken Mannes an der Tafel. Es soll zuerst einige
Sekunden in Ruhe betrachtet werden. Im Anschluss sollen die Kinder die Haltung
des Mannes einnehmen. Durch das Erfahren dieser Haltung sollen die Schüler die
Perspektive des Mannes übernehmen. Danach werden sie in der Lage sein, sich
in die Gefühle des Mannes hineinzuversetzen. Um dies an der Tafel nachvollziehen
zu können, wird eine Wortkarte an die Tafel gehängt. Die Information,
dass sich der Mann an zur selben Zeit wie Jesus (⇒ Bildkarten an Tafel) in der
Synagoge befindet, soll bereits eine Fragehaltung hervorrufen, die schließlich in
der Erarbeitung Iauf die Zielfrage hinführt.
Erarbeitung I
Anschließend werden den Schülern die ersten drei Verse von Mk 3,1-6 erzählt.
Um dies an der Tafel nachvollziehen zu können, werden entsprechende Bildkarten
an die Tafel gehängt.
Die Schüler sollen erkennen, dass eine gewisse Spannung im Raum liegt und
dass Jesus verschiedene Handlungsalternativen hat, die mit unterschiedlichen
Konsequenzen verbunden sind und formulieren die Zielangabe.
Nachdem die Schüler sich zum Ausgang der Geschichte geäußert haben und
selbst verschiedene Handlungsalternativen durchdacht haben (An diesem Punkt
wird den Schülern deutlich vor Augen geführt, dass die Entscheidung keine
einfache ist, da Sabbat ist. Dies wird in der Zielangabe ergänzt.), wird die
Geschichte bis Mk 3,5 von einem Schüler vorgelesen. Um die Bedeutung der
erfolgten Heilung für den Mann mit der verdorrten Hand zu verdeutlichen (⇒
Wortkarte an Tafel), sollen sich die Schüler nochmals in seine, nun neue
Gefühlslage einfühlen. Um dies an der Tafel nachvollziehen zu können, wird eine
Wortkarte an die Tafel gehängt.
Erarbeitung II
In der nun folgenden Gruppenarbeit sollen die Schüler das Handeln Jesu und die
ihm begegnenden Widerstände (Pharisäer ⇒ Wortkarte an Tafel) genauer
betrachten. Dabei soll ihnen deutlich werden, dass Jesus durch die Heilung des
Mannes am Sabbat zeigt: Wenn ein Mensch in Not ist, muss man helfen, auch
wenn es Widerstände gibt. Der letzte Vers Mk 3,6 zeigt die erschwerende
Konsequenz, die sich Jesus durch sein Handeln zuzieht. Der Vers Mk 3,6 wird den
Schülern bis zu dieser Stelle vorenthalten, um eine Erwartungshaltung für die nun
folgende Gruppenarbeit aufrechtzuerhalten.
In der Aktualisierung erfolgt ein Übertrag auf das Leben der Schüler. Der an der
Tafel angebrachte Spiegel soll die Schüler anregen eigenständig nachzudenken,
was die Perikope Mk 3,1-6 für ihr Leben bedeutet. Sie sollen so ein Bewusstsein
entwickeln, dass Jesus ein Vorbild für ihren eigenen Umgang mit notleidenden
Menschen sein kann.
Vertiefung
In der Vertiefung wird die Erkenntnis aus der Aktualisierung (Jesus als Vorbild im
Umgang mit notleidenden Menschen) nochmals aufgegriffen. Die Schüler äußern
sich hier frei über Situationen, die ihnen relevant erscheinen. Sollte den Schülern
der Übertrag zu schwer fallen, wird als Hilfsimpuls eine Folie mit fingierten
Zeitungsüberschriften eingeblendet.
In dieser Phase soll außerdem verdeutlicht werden, dass Situationen in denen die
Schüler sich an Jesu Handeln orientieren können, in der Regel nicht derartige
Brisanz haben, aber dennoch wichtig sind.
Ausklang
Die Schüler formulieren kurze Gebete, in denen sie Gott um Unterstützung bitten,
wenn sie in einer derartigen Situation sind. Abschließend lesen die Schüler
freiwillig einige Gebete vor.
5. Zur Unterrichtseinheit
5.1 Verlaufsplanung
| Unterrichtschritt | Inhalte und Lehrer-Schüler-Interaktion | Lehr-/ Lernform | Medien |
| Einstieg Hinführung | L: Setz dich bequem auf deinen Stuhl und schließe deinen Augen. Atme ganz ruhig... Die SuS öffnen die Augen und sehen ein Bild von einem Mann mit verdorrter Hand und äußern sich dazu: Mann, sitzt an einer Wand in der Synagoge, Arm hängt herab, ist kraftlos und steif... | Fantasiereise Stummer Impuls | Musik/CD-Player BK/Ta (mi) |
| Einfühlungsübung | L: Setze dich bitte genauso hin wie der Mann. Konzentriere dich jetzt Evtl. Hilfsimpuls L: Jesus sieht den Mann. | SuS-Aktivität | WK/STA (re) BK/TA (mi) |
| Erarbeitung I | L: Wie die Begegnung zwischen Jesus und dem Mann mit der verdorrten Hand verlaufen ist, werde ich dir jetzt erzählen. | ||
| Begegnung mit dem biblischen Text I | L erzählt die biblische Geschichte bis Mk 3,3 (...war es auf einmal totenstill...) und heftet an den entsprechenden Stellen Bildkarten (Pharisäer, Mann stehend in der Mitte) an die Tafel. L: Die beteiligten Personen beschäftigt wahrscheinlich die gleiche Frage wie uns in dieser Stunde: | L-Erzählung | BK/TA (mi) und BK/STA (li) |
| Zielangabe | SuS formulieren Zielangabe, L notiert parallel an TA: Wie wird sich Jesus verhalten? | TA (mi) | |
| Antizipation | L: Überlege zusammen mit deinem Nachbarn, wie Jesus in dieser Situation handeln wird. Vermutete SÄ: Natürlich soll er dem Mann helfen..., Er soll dem Mann einfach am nächsten Tag helfen, weil Sabbat ist und sich nicht in Gefahr bringen... | PA Plenum | |
| Begegnung mit dem biblischen Text II | L: Wie die Geschichte weitergeht, erfährst du nun. L deutet zwischen sitzendem und geheiltem Mann hin und her. | SV Plenum | Folie/OHP BK/TA (mi) TA (mi) |
| Einfühlung | SuS ergänzen an TA: Ich fühle mich... froh, erleichtert, glücklich, dankbar. | SuS-Aktivität | WK/TA (mi) |
| Erarbeitung II Erschließung des biblischen Textes | L deutet auf Pharisäer an der STA. Evtl. Hilfsimpuls L: Da waren aber auch noch andere Menschen in der Synagoge. Vermutete SÄ: In der Synagoge waren auch Pharisäer. Sie waren nicht einverstanden mit dem, was Jesus macht. L: Die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Ich habe dir nicht alles gezeigt. (L deckt auf Folie das erste Wort von Mk 3,6 auf.) Da ist noch etwas versteckt. Was das ist, kannst du jetzt zusammen mit deiner Gruppe herausfinden. SuS arbeiten in ihrer Gruppe. | GA | BK/STA (li) Folie/OHP Bibel, AB |
| Zusammenführung der Gruppenarbeit | L malt Gedankenblase zu den Pharisäern an die STA. L: Und Jesus heilt den Mann trotzdem. Er hätte den Mann doch auch | Plenum Überleitung-L
| STA (li) STA (li)
Folienstreifen/ |
| Anwendung – Vertiefung Aktualisierung | L: Die Erzählung von Jesus und dem Mann mit der verdorrten Hand ist ja nun schon 2000 Jahre alt und trotzdem ganz aktuell. L befestigt Spiegel an der Tafel. L (deutet auf Spiegel): Überlege selber, was das bedeuteten soll. SuS denken nach, im Hintergrund läuft leise Musik. L schaltet den CD-Player aus. Vermutete SÄ: Wir können uns am Handeln Jesu ein Beispiel nehmen./Jesus ist ein Vorbild für uns. L: Sicher werden wir eher selten mit derartigen Konsequenzen, wie Jesus rechnen müssen. Trotzdem fällt es manchmal schwer, einem anderen Menschen zu helfen. Gibt es für dich Situationen, in denen du dir Jesus als Vorbild nehmen kannst? Evtl. Hilfsimpuls: Folie mit entsprechenden Zeitungsüberschriften. Schüler äußern sich frei... | Überleitung-L EA Plenum Überleitung-L Plenum | Spiegel/TA (mi) Musik/CD-Player Folie/OHP |
| Ausklang
[Sofern zeitlich | L: Oft ist es aber nicht so einfach, so zu handeln. Solche Situationen erfordern oft viel Kraft, Selbstbewusstsein, Stärke, Zuversicht und Mut von uns. Und weil das oft so schwer ist, können wir Gott darum bitten. Du kannst jetzt so eine Bitte an Gott aufschreiben. L verteilt „Spiegel“ und Impuls-Karten an die SuS. L: Wenn du schon fertig bist, kannst du deinen Spiegel schön verzieren. SuS schreiben Gebete, im Hintergrund läuft leise Musik. Einige SuS lesen ihre Gebete vor (freiwillig). [L: Wenn alle Menschen dem Vorbild Jesu folgen würden, gäbe es weniger Not und Leid auf dieser Welt. Dafür müssen wir uns aber von der Sache Jesu begeistern lassen. Gemeinsames Singen des Liedes „Die Sache Jesu braucht Begeisterung“] | Überleitung-L EA SV [Gemeinsames Singen] | „Spiegel“ Impuls-Karten Musik/CD-Player [Liedblatt/OHP Gitarre] |
| Sicherung | SuS übernehmen Tafelbild in ihr Religionsheft und kleben ihr Gebet dazu. | TA | Nächste Stunde |
6. Literaturangabe
Die Bibel – Altes und Neues Testament. Einheitsübersetzung. Stuttgart 1980.
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus (Hg.), Lehrplan für die bayerische Hauptschule, 5. / 6. Jahrgangsstufe, München 2004.
Hilger, G. / Leimgruber, S. / Ziebertz, H.-G., Religionsdidaktik. Ein Leitfaden für Studium, Ausbildung und Beruf, München 2001
Katholisches Schulkommissariat in Bayern (Hrsg.): Handreichungen 5 - Teil 1. Arbeitshilfen zum Lehrplan Katholische Religionslehre an der Hauptschule. München 1997.
Ernst, J., Das Evangelium nach Markus. Übersetzt und erklärt von Josef Ernst (RNT), Regensburg 1981.
Gnikla, J., Das Evangelium nach Markus (EKK II / 1), Zürich u.a. 1978.
Unterlagen des religionspädagogischen Seminars der Diözese Regensburg:
• Die biblische Botschaft vermitteln im Religionsunterricht der Hauptschule
Bildquellen:
• Eigene Zeichnungen
• Figurenvorlagen aus dem Ordner „Bildvorlagen für den Religionsunterricht“, genauere Quelle unbekannt
Liedquelle:
• Jugendbildungsstätte Waldmünchen (Hg.), QuerBeet. Das Liederbuch, Waldmünchen 1995.
Fußnoten:
1 Aus Gründen besserer Lesbarkeit wird in dieser Arbeit durchgängig das grammatische Maskulinum verwendet.
2 Gnikla, J., Das Evangelium nach Markus, 1978, 125.
3 Ernst, J., Das Evangelium nach Markus, 1981, 105.
4 Gnikla, J., Das Evangelium nach Markus, 1978, 127.
5 Ebd., 127.
6 Ernst, J., Das Evangelium nach Markus, 1981, 107.
7 Nach Gnilka (1978) waren die Herodianer vermutlich die Anhänger von Agrippa I., welcher mit den
Pharisäern gegen die Christen sympathisierte.
8 Ernst, J., Das Evangelium nach Markus, 1981, 108.
9 Ebd., 108.
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