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Kennen lernen der Gedichtsform Elfchen und Produktion von einem Frühlings-Elfchen

Kennen lernen der Gedichtsform Elfchen und Produktion von einem Frühlings-Elfchen
Unterrichtsentwurf
Datum: 03. März 2010 Autor: töpferin Kommentare: 0

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Beschreibung:

In dieser Unterrichtsstunde sollen die SchülerInnen die Gedichtsform Elfchen kennen lernen und ein Frühlings-Elfchen produzieren. Durchgeführt in einer 3. Klasse.


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Kennen lernen der Gedichtsform Elfchen und Produktion von einem Frühlings-Elfchen


Kennen lernen der Gedichtsform Elfchen und Produktion von einem Frühlings-Elfchen

1 Sachanalyse

1.1 Gedichte

Der Begriff Gedicht war ursprünglich der Ausdruck für alles schriftlich Geschriebene. Seit dem 18. Jahrhundert bezieht sich diese Definition ausschließlich auf poetische Bereiche und der Begriff Gedicht beschränkt sich meist auf den Bereich Lyrik. Heute grenzt sich das Gedicht als Form der Lyrik von den Gattungen Epos und Drama ab, denn lyrische Texte unterscheiden sich sprachlich-formal von epischen und dramatischen vor allem durch ihre Kürze, ihre strengere Form, ihre Dichte (Ausdruckskraft) und sprachliche Ökonomie (Prägnanz), ihre Subjektivität und ihren Bezug auf ein „lyrisches Ich". Oft werden sehr viele sprachliche und formale Mittel dabei als Ausdrucksmittel nutzbar gemacht (siehe beispielsweise Reim, Rhetorische Figur, Alliteration, Metapher). Auch eine nichtalltägliche Anordnung von Wörtern, Wortgruppen und Sätzen spielt dabei eine Rolle. Mit Gedichten versucht der Poet Aussagen und/ oder Eindrücke durch die Konstruktion, die Anordnung von Wörtern, Wortgruppen oder Sätzen, zu vermitteln. Auch die Satzmelodie und die Intonation können eine wichtige Rolle spielen. Neben offenen Formmerkmalen können Merkmale eines Gedichtes auch verborgen sein. So kann eine bestimmte Silbenzahl (Bsp. Haiku) oder Anzahl von Wörtern (Bsp. Elfchen) in einer Zeile festgelegt sein oder es können an bestimmten Positionen im Gedicht bestimmte Buchstaben gefordert werden.[1] {#_ftn1}

1.2 Elfchen

Elfchen kann man der Gattung Lyrik zuordnen, da die Kürze zu einer Reduktion auf Wesentliches führt. Syntaktische Regeln werden zugunsten einer Versform aufgehoben. Das „Elfchen" ist ein lyrisches Kurzgedicht, das aus 11 Wörtern besteht und nach ihrer Gesamtwortzahl benannt ist.[2] {#_ftn2} Es handelt sich hierbei um einen 5-Zeiler, auf den 11 Wörter in einer festgelegten Weise verteilt werden. Die Struktur erhält das Elfchen durch die bestimmte Anordnung der Wörter:

Zeile: ein Wort Zeile: zwei Wörter Zeile: drei Wörter Zeile: vier Wörter Zeile: ein Wort.

Das Elfchen weist eine strenge Struktur mit engen formalen Vorgaben auf. Inhaltlich ist festgelegt, dass die

1. Zeile ein Adjektiv

2. Zeile Begleiter mit Namenwort

3. Zeile eine Aussage über das Wie und Wo oder die Tätigkeit des Gegenstands

4. Zeile eine Aussage über das Ich des oder der Schreibenden

5. Zeile ein abschließendes Wort enthalten

muss.[3] {#_ftn3}

 

Elfchen können vielfältige Inhalte haben und diese in verdichteter Form darstellen. Die zunehmende Wortzahl von Zeile zu Zeile innerhalb des „Elfchens" sowie die Anbindung an das „lyrische Ich" in der 4. Zeile weisen auf eine erweiterte Wahrnehmung hin. Die beiden Einwortzeilen bilden einen Rahmen, „wobei die erste Zeile etwas nennt, was in der fünften Zeile wieder aufgenommen wird und ein Resümee bilden kann."[4] {#_ftn4} Des Weiteren fängt die erste Zeile mit einem großen Buchstaben an, die zweite bis fünfte Zeile klein. Satzzeichen werden nicht verwendet.

„Elfchen" können zu bestimmten Themen geschrieben werden. Dementsprechend können sie dann „Winter-Elfchen", „Herbst-Elfchen", „Farb-Elfchen", „Muttertags-Elfchen" etc. genannt werden. Elfchen stammen aus dem Holländischen. Jos van Hest entwickelte diese Schreibform in einer Schreibwerkstatt für Kinder und Erwachsene.[5] {#_ftn5} Diese lyrische Kurzform ist mittlerweile weit verbreitet, da sie leicht zu verstehen und nachzuahmen ist. Der Schreiber empfindet vor allem die Kürze und das Gerüst als Hilfe und Erleichterung. Der besondere Bau des Elfchens erweitert auch den Begriff des Gedichts, da die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass nicht nur Reime und Strophen ein Gedicht ausmachen. Der Verzicht auf Metrum, Reim- und Strophenbauschema erleichtert das Schreiben und die Kinder können spielerisch-entdeckend mit Sprache umgehen und selbst schreibend den Gedichten auf die Spur kommen. Auf diese Weise sollen sich die Kinder eigenständig lyrischer Strukturelemente bewusst werden.

2 Didaktische Analyse

 

2.1 Das Unterrichtsthema im Kontext des jeweiligen Bildungsplans

Laut dem Bildungsplan 2004 sollen die Schülerinnen und Schüler am Ende ihrer Grundschulzeit im Deutschunterricht Strategien und literarische Grundkenntnisse kennengelernt haben und diese besitzen. Hierzu gehört auch, dass die Kinder verschiedene Textsorten kennen lernen (erzählende Texte, Märchen, Sachbücher, lyrische Texte, Zeitungen, Zeitschriften usw.) und diese zu unterscheiden wissen.[6] {#_ftn6}

Der Bildungsplan von 2004 sieht für das 3/4. Schuljahr der Grundschule im Deutschunterricht vor, dass den Kindern Möglichkeiten für verschiedene Schreibanlässe gegeben werden, damit diese eigene Schreibideen entfalten können. Dadurch werden ihnen Impulse gegeben den Schreibprozess in seiner Komplexität erfahr- und lösbar zu machen. Das Stundenthema „Kennen lernen der Gedichtsform Elfchen und Produktion von einem Frühlings-Elfchen" ist demnach der 2. Leitidee „Lesen/ Umgang mit Texten und Medien" und der 3. Leitidee „Schreiben" zuzuordnen, denn die Kinder sollen unter anderem die Kompetenzen „mithilfe von handlungs- und produktionsorientierten Verfahren Texte untersuchen", „ästhetisch und kreativ mit verschiedenen Texten umgehen" und „selbstständig Texte verfassen" erreichen.

2.2 Gegenwartsbedeutung

Gerade mit der heutigen Informations- und Kommunikationstechnologie kann auf Schreiben und Lesen nicht verzichtet werden, daher ist es wichtig, dass im Deutschunterricht die Kinder Lust am Schreiben erlangen und behalten. Oft wird dies verhindert, weil der Umgang mit Texten zu kognitiv oder das Schreibtraining langweilig gestaltet wird. Doch in der heutigen Gesellschaft spielt Literatur und Schreiben eine enorm große Rolle, daher sollten die Kinder so früh wie möglich zum Schreiben von Texten motiviert werden. Das Thema „Kennen lernen der Gedichtsform Elfchen und Produktion von einem Frühlings-Elfchen" ist für die Gegenwart bedeutend, da die Schülerinnen und Schüler handelnd mit Texten umgehen, eigene Texte schreiben und Gedichtarten kennen lernen sollen. Mithilfe von handlungs- und produktionsorientierten Verfahren untersuchen die Kinder lyrische Texte nicht nur analytisch, sondern werden auch fähig, mit diesen kreativ umzugehen, sie zu verstehen und zu verarbeiten. Das eigene Verfassen von Gedichten wird dem Bereich des kreativen Schreibens zugeordnet. Kreatives Schreiben versucht, Kinder zum Schreiben zu motivieren und ihnen beim Schreiben Freude zu vermitteln. Das kreative Schreiben von Elfchen, also eigenen Texten, ermöglicht somit den Schülerinnen und Schülern, ihre Gedanken und Gefühle aufzuschreiben.

2.3 Zukunftsbedeutung

Die Bedeutung des Themas „Kennen lernen der Gedichtsform Elfchen und Produktion von einem Frühlings-Elfchen" ist für die Zukunft relevant, da freies Schreiben in der heutigen Gesellschaft notwendig ist, um beruflich und privat zu kommunizieren. Die Beherrschung der Schriftsprachkompetenz ist in allen Berufen und im Alltag erforderlich, daher sollte der Deutschunterricht das Interesse für das Schreiben bei den Kindern wecken und erhalten. Die Schülerinnen und Schüler sollen zum handelnden Umgang mit Texten und Gedichten angeregt werden, dabei hilft „kreatives Schreiben", da es als besondere Form des Schreibens einen neuen Zugang zum Schreiben eröffnet. Das Schreiben von Elfchen ist ein Beispiel für einen Schritt zum Aufbau einer Lese-Schreib-Kultur. Es fördert die sprachliche und geistige Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. Beim Schreiben entfalten sich Gedanken, über Geschriebenes wird beraten, es wird überarbeitet und kann neu verfasst werden. Hier können die Schülerinnen und Schüler die Erfahrung machen, dass Schreiben sinnvoll, bedeutsam und bereichernd ist.

2.4 Exemplarische Bedeutung

Die Kurzgedichtform „Elfchen" ist exemplarisch für literarische Kurzgedichte. Hier lernen die Schülerinnen und Schüler freies Schreiben und lyrisches Denken im Hinblick für das Verständnis von lyrischen Texten und deren Aufbau und Merkmalen. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich an den vorgegebenen „Bauplan" halten. Dies muss kein Nachteil sein. Im Gegenteil: Sie können sich direkt mit ihren Gedanken und Gefühlen befassen und müssen weniger Konzentration für den Aufbau des Gedichtes verwenden. Ihre Fantasie können sie durch das kreative Schreiben ausleben und anwenden.

3 Analyse der Lernvoraussetzungen

 

3.1 Vorstellung der Schule

3.2 Vorstellung der Klasse

3.3 Vorstellung des Klassenraumes

Der Klassenraum befindet sich, wenn man von dem Schuleingang hereinkommt, geradeaus hinten links. In dem großen Klassenraum befindet sich eine sehr lange Fensterreihe, an der stehen vier Tische mit jeweils einem Computer, die eine ganze Seite des Raumes bildet. Dadurch wird der Raum angenehm hell. Links von der Tür befindet sich eine lange Schrankreihe. Hier findet alles Platz, was für den Unterricht an Material wie Bücher, Ordner, Hefte, Arbeitsblätter und Malutensilien gebraucht wird aber auch Ablagemöglichkeiten für fertige und nicht fertige Mal, Schreib- oder Rechenarbeiten der Schülerinnen und Schüler. Rechts von der Tür steht ein großer Schrank, in dem sich Unterlagen von Frau xxx befinden, daneben ist ein Tisch, auf dem Gläser und eine Schale mit Äpfeln stehen. Neben dem Tisch ist ein Waschbecken an der Wand befestigt. Ein Overheadprojektor steht in der Nähe des Waschbeckens. Es gibt auch eine spezielle an der Wand rechts neben der Tafel befestigte Projektionsfläche für den Overheadprojektor. Das Lehrerpult befindet sich an der Fensterreihe, schräg vor der Tafel. Die Sitzordnung besteht aus zwei sich spiegelnden F´s. Dadurch kann man die Schülerinnen und Schüler sehr gut sehen und diese wiederum alle gut zur Tafel schauen.

4 Verlaufsplanung

Als Unterrichtsseinstieg in meine Stunde mit dem Thema „Kennen lernen der Gedichtsform Elfchen und Produktion von einem Frühlings-Elfchen" lege ich Frühlingsblumen in die Mitte des Sitzkreises. Ich möchte mit diesem stummen, visuellen Impuls die Aufmerksamkeit der Kinder und deren Motivation wecken. Die Schülerinnen und Schüler werden sich sicherlich sofort melden und mir den Namen der einzelnen „Frühjahrsboten" nennen, jedoch denke ich nicht, dass sie auf Anhieb die Blumen mit dem Frühling assoziieren werden. Deshalb werde ich die Gedanken der Kinder mit gezielten Fragen lenken, bis sie auf den Begriff „Frühling" kommen. Sobald dieser genannt wird, werde ich mit den Kindern den „Bauplan" eines Elfchens erarbeiten. Dazu lese ich zuerst ein selbst erstelltes Frühlings-Elfchen vor und mache lange Pausen zwischen den einzelnen Zeilen, damit den Kindern die besondere Gedichtform (in der 1. Zeile 1 Wort, in der 2. Zeile 2 Wörter, in der 3. Zeile 3 Wörter, in der 4. Zeile 4 Wörter, in der 5. Zeile 1 Wort) auffällt. Nachdem ich das „Elfchen" zwei mal langsam vorgelesen habe, frage ich die Schülerinnen und Schüler, was ihnen dabei aufgefallen ist. Durch diese Handlung will ich sie zum Nachdenken ermutigen. Alternativ hätte ich ihnen auch ein Elfchen auf dem Overheadprojektor zeigen können und daran den Aufbau dieser Gedichtform erarbeiten lassen können, allerdings wurde dieses Verfahren bereits in einer der vorherigen Stunden von Frau xxx angewandt.

Da die Klasse in der vorherigen Woche bereits die Gedichtsform „Haiku" kennengelernt hat, nehme ich an, dass Ähnlichkeiten zwischen den beiden Gedichtarten hergestellt werden und die Kinder möglicherweise wieder auf die Silben achten werden. Falls dies geschieht, weise ich sie darauf hin, dass wir es mit einer anderen Gedichtform zu tun haben und werde sie bitten, die Wörter des Gedichtes zu zählen. Nachdem ich das Elfchen nochmals vorgelesen habe, fordere ich eine/n Schüler/in auf, die Zeilen des Elfchens an die Tafel zu malen und gebe den Hinweis, dass für jedes Wort ein Strich gemacht werden soll. Dazu bitte ich die restlichen Kinder in den Kinositz, damit sie alle an die Tafel schauen können. Falls die Striche falsch angeordnet sind, werde ich das Elfchen nochmals vorlesen und den Kindern den Tip geben, auf die Wortanzahl in jeder Zeile zu achten. Sobald das „Gerüst" des Elfchens in Form von Strichen an der Tafel steht, frage ich die Klasse nach einer möglichen Bezeichnung dieser Gedichtsform, ihrer Fantasie und Kreativität lasse ich durch diese Methode freien Raum. Falls die richtige Lösung nicht genannt wird, gebe ich ihnen den Anhaltspunkt, dass die Wortanzahl etwas mit der Bezeichnung zu tun hat. Sobald schließlich der richtige Begriff genannt wurde, schreibe ich diesen als Überschrift an die Tafel. Danach erarbeiten die Kinder mit Hilfe von meinen gezielten Fragestellungen den formalen Aufbau des Gedichts Zeile für Zeile und finden verbal Formulierungen für die Wortarten in jeder Zeile. Danach sollen die Schülerinnen und Schüler ein paar Beispiele für die Wörter in jeder Zeile zum Thema Frühling nennen. Diese werde ich an die Tafel schreiben. Mit Hilfe der gesammelten Wörter sollen die Kinder schließlich ein Elfchen verfassen. Aus Zeitgründen schreibe ich die Wörter auf die zuvor gemalten Striche an die Tafel. In meinen eigenen Worten erkläre ich der Klasse noch mal den Aufbau eines Elfchens. Besonderen Wert lege ich auf das Verbalisieren der dritten Zeile, da diese in einen Zusammenhang mit der zweiten Zeile gebracht werden muss und auf die vierte Zeile, da die Kinder diese mit „ich" beginnen sollen und ihre Gedanken oder Gefühle darin ausdrücken können. Betonen werde ich, dass der Inhalt eines Elfchens stimmig sein muss. Zur Visualisierung meiner Erklärungen lege ich den Bauplan eines Elfchens als Folie auf den Overheadprojektor.

Um das neu erlernte Wissen anzuwenden und zu festigen, teile ich der Klasse ein Arbeitsblatt aus, welches sie an ihren Plätzen und in Einzelarbeit bearbeiten sollen. Ihre erste Aufgabe ist es, nochmals selbständig Wörter zum Thema „Frühling" zu sammeln und diese aufzuschreiben. Schnellere Kinder können bereits ein eigenes Elfchen zum Thema „Frühling" schreiben. Sobald alle Schülerinnen und Schüler einige Wörter aufgeschrieben haben, sollen sie diese im Sitzkreis den anderen vorlesen. Schwächere Kinder, die nicht so viele Ideen hatten, haben so die Möglichkeit ihre Wörter mit denen der anderen zu ergänzen. Danach sollen die Kinder ein eigenes Elfchen auf ihrem Arbeitsblatt aufschreiben. Sobald sie dieses getan haben, bekommt die Klasse ein zweites Arbeitsblatt von mir auf dem nur die Linien vorgegeben sind. Die Schülerinnen und Schüler sollen nun ein zweites Elfchen darauf schreiben. Die etwas schwächeren Kinder können ihr erstes Elfchen darauf übertragen. Zum Schluss bitte ich die Kinder nochmals in den Sitzkreis, damit sie ihre Elfchen vorlesen und präsentieren können und frage sie zum Abschluss nach den Gefühlen, die beim Schreiben entstanden sind und ob es Probleme beim Schreiben gab und wie diese aussahen. Am Ende der Stunde bitte ich sie noch mal den Aufbau eines Elfchens wiederholen und erkläre ihnen die Hausaufgabe. Sie sollen ihr Arbeitsblatt mit dem selbstgeschriebenen Elfchen mit gezeichneten Bildern, die zu dem Thema des geschriebenen Elfchens passen, gestalten.

5 Methodische Überlegungen

Gedichte sind komplex und deswegen muss man Kindern die Möglichkeit geben, sich langsam mit ihnen vertraut zu machen. Durch das eigene Verfassen von Gedichten sollen die Kinder zum kreativen Schreiben angeleitet werden, denn dieses versucht, Kinder zur Anstrengung des Schreibens zu motivieren und ihnen beim Schreiben Freude zu vermitteln.

Ich habe mich für meinen Unterricht für die Gedichtart „Elfchen" entschieden, da diese mir als Einstieg in das kreative Schreiben von Gedichten als gut geeignet scheint, da es einen einfachen und leicht verständlichen Aufbau hat. Aufgrund der einfachen Struktur werden die Kinder zum kreativen Schreiben motiviert und sie können kurz und prägnant darstellen, was sie fühlen oder was sie interessiert. Die Kinder erproben produktiv den Umgang und das Schreiben von Gedichten und lernen des Weiteren die gegebenen Strukturen poetischer Texte für eigene Texte zu nutzen.

 

Für meine Stunde habe ich mich für den Sitzkreis, den Kinositz, das Klassengespräch und die Einzelarbeit entschieden. Durch den Wechsel der Sozialformen will ich die Motivation der Schülerinnen und Schüler aufrechterhalten und ein produktives Lernen fördern.

Die Phase des Einstiegs beginne ich in einem Sitzkreis mit einem stummen Impuls. Dadurch soll die Klasse zur Ruhe kommen und sich auf das Thema einlassen können. Ich habe mich für „echte" Frühlingsblumen als Einstiegsmaterial entschieden, da die Kinder so mit realen Objekten konfrontiert werden. Alternativ hätte ich zwar Bilder von Blumen zeigen können, ich finde jedoch, dass die gewählten Materialien die Kinder mehr ansprechen und interessieren.

In der Phase der Erarbeitung sitzen die Schülerinnen und Schüler im Kinositz. Diese Sozialform scheint mir passend, da die Kinder alle zur Tafel schauen können und noch nicht an ihre Plätze zurück müssen. Durch das Klassengespräch und geeigneten Vermittlungshilfen, die ich den Kindern gebe, erarbeiten die Schülerinnen und Schüler den Bauplan eines Elfchens. Als Alternative hätte ich auch den Frontalunterricht als Sozialform wählen können, doch dieser scheint mir unpassend, da ich dadurch der Klasse die Struktur eines Elfchens vorgegeben hätte und die Kinder diese nicht selbstständig hätten erarbeiten können. Außerdem gibt das Klassengespräch mir die Rückmeldung, ob alle Schülerinnen und Schüler den Aufbau des Elfchens verstanden haben. Als Medium für diese Phase habe ich die Tafel gewählt, denn alle Kinder sind mit dieser vertraut. Da mein Tafelbild sehr groß ist, werde ich den Overheadprojektor nicht benutzen, da mein Tafelanschrieb nicht komplett auf die Projektionsfläche passen würde. Nachdem der Bauplan des Elfchens von den Kindern verstanden wurde und die Klasse gemeinsam ein Elfchen an der Tafel verfasst hat, erkläre ich noch einmal kurz die Merkmale eines Elfchens. Dazu lege ich eine Folie auf zur besseren Visualisierung. Nach dieser Erarbeitungsphase folgt die Arbeitsphase. Diese findet in Einzelarbeit statt, damit sich jedes Kind auf seine Arbeit konzentrieren und die Arbeitsgeschwindigkeit individuell bestimmen kann. „Weiterhin berücksichtigt die Einzelarbeit die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler hinsichtlich Fähigkeiten und Interesse."[7] {#_ftn7} Sollte es Kinder geben, die mit der Suche nach Frühlingswörtern sehr schnell fertig sind, dürfen diese bereits ein eigenes Elfchen mithilfe ihrer Wörter schreiben. Diese Differenzierung soll dazu dienen, dass den schnelleren Kindern nicht langweilig wird.

Alternativ könnten die Schülerinnen und Schüler in Gruppen arbeiten und gemeinsam nach Wörtern suchen, die sie mit dem Thema Frühling assoziieren, jedoch hatte ich meine Bedenken, da es bei einer Gruppenarbeit dazu kommen könnte, dass ein(e) Schüler(in) den anderen Gruppenmitgliedern Wörter sucht und aufschreibt und sich die anderen kaum beteiligen.

Nachdem die Wortsammlung fertig gestellt wurde, bitte ich die Schülerinnen und Schüler nochmals in den Sitzkreis, damit sie ihre Ergebnisse vorlesen können. Alternativ hätten die Kinder diese von ihrem Platz aus vorlesen können, doch so können sie sich noch mal bewegen und ein Wechsel der Sozialform findet statt. Die letzte Arbeitsphase, das Schreiben von Elfchen, findet wieder in Einzelarbeit statt, denn so kann jedes Kind seine Eindrücke, Assoziationen und Erfahrungen mit dem Frühling aufschreiben. Am Ende der Stunde findet eine Ergebnispräsentation im Sitzkreis statt, denn obwohl der Schwerpunkt der Arbeit beim Erstellen und Produzieren der Elfchen liegen sollte, ist es für die Kinder wichtig, die Produkte ihrer Arbeit präsentieren zu können. Die Kinder sind immer stolz, ihre Arbeiten vor der Klasse vorstellen zu können und ein Feedback zu erhalten. Sobald alle Kinder ihre Elfchen vorgelesen haben, führe ich mit den Kindern ein Abschlussgespräch, indem ich mich mit ihnen über ihre Gefühle und eventuell auftretenden Schwierigkeiten beim Schreiben unterhalte. Durch diese Phase am Ende der Stunde sollen die Kinder lernen, ihre Meinung auszudrücken, auf vorangegangene Gesprächsbeiträge einzugehen und diese ggf. weiter zu führen. Diese Phase findet ebenfalls im Sitzkreis statt, da so eine gemeinschaftlichere Gesprächsatmosphäre geschaffen wird. Bevor ich ihnen die Hausaufgabe erkläre, lasse ich noch einmal die Kinder den Aufbau eines Elfchens wiederholen und verabschiede mich dann von ihnen.

5.1 Lernziele

Grobziel:

Die Schülerinnen und Schüler sollen die Gedichtsform Elfchen kennen lernen und ein Frühlings-Elfchen produzieren.

 

Kognitive Lernziele:

Die Schülerinnen und Schüler sollen

v LZ 1: anhand des mitgebrachten Materials auf den Frühling schließen.

v LZ 2: die Strukturen erkennen und Merkmale für den Aufbau der Elfchen herausarbeiten.

v LZ 3: anhand des Aufbaus der Elfchen den Namen für diese Gedichtform ableiten.

v LZ 4: ihren Frühlingsassoziationen sprachlich Ausdruck verleihen.

v LZ 5: die formalen Strukturmerkmale von Elfchen aktiv anwenden, indem sie ihre Gedanken, Gefühle, Erfahrungen, Erlebnisse und Beobachtungen zum Thema „Frühling" mit Hilfe des Elfchen ausdrücken.

5.2 Verwendete Medien

- Frühlingsblumen

- selbsterstelltes Elfchen

- Tafel

- Bauplan eines Elfchens auf Folie

- 18 Arbeitsblätter für die Arbeitsphase

- 18 Arbeitsblätter für die Hausaufgabe

7 Reflexion

Die Unterrichtsstunde verlief für mich im Großen und Ganzen nach Planung. Besonders deshalb, weil ich eine sehr motivierte, engagierte und vor allem ruhige Klasse unterrichten durfte. Die Schülerinnen und Schüler hörten mir stets aufmerksam zu und versuchten so gut es ging mitzuarbeiten. Aufgrund dieser Ausgangssituation verflog mein Lampenfieber, das ich kurz vor der Stunde hatte, recht schnell und ich konnte mich vor der Klasse sehr wohl fühlen.

Meine Einstiegsphase hatte länger gedauert als ich geplant hatte. Meine Intention, mit den Frühlingsblumen die Aufmerksamkeit der Kinder und deren Motivation zu wecken, ist mir geglückt, allerdings waren diese so begeistert von diesem visuellen Impuls, dass sie mir sofort die Namen der Blumen aufzählten und wo und wie sie wuchsen. Ich wollte sie in ihrer Wissenskundgebung nicht unterbrechen, daher dauerte es länger, bis ich durch Fragen sie zu dem Thema „Frühling" gesteuert hatte.

Die Erarbeitungsphase ging ebenfalls zehn Minuten länger. Erwartenderweise stellten die Schülerinnen und Schüler Ähnlichkeiten zwischen dem Elfchen und dem in der vorigen Woche besprochenen Haiku her. Doch hatte ich nicht damit gerechnet, dass die Schülerinnen und Schüler so lange brauchen würden, bis sie den Aufbau des Elfchens herausfinden würden. Es lag wahrscheinlich daran, dass ich das Elfchen nicht so betont und vor allem langsam vorgelesen habe. Dank dem Tip von Frau xxx, das Elfchen öfters vorzulesen, was ich sofort umsetzte, erkannten die Kinder schließlich die Wortarten der ersten und zweiten Zeile und benannten diese. Auf die Besonderheiten des Gedichtes, dass die dritte Zeile auf der zweiten aufbaut und die vierte Zeile mit „Ich" beginnt, musste ich allerdings hinweisen. Wenn ich diese Stunde noch einmal halten werde, werde ich das Elfchen viel öfters und langsamer vorlesen und eventuell ein Elfchen auf den Overheadprojektor legen.

Die Kinder errieten problemlos den Begriff für diese Gedichtart, nachdem ich ihnen den Tip gab, die Anzahl der Wörter hätten etwas mit der Bezeichnung zu tun. Eine Alternative, auf die mich Frau xxxx hingewiesen hatte, wäre auch gewesen, dass ich den Kindern das Wort „Elfchen" vorgegeben hätte und sie gefragt hätte, warum das Gedicht so heißt. Nachdem der Bauplan des Elfchens geklärt war und durch Linien an der Tafel durch die Kinder gemalt worden war, verlief die restliche Arbeitsphase schneller. Die Schülerinnen und Schüler sammelten ein paar Wörter zum Thema Frühling und gemeinsam erstellten wir ein Elfchen. Durch geeignete Vermittlungshilfen brachte ich sie dazu, ein zusammenhängendes Elfchen zu verfassen, welches ich aus Zeitgründen selber an die Tafel in die eingezeichneten Linien schrieb. Danach schickte ich sie auf ihre Plätze und erteilte ihnen dann ihren weiteren Arbeitsauftrag. Mittlerweile weiß ich, dass man es anders herum machen soll, da sonst, wie in meinem Fall, die Schülerinnen und Schüler kaum zuhören.

Die Arbeitsphase dauerte leider auch zu lange, so dass ich meine Stunde zeitlich weiter ausdehnen musste. Einige Kinder brauchten sehr lange, um Wörter, die sie mit dem Frühling assoziierten, aufzuschreiben. Andere wiederum schrieben problemlos ein oder zwei Elfchen. In der Phase der Ergebnissicherung konnte jedes Kind bereits ein Elfchen vorlesen, obwohl ich eigentlich geplant hatte, dass sie nur die Wörter vorlesen sollten, die sie aufgeschrieben hatten. Am Ende der Stunde haben sich alle Schülerinnen und Schüler beim Abschlußgespräch positiv über die Gedichtform Elfchen geäußert, da ihnen die Struktur und der Aufbau klar und verständlich waren und sie ihre eigenen Interessen und Gefühle frei schreiben durften. Nachdem ich ihnen die Hausaufgabe erklärt hatte, verabschiedete ich sie in die Pause.

Ich war, außer mit meiner Fehlplanung der Zeit, sehr zufrieden mit meiner Unterrichtsstunde. Die Klasse hat sehr gut mitgearbeitet und sie haben sehr schöne Elfchen geschrieben, die wir im Klassenzimmer aufhängen werden.

Literatur

Bildungsplan für die Grundschule (2004). Stuttgart : Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Baden-Württemberg

 

Böttcher, Ingrid (1999): Kreatives Schreiben : Grundlagen und Methoden ; Beispiele für Fächer und Projekte ; Schreibecke und Dokumentation. Berlin : Cornelsen Scriptor

 

Gonschorek, Gernot; Schneider, Susanne (2005): Einführung in die Schulpädagogik und die Unterrichtsplanung. 4. überarbeitete und erweiterte Auflage. Donauwörth : Auer

 

Hass, Gerhard (2004): Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht : Theorie und Praxis eines "anderen" Literaturunterrichts für die Primar- und Sekundarstufe. 5. neu durchgesehene Auflage. Seelze : Kallmeyer

 

Schulprofil Grundschule Großsachen

 

Schulz, Gudrun (2002): Umgang mit Gedichten : didaktische Überlegungen, Beispiele zu vielen Themen, Methoden im Überblick. Berlin : Cornelsen Scriptor

 

Waldmann, Günter (1999): Produktiver Umgang mit Lyrik : eine systematische Einführung in die Lyrik, ihre produktive Erfahrung und ihr Schreiben ; für Schule (Primar- und Sekundarstufe) und Hochschule sowie zum Selbststudium. 6., korrigierte Auflage. Baltmannsweiler : Schneider-Verl. Hohengehren

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Elfchen (gesehen am 25.02.2007)

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Gedicht (gesehen am 25.02.2007)

 

http://www.km-bw.de/servlet/PB/-s/1xjtsqhn3rcff1apmdam19mbu6s1ekwysa/menu/1102832/index.html?COMPLETEHREF=http://www.kultus-bw.de/did_abfrage/detail.php?id=04147734 (gesehen am 25.02.2007)

 

http://www.mvv-business.de/de/pub/archiv/aktuellesdienstleistungen/grundschule_ gross sachsen.cfm (gesehen am 25.02.2007)


[1] {#_ftnref1} Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Gedicht

[2] {#_ftnref2} Vgl. Schulz (2002), S. 77

[3] {#_ftnref3} Vgl. Hass (1997), S. 84

[4] {#_ftnref4} Waldmann (1998), S. 13

[5] {#_ftnref5} Vgl. Böttcher (1999), S.12

[6] {#_ftnref6} Vgl. Bildungsplan (2004), S. 47

[7] {#_ftnref7} Gonschorek (2005), S. 160ff

 

 



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