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Josef im Brunnen

Josef im Brunnen
Unterrichtsentwurf Arbeitsmaterial enthalten
Datum: 02. Juli 2010 Autor: Christina05 Kommentare: 0

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Beschreibung:

In dieser Religionsstunde werden sich die SchülerInnen durch differenzierte Angebote ihrer eigenen Ängste bewusst und können eigene Erfahrungen benennen. Durchgeführt in einer 2. Klasse.


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Josef im Brunnen


Josef im Brunnen

1. Thema der Unterrichtsreihe:

Die Geschichte von Josef und seiner Familie

„Mit Gott Höhen und Tiefen des Lebens bewältigen"

 

Ziel: Durch die Auseinandersetzung mit der Lebensgeschichte des Josef erweitern die Schüler ihr Wissen über biblische Geschichten. Die Schüler lernen die Geschichte von Josef und seiner Familie, mit ihren Höhen und Tiefen kennen. Sie erfahren, dass Gott das Leben eines jeden Menschen begleitet und dass man auf die Hilfe und Treue Gottes hoffen und vertrauen darf. Sie werden mit Hilfe der Geschichte ermutigt, nach sich selbst, nach Gestaltungsformen des Zusammenlebens und in diesem Zusammenhang auch nach Gott zu fragen.

2. Themen und Intentionen der einzelnen Unterrichtsstunden:

1. Stunde: Streit - Was ist das? Erfahrungen und Umgang mit Streitsituationen

Ziel: Die Schüler benennen Streitsituationen und Lösungsversuche aus dem Pausen- oder Familiengeschehen. Sie werden sich bewusst, dass Streit sehr eng verknüft mit Wut und Hilflosigkeit ist. Sie lernen Wut als ein legitimes Gefühl kennen, das sein „darf", aber erkennen, dass es Möglichkeiten gibt mit dieser Wut umzugehen, ohne einander zu verletzten. Durch die gemeinsame Auseinandersetzung mit dem Thema werden Klassenregeln benannt, so erfahren die Schüler eine Transparenz der künftigen Zusammenarbeit.

 

2. Stunde: Neid und Eifersucht - Was bedeuten Neid und Eifersucht für unser Zusammenleben?

Ziel: Die Schüler erkennen, dass uns Neid und Eifersucht im täglichen Leben oft begeg-nen. Sie formulieren eigene Gefühle und Gedanken des eifersüchtig seins und werden sich bewusst, welche Auswirkungen Eifersucht und Neid auf Freundschaften und das Familienleben haben können.

 

3. Stunde: Josef und seine Familie - Josef ist der Liebling seines Vaters

Ziel: Die Schüler lernen die Familiensituation und Gegebenheiten zur Zeit Josefs kennen und werden sich der besonderen Stellung Josefs innerhalb seiner Familie bewusst. Sie erkennen das problematische Geschwister-Verhältnis und bringen eigene Erfahrungen des Vorgezogen-werdens oder „Zurück-gestellt-fühlens" mit ein.

 

4. Stunde: Josefs Träume und Neid der Brüder

Ziel: Die Schüler erfahren die besondere Bedeutung von Träumen in der alttesta-mentlichen Zeit. Sie nehmen am Beispiel der Josefsgeschichte wahr wie schnell es zu Neid und Eifersucht in Familien kommen kann und benennen eigene Erfahrungen.

 

5. Stunde: Josef im Brunnen

Ziel: Die Schüler lernen die Brunnensequenz der Josefsgeschichte kennen. Sie versetzen sich in Josefs Lage und können seine Empfindungen in eigene Worte bringen. Die Schüler werden sich durch differenzierte Angebote ihrer eigenen Ängste bewusst und können eigene Erfahrungen benennen.

 

6. Stunde: Josef wird gerettet und als Sklave nach Ägypten verkauft

Ziel: Die Schüler erkennen einen Ausweg aus der Notsitation. Sie erfahren, dass Gott Josef nicht verlassen hat. Sie bekommen ein Gespür dafür, dass Menschen sich auch in Zeiten der Not von Gott und seinen Mächten umgeben wissen und dadurch Zuversicht und Kraft erhalten.

 

7. Stunde: Das Leben Josefs bei Pontifar

Ziel: Die Schüler erkennen den Wandel in der Lebensgeschichte des Josef, der durch seine Arbeit im Haus des Pharao einen Aufstieg erlebt. Sie erfahren, dass Gott ihn auf seinem Weg begleitet. Den Schülern wird bewusst, welcher Ungerechtigkeit Josef begegnet und erkennen wie er sich zu helfen vermag.

 

8 Stunde: Josefs Aufstieg und Fall - Josef wird unschuldig ins Gefängnis geworfen

Ziel: Die Schüler werden sich der Hilfe Gottes bewusst und entdecken wie wichtig es ist auch in ausweglosen Situationen nicht den Mut zu verlieren und mit Geduld für eine Sache zu kämpfen.

 

9. Stunde: Die Rückkehr und Versöhnung

Ziel: Die Schüler erleben die Gefühle der Familienangehörigen unter Berücksichtigung ihrer eigenen Lebenserfahrungen zum Thema „Versöhnung".

 

10. Stunde: Gott ist mit Josef und mit uns allen

Ziel: Die Schüler setzen sich mit dem Gefühl des „Gehalten-seins" anhand des Liedtextes „Halte zu mir guter Gott" auseinander. Sie werden sich durch eine kreative Ausarbeitung bewusst, dass Gott auch sie immer begleitet.

3. Begründung zentraler Planungsentscheidungen

Die Klasse 2 b der schule x besteht aus 26 Schülern[1] {#_ftn1} im Alter zwischen acht und neun Jahren, von denen 21 Schüler am Religionsunterricht teilnehmen. Es handelt sich dabei um 15 Jungen und 6 Mädchen. Dienstags und donnerstags findet die Religionsstunde in der sechsten Stunde nach dem Sportunterricht statt. Dies bewirkt, dass die Schüler erschöpft ankommen und es oftmals vor dem Unterricht zu Streit kommt. Daher wird jede Religionsstunde mit dem Ritual des „Sonnenstrahl Weitergebens" begonnen. Die Schüler sollen zur Ruhe kommen und sich auf den Religionsunterricht einstimmen. Die Arbeit mit differenzierten Arbeitsangeboten ist den Schülern vertraut, ebenso sind ihnen die verschiedenen Sozialformen bekannt.

Vielen Schülern ist die Möglichkeit eigene Gedanken und Empfindungen in der Bibel, in der menschliche Erfahrungen wie Bedrückung und Angst, Schuld und Vergebung zur Sprache kommen nicht mehr vertraut. Umso wichtiger ist es, Kindern die Begegnung mit biblischen Geschichten, die Anknüpfungs- und Korrelationsmöglichkeit bezüglich des eigenen Lebens bieten zu ermöglichen.

Die Geschichte Josefs und seiner Familie, die die Kinder in der vorliegenden Unterrichtseinheit kennen lernen, eröffnet den Schülern die Möglichkeit den Lebensweg Josefs, seine Ängste und Hilflosigkeit sowie die Wendung der Geschichte zu erkennen und Parallelen zu ihrem eigenen Leben zu ziehen bzw. sich basierend auf ihrem eigenen Erfahrungshintergrund in die Gedanken und Gefühle Josefs hineinzuversetzen.

Ein faszinierendes Element der religiösen Bildung im Grundschulalter bezieht sich auf die Fähigkeit, gehörte Erzählungen detailreich wiederzugeben und auch die eigene Erfahrung in Worte bringen zu können.[2] Aus dem großen Interesse für spannende Erzählungen in dieser Altersstufe ergibt sich eine besondere Chance für die Bibelarbeit. Besonders Geschichten, die spannend sind, weil sie einen Bezug zu eigenen und besonderen Lebenssituationen herstellen, finden Anklang bei den Kindern.[3] {#_ftn3}

 

Die Josefsgeschichte (Gen 37-50) ist eine Familienerzählung,[4] {#_ftn4} die zur Weisheits- und Unterweisungsliteratur gehört. Sie wird den Vätergeschichten (Gen 12-50) zugeordnet, die sich nach dem Abrahamzyklus (Gen 12 - 25) und der Jakob-Esau-Tradition anschließt.[5] {#_ftn5} Vermutlich ist die Josefsgeschichte in salomonischer Zeit entstanden, wobei die Quellenschriften J (Jahwist) und E (Elohist) zusammengeführt und in den Pentateuch eingefügt wurden.[6] {#_ftn6} Die meisten Teile sind aus den mündlichen Überlieferungen über die Herkunft der israelitischen Diaspora in Ägypten entstanden.[7] {#_ftn7}

Die umfangreiche Josefserzählung bildet in sich eine Einheit mit mehreren Spannungsbögen. Im ersten Teil erfährt der Leser von Streitigkeiten, Eifersucht, dem Verlauf und märchenhaften Aufstieg im Hause des Pharao.[8] {#_ftn8} Die Familienerzählung handelt von einem jungen Mann namens Josef, der von seinem Vater Jakob gegenüber seinen Brüdern bevorzugt wird und so deren Eifersucht, Neid und Hass auf sich zieht. Seine Brüder verachten ihn wegen seines Hochmutes und hecken einen Plan aus um ihn zu töten. Doch Ruben, einer von Josefs Brüdern, kann die Tat verhindern. Er schlägt vor ihn in eine Zisterne zu werfen um ihn später selbst zu befreien. Diese Situation, gefangen im tiefen Brunnen ist schließlich einer der Tiefpunkte in Josefs Leben. Hier ist die Möglichkeit der Korrelation besonders gegeben, da sich der Leser in Josefs Lage versetzen kann. Er ist einsam, alleine, verloren und ausgestoßen.

Als zufällig eine Karawane von Ismaelitern vorbeizieht, verkaufen sie ihn als Sklaven nach Ägypten. Jakob erzählen sie, dass Josef von einem wilden Tier getötet wurde. Josef erfährt Einlass in den Hof des Pharao, als die Frau des Pharao ihn anklagt, sitzt er unschuldig mehrere Jahre im Gefängnis. Aufgrund seiner Fähigkeit Träume zu deuten und seines Glaubens an Gott wird Josef zum Stellvertreter des Pharaos. „Indem er die Träume des Pharaos auf bevorstehende Überfluss- und Mangeljahre deutet, eine Vorratsbildung plant und durchführt" [9] {#_ftn9}, wendet Josef große Not von Ägypten ab. Durch die eintretende Hungersnot kommt es zur Begegnung zwischen Josef und seinen Brüdern. Nach einigen von Josef erstellten Prüfungen versöhnen sie sich wieder. Josef vergibt ihnen ihre Schuld, weil Gott alles zum Guten geführt hat.[10] {#_ftn10} Durch Josefs abweisende Haltung werden sich die Brüder ihrer Tat bewusst und fühlen sich schuldig. Josefs Verhalten erscheint anfänglich befremdlich. Josef „isoliert" den kleinsten Bruder Benjamin und will letztlich sehen, ob sich die Brüder verändert haben oder auch den Kleinsten wieder im Stich lassen. Als sie die Prüfung „bestanden" haben und füreinander einstehen gibt Josef seine wahre Identität preis. Er vergibt seinen Brüdern.[11] {#_ftn11} Die Josefsgeschichte ist eine Novelle, die dem Leser ein Stück Heilsgeschichte vermitteln will. Der Leser kann sich mit der Lebensgeschichte Josefs und seiner Brüder identifizieren, daher hat auch er Anteil an der Zusage, dass Gott auch in schweren Zeiten bei den Menschen ist.[12] {#_ftn12}

Die Erzählung spiegelt viele menschliche Grunderfahrungen, Verhaltensweisen und Schwächen wieder, in ihr kommen Neid und Eifersucht, Hass und Streit, Gemeinschaft und Einsamkeit, Schuld und Versagen, Unschuld und Versöhnung, Liebe und Frieden zur Sprache. Zusammenfassend ist die Josefsgeschichte eine Erzählung der göttlichen Fürsorge und der Wandlungen, durch die die Menschen zu sich selbst und dadurch erst zur Mitmenschlichkeit finden.

 

Die Behandlung der Josefsgeschichte als Unterrichtsgegenstand des Religionsunterrichts ist im Lehrplan für die Klasse zwei vorgesehen. Sie ist im Lehrplan in verschiedenen Bereichen wiederzufinden. Unter Punkt 3.1: Ich, die anderen, die Welt und Gott" erreichen sie die Kompetenzerwartung, biblische Texte von der Sorge Gottes und Zuwendung zu den Menschen kennen und sie auf ihre Erfahrungen beziehen zu können.[13] {#_ftn13} Sie denken über das Zusammenleben nach und beschreiben Erfahrungen im Zusammenleben mit Anderen und vergleichen sie (z.B. Gemeinschaft, Geborgenheit, Freude, Angst, Konflikte).[14] {#_ftn14} Unter Punkt 3.2 „Religion und Glauben im Leben der Menschen" formulieren sie eigene Gebete im Laufe der Unterrichtsreihe.[15] {#_ftn15}

Unter Punkt 3.3 „Das Wort Gottes und das Heilshandeln Jesu Christi in den biblischen Überlieferungen, lernen die Kinder die Bibel als Heilige Schrift und die Bedeutung für die Christen kennen. Sie „geben den Weg des Volkes Israel in eigenen Worten wieder, deuten diese Erzählungen als Erfahrungen der sorgenden Führung Gottes, und zeigen auf, wie Menschen auf ihrem Weg Gott vertraut haben"[16] {#_ftn16}. Die Maßstäbe christlichen Lebens im Punkt 3.5 unter dem Schwerpunkt „Schuld" erkennen und Vergebung erfahren werden ebenso mit einbezogen. Sie beschreiben Fehler und Versagen im menschlichen Leben und zeigen an eigenen Erfahrungen, wie wichtig Versöhnung ist.[17] {#_ftn17}

In den vorangegangenen Stunden standen die Themen Streit, Neid und Eifersucht im Mittelpunkt der Unterrichtsgespräche. Den Schülern sollte deutlich werden, dass es sich in der Geschichte um eine Familienerzählung handelt, die sehr nah mit ihrer Lebenswelt zu tun hat. Dabei konnten viele Kinder eigene Erfahrungen benennen, weil durch die freie biblische Erzählung eine große „Identifikationfläche" gegeben war.

Der Stundeneinstieg erfolgt durch die Impulsgebung des Brunnens. Dieser liegt in der Mitte und soll die Schüler motivieren ihre Assoziationen zu äußern. Dabei wird ersichtlich an welchen Gedanken sie später anknüpfen. Der Schwerpunkt der Unterrichtsstunde liegt auf der Korrelation. Daher wurde der biblische Text sehr stark verändert. Die Rahmenbedingungen des Textes werden nur am Rande erwähnt. Viel wichtiger wird es die Schüler in die Gefühlswelt des Josef eintauchen zu lassen.[18] {#_ftn18} So werden sie sich der Situation Josefs bewusst. Sie kennen ähnliche Erfahrungen aus ihrem Leben, waren ebenso einsam und ängstlich. Sie versetzen sich in Josefs Lage hinein und benennen seine Gedanken und Gefühle. Sie erspüren aber ebenso, dass Josefs Lage nicht hoffnungslos ist. Die Biblische Geschichte der Brunnensequenz wurde so verändert, dass die Schüler zu bewussten Identifikationsprozessen angeleitet werden. Es soll versucht werden, sie mit „Teilen ihrer Lebensgeschichte „einzubetten"[19]

Die Schüler werden in der anschließenden Arbeitsphase Zeit haben dem Gehörten und Erlebten kreativen Ausdruck zu verleihen. Die Form des kreativen Schreibens bringt zum Ausdruck, was sie aus der Textarbeit erfahren haben, indem sie Sprechblasen füllen, Gebete schreiben, oder eigene Erfahrungen aufmalen und schreiben. Die Schüler können für die Arbeitsphase in der Identifikationsfigur des Josef verbleiben.[20] {#_ftn20}

„Eindruck braucht Ausdruck, aber Ausdruck braucht dann auch Austausch"[21] Daher werden die Schüler in der folgenden Phase zurück in den Stuhlkreis kommen. Dort haben die Schüler die Möglichkeit ihre Ergebnisse auf freiwilliger Basis vorzustellen. Dabei ist das wichtigste Ziel die Schüler untereinander in eine Interaktion zu führen, die es möglich macht an den Erfahrungen der anderen teilzuhaben. Den Abschluss der Stunde bildet das vertraute Ritual.

4 Medien

♦ Lied „Halte zu mir guter Gott

♦Verlaufstransparenz der Stunde

♦ Kerze

♦ Brunnen

♦ Tuch

♦ Steine

♦ Arbeitsblätter

♦ Tippkarten

5 Literaturverzeichnis:

- Böhler, Martina: Entdeckungsreise durch das Alte Testament. Materialien für einen lebendigen Religionsunterricht in der Grundschule, Lahn Verlag, Limburg-Kevelar, 2003.

- Bürgermeister, Konrad, Eggerl Hans-Peter, Glück Theresie, Lentner Rudolf: „...dann kannst du was erleben", Identifikation im Bibelunterricht, in: MITTENDRIN statt nur dabei, 1/2005.

- Fowler, James: Stufen des Glaubens: Die Psychologie der menschlichen Entwicklung und die Suche nach Sinn, Gütersloh, 1991.

- Freudenberg, Hans (Hrsg.): Religionsunterricht praktisch. Unterrichtsentwürfe und Arbeitshilfen für die Grundschule. 2. Schuljahr, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1999.

- Laubi Werner, Geschichten zur Bibel. Abraham Jakob Josef, Köln,1985.

- Ministerium für Schule und Wei terbildung des Landes Nordrhein - Westfalen: Lehrplan Katholische Religionslehre für die Grundschulen des Landes Nordrhein-Westfalen, 2008.

- Pastoralverbund Schwerte: Lobet den Herrn, Neues Schwerter Liederbuch, Schwerte, 2007.

- Rendle, Ludwig: Fragen, suchen, entdecken 2., München, 2004.

- Westermann, Claus: Die Joseph-Erzählung, Göttingen, 1990.

- http://www.bibelgarten.info/paedagogik/Unterrichtseinheit.pdf, 01.02.2010, 17.36 Uhr

6 Verlaufsplan

Thema der Unterrichtsreihe: Die Geschichte von Josef und seiner Familie -

„Mit Gott Höhen und Tiefen des Lebens bewältigen"

 

Datum: 09.02.2010

 

Thema der Unterrichtsstunde: Josef im Brunnen

Eine korrelative Auseinandersetzung

mit Josef und seinen Gefühlen im Brunnen

 

Klasse: 2 b

Intention der Unterrichtsstunde: Die Schüler lernen die Brunnensequenz der Josefsgeschichte kennen. Sie versetzen sich in Josefs Lage und können seine Empfindungen in eigene Worte bringen. Die Schüler werden sich durch differenzierte Angebote ihrer eigenen Ängste bewusst und können eigene Erfahrungen benennen.

Uhrzeit: 12.30- 13.15 Uhr

 

 

Strukturierung des Lernprozesses / Artikulation

1. Begrüßung und Ritual

1.1 Begrüßung /Vorstellung des Besuchs

1.2 Ritual (Sonnenstrahl weitergeben)

1.3 Lied „Halte zu mir guter Gott" (2 Strophen)

2. Einstieg

1.4 Stundentransparenz

1.5 Anknüpfung an die letzte Stunde durch einen stillen Impuls in der Mitte (Sonne, Mond und elf Sterne, sowie die Garben).

didaktisch-methodische Begründung v. Medien/Methoden

- Bekanntes Ritual zu Beginn der Religionsstunde fördert Vertrauen. Die Schüler

können „ankommen" und sich in die Religionsstunde „einfinden".

- Schüler werden mit dem Ablauf der Stunde bekannt gemacht - Piktogramme

und Erklärungen helfen eine Stundentransparenz zu gewährleisten.

- Die Wiederholung und Vergegenwärtigung bildet die Grundlage für den Verlauf der

Stunde.

Stuhlkreis, UG

Medien: Gestaltete Mitte aus der vorangegangenen Stunde (Korn, Sonne, Mond

und elf Sterne)

 

Vermutetes Ergebnis / Phasenziel

Das Interesse der Schüler wird geweckt; sie werden auf den Stundeninhalt eingestimmt und stellen einen Bezug zur vorangegangenen Stunde her.

3. Hinführung

2.1 L. legt mit dunklem Tuch und mehreren Steinen einen Brunnen in die Mitte.

2.3 S. äußern sich frei dazu. ( tief, kalt...)

- Schüler werden auf den Inhalt der Stunde eingestimmt.

- Die Schüler können freie Assoziationen zum „Brunnen" benennen um bei

der späteren Erarbeitung bessere Vorstellungen zu haben.

Sitzkreis, UG

Medien: dunkles Tuch, Brunnenschnitt aus Tonpapier, Steine

 

Vermutetes Ergebnis / Phasenziel

Die Schüler erfahren eine Einstimmung in die neue Geschichtensequenz und werden sensibel für den Gegenstand „Brunnen". Sie können ihr Wissen benennen und sich in der darauf folgenden Erzählung in die Situation hineinversetzen.

4. Erarbeitung/ Textarbeit

3.1 L erzählt die nächste Sequenz der Josefsgeschichte

3.2 Die Schüler versetzen sich in die Situation des Josefs und fühlen sich ein

3.3 Schüler erfahren durch den Einsatz des Gongs ein Ende der Phase und kommen wieder in der Klasse an

3.4 Schüler äußern ihre Gedanken zum Text

3.5 Schüler wechseln die Sozialform und gehen auf ihren Platz zurück

3.6 Schüler bekommen das „Zeitfenster" genannt (Uhr hängt in der Klasse)

- Bei der Erzählung handelt es sich um eine eigene Ausarbeitung, die sich zwar

an der Perikope (Gen 37-50) orientiert, aber umgeschrieben wurde, so dass sich

die Schüler besser in Josefs Lage versetzen können. Die Gefühlsebene wird dabei

besonders angesprochen, dies fördert die Korrelation (orientiert sich an der

These von N. Neidhard „auf Phantasiearbeit der Schüler setzen").

- L erzählt die Geschichte frei um einen besseren Spannungsbogen zu erzeugen

- Schüler zeigen wichtige Aspekte der Geschichte im UG selbstständig auf, somit

wird transparent was sie von der Geschichte mitgenommen haben.

-Die Eigenständigkeit der Schüler wird gefördert, indem sie die Zeit selber im Auge

behalten. Ebenso verschafft das Wissen um die Zeit eine gewisse Sicherheit.

- Information für die Schüler: Die Arbeit an einem Angebot reicht aus, wer fertig ist

kommt zurück in den Stuhlkreis.

LE, Stuhlkreis, Emphatieübung

Medien: Erzähltext, Gong

 

Vermutetes Ergebnis / Phasenziel

Sch lernen den nächsten Abschnitt der Josefsgeschichte kennen und können ihre ersten Eindrücke und Gefühle dazu schildern. Die Sch versetzen sich selbst in die Lage des Josefs und können erspüren wie es ihm ergangen ist, dies ist Voraussetzung für die kommende Arbeitsphase.

5. Arbeitsphase

5.1 Schüler erhalten differenzierte Arbeitsangebote:

a) Schüler bekommen Sprech/Denkblasen und füllen diese aus. Was hat Josef gedacht? Was würde er Gott vielleicht sagen wollen?

b) Schüler bekommen ein AB mit dem Bild eines Brunnens. Sie geben diesem eine eigene Farbgebung.

c) Sie malen oder schreiben Erfahrungen auf, in denen sie Angst hatten.

5.2 L. stellt Arbeitsangebote kurz vor und erklärt Tippkarten

5.3 Schüler arbeiten selbstständig an den differenzierten Angeboten

- Schüler bekommen differenzierte Angebote, so dass jeder Schüler trotz

- unterschiedlicher Leistungsvoraussetzungen und Wissen eine Aufgabe

erfüllen kann

- Tippkarten dienen der Orientierung und geben Sicherheit für die Lösungen

Medien: vorgefertigte Sprechblasen, Stifte, Buntstifte, Zettel, AB, Tippkarten

EA oder PA

Vermutetes Ergebnis / Phasenziel

Sch versetzen sich in Josefs Lage und benennen Gefühle und Gedanken indem sie die Arbeitsangebote gestalten. Des Weiteren bringen sie das Gehörte mit ihrem Leben in Verbindung und bringen eigene Erfahrungen und Gefühle im Umgang mit Angst und Verlassen-sein in ihren Ergebnissen zum Ausdruck.

6. Sicherung/ Transfer

6.1 Schüler kommen zurück in den Stuhlkreis

6.2. einige Schüler stellen auf freiwilliger Basis ihre Ergebnisse vor

6.3. L. leitet das UG dahingehend, dass jeder Schüler sein Ergebnis präsentieren kann und ggf. auch eigene Erlebnisse mit einbringen kann.

6.4 evtl. spannt L. den Bogen zum Beginn der Stunde (Lied:„Halte zu mir guter Gott")...wie hat Gott denn Josef in seiner Not geholfen?

4.5 L. gibt den Ausblick, dass Josef nicht verzweifeln muss, denn es ist nicht ganz dunkel (L. legt Lichtstrahl an den Brunnen und zündet Kerze an)

6.5 Ausblick auf die nächste Stunde

- die Ergebnisse der Schüler werden zusammengetragen um der Gesamtgruppe

eine Transparenz der Gedanken und Erfahrungen zu geben.

- Schüler legen ihre Ergebnisse in und um den Brunnen. Dies soll deutlich

machen, dass auch wir „mit im Brunnen sind", oft „die gleichen Gefühle wie

Josef haben".

- L. leitet die Schüler dahingehend, dass sie wissen, dass Josef nicht verloren ist,

sie zündet symbolisch eine Kerze an und legt einen Lichtstrahl dazu. Dies

deutet auf Rettung hin und gibt einen Ausblick auf die nächste Stunde.

- Der Ausblick auf die nächste Stunde motiviert und macht die Schüler neugierig.

UG, Stuhlkreis

Medien: Sprech/Gedankenblasen, Mitte mit Brunnen, Lichtstrahl aus gelber Pappe

Vermutetes Ergebnis / Phasenziel

Sch. stellen sich die Ergebnisse gegenseitig vor und profitieren somit als Gesamtgruppe, sie vertiefen die Inhalte der Stunde.

7. Ausklang

7.1 Ritual (Sonnenstrahl)

7.2 Verabschiedung

- Schüler erfahren das Ende der Unterrichtsstunde und werden verabschiedet

Stuhlkreis


[1] {#_ftnref1} Bei der vorliegenden Arbeit verwende ich aufgrund der besseren Lesbarkeit ausschließlich die maskuline Form. Der feminine Personenkreis ist natürlich stets einbezogen.

[2] {#_ftnref2} Vgl. Fowler: Stufen, 1991, 152.

[3] {#_ftnref3} Vgl. http://www.bibelgarten.info/paedagogik/Unterrichtseinheit.pdf, 01.02.2010, 17.36 Uhr.

[4] {#_ftnref4} Vgl. Westermann: Joseph-Erzählung, 1990, S. 11.

[5] {#_ftnref5} Vgl. Rendle: Fragen, suchen, entdecken 2, 2004, S. 90.

[6] {#_ftnref6} Vgl. Vgl. Freudenberg: Religionsunterricht praktisch, S. 95.

[7] {#_ftnref7} Vgl. Böhler: Entdeckungsreise, S. 7.

[8] {#_ftnref8} Vgl. ebd. S.7.

[9] {#_ftnref9} Benthaus.: Bibelbilder, S. 54.

[10] {#_ftnref10} Vgl. Böhler: Entdeckungsreise, S.7.

[11] {#_ftnref11} Vgl. ebd.

[12] {#_ftnref12} Vgl. Laubi: Geschichten, S. 90.

[13] {#_ftnref13} Vgl. Lehrplan, S. 13.

[14] {#_ftnref14} Vgl. Lehrplan, S. 14.

[15] {#_ftnref15} Vgl. ebd, S. 16.

[16] {#_ftnref16} Vgl. Lehrplan, S.17.

[17] {#_ftnref17} Vgl. S. 23.

[18] {#_ftnref18} Ich orientiere mich dabei an dem Ansatz von N. Neidhard „auf Phantasiearbeit der Schüler setzen".

[19] {#_ftnref19} Bürgermeister: Mittendrin, S. 21.

[20] {#_ftnref20} Vgl. ebd. S. 21.

[21] {#_ftnref21} Ebd. S. 25.

 

 

 



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