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Wir entdecken den Farbkreis
Datum: 23. August 2010 Kommentare: 0
Zusätzliche Informationen:
Beschreibung:
Die Unterrichtsstunde dient dem Einstieg in das Thema der Farbenlehre und soll den Kindern erstmals vor Augen führen, dass es Grundfarben gibt. Auch soll die Technik des Druckens näher gebracht und geübt werden. Durchgeführt in einer 2. Klasse.

Wir entdecken den Farbkreis
Wir entdecken den Farbkreis
Sachanalyse
Farbkreis nach Itten1
Johann Itten, Maler und Kunstpädagoge, entwickelte während seiner Lehrtätigkeit von 1919 bis 1923 im Bauhaus Weimar die Grundlagen seiner Farbtheorie und den entsprechenden Farbkreis.
Ittens Farbtheorie geht von drei Grundfarben aus: Blau, Gelb, Rot
Aus diesen drei genannten Grundfarben entstehen drei Sekundärfarben aus der Mischung der drei Grundfarben: Grün (Gelb + Blau), Violett (Blau + Rot), Orange (Rot + Gelb)
Tertiärfarben, welche durch die Mischung je einer Sekundärfarbe mit einer Grundfarbe gebildet werden, runden den Kreis ab. Sie werden wie folgt benannt: Blaugrün, Blauviolett, Purpurrot, Orangerot, Dunkelgelb, Hellgrün
Anordnung der 12 Farben im Farbkreis
Gelb steht oben im Farbkreis, die weiteren Grundfarben Rot und Blau liegen um jeweils 120° versetzt neben an. Genau dazwischen, also bei 60°, 180° und 300° liegen die entsprechenden Sekundärfarben. Die Tertiärfarben liegen zwischen der jeweiligen Primär- und Sekundärfarbe. Die Reihenfolge ist somit analog zum Spektrum und schließt sich bei Rot zu Violett.
In Ittens Farbkreis liegen Komplementärfarben gegenüber. Zwei Komplementärfarben zusammen gemischt ergeben laut Itten Grau.
Farbkontraste
Komplementärkontrast
Farben, die sich je nach Mischung ergänzen. z.B. gelb : blauviolett oder grün: rot, immer die im Farbkreis gegenüberliegenden Farben.
Farbharmonie
z.B. ¼ gelb (hohe Farbqualität) : ¾ blauviolett (niedrige Farbqualität)
Da Gelb eine sehr leuchtstarke Farbe ist, braucht man nur einen kleinen Anteil, damit
eine Farbharmonie entsteht.
Anmerkungen
In moderneren subtraktiven Farbmodellen und Farbordnungssystemen versteht man unter: Grundfarben - Primärfarben (Farben 1. Ordnung), Sekundärfarben sind Farben, welche aus zwei Primärfarben gemischt sind (Far-ben 2. Ordnung) und Tertiärfarben stellen Farbtöne dar, an welchen alle drei Primärfarben beteiligt sind (Farben 3. Ordnung).
Farbqualität und Farbtemperatur2
z.B. gelb (warm/ höhere Farbintensität) : blauviolett (kalt/ geringe Farbintensität)
Die auf der rechten Seite im Kreis angeordneten Farben sind warme, die auf der linken Seite kalte Farben.
Unfarben
Schwarz und Weiß sind im Farbkreis nicht enthalten, da sie keine Farben sind.
Außerdem werden Grautöne ebenfalls nicht als Farben bezeichnet.
Trübe Farben
Wenn man eine Farbe mit minimal Schwarz vermischt, bekommt die Mischung einen
„trüben" Ton.
Didaktische Analyse
Formulierung und Begründung der Lernaufgabe aus dem Rahmenplan/ Lehrplan3
„Die Schüler erhalten vielfältige Möglichkeiten, mit Farben umzugehen. Ein Zwischenverfahren von Grafik und Malen ist das „Malen" mit dicken Faser- bzw. Wassermalstiften. Die Schüler beschränken sich auf die grafisch lineare Verwendung von Farben, werden jedoch angehalten, flächenfüllend zu malen. Zur Vorbereitung des flächigen Farbauftragens dient das Arbeiten mit Buntpapier. Durch das Hineinkleben von Details üben die Schüler indirekt das überdeckende Malen (Vorstufe zum Malen mit Deckfarben)."
Bedeutsamkeit für die Schüleraktion4
Schon in der Grundschule wird die Farbenlehre mit ihren besonderen methodischen Anforderungen unterrichtet. Oft arbeiten die Schüler mit verschiedenen Farben und erforschen deren Eigenschaften. Das Mischen von Farben wird genauso zu einer Selbstverständlichkeit, wie das Experimentieren mit Farbkontrasten und das Erkunden von Farbwirkungen. Ergänzt wird der Umgang mit Farben durch die Einbeziehung verschiedener Techniken und das Kennen lernen von Systematiken des Farbkreises.
Didaktische Reduktion
Da der Farbkreis nach Itten sehr komplex ist und es einiger Erklärung und Veranschaulichung bedarf, werde ich mich in meiner geplanten Doppelstunde auf die Grundfarben beschränken. Der wissenschaftliche Hintergrund und der Lebenslauf von Johann Itten wird dabei keine Rolle spielen.
Einbettung der Stunde in die Unterrichtseinheit
Mit der geplanten Doppelstunde werde ich die Unterrichtseinheit zur Farbenlehre beginnen.
Analyse der Voraussetzungen
Äußere Voraussetzungen
Da es sich bei den 9 Kindern der Klasse um Schülerinnen und Schüler der zweiten und dritten Klassenstufe handelt, bringen sie recht unterschiedliche Vorkenntnisse für den Kunstunterricht mit sich. Jede/r der Klasse besitzt ein eigenes Fach, indem sie/er ihre/seine Materialen, wie z.B. Stifte, Malkasten, Ordner, etc. unterbringen.
Anordnung der Tische im Klassenraum
Die Kinder arbeiten an Einzeltischen, welche in drei Reihen (jeweils drei Tische pro Reihe) angeordnet sind. Der Blick der Schüler und Schülerinnen wird dadurch auf die Tafel gelenkt.
Lernziele/ Angestrebte Kompetenzen
Ziel der Unterrichtseinheit
Die Unterrichtseinheit der Farbenlehre soll den Kindern die Entstehung und Zusammensetzung unterschiedlicher Farbtöne begreiflich machen.
Ziel der Unterrichtsstunde
Die Unterrichtsstunde dient dem Einstieg in das Thema der Farbenlehre und soll den Kindern erstmals vor Augen führen, dass es Grundfarben gibt. Auch soll die Technik des Druckens näher gebracht und geübt werden.
Feinziele
Kognitives Lernziel
Die Kinder sollen die Grundfarben des Farbkreises nach Itten kennen und benennen können.
Affektive/ soziale Lernziele
Die Schüler und Schülerinnen sollen lernen, in vorgegebenen Gruppen zu arbeiten und mögliche persönliche Disparitäten zu überwinden.
Die Schüler/innen sollen gemeinsam eine Technik entwickeln, wie sie den Druckvorgang am geschicktesten gestalten.
Die Kinder sollen sich bei kleineren Schwierigkeiten gegenseitig helfen.
Sie sollen offen miteinander über Probleme diskutieren, welche während der Arbeitsphase entstehen können.
Die Klasse soll zu Beginn des Unterrichts ruhig und konzentriert die Präsentation verfolgen um die Arbeitsschritte zu verstehen.
Psycho-motorische Lernziele
Die Schülerinnen und Schüler sollen eigenständig versuchen die Figuren genau auszuschneiden und sich an der schwarzen Linie zu orientieren.
Sie sollen lernen, wie man flächendeckend die Glasplatte einfärbt.
Durch Ausprobieren sollen die Kinder lernen, wie lang und fest sie die Blätter zum Einfärben auf die Platte drücken müssen.
Methodische Überlegungen
Artikulation
Durch einen lehrerzentrierten Einstieg sollen die Schülerinnen und Schüler eine klare und genaue Vorstellung bekommen, welche Arbeitsschritte auszuführen sind, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten.
Dazu werden an der Tafel unterschiedliche Ergebnisse von bedruckten Figuren präsentiert.
Ein zweiter Einstieg in die Stunde könnte die entdeckende Form des Unterrichts sein. Hierzu werden wie beim ersten Einstieg die verschieden farbigen Figuren an der Tafel präsentiert und die Kinder werden gefragt, wie diese zustande kommen können. Die Ideen der Kinder werden gesammelt. Sollte die richtige Vorgehensweise benannt werden, wird diese vom Lehrer nochmals genau erläutert, um alle Fragen zu klären. Sollten die Schüler/innen nicht von selbst auf die Antwort kommen, werden sie durch gezielte Fragen gelenkt.
Nachdem der Arbeitsauftrag verdeutlicht wurde und die Kinder scheinbar keine Fragen mehr haben, wird mit dem Austeilen der vorlagen begonnen. Die Kinder werden nochmals darauf hingewiesen, an der schwarzen Linie auszuschneiden und sich danach in ihren vorher bestimmten Gruppen zusammenzufinden.
Ist dies geschehen, werden die Glasplatten verteilt und jedes Kind beginnt damit die Glasplatten in gelb, rot oder blau einzufärben.
Danach werden die ausgeschnittenen Figuren auf die eingefärbten Platten gelegt, ein weiteres Blatt wird darüber platziert um verschmutzte Finger zu vermeiden. Nach dem ersten Einfärben werden die jetzt einfarbigen Figuren zum Trocknen auf die Seite gelegt. Nach ca. 1-2 Minuten Trockenzeit werden die Figuren erneut mit einer anderen Farbe versehen. Diese Arbeitsschritte werden 1-2 Mal wiederholt.
Sollten die Arbeitsschritte nicht oft genug wiederholt werden können, werden die eingefärbten Papiere eingesammelt und in der nächsten Unterrichtsstunde fertiggestellt.
Differenzierung/Individualisierung
Da einige Schüler/innen Schwierigkeiten beim genauen Ausschneiden bekommen können, werden sie bei diesem Arbeitsauftrag durch den Lehrer unterstützt. Gegebenenfalls teilt der Lehrer schon vorab ausgeschnittene Figuren aus.
Auch beim Bemalen der Glasplatten und Einfärben der Papiere, steht immer eine Lehrperson zur Unterstützung zur Verfügung. Jedoch ist auch die Gruppenarbeit für eben solch eine Unterstützung sehr gut geeignet, da sich somit die Schüler/innen gegenseitig behilflich sein können.
Sozial- und Aktionsform
Sozialform
Einzelarbeit
Den Kindern werden unterschiedliche Vorlagen gegeben, welche sie eigenständig ausschneiden sollen. Dann soll sich jeder Schüler/ jede Schülerin seine/ ihre eigene Figur aussuchen, welche daraufhin bedruckt werden.
Gruppenarbeit
In der Gruppengröße von je 3 Kindern werden die Vorlagen bedruckt. Hierbei werden drei Stationen aufgebaut mit je einer gelb eingefärbten Glasplatte, einer rot eingefärbten Glasplatte und einer blau eingefärbten Glasplatte. Je ein Kind aus jeder Gruppe beaufsichtigt eine Farbe und hilft den Mitschülern beim Auflegen der Form.
Arbeit mit der ganzen Klasse:
Zu Beginn der Stunde werden die Kinder zentral auf die Vorgehensweise in der darauffolgenden Unterrichtsphase hingewiesen. Hierbei ist eine hohe Aufmerksamkeit sehr wichtig, weshalb dies lehrerzentriert vor der Klasse geschieht.
Medien und Materialien
Benötigte Materialien pro Schüler5 Deckfarbkasten Glasscheibe ca. 10x15cm (von einem Bilderrahmen) Haarpinsel Papier Schere Alte Zeitungen zum Unterlegen Druck- und Zeichenvorlagen
Medien zum Einstieg und zur Präsentation
Zur Veranschaulichung wird die Tafel verwendet, an der einige Beispiele platziert werden, an denen sich die Schüler/innen orientieren können.
Mögliche Schwierigkeiten
Da die Kinder ihre Wassermalkästen, sowie Schere und Pinsel in ihrem Fach platziert haben sollen, gehe ich davon aus, dass jedes Kind mit den benötigten Materialien ausgestattet ist. Sollte dies nicht der Fall sein, sind die Kinder dazu angehalten, sich die Materialien zu teilen.
Um sicher zu gehen, dass genügend Glasplatten und Papier vorhanden sein werden, stelle ich beides zur Verfügung.
Da ich vorgesehen habe 3er Gruppen zu bilden, könnte eine Schwierigkeit bei der Gruppenarbeit entstehen, wenn eines oder mehrere Kinder der Klasse während der Unterrichtsstunde fehlen. Wenn es nicht möglich ist, 3er Gruppen zu bilden, werden Gruppen mit mehr oder weniger Kindern gebildet.
Eine weitere Schwierigkeit sehe ich in der Zeit. Die Kinder arbeiten in unterschiedlichem Tempo und die Arbeiten müssen nach jedem Schritt der Färbung trocknen. Daher habe ich die Unterrichtsstunde auf eine Doppelstunde geplant, wodurch ich hoffe, genügend Zeit zu haben um jedem Schüler/ jeder Schülerin es zu ermöglichen, sein/ihr eigenes Werk kreativ zu gestalten.
Unterrichtsprinzipien
Prinzip der Motivierung
Da die zu Anfang präsentierten Figuren bunt sind und jedes unterschiedlich aussieht, werden die Kinder motiviert ein eigenes ganz individuelles Bild zu kreieren.
Prinzip der Aktivierung
Durch die bunten Formen an der Tafel und einer anschaulichen Präsentation werden die Schüler/innen dazu angeregt, sich mit der Entstehungsform zu befassen und den Umgang mit den Materialien zu erfahren und erlernen.
Prinzip der Differenzierung
Durch die Möglichkeit, die Figuren individuell einzufärben wird die Aufgabenstellung gegenüber den Schülerinnen und Schülern recht offen gehalten. Die Kinder können den Schwierigkeitsgrad der Aufgabe weitestgehend selbst bestimmen.
Prinzip der Erfolgsbestätigung
Durch den direkten „Vorher-/Nachher-Effekt" bekommen die Schüler/innen eine direkte Rückmeldung. Sie können sich selbst beurteilen und/ oder bekommen durch die Lehrperson eine Rückmeldung.
Fußnoten:
1 http://lehrerfortbildung-bw.de/kompetenzen/gestaltung/farbe/systeme/itten/
2 http://www.mitdrucken.de/pdf/farbkreis.pdf
3 http://bildung-rp.de/
4 http://www.malen-mit-pelikan.de/index_Lehrer.html
5 www.malen-mit-pelikan.de
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