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Ein Windspiel anfertigen

Ein Windspiel anfertigen
Unterrichtsentwurf
Datum: 20. Januar 2011 Autor: Anonym Kommentare: 0

Zusätzliche Informationen:

In dieser Unterrichtsstunde sollen die Kinder ausgewählte Eigenschaften kennenlernen und aufgrund dieser eigene Windspiele anfertigen.
Durchgeführt in einer 2. Klasse.

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Beschreibung:

Luft besitzt verschiedene Eigenschaften: Sie kann tragen und bremsen, sie lässt sich zusammenpressen, Luft kann antreiben bzw. der Wind kann Arbeit verrichten. Zudem besitzt Luft die Eigenschaft der Raumerfüllung, unterliegt der Schwerkraft und hat somit ein Gewicht.


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Ein Windspiel anfertigen


Anfertigung eines Windspieles als fächerübergreifender Unterricht in einer 2. Klasse Förderschule (Heimat- und Sachunterricht (HuS))

Inhaltsverzeichnis

1. Begründung des Themas
1.1. Einbindung des Themas in das Rahmenthema
1.2. Sachstruktur des Themas
1.2.1. Allgemeines zum Thema Luft
1.2.2. Wind
1.2.3. Windkraftwerke / Windräder
1.3. Bildungsgehalt des Themas
1.4. Bezug zum Bildungsplan
1.5. Unterrichtsprinzipien
1.5.1. Ganzheitlichkeit
1.5.2. Entwicklungsförderung
1.5.3. Lebensbedeutsamkeit
1.5.4. Selbsttätigkeit / Problemlösefähigkeit
1.5.5. Differenzierung
1.5.6. Förderung sozialer Fähigkeiten
1.5.7. Sprachliche Förderung

2. Klassensituation und Schülervoraussetzungen
2.1. Klassensituation
2.2. Lernvoraussetzungen der einzelnen Schüler
2.2.1. D
2.2.2. H
2.2.3. Ja
2.2.4. Je
2.2.5. Ju
2.2.6. P
2.2.7. S
2.2.8. U

3. Ziele
3.1. Allgemeine Lernziele
3.1.1. Motorik
3.1.2. Kognitive Dimension
3.1.3. Emotionale Dimension
3.1.4. Sozial-kommunikative Dimension
3.1.5. Ästhetische Dimension
3.2. Individuelle Lernziele

4. Didaktisch-methodische Überlegungen / Begründungen
4.1. Rahmenbedingungen
4.2. Medien
4.2.1. Bild
4.2.2. Beutel mit Windrad
4.2.3. Windräder
4.2.4. Materialien zum Bau der Windräder
4.2.5. Großes Windrad
4.2.6. Bauanleitung in Bildern
4.2.7. Aufkleber / Sticker
4.3. Geplanter Verlauf
4.3.1. Einstieg
4.3.2. Entdeckung des benötigten Materials
4.3.3. Kontrolle
4.3.4. Problemstellung
4.3.5. Transfer von konkreter Ebene auf Bildebene
4.3.6. Herstellung des Windrades (Umsetzung)
4.3.7. Abschluß

5. Literatur

6. Unterrichtsskizze

1. Begründung des Themas

1.1. Einbindung des Themas in das Rahmenthema

Vom 22.4. bis 3.5. beschäftigen wir uns mit dem Thema Luft. Der gesamten Einheit liegt folgende Gliederung zugrunde:
· Luft sichtbar machen / bewusst wahrnehmen (auch Temperatur)
· Ein Windspiel anfertigen (Luftschlange); dabei: warme Luft steigt nach oben und dehnt sich aus
· Ein Windrad anfertigen; dabei: Luft kann antreiben, Windrichtung, Windstärke
· Stationenarbeit:
o Wir brauchen Luft zum Atmen (Geschichte auf Kassette anhören)
o Atemluft spüren (Körperübungen)
o Wir brauchen Luft z.B. zum Haare fönen
o Versuch: Kerze unter dem Glas (zum Brennen braucht die Kerze Luft)
o Bildung von Luftwörtern
o Spiel: Ziel - Pusten
o Ein Pustebild malen
o Einen Luftfächer basteln
· Luft kann man hören / Blasinstrumente
· Eine Panflöte herstellen
· Einen Pusteball basteln; dabei: Luft hat Kraft
· Stationenarbeit:
o Geschichte vom fliegenden Robert
o Experimentieren: Luft kann man einsperren
o Versuch: Luft bremst
o Rechenblätter: Wettflug der Heißluftballons
o Ein Luftbild ausmalen
o Einen Fallschirm basteln
o Mit Seifenblasen spielen
o Einen Papierflieger basteln
Zum Abschluss verschiedene Luftballonspiele.

1.2. Sachstruktur des Themas

1.2.1. Allgemeines zum Thema Luft

Das Thema Luft weist einige Überschneidungspunkte zum Thema Wetter auf. Diese Überschneidungspunkte werden im folgenden nur kurz angesprochen.

Luft ist ein immer vorhandenes, kaum wahrnehmbares Alltagsphänomen. Die gesamte Erde ist von einer Lufthülle, der Atmosphäre umgeben. Diese Lufthülle bewahrt die Erde davor, sich tagsüber zu sehr aufzuheizen oder nachts zuviel Wärme abzugeben. Zudem schützt die Lufthülle die Erde vor gefährlicher Strahlung. Die Lufthülle übt den Luftdruck aus. Dieser wird mit dem Barometer gemessen und in Pascal angegeben. Der Luftdruck spielt in der Meteorologie (Wettervorhersagen) eine wichtig Rolle.
Luft ist ein Gasgemisch (78,1 % Stickstoff, 20,9% Sauerstoff). Die Luftzusammensetzung darf sich nur geringfügig ändern, da sie ansonsten gesundheitsgefährdend wird bzw. wirkt. Die Lufttemperatur wird mit Thermometern gemessen. Hierbei können verschiedene Skalen benutzt werden. In Deutschland wird die Celsius Skala verwendet. Die Luft kann als feucht oder trocken empfunden werden. Die Luftfeuchtigkeit variiert auf der ganzen Erdkugel. Der Begriff Luftfeuchtigkeit spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in der Meteorologie.
Luft besitzt verschiedene Eigenschaften: Sie kann tragen und bremsen. Sie lässt sich zusammenpressen. Luft kann antreiben bzw. der Wind kann Arbeit verrichten. Luft besitzt die Eigenschaft der Raumerfüllung. Auch sie unterliegt der Schwerkraft. Luft hat ein Gewicht.Diese Eigenschaft konnte schon Galilei durch ein einfaches Experiment nachweisen. (Quelle: Brockhaus-Enzyklopädie, Bd. 13 Lah - Maf. S. 582 - 594. 19. Auflage 1990)

1.2.2. Wind

Bewegte Luft wird im allgemeinen als Wind bezeichnet. Wind entsteht durch Erwärmung und Abkühlung der Luft. Bei der Erwärmung dehnt sich die Luft aus, wird leichter und strömt nach oben. Bei Abkühlung zieht sich die Luft zusammen, wird dichter und sinkt nach unten. Der Wind ist von erheblicher Bedeutung für die Gestaltung der Erdoberfläche (insbesondere in Wüsten und anderen Trockengebieten der Erde). Die Bedeutung ist in der durch den Wind verursachten Abtragung (z.B. Erosion) und Ablagerung (z.B. Dünen) zu sehen.
Die Windrichtung wird bestimmt durch die Erdrotation, Temperatur- und Druckunterschiede in der Atmosphäre und durch die Beschaffenheit der Erdoberfläche (Berge, flaches Land, usw.). In der Meteorologie wird die Windrichtung mit dem Anemotropometer angezeigt. Als Windrichtung wird immer die Himmelsrichtung, aus welcher der Wind weht, angegeben.
Die Windstärke bzw. -geschwindigkeit wird in m/s, km/h oder Knoten gemessen. Als Messgerät wird das Anemometer benutzt. Zur Bestimmung der Windstärke kann die in 18 Grade eingeteilte Beaufortskala benutzt werden. Die Einteilung reicht von Windstille bis Orkan in den verschiedensten Abstufungen. (Quelle: Brockhaus-Enzyklopädie, Bd. 24 Wek - Zz. S. 221f., 230f. 19. Auflage 1994)

1.2.3. Windkraftwerke / Windräder

Der Mensch macht sich die Kraft des Windes (Windenergie) in Form von Windkraftwerken zunutze. Diese Windkraftwerke bestehen im wesentlichen aus Windrädern, die durch den Wind in Drehung versetzt werden. Windkraftwerke werden zum Antrieb von Windmühlen, zur Be- und Entwässerung und zur Erzeugung elektrischer Energie genutzt. Der Vorteil dieser regenerativen Energie ist darin dazu sehen, daß sie umweltfreundlich und unbegrenzt vorhanden ist. Der Bau solcher Windkraftwerke wird häufig mit dem Hinweis auf die „Verschandelung" der Gegend abgelehnt.
Selbstgebaute kleine Windräder haben schon immer große Anziehungskraft auf Kinder und Erwachsene gleichermaßen ausgeübt. Windräder können preiswert gekauft, aber auch selbst hergestellt werden. Anhand eines Windrades können die Kinder sehr schön Windstärke und Windrichtung erfahren.
Windräder können relativ einfach selbst angefertigt werden. Hierbei gibt es verschiedene Bauweisen. Die Darstellung der von mir gewählten Bauweise findet sich unter 4.3. (Quelle: Brockhaus-Enzyklopädie, Bd. 24 Wek - Zz. S. 227 - 230. 19. Auflage 1994)

1.3. Bildungsgehalt des Themas

Das Thema Luft ist ein Alltagsphänomen. Die Kinder haben bereits Erfahrungen mit Luft gesammelt, allerdings ohne diese bewußt zu verarbeiten. Für die meisten Kinder stellt die Luft ein „Nichts" dar. Trotzdem sind reichlich Vorerfahrungen vorhanden. Man denke etwa an die Atmung (absolut lebensnotwendig, läuft aber unbewußt ab), den Luftballon, Lufttemperatur (z.B. die Kinderaussage „mir ist kalt"), aufblasbare Tiere für das Schwimmbad, Seifenblassen, usw.
Als Lehrerin kann ich also auf viele Vorerfahrungen der Kinder zurückgreifen und an diese anknüpfen. Die Vorerfahrungen bilden den Ausgangspunkt. Ihre Erfahrungen sollen hinterfragt und bewusstgemacht werden. Im Unterricht ist es mein Anliegen, den Kindern ein tieferes Eindringen in die Problematik zu ermöglichen. Bei der Auseinandersetzung mit dem Phänomen
Luft können die Kinder vielfältige Erkenntnisse gewinnen, z.B.(vgl. hierzu 1.1):
· Alle Lebewesen benötigen Luft.
· Luft hat Kraft.
· Luft kann bremsen.
· Warme Luft steigt auf.
· Luft bzw. Wind kann antreiben (Windrad).
· Luft kann man spüren und hören.

Das Thema Luft bietet sich für Versuche / Experimente und Spiele verschiedenster Art an. Es können handelnd eigene Erfahrungen gemacht werden. Vielfältige Fähigkeiten und Arbeitsweisen (z.B. genaues Beobachten, Beschreibung und Fixierung von Ergebnissen, Vermutungen anstellen, Erklärungen suchen) können angebahnt werden. Im Bereich Wahrnehmung können zahlreiche Angebote gemacht werden.

1.4. Bezug zum Bildungsplan

Das Thema läßt sich im Bildungsplan für die Schule für Lernbehinderte für die Unterstufe der Themengruppe Umwelt und Technik, Thema Luft zuordnen. Die heutige Thematik läßt sich den Inhalten Mit Luft können wir spielen, sowie Wir untersuchen Eigenschaften und Wirkungen der Luft zuordnen (vgl. Bildungsplan, Bd. 1, S. 71f.).

1.5. Unterrichtsprinzipien

1.5.1. Ganzheitlichkeit

Im Mittelpunkt des Unterrichts in der Unterstufe der Förderschule steht die ganzheitliche Förderung. Im Zentrum des Unterrichts steht ein sachkundliches Thema, welches fächerübergreifend bearbeitet wird. Die Themenauswahl orientiert sich am Bildungsplan, den Schülern und evtl. der Jahreszeit und aktuellen Bedingungen.
Ein ganzheitlicher Unterricht spricht die Schüler in allen Dimensionen an, d.h. in der Kognition, Wahrnehmung, Motorik, Emotionalität und im sozial-kommunikativen Bereich.

1.5.2. Entwicklungsförderung

Schwerpunkt in der Unterstufe bildet die Entwicklungsförderung. Hierbei werden den Schülern in kindgemäßer und altersangemessener Weise Angebote in den oben genannten Dimensionen eröffnet (vgl. 1.5.1). Die Entwicklungsförderung soll Entwicklungsverzögerungen ausgleichen und die Schüler durch angemessene Angebote in ihrem Selbstwertgefühl stärken.

1.5.3. Lebensbedeutsamkeit

Lerninhalte sollten der Lebenswirklichkeit der Schüler entnommen werden. Dies ist beim Thema Luft der Fall. Das fächerübergreifende Vorgehen zeigt den Kindern die Vielschichtigkeit des Themas auf und ermöglicht einen ganzheitlichen Unterricht.

1.5.4. Selbsttätigkeit / Problemlösefähigkeit

Den Schülern muss Gelegenheit zur aktiven Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen gegeben werden. Erlernte Arbeitstechniken sollen auf andere Aufgabenstellungen übertragen werden können. Die Schüler sollen Probleme nicht als unlösbar einstufen, sondern Fähigkeiten und das dafür notwendige Selbstwertgefühl erwerben, dass sie in der Lage sind, auch schwierige Situationen bzw. Probleme zu meistern. Dabei ist es wichtig, dass das zu bearbeitende Problem eine Herausforderung bietet, welche zu bewältigen ist.

1.5.5. Differenzierung

Da die Schüler sehr heterogene Lernvoraussetzungen mit in die Schule bringen, ist es besonders wichtig, auf die individuellen Förderbedürfnisse der einzelnen Schüler einzugehen. Hierzu gehört der angemessene Einsatz von Medien (z.B. Differenzierung bei Arbeitsblättern) und Sozialformen.

1.5.6. Förderung sozialer Fähigkeiten

Soziales Lernen wird erleichtert in einer anregenden Lernumgebung und positiver Atmosphäre. Die Schüler sollen lernen, aufeinander Rücksicht zu nehmen, einander zu helfen und wirklich miteinander zu kooperieren. Dies sind so genannte Schlüsselqualifikationen, welche sie in ihrem späteren Leben und Beruf benötigen (Teamfähigkeit). Diese Fähigkeiten müssen frühzeitig angebahnt werden.

1.5.7. Sprachliche Förderung

Da Schüler der Förderschule häufig Defizite im sprachlichen Bereich (Grammatik, Ausdrucksfähigkeit, Wortschatz, Kommunikation) aufweisen, hat die sprachliche Förderung einen wichtigen Stellenwert im Unterricht. Dabei kommt es darauf an, die Schüler zu sprachlichen Äußerungen zu ermutigen und zum Sprechen in ganzen Sätzen anzuhalten. Das Sprachverständnis und der Wortschatz werden in Sachbegegnungen und Handlungszusammenhängen erweitert. Die Kommunikationsfähigkeit ist wichtig für ein zufriedenstellendes soziales Miteinander.

2. Klassensituation und Schülervoraussetzungen

2.1. Klassensituation

Die Klasse setzt sich aus 9 Kindern im Alter von 9 - 10 Jahren zusammen. Vier der Kinder sind 2.Klässler (Ja, Ju, R, U) und fünf 3.Klässler (D, H, Je, P, S). Sie werden hauptsächlich von ihrer Klassenlehrerin unterrichtet. Im Textilen Werken, Religion und Schwimmen werden sie von Fachlehrern unterrichtet.
Die Klassengemeinschaft kann als gut bezeichnet werden. Schwerwiegendere Auseinandersetzungen sind eher selten. Allerdings kommen einige Kinder (z.B. P und Ja) nicht besonders gut miteinander aus. Dies ist bei Gruppen- oder Partnerarbeiten zu berücksichtigen. R hat aufgrund seiner Hörprobleme gelegentlich Schwierigkeiten, sich in die Gemeinschaft zu integrieren, da er häufig Äußerungen der anderen Kinder missversteht. Er ist in den Osterferien am Ohr operiert worden und wird erst demnächst wieder in die Schule zurückkehren. Aus diesem Grunde habe ich auf R Schülerbeschreibung verzichtet.
Ju als „Landfahrerkind" weist hohe Fehlzeiten auf.
Auch in den Pausen spielen die Kinder gerne und häufig miteinander. Wenn es Schwierigkeiten untereinander gibt, welche die Kinder nicht selbstständig lösen können, gehen sie zur Klassenlehrerin. Diese unterstützt die Kinder bei der Lösung ihrer Probleme.

2.2. Lernvoraussetzungen der einzelnen Schüler

2.2.1. D)

D beteiligt sich gerne und rege am Unterricht. Wenn er jedoch nicht schnell genug seinen Beitrag äußern darf, ist er beleidigt und zieht sich für eine Weile ganz aus dem Unterrichtsgeschehen zurück. Nach kurzer Zeit beteiligt er sich wieder. Gelegentlich muss er an die Melderegel erinnert werden. Das Zuhören bei Gesprächen gelingt D meistens.
D ist in der Lage, bei einer Problemstellung Lösungsvorschläge zu entwickeln. D zeigt sich hilfsbereit Mitschülern und Lehrern gegenüber. Er ist in der Lage, mit einem Partner bzw. einer Partnerin zusammenzuarbeiten. An vereinbarte Regeln kann er sich in der Regel halten.
Die Umsetzung von Arbeitsaufträgen gelingt ihm. Da seine Konzentrationsfähigkeit nur für eine kurze Zeitspanne ausreicht, wird er nach dieser kurzen Zeit unruhig und fängt an zu schaukeln, mit dem Kopf zu wackeln oder zu singen bzw. zu brummen.
Er besitzt eine Brille, welche er kaum trägt. Bilder, etc. müssen deshalb in ausreichender Größe hergestellt werden.
D Artikulation ist verwaschen und dadurch schwer zu verstehen. Er spricht in ganzen Sätzen und ist an Kommunikation sehr interessiert.
Feinmotorische Arbeiten sind nicht einfach für ihn. Beim Ausmalen fällt ihm das Einhalten von Begrenzungen schwer. Das Ausschneiden schwieriger Formen bereitet ihm Schwierigkeiten. Sauber und ordentlich zu arbeiten, bedeutet für ihn eine Anstrengung.
Auf selbsthergestellte Produkte ist er besonders stolz und erwartet dafür auch Anerkennung von den Lehrerinnen.

2.2.2. H

H ist am Unterricht interessiert und beteiligt sich rege. Häufig ist er allerdings sehr unkonzentriert und unaufmerksam. Er lässt sich schnell ablenken. Dies gilt insbesondere beim Unterrichtsgespräch im Stuhlkreis.
Er kann sich an die Regeln halten, neigt aber zum Herumalbern und testet seine Grenzen aus. Wenn er an die Regeln erinnert wird, kann er häufig nicht einsehen, dass er sich gerade eben nicht an die Regeln gehalten hat.
Er kann in ganzen Sätzen sprechen. Seine Ausdrucksfähigkeit ist eingeschränkt (die Mutter ist Thailänderin und spricht kein deutsch; der Vater ist tot). Er bemüht sich sehr um sprachliche Korrektheit. Gelegenheiten zum Erzählen nutzt er wenig.
Arbeitsaufträge kann H durchführen. Er arbeitet hierbei zielstrebig und ausdauernd. H ist in der Lage, bei einer Problemstellung Lösungsvorschläge zu entwickeln. Er zeigt sich hierbei aber eher zurückhaltend und abwartend bzw. zögerlich. Es hat für mich den Anschein, als wenn er seinem eigenen Lösungsvorschlag nicht traut.
H kann mit einem Partner zusammenarbeiten. Eine Partnerin wird momentan nur unter Protest akzeptiert. Er möchte zur Zeit - wenn es sich vermeiden läßt - nicht mit einem Mädchen zusammenarbeiten. Das einzige Mädchen, welches er evtl. ohne größeren Protest akzeptieren würde, ist S.
H kann exakt ausmalen und ausschneiden. Allerdings führt er diese Aufgaben nicht immer gerne aus. Seine Feinmotorik ist insgesamt gut ausgeprägt.
Er zeigt seine Freude über ein gelungenes Produkt eher wenig.

2.2.3. Ja

Ja ist am Unterrichtsgeschehen interessiert und beteiligt sich rege. Sie meldet sich häufig, allerdings schweift sie häufig vom Thema ab.
Ja weist auf dem rechten Ohr eine eingeschränkte Hörfähigkeit auf.
Ja kann in ganzen Sätzen sprechen. Der Satzbau ist einfach und dysgrammatisch. Beim Erzählen kann sie die richtige Reihenfolge nicht einhalten, so dass es schwierig ist, ihr zu folgen. In ihren Erzählungen vermischt sie Realität und Phantasie. Es fällt ihr außerordentlich schwer, anderen Kindern zuzuhören. Sie muss immer wieder an die Gesprächsregeln erinnert werden.
Es fällt ihr sehr schwer, sich an die vereinbarten Regeln zu halten. Bei Regelverstößen ihrerseits zeigt sie nur selten Einsicht in ihr fehlerhaftes Verhalten; ihrer Meinung nach sind immer die anderen Kinder schuld. Regelverstöße anderer Kinder beobachtet sie genau und „verpetzt" diese Kinder. Es ist ihr sehr wichtig, bei Gruppenaktivitäten (z.B. in der Pause beim Spielen) mitmachen zu dürfen. Wenn die anderen Kinder sie nicht mitmachen lassen bzw. etwas nicht so läuft, wie sie es sich vorstellt, beginnt sie mit weinen. Dies ist ihr bevorzugtes Druckmittel.
Ja kann sich nur über kurze Zeitspannen konzentrieren. Ausdauerndes Arbeiten ist von ihrer Tagesform abhängig. Sie ist außerordentlich leicht ablenkbar. Ihre Merkfähigkeit ist gering und sie weist eine starke motorische Unruhe auf.
Ja kann klar strukturierte Arbeitsanweisungen verstehen. Dabei bringt sie die einzelnen Arbeitsschritte gelegentlich durcheinander.
Partnerarbeit ist ihr möglich. Hierbei muss allerdings beachtet werden, dass sie versucht, das Partnerkind zu dominieren. Wenn ihr etwas nicht passt, neigt sie auch zu Beschimpfungen. Sie ist in der Lage, Lösungsvorschläge zu einer Problemstellung zu entwickeln, wenn sie die Problemstellung verstanden hat.
Ihre feinmotorischen Fähigkeiten sind gut ausgeprägt.
Über ein gelungenes Produkt freut sie sich sehr und zeigt es gerne ihren Mitschülern und Lehrerinnen. Wenn ihr etwas nicht so gelingt, wie sie es sich vorstellt, dann ist sie sehr frustriert und wütend und das angestrebte Produkt landet im Mülleimer. Dies ist bei den Aufgabenstellungen zu beachten.

2.2.4. Je

Je ist herzkrank. Bei besonderen Belastungen ist hierauf Rücksicht zu nehmen. Sie ist am Unterricht interessiert und beteiligt sich regelmäßig. Sie kann ausdauernd und konzentriert arbeiten, wenn sie die Aufgabenstellung nicht überfordert. In Überforderungssituationen wird sie motorisch unruhig und beginnt Gespräche mit anderen Kindern. Sie ist sehr hilfsbereit Lehrern und Mitschülern gegenüber. Je weist ein hohes Einfühlungsermögen auf. Wenn andere Kinder weinen, kümmert sie sich fürsorglich um sie. Vereinbarte Regeln hält sie ein. Partnerarbeit gelingt ihr gut.
Arbeitsaufträge müssen einfach und klar strukturiert sein, damit Je sie versteht. Sie braucht hierbei Wiederholungen. Bei klaren Arbeitsaufträgen kann sie diese umsetzen.
Je fällt es schwer, bei einer Problemstellung Lösungsvorschläge zu entwickeln. Sie wartet lieber auf Anregungen der anderen Kinder, bevor sie eventuell einen eigenen Vorschlag einbringt. Sie hat eine positive Arbeitshaltung dem Lernen gegenüber. Ihre Arbeitsweise ist langsam. Je spricht in ganzen Sätzen, welche dialektgefärbt sind. Der Satzbau ist einfach. Sie erzählt gerne z.B. vom Wochenende. Sie hat großes Interesse an Kommunikation. Je kann gut zuhören. Wird sie von anderen Kindern abgelenkt und dadurch beim Zuhören gestört, teilt sie dies dem anderen Kind mit.
Ihre visuelle und auch auditive Merkfähigkeit ist eingeschränkt. Ihre Konzentrationsspannen sind kurz. Sie ist nach kurzer Erholungspause wieder konzentrationsfähig und arbeitswillig. Ihre feinmotorischen Fähigkeiten sind gut ausgeprägt. Es fällt ihr sehr schwer, sich räumlich zu orientieren.
Über ein gelungenes Produkt freut sie sich sehr und zeigt es gerne ihren Mitschülern und Lehrerinnen. Zur Zeit scheint Je Rückschritte in ihrer Entwicklung durchzumachen. Sie zeigt momentan ein sehr unselbstständiges, unsicheres und unkonzentriertes Arbeitsverhalten.

2.2.5. Ju)

Ju ist ein „Landfahrerkind" und weist hohe Fehlzeiten auf. Aus diesem Grunde ist eine differenzierte Beschreibung für mich sehr schwierig.
Ju beteiligt sich eher selten am Unterricht. Häufig scheint sie zu träumen. Eine regere Beteiligung zeigt sie bei sachkundlichen Themen, bei denen sie eine Verbindung zu Erfahrungen aus ihrer Lebenswelt herstellen kann (z.B. beim Thema Gemüse, Gemüsesuppe kochen).
Sie benötigt äußerst einfache und ganz klar strukturierte Arbeitsaufträge. Komplexe Arbeitsaufträge versteht sie nicht. Auch bei einfachen Arbeitsaufträgen fällt ihr die Umsetzung häufig schwer. Zur Erledigung einer Aufgabe benötigt sie viel Zeit.
Ju ist sehr leicht ablenkbar. Eine konzentrierte und ausdauernde Arbeitshaltung zeigt sie nur wenig. Sie benötigt immer wieder den Hinweis von einem Erwachsenen, dass sie die eben gestellte Aufgabe erledigen soll. Trotzdem kann sie als leistungswillig bezeichnet werden.
Ju kann ganze Sätze sprechen, wenngleich ihr dies schwerfällt. Ihr Wortschatz ist begrenzt und die Sprache undeutlich. Im Stuhlkreis kann sie aufmerksam zuhören. Allerdings bin ich mir nicht sicher, inwieweit sie den Erzählungen folgen kann.
Sie ist hilfsbereit. Sie ist in der Lage mit einem Partner oder einer Partnerin zusammenzuarbeiten. Den Hauptpart überlässt sie gerne dem Partnerkind. Sie hält vereinbarte Regeln ein.
Ju ist kaum in der Lage, bei einer Problemstellung Lösungsvorschläge zu entwickeln. Die Problemstellung an sich scheint sie gar nicht zu erfassen.
Feinmotorische Arbeiten wie ausmalen und ausschneiden fallen ihr sehr schwer. Sie ist für jede positive Aufmerksamkeit außerordentlich dankbar und schenkt einem ein strahlendes Lächeln. Emotionale Zuwendung und Bestätigung ist für ihre Motivation und Ausdauer bei einer Aufgabe von entscheidender Wichtigkeit.
Über ein gelungenes Produkt freut sie sich.

2.2.6. P)

P nimmt Ritalin. Dieses Medikament nimmt er leider nicht regelmäßig, obwohl es ihm beim Lernen hilft und er dies mittlerweile selbst bemerkt. Er befindet sich zur Zeit in einer außerordentlichen emotionalen Stresssituation (Trennung der Eltern, Umzug, sein Hund wurde eingeschläfert). Deshalb kann es zu unbeherrschten Wutausbrüchen oder weinen kommen. Er beruhigt sich, wenn ihm für kurze Zeit eine Rückzugsmöglichkeit angeboten wird. Wenn er sein Ritalin nicht einnimmt, dann fällt ihm das Einhalten von Regeln sehr schwer. Lehrern gegenüber ist er meistens freundlich. Sein Verhalten seinen Mitschülern gegenüber ist von seiner Tagesverfassung abhängig.
P muß zur Teilnahme an Unterrichtsgesprächen aufgefordert werden. Er kann sachlich passende Beiträge liefern. Häufig schweift er jedoch vom Thema ab und muss wieder zum Unterrichtsinhalt zurückgeführt werden.
Arbeitsaufträge müssen klar strukturiert sein. Zudem müssen sie für ihn wiederholt werden, da er sehr vieles um ihn herum mitbekommt und dadurch leicht abgelenkt ist. Er neigt zur Unaufmerksamkeit und kann sich nur schwer konzentrieren. Gelegentlich scheint er vor sich hin zu träumen. P fällt es schwer, bei einer Problemstellung Lösungsvorschläge zu entwikkeln. Dies hängt meiner Meinung nach auch mit seiner begrenzten Konzentrationsspanne zusammen.
Er kann sehr phantasievolle Geschichten vom Wochenende erzählen. Er nutzt gerne die Möglichkeit zum Erzählen, wenngleich seine Geschichten nicht wahrheitsgemäß sind. Sein Satzbau ist einfach. Häufig spricht er in Ein- oder Zwei-Wort-Sätzen. Der Aufforderung in ganzen Sätzen zu sprechen, kann er mit großer Mühe entsprechen. Zuhören bereitet ihm große Schwierigkeiten. Dies liegt meiner Ansicht nach an seiner mangelnden auditiven Wahrnehmung und z.T. auch an fehlendem Interesse.
Neben seiner auditiven Wahrnehmung ist auch die visuelle Wahrnehmung auffällig (z.B. Raumlage der Buchstaben beim Schreiben).
Seine Arbeitshaltung ist nur wenig entwickelt. Er beginnt häufig Arbeiten sehr motiviert, verliert dann aber schnell die Lust daran, weiterzuarbeiten. Er beschäftigt sich dann anderweitig. Seine Ausdauer bei der Erledigung von Arbeitsaufträgen ist von der Tagesform abhängig. Partnerarbeit ist möglich, allerdings nicht mit jedem seiner Mitschüler. Mit Ja kommt P nur sehr schwer zurecht. Ihr Verhältnis kann man als gespannt bezeichnen. Deshalb sollten diese beiden nicht als Partner zusammenarbeiten.
Seine Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistungen sind gering ausgeprägt. Feinmotorisches Arbeiten wie ausmalen, ausschneiden, etc. sind ihm gut möglich. Sein Selbstvertrauen ist nur sehr gering entwickelt. Er traut sich nicht viel zu und gibt deshalb schnell auf. Über ein gelungenes Produkt freut er sich.

2.2.7. S

S beteiligt sich mit sachgerechten Beiträgen am Unterricht. Gelegentlich muss sie an die vereinbarten Gesprächsregeln erinnert werden. Sie beteiligt sich aufmerksam und ausdauernd.
S zeigt sich ihren Mitschülern und Lehrern gegenüber hilfsbereit. An vereinbarte Regeln kann sie sich halten. Ihr Umgangston mit ihren Mitschülern ist manchmal unpassend. Je nach ihrer emotionalen Tagesverfassung fällt es ihr schwer, mit anderen Kindern auszukommen. S bemüht sich, in ganzen Sätzen zu sprechen. Häufig fehlen ihr die Worte, wenn sie einen Sachverhalt ausdrücken möchte. Ihre Sprache ist einfach und teilweise dysgrammatisch. Anlässe zum Erzählen nutzt sie je nach ihrer emotionalen Verfassung.
Arbeitsaufträge versteht sie und kann sie selbständig und mit großer Ausdauer und Konzentration ausführen. Partnerarbeit ist ihr möglich. Dabei ist ihre derzeitige Lieblingspartnerin U. Beim Gespräch im Stuhlkreis lässt sie sich leicht ablenken.
S ist in der Lage, bei einer Problemstellung Lösungsvorschläge zu entwickeln. Die sprachliche Darstellung ihres Vorschlages bereitet ihr aber Mühe.
Wenn S die an sie gestellten Aufgaben als zu schwierig empfindet, dann lenkt sie sich selbst und andere Kinder ab (Ausweichverhalten). Bei offenen Aufgabenstellungen versucht sie sich gelegentlich zu verweigern. Dies hat meiner Ansicht nach allerdings etwas mit ihrer bisherigen Lernbiographie zu tun. Nach ausreichender Ermutigung beginnt sie trotzdem mit der gestellten Aufgabe und ist nah Fertigstellung besonders stolz, weil sie „es ja doch kann". Sie kann exakt ausmalen und ausschneiden.
Über ein gelungenes Produkt freut sie sich sehr und erwartet dafür Anerkennung durch die Lehrerinnen. Zudem möchte sie diese Produkte auch zu Hause zeigen.

2.2.8. U

U besitzt eine Brille, welche sie in der Schule nicht anzieht. Bilder, etc. müssen in ausreichender Größe gestaltet sein.
U ist meist motiviert und bringt sich in den Unterricht ein. Nicht immer sind ihre Beiträge sachlich passend. U kann aufmerksam und konzentriert mitarbeiten, wenn sie die Aufgabenstellung nicht überfordert.
Sie kann sich an vereinbarte Regeln halten. Beim Gespräch im Stuhlkreis muss sie selten zum besseren Zuhören angehalten werden. Sie ermahnt andere Kinder, wenn ihr diese zu laut sind. Dabei wählt sie nicht immer den passenden Umgangston.
Ihre Sprache ist näselnd. Sie hat Interesse an Kommunikation und erzählt gerne vom Wochenende. Sie bildet einfache Sätze, die grammatikalisch nicht immer korrekt sind. Arbeitsaufträge müssen einfach und klar strukturiert sein, damit U diese versteht. Wenn sie den Arbeitsauftrag versteht, dann arbeitet sie konzentriert und ausdauernd. Sie lässt sich hierbei auch kaum ablenken.
U fällt es schwer, bei einer Problemstellung Lösungsvorschläge zu entwickeln. Sie ist aber auf jeden Fall aufmerksam „bei der Sache" und bemüht sich.
Sie kann mit einem Partner oder einer Partnerin zusammenarbeiten. Allerdings hat auch sie bevorzugte Partnerinnen.
Us Merkfähigkeit ist eingeschränkt. Wenn sie sich überfordert fühlt, verweigert sie sich (Ausweichverhalten).
Ihre feinmotorischen Fähigkeiten sind gut ausgeprägt. Sie bastelt und / oder malt außerordentlich gerne.
Über ein gelungenes Produkt freut sie sich sehr.

3. Ziele

3.1. Allgemeine Lernziele

3.1.1. Motorik

· Windrad im Beutel ertasten.
· Einzelteile vom Materialtisch holen.
· Windrad wieder zusammenbauen.
· Bilder in richtige Reihenfolge hängen.
· An den markierten Linien entlang die Folie einschneiden.
· Perlen und Unterlegscheiben auf den Eisenstab fädeln.
· Eisenstab durch die Löcher fädeln.
· Eisenstab in den Korken stecken.
· Korken auf den Holzstab setzen.
· Windrad so halten, dass es sich dreht.

3.1.2. Kognitive Dimension

· Geschehen auf dem Bild erkennen und beschreiben.
· Zum Bild Assoziationen zu eigenen Erfahrungen herstellen und beschreiben können.
· Arbeitsaufträge verstehen und umsetzen können.
· Die Einzelteile des Windrades entdecken und vom Materialtisch aus vielfältigen Materialien herausfinden können.
· Einzelteile in der richtigen Anzahl holen.
· Konzentriert den Auseinanderbau des Windrades verfolgen.
· Vergleich der besorgten Einzelteile mit dem in Einzelteile zerlegten Windrad herstellen und ggf. sich selbst korrigieren.
· Problemstellung erfassen und Lösungswege ausprobieren.
· Bilder in die richtige Reihenfolge bringen.
· Windrad nach Anleitung und der handelnden Erfahrung anfertigen.
· Windrad so in den Wind halten, dass es sich dreht.
· Windrichtung und Windstärke erfahren.

3.1.3. Emotionale Dimension

· Sich angenommen und ernstgenommen fühlen.
· Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln.
· Gefallen an selbstständiger Arbeit finden.
· Hilfe von anderen annehmen können.
· Bei Fehlern bzw. Schwierigkeiten nicht aufgeben.
· Freude am selbsthergestellten Windrad haben und zeigen

3.1.4. Sozial-kommunikative Dimension

· Genaues Zuhören praktizieren.
· Erzählungen anderer Kinder beachten und gut zuhören.
· Mit einem Partner bzw. in der Gruppe zusammenarbeiten können.
· Sich gegenseitig unterstützen und helfen.
· Eigenes Erleben in eigene Worte fassen.
· In ganzen Sätzen sprechen.
· Andere Kinder ausreden lassen.
· An vereinbarte Regeln halten.
· Konkrete Handlungen versprachlichen.
· Bildinhalte versprachlichen.

3.1.5. Ästhetische Dimension

· Sorgfältiger Umgang mit den Arbeitsmaterialien.
· Folienfarbe nach eigenem Farbgeschmack auswählen.
· Sorgfältiges Ausschneiden.
· Windrad nach eigenen Ideen / Vorstellungen mit Aufklebern verzieren.

3.2. Individuelle Lernziele

Die allgemeinen Lernziele gelten für alle Kinder. Dabei sind die Schwerpunkte bei jedem Kind unterschiedlich gewichtet. Die individuellen Lernziele können anhand der obigen allgemeinen Lernziele und den Lernvoraussetzungen der Schüler (vgl. 2.2.) erschlossen werden.

4. Didaktisch-methodische Überlegungen / Begründungen

4.1. Rahmenbedingungen

Der Unterricht findet im Klassenzimmer statt und wenn es die Zeit und das Wetter erlauben auf dem Schulhof. Im Klassenzimmer ist ausreichend Platz für den geplanten Unterrichtsverlauf. Die benötigten Materialien werden von mir bereitgestellt.
Die Stellung der Tische, etc. ist nicht der Normalfall. Die heutige räumliche Aufteilung entspricht den Erfordernissen der Stunde.

4.2. Medien

4.2.1. Bild

Zu Beginn der Stunde hängt an der Tafel ein Bild in DIN A3 Größe. Auf dem Bild sind vier Kinder zu sehen. Zwei der Kinder halten jeder einen Drachen in der Hand, eines hält ein Windrad fest und einem anderen Kind ist gerade der Luftballon aus der Hand geflogen. Die Größe und die überschaubare Anzahl der Kinder ermöglicht allen Kindern eine Orientierung auf dem Bild. Auf dem Bild sind Kinder und nicht Erwachsene zu sehen, damit die Kinder aus der Klasse sich mit dem Geschehen auf dem Bild identifizieren können.
Die Kinder auf dem Bild halten Gegenstände in der Hand, welche etwas mit dem Phänomen Luft zu tun haben und gleichzeitig aus der Lebenswirklichkeit der Kinder stammen. Alle Gegenstände sind den Kindern bekannt. Hierdurch können sie einen Bezug zu ihren eigenen Erfahrungen herstellen.
Die Schüler können erzählen, was sie auf dem Bild sehen, aber auch welche Erfahrungen sie bereits mit einzelnen oder allen Gegenständen gemacht haben. Das Berichten eigener Erlebnisse motiviert die Kinder sehr.

4.2.2. Beutel mit Windrad

Im Beutel befindet sich ein fertiges Windrad. Dieses sollen die Kinder ertasten. Aufgrund des vorher besprochenen Bildes besteht eine Vorstellung über den möglichen Inhalt, so dass die meisten Kinder in der Lage sein werden, das Windrad zu ertasten. Bei Tastsituationen konnte bisher immer wieder eine große Motivation, Neugierde und Aufmerksamkeit festgestellt werden. Gleichzeitig führt dieses Tastspiel zum Stundenthema hin. Das konkrete Objekt hält zudem in dieser Anfangsphase einen höheren Motivationswert / Aufforderungscharakter bereit als eine Zeichnung.

4.2.3. Windräder

Die Kinder erhalten jeweils zu zweit ein Windrad. Dieses Windrad entspricht in Größe, Farbe, etc. den später bereitgestellten Materialien.
Bei der genauen Betrachtung des Windrades sollen die Kinder die verschiedenen Einzelteile entdecken: Holzstab (Haltestab), bemalter Korken, Eisendraht, verschiedene Perlen, Unterlegscheiben, Folie, Aufkleber.
In der Phase Kontrolle wird eines der Windräder auseinander genommen. Hierbei können die Kinder dann selbstständig kontrollieren, ob sie die für den Bau eines Windrades benötigten Teile geholt haben (auch in der richtigen Menge). Einzelne Kinder können sich selbst korrigieren ohne dabei bloßgestellt zu werden.

4.2.4. Materialien zum Bau der Windräder

Sämtliche Materialien befinden sich auf einem Tisch neben der Tafel. Zu Beginn der Stunde sind die Materialien mit einem großen Tuch abgedeckt, damit die Kinder nicht abgelenkt werden.
Neben den benötigten Materialien befinden sich auch unbenötigte Materialien auf dem Tisch. Dadurch werden die Kinder in ihrem Denken angeregt, da sie erkennen müssen, dass nicht alle Gegenstände auf dem Tisch benötigt werden. Der Schwierigkeitsgrad ist dadurch erhöht, aber an die Fähigkeiten der Kinder angepaßt.
Die unbenötigten Gegenstände sind die folgenden: Büroklammern, Stecknadeln, Wollfäden, Haushaltsgummis, Lochklammern.
Die benötigten Materialien entsprechen den oben genannten (vgl. 4.2.3.). Dabei sind folgende Elemente aufgrund der ansonsten bestehenden Gefahrenquellen bzw. feinmotorischer Überforderung vereinfacht worden:
Die quadratische Folie wurde von mir bereits vorgeschnitten. Auf der Folie sind die Schneidelinien eingezeichnet. Die Löcher in den Ecken und in der Mitte wurden vorgebohrt. Neben den Löchern in den Ecken befinden sich auf der Rückseite der Folie Klebepunkte, auf die die Zahlen 1 bis 4 draufgeschrieben sind. Dadurch ist es auch den Kindern mit Schwierigkeiten in der räumlichen Orientierung möglich, dass sie die Windradecken in der richtigen Reihenfolge zur Mitte biegen.
Der Korken wurde von den Kindern bereits in einer der vorigen Stunden bemalt. Dies dient ausschließlich dem ästhetischen Empfinden. Die Löcher für den Haltestab und den Eisendraht wurden von mir aus den oben genannten Gründen vorgebohrt.
Für den Transport der Kleinteile bekommt jedes Kind eine kleine Schachtel.

4.2.5. Großes Windrad

Das große Windrad ist so im Klassenzimmer platziert, dass es den Kindern nicht sofort auffällt. Dieses Windrad können die Kinder zum Vergleich heranziehen, wenn sie in der Phase Problemstellung die beiden Windräder wieder zusammenbauen sollen.

4.2.6. Bauanleitung in Bildern

Die Anleitung zum Bau eines Windrades befindet sich zunächst innerhalb der zugeklappten Tafel. Diese wird aufgeklappt und zum Vorschein kommen 8 Bilder in DIN A4 Größe. Die Bilder hängen ungeordnet aber dennoch übersichtlich an der rechten Tafelseite. Die Kinder bringen die Bilder in die richtige Reihenfolge und hängen die Bilder in Leserichtung an der Tafel auf. Das 1. und das 2. Bild können gegeneinander ausgetauscht werden. Eine hohe Abstraktionsleistung ist von den Kindern beim Übergang vom 5. auf das 6. Bild zu erbringen.
Auf den Bildern 1 bis 5 sind die Windräder aus der frontalen Draufsicht gezeichnet. Ab dem 6. Bild jedoch aus der seitlichen Draufsicht. Als Vermittlungshilfe kann ich den Kindern hierbei das konkrete Windrad frontal und seitlich präsentieren.
Das Ordnen der Bilder in die korrekte Reihenfolge bietet Möglichkeiten zur sprachlichen Durchdringung des Stundenthemas (Begriffsbildung).
Die Anleitung kann während der Anfertigung des Windrades jederzeit zu Rate gezogen werden. Sie dient als visuelle Merkhilfe. Zudem sind die Kinder von mir als Lehrkraft unabhängig und können selbstständig arbeiten. Häufiges Nachfragen wird so - hoffentlich! - verringert werden.

4.2.7. Aufkleber / Sticker

Mit den Aufklebern können die Kinder ihr fertiges Windrad verzieren. Dadurch können die unterschiedlichen Arbeitsgeschwindigkeiten aufgefangen werden.

4.3. Geplanter Verlauf

In dieser Unterrichtsstunde geht es darum, in möglichst großer Selbstständigkeit ein Windrad anzufertigen.
Dabei werden die Kinder zunächst anhand eines Bildes, welches ihnen den Bezug zu ihrer eigenen Lebenswirklichkeit erleichtert, und eines Tastspieles auf die Stunde eingestimmt. Im weiteren Verlauf entdecken sie die Bestandteile des Windrades und können diese aus vielfältigen Materialien heraussuchen.
Sie erleben, dass es erlaubt ist, ein Windrad in seine Bestandteile zu zerlegen und anschließend wieder zusammenzusetzen (Problemstellung). Sie übertragen ihr Wissen von der konkreten Handlungsebene auf die Bildebene, indem sie die Bauanleitung in Bildern in die richtige Reihenfolge bringen.
Sie setzen ihr erworbenes Wissen in Handlung um und werden hierbei in ihrem Selbstwertgefühl bestärkt. Sie können erfahren, dass ihr Windrad nicht nur Freude macht, sondern dass man damit Wirkungen und Eigenschaften der Luft beobachten kann (z.B. der Wind treibt das Windrad an, also Luft hat Kraft).
Im folgenden beschreibe ich die Anfertigung des Windrades:
Ein quadratisches Stück stabiler Folie (20cm x 20cm) wird an markierten Linien eingeschnitten (zu 2/3 einschneiden). In allen vier Ecken befinden sich vorgebohrte Löcher sowie in der Mitte des Quadrates. Auf einen gebogenen Eisenstab werden ein Holzperle und eine Unterlegscheibe gefädelt. Der Stab wird nacheinander durch alle vier Löcher der Ecken sowie des Loches in der Mitte gesteckt. Von hinten wird wieder eine Unterlegscheibe sowie 2 Perlen auf den Eisenstab gefädelt. Dieser wird dann in einen Korken gesteckt. Der Korken wird auf einem angespitzten Holzstab platziert. Fertig ist das Windrad!

4.3.1. Einstieg

Die Schüler kommen in den bereitgestellten Stuhlhalbkreis vor der Tafel. An der Tafel hängt ein Bild, auf dem Kinder mit Drachen, einem Windrad und einem Luftballon zu sehen sind. Ich werde die Kinder auffordern, das Bild genau zu beschreiben. Hierbei werden die Kinder im Bereich der visuellen Wahrnehmung und im sprachlichen Bereich gefördert.
Da die auf dem Bild gezeigten Gegenstände den Kindern bekannt sind, können sie Assoziationen zu eigenen Erlebnissen herstellen und erzählen. Dies wird sich positiv auf die Motivation und das Selbstwertgefühl auswirken. Die Kinder erleben hierbei, dass ihr Erleben ernstgenommen wird. Hierdurch wird eine positive Lernatmosphäre geschaffen.
In einem Beutel befindet sich ein Windrad. Jedes Kind darf mit seinen Händen in den Beutel greifen und das Windrad betasten. Aufgrund des vorher besprochenen Bildes konnten die Kinder eine Vorstellung über den möglichen Inhalt erhalten. Nach meiner Erfahrung reagieren die Kinder auf Angebote im taktilen Wahrnehmungsbereich mit großer Freude und Begeisterung. Einzelne Kinder (z.B. Ja) wollen die Dinge immer ganz genau befühlen, um ein inneres Bild herstellen zu können.
Wenn alle Kinder gefühlt haben, sollen sie ihre Vermutung äußern. Hierbei werde ich die Kinder dazu anhalten, nicht in Ein- oder Zwei-Wort-Sätzen zu reden (gilt insbesondere für P), sondern in ganzen Sätzen. Daran anschließend wird das Windrad aus dem Beutel geholt und allen gezeigt. Ich nehme an, dass die Kinder das Stundenziel spontan erfassen und äußern (Windrad anfertigen). Sollte dies nicht der Fall sein, dann werde ich als stummen Impuls die von ihnen bemalten Korken zeigen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Tuch auf den Materialien wegzunehmen.

4.3.2. Entdeckung des benötigten Materials

Die Kinder befinden sich noch im Stuhlhalbkreis. Ich werde den Kindern ihren nächsten Arbeitsauftrag erklären. Die Kinder werden zu zweit an die Tische gehen. Jedes Paar erhält ein Windrad. Sie sollen sich ihr Windrad ganz genau anschauen und die Einzelteile identifizieren. Die Partnerzuteilung nehme ich vor, damit ungünstige Partnerzusammensetzungen vermieden werden können. Dabei ist mir wichtig, dass leistungsstarke und leistungsschwache bzw. Drittund Zweitkläßler gemischt werden. Zudem sollen Kinder, die einander nicht leiden können, nicht zusammengebracht werden. Damit wird Streitereien und Unruhe vorgebeugt. Folgende Partnereinteilungen werde ich vornehmen: U & Je, Ja & D, P & H und S & Ju.
Wenn die Kinder die Einzelteile entdeckt haben, dann gehen sie zum Materialtisch. Ihre Transportschachtel nehmen sie direkt mit. Auf dem Materialtisch befinden sich die für den Bau des Windrades benötigten Materialien aber auch Dinge, die nicht gebraucht werden. Die Kinder müssen nun die richtigen Materialien auswählen. Dabei holt jedes Kind die Materialien, die es für den Bau seines eigenen Windrades braucht. Die Kinder kehren mit ihren Materialien in den Stuhlhalbkreis zurück.

4.3.3. Kontrolle

Im Stuhlkreis zeigen die Kinder ihre mitgebrachten Materialien. Damit die Kinder wissen, ob sie alle benötigten Teile in der korrekten Anzahl geholt haben, wird von mir nach und nach ein Windrad auf einem kleinen Tisch auseinandergebaut. Die Kinder können hierbei zudem schon einzelne Arbeitsschritte für die spätere Anfertigung miterleben.
Dieses Windrad wird von mir in seine Einzelteile zerlegt, damit die Kinder intensiv schauen und die verschiedenen Schritte bewusst und ohne Ablenkung mit nachvollziehen. Hierbei ist mir bewusst, dass ich sehr genau darauf achten muss, dass alle Kinder gut sehen können und sich nicht gegenseitig ablenken. Es wäre auch möglich gewesen, dass zwei Windräder in Gruppen zu je 4 Kindern auseinandergenommen werden. Dies habe ich verworfen, da es mir in diesem Fall weniger auf das selbsttätige Tun bzw. entdecken ankommt als auf die korrekte Zerlegung, die es den Kindern erleichtern soll, in der nächsten Phase das Windrad wieder zusammenzubauen.
Wenn das Windrad ganz auseinandergenommen da liegt, werde ich die Kinder zum Vergleich ihrer Materialien mit den Einzelteilen des Windrades auffordern. Hierbei können die Kinder sich selbstständig oder ggf. mit der Hilfe anderer Kinder oder von mir, korrigieren. Dabei wird ein Bloßstellen der Kinder vermieden.
Hat jedes Kind die benötigten Materialien in der korrekten Anzahl, werden diese auf den Platz am Tisch gelegt. Somit haben sie die Hände frei und können sich ohne Ablenkung auf den nächsten Arbeitsschritt konzentrieren.

4.3.4. Problemstellung

Das auseinandergenommene Windrad stellt mich und die Kinder nun vor das Problem, dass es wieder richtig zusammengebaut werden muss. An dieser Stelle wäre es möglich gewesen, dass alle 8 Kinder gemeinsam probieren, das Windrad wieder zusammenzusetzen. In dieser Phase liegt für mich der Schwerpunkt (im Gegensatz zur vorherigen Phase / Situation) allerdings im selbsttätigen Handeln, wobei die Kinder eigene Lösungswege ausprobieren können.
Aus diesem Grunde habe ich mich dafür entschieden, die Kinder in zwei Gruppen zu je 4 Kindern ein Windrad zusammensetzen zu lassen. Die eine Gruppe wird das gerade eben auseinandergenommene Windrad zusammenbauen (evtl. für den Besuch) und die andere Gruppe darf eines für ihre Klassenlehrerin anfertigen. Dadurch ist für beide Gruppen ausreichend Motivation zum Handeln gegeben. Mir ist trotzdem bewusst, dass diese Situation sehr konstruiert wirkt. Die Gruppenarbeit wird im hinteren Teil des Klassenzimmers stattfinden. Auf dem einen Tisch liegen bereits die Teile für ein Windrad abgedeckt bereit. Die Teile des soeben auseinandergebauten Windrades werden zum anderen Tisch getragen.
Die Gruppenarbeit erscheint mir hierbei sinnvoll, damit eine gemeinsame Auseinandersetzung mit dem Gegenstand geschieht und die Kinder in eine sinnvolle Kommunikationssituation gelangen. Sie können einander helfen, verschiedene Ideen bzw. Wege gehen, aber auch Kritik äußern bzw. annehmen.
Die Einteilung in die Gruppen werde ich vornehmen, damit ungünstigen Konstellationen vorgebeugt wird und ein gemeinsames Arbeiten ermöglicht wird. Ich werde den Kindern beratend und unterstützend zur Seite stehen. Folgende Gruppeneinteilungen werde ich vornehmen: Gruppe 1: U, Je Ja und D. Gruppe 2: P, H, S und Ju.
Die erfolgreiche Anfertigung eines Windrades in der Gruppe bietet den Kindern ein Erfolgserlebnis. Hierdurch werden sie im Zutrauen zu ihren eigenen Fähigkeiten bestärkt und können später mit Zuversicht an die Arbeit (eigenes Windrad bauen) gehen. Die Anfertigung der beiden Windräder in dieser Phase mit der Option, diese zu verschenken und dafür Dank zu erfahren, führt nach meiner Erfahrung zu einem gesteigerten Selbstwertgefühl.

4.3.5. Transfer von konkreter Ebene auf Bildebene

Die Kinder setzen sich wieder auf ihre Stühle im Stuhlhalbkreis und ich werde die Tafel aufklappen. In der Tafelmitte hängen Bilder in ungeordneter Art und Weise. Die Kinder sollen diese Bilder in die richtige Reihenfolge bringen. In der richtigen Reihenfolge ergibt sich daraus die Anleitung für den Bau des Windrades.
Aus bisheriger Erfahrung kann ich sagen, dass das Ordnen von Bildern in eine bestimmte Reihenfolge den Kindern noch recht schwer fällt. Sie sind hierbei auf meine Unterstützung angewiesen.
Ich werde darauf achten, dass die Kinder in ganzen Sätzen sprechen und freundlich zueinander sind. Einzelne Kinder wie P und Ju werde ich ganz gezielt ansprechen, damit sie sich der Situation nicht entziehen.
Die Bauanleitung bleibt während der restlichen Zeit gut sichtbar hängen, so dass die Kinder bei Unklarheiten hierauf zurückgreifen können.

4.3.6. Herstellung des Windrades (Umsetzung)

Jedes Kind geht mit dem Partner / der Partnerin aus der Anfangsphase zu einem Tisch. Dort werden sie nun das bisher Gelernte konkret anwenden. Die Bauanleitung kann zu Rate gezogen werden. Falls ein Teil der feinmotorischen Elemente schwierig sein sollte, werde ich sie darauf hinweisen, dass sie ihren Tischpartner um Hilfe bitten können.
Um die unterschiedliche Bearbeitungszeit auffangen zu können, haben besonders schnelle Kinder die Möglichkeit, ihr fertiges Windrad mit Aufklebern zu verzieren. Mir ist hierbei wichtig, dass dieser „Puffer" in einem sinnvollen Zusammenhang zum Stundenthema steht.

4.3.7. Abschluss

Variante 1 (kurzer Abschluss):
Wenn zum Ende der Stunde nur noch wenig verbleibende Zeit übrig ist, werden die Kinder mit ihrem fertigen Windrad in den Stuhlkreis kommen. Sie sollen ihr Windrad den anderen Kindern zeigen und erzählen, ob ihnen ihr Produkt gefällt. Außerdem sollen sie berichten, wie sie die Herstellung empfunden haben (leicht oder schwer). Dabei werde ich sie dazu anhalten, in ganzen Sätzen zu sprechen.
Das Zeigen des Produktes bestärkt die Kinder in ihrem Selbstwertgefühl. Die Kinder können lernen, die Arbeit anderer Kinder wertzuschätzen.

Variante 2 (langer Abschluss):
Dies ist die von mir favorisierte Form des Abschlusses. Bei ausreichender Zeit zum Ende der Stunde werden die Kinder ihre Jacken anziehen und sich mit ihren fertigen Windrädern an der Klassenzimmertür aufstellen. Dann werden wir gemeinsam auf den Schulhof gehen und die Windräder „in Aktion" erleben. Hierbei können die Kin- der erfahren, wie sie ihr Windrad halten müssen, damit es sich gut dreht. Sie können die Windrichtung und Windstärke erfahren.
Diese Situation kann ich nicht genauer vorplanen, da sie abhängig ist vom Erleben der Kinder. Auf dieses Erleben werde ich situationsangemessen eingehen.
Zum endgültigen Abschluss der Stunde kehren wir wieder ins Klassenzimmer zurück und ich werde mich für die nächsten zwei Stunden von den Kindern verabschieden.

5. Literatur

Brockhaus-Enzyklopädie, Bd. 13 Lah - Maf. 19. Auflage 1990
Brockhaus-Enzyklopädie, Bd. 24 Wek - Zz. 19. Auflage 1994
Ministerium für Kultus und Sport Baden-Württemberg (Hrsg.). Bildungsplan für die Schule für Lernbehinderte. Band 1. (1990). Neckar-Verlag.

6. Unterrichtsskizze

Sozialform / Phase Lehrer-
verhalten
Handlungs-
möglichkeiten der Schüler
Didaktischer Kommentar Sonderpädagogische Fördermaßnahmen / Individuelle Hilfen Medien / Arbeits-
material
Stuhlhalbkreis vor der Tafel,

Unterrichts-
gespräch

Einstieg
Fordert Schüler auf, in den Stuhlhalbkreis zu kommen. Fordert Schüler auf, das Bild an der Tafel zu beschreiben und von eigenen Erlebnissen zu erzählen. Reicht jedem Kind den Tastbeutel.

Fordert Schüler auf, ihre Vermutungen in ganzen Sätze zu formulieren.

Zeigt allen Kindern das Windrad.

Evtl. stummer Impuls mit Korken, um aufs Stundenziel hinzuführen.
Kommen in den Stuhlhalbkreis.

Beschreiben das Bild.

Erzählen von ihren Erfahrungen / Erlebnissen.

Hören einander zu.

Tasten.

Äußern ihre Vermutungen.

Äußern spontan Vermutungen zum heutigen Stundenziel.
Hinführung zum Thema.

Bezug zur Lebenswirklichkeit der Kinder ist gegeben.

Regt zu sprachlichen Äußerungen an.
Förderung der visuellen Wahrnehmung, taktile Wahrnehmung, Ausdauer / Konzentration, Artikulation, Kommunikation, Motivation, Selbstwertgefühl

Besondere Beachtung der Gesprächsregeln bei P und Ja.
Tafel,
Bild,
Magnete

Beutel,
Windrad

evtl. Korken
Feinziele:
· Die Schüler sollen das Bild differenziert beschreiben.
· Sie sollen von eigenen Erlebnissen in sprachlich angemessener Form erzählen und anderen Kindern
zuhören.
· Sie sollen sich auf das Tasten einlassen und ihre Vermutungen zu dem Objekt äußern.
· Sie sollen das Stundenziel erfassen.
Partnerarbeit

Entdeckung des
benötigten Materials
Erklärt den Arbeitsauftrag.

Steht beratend, unterstützend und ermutigend zur Seite.
Hören zu. Verstehen den Arbeitsauftrag. Wiederholen den Arbeitsauftrag.

Führen den Arbeitsauftrag aus.
Erfassen und umsetzen des Arbeitsauftrages. Förderung des Gedächtnisses, der Kognition, Planungsfähigkeit, Ausdauer / Konzentration, Kommunikation, auditive Wahrnehmung, visuelle Wahrnehmung, Motorik, Selbstwertgefühl, Umgangsformen

Wiederholung des Arbeitsauftrages insbesondere für P, Ja, Je und Ju (Aufmerksamkeit).
Windräder,
Materialtisch
(vgl. 4.2.4),
Transport-
schachteln
Feinziele:
· Die Schüler sollen den Arbeitsauftrag verstehen und durchführen.
· Sie sollen mit einem Partner / einer Partnerin zusammenarbeiten.
Unterrichts-
gespräch

Kontrolle
Fordert Schüler auf, die mitgebrachten Materialien zu zeigen.

Fordert Schüler zur gegenseitigen Kontrolle auf. Zerlegt ein Windrad in seine Bestandteile und fordert Schüler zum Vergleich auf.

Fordert Schüler auf, sich ggf. zu korrigieren bzw. Schüler dürfen noch austauschen (wenn z.B. Perlenfarben nicht mehr gefallen).

Fordert Schüler auf, die Materialien zu ihrem Platz zu bringen.
Zeigen die Materialien.

Kontrollieren sich gegenseitig und vergleichen. Schauen genau zu und vergleichen.

Korrigieren sich ggf. bzw. tauschen Materialien aus.

Kommen der Aufforderung nach.
Vergleich der ausgesuchten Materialien mit den benötigten Materialien. Dabei gleichzeitig Beobachtung des Vorgangs der Zerlegung des Windrades. Förderung der visuellen Wahrnehmung, Artikulation, Kommunikation, Feinmotorik, Ausdauer / Konzentration, Umgangsformen, Kognition, Motivation

Besondere Beachtung von P und Ja.
Windrad,
Einzelteile (Holzstab,
Folie,
Korken,
Eisenstab,
Perlen, Unterlegscheiben),
Transport-
schachteln
Feinziele:
· Sie sollen die ausgesuchten Materialien zeigen.
· Sie sollen ihre Mitschüler und sich selbst kontrollieren.
· Sie sollen vergleichen.
Gruppenarbeit,

Unterrichts-
gespräch

Problemstellung
Fordert Schüler auf, zu den Tischen im hinteren Teil des Klassenzimmers zu kommen.

Fordert Schüler auf, in 2 Gruppen je ein Windrad zusammenzubauen.

Steht beratend, unterstützend und ermutigend zur Seite.
Kommen der Aufforderung nach.

Stellen Vermutungen an, probieren aus, bauen das Windrad zusammen.
Es wird Raum zur selbsttätigen Auseinandersetzung gegeben, eigene Lösungswege können ausprobiert werden. Förderung der visuellen Wahrnehmung, Kognition, Planungsfähigkeit, Kommunikation, Feinmotorik, Umgangsformen, Selbstwertgefühl, Ausdauer / Konzentration, motorische Koordination

Besondere Beachtung von P, Ja und Ju.
2 Windräder in Einzelteile zerlegt

1 großes Windrad als Anschauungs-
objekt
Feinziele:
· Die Schüler sollen in den Gruppen zusammenarbeiten.
· Sie sollen eigene Lösungswege ausprobieren.
· Sie sollen durch ein Erfolgserlebnis in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt werden.
Stuhlhalbkreis vor der Tafel,

Unterrichts-
gespräch

Transfer von konkreter Ebene auf Bildebene
Fordert Schüler auf, die Bilder zu betrachten und in die richtige Reihenfolge zu bringen.

Steht beratend, unterstützend und ermutigend zur Seite.

Organisiert Arbeitsformwechsel.
Betrachten die Bilder.

Bringen die Bilder in die richtige Reihenfolge und hängen sie in Leserichtung an der Tafel auf.

Gehen mit ihrem Partner / ihrer Partnerin zum Tisch.
Es wird ein Transfer von der konkret-handelnden Ebene auf die symbolische (Bild-) Ebene vollzogen. Förderung der visuellen Wahrnehmung, Kognition, Abstraktion, Ausdauer / Konzentration, Kommunikation, motorische Koordination, Planungsfähigkeit, Umgangsformen

Besondere Beachtung von P, Ju, Je und Ja
Tafel,
Bilder,
Magnete

evtl. Windrad als Vermittlungshilfe
Feinziele:
· Die Schüler sollen die Bilder betrachten.
· Sie sollen die Bilder in eine sachlogische Reihenfolge bringen.
Einzelarbeit

Herstellung des Windrades (Umsetzung)
Steht beratend, unterstützend, ermutigend und ggf. helfend zur Seite.

Bietet als „Zeitpuffer“ einzelnen Kinder Aufkleber zur Verzierung ihres Windrades an.

Fordert Schüler auf, nach Fertigstellung des Windrades zurück in den Stuhlkreis zu kommen.
Fertigen ihr Windrad an.

Kehren nach der Fertigstellung in den Stuhlkreis zurück.
Die Kinder setzen ihr erworbenes Wissen in Handlung um und erhalten dafür am Ende die Bestätigung durch ihr Produkt. Förderung der Feinmotorik, motorische Koordination, Ausdauer / Konzentration, Planungsfähigkeit, visuelle Wahrnehmung, taktile Wahrnehmung, Selbstwertgefühl, evtl. Kommunikation und Kreativität

Besondere Beachtung von U (Frustrationstoleranz) P und Ju.
Tafel,
Bilder

Scheren,
Holzstab,
Folie,
Korken,
Eisenstab,
Perlen, Unterlegscheiben

evtl. Aufkleber
Feinziele:
· Die Kinder sollen ihr Wissen umsetzen.
· Sie sollen weitgehend selbständig ein Windrad anfertigen.
Stuhlhalbkreis vor der Tafel,

Gespräch oder offene Situation auf dem Schulhof und anschließend Stuhlkreis und Gespräch

Abschluss
Variante 1:
Fordert Schüler auf, sich gegenseitig ihre Windräder zu zeigen und zu erzählen, ob die Anfertigung schwer oder leicht war.
Verabschiedet sich.

Variante 2:
Organisiert Raumwechsel. Geht auf Schüleräußerungen ein. Berät und unterstützt.
Organisiert Raumwechsel. Verabschiedet sich.
Variante 1:
Zeigen einander ihre Windräder und erzählen. Verabschieden sich.

Variante 2:
Probieren ihr Windrad aus. Äußern sich frei zu ihren Beobachtungen. Verabschieden sich.
Unterrichtsstunde wird sinnvoll und im Rahmen der vorhandenen Zeit abgeschlossen. Förderung der Motorik, Selbstwertgefühl, Umgangsformen, Ausdauer / Konzentration, visuelle und auditive Wahrnehmung, Kommunikation, Artikulation, Kognition

Auf dem Schulhof besondere Beachtung von P und Ja.
Fertige
Windräder
Feinziele:
· Die Schüler sollen ihre Ergebnisse präsentieren und anerkennen.
· Variante 2: Sie sollen Windrichtung und Windstärke erfahren.


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