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Wie genau kannst du schätzen?
Datum: 24. Mai 2010 Kommentare: 0
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Beschreibung:
Alles ist messbar - eine handlungsorientierte Auseinandersetzung mit der Größe 'Länge' unter besonderer Berücksichtigung der Einführung der Maßeinheiten mm, cm, dm, m, km, der Einübung der Grundfertigkeiten Messen, Zeichnen und dem Ausbau der vorhandenen Kenntnisse. Durchgeführt in einer 3. Klasse.

Wie genau kannst du schätzen?
Wie genau kannst du schätzen?
1. Thema der Unterrichtsreihe
Alles ist messbar - eine handlungsorientierte Auseinandersetzung mit der Größe "Länge" unter besonderer Berücksichtigung der Einführung der Maßeinheiten mm, cm, dm, m, km, der Einübung der Grundfertigkeiten Messen, Zeichnen und dem Ausbau der vorhandenen Schätzfähigkeiten.
1.1 Übergeordnetes Lernziel der Unterrichtsreihe
Einführung in den Größenbereich "Länge".
Die Schüler[1] {#_ftn1} lernen, durch den handelnden Umgang mit der Größe "Länge", unter Zuhilfenahme geeigneter Repräsentanten und im Verwenden von Messgeräten, sich zunehmend exaktere Längenvorstellungen von Gegenständen, Strecken und Entfernungen zu bilden und sich damit besser in ihrer Lebenswirklichkeit orientieren zu können.
1.2 Darstellung der Unterrichtsreihe
Einheit | Thema | Ziele/ beabsichtigter Lernzuwachs |
1 | "Wer ist das längste Kind unserer Klasse?" Schätzen, messen, ordnen und dokumentieren von ersten Messergebnissen. | Schüler finden heraus, dass ein genaues Ergebnis im direkten Vergleich zu ungenau ist. Sie lernen Messgeräte kennen und werten die Körpergrößen der Schüler in einer tabellarischen Darstellung aus. |
2 | Miniprojekt: "Jack, die Bohne" Wir pflanzen Feuerbohnen und dokumentieren das Wachstum. | Schüler pflanzen Bohnen ein, messen und dokumentieren den Wachstumsverlauf in einer Tabelle. |
3 | "Wir vermessen unseren Körper" Körpermaßzahlen finden und zum ungefähren Messen von Gegenständen benutzen. | Schüler lernen verschiedene Maße und Spannen an ihrem Körper kennen. Unter Zuhilfenahme dieser "Hilfsmaße" soll die ungefähre Bestimmung von Längen gelingen. Schüler erkennen, dass auch diese Messmethode ihre Grenzen hat. |
4 | "Alles ist messbar" Ausmessen von Gegenständen unter Zuhilfenahme verschiedener Messgeräte und der Einführung der Längenschreibweise mit einem Komma. | Einführung in die Einheit m, cm und dm. Schüler lernen, Gegenstände richtig auszumessen und die Ergebnisse in geeigneter Form zu dokumentieren, zu vergleichen und zu ordnen. |
5 | "Wer wird Meister?" Durchführung eines Dreikampfes zur Verortung von Längen aus der Lebenswirklichkeit der Schüler im einstelligen Meterbereich. | Schüler gewinnen durch Messen und Auswerten beim Wattepusten, Einbeinspringen und Medizinballwerfen weitere Längenvorstellungen. |
6 | "Wie genau kannst du schätzen?" Vergleichen von geschätzten und tatsächlichen Längen, sowie Bestimmen von Schätzfehlern als Ausgangspunkt, die eigenen Schätzfähigkeiten zu bewerten, sowie den besten "Schätzer" der Klasse zu ermitteln. | Die Schüler vertiefen - unter Zuhilfenahme ihrer Körpermaßzahlen und erinnerten Repräsentanten - ihre Fähigkeit, Gegenstände (Strecken) in ihrer Länge zu schätzen. Sie lernen ihre individuelle Strategie im gemeinsamen Austausch mit den Schülern der Klasse zu reflektieren. |
7 | "Wer ist Meister im Schätzen?" Darstellung der gesammelten Daten in tabellarischer Form mit einer Bewertung der individuellen Schätzfähigkeiten. | Schüler lernen, Daten nach selbst gewählten Kriterien in geeigneter Form darzustellen und zu bewerten, hier: Vergleich der Schüler untereinander an einem Gegenstand oder/ und Vergleich der Schüler untereinander an allen Gegenständen. |
8 | "Alles ist messbar" Kleine Strecken messen - Strecken zeichnen - Einführung der kleinsten Maßeinheit mm. | Schüler lernen unter Zuhilfenahme geeigneter Messgeräte kleine Gegenstände auszumessen, diese Längen zeichnerisch darzustellen, zu ordnen und zu vergleichen. |
9 | "Wir üben die Fertigkeit des genauen Zeichnens" Strecken bestimmter Länge selber zeichnen. | Schüler lernen das genaue Zeichnen von Strecken mit vorgegebener Länge in den bekannten Einheiten. |
10 | "Alles ist messbar" Schulweglängen im Vergleich. Einführung der größten Maßeinheit km. | Schüler lernen die Strecke 1 km kennen, durch Schätzen, Messen, Abschreiten. Schüler ermitteln ihre Schulweglänge, lernen diese stellengerecht zu notieren und vergleichen diese.
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11 | "Entfernungen in unserem Ort" Ermittlung von Streckenlängen zwischen markanten Punkten des Ortes. | Schüler lernen unter Zuhilfenahme geeigneter Messgeräte die Entfernung zwischen zwei weit entfernten Punkten zu bestimmen. |
12 | "Sachaufgaben rechnen - Sachaufgaben erfinden" Anwenden und Vertiefen der vorhandenen Fähigkeiten im Lösen von Sachaufgaben, sowie im Finden geeigneter eigener Sachaufgaben. | Schüler setzten sich mit Problemstellungen rund um die Größe "Länge" auseinander, lösen Aufgaben und überprüfen ihre Ergebnisse. Schüler finden eigene Aufgabenstellungen und vertiefen damit die Erschließung ihrer Lebenswirklichkeit. |
1.3 Ziele der Unterrichtsreihe
Die Schüler ...
a) fachspezifische Lernziele[2] {#_ftn2}
... schulen ihre Fähigkeiten im Schätzen von Strecken, indem sie unter Zuhilfenahme geeigneter Repräsentanten und Erfahrungswerte immer genauere Ergebnisse finden. ... lernen, Strecken mit geeigneten Messgeräten auszumessen und festzustellen, wie genau ihre Messergebnisse sind, indem sie von einem Partner kontrolliert werden oder ihre Ergebnisse mit Kontrolllösungen vergleichen. ... lernen verschiedene Messgeräte und deren Gebrauch in geeigneten Situationen kennen. ... üben sich im korrekten Umgang mit dem Lineal und dem Zeichnen von Strecken. ... lernen Repräsentanten in den Maßeinheiten mm, cm, dm, m und km kennen und lernen einzuschätzen, welche Maßeinheit sich zum Messen einer bestimmten Strecke eignet. ... setzen Repräsentanten sinnvoll ein, indem sie ihre Schätzfähigkeiten immer weiter verfeinern. ... lernen das Verwenden von Kommazahlen kennen. ... lernen das Auswerten und das Darstellen von Ergebnissen in tabellarischer Form kennen, indem sie die gesammelten Messdaten aus dem Unterricht geordnet auswerten. ... können sich in der Fähigkeit üben, Sachsituationen zu mathematisieren und zu verbalisieren. ... vertiefen ihre Fähigkeiten im Sachrechen durch das Bearbeiten und Überprüfen von Aufgaben durch oder mit einer angemessenen Lösung.
b) allgemeine Lernziele2 {#_ftn3}
... können einen positiven Zugang zu dem neuen Thema erhalten, indem sie sich auf den ihnen angebotenen Unterrichtsstoff einlassen. ... weiten ihre Fähigkeiten aus, in Einzel- und/ oder Partnerarbeit eine Problemstellung zu bearbeiten. ... können ihre Kommunikationsfähigkeit durch die Beteiligung am Unterrichtsgespräch erhöhen.1.3 Didaktisch - methodische Schwerpunktsetzung zum ausgewählten Thema der Stunde
1.3.1 Von der Sache zum Thema - Überlegungen zur Sache
Auf die fachwissenschaftlichen Überlegungen möchte ich an dieser Stelle nur ganz kurz eingehen, da sie für die didaktisch - methodischen Überlegungen einen eher untergeordneten Stellenwert besitzen.
Das Meter ist die Basiseinheit der Länge. Das Einheitszeichen des Meters lautet "m". Von ihm sind weitere Einheiten abgeleitet. Um größere und kleinere Längen anzugeben verwendet man verschiedene Maßeinheiten.
Durch die Vorsätze für Maßeinheiten wird angegeben, mit welchem Faktor das Meter multipliziert werden muss. Aus der Grundeinheit unseres Längenmaßes 1 Meter (1m) werden die anderen Einheitslängen dezimal abgeleitet, d.h. die Längenmaße sind dekadisch aufgebaut. Die Umrechnungszahl bei den Längenmaßen ist 10. Gebräuchliche Maßeinheiten von Längen und ihre Abkürzungen sind:
Millimeter → mm
Zentimeter → cm
Dezimeter → dm
Meter → m
Hektometer → hm
Dekameter → dam
Kilometer → km (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Meter)
Hektometer und Dekameter sind wenig gebräuchliche Maßeinheiten und finden im Lehrplan Mathematik keine Berücksichtigung. Alle anderen Einheiten werden im Laufe der Klassen 1 bis 4 thematisiert.
1.3.2 Beziehung zu Richtlinien und Lehrplan
Die Richtlinien des Landes fordern den "Erwerb eines sinnvoll geordneten, flexibel verwendbaren und anschlussfähigen Wissens und Könnens", welches die Kinder dauerhaft zur Anwendung bringen sollen (vgl. RL, S.15). Das leistet die Unterrichtsstunde, indem sie den Kindern eine Aufgabe bietet, die bereits vorhandenes Wissen aufgreift und vertieft, und es in einer neuen Problemstellung zur Anwendung bringt.
Das Thema der vorliegenden Unterrichtsstunde legitimiert sich auch vor dem Hintergrund des Lehrplans Mathematik, der für das dritte Schuljahr im Bereich der Größen das Entwickeln und Festigen von realistischen Größenvorstellungen vorsieht (vgl. LP, S.82). Zum Unterrichtsgegenstand wird in jedem Größenbereich das Kennen und Nutzen von realistischen Bezugsgrößen herausgestellt, wodurch die Schulung und Vertiefung der Fähigkeit Schätzen hinreichend legitimiert ist (vgl. LP, S.83). Für das 2. Schuljahr ist die Schulung der Fähigkeit Schätzen sogar explizit ausgewiesen. Da das Arbeiten mit dieser Größe jedoch noch nicht als Thema behandelt wurde, wird u.a. das Schätzen ein Schwerpunkt nicht nur dieser Stunde, sondern der gesamten Einheit "Länge". Den Schülern stehen seit kurzer Zeit eine Vielfalt von Bezugsgrößen in den Maßeinheiten cm und m zur Verfügung, die sie in der heutigen Stunde anwenden sollen. Der Gebrauch und der Nutzen dieser Bezugsgrößen kann den Schülern nachhaltig die Bedeutung solchen Wissens verdeutlichen, trägt zur "Erweiterung ihres Erfahrungsraums" bei (vgl. RL, S.15) und bietet somit einen Beitrag zur Durchdringung einer manchmal komplexen Lebenswirklichkeit. Wichtig ist daher das am Ende der Unterrichtsstunde mit den Schülern gesuchte Unterrichtsgespräch, welches die gewonnenen Erfahrungen und die angebahnten, bzw. ausgebauten Strategien im Schätzen noch einmal reflektiert. Gewonnene Erfahrungen können somit aus der Alltagssprache der Kinder in eine mathematisierte Sprache überführt werden (vgl. RL, S. 73) .
Wichtig erscheint mir, die gewonnenen Erkenntnisse der Schüler und die daraus resultierenden weiteren Planungsüberlegungen mit in die Unterrichtsreihe zu nehmen. So ergeben sich am Ende der Stunde vielfältige Anschlussmöglichkeiten, die möglicherweise von den Schülern genannt werden und in einen weiteren mathematikhaltigen Problemkontext gebettet werden müssen. Auch das wird im Lehrplan Mathematik explizit als Unterrichtsgegenstand ausgewiesen (vgl. LP, S. 82) und bietet eine zusätzliche Lernchance für alle Schüler.
1.3.3 Methodische Überlegungen und Eingrenzungen
In der Fachliteratur finden sich bei der Einführung des Größenbereichs Länge bei Radatz und Schipper (vgl. Hasemann, S.163) und bei Lauter ( vgl. Lauter, S. 117) methodisch identische Vorgehensweisen, die ich bei der Strukturierung meiner Unterrichtsreihe zu Grunde gelegt habe. So haben die Schüler bis zur heutigen Stunde bereits den direkten Vergleich von Längen, den indirekten Vergleich mit willkürlichen Maßeinheiten und den Vergleich mit genormten Maßeinheiten durchlaufen. Parallel haben die Schüler in allen methodischen Stufen das Schätzen begleitend erfahren, beim Sortieren von Längen unbewusst, beim direkten Vergleich in der Form des Abschätzens bewusst. Beginnend mit der Einheit Meter erarbeiten sich die Schüler immer kleinere Einheiten, zuerst den Zentimeter und Dezimeter, danach den Millimeter. Um den Meter in Millimeter zu zerlegen, muss ich in den Zahlenraum bis 1000 wechseln. An dieser Stelle greift der Stoff des Bereiches Längen auch arithmetisch in den Stoff des 3. Schuljahres. Mit der Einführung des Kilometers können endlich Rechenoperationen im erweiterten Zahlenraum stattfinden. Ebenso lassen sich große Entfernungen, Strecken und Abmessungen darstellen.
In der heutigen Stunde sollen alle Schätzungen in der Maßeinheit cm bzw. m und cm vorgenommen werden. Die Kommaschreibweise ist zulässig und bereits bekannt, allerdings noch nicht intensiv erarbeitet. Es kann noch zu Schwierigkeiten beim Umrechnen kommen, ebenso könnten Fehler beim Errechnen des Schätzfehlers auftauchen. Ich biete den Schülern auf den cm gerundete Streckenlängen als Lösungen an, wobei ich die Kommaschreibweise in den Lösungen weglasse. Die genaue Streckenlänge mit einem angebrochenen cm, also der Hinzufügung der mm würde die Schüler zu sehr verwirren, ebenso die Schreibweise m, cm.
1.3.4 Soziale Lernvoraussetzungen
Die in dieser Stunde von mir ausgewählten Möglichkeiten der Einzel- oder Partnerarbeit sind den Schülern bekannt und sind eingeübt. Die Schüler suchen sich i.d.R. ganz selbstverständlich einen Partner, wobei ich in der heutigen Stunde weder in der Wahl von Einzel- oder Partnerarbeit, noch in der Auswahl des Partners eine Vorgabe mache. Die Schüler haben so die Chance, ihre individuellen Fähigkeiten alleine zu erweitern, bzw. sich im Austausch mit einem Partner auf die Aufgaben einzulassen und somit im Dialog einen Lernzuwachs zu erfahren. So kann in dieser Stunde auch soziales Lernen stattfinden. Da die Hauptphase später mit einem Unterrichtsgespräch ausgewertet wird, erhalten alle Schüler die Möglichkeit, ihre gewonnenen Strategien auf Plausibilität zu überprüfen. Insofern erachte ich beide angebotenen Sozialformen als gleichwertig. Die am Ende stattfindende Reflektion in der Großgruppe ist ebenfalls eine bekannte Situation für die Schüler. Je nach Situation kennen die Kinder ein Gespräch der Schüler untereinander, das zum Beispiel durch eine Meldekette organisiert ist, oder ein gelenktes Unterrichtsgespräch, das durch den Lehrer geleitet wird. Vereinbarte Gesprächsregeln sind den Schülern bekannt.
1.3.5 Sachstrukturelle Lernvoraussetzungen der Schüler
Die Schüler der Klasse haben im Unterricht der Klasse 2 das Ausmessen von Längen mit Meterstäben kurz thematisiert und teilweise handelnd erfahren. Weitere Inhalte in diesem Bereich der Mathematik wurden nach Aussage der Fachlehrerin noch nicht thematisiert. Insofern befinden sich die Schüler noch am Anfang der Lerneinheit "Länge", was natürlich vielfältige Vorerfahrungen von Kindern im Alter von etwa 8 Jahren nicht ausschließt. Daher ist davon auszugehen, dass viele Kinder insbesondere mit den zu lernenden Maßeinheiten m, cm und km bereits im täglichen Leben Erfahrungen, Fertigkeiten und Kenntnisse gewonnen haben, wenn gleich nach meinen Erfahrungen die Fundierung mit Repräsentanten in den Längenbereichen häufig unzureichend ausgeprägt ist. Gerade beim Aufbau der Fähigkeit "Schätzen" zeigt sich immer wieder das Fehlen von geeigneten Repräsentanten in verschiedenen Längenbereichen ( Bsp.: 1cm = Fingerbreite, 2cm = Daumenbreite, 10cm= Handspanne, ...). Schüler liegen mit ihren Schätzungen oft weit neben der realen Länge. Aus diesem Grund soll das Schätzen unter Zuhilfenahme geeigneter Repräsentanten in der gesamten Reihe und besonders in dieser Stunde zum Thema gemacht werden. Exemplarisch behandelt gewinnt der Vorgang des Schätzens schließlich auch für die anderen Größenbereiche seinen Stellenwert. Einmal erworbene Strategien im Schätzen (Annähern an ein genaues Maß) sind im Transfer auch in den anderen Größenbereichen anwendbar.
1.4 Lernziele
1.4.1 Übergeordnetes Lernziel der Unterrichtsstunde
Die Schüler vertiefen - unter Zuhilfenahme ihrer Körpermaßzahlen und erinnerten Repräsentanten - ihre Fähigkeit, Gegenstände (Strecken) in ihrer Länge zu schätzen. Sie lernen ihre individuelle Strategie im gemeinsamen Austausch mit den Schülern der Klasse zu reflektieren.
1.4.2 Teillernziele der Unterrichtsstunde2 {#_ftn4}
Die Schüler....
... vertiefen ihre Fähigkeiten im Schätzen, indem sie mehrere Strecken schätzen. (TL 1) ... entwickeln eine Strategie für möglichst genaues Schätzen von Längen, indem sie individuell geeignete Repräsentanten auswählen und versuchen ihre Fehlerzahl zu senken. (TL 2) ... üben sich in der Addition und Subtraktion von Zahlen im Zahlenraum bis 200, indem sie Ist- und Sollwert ihrer jeweiligen Schätzung in eine Differenz bringen und einen Schätzfehler errechnen. (TL3) ... üben sich im Mathematisieren, indem sie für den weiteren Verlauf der Reihe Daten gewinnen. (TL4) ... üben sich im Argumentieren, indem sie Überlegungen in die Klasse einbringen, oder andere prüfen und sie verwerfen. (TL 5)2. Verlaufsplan der Unterrichtsstunde[3]
8.00 - 8.05 1. Phase/ Einstieg
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Unterrichtsgeschehen
| Sozialform/ Medien/ Kommentar |
Begrüßungsritual am Morgen mit einem kurzen Lied
"So lernen wir heute" - der Tag im Überblick - die Stunde im Überblick
Addition- und Subtraktion von Streckenlängen (Dieser Schritt kann entfallen, wenn alle Ss pünktlich im Unterricht erscheinen.)
| Tafelanschrieb (Außentafeln) Ss sollen einen angenehmen Einstieg in den Tag und in das Unterrichtsfach haben Hinweis: Nach dieser kurzen Rechenübung sollten alle Ss anwesend sein. Möglicherweise kommen die Buskinder auf Grund der Wetterlage etwas später. Tafelanschrieb (Innentafel) |
Phasenziel: Die Schüler sind über das Geschehen des Tages informiert und auf die Fachstunde eingestimmt.
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8.05 - 8.13 2. Phase/ Hinführung
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Unterrichtsgeschehen
| Sozialform/ Medien/ Kommentar |
Den Ss wird eine herausfordernde Situation angeboten: "Im Messen seid ihr gut - seid ihr auch im Schätzen gut?" Alle Ss können sich im Schätzen von 2 präsentierten Gegenständen versuchen. Dazu notieren Sie ihre geschätzte Länge (gekennzeichnete Strecke an diesem Gegenstand) auf ein vorbereitetes Kärtchen. 3 Kinder führen diesen Schätzversuch am Gegenstand selber durch. Ihre Werte werden nun an der Tafel in cm notiert und verglichen mit dem gemessenen Wert. Es wird eine Abweichung (Fehler) errechnet.
Spontanaussagen der Ss sind an dieser Stelle erwünscht.
Die Phase endet damit, dass die Schüler aufgefordert werden, zu beschreiben, was "Schätzen" ist. Erste Vermutungen werden geäußert, wie man zu möglichst genauen Schätzungen kommen kann.
| Die Ss gehen gerne auf herausfordernde Situationen ein Der Vorgang des Schätzens und Vergleichens erarbeitet die folgende Phase, die die Ss anschl. selbstständig bewältigen müssen Äußerungen der Ss könnten sich auf die Höhe des Fehlers beziehen. (Indikator einer guten Schätzung) Evtl. werden Tipps geäußert, wie ein gutes Schätzergebnis erzielt werden kann. Dies wäre wünschenswert, aber nicht zwingend erforderlich. |
Phasenziel: Die Ss haben einen exemplarischen Vorgang des späteren Arbeitsauftrages kennen gelernt und sich erste eigene Gedanken über den Vorgang des Schätzens gemacht. |
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8.13 - 8.33 3. Phase/ Erarbeitung
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Unterrichtsgeschehen
| Sozialform/ Medien/ Kommentar |
Die Ss werden nun mit einem Arbeitsauftrag in die nächste Phase geschickt. Der Zeitwächter kontrolliert das Einhalten der vorgegebenen 20 Minuten. Der L kündigt für die am Ende der Stunde stattfindende Reflektion ein Gespräch über Arbeitsatmosphäre und individuelle Strategien bzgl. des Schätzens an. Gegenstände, die im benachbarten Raum ausgestellt sind, sollen von den Schülern an den markierten Strecken geschätzt werden. Es erfolgt jeweils das selbstständige Vergleichen mit dem tatsächlichen Längenwert. Die Ss errechnen die Differenz zwischen geschätzter und realer Länge (Fehler) und tragen diesen Wert in ihre Tabelle ein. Dieser Vorgang wird an 5 verschiedenen Gegenständen mit jeweils 2 Längen wiederholt. Alle Lösungen werden nur in der Längeneinheit cm notiert.
Für schnelle Ss stehen weitere Objekte bereit, an denen sie ihre Schätzfertigkeiten weiter schulen können.
Differenzierung: Für Ss, die Schwierigkeiten beim Schätzen haben (z.B. hohe Fehlerwerte) stehen 3 Tipp-Karten bereit. Hier können sie Hinweise erhalten, wie sie beim Schätzen vorgehen können.
Die Ss werden durch den Zeitwächter aufgefordert, sich im Sitzkreis der Klasse zu versammeln. Das Messbuch wird für die Auswertungsphase benötigt, soll also mit in den Kreis genommen werden. | 6 Gegenstände, jeweils in der Anzahl 5 Stück, mit 2 markierten Strecken und einer verborgenen Streckenlänge in cm, Arbeitsheft "Mein Messbuch", S. 7 die Ss arbeiten in EA oder in PA, um individuelle Erfahrungen sammeln zu können, bzw. sich in einem Team austauschen und gegenseitig unterstützen zu können sollten einige Ss nach den 20 min nicht fertig sein, so erhalten sie am nächsten Tag Zeit, ihre Arbeit fortzusetzen in dieser Phase wende ich mich einigen Ss zu, bei denen ich vermute, dass sie Hilfe benötigen. Ferner sammle ich Beobachtungen für die Auswertungsphase |
Phasenziel: Die Schüler vertiefen ihre Fähigkeiten im Schätzen von Längen und entwickeln allmählich eine Strategie dabei.
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8.33 - 8.43 4. Phase/ Auswertung
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Unterrichtsgeschehen
| Sozialform/ Medien/ Kommentar |
Die Ss kommen im Sitzkreis der Klasse zusammen. In einem gelenkten UG reflektieren die Ss in Ansätzen über: - die Arbeitsatmosphäre der letzten Phase - ihre Strategien des Schätzens - erklären das Zustandekommen von hohen und niedrigen Fehlerwerten - stellen fest, wer ein Objekt am besten geschätzt hat - finden einen Lösungsansatz für die Frage, wer denn wohl der Beste im Schätzen in der Klasse ist - treffen Vereinbarungen, wie es in der nächsten Stunde weitergeht
Die Ergebnisse der Auswertung werden stichpunktartig auf einem Plakat festgehalten.
Die Ss gehen auf ihre Sitzplätze zurück. | Dieser Vorgang ist bekannt und eingeübt. Auf dieses Gespräch bereite ich mich mit Impulsfragen vor, die nicht notwendig zu stellen sind, wenn Äußerungen der Ss Aspekte dieser Phase aufgreifen. Diese sollen dann aufgegriffen und reflektiert werden. Der Ausblick in die nächste Stunde soll deutlich machen, welche Arbeit und welche Anforderungen auf die Ss zukommen. |
Phasenziel: Die Schüler erkennen, dass Schätzen kein willkürlicher Akt ist, sondern sich einer gezielten Strategie bedient. Sie lernen voneinander, indem sie sich über ihre Strategien austauschen und Erfolg und Misserfolg miteinander besprechen. Erste Ideen werden geäußert, wie ein Schätzkönig gefunden werden kann. Es wird vereinbart, wie es in der nächsten Mathematikstunde weitergeht.
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8.43 - 8.45 5. Phase/ Ausklang
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Unterrichtsgeschehen
| Sozialform/ Medien/ Kommentar |
Die Stunde klingt mit einem Lied oder einem Spiel aus, was situativ nach Interessenlage der Ss entschieden wird.
| Liedermappe, Spielidee |
Phasenziel: Die Schüler können sich bei einem Lied erholen. Gleichzeitig werden sie aus dem Fachkontext Mathematik gelöst. Eine Einstimmung auf ein nächstes Unterrichtsfach kann somit besser gelingen. |
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3. Literatur
LAUTER, JOSEF: Methodik der Grundschulmathematik.
Donauwörth: 6. Aufl. 1992.
HASEMANN, KLAUS. Anfangsunterricht Mathematik. Heidelberg, Berlin:
Spektrum Akademischer Verlag, 2003.
http://de.wikipedia.org/wiki/Meter
MINISTERIUM FÜR SCHULE, JUGEND UND KINDER DES LANDES
NORDRHEIN-WESTFALENS (Hg.). Richtlinien und Lehrpläne zur Erprobung für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen. Frechen: Ritterbach Verlag, 1. Aufl.2003.
WINTER, HEINRICH. "Gute Aufgaben" für das Sachrechnen. In: BAUM, M. und
WIELPÜTZ, H. (Hg.). Mathematik in der Grundschule. Seelze: Kallmeyersche Verlagsbuchhandlung, 2003.
WITTMANN, ERICH CH. Grundfragen des Mathematikunterrichts.
Braunschweig, Wiesbaden: Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft,
6.Aufl. 2002
WITTMANN, ERICH CH. und MÜLLER, GERHARD N. Das Zahlenbuch 3.
Düsseldorf: Klett Verlag, 2005.
4. Anhang
GegenstandSchreibe hier den Gegenstand auf, den du schätzen willst. | geschätzte LängeTrage hier deine geschätzte Länge ein. | echte LängeSchreibe hier die Länge vom Schild ab. | FehlerUm wie viel cm hast du dich verschätzt ? |
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Aufgabe: Schätze die Gegenstände. Beachte die markierten Strecken. Jeder Gegenstand hat 2 Strecken, die du schätzen sollst.
[1] {#_ftnref1} "Schüler" ist die im weiteren Verlauf benutzte Formulierung für alle Schülerinnen und Schüler der Klasse
[2] {#_ftnref2} die Auflistung der Ziele erfolgt ohne Gewichtung
{#_ftnref3}
2 {#_ftnref4} die Auflistung der Ziele erfolgt ohne Gewichtung
[3] {#_ftnref5} Verwendete Abkürzungen: L = Lehrer, Ss = Schüler, UG = Unterrichtsgespräch, EA = Einzelarbeit PA = Partnerarbeit
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