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Einführung des Buchstabens 'B/b'
Datum: 08. August 2010 Kommentare: 1
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Beschreibung:
Der Buchstabe bzw. der Laut wird von den Schülern artikuliert und soll anschließend akustisch wieder erkannt werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem optischen Einprägen sowie dem Schreiben und der gleichzeitigen Erfassung der Laut-Buchstaben-Beziehung. Durchgeführt in einer 1. Klasse.

Einführung des Buchstabens 'B/b'
Einführung des Buchstabens 'B/b'
1. Sachanalyse
1.1. Allgemeines
Das Alphabet bezeichnet die festgelegte Reihenfolge der Schriftzeichen einer Sprache. Der Begriff kommt von den ersten beiden Buchstaben des griechischen Alphabets Alpha und Beta. Aus dem griechischen Alphabeth haben sich sämtliche europäische Alphabete entwickelt. Das deutsche Alphabet besteht aus 26 Buchstaben: A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, X, Y und Z. Diese Buchstaben werden in Vokale (Selbstlaute: A, E, I, O, U) und Konsonanten unterschieden.
Unsere Schrift stellt eine Lautschrift dar. Deshalb sollte in den Mittelpunkt der Einführung eines Buchstabens zunächst die Beziehung zwischen Grundelementen der geschriebenen Sprache (Buchstaben = Grapheme) und denen der gesprochenen Sprache (Buchstaben = Phoneme) treten. Schrift dient dazu, die Sprache festzuhalten. Das heißt, eine Information wird in abstrakten Zeichen festgehalten. Graphische Zeichen dienen dazu, Sprachgebilde zu vertreten.
Die Buchstaben sind aber nicht gleichzusetzen mit den einzelnen Lauten. Im Deutschen gibt es über 60 Laute, die zum Teil durch einen Buchstaben bezeichnet werden können, zum Teil aber aus einer Kombination von zwei oder mehreren Buchstaben gebildet werden. Das sieht man am /ks/ Laut: Für den ks-Laut gibt es sogar vier verschiedenen Kombinationen: ks, chs, cks und x. (Keks, Fuchs, Glücksgriff, Hexe) Ein Buchstabe kann jedoch auch zwei verschiedene Laute bezeichnen. Doch trotz dieser Probleme in der Phonem-Graphem-Beziehung müssen die Buchstaben als Repräsentanten von Einzellauten gelernt werden. Deshalb ist es wichtig, dass man die Analysen zuerst an klangvollen Lauten vornimmt und an Wörtern, in denen die Buchstaben den Lauten entsprechen, also klangrein sind. Die Schüler sollen die Laute hören, wieder erkennen und unterscheiden können, sollen sie identifizieren und diskriminieren können, sowie die Wörter in denen sie vorkommen schreiben können. Das Schreiben ist wichtig, da motorisch Gespeichertes es für das visuell und auditiv Gespeicherte behaltbarer macht. Jedem Laut wird bei seiner Einführung durch den Buchstaben auch eine Gebärde bzw. ein Handzeichen oder eine "Geheimsprachzeichen" zugeordnet. So können Laut und Buchstabe durch diese motorische Merkhilfe miteinander verbunden werden.
Für den erwachsenen Menschen ist es selbstverständlich, alle 26 Buchstaben des Alphabets zu kennen und zu erkennen. Dies ist jedoch bei Kindern von 6 oder 7 Jahren noch nicht der Fall. Sie werden Schritt für Schritt auf neue Buchstaben aufmerksam gemacht, die es ihnen schließlich ermöglichen, ganze Wörter und Wortgruppen zu erschließen. Daraus kann man erkennen, dass der Schriftspracherwerb ein langer Prozess ist, der in mehreren Stufen abläuft.
Die einzelnen Stufen fasst die folgende Tabelle kurz zusammen:
| Fähigkeiten und Einsichten | Schreiben |
1 | Nachahmung äußerer Verhaltensweisen | Kritzeln |
2 | Kenntnisse einzelner Buchstaben an Hand figurativer Merkmale | Malen von Buchstabenreihen, Malen des eigenen Namens |
3 | Beginnende Einsicht in den Buchstaben-Laut-Bezug, Kenntnis eigener Buchstaben/Laute | Schreiben von Lautelementen (Anlaut, prägnanter Laut zu Beginn des Wortes), "Skelettschreibungen" |
4 | Einsicht in die Buchstaben-Laut-Beziehung | Phonetische Schreibungen nach dem Prinzip "Schreibe, wie du sprichst" |
5 | Verwendung orthografischer bzw. sprachstruktureller Elemente | Verwendung orthografischer Muster (z.B. -en, -er; Umlaute), gelegentlich auch falsche Generalisierungen |
6 | Automatisierung von Teilprozessen | Entfaltete orthografische Kenntnisse |
Schüler in der ersten Klasse befinden sich in Stufe 4 des Schriftspracherwerbs. Da aber die Schüler einen unterschiedlichen Entwicklungsstand haben ist es wichtig, dass die schwächeren Schüler dies „aufholen" können und die bereits schon guten Leser entsprechend fordernde Angebote erhalten.
Bei der Einführung eines neuen Buchstaben ist auf folgendes zu achten:
- Die Schüler müssen den Laut zum Buchstaben kennen lernen.
- Die Schüler müssen die optischen Besonderheiten erkennen können.
- Es ist sehr wichtig, jeden Buchstaben einzeln einzuführen, denn die Kinder benötigen dieses Wissen, um später bestimmte Einzelelemente wieder zu erkennen (isoliert und im Wort), Einzelelemente als gleich erkennen (identifizieren) und Einzelelemente unterscheiden (diskriminieren) zu können.
1.2. Besonderheiten des Buchstaben B,b
Der Buchstabe B,b ist ein Explosivlaut. Diese kommen relativ häufig in Worten vor, sind gut zu sprechen, können aber nicht gedehnt werden, da sie sofort verklingen.
Ein ähnlich klingender Explosivlaut ist das P,p. (Weitere ähnlich klingende Paare sind D-T, G-K) Sie müssen getrennt eingeführt werden, damit die Schüler nicht verwirrt werden. Diskriminierungsübungen sind zu einem späteren Zeitpunkt jedoch sinnvoll.
Im Deutschen werden Plosive (b, p, d, t, g, k) am Wortende stimmlos gesprochen. Auch wenn am Wortende b, d oder g steht (→dies sind die stimmhaften Plosive), wird trotzdem der entsprechende stimmlose Plosiv gesprochen (→p, t oder k). Diese Erscheinung bezeichnet man als Auslautverhärtung. Beispielsweise wird Kind am Ende mit /t/ gesprochen und daher von Anfängerinnen und Anfängern meist Kint geschrieben.
2. Lernvoraussetzungen
2.1. Vorstellung der Schule
X nördlich von F. Der Ort ist eher von ländlichem Charakter geprägt. Die Grundschule befindet sich zentral in der Dorfmitte in unmittelbarer Nachbarschaft zur x. Die beiden Schulen teilen sich den gemeinsamen Pausenhof und einige andere Räumlichkeiten.
Die Schule ist eine ein- bzw. mehrzügige Grundschule, d.h. es gibt zwei 1. Klassen, je eine 2. und 3. Klasse und zwei 4. Klassen. Insgesamt besuchen derzeit 124 Schüler die Grundschule. Neun Lehrkräfte, davon sechs Klassenlehrerinnen, eine Fachlehrerin für HTW und je eine Religionslehrerin für evangelische und katholische Religion bilden das Lehrpersonal.
Das Schulgebäude stammt noch aus "älteren" Zeiten. Es ist sehr zweckmäßig und bietet leider ein nicht allzu großzügiges Angebot an Raum. Jeder Klasse steht jeweils ein Klassenraum zur Verfügung. Zusätzlich gibt es zwei Leseecken mit Büchern auf den Fluren.
Auf den Gängen stehen einige Gruppentische, so dass sich Kleingruppen zum Arbeiten auch einmal aus dem Klassenzimmer zurückziehen können. Ein HTW-Raum im Untergeschoss steht allen Klassen zur Verfügung, ebenfalls ein Tanzraum und die Sporthalle. Die mediale Ausstattung ist eher spärlich. Es gibt einen Konferenzraum indem für alle Klassen zugänglich ein Video- bzw. DVD-Recorder steht. Darüber hinaus verfügt jedes Klassenzimmer über einen Overhead-Projektor und meist einen Kassettenrecorder bzw. CD-Player. PCs stehen nicht zur Verfügung.
Es gibt auch leider nur ein sehr kleines Lehrerzimmer, das für Pausen und Aufenthalt ebenso dienen muss wie für Konferenzen, Besprechungen, Elterngespräche aber auch für die Vorbereitung von Unterrichtsmaterial. Hier finden sich auch sämtliche Lehrmaterialien, Kopierer und Laminiergerät, etc.
Die Schule legt sehr viel Wert auf Freiarbeit und offene Unterrichtsformen. In allen Klassen wird inzwischen mit Wochenplänen gearbeitet. Die Sozialen Kompetenzen und die Musikalische Erziehung haben ebenfalls einen hohen Stellenwert. In jedem Schuljahr werden ca. 5-6 fächer-, Klassen- und Jahrgangsübergreifende Projekte angeboten, davon mindestens ein musikalisches.
2.2. Vorstellung der Klasse
Die Klasse 1 setzt sich derzeit aus neunzehn Schülern zusammen, darunter acht Mädchen und elf Jungen. Drei Kinder sind ausländischer Herkunft, wobei nur bei einem dieser Kinder hin und wieder noch Verständnisschwierigkeiten bestehen. Hierauf muss immer wieder und gerade bei der Freiarbeit besonders geachtet werden.
Das Klassenzimmer der Klasse 1 befindet sich im 1. Obergeschoss. Zur Ausstattung gehören eine aufklappbare Tafel vorne, ein Tageslichtprojektor sowie ein CD-Player mit Kassettendeck. Im hinteren Teil und an der Seite des Klassenzimmers befinden sich Regale mit Arbeitsmaterialien, Spielen, Büchern, etc und eine kleine Kuschelecke zum Lesen. Dort befinden sich auch Ablagefächer für jedes Kind. Die Schüler sitzen an Gruppentischen mit je 4- 6 Kindern.
Die Schüler und Schülerinnen sind mit den Arbeitsformen Einzelarbeit, Gruppenarbeit, Stationenarbeit, Sitz- bzw. Stuhlkreis und Freiarbeit vertraut. Sie arbeiten innerhalb dieser Formen schon erstaunlich beständig und meist ohne große Störungen.
2.3. Entwicklungspsychologische Voraussetzungen
Insgesamt handelt es sich um aktive und gut mitarbeitende Schüler, denen der Unterricht erkennbar viel Spaß bereitet. Die Schüler besitzen die für Erstklässler typische Begeisterung für die Schule und sind daher in der Regel sehr leicht zu motivieren. Gelegentlich fällt es den Kindern noch schwer, vereinbarte Gesprächs- und Verhaltensregeln einzuhalten, sodass es zu Zwischenrufen kommen kann. Immer wieder wird daher versucht, die Schüler durch Rituale an gewisse Verhaltens- und Umgangsregeln zu gewöhnen.
Hinsichtlich des Arbeitstempos, der Auffassungsgabe und der sprachlichen und motorischen Voraussetzungen gibt es in der Klasse deutliche Leistungsunterschiede. Auch zeigen sich Differenzen im Arbeitsverhalten. Aus diesem Grund ist es wichtig, auf die individuellen Lernvoraussetzungen der Schüler einzugehen. Auch wenn die Schüler inzwischen mehr und mehr eine Eigenkontrolle ihrer Arbeiten durchführen ist die zusätzliche Kontrolle von Arbeitsblättern oder Wochenplänen etc. durch die Lehrerin immer noch besonders wichtig, damit eventuell auftretende Schwachstellen sichtbar gemacht und behoben werden können.
2.4. Bezug der Kinder zum Thema
Da Lesen und Schreiben von Anfang an im Zusammenhang gesehen werden, kommt der Druckschrift, die in der Regel die erste Leseschrift ist, eine besondere Bedeutung zu, denn sie verknüpft den Lese- und Schreibprozess. Dabei steht zunächst die Erarbeitung und Sicherung der Laut- Buchstabenbeziehung im Vordergrund.
Die Kulturtechniken „Lesen" und „Schreiben" werden heute als Schlüsselqualifikationen in allen Lebensbereichen benötigt. Im alltäglichen Leben werden die Kinder von Anfang an ständig mit geschriebener Sprache konfrontiert: In Büchern, in der Werbung, durch Anleitungen, Medien, Hinweisschilder usw. Wie das Lesen ist auch das Schreiben im späteren Leben notwendig. Dies beginnt bei einfachen Dingen wie dem Ausfüllen von Formularen, beim Verfassen von Bewerbungsunterlagen und endet schließlich in der Notwendigkeit des Schreibens im beruflichen Bereich oder zur Beschaffung von (privaten oder beruflichen) Informationen, bei dem die modernen Medien zwar helfen, das Lesen und Schreiben jedoch nicht völlig ersetzen können.
Das Beherrschen dieser Kulturtechniken ist ein wesentlicher Schritt zur selbständigen und verantwortungsbewussten Lebensgestaltung. Daneben können beim Schreiben (insbesondere beim freien Schreiben) der Phantasie und Kreativität der Schüler Beachtung geschenkt und diese gefördert werden.
Die Einführung eines neuen Buchstabens ist zwar ein kleiner aber doch bedeutender Schritt bei dem Erwerb der Schriftsprache. Die Schüler können mit dem eingeführten Buchstaben B,b neue, bis dahin unbekannte Wörter zusammensetzen, lesen und schreiben. Mit jedem Buchstaben wird der Umfang der von ihnen lesbaren Wörter größer, bis sich zumindest ein Teil der Schüler nach ca. 26 bis 30 Unterrichtswochen den Aufbau der Sprache anhand der 26 Buchstaben angeeignet haben.
2.5. Das Thema und ich
Lesen und Schreiben zähle ich als eine Grundqualifikation, die jeder Mensch zur Bewältigung seines alltäglichen Lebens benötigt. Somit kommt diesen beiden Qualifikationen eine immense Bedeutung zu. Für mich persönlich hat das Lesen und Schreiben allerdings nicht nur diese Grundqualifikation zu erfüllen. Vielmehr dient es auch der Befriedigung von kulturellen, sozialen und gesellschaftlichen Bedürfnissen jedes Menschen. Lesen und Schrieben fördern so z.B. in Form von Briefen die Kommunikationsfähigkeit untereinander. Lesen ist für mich auch eine wichtige Form der Entspannung und Ausgleich im oft stressigen Alltag.
3. Didaktische Analyse (nach Klafki)
3.1. Exemplarische Bedeutung
Mit jedem Buchstaben wird der Umfang der von ihnen lesbaren Wörter größer, bis sich zumindest ein Teil der Schüler nach ca. 26 bis 30 Unterrichtswochen den Aufbau der Sprache anhand der 26 Buchstaben angeeignet haben. Es ist sehr wichtig, jeden Buchstaben einzeln einzuführen, denn die Kinder benötigen dieses Wissen, um später bestimmte Einzelelemente wieder zu erkennen (isoliert und im Wort), Einzelelemente als gleich erkennen (identifizieren) und Einzelelemente unterscheiden (diskriminieren) zu können.
3.2. Gegenwärtige Bedeutung
Die Einführung eines neuen Buchstabens ist zwar ein kleiner aber doch bedeutender Schritt bei dem Erwerb der Schriftsprache. Denn die Schüler können mit dem eingeführten Buchstaben B,b neue, bis dahin unbekannte Wörter zusammensetzen, lesen und schreiben.
3.3. Zukünftige Bedeutung
Im alltäglichen Leben werden die Kinder von Anfang an ständig mit geschriebener Sprache konfrontiert: In Büchern, in der Werbung, durch Anleitungen, Medien, Hinweisschilder usw. Wie das Lesen ist auch das Schreiben im späteren Leben notwendig. Dies beginnt bei einfachen Dingen wie dem Ausfüllen von Formularen, beim Verfassen von Bewerbungsunterlagen und endet schließlich in der Notwendigkeit des Schreibens im beruflichen Bereich oder zur Beschaffung von (privaten oder beruflichen) Informationen, bei dem die modernen Medien zwar helfen, das Lesen und Schreiben jedoch nicht völlig ersetzen können.
Das Beherrschen dieser Kulturtechniken ist ein wesentlicher Schritt zur selbständigen und verantwortungsbewussten Lebensgestaltung. Daneben können beim Schreiben (insbesondere beim freien Schreiben) der Phantasie und Kreativität der Schüler Beachtung geschenkt und diese gefördert werden.
3.4. Bezug zum Bildungsplan 2004
Der Deutschunterricht gliedert sich in die Arbeitsbereiche Sprechen, Lesen, Schreiben und Sprachbewusststein entwickeln. Besonders berücksichtigt werden bei einer Buchstabeneinführung die Arbeitsbereiche Lesen und Schreiben, wobei jedoch betont werden muss, dass diese Bereiche eng miteinander verknüpft sind und von den Kindern auch im Unterricht nicht isoliert, sondern ganzheitlich erlebt werden sollen.
Die Buchstabeinführung trägt selbstverständlich zur Kompetenz ´Lesen' (vgl. Bildungsplan 2004, S. 25) bei, denn der eingeführte Buchstabe muss erlesen werden können und erschließt neue Wörter durch die Verbindung mit bereits erlernten Buchstaben. Ebenfalls ist die Buchstabeinführung in der Kompetenz ´Schreiben' (vgl. Bildungsplan 2004, S. 26) verankert, denn die Schüler lernen den entsprechenden Buchstaben korrekt und leserlich zu schreiben und können durch das Zusammenfügen von Buchstaben Wörter und durch das Zusammenfügen von Wörtern Sätze bilden und diese verschriftlichen.
Ausgangsschrift für das Lesen und das Schreiben ist die Druckschrift. Deshalb lernen die Schüler jetzt nur die Druckbuchstaben und kennen. Bereits beim Erlernen des Buchstabens ist auf den ästhetischen Aspekt der Schrift zu achten. Zum Schreiben gehört auch das Rechtschreiben: Grundlage und Folge für einen erfolgreichen Schriftspracherwerb ist die Fähigkeit der Kinder, Laute zu unterscheiden und ein Wort auf seinen Lautbestand hin abzuhören. Dies wird schon unmittelbar nach der Einführung geübt und hängt somit mit ihr zusammen.
4. Methodische Analyse
4.1. Verlauf der Stunde
a. Eröffnungsphase
Die Unterrichtseinheit beginnt nach der großen Pause und erstreckt sich über eine Doppelstunde. Nachdem die Schüler ihre Plätze eingenommen haben, dürfen sie noch einige Minuten vespern. Dies wird immer so gehandhabt und deshalb ändere ich das auch für die heutige Stunde nicht. Nach einigen Minuten werde ich diese "Vesperphase" beenden und die Schüler in den Sitzkreis vor der Tafel bitten. Durch den Sitzkreis sind die Schüler näher am Geschehen und können sich intensiver mit dem Lerngegenstand auseinander setzen.
Ich erzähle, dass ich einen Brief von jemandem bekommen habe, der an die Klasse gerichtet ist, aber dass nirgends steht, von wem der Brief ist und lese ihn der Klasse vor. Dabei kommt der Tastsack ins Spiel, worin verschiedene Gegenstände zu ertasten sind, die mit anfangen. Sobald ein Schüler bzw. eine Schülerin einen Gegenstand ertastet hat, darf er bzw. sie ihn herausholen und in die Kreismitte legen. Um das Erraten des Unterrichtsthemas zu erleichtern, sind die Namen der Gegenstände zusätzlich in schriftlicher Form vorbereitet; diese Blätter werden zu den Gegenständen gelegt. Auch wenn das Thema schon nach einigen Gegenständen erraten wurde werden auch die anderen Gegenstände noch ertastet. Dies wird den Schülern als Überprüfung ihrer Vermutung angeboten.
Nach dieser Einführungsphase gehen die Schüler an ihre Plätze und ein Spiel zur akustischen Differenzierung wird gespielt. Hierbei lese ich verschiedene Begriffe vor und die Schüler müssen heraushören, ob das Wort mit /b/ anfängt. Ist dies der Fall, so müssen sie aufstehen. Anschließend müssen sie erkennen, ob überhaupt ein /b/ enthalten ist, egal ob am Anfang, in der Mitte oder am Ende des Wortes. Dieses Spiel ist ihnen schon aus der Einführung des
b. Erarbeitungsphase
Die Lehrperson malt ein großes an die Tafel und erklärt die Schreibrichtungen anhand eines Merkverses. Dieser wird wiederholt. Er dient der Verankerung und Festigung des Lernstoffs. Anschließend sagen die Schüler mit mir zusammen mehrmals den Merkvers auf und malen gleichzeitig die Form des Buchstabens in die Luft. Dies schult die Motorik und außerdem werden die Form und die Schreibrichtungen des Großbuchstabens verinnerlicht.
Bei dem Kleinbuchstaben werde ich keinen Merkvers einbringen, denn erstens ist ein Vers, der auswendig gelernt wird genug und zweitens unterschiedet sich der Kleinbuchstabe nicht allzu sehr vom Großbuchstaben. Der Kleinbuchstabe wird ebenfalls an der Tafel erarbeitet und anschließend wieder mehrmals gemeinsam in der Luft nachgefahren.
Die Schüler wiederholen nun selbstständig die Buchstabenform. Dies geschieht auf eine ihnen bekannte Art und Weise. Als erstes sollen sie und kneten, dann auf den Tisch "malen" und anschließend "schreiben" sie die Buchstaben auf den Rücken ihres Tischnachbarn. Diese Übung dient neben der Motorik der Festigung von Form und Schreibrichtung der neu gelernten Buchstaben.
c. Freiarbeitsphase
Anschließend wird der neue Wochenplan ausgeteilt und die einzelnen Aufgaben kurz besprochen. Die Schüler bekommen nun in der Freiarbeit die Gelegenheit sich selbständig mit den verschiedenen Aufgaben des Wochenplans zu beschäftigen. Dieser umfasst freie Schreibübungen, Schreibübungen nach Vorgabe in Lineatur, Leseübungen, ein Druckschriftlehrgang und verschiedenste Arbeitsblätter rund um den neu erlernten Buchstaben. Die Lehrperson bleibt während der Freiarbeit präsent, hält sich aber eher im Hintergrund, kontrolliert, beseitigt letzte Unklarheiten bei der Aufgabenstellung oder gibt den Kindern kleine Hilfestellungen etc.
d. Schlussphase
Mit dem Lied "Paulchen Panter" leite ich das Aufräumen ein. Dieses Ritual ist in der Klasse eingeführt und ich übernehme es auch für diese Stunde. Bevor die Unterrichtseinheit beendet wird, gebe ich noch die Hausaufgabe. Die Schüler sollen sich eine Aufgabe des Wochenplans aussuchen und zu Hause bearbeiten. Die entsprechenden Materialen werden in die gelben Transportmappen gepackt. Anschließend werden die Plätze aufgeräumt und wir singen gemeinsam das Abschiedslied "Die Schule ist aus" und beenden so den Schultag.
4.2. Differenzierungsmaßnahmen
Zur Differenzierung werden Wocheplänen eingesetzt. Die Wochenpläne sehen bisher so aus, dass mit Ihnen jeweils ein neuer Buchstabe eingeführt wird. Normalerweise werden die Wochenpläne immer montags mit der Einführung des Buchstabens ausgegeben. Die Kinder haben dann bis Donnerstag Zeit die einzelnen Aufgaben zu bearbeiten. Erledigte Aufgaben werden von den Kindern selbständig im Wochenplan farbig ausgemalt und abgestempelt.
Der Wochenplan umfasst Pflichtaufgaben, die alle Schüler innerhalb der Schulwoche bearbeiten müssen. Zusätzlich gibt es so genannte "Sternchenaufgaben", die die Kinder zusätzlich zu den Pflichtaufgaben machen dürfen, sofern sie mit dem Pflichtteil schon fertig sind. Die Aufgaben sind sehr vielfältig. So gibt es z.B. immer Leseaufgaben, freie und vorgegebene Schreibübungen, Rätselaufgaben, Reim- oder Schüttelwörter, Memory, Lese-Mal-Blätter und Zuordnungsaufgaben.
Hinsichtlich des Arbeitstempos, der Auffassungsgabe und der sprachlichen und motorischen Voraussetzungen gibt es in der Klasse deutliche Leistungsunterschiede. Auch zeigen sich Differenzen im Arbeitsverhalten. Aus diesem Grund ist es wichtig, auf die individuellen Lernvoraussetzungen der Schüler einzugehen. Obwohl inzwischen mehr und mehr dazu übergegangen wird, die Kinder zur Eigenkontrolle mit Hilfe von Lösungsblättern anzuregen, werden die Aufgaben zusätzlich zur Kontrolle und Korrektur der Lehrerin abgegeben. Dies ist besonders wichtig, da die Lehrperson so den individuellen Lernstand jedes Schülers beobachten und verfolgen kann und entsprechend den Unterricht anpassen kann um eventuelle Schwachstellen auszugleichen und zu beheben.
4.3. Umgang mit Schwierigkeiten / Planungsalternativen
Es kann vorkommen, dass einzelne Schüler beim Tastsack nicht die gewünschten Begriffe nennen, also Wörter, die nicht mit anfangen. Ist dies der Fall, werde ich den Schüler bzw. die Schülerin bitten einen anderen Begriff für diesen Gegenstand zu finden. Sollte es trotzdem nicht funktionieren, kann sich noch ein zweiter Schüler bzw. eine zweite Schülerin daran versuchen bevor der Gegenstand heraus geholt wird. Es sind mit Absicht auch schwere Gegenstände im Sack, da die Aufgabe die Schüler nicht unterfordern soll.
Es könnte vorkommen, dass das Thema nicht erraten wird, jedoch halte ich dies für sehr unwahrscheinlich, da es in den letzten Stunden, die ähnlich aufgebaut waren, nie zu Problemen bezüglich der Themenfindung kam. Sollte es jedoch trotzdem so sein, werde ich die Schüler durch Hinweise zum Thema lotsen.
Bei dem Spiel liegt die Vermutung nahe, dass viele Schüler gar nicht differenzieren, sondern die anderen Schüler imitieren. Dem kann nicht entgegengewirkt werden, allerdings empfinde ich das nicht als schlimm, denn das Spiel soll lediglich eine Verbindung zweier Phasen darstellen. Übungen zur akustischen Differenzierung werden in den nächsten Stunden noch stattfinden.
Es kommt vereinzelt vor, dass Schüler spiegelverkehrt schreiben. Um dem entgegenzuwirken, bleiben die Buchstaben auch während der Freiarbeit an der Tafel stehen. Darüber hinaus verfügt jedes Kind über eine Anlauttabelle, die in Großformat auch neben der Tafel hängt. So haben die Schüler jederzeit die Gelegenheit bei Unsicherheiten noch mal nachzuschauen oder sich selbst zu kontrollieren.
Einige Schüler sind immer schneller als die anderen. Der Wochenplan wirkt dem aber etwas entgegen. Es gibt Pflichtaufgaben und zusätzlich immer noch einige "Sternchenaufgaben", die die Kinder freiwillig bearbeiten dürfen. Des Weiteren wählen die Schüler ihre Aufgaben innerhalb des Wochenplans selber aus. Hier gibt es keine Vorgaben, lediglich diese, dass der Pflichtteil innerhalb der Schulwoche bearbeitet werden soll.
5. Lotusdiagramm
nicht abgedruckt
6. Unterrichtsverlauf / Raster
Zeit / Phase | Stundenverlauf | Sozialform | Medien |
10.30 / Vespern | §Schüler dürfen noch einige Minuten vespern. | Klassenritual |
|
10.35 / Einstieg | §LP bittet S in den Sitzkreis und liest den Brief vom vor. §S sollen nun verschiedene Gegenstände im Tastsack mit im Anlaut durch ertasten erraten und zu den entsprechenden Schildern zuordnen, um so selbständig auf das neue Thema zu kommen. | Sitzkreis
Sitzkreis | Brief
Tastsack |
10.55 / Überleitung in die Arbeitsphase | §Spiel zur akkustischen Differenzierung: LP leist verschiedenen Wörter vor, wer ein im Wort heraushören kann, muss aufstehen. | Frontal / Spiel |
|
11.05 / Erarbeitungsphase | §LP malt das große an die Tafel und erklärt mit Hilfe eines Merkverses die Schreibrichtung des Buchstabens; mehrmalige Wiederholung und gemeinsames in die Luft malen. §LP malt das kleine an die Tafel und erklärt am Beispiel des großen die Schreibrichtung → „das kleine b ist im großen B versteckt"; anschließend Wiederholung und gemeinsames in die Luft malen. §S wiederholen eigenständig die neue Buchstabenform durch Kneten, auf den Tisch und in die Luft malen und auf den Rücken des Tischnachbarn schreiben. | Frontal / Tafel
Frontal / Tafel
Einzel- / Partnerarbeit
| Merkvers
Knete
|
11.30 / Freiarbeit | §LP teilt den neuen Wocheplan aus, anschließend wird dieser kurz gemeinsam besprochen; S arbeiten selbständig am Wochenplan und suchen sich die Aufgaben selbst aus | Einzelarbeit | Wochenplan |
11.55 / Schlussphase | §Das Lied: „Paulchen Panter" leitet das Aufräumen ein und beendet die Freiarbeit §Die Hausaufgabe wird vereinbart und die S packen die dafür notwendigen Materialen in ihre gelbe Transportmappe §Mit dem gemeinsamen Singen „Die Schule ist aus" im Kreis wird der Schultag beendet. | Klassenritual
Frontal
Stehkreis Klassenritual |
Wochenplan
|
7. Kompetenzen
7.1. Richtziele der Unterrichtseinheit
Ein Grobziel der Stunde soll die motivierende Auseinandersetzung mit Gegenständen, die ein im Anlaut haben. Der Buchstabe bzw. der Laut wird von den Schülern artikuliert und soll anschließend akustisch wieder erkannt werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem optischen Einprägen sowie dem Schreiben und der gleichzeitigen Erfassung der Laut-Buchstaben-Beziehung.
7.2. Stundenziele
a. Soziale Kompetenzen
Ich stelle gemeinsam mit den Kindern Regeln auf und wiederhole diese regelmäßig, so dass die Schüler sich an die vereinbarten Regeln halten können. Dies betrifft sowohl das Verhalten gegenüber Mitschülern als auch das Einhalten der allgemeinen Regeln, wie "Melden, wenn man etwas sagen will", etc.
Außerdem lege ich viel Wert auf einen freundschaftlichen und kooperativen Umgang untereinander und versuche die Schüler zu einem solchen Verhalten anzuleiten und zu unterstützen. Dabei spielt natürlich die gegenseitige Rücksichtnahme, Hilfe und Unterstützung innerhalb der Gemeinschaft eine große Rolle.
b. Personale Kompetenzen
Ich arbeite mit dem Wochenplan so, dass die Schüler selbständig Aufgaben auswählen und bearbeiten können. Dabei leite ich sie an, ihre eigenen Stärken und Schwächen möglichst selbst herauszufinden, sie bewusst wahrzunehmen und sie gegebenenfalls gezielt zu nutzen oder zu trainieren.
c. Methodische Kompetenzen
Ich male den Schülern den neuen Buchstaben an die Tafel und erkläre seine Schreibweise. Durch gemeinsames Wiederholen und mehrfaches in die Luft malen, können die Schüler das zunächst als Großbuchstaben, dann als Kleinbuchstaben schreiben. Schreibübungen zuerst ohne und dann mit Lineatur helfen Ihnen dabei, Schreibsicherheit zu bekommen.
Durch das Nachfahren des neuen Buchstabens und das anschließende eigenständige nachmalen bzw. kneten können die Schüler die Buchstaben motorisch erfassen.
Mit Hilfe des Merkverses können die Schüler den Laut /b/ deutlich artikulieren.
d. Fachkompetenzen
Ich arbeite so, dass die Schüler das als Buchstaben und Laut kennen lernen und zeige Ihnen entsprechende Beispiele.
Des Weiteren lernen die Schüler zwischen und zu unterschieden. Auch können Sie das optisch und den Laut /b/ in Wörtern akustisch erkennen.
Kommentare (1)
Ausführlich und für Schreib/Leseanfänger durch Brief und Tasten anschaulich und "begreifbar" im wahrsten Sinn des Wortes. Gefällt mir wirklich gut und sicher auch den Schülerinnen und Schülern! :-) Interessant wäre dazu natürlich noch der Wochenplan mit den Aufgaben.











