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Luft nimmt Raum ein
Datum: 22. August 2010 Kommentare: 0
Zusätzliche Informationen:
Beschreibung:
In dieser Unterrichtsstunde experimentieren die SchülerInnen mit einem Becher und einer Schüssel mit Wasser und entdecken, dass Luft Raum einnimmt. Das Arbeitsmaterial ist in der Originaldatei zu finden! Durchgeführt in einer 1. Klasse.

Luft nimmt Raum ein
Luft nimmt Raum ein - Auf Schatzsuche mit den Gummibärentauchern
1. Aufbau der Unterrichtseinheit „Luft"
| Std. | Thema der Stunde | Handlungssituationen / Handlungserfahrungen |
| 1 | Luft im Alltag wahrnehmen | Mit Bildassoziationen wird das Vorwissen der Schüler abgerufen und Fragen zum Thema werden aktiviert. |
| 2 | Pustebild zum Thema Silvester | Die Schüler fertigen mit Hilfe eines Strohhalms ein Pustebild zum Thema Silvester an. |
| 3 | Luft – gibt es sie wirklich? Luft sichtbar, spürbar und hörbar machen | Die Schüler finden mit Hilfe bereitgestellter Materialien (Glas mit Wasser und Strohhalm, Luftballon, Flasche mit Wasser, Fächer) selbst explorierend heraus, welche Möglichkeiten es gibt, Luft zu sehen, zu fühlen und zu hören. |
| 4 | Luft hat Kraft | Die Schüler führen einen Versuch durch und saugen Streichhölzer mit dem Mund an. Sie entdecken dabei, dass ein starker Luftsog entsteht, der sogar die Streichhölzer hochheben kann. |
| 5 | Luft hat Gewicht - Die Luftballonwaage | Mit Hilfe einer selbst gebastelten Balkenwaage erkennen die Schüler, dass ein aufgeblasener Luftballon schwerer ist als einer, der nicht aufgeblasen wurde. |
| 6 | Luft nimmt Raum ein – Auf Schatzsuche mit den Gummibärentauchern. | Die Schüler experimentieren mit einem Becher und einer Schüssel mit Wasser und entdecken, dass Luft Raum einnimmt. |
| 7 | Warme Luft nimmt mehr Raum ein – Wie Ameisen Luftballons aufblasen | Die Schüler experimentieren mit warmen Wasser und einer Flasche, über die ein Luftballon gestülpt ist. Sie entdecken dabei, dass warme Luft mehr Raum braucht und aus der Flasche nach oben in den Luftballon strömt. |
| 8 | Wir brauchen Luft zum Atmen | Die Schüler erkennen durch bewusstes einund ausatmen, dass sich der Brustkorb beim Atmen dehnt und dabei Platz für die Luft macht. |
2. Didaktische Entscheidungen und Begründungen
2.1 Zielsetzungen für die Unterrichtsstunde (Wissens- und Kompetenzentwicklung)
Sachkompetenz:
Naturphänomene sachorientiert wahrnehmen, beobachten, benennen und beschreiben
bzw. arrangierte Phänomene gezielt beobachten und beschreiben; „Unsichtbare Kräfte"
erfahren.
Soziale Kompetenzen:
In Gruppen kooperativ mitarbeiten.
2.2 Entscheidungen und Begründungen
2.2.1 Die Sache
Die Atmosphäre
Als Atmosphäre bezeichnet man die ca. 1000 km dicke Luftschicht, die unsere
Erdoberfläch umgibt, wobei der Luftdruck in 50 km Höhe weniger als 1/1000 des
Luftdrucks an der Erdoberfläche beträgt. Mit wachsender Entfernung zur Erde nimmt die
Dichte der Luft schnell ab und die Atemluft wird somit „dünner".
Luft ist ein Gas, welches aufgrund seiner Zusammensetzung (Stickstoff (78 %), Sauerstoff
(21%), sowie kleinere Mengen an Argon, Kohlendioxid, Neon und Helium), eine der
wichtigsten Voraussetzungen für das Leben auf unserer Erde ist. Für Wetterphänomene
hat der Bestandteil des Wasserdampfes in der Luft große Bedeutung. Feuchte Luft kann
bis zu 4% Wasserdampf enthalten, der von Meeren, Seen, Flüssen aber auch von Tieren
und Pflanzen verdunstet (vgl. Kehr 2009, S.1).
Luft nimmt Raum ein
Luft beansprucht Raum, auch wenn sie unsichtbar ist. Sie besteht aus verschiedenen
kleinen Gasteilchen, die im Gegensatz zu festen und flüssigen Stoffen nicht aneinander
gebunden sind. Bei Zimmertemperatur bewegen sie sich daher frei und stoßen fortgesetzt
miteinander zusammen. Sie füllen dabei jeden ihnen zur Verfügung stehenden Raum
vollständig aus. In einem geschlossenen System prallen die Gasteilchen auf die
Begrenzungswände (z.B. Wände eines Bechers oder Wasseroberfläche) und üben so eine
Druckkraft auf sie aus. Der Druck steigt, wenn die Gasteilchen bei gleichbleibendem
Volumen erhöht werden.
Otto von Guericke versuchte im 17. Jahrhundert den Luftdruck mit Hilfe einer Wassersäule
zu ermitteln. Er stellte fest, dass der auf uns lastende Luftdruck so groß ist, dass er eine
Wassersäule von 10 m Höhe halten kann und das Ausfließen des Wassers verhindert.
(vgl. Kehr 2009, S.5).
Luft ist, im Gegensatz zu flüssigen und festen Stoffen, bis zu einem gewissen Grad
komprimierbar. Diese Erfahrung macht man, wenn man auf eine Luftpumpe Druck ausübt
und damit die Öffnung mit einem Finger zu hält. Bei gleichbleibender Anzahl der
Gasteilchen wird so das Volumen verkleinert und die Druckkraft auf die
Begrenzungswände erhöht. Verringert man dann wieder die äußere Kraft, mit der der
Kolben in die Luftpumpe hineingedrückt wird, schiebt die zunächst unter höherem Druck
stehende Luft den Kolben wieder ein Stück heraus. Luft ist daher elastisch.
Aus diesem Grund kann sich Luft auch ausdehnen. Erwärmt man beispielsweise eine
Flasche auf deren Öffnung ein Luftballon befestigt wurde, dann vergrößert sich das
Volumen der Luft. Damit wird die Dichte des Gases kleiner und es gibt einen Auftrieb,
wenn die wärmere Luft von kälterer umgeben ist (vgl. Kehr 2009, S. 2-4).
2.2.2 Lernvoraussetzungen und Vorerfahrungen der Schüler
Die Klasse 1 ist mit insgesamt 18 Schülern (12 Jungen und 6 Mädchen) eine
überschaubare Lerngruppe, die sich sehr interessiert und motiviert gegenüber
naturwissenschaftlichen Themen zeigt.
In den vorangegangenen Stunden haben sich die Schüler bereits mit dem Thema „Luft"
beschäftigt. Sie haben handelnd erfahren, dass Luft nicht nichts ist, auch wenn man sie
nicht immer sehen oder fühlen kann. Durch verschiedene Versuche haben sie bereits
erforscht, dass man Luft wirklich sehen, hören und fühlen kann, dass Luft eine Kraft
ausübt und dass sie Gewicht hat. Dabei haben sie gelernt, dass beim Experimentieren
und Forschen genaues Beobachten und Dokumentieren eine entscheidende Rolle spielt.
Da nur einzelne Schüler im Schriftspracherwerb so weit fortgeschritten sind, dass sie
problemlos Beobachtungen formulieren und aufschreiben können, wurden die
Versuchsbeobachtungen in den vorangegangenen Stunden, wie heute auch, in Form von
Zeichnungen (Skizzen der Versuchsbeobachtung) dokumentiert. Das Auswerten und
Interpretieren des Versuchs im Plenum ist allen Schülern bekannt. In der Regel wurde im
Anschluss an die Versuchsbeobachtung an der Tafel ein Erklärungssatz formuliert, der
von den Schülern auf das Protokollblatt übertragen wurde.
Die Schüler experimentieren meist in Gruppen und müssen sich bei der Durchführung
eines Experiments weitgehend selbst organisieren. Generell ist das soziale Klima der
Lerngruppe aus Sicht der Lehrperson positiv zu bewerten, wodurch das Arbeiten in
Kleingruppen keine größeren Schwierigkeiten mit sich bringen sollte. Dennoch kann es
manchen Kindern noch etwas schwer fallen, eigene Forderungen auch einmal zurück zu
stellen und geltende Regeln konsequent einzuhalten. Die Lehrperson hat aus diesem
Grund die Gruppenzusammensetzung bereits im Vorfeld festgelegt, um den Schülern die
Möglichkeit zu geben, ihren Platz innerhalb der Gruppe zu finden und sich untereinander
zu organisieren. Zusätzlich übernimmt jeder Schüler eine bestimmte „Aufpasserfunktion"
und sorgt dafür, dass eine der vier erarbeiteten Regeln zum Experimentieren von seinen
Mitschülern eingehalten wird. Die meisten Schüler führen diese Aufgabe
verantwortungsbewusst aus und befolgen auch die Anweisungen ihrer Mitschüler.
Zeitweise müssen manche Schüler von der Lehrperson an die Beachtung der Regeln
erinnert werden.
Des Weiteren wurde bei der Gruppenzusammensetzung auf eine möglichst heterogene
Mischung hinsichtlich Leistungsniveau und Geschlecht geachtet. Manche Schüler haben
in den vorangegangen Stunden gezeigt, dass sie ein großes Verständnis für die
Beobachtung und Beschreibung von Naturphänomenen besitzen und an
naturwissenschaftlichen Themen sehr interessiert sind.
2.2.3 Äußere Voraussetzung, Raumausstattung, verfügbare Medien
Die heutige Unterrichtsstunde findet im Saal der Klasse 1 statt. Er verfügt über eine
magnetische Tafel, was für die Auswertungsphase entscheidend ist, da die Schüler
Bildkarten mit den Versuchsmaterialien entsprechend ihrer Beobachtungsskizze
verschieben sollen.
Damit den Schülern eine Lernumgebung zur Verfügung steht, die ihnen das Arbeiten in
Gruppen ermöglicht, wurden 5 Gruppentische gestellt, an denen 3 bis 4 Schüler sitzen.
Durch diese Sitzordnung können die Schüler untereinander Blickkontakt halten und
Gesprächssituationen üben. Auf den Gruppentischen wurden im Vorfeld die Materialien
des Experiments (gläserner Behälter mit Wasser und einer Schatzkiste am Boden, rotes
Gummibärchen, Teelichtschale als Boot) bereit gestellt. Die Schatzkiste und das
Gummibärchen im Boot werden nicht zwingend für die Durchführung des Experiments
benötigt, dennoch haben sie eine sehr motivierende Funktion für die Schüler, welche für
einen erfolgreichen Lernprozess wichtig ist.
Ein zentrales Medium dieser Unterrichtsstunde nimmt die Gummibärenlampe ein. Diese
Identifikationsfigur spielt besonders während der Einstiegs- und der Schlussphase eine
entscheidende Rolle, da sie das Naturphänomen „Luft nimmt Raum ein" in eine Erzählung
einbettet.
2.2.4 Bedeutsamkeit des Unterrichtsinhalts
Gegenwartsbedeutung:
In der Regel stellt Luft für Kinder dieser Altersstufe etwas dar, was ihnen zwar im
alltäglichen Leben begegnet, aber nur selten bewusst wahrgenommen wird. Intuitiv
beschreiben viele Kinder ein scheinbar leeres Glas mit den Worten: „Da ist nichts drin".
Dies ist nur verständlich, da man Luft eigentlich nicht sehen kann. Durch die
Unterrichtseinheit „Luft" werden ihnen Alltagserfahrungen, die sie mit Luft machen (z.B.
Atmung, aufblasen von Luftballons, Luftwiderstand beim Radfahren etc.) mit Hilfe
ausgewählter Experimente bewusst gemacht.
Zukunftsbedeutung:
Luft ist ein zentrales Themengebiet in vielen naturwissenschaftlichen Fächern. Das
Erlangen eines grundlegenden Verständnisses für die Thematik hat daher zukünftige
Bedeutung für die weitere Schullaufbahn, sowie für den Beruf. Die Unterrichtseinheit Luft
trägt zudem dazu bei, dass die Schüler ein besseres Verständnis für
naturwissenschaftliche Themen im Sinne einer naturwissenschaftlichen Grundbildung
(Scientific Literacy) bekommen. Mit der Vorstellung von Scientific Literacy ist verbunden,
„dass eine breite naturwissenschaftliche Grundbildung (auf möglichst hohem Niveau) auch
die Chancen verbessert, qualifizierten und interessierten Nachwuchs für die Forschung
und für naturwissenschaftliche Berufsfelder zu finden [...]" (Prenzel, Geiser u.a. 2003, S.
146).
Exemplarität:
Das Experimentieren im Allgemeinen trägt im besonderen Maße zur
Kompetenzerweiterung im Bereich des Auffindens, Erklärens, Darstellens und
Begründens von Strategien zur Lösung von Sachfragen bei. Die Schüler lernen strukturiert
zu arbeiten und Problemstellungen systematisch zu lösen.
2.2.5 Beziehungen zum Rahmenplan
Die Unterrichtseinheit ist durch den Teilrahmenplan Sachunterricht (2006) legitimiert. Die
Schüler sollen am Ende ihrer Grundschulzeit folgende Lernleistungen erbringen:
- Sie verfügen über elementare Formen des Modellierens (Anfertigen und Auswerten schematischer Darstellungen).
- Sie verfügen über Kompetenzen zum Auffinden, Erklären, Darstellen und Begründen
von Strategien zur Lösung von Sachfragen (Bilden von Hypothesen, Überprüfen von
Annahmen, Experimentieren, Schlüsse ziehen, Übertragen von Ergebnissen auf
analoge Sachverhalte).
- Sie können ausgewählte Naturphänomene fachlich gesichert beschreiben und
erklären. (S.8).
Die Schüler beobachten und beschreiben arrangierte Phänomene, erfahren „unsichtbare"
Kräfte und nehmen so Naturphänomene sachorientiert wahr, benennen und beschreiben
sie (vgl. S. 20).
3. Methodische Entscheidungen und Begründungen
3.1 Begründung von Stundenverlauf, Medien und Sozialform / Alternativen
Die Lehrperson hat bereits vor Stundenbeginn einen Sitzkreis mit Stühlen gestellt und die
Materialien des Experiments wurden ebenfalls im Vorfeld auf den Gruppentischen
arrangiert. Aus diesem Grund und auch in anbetracht des zur Verfügung stehenden
Zeitrahmens bilden die Schüler nicht, wie sonst üblich, eigenständig einen Sitzkreis vor
der Tafel, sondern nehmen bereits zu Stundenbeginn im Kreis Platz.
Begrüßung
Die Begrüßung erfolgt durch das gemeinsame Singen des „Liedes von der Luft". Dieses
Ritual ist den Schülern schon aus den vorherigen Stunden der Unterrichtseinheit „Luft"
bekannt und eignet sich besonders gut, sie auf die Thematik einzustimmen. Des Weiteren
hat das Lied durch die pantomimische Darstellung der einzelnen Verse eine sehr
motivierende und zugleich lernförderliche Funktion.
Einstieg
In der Einstiegsphase trägt der Lehrer die Geschichte von Käpt'n Rotbär, der auf
Schatzsuche gehen möchte, vor. Die Figur der Geschichte (eine rote Gummibärenlampe
in Kapitänsverkleidung) sitzt gemeinsam mit den Schülern im Kreis und die Erzählung
beginnt, wenn die Lehrperson die Lampe einschaltet. Des Weiteren befinden sich in der
Kreismitte ein Aquarium mit Wasser und der Schatz, nach dem der Gummibär tauchen
möchte. Durch die vorhandenen Medien, sowie der fiktionalen Erzählung wird dem
Unterrichtsprinzip der Motivation Rechnung getragen.
Das Zuhören kann für die Schüler eine sehr intensive und lustbetonte Arbeit sein und ist
gleichzeitig ausgesprochen ruhefördernd. Dabei ist die Länge der Geschichte dem
Aufmerksamkeitsvermögen der Schüler angepasst.
Problemstellung
Die Geschichte endet mit der Problemstellung der heutigen Stunde: „Wie kann Käpt'n
Rotbär tauchen, ohne nass zu werden?" Gegebenenfalls äußern sich die Schüler zunächst
spontan zur Geschichte bzw. äußern eigene Erfahrungen, die sie mit Gummibären im
Wasser gemacht haben. Die Lehrperson lässt diese Äußerungen zu, da sie sehr wichtig
sind um sich den Inhalt der Handlung bewusst zu machen. Dennoch sollte sie darauf
achten, dass die Gespräche nicht „ausufern" und die Aufmerksamkeit der Schüler auf die
eigentliche Problemfrage gerichtet wird. Dies geschieht durch geeignete Impulse, wie das
Zeigen auf die Medien des Experiments in der Kreismitte, sowie die Wiederholung der
Problemfrage. Die spontan geäußerten Lösungsvorschläge werden von der Lehrperson
möglichst nicht kommentiert, da es wichtig ist, keinen Lösungsweg als richtig oder falsch
herauszustellen. Den Schülern muss bei der Durchführung des Experiments die
Möglichkeit gelassen werden, eigene Lösungswege auszuprobieren.
Arbeitsplanung
In dieser Phase wiederholen die Schüler die Regeln zum Experimentieren. Zur Erinnerung
hängt im Klassensaal ein Plakat mit den vier Experimentierregeln. Danach erhalten die
Schüler ihre „Aufpasserkarten". Durch die Karten werden sie dazu angehalten,
verantwortlich dafür zu sein, dass in ihrer Gruppe die geltenden Regeln eingehalten
werden. In den vorangegangenen Stunden hat sich gezeigt, dass die Schüler die ihnen
zugeteilte Aufgabe sehr ernst nehmen und pflichtbewusst auf die Einhaltung der Regeln
achten.
Im Anschluss werden die Schüler von der Lehrperson aufgefordert, ihre Plätze an den
Gruppentischen einzunehmen.
Planung und Durchführung
Während die Schüler ihre Plätze einnehmen öffnet die Lehrperson die Tafel (Tafelbild 1)
und teilt die Arbeitsblätter aus. Gemeinsam wird das weitere Vorgehen besprochen und
die Schüler äußern, dass sie ihre Beobachtungen aufzeichnen sollen. Wenn den Schülern
der Arbeitsauftrag klar ist, fordert die Lehrperson sie auf, das Arbeitsblatt unter ihre Bank
zu legen, da es sonst nass werden könnte.
Die Schüler experimentieren nun in Gruppen zu drei bis vier Personen. Dies stärkt die
soziale Kompetenz der Schüler, da pro Gruppe die Materialien zum Experimentieren nur
einmal vorhanden sind. Durch die gemeinsame Arbeit lernen sie, andere Meinungen zu
akzeptieren und miteinander zu diskutieren. Alternativ hätte man die Schüler auch in
Partnerarbeit arbeiten lassen können, jedoch wäre dann der Materialaufwand ungleich
größer. Da die Schüler bereits das Arbeiten in Kleingruppen geübt haben, scheint eine
Gruppenarbeit hier die bessere Alternative.
Die Schüler versuchen herauszufinden, wie sie mit den vorgegebenen Materialien
hantieren müssen, damit der Gummibär tauchen kann, ohne nass zu werden. Experimente
können Schüler auf ganz unterschiedlichen Kanälen ansprechen: Sie veranschaulichen
Sachverhalte, können die Vorerfahrungen der Kinder aufgreifen, motivieren zum Finden
eigener Lösungen und unterstützen dadurch problemorientiertes Denken. Die
Durchführung ist also durch aktives, selbständiges, erforschendes und zielgerichtetes
Handeln gekennzeichnet und entspricht damit dem Prinzip des entdeckenden Lernens
(vgl. Soostmeyer 2000, S. 38).
Soostmeyer (2002) verwendet den Begriff „Experiment" in Abgrenzung zum „Versuch" für
einen an Phänomenen orientierten naturwissenschaftlichen Ablauf, in dem Schüler
weitgehend frei mit verschiedenen Materialien hantieren und Varianten ausprobieren
können (vgl. S. 238). Im Rahmen der didaktischen Reduktion wurden die verfügbaren
Materialien zum Experimentieren jedoch im Vorfeld festgelegt. Alternativ hätte man den
Schülern verschiedene Dinge an die Hand geben können, um in selbst konstruierten
Aufgaben das gewünschte Ergebnis zu erzielen.
Als qualitative Differenzierung hält die Lehrperson auf dem Lehrerpult eine Lösungsskizze
(s. Anhang) bereit, die die Schüler auf den richtigen Lösungsweg bringen kann. Die
Lehrperson verweist jedoch nur dann auf die Skizze, wenn einzelne Schülergruppen
keinen Lösungsansatz finden.
Beobachtung
Das Ende der Experimentierphase wird mit einem Gong eingeläutet, da es bei Schülern
dieser Altersstufe wichtig ist, den Unterrichtsverlauf bestmöglich durch Rituale zu
strukturieren. Die Schüler wissen zwar, dass sie ihre Beobachtungen nun auf das
Arbeitsblatt zeichnen sollen, jedoch ist anzunehmen, dass ihr Forscherdrang sehr groß ist
und sie länger als nötig mit den vorgegebenen Materialien experimentieren wollen. Es ist
vorgesehen, dass die Schüler die Materialien des Experiments in die Tischmitte schieben,
um sich bei der folgenden Erstellung der Skizze besser an die Versuchsbeobachtung
erinnern zu können. Sollten jedoch einzelne Schüler trotz eindeutigem Signal die Phase
des Experimentierens nicht beenden, fordert die Lehrperson die Schüler mit den
„Aufpasserkarten" „Arbeitsplatz sauber halten" dazu auf, die Materialien auf einen Tisch im
hinteren Teil des Klassensaals zu stellen.
Die Schüler fertigen in dieser Phase eine Skizze ihrer Versuchsbeobachtung an. Dieses
Vorgehen ist ihnen schon aus den vorangegangenen Stunden bekannt. Alternativ dazu
hätte man sie auch vorgegebene Bildkärtchen ordnen und einkleben lassen können.
Allerdings würde dadurch eine sehr starke Lenkung erzeugt werden, was dem Ansatz,
dass die Schüler selbstständig Lösungsmöglichkeiten finden sollen, entgegenstehen
würde.
Als qualitative Differenzierung können fertige Schülergruppen mit Hilfe der Anlauttabelle
damit beginnen, selbstständig einen Erklärungssatz zu formulieren und im Anschluss auf
der Rückseite des Arbeitsblattes Vermutungen anstellen, was passieren würde, wenn man
den Becher schief hält. Ihre Vermutungen können sie dann in Form einer Skizze
festhalten.
Auswertung/Erklärung
Als Impuls zeigt die Lehrperson auf die an der Tafel stehende Problemfrage, die von
einem Schüler laut vorgelesen wird. Im Anschluss daran kommen einzelne Schüler nach
vorne an die Tafel, ordnen die verschiebbaren Bildkarten (Gummibär im Boot, Becher)
entsprechend ihrer Beobachtungsskizze und äußern sich zur Versuchsdurchführung. Sind
die Bildkarten richtig geordnet, schiebt ein Schüler den Becher nach unten. Hier soll
anschaulich dargestellt werden, das sich im Inneren des Bechers kein Wasser befindet (s.
Tafelbild 2).
Um von den Schülern Erklärungsansätze für ihre Versuchsbeobachtung einzufordern,
zeigt die Lehrperson auf die Frage: „Warum ist das so?", welche von einem Schüler laut
vorgelesen wird. Die Schüler äußern ihre Erklärungsansätze. Sollten die
Schüleräußerungen ausbleiben, fragt die Lehrperson, was das heutige Experiment mit Luft
zu tun hat.
Abschließend wird das Tafelbild mit der Versuchserklärung ergänzt, welche von den
Schülern auf das Arbeitsblatt übernommen wird.
Abschlussphase / Vertiefung
Die Lehrperson fragt die Schüler, wie man überprüfen könnte, dass wirklich Luft im Glas
ist und lässt sie kurz Vermutungen anstellen. Während dessen schiebt sie das Aquarium
mit dem Schatz vor die Tafel.
Sie schaltet im Anschluss erneut die Gummibärenlampe ein, erzählt das Ende der
Geschichte und demonstriert dabei das Lehrerexperiment. Die Schüler äußern schließlich,
warum Käpt'n Rotbär nun doch nass geworden ist. Durch das Experiment, das von dem
Ende der Geschichte untermalt ist, wird die Stunde abgerundet und gleichzeitig der
Beweis erbracht, dass sich wirklich Luft im Becher befunden hat.
Die Lehrperson beendet die Stunde und fordert die Schüler auf, ihre Arbeitsblätter in ihre
Forschermappen abzuheften.
Literatur
Groß-Ernst, Birgit; Strelau, Marion: Lernwerkstatt Luft. 4. Aufl. Kempen:BVK Buch Verlag 2008.
Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend (Hrsg.): Rahmenplan Grundschule. Teilrahmenplan Sachunterricht. Mainz 2006.
Prenzel, Manfred; Geiser, Helmut; Langeheine, Rolf; Lobemeier, Kirstin: Das naturwissenschaftliche Verständnis am Ender der Grundschule. Hrsg. von Wilfried Bos; Eva-Maria Lankes u.a..Münster: Waxmann 2003.
Kasprzak, Tanja; Roer, Wilhelm; Scholler, Damaris; von Scheven, Frederike: Zebra Sachunterricht. Projekt Luft. 2. Aufl. Stuttgart: Klett 2009.
Soostmeyer, Michael: Entdeckendes Lernen. In: Lexikon Sachunterricht. Hrsg. von Astrid Kaiser. 2. Auflage. Baltmannsweiler: Schneider 2000. S. 38.
Soostmeyer, Michael: Genetischer Sachunterricht. Unterrichtsbeispiele und Unterrichtsanalysen zum naturwissenschaftlichen Denken bei Kinder in konstruktivistischer Sicht. Baltmannsweiler: Schneider 2002.
Internetquellen:
Kehr, Kerstin: Supra Unterrichtseinheit zum Thema Luft. Sachinformationen für die Lehrkraft.
http://www.edu.lmu.de/supra/luft.htm (11.02.2009).
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