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Wir lernen Notenwerte kennen

Wir lernen Notenwerte kennen
Unterrichtsentwurf
Datum: 08. August 2010 Autor: binobatata Kommentare: 0

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Beschreibung:

In dieser Musikstunde sollen die SchülerInnen akustische Notenwerte passenden Bildern zuordnen visuelle Notenwerte auf eigenes Klatschen und auf Instrumente übertragen. Durchgeführt in einer 2. Klasse.


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Wir lernen Notenwerte kennen

1 Überlegungen zu den Lernvoraussetzungen

1.1 Äußere Rahmenbedingungen

Die Schule ist eine Privatschule mit evangelischem Bekenntnis. Sie besteht aus einer Grund- und einer Realschule, die örtlich voneinander getrennt liegen. Die Grundschule befindet sich am westlichen Rand H.s in einem sozialen Brennpunktgebiet. Allerdings besuchen wenige Kinder aus sozial schwachem Hintergrund oder mit Migrationshintergrund die Grundschule. Hauptgründe hierfür sind sicherlich, dass die Schule als Privatschule Schulgeld verlangt und ein regelmäßiger Einsatz der Eltern, zum Beispiel beim Putzen, erforderlich ist.

Das Schulgebäude ist ein einstöckiges, flaches und großflächig angelegtes Gebäude mit unkonventioneller Raumaufteilung. Die Grundfläche erinnert an ein gekrümmtes F. Da die Schule relativ neu gebaut und mit jeweils neuen Klasseneinrichtungen ausgestattet wurde, macht das Schulgebäude einen insgesamt freundlichen und offenen Eindruck. Es gibt einen Haupt- und zwei Nebeneingänge, die alle regelmäßig genutzt werden, da der Haupteingang direkt an der Straße liegt und beide Nebeneingänge direkt auf den Schulhof hinaus führen.

 

Die Klasse 2b wird von 23 Schülerinnen und Schülern (SuS) besucht. Das Klassenzimmer der Klasse 2b liegt zentral im Schulgebäude, direkt angeschlossen an die Aula nahe dem Haupteingang. Es ist ein heller, freundlich gestalteter Raum mit einer Leseecke im hinteren Teil des Raumes, einem Waschbecken und ausreichend Platz, um im vorderen Teil vor der Tafel einen Sitzkreis mit allen Schülern zu bilden. Um diesen Sitzkreis zu initiieren, wird eine Signalkarte an die Tafel geheftet, woraufhin die SuS ihren Stuhl nach vorne tragen.

 

Die Anordnung der Tische in Vierer- und Sechsergruppern hat sich, seit ich die Klasse Anfang Februar diesen Jahres kennen gelernt habe, nicht verändert. Ein Schüler sitzt, aufgrund seiner sehr schnell ablenkenden und abgelenkten Verhaltensweise alleine im hinteren Teil des Klassenzimmers.

Bei der Sitzplatzwahl wurde auf Wünsche der SuS eingegangen, jedoch auch auf die Gruppendynamik an den Tischgruppen und auf die Lern- und Leistungsstände geachtet.

Im Rahmen der Unterrichtseinheit „Rhythmus" habe ich regelmäßig im Sitzkreis begonnen und gearbeitet. Des Weiteren wurde ebenfalls in Gruppen mit wählbarem Arbeitsort gearbeitet und ausprobiert.

 

Regulär liegt die Musikstunde dienstags in der vierten Stunde. Aus organisatorischen Gründen wurde die geplante Sequenz jedoch auf Donnerstag in die zweite Stunde gelegt.

1.2 Allgemeine Anmerkungen zum Musikunterricht an der Schule

Da es keinen Musikraum an der Schule gibt, findet der Musikunterricht in allen Klassen im Klassenzimmer statt. Dies bringt insofern oft erschwerte Bedingungen mit sich, als dass der Musiklehrer sich an Gegebenheiten in verschiedenen Klassenzimmern orientieren und sich vor seinen Planungen genau überlegen muss, welche Umsetzungen eine Themas möglich sind.

Im Klassenzimmer der Klasse 3b ist ein Klavier vorhanden. Da die einzige Musiklehrerin der Schule die Klassenlehrerin dieser Klasse ist, bleibt das Klavier meistens in diesem Raum und wird nur manchmal in eine der Klassen nebenan oder in die Aula zu Gottesdiensten, Andachten oder anderen Veranstaltungen verschoben. Für die Liedbegleitung wird von mir in der Klasse 2b deshalb meistens eine Gitarre benutzt. Des Weiteren ist an Instrumenten ein Instrumentenwagen mit Orff-Instrumenten vorhanden. Die Bestückung dieses Wagens ist allerdings so gering und teilweise unvollständig, dass man zwar eine Klasse mit Orff-Instrumenten ausstatten, aber in seiner Instrumentenwahl nicht variieren oder auf nur drei oder vier Instrumente zurückgreifen kann. Die Schule besitzt auch einen kompletten Klassensatz mit Glockenspielen.

1.3 Bedingungen der Lerngruppe

Da die Klassenlehrerin der Klasse 2b meine Mentorin an der Grundschule ist, habe ich in den letzten 10 Wochen hauptsächlich in dieser Klasse unterrichtet. So hatte ich die Gelegenheit, die SuS der Klasse gut kennen zu lernen und einen Einblick in ihre Regeln und Rituale zu bekommen. Ebenfalls konnte ich mir ein erstes Bild zum Lernstand der einzelnen SuS verschaffen.

 

In der Klasse 2b herrscht ein angenehmes Arbeitsklima und die SuS kommen sehr gut miteinander aus. Die meisten SuS haben sich ihrem Alter entsprechend entwickelt und bewältigen die Anforderungen der Lerninhalte sehr zufriedenstellend. Seit einigen Wochen befindet sich ein neuer Schüler in der Klasse, welcher aufgrund seines Könnens aus der ersten Klasse in die zweite Klasse gewechselt ist. J. ist dementsprechend jünger und sichtbar kleiner als seine Mitschüler und arbeitet vergleichsweise langsamer als der Durchschnitt. Zur Freude der Klassenlehrerin wurde er allerdings gut von der Klasse 2b aufgenommen und ist dabei, sich fest an die Klassenstruktur und die Regeln der zweiten Klasse zu gewöhnen.

 

Bezüglich des Leistungstandes gibt es in der Klasse deutliche Unterschiede:

S. arbeitet sehr langsam, ist teilweise unkonzentriert und lässt sich schnell von Arbeitsaufträgen frustrieren, die ihm zu schwer oder zu arbeitsintensiv erscheinen. Besonders bei Arbeitsaufträgen, in denen es um Verschriftlichung geht, braucht er sehr viel Anlauf und Zeit, einen ersten Satz zu Papier zu bringen. Bei ihm gibt es den Verdacht auf Lese-Rechtschreibschwäche. Werden Themen allerdings mündlich erörtert, ist S. gut bei der Sache und äußert seine Meinung und sein Wissen zielgerichtet und selbstbewusst. L. braucht ebenfalls für die meisten Arbeitsaufträge sehr lange. Sein Hauptproblem bei Arbeitsphasen ist seine quirlige, unkonzentrierte Art, die oft auf seine Nebensitzer überschlägt und andere von ihren Arbeitsaufträgen ablenkt. Man hat den Eindruck, dass L. mit seinen Gedanken oftmals nicht bei den im Unterricht besprochenen Inhalten ist. Die Klassenlehrerin vermutet, dass er an ADHS leidet, also hyperaktiv ist. D. und E. auf der anderen Seite verstehen Unterrichtsinhalte und Arbeitsaufträge sehr schnell und führen diese ebenso schnell aus. Auf Grund dieses Leistungsunterschiedes ist es oftmals wichtig, für die SuS verschiedene Differenzierungsangebote bereit zu stellen. Erst dadurch ist es möglich, alle SuS individuell zu fordern und zu fördern.

 

Um zu gewährleisten, dass die SuS Unterrichtsaufträge verstehen, müssen diese genau besprochen und am Besten von den Schülern selbst wiederholt werden. Gerade im Anfangsunterricht ist dies sehr wichtig.

2 Didaktische Überlegungen

2.1 Einordnung der Unterrichtsequenz in die Unterrichtseinheit

Das übergeordnete Thema der Unterrichtseinheit ist „Spiel mit Rhythmen". Im Rahmen dieser Einheit soll das ganzheitliche Verständnis von musikalischem Rhythmus gefördert und umgesetzt werden. Hierzu gehört das Erleben der Einheit von Bewegung, Sprache und instrumentalem Rhythmus, welches der oft vorherrschenden Vorstellung der Trennung dieser Elemente entgegenwirkt.[1] {#_ftn1} Darauf aufbauend werden langsame und schnelle Rhythmen thematisiert und eine Annäherung an erste Notenwerte und ihre schriftliche Darstellung findet statt.

Die SuS lernen im Umgang mit Rhythmen zunächst den engen Zusammenhang von Körper, Sprache und Rhythmus kennen. Sie entdecken ihren Körper als Rhythmusinstrument und erfahren, dass es ebenfalls die Möglichkeit gibt, über das Sprechen Rhythmen zu erzeugen. In einem weiteren Schritt machen die SuS die Erfahrung, dass Rhythmen auf Instrumente übertragbar sind.

 

In den vorausgegangenen Musikstunden vor den Osterferien haben wir mit Hilfe des Liedes „Unser Körper ist ein Instrument" mit Body-Percussion gearbeitet. Die SuS haben nach Möglichkeiten gesucht, ihren Körper zum Klingen zu bringen. Ihre Ideen wurden mit Hilfe des Liedes aufgegriffen und ergänzt, indem ich an passender Stelle einen leichten Rhythmus mit variierenden Körperteilen vormachte, der dann von den SuS nachgeahmt wurde. Das Prinzip des Vor- und Nachmachens verlangte gezieltes Hören und Konzentration von den SuS. In einer weiteren Stunde wurde das Sprechstück „Krach im Küchenschrank" eingeübt. Hierbei wurde jeweils ein Sprechrhythmus einer Art von Geschirr zugeordnet, zunächst von allen gemeinsam geübt und danach in Sprechgruppen in das Stück eingefügt. Weiterhin habe ich mit den SuS Bezeichnungen und Spielweise der Orffinstrumente besprochen. Die Instrumente wurden ausprobiert und den Metall-, Holz- oder Fellklingern zugeordnet. In der vergangenen Woche wurden die Instrumente dann in ein „Zoo-Sprechstück" einbezogen, indem die SuS die Tiernamen in Silben zerlegt und diese dann mit Hilfe der Instrumente hörbar gemacht haben.

 

In dieser Unterrichtssequenz werden erstmals Notendauern und die zugehörige schriftliche Darstellung thematisiert, wobei der Fokus hier auf den unterschiedlichen Längen der einzelnen Schläge und nicht auf dem Schriftbild liegt.

2.2 Bedeutung des Sequenzthemas für die Schülerinnen und Schüler

Da die SuS in den vergangenen Wochen Bekanntschaft mit Rhythmen gemacht und verschiedene Umsetzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten erfahren haben, ist das Kennenlernen von Notenwerten eine mögliche und logische Konsequenz. Bisher hat sich das Spiel mit Rhythmen meistens mit Hilfe des Nachahmungsprinzips realisieren lassen. Den SuS soll nun nicht verborgen bleiben, dass es Schriftbilder für alle Notenlängen und dementsprechend für einzelne Rhythmusbausteine gibt. Sie machen die Erfahrung, dass es nicht immer eine Person sein muss, die einen Rhythmus vorgibt, sondern dass es Schriftbilder gibt, die die Länge eines Schlages festlegen. Sie erfahren, dass über den Impuls eines Schriftbildes eine aktive Umsetzung von Rhythmen erfolgen kann.

Des Weiteren begegnen den SuS im Alltag Schriftbilder von Notenwerten. Vor allem beim Singen mit Liedblatt werden sie mit Noten und ihren verschiedenen Symbolen konfrontiert. Gerade diese Tatsache lässt eine frühe Bekanntschaft mit Notenwerten als sehr sinnvoll erscheinen. Mit Sicherheit werden die Phänomene der Notenwerte und der Notenlängen nicht auf Anhieb verstanden und Zusammenhänge erst nach und nach erkannt. Weitere Musikstunden zu diesem Thema sind nötig. Die SuS stehen am Anfang eines längeren Prozesses. Diese Unterrichtssequenz möchte einen Anstoß dazu geben, den ersten Schritt dieses Prozesses zu vollziehen.

In dieser Unterrichtssequenz, die das Thema „Notenwerte" einführt, kann es von daher nicht um eine umfassende Behandlung, sondern nur um eine erste Annäherung an das Thema gehen.

2.3 Bezüge zum Bildungsplan

Der Bildungsplan führt als zentrale Aufgabe des Fächerverbundes Mensch, Natur und Kultur (MNK) die Erweiterung der musikalischen und gestalterischen Fähigkeiten an.[2] {#_ftn2} Durch Inhalte, wie „rhythmische Bausteine auf Körperinstrumenten spielen,"[3] {#_ftn3} „Entwicklung kleiner Spielstücke aus rhythmisch-melodischen Bausteinen"[4] {#_ftn4} und Inhalten, die sich mit Metrum, Takt, Rhythmus und Rhythmussprache beschäftigen werden diese Fähigkeiten weiterentwickelt.

Weiterhin weist der Bildungsplan darauf hin, dass „die Arbeit an Rhythmus, ..., Dynamik, Tempo und Artikulation eine wichtige Grundlage für den Spracherwerb bildet."[5] {#_ftn5} Die SuS werden für alltägliche Rhythmen, Rhythmen in unserem Umfeld und dementsprechend auch für rhythmische Prinzipien unserer Sprache sensibilisiert.

 

Die geplante Unterrichtssequenz ist hauptsächlich den Kompetenzfeldern „Raum und Zeit erleben und gestalten" und „Ich - Du - Wir: Zusammen leben, miteinander gestalten, voneinander lernen" zuzuordnen.

Im gemeinsamen Klatschen von Rhythmen und im gemeinsamen Spielen auf Instrumenten musizieren die SuS miteinander. Sie müssen aufeinander hören, sich gegebenenfalls korrigieren und erleben, dass eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Gruppe wirksam werden.[6] {#_ftn6} Durch das Aufeinanderhören können die SuS von anderen lernen. Weiterhin ist das Einüben kleinerer Rhythmusgestaltungen auf Instrumenten eine gute Gelegenheit, die Präsentation vor der Gruppe einzuüben und dient somit der Entwicklung personaler Kompetenz.

 

Folgende Kompetenzen des Bildungsplans der Grundschule werden in der Unterrichtseinheit angebahnt und erweitert:

Die SuS:

- entdecken die eigene Körpersprache als Mittel des Selbstausdrucks.

- können miteinander und für andere musizieren.

- können einfache zeitliche Gliederungen in der Musik handelnd mitvollziehen und unterscheiden.

- erkennen, dass eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Gruppe wirksam werden.

2.4 Ziele der Unterrichtssequenz

Die SuS:

- ordnen akustische Notenwerte passenden Bildern zu.

- übertragen visuelle Notenwerte auf eigenes Klatschen und auf Instrumente.

- üben eine Rhythmuskette ein und stellen diese im Plenum vor.

3 Sachanalyse

Rhythmen begegnen wir in vielen Lebensbereichen: Tag - Nacht, Leben - Tod, Ebbe - Flut. Auch der Mensch ist durchdrungen von Rhythmen, wenn auch in den meisten Fällen unbewusst. Dazu zählen unter anderem Herzschlag/Puls, Atem-, Bewegungs- und Sprachrhythmus.[7] {#_ftn7}

Zwischen Musik, Sprache und Rhythmus besteht also ein enger Zusammenhang, dessen Ganzheitlichkeit besonders in der Musik verschiedenster Naturvölker deutlich wird. „Charakteristisch ist dabei die Eingebundenheit von musikalischem Rhythmus in Sprache und Singen, sowie Bewegung und Tanz."[8] {#_ftn8}

In den vorausgehenden Musikstunden wurde versucht, diesem ganzheitlichen Verständnis Rechnung zu tragen.

 

In unserer abendländischen Musik bezeichnet der Begriff Rhythmus allgemein die Zeitstruktur der Musik und speziell eine Folge von Dauern und Pausen. Es ist die Notation der Rhythmen mit den musikalischen Zeichen der Notenschrift üblich.[9] {#_ftn9} Zu diesen musikalischen Zeichen gehören Notenwerte und Pausenwerte.

Der Notenwert einer Note gibt in der Musik Aufschluss über ihre relative Tondauer. Die Ableitung der absoluten Tondauer einer Note findet in Verbindung mit einer Tempoangabe statt, da die Notenwerte selbst nur das Verhältnis der Notenlängen zueinander anzeigen. Die verschiedenen Werte werden in der Notenschrift durch unterschiedliche Notenzeichen angezeigt.[10] {#_ftn10} In der Unterrichtssequenz werden drei gebräuchliche Notenwerte der westlichen Musiknotation thematisiert:

die halbe Note: leerer Notenkopf mit Notenhals. die Viertelnote: schwarzer Kopf mit Hals. die Achtelnote: schwarzer Kopf mit einem Fähnchen am Notenhals.

Im Mittelpunkt dieser Unterrichtssequenz steht das Verhältnis der Notenlängen zueinander, nicht ihre absoluten Tondauern. Eine halbe Note ist gleich lang wie zwei viertel Noten und eine viertel Note lässt sich in zwei Achtelnoten teilen.

In der Sequenz geht es nicht um die korrekten Bezeichnungen der Notenwerte, sondern vielmehr darum, visuelle Zeichen auf das Tempo eigener Schläge beim Klatschen oder mit einem Instrument zu übertragen.

4 Methodische Überlegungen

4.1 Unterrichtsphasen

Die von mir geplante Unterrichtssequenz gliedert sich in fünf Phasen:

 

1. Warming up: Ein bekanntes Stück wird gesungen.

2. Bildbetrachtungen mit Zuordnung von Rhythmen.

3. Klatschen der Rhythmen anhand von Bildern und Notenwerten

4. Gruppenarbeit in der die Gruppen je eine Rhythmuskette üben.

5. Gruppenpräsentation der Ergebnisse.

 

Der Musikunterricht findet wie immer im Klassenraum der Klasse 2b statt. Der Ablauf der ersten Stunde wird aufgrund des Unterrichtsbesuches ein wenig verändert. Gewöhnlich schreiben die SuS zu Beginn des Schultages in ihr Tagebuch. Danach wird ein Stuhlkreis gebildet, es wird gesungen und es gibt eine kurze Morgenandacht. In dieser Stunde allerdings wird sofort mit der Musikstunde begonnen. Ich werde die SuS am Tag zuvor auf den Unterrichtsbesuch und die Änderung des Tagesablaufes aufmerksam machen, damit sie sich darauf einstellen können und keine allzu große Verwirrung entsteht.

 

Im Musikunterricht arbeite ich mit den SuS oft im Stuhlkreis. Gerade für Rhythmusübungen ist ein Stuhlkreis gut geeignet, da die SuS hier nicht durch ihre Tische beengt werden. Weiterhin kann der Fokus für Übungen, die vom Lehrer vor- und von den SuS nachgemacht werden, gut auf den Lehrer und aufeinander gerichtet werden.

 

Auch diese Unterrichtssequenz wird in einem Stuhlkreis begonnen. Wir singen gemeinsam das Lied „Unser Körper ist ein Instrument". In dem Lied geht es um das Nachahmen verschiedener Rhythmen. In der vorausgehenden Stunde wurden erstmals Instrumente hinzugezogen.

 

In der zweiten Phase sitzen die SuS an ihrem Platz. Dies hat den Grund, dass ich mit Bildern und Notenwertkarten arbeite, die in eine bestimmte Reihenfolge gehängt werden. Erstens ist der Platz dafür im Stuhlkreis ein wenig beengt, zweitens müssten einige SuS dann auf dem Kopf schauen und würden die Reihenfolge eventuell falsch ablesen. Darum ist eine frontale Sitzweise von Vorteil.

 

Als Einstieg erfolgt eine kurze Bildbetrachtung, in der die SuS sich zum Bild äußern sollen. Wahrscheinlich bemerken sie von selbst, dass der Indianer schleicht. Ich werde ihnen drei Rhythmen (langsam, mittel, schnell) vorspielen und ihnen vorher den Auftrag geben genau zu hören, welches Stapfgeräusch der Indianer wohl verursacht. Dieser Einstieg in das Hantieren mit Notenwerten ist motivierender, als ihnen nur ein Bild mit dem passenden Rhythmus vorzugeben.

Nach der Rhythmuszuordnung hänge ich die passende Notenwertkarte mit den Worten „schleich, schleich" unter das Bild. Über das gemeinsame Sprechen und Klatschen soll sich der langsame Rhythmus mit den zugehörigen Notenwerten einprägen. Zwei weitere Notenwerte werden anhand von Bildern und Notenwertkarten eingeführt. Die Notenwertkarten werden jeweils sichtbar unter die passenden Bilder gehängt und von den SuS geklatscht und gesprochen.

 

Nachdem die erste Bekanntmachung mit den Rhythmen und den Notenwerten erfolgt ist, sollen die Rhythmen (langsam - mittel - schnell) hintereinander gesprochen und geklatscht werden. Die SuS werden dazu in Sprechgruppen aufgeteilt und jeweils einem Notenwert zugeordnet. Danach hänge ich die Karten im Wechsel auf. Die SuS nehmen nun die Orff-Instrumente hinzu. Eine Rhythmusreihenfolge entsteht, die im Wechsel von den Gruppen gesprochen und gespielt wird. Zum Abschluss dieser Phase spielen alle SuS die Rhythmusreihenfolge.

 

In einer dritten Phase bekommt jeder Schüler von mir ein farbiges Rhythmuskärtchen. Mit Hilfe der Farben finden sich die Gruppen. Die SuS suchen sich ein Instrument aus und üben in ihrer Gruppe mit Hilfe ihrer Kärtchen eine Rhythmusreihenfolge. In dieser Phase können sie das Verstandene umsetzen, selber ausprobieren und sich gegebenenfalls von ihren Mitschülern korrigieren lassen.

 

Am Ende der Stunde steht die Präsentation einer jeden Gruppe. Die SuS haben so schon während ihrer Gruppenarbeitsphase das Ziel das Gelernte vorzuführen. Außerdem wird anhand der Präsentation deutlich, was die SuS gelernt haben.

4.2 Alternativen

Ich bin mir im Klaren darüber, dass das Einführen von Notenwerten in der zweiten Klasse ein sehr früh gewählter Zeitpunkt ist und man dieses Thema auch zu einem späteren Zeitpunkt in der dritten Klasse hätte durchführen können. Die Durchführung dieser Stunde ist insofern gewagt, als dass das Betrachten eines Schriftbildes und die zugehörige Umsetzung in eine Handlung das Verstehen, große Konzentration und eine enorme Transferleitung von den SuS fordert.

Ich habe mich jedoch aufgrund der vorhergehenden Musikstunden, in denen das Spiel mit Rhythmen behandelt wurde, dazu entschlossen, das Thema Notenwerte aufzugreifen. Einerseits möchte ich aus den Erfahrungen der Sequenz Rückschlüsse auf die Sinnhaftigkeit des Arbeitens mit Notenwerten in der zweiten Klasse ziehen. Andererseits habe ich den Fortschritt der SuS der Klasse 2b im Umgang mit Rhythmen bemerkt und bin zu dem Schluss gekommen, dass diesen SuS die Einführung von Notenwerten zugemutet werden kann.

5 Verlaufsplan

Name:

Datum: 30.04.09

Klasse: 2b

Ziele: Die SuS

- ordnen akustische Notenwerte passenden Bildern

zu.

- übertragen visuelle Notenwerte auf eigenes

Klatschen und auf Instrumente.

- üben eine Rhythmuskette und stellen diese im

Plenum vor.

 

 

Thema der Unterrichtssequenz: Spiel mit Rhythmen

Kompetenzen:

Die SuS:.

- können miteinander und für andere musizieren.

- können einfache zeitliche Gliederungen in der Musik handelnd mit vollziehen und unterscheiden.

 

Zeit

Phase

Lehrertätigkeiten

Schülertätigkeiten

Didaktisch-methodischer

Kommentar

Methoden/ Sozialform

Medien

5min.

Warming up

L. legt Instrumente bereit.

Leitet das Lied an und gibt die Rhythmen vor.

SuS suchen sich ein Instrument aus.

Das Lied stimmt auf Musik und auf Rhythmen ein. Die letzte Stunde wird aufgegriffen.

Sitzkreis

Orff-

Instru-mente

 

 

5min.

Einstieg

Bild: Indianer

 

L. klatscht 3 Rhythmen vor:

Halbe, Viertel und Achtel

 

L. hängt halbe Noten an die Tafel mit dem Wort „Schleich" darunter.

 

SuS erkennen, dass der Indianer schleicht

SuS sollen erkennen, welcher Stapfrhythmus zum Indianer gehört.

 

L. und SuS klatschen & sprechen den langsamen Rhythmus ein paar mal zusammen.

 

Durch das Bild und das Sprechen über das Bild, soll der Rhythmus anschaulich gemacht werden.

Unterrichts-gespräch,

 

Frontal-unterricht

Bilder,

Rhyth-muskärt-chen

 

 

5min

 

 

Erarbeit

ung 1

Bild: Wanderer

L. klatscht wieder vor.

Viertel Noten mit den Worten „Schritt, Schritt" aufhängen.

 

Notenwertkarten im Wechsel aufhängen.

 

Bild: Jogger

 

Achtel Noten „Lauf, lauf, lauf, lauf" darunter.

SuS ordnen den passenden Rhythmus zu.

Gemeinsames Klatschen der Notenwerte.

 

Einzelne vormachen lassenà

Alle SuS klatschen halbe und viertel Noten im Wechsel.

Ein S. klatscht vor, in welcher Schnelligkeit der Jogger joggt.

Gemeinsames Klatschen der Notenwerte.

 

 

 

Durch gemeinsames Klatschen werden alle SuS aktiv.

Die S. hören sich gegen-seitig zu.

Die SuS setzen um, was sie verstanden haben.

Unterrichts-gespräch

 

Frontal-unterricht

Bilder,

Rhyth-muskar-ten

Instru-mente

 

10min

Erarbeit

ung 2

Leichten Rhythmus mit mehreren Notenwertkarten und allen drei Rhythmen aufhängen.

Die SuS werden in Gruppen eingeteilt und klatschen im Wechsel den Rhythmus mit Halben, Viertel- und Achtelnoten.

Die Umsetzung der Karten wird nochmals einzeln be-

wusst gemacht, aber durch die Reihe in einen Zusammenhang gesetzt.

Gruppen-aktivität

Instru- mente

10-15min

Erarbeit

ung 3

L. verteilt an jeden eine farbige Rhythmuskarte.

Farbige Gruppen finden sich, jeder holt sich ein Instrument und die Gruppen üben ihre Rhythmuskette.

Alle SuS erproben das neu Erlernte.

In einer Gruppe lässt sich mehr umsetzen als alleine.

Gruppen-arbeit

Farbige Rhythmuskarten

 

5-10min

Ergebnissicher-ung

L. bestimmt die Reihenfolge der Gruppen.

Jede Gruppe präsentiert ihre Rhythmuskette.

Hier kann man hören und sehen, was die SuS verstanden haben und schon umsetzen können.

Präsen-tation

s.o.

 

 

 

7 Literatur

- Bildungsplan für die Grundschule Baden-Württemberg, 2004.

- Moroder-Tischler, Ruth; Tischler, Björn (1998): Musik aktiv erleben. Frankfurt am

Main: Moritz Diesterweg.

- „Notenwert", http://de.wikipedia.org/wiki/Notenwert vom 21.04.2009.

- Rhythmus_(Musik)", http://de.wikipedia.org/wiki/Rhythmus_(Musik) vom

21.04.2009.

 

 


[1] {#_ftnref1} Moroder-Tischler, Ruth; Tischler, Björn (1998): Musik aktiv erleben. Frankfurt am Main: Moritz Diesterweg, S. 31.

[2] {#_ftnref2} Bildungsplan für die Grundschule Baden-Württemberg, 2004, S. 96

[3] {#_ftnref3} ebd., S.100

[4] {#_ftnref4} Bildungsplan für die Grundschule Baden-Württemberg, 2004, S. 100.

[5] {#_ftnref5} Vgl. ebd., S. 97

[6] {#_ftnref6} Vgl. ebd., S. 100

[7] {#_ftnref7} Vgl. Moroder-Tischler, Ruth; Tischler, Björn (1998): Musik aktiv erleben. Frankfurt am Main: Moritz

Diesterweg, S. 31.

[8] {#_ftnref8} Ebd., S.31.

[9] {#_ftnref9} „Rhythmus_(Musik)", http://de.wikipedia.org/wiki/Rhythmus_(Musik) vom 21.04.2009.

[10] {#_ftnref10} „Notenwert", http://de.wikipedia.org/wiki/Notenwert vom 21.04.2009.

 

 

 



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