Navigation:
Aus der Geschichte des Alten Ägypten
Datum: 05. Juli 2010 Kommentare: 0
Zusätzliche Informationen:
Beschreibung:
Unterrichtsstunde zum Thema 'Das alte Ägypten' - Das Üben und Wiederholen soll als Vorbereitung für die Lernerfolgskontrolle dienen. Durchgeführt in einer 5. Klasse.

Aus der Geschichte des Alten Ägypten
Aus der Geschichte des Alten Ägypten
1. Individuelle Kompetenzentwicklung
-
2. Planung der Unterrichtseinheit
- Themenfeld: Große Reiche und ihre Kulturen im Mittelmeerraum1
- Unterrichtseinheit: Aus der Geschichte des Alten Ägypten2
3. Thema der Unterrichtsstunde
Diese Unterrichtsstunde dient dem Wiederholen und dem Festigen des in der gesamten Unterrichtseinheit
erworbenen Wissens. Sie hat die Funktion, dass die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen
individuell selbst überprüfen und noch mögliche bestehende Wissensdefizite erkennen können. Die
Stunde gilt als Vorbereitung auf die Lernerfolgskontrolle.
3.1. Sachanalyse und Inhaltsstruktur
Da die Stunde als Wiederholung und Festigung gilt, ist die Sachanalyse für diesen Unterrichtsentwurf
zu umfangreich. Daher gebe ich nur sehr verkürzt die Themen3 dieser Unterrichtsstunde wieder.
Das Leben am Nil änderte sich für die Menschen aufgrund einer klimatischen Veränderung. Um 3000
v. Christus veränderte sich die Landschaft von einem fruchtbaren Land zur heutigen Wüstenlandschaft.
Entlang des wasserreichen Nils blieb das Land fruchtbar. Die Menschen siedelten sich am Nil
an. Dort bildeten sich erste Städte und Siedlungen. Die im Jahresverlauf unterschiedlichen Wasserstände
beeinflusste das Leben der Menschen am Nil. Das Hochwasser des Nils und ebenso die Dürre
bestimmten die Landwirtschaft. Daraus entwickelten die Ägypter einen ersten Kalender mit den
ägyptischen Jahreszeiten.
Durch das Hochwasser des Nils musste das Land der Pharaonen und Bauern immer wieder neu vermessen
werden. Um dieses Ergebnis schriftlich festzuhalten, entwickelten die Ägypter eine Schrift.
Die Hieroglyphen - Buchstaben und Zahlen - wurden unter anderem auf Papier festgehalten. Darüber
hinaus war es für die Beamten und Schreiber einfacher die Abgaben der Bauern, Handwerker und
Künstler zu kontrollieren.
Die Schreiber und Beamte wurden durch den Wesir kontrolliert und erstatteten ihm Bericht. Der Wesir
kontrollierte die Beamten und Schreiber und berichtete dem Pharao. Hieran lässt sich eine
hierarchische Gesellschaftsstruktur erkennen. An der Spitze des Staates stand der Gottkönig - der
Pharao. Sein Stellvertreter und damit zweitmächtigster Mann im Staate war der Wesir. Dieser
kontrollierte alle Beamte und Schreiber, die im ganzen ägyptischen Reich verteilt waren.
Die Alten Ägypter glaubten an ein Leben im Diesseits und im Jenseits. Pharaonen und andere hohen
Würdenträger wurden einbalsamiert, mumifiziert und bauten zu Lebzeiten bereits ihre Grabstätten.
Auch die Pyramiden sind Grabstätten von Pharaonen. Der Bau einer Pyramide dauerte mehr als 20
Jahre. Heute wissen wir, dass vorwiegend Bauern und Handwerker die Pyramiden errichteten und
nicht die Sklaven. Für die Bauern und Handwerker bedeutete dies Arbeit und Versorgung für viele
Jahre.
Schaubilder dienen dazu, komplexe historische Zusammenhänge auf einen Blick darzustellen. Ein
Schaubild hat immer ein Thema und zeigt einen Zustand oder eine Entwicklung. Schaubilder sind
durch verschiedene Formen, Farben, Begriffe, Größenverhältnisse und Pfeile aufgebaut. Sie sind
keine historischen Quellen und bedürfen immer einer kritischen Überprüfung mit dem eigenen Wissen.
Die Gesellschaftspyramide des Alten Ägypten ist ein typisches Schaubild.
Der Glaube an einem Leben im Jenseits war bei den alten Ägyptern sehr ausgeprägt. Pharaonen,
Wesire, höhere Priester und Beamter ließen sich nach ihrem Tod einbalsamieren. Die sogenannte
Mumifizierung dauerte 70 Tage. Dabei wurden die Organe aus dem Körper entnommen. Der Leichnam
wurde von innen und außen mit Natronsalz eingerieben, um die Flüssigkeiten dem Körper zu
entziehen. Anschließend ist der Tote mit Leinentüchern eingewickelt worden. Danach wurden sie zu
Grabe getragen. Doch bevor die Toten ins Jenseits aufsteigen konnten, standen sie vor dem Totengericht,
um Rechenschaft über ihr Leben abzulegen.
3.2. Begründung der Stoffauswahl
Der Berliner Rahmenlehrplan für Geschichte in der Grundschule nennt für die Jahrgangsstufe 5 und 6
das Themenfeld „Große Reiche und ihre Kulturen im Mittelmeerraum".4 Innerhalb dieses Rahmenlehrplans
ist als fakultative5 Unterrichtsreihe/ Unterrichtseinheit „Aus der Geschichte des Alten Ägypten"6
angegeben. Als mögliche Leitfragen7 gelten dabei: Wie entstehen Staat und Herrschaft?, Wie verhalten
sich Jenseitsglaube und Leben im Diesseits zueinander? und Was verrät die Kunst über einen
Staat und die Menschen?
Laut Rahmenlehrplan sind die ausgewiesenen Inhalte „im Rahmen der schulinternen Planung zu gewichten".
8 Das Interesse an der Geschichte im Alten Ägypten bei den Schülerinnen und Schülern der
Renée-Sintenis-Grundschule ist so groß, dass sich die Fachkonferenz Geschichte für die Durchführung
dieser historischen Epoche im Unterricht entschieden hat. Folgende Themenbereiche sind
inhaltsrelevant, um die unten angegebenen Standards und Kompetenzen zu erreichen: Entstehung
von hierarchischen Strukturen innerhalb einer Gesellschaft, Entstehung von Schrift, Entstehung von
Berufen und die ersten Anfänge von Jahreszeiten und Kalender.
4. Lehr-, Lern- und Unterrichtsvoraussetzungen9
Die Grundschule ist im nördlichen Ortsteil
als Verlässliche Halbtagsgrundschule (VHG) angesiedelt. Die Schule wird von ca. 420 Schülerinnen
und Schüler aus einkommensstarken Familien besucht, die ein hohes Bildungsinteresse haben.
Nachteilig wirken sich die engen und kleinen Klassenräume im (offenen) Unterricht aus. Die Schule
bietet sonderpädagogische Förderung für Kinder mit Integrationsstatus an. Darüber hinaus gibt es
Angebot der Hochbegabtenförderung wie Enrichment10, Plusgruppen, Mentoratsgruppen und
Akzeleration.11
Ich unterrichte die Klasse im Fach Geschichte mit einem wöchentlichen Stundenumfang von 3 Unterrichtsstunden
seit Beginn des 2. Halbjahres des Schuljahres 2009/ 2010 selbstständig.
Die Klasse 5b wird von 23 Kindern besucht. Das Verhältnis zwischen Schülerinnen (11 Mädchen) und
Schülern (12 Jungen) ist ausgewogen. Es ist eine sehr heterogene und lebhafte Klasse. N und
D sind die jüngsten Schüler in der Klasse, da sie aufgrund ihrer Hochbegabung eine Klasse
übersprungen haben. Jo und J sind die ältesten Kinder der Klasse, da sie das vierte bzw.
erste Schuljahr aufgrund ihrer Leistungen wiederholt haben. J hat zusätzlich ein ADS. J hat
zwar kein ADS, ist aber im Unterricht sehr hyperaktiv. A weist seit dem Tod seines Bruders in der
zweiten Klasse Entwicklungsdefizite auf. Er beteiligt sich im Unterricht so gut wie gar nicht. M , L
und M M. (in Prüfung) haben aufgrund ihrer LRS erhebliche Schwierigkeiten in der Lese- und
Schreibkompetenz. A hat sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich „Lernen". Daher ist der
Leistungsstand im Fach Geschichte sehr unterschiedlich. Der Unterricht muss daher sehr binnendifferenziert
durchgeführt werden. Folgende Abbildung zeigt diesen Leistungsstand:
Abb. 1: Übersicht über das Leistungsniveau aller Schülerinnen und Schüler der Klasse 5b im Fach
Geschichte
Die Kinder zeigen ein starkes Interesse am Fach Geschichte und verfügen über Vorkenntnisse zum
Thema Ägypten aus dem Familienurlaub, Kinderzeitschriften und Kinderbüchern. Diese Kenntnisse
müssen aber im Geschichtsunterricht strukturiert und den Standards und Kompetenzen in Rahmenlehrplan
angepasst werden. Die Schülerinnen und Schüler bringen selbstständig Gegenstände, Zeitschriften
und DVDs von zu Hause mit, um sie im Unterricht zu zeigen und zu benutzen. Die Fächer
Geschichte und Erdkunde werden in dieser Klasse epochal unterrichtet. Vor dieser Unterrichtseinheit
hatten die Schülerinnen und Schüler mehrere Wochen Erdkunde-Unterricht. Die Kinder wurden im
vorangegangenen Unterricht in das Fach Geschichte mit seinen besonderen fachwissenschaftlichen
Frage- und Themenstellungen eingeführt. Das Leben der Menschen in der Steinzeit wurde behandelt.
Im 6. Schuljahr schließt die Unterrichtseinheit „Aus der Geschichte des Alten Griechenland" an diese
Unterrichtseinheit an. Ein Schulbuch wird im Geschichtsunterricht nicht verwendet. Die Ergebnissicherung
wird daher meist durch Arbeitsblätter organisiert.
Die Schülerinnen und Schüler kennen offene Unterrichtsformen wie das Stationenlernen. Sie
können selbstständig in Tandems und Gruppen arbeiten. Dabei wird es oft laut in der Klasse.
Besonders leistungsstarke Schüler erledigen ihre Aufgaben sehr schnell und bleiben nicht am Platz
sitzen. Sie benötigen Zusatzaufgaben. Manchen Kindern fällt es auch schwer, sich zu melden und zu
warten, bis sie dran genommen werden. Oft wird einfach in das Plenum hineingeredet. Auffallend ist
das große Mitteilungsbedürfnis über außerschulische Erfahrungen und außerschulisch erworbenem
Wissen. Dieses positive Mitteilungsbedürfnis führt oft dazu, dass von den Unterrichtsinhalten abgeschweift
wird. Die Schülerinnen und Schüler werden daher oft an die vereinbarten Unterrichtsregeln
erinnert. Das Sozialverhalten ist alterstypisch entwickelt. In der Gruppenarbeit ist zu beobachten,
dass sich wenige Schülerinnen und Schüler sehr stark beteiligen, andere beteiligen sich zu wenig
oder gar nicht. In Ansätzen ist in der Gruppenarbeit zu beobachten, dass leistungsschwächere
Schülerinnen und Schüler von leistungsstärkeren Schülerinnen und Schüler mit einbezogen werden.
Dabei können sie Aufgaben gut verteilen.
5. Standards-, Kompetenz- und Niveauanalyse (in Bezug auf die Unterrichtseinheit)
5.1. Standards des Rahmenlehrplans
„Die Schülerinnen und Schüler13
- beschreiben die Lebenssituation von Menschen in der Vergangenheit in ihrem Gruppenbezug
und setzen diese unter ausgewählten Aspekten zu ihrem Lebenskontext in Beziehung,
- erläutern, inwieweit Menschen in der Vergangenheit ähnliche Probleme wie wir heute zu lösen
hatten,
- beschreiben, wie Menschen in der Vergangenheit an Probleme herangingen und welche
historischen Bedingungen den Handlungsrahmen absteckten,
- formulieren erste Einsichten in die Beeinflussbarkeit des Geschehens in Vergangenheit und
Gegenwart durch das Handeln von Menschen,
- erschließen verständliche Quellen (bildliche, schriftliche [R]) unter Anleitung inhaltlich,
formulieren Aussagen, belegen diese und ordnen die Quelle in den historischen Kontext ein,
- erschließen Fachtexte unter Anleitung aufgabengerecht und stellen die Ergebnisse [R] unter
Verwendung einer fachlichen angemessenen Begrifflichkeit dar,
- rekonstruieren aus verständlichen Quellen und Darstellungen historische Sachverhalte [R]
unter bestimmten Fragestellungen,
- bedienen sich verschiedene Methoden [R], um Vergangenes zu rekonstruieren [R] und zu
präsentieren,
- setzen sich mit einer historischen Fragestellung auseinander und präsentieren Lösungsvorschläge
im Team,
- gewinnen zu einem begrenzten historischen Thema in Einzel- und Gruppenarbeit selbstständig
Informationen und präsentieren die Ergebnisse adressatengerecht,
- diskutieren Lern- und Arbeitsergebnisse in Gruppen [R],
- [schätzen] ihre Lernergebnisse [selbst ein]."
5.2. Konkretisierung der Kompetenzanforderung
„Die Schülerinnen und Schüler14
- benennen den Einfluss der Natur auf das Zusammenleben der Menschen im Alten Ägypten,
- stellen an ausgewählten Beispielen die Herrschaft und Gesellschaft im Alten Ägypten dar,
- stellen Religion, Kultur und Kunst an ausgewählten Beispielen dar."
6. Standardkonkretisierung der Unterrichtsstunde
Die Schülerinnen und Schüler besprechen sich und arbeiten zusammen in einer Gruppe. Sie übernehmen
Zusatzaufgaben innerhalb der Gruppe.
Die Schülerinnen und Schüler erkennen, was sie bereits wissen und wofür sie noch lernen müssen.
Sie nutzen dafür ein interaktives Wissensquiz.
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihr Können und Wissen selbst, indem sie den Schwierigkeitsgrad
eine Aufgabe selbst bestimmen.
7. Individuelle Kompetenzentwicklung der Lerngruppe
Leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler wählen eine Frage mit leichtem Schwierigkeitsgrad
und beantworten diese.
Schülerinnen und Schüler im mittleren Leistungsniveau wählen eine Frage mit mittlerem Schwierigkeitsgrad
und beantworten diese. Sie erkennen, dass sie Punkte für ihre Gruppe sammeln.
Leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler wählen eine Frage mit hohem Schwierigkeitsgrad und
beantworten diese. Sie sammeln Punkte für die Gruppe und übernehmen Zusatzaufgaben.
8. Verlaufsplanung
in der Originaldatei enthalten
10. Benötigtes Material
- Laptop mit PC-Maus und Microsoft Office Power Point 2007
- Beamer
- Leinwand
- Tischkarten mit Teamnamen
- Plakat 1 „Spielregeln" pro Gruppentisch
- Plakat 2 „Schwierigkeitsgrad"
- Arbeitsblatt 1 „Aufgabenzettel für Gruppen"
- Arbeitsblatt 2 „Übersicht der Fragen und richtigen Antworten"
- Arbeitsblatt 3 „Spielfragen selbst finden"
- Wortkarten
- Stift
- Tafel und Kreide
11. Verwendete Literatur und Online-Ressourcen
- Adelmaier, Werner u.a. [Hg.]: Geschichte(n) erforschen. So lebten die Menschen
in der Urgeschichte und in den Frühen Hochkulturen, Wien, 2005
- Baumgärtner, Ulrich [Hrsg.]: Anno 5/6, hrsg. vom Schulbuchverlag Westermann,
Braunschweig 2006
- Christoffer, Sven u.a.: Zeitreise 1, hrsg. vom Ernst Klett Schulbuchverlag
Leipzig, Leipzig 2004
- Gigl, Claus: Geschichte lernen mit Methode, Leipzig 2006
- Gigl, Claus: Von den ersten Menschen bis zum Römischen Reich, Leipzig 2006
- Günther-Arndt, Hilke [Hrsg.]: Geschichts-Methodik. Handbuch für die Sekundarstufe
I und II, Berlin, 2007
- Meyer, Hilbert: Leitfaden Unterrichtsvorbereitung, Berlin 2009
- Osburg, Florian u.a.: Expedition Geschichte. Von der Urzeit bis zum Ende des
Römischen Reiches, hrsg. von Schulbuchverlag Diesterweg, Braunschweig 2004
- Peterßen, Wilhelm H.: Kleines Methoden-Lexikon, München 2009
- Pleticha, Heinrich [Hrsg.]: Weltgeschichte in 12 Bänden, Band 1: Morgen der
Menschheit. Vorgeschichte und Frühe Hochkulturen, Gütersloh 1996
- Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport Berlin u.a. [Hg.]:
Rahmenlehrplan Grundschule: Geschichte, Berlin 2004
- Wenzel, Birgit: Kreative und innovative Methoden. Geschichtsunterricht einmal
anders, Schwalbach/ Ts. 2010
- www.schulbilder.org (Letzter Besuch: 18. April 2010, 17:37 Uhr)
Fußnoten:
1 Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport Berlin u.a. [Hg.]: Rahmenlehrplan Grundschule: Geschichte, Berlin 2004, S. 26 (im Folgenden nur noch RLP GS Ges abgekürzt)
2 RLP GS Ges, S. 34
3 Pleticha, Heinrich [Hrsg.]: Weltgeschichte in 12 Bänden, Band 1: Morgen der Menschheit. Vorgeschichte und Frühe Hochkulturen, Gütersloh 1996, S. 63ff.
4 RLP GS Ges, S. 26
5 RLP GS Ges, S. 26
6 RLP GS Ges, S. 34
7 RLP GS Ges, S: 29
8 RLP GS Ges, S. 27
9 In Anlehnung an: Meyer, Hilbert: Leitfaden Unterrichtsvorbereitung, Berlin 2009, S. 174
10 Anreicherung
11 Beschleunigung
13 RLP GS Ges, S. 20
14 RLP GS Ges, S. 34
Kommentare (0)
Schreibe den ersten Kommentar zu diesem Material!











