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Gesellschaftliche Auswirkungen von Alkopops auf Jugendliche

Gesellschaftliche Auswirkungen von Alkopops auf Jugendliche
Hausarbeit
Datum: 22. September 2010 Autor: mar8263 Kommentare: 0

Zusätzliche Informationen:

Land: Österreich (Steiermark)
Schulform: Berufsschule

Geschrieben an einem Pädagogischen Institut.

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Beschreibung:

Ausführliche Hausarbeit zur Didaktischen Umsetzung der Thematik "Alkohol und Jugendliche". Mit Ideen zu einer Unterrichtseinheit/-stunde.


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Gesellschaftliche Auswirkungen von Alkopops auf Jugendliche


VORWORT

Didaktik – ein wichtiges Schlagwort für Lehrer sowie jedem im pädagogischen Bereich.
Wie wichtig ist Didaktik für uns? Wir Lehrer brauchen alle didaktisches Können und
Fingerspitzengefühl um unseren Unterricht spannend und auch interessant zu gestalten.
Verschiedene Arten den Unterricht zu gestalten helfen dem Lehrer, sich und seine Schüler
konzentriert und interessiert auf ein Thema zu fokussieren. Ohne den Einsatz didaktischer
Hilfsmittel würde der Unterricht wahrscheinlich sehr eintönig verlaufen, jedoch
übertriebener Einsatz kann zu Konfusion oder Abstumpfung der Schüler führen. Wenn
wir Lehrer jedoch verstehen, wie wir den Einsatz didaktischer Hilfsmittel sinnvoll und
interessant gestalten können, können wir auch sehr viel Produktives aus den Schülern
herausholen. Durch Abwechslung im Unterricht und verschiedene Methoden die Schüler
selbständig arbeiten zu lassen, ist es durchaus möglich, das Eigeninteresse und den
Wissensdurst der Schüler zu wecken, sie beginnen eigenständig Themen zu erarbeiten
und der Lernerfolg ist oftmals ein wesentlich besserer, als wenn ein Thema vorgegeben
wird. Die Variante einer Gruppenarbeit zum Beispiel kann in diesem Fall eine Eigendynamik
erzeugen, Schüler beginnen sich für ein Thema zu begeistern, das sie noch kurz
zuvor nicht interessiert hat oder das sie noch gar nicht kannten und lernen durch Diskussion
und selbständige Erarbeitung des Themas oft wesentlich mehr, als durch einen
Lehrervortrag.
In der nun folgenden Arbeit zum Thema „Alkopops“ möchte ich zwei verschiedene
didaktische Ansätze zum gleichen Thema darstellen. Gruppenarbeit gegenüber lehrerzentriertem
Unterricht - welche Unterschiede ergeben sich aus der Sicht des Schülers
sowie des Lehrers und wie sehen die Endergebnisse beider Unterrichtsvarianten für den
Schüler aus? Das heißt, wie hoch ist der Lernerfolg, oder gibt es überhaupt einen Unterschied?
Ist es überhaupt sinnvoll, verschiedene Unterrichtsmethoden einzusetzen oder
können wir auf solchen „Hokuspokus“ verzichten?

1. EINLEITUNG

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Leben auf unserem Planeten grundsätzlich
verändert. Die Erfindungen, die in den letzten 100 Jahren stattgefunden haben sind nicht
mehr wegzudenken und in vielen Lebenslagen erleichtern sie unser Leben ungemein.
Die Industrie hat sich immer wieder Gedanken gemacht, wie man das Leben „lebenswerter“
machen kann oder auch leichter! Im Zuge dieser Erfindungen und Erneuerungen
hat sich natürlich auch die Genussmittelindustrie verändert. Kaffee besteht aus Instantpulver
und wird mit heißem Wasser aufgegossen, Milch in Pulverform ist etwas
Alltägliches, Reisgerichte in Plastikverpackungen werden in der Werbung seniorengerecht
aufbereitet und alle Arten von Speisen sind fertig zubereitet im Regal zu finden.
Nun ist es natürlich nicht mehr genug, gewöhnliches Bier oder Wein in Flaschen zu
füllen, in den Handel zu bringen und vom Kunden kaufen zu lassen. Auch in diesem
Bereich muss der Experte innovativ sein. Die Ansprüche der Kunden steigen und der
Erfindungsreichtum der Wissenschaft scheint kein Ende zu haben. Auch Alkohol muss
natürlich in einer imagefördernden Art und Weise erzeugt und verpackt werden.
Was will der Erzeuger eines Produktes erreichen? Die Wirtschaft lehrt uns, ein Produkt
ist nur dann erfolgreich, wenn mit einem möglichst geringen Produktionsaufwand und
Wareneinsatz ein möglichst hoher Verkaufspreis und Gewinn erzielt werden kann. Ein
weiterer nicht zu unterschätzender Faktor für ein ertragreiches Produkt sind hohe Verkaufszahlen.
Um diese zu erreichen, ist den Produzenten sowie den Händlern oft jedes
Mittel recht. Eines der trendigsten und modernsten Getränke unserer Zeit ist wahrscheinlich
Red Bull. Den kommerziellen Erfolg verdankt das im Vergleich zu anderen
Soft Drinks oder Wellness Drinks, relativ teure Getränk neben der belebenden Wirkung
vor allem der Werbung (Red Bull verleiht Flügel) und den begleitenden Marketingmaßnahmen
wie dem Sponsoring im Bereich des Extremsports oder der Formel 1. Durch
dieses meiner Meinung nach sehr gezielte und auf Jugendinteressen abgestimmte Sponsoring
wurde die Marke sowie das Getränk zu einem Symbol für Kraft, Geschwindigkeit
und Schnelligkeit – alles Dinge die sich jeder wünscht sein eigen zu nennen.
Speziell Schüler und Jugendliche sind für Werte wie Image, Trend und Mode ein sehr
empfängliches Klientel. Es steht ihnen immer mehr Geld zur Verfügung, sie können
immer jünger fortgehen und kommen aus diesem Grund immer früher mit allen Arten
von trendigen Speisen, Getränken sowie natürlich auch Suchtmitteln in Kontakt. Viele
dieser angebotenen Dinge sind, um in einer Clique dazuzugehören, ungemein wichtig.
Suchtmittel in den verschiedensten Arten waren in allen Zeiten ein wichtiger Faktor um
die Zugehörigkeit zu zeigen. Alkohol hat in diesem Zusammenhang auch früher schon
eine wichtige Rolle gespielt. In Studentischen Burschenschaften war es von größter
Wichtigkeit viel Bier zu vertragen, ansonsten konnte man nicht lange bestehen!
Die besondere Gefahr bei Alkopops ist der Alkohol in Verbindung mit anderen süßen
Geschmacksstoffen oder Limonaden! Für viele Jugendliche (gerade auch Minderjährige)
sind Alkopops bereits weltweit zu einer Einstiegsdroge geworden. Bei meiner noch
später genauer erwähnten Gruppenarbeit im Rahmen des Unterrichts war eine der Kernaussagen
der Schüler, Alkopops und alle seine Abwandlungen seien der mögliche gefährliche
Beginn einer langen „Alkoholkarriere“! Somit ist auch klar zu erkennen, dass
auch Schüler sehr wohl das Problem von Alkohol erkennen. Mehr dazu möchte ich im
Fortlauf meiner Arbeit noch erwähnen.

2. HAUPTTEIL

2.1. Allgemeines zum Thema Alkopops

2.1.1. Was sind Alkopops?

Alkopops sind fertige Alkoholmischgetränke, die auf der Basis von Limonaden und
hochprozentigem Alkohol hergestellt werden. Dazu gehören z.B. Limonade und Wodka,
Limette und Rum oder Cola und Rum. Außerdem auch Bier und Limonade bzw.
Bier, Limonade und Schnaps. Sie werden größtenteils abgefüllt in handlichen Flaschen
oder Dosen im jugendlichen Design zum Verkauf angeboten. Die Getränke enthalten
oftmals etwa 4 cl Schnaps. Der Gehalt an Spirituosen beträgt durchschnittlich 13-15 %,
so dass das fertige Getränk etwa 5,5 % vol enthält. Das entspricht in etwa dem eines
starken Bieres. Die Variationsbreite ist jedoch sehr groß und reicht von ca. 2 % vol bis
7 % vol., wovon man sich in jedem Lebensmittelgeschäft selbst überzeugen kann.
Das Gefährliche an den Alkopops ist meiner Meinung nach, dass man den Alkohol
nicht schmeckt, denn der wird durch die Zugabe von zahlreichen weiteren Stoffen und
sehr viel Zucker verdeckt. Außerdem enthalten Alkopops häufig Konservierungsstoffe,
Farbstoffe und Aromen. Teilweise sind sie auch versetzt mit Koffein, Taurin, und ähnlichen
Stoffen, wie sie in Energy Drinks zu finden sind und als „Wachmacher“ oder
„Leistungsförderer“ bekannt sind. Der durch Süßstoffe und Aromen geprägte Geschmack
maskiert den bitteren Geschmack von Alkohol, so dass auch Kinder diese
Mischgetränke „wie Limonade“ trinken können.
Deshalb trinken Jugendliche oft zu viel davon und spüren erst verspätet die Wirkung
des Alkohols. Sechs bis acht Flaschen solcher Drinks sind für viele keine Seltenheit.
Das würde in etwa 12 bis 14 Schnäpsen entsprechen, was Jugendlichen oft zum Verhängnis
wird. Denn viele von ihnen konsumieren Alkopops, als seien dies Durstlöscher
und verkennen dabei gänzlich die von diesen Getränken ausgehende Gefahr im Bezug
auf Alkohol. ⇒ Erster Schritt zur Sucht.
Ein Grund dafür sind sicherlich auch die vielfältigen Vermarktungsarten der Alkopops,
die mittlerweile bereits im Umlauf sind.

Dazu gehören Alkopops in:
a) Flaschen- oder Dosenform: Ist die bekannteste und weit verbreitetste Art der
Verpackung. Die meisten dieser Flaschen haben Kronenkorken, welche sich ohne Öffner,
sondern nur durch Drehen des Verschlusses öffnen lassen, was besonders „praktisch“
ist.

Beispiele dafür sind:
• Bacardi Breezer
• Bacardi Rigo
• Smirnoff Ice
• Hooper´s Hooch
b) Tubenform: Das Besondere dabei ist einerseits das Aussehen (wie Zahnpastatuben),
die verschiedenen Geschmacksrichtungen (wie Wodka Orange oder mit Johannisbeersaft....)
und vor allem aber auch die Handlichkeit (kann nach Gebrauch verschlossen
und in die Hosentasche gesteckt werden, was auch als Werbemittel benutzt wird).

Als besonderes Verkaufsargument wird angeführt, dass sich diese Art der Verpackung
nicht oder fast nicht manipulieren lässt, d.h. es kann nichts beigemischt und damit zu
keinem gefährlichen Drogencocktail gemacht werden.
c) Pulverform: Besondere Aufregung gab es vor kurzem, als bekannt wurde, dass
man Alkopops jetzt auch in Pulverform kaufen kann. Angeblich verkauft eine deutsche
Firma über das Internet Alkopops in Form von Brausepulver. Jedermann, somit auch
Minderjährige, können mittels Leitungswasser somit ein hochprozentiges Getränk zubereiten.
Meiner Meinung nach ist dies mit sehr großen Gefahren verbunden, denn je nach
dem wie ich das Mischungsverhältnis beeinflusse, verändert sich auch der Gehalt an
Alkohol.

2.1.2. Welche Zielgruppe sprechen Alkopops an?

Die poppige Aufmachung und der süße Geschmack der Mischgetränke sprechen vor
allem (wie bereits erwähnt) Kinder und Jugendliche an. Auch das oft intensive (beerenartige,
exotische bzw. limettenartige, um nicht zu sagen stark chemische) Aroma sowie
die teilweise auffallende Färbung dieser Getränke sind besonders für das junge Publikum
sehr attraktiv. Schließlich haben diese Mischgetränke noch einen weiteren „Vorteil“:
Sie sind pfandfrei und damit im Lebensmittelhandel und an Tankstellen sehr günstig
zu erwerben.

2.1.3. Warum konsumieren gerade Jugendliche Alkopops?

Eine Studie der Gesellschaft für Innovative Marktforschung (GIM) hob drei wesentliche
Charakteristika der neuen Getränke hervor, die insbesondere bei jungem Publikum gut
ankommen:
• Die Neudefinition der Flasche: In der Öffentlichkeit präsentiert, wird der Flascheneigner
zum Insider. Die Flasche ist gleichzeitig „haptischer Schmeichler“
und Werkzeug zum Ausdruck von Gestik. Zudem hat sie den Vorteil, voll „tanzflächentauglich“
zu sein.
• Erfrischung statt Rausch: Das Getränk wird nicht nur wegen des Alkohols getrunken,
sondern auch um den Durst zu löschen. Bei hohen Außentemperaturen
(z.B. auch Disko/Party) steigt der Alkohol schneller zu Kopf als unter üblichen
Bedingungen. Dies kann fatale Folgen für den Betreffenden haben.
• Mittel der Identifikation: Jede Clique hat ihr Erkennungsmerkmal. So dienen
neuerdings Alkopops zur Charakterisierung einer Subkultur. Und gerade den Jugendlichen
ist das Image außerordentlich wichtig.1

2.1.4. Einfluss der Werbemedien auf den Konsum von Alkopops

Die Wirkung von Alkoholwerbung auf Jugendliche ist recht unterschiedlich. Einerseits
verbinden viele der befragten Jugendlichen Alkohol mit Hass, Aggression, Gewalt und
Problemen, andererseits auch mit Ausgelassenheit, Spaß, Freiheit, Mut, Erotik, Sex und
Abenteuer. Teilweise können jedoch vor allem die jüngeren Jugendlichen die Botschaften
von Alkoholwerbung nur unzureichend bzw. falsch interpretieren.
Trotzdem sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass gerade Jugendliche, die sich ja
entwicklungspsychologisch in einem Identifikationsprozess befinden, „dazugehören“
wollen und dazu bestimmte Verhaltensweisen übernehmen. Das kann im Bedarfsfall
auch vorgeführter Alkoholkonsum sein.
Alkoholwerbung spricht besonders Kinder und Jugendliche an. Sie mögen sowohl Inhalte
der Werbespots wie Freundschaft, soziale Akzeptanz, Feiern und Spaß haben, als
auch die Präsentationsart der Produkte.
Es ist nicht zu erwarten, dass in naher Zukunft Einschränkungen bei Alkoholwerbung
gesetzlich festgelegt werden.2

2.2. Didaktische Aufbereitung

2.2.1. Umsetzung des Themas im Unterricht

Mein Ziel war, mittels zweier unterschiedlicher Methoden das Thema Alkopops für die
Schüler im Unterricht aufzubereiten und zu bearbeiten. Für diesen Versuch wählte ich
zum einen die Methode des Frontalunterrichts und zum anderen eine Gruppenarbeit. Für
mich persönlich war einerseits besonders interessant, welche Ergebnisse die jeweils
anschließende Diskussion bringen würde. Andererseits war mir auch wichtig zu erfahren,
welchen Einfluss die Unterrichtsmethode auf den Schüler hatte, d.h. vermittelt der
Frontalunterricht oder die Gruppenarbeit ein besseres Wissen. Ein weiterer wichtiger
Ansatzpunkt war für mich auch die Frage, bei welcher dieser beiden Methoden die
Freude am Unterricht und das Aufnahmevermögen des einzelnen Schülers größer ist?
Das folgende Bild ist nur ein Beispiel dafür, wie produktiv und kreativ sich die Schüler
mit dem Thema auseinander gesetzt haben.

2.2.2. Stundenvorbereitung zum Thema Alkopops - Gruppenarbeit

Tabelle nicht abgedruckt (in Originaldatei enthalten!)

2.2.3. Ablauf der Unterrichtseinheit

Zu Beginn der Stunde erklärte ich den Schülern das heutige Thema und meine Vorstellungen
betreffend des Unterrichtsablaufes. Um eine sinnvolle Gruppenarbeit trotz wenig
Vorwissen der Schüler gestalten zu können, klebte ich an alle vier Wände des Klassenzimmers
Informationsmaterial und Zeitungsberichte, sodass sich die Schüler informieren
konnten.

Als erstes fand eine zufällige Gruppeneinteilung durch das Ziehen von Nummern statt.
So entstanden zwei Gruppen zu je 6 Personen. Zusätzlich meldete sich eine Schülerin
freiwillig als Protokollführerin. Danach gab ich einen groben Umriss über die Ziele der
Gruppenarbeit, die wie folgt lauteten:
• Was sind Alkopops
• Mögliche Folgen von Alkopops
• Gesundheitliche und gesellschaftliche Folgen von Alkopops
• Vor- und Nachteile von Alkopops
• Eigene Meinung der Schüler
Der Zeitrahmen für diese Arbeit war 40 Minuten. In dieser Zeit sollten sich die Schüler
mit Hilfe der Informationsmaterialien an den Wänden alles Wissenswerte sowie wichtige
Fakten über das Thema erarbeiten.
Bestückt mit diesen Informationen und ihren eigenen Meinungen gestalteten die Schüler
ein Plakat, welches sie am Ende der Stunde präsentierten. Nach der Präsentation beider
Gruppen war die Diskussion geplant.
Arbeitsphase:
Nun möchte ich kurz die Phase der Gruppenarbeit beschreiben. In diesen 40 Minuten
entstand eine besondere Eigendynamik, die mich als Lehrer sehr erfreute. Ausnahmslos
alle Schüler haben ihren Beitrag in die Arbeit eingebracht. Jede Arbeitsgruppe unterteilte
sich wiederum in kleine Zweiergruppen. Diese erarbeiteten die Infozettel – einer las
das (von mir zur Verfügung gestellte) Informationsmaterial durch und der andere
schrieb die wichtigsten Informationen gleichzeitig mit. Danach wurden die auf diese Art
gesammelten Informationen in die Gruppe eingebracht, diskutiert und zu einem Plakat
zusammengesetzt.
An diesem Punkt kommt ein wichtiger didaktischer Grundsatz zum tragen, der Grundsatz
der Aktualität: Der Lehrer sollte sich bei der Auswahl des Lehrstoffes am jeweiligen
Stand der Wissenschaft bzw. am Tagesgeschehen orientieren.

Beim Thema Alkopops ist nicht nur die Aktualität des Themas sichergestellt, sondern
gibt es hierzu auch etwas wissenswertes im Schulbuch zu finden. Es ist zwar nur ein
kurzer Eintrag, man kann damit aber sehr gut auf das Thema überleiten. Aus diesem
Grunde möchte ich nun auch diesen Auszug aus dem Getränkekundebuch an Berufsschulen
zitieren:
Trends: Aus den USA kommend, haben alkoholische Erfrischungsgetränke den Markt in
kürzester Zeit erobert. sie kommen vor allem bei den jüngeren Konsumenten sehr gut
an. es handelst sich dabei um Fertigprodukte, die durch originelle Namen und Gebinde
(zB. Reagenzglas von cyBer) die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Viele dieser Trenddrinks
werden direkt aus der Flasche getrunken.3
Bei dieser Art von Gruppenarbeit werden ebenso noch andere didaktische Grundsätze
umgesetzt:
• Grundsatz der Sozialformen
• Grundsatz der Kommunikationsförderung
• Grundsatz der Verschränkung von Theorie und Praxis
Beide Gruppen gestalteten ihre Arbeit an den Plakaten unterschiedlich.
Gruppe A teilte sich die Aufgaben und gestaltete jeweils zwei Plakate zu den verschiedenen
Themen.
Gruppe B erarbeitete zusammen zwei Plakate.
Wie schon erwähnt, war das Interesse an diesem Thema sehr hoch. Es gab keinen Schüler,
sie waren alle zwischen 16 und 19 Jahren alt, der nicht eigene Erfahrungen einbringen
konnte. Daran konnte ich gut sehen, wie aktuell dieses Thema ist und wie sehr sich
Jugendliche damit beschäftigen. Viele meiner Schüler waren sehr überrascht, wie viel
Alkopops - laut Studien - pro Jahr in Österreich verkauft werden.
Präsentationsphase:
Die nächste Phase dieser Unterrichtseinheit war die Präsentation der gestalteten Plakate
und eine kurze Ausführung des erlangten Wissens in Begleitung der eigenen Meinung.

Die Plakate wurden sehr unterschiedlich und farbenfroh gestaltet. Bei beiden Gruppen
konnte ich ähnliche Entwicklungsphasen feststellen, die begleitenden Diskussionen waren
sehr fachlich und voller Emotionen. Alkohol ist für die Jugendlichen, so hatte es für
mich den Anschein, ein sehr wichtiges und streitbares Thema. Viele verschiedene Meinungen
prallten aufeinander, der Grundtenor war jedoch ziemlich deutlich jener, dass
Alkohol eine nicht zu unterschätzende Droge sei. Alle Anwesenden haben sich während
der Ausarbeitung sehr viele Gedanken über das Thema gemacht und unterschiedliche
Standpunkte in der Gruppe besprochen.
Nun folgend möchte ich einige Photos der erarbeiteten Flipcharts zeigen. Man kann, so
glaube ich, gut erkennen, wie ernst den Schülern dieses Thema ist.

Schon während der Präsentationen beider Gruppen kam es natürlich zu kleineren Diskussionen
und interessanten Gesprächen. Die Schüler verhielten sich jedoch äußerst
angenehm und ruhig und warteten größtenteils die Präsentationen ab.
Diskussionsphase:
An dieser Stelle möchte ich einige Statements der Schüler aus dem Protokoll zitieren:

Gruppe A

J „Ich glaube kaum, dass Warnschilder auf den Flaschen etwas bringen
würden, bei Zigaretten bringen sie ja auch nichts“

R „Wo liegt eurer Meinung nach der Unterschied zwischen fertigen Mixgetränken
und purem Alkohol“

Alle: „Als Kind mag man auch nichts Bitteres, eher etwas Süßes trinken. Das
ist auch heute so! Beim Weggehen trinkt man auch lieber etwas Süßes als
z.B. puren Whisky“

A „Das Aussehen einer Flasche ist wichtig, wenn etwas schön aussieht,
nimmt man es lieber in die Hand“

Alle: „Es soll alles besser und gründlicher kontrolliert werden!“

K „Etwas Alkohol müssen sie uns lassen, sonst suchen wir uns wieder etwas
anderes!“

Gruppe B

K „Ich glaube nicht, dass das Einführen von Steuern irgendeinen Unterschied
bringt, wenn die Jugendlichen trinken wollen, dann zahlen sie
auch mehr dafür, wenn es sein muss.“

R „Gibt es Kontroll- oder Wachorgane, die das Alter der Gäste kontrollieren,
ich habe das in Österreich noch nie erlebt“

K „Ich bin noch nie kontrolliert worden, ich kenne aber einige Bekannte,
denen es sehr wohl schon passiert ist.“

A „Es gibt jetzt immer mehr Kontrollen“

R „Wie schaut es mit dem Nachhausegehen aus? Verlasst ihr die Lokalitäten
zur entsprechenden Zeit?“

K „Eher nein, wenn es gerade lustig ist, geht man bestimmt nicht, auch
wenn es laut Gesetz bereits Zeit dazu wäre!“

2.2.4. Stundenvorbereitung zum Thema Alkopops – Frontalunterricht

Tabelle nicht abgedruckt (in Originaldatei enthalten!)

2.2.5. Ablauf der Unterrichtseinheit

Der Ablauf der ersten Minuten des lehrerzentrierten Unterrichts war sehr ähnlich, wie
der zuvor beschriebene Ablauf der Gruppenarbeit. Nach der Begrüßung und Themenbekanntgabe
gab ich einen kurzen Überblick über den Ablauf des Unterrichts und die genaueren
Inhalte. Mein Ziel für diese Stunde war, den Schülern theoretisches Wissen
über das Thema Alkopops zu geben und danach eine Diskussion darüber zu führen, wobei
die ganz persönlichen Meinungen der Jugendlichen für mich besonders im Vordergrund
stand.

Ich wählte dieses Thema, weil es sehr aktuell und für die jungen Menschen unmittelbar
greifbar ist. Am Anfang fragte ich, ob irgendjemand genauere Vorstellungen von „Alkopops“
hätte und auch wüsste, was genau das sei. Anhand der ersten Wortmeldungen
konnte ich ersehen, dass das Thema für die Anwesenden kein Unbekanntes war. Sie
wussten sehr wohl, worum es sich handelt, jedoch nicht die genauere Zusammensetzung
der Getränke oder die vielen Arten von Alkopops, die mittlerweile schon auf dem Markt
sind.
Als Unterrichtsmittel für diese Stunde hatte ich zuvor verschiedene Beispielprodukte
rund um das Thema vorbereitet. Für mich war das von großer Bedeutung, um so schnell
wie möglich einen Realitätsbezug herstellen zu können. Die Schüler sahen die Flaschen
und wussten sofort, wovon die Rede war. Ich zeigte aber auch ausgefallenere Produkte,
wie Alkopops in Tuben oder auch verschiedene Sprays (Wodka Lemon in einer Spraydose
mit 5,5%Vol. Alk.). Diese waren wenig bis gar nicht bekannt.
Unterrichtsablauf:
Als ersten Punkt erklärte ich den Schülern was Alkopops sind und aus welchen Inhaltsstoffen
sie grundsätzlich bestehen. Ebenso die vielen verschiedenen Mixgetränke, die
oftmals gar nicht mit Alkohol oder Spirituosen in Verbindung gebracht werden, hatte
ich erwähnt und kurz erklärt. In diesen Zusammenhang wurden von mir auch die Verpackungsvarianten
der Getränke genauer beleuchtet. Ich nannte die verschiedenen Formen
wie Tuben, Brausetabletten und Flaschen.
Als nächsten Schritt erklärte ich mögliche gesundheitliche sowie gesellschaftliche Probleme,
die durch den Konsum von Alkohol entstehen können. Anhand von Beispielen
versuchte ich die Problematik, soweit sie bekannt ist, den Schülern so anschaulich wie
möglich zu erklären. Während dieser Phase kamen auch einige Wortmeldungen und
Zwischenrufe aus der Klasse. Diese wurden sofort besprochen, ich wies aber auch auf
die noch folgende Diskussion zum Thema hin, um den Unterrichtsfluss nicht komplett
abreißen zu lassen.
Ebenfalls nicht unerwähnt ließ ich mögliche gesetzliche Gegenmaßnahmen, die Bundesländerweise
bzw. in anderen Ländern der EU gesetzt werden, um den Genuss von Alkopops
etwas einzudämmen.

Während des Unterrichts waren die Schüler dazu angehalten, sich über das Gesagte Notizen
zu machen, wichtige bzw. genauere Details diktierte ich und andere wurden zusammenfassend
niedergeschrieben.
Am Ende des Lehrervortrages vergewisserte ich mich noch, ob es zu diesem theoretischen
Wissen noch Fragen gäbe.
Diskussion:
Die Diskussionsphase nach diesem Unterricht fing etwas langsam und verhalten an. Die
Schüler, so schien es, waren über das Thema aufgeklärt. Die kurzen Zwischenfragen
während der Stunde schienen ausreichend gewesen zu sein. Nur langsam kam Interesse
am Gespräch auf. An dieser Stelle möchte ich ebenfalls einige Statement der Schüler
zitieren:
R „Sind die Gesetze in Bezug auf Alkohol für euch in Ordnung?“
Alle: „Ja“
R „Wieso werden sie dann nicht oder nur sehr selten befolgt?“
W „Gesetze sind da um sie zu brechen“
C : „Alkopops sind sowohl für ältere als auch für junge Leute verwirrend,
man konsumiert sie und weiß aber nicht, was drinnen ist“
P : „Man hat Pflichten! Entweder fahre ich mit dem Auto und trinke nichts,
oder ich lasse das Auto stehen und kann etwas trinken.“
W „Alkopops sind eine Verlockung für ganz Junge, außerdem wissen die
Eltern oft gar nicht Bescheid, was da drin ist. Die kaufen es den Kindern
sogar noch und geben es ihnen gegen den Durst“
Die Diskussion war nicht so heftig und ausgedehnt wie nach der Gruppenarbeit. Ein
möglicher Grund für diese eher abgeflachte Diskussion könnte sein, dass die Schüler bei
dieser Form des Unterrichts ausschließlich passiv teilnehmen und dadurch wesentlich
weniger Dynamik im Unterricht entsteht und das Interesse abnimmt. Die Schüler wir
ken eher müde und mehr oder weniger teilnahmslos. Es dauerte daher lange, bis die
Schüler wieder aktiv wurden.
Durch dieses erst langsame in Gang kommen der Schüler ging zum einen wichtige Unterrichtszeit
verloren und zum anderen war dadurch der Lernerfolg ein geringerer.

3. ZUSAMMENFASSUNG

Die wichtigste Erkenntnis für mich war, dass der Schüler wesentlich mehr Wissen aufnimmt,
wenn er aktiv am Unterricht teilnehmen kann bzw. wenn er sich das Wissen
selbst erarbeiten muss, als wenn er nur in der Klasse „anwesend“ ist, zuhört und das zu
Erarbeitende vorgetragen bekommt. Ganz besonders gehen bei dieser Art von Unterricht
aber Fakten und Details verloren. Auch wenn der Schüler diese diktiert bekommt,
lernt er sie dabei nicht wirklich.
Im Gegensatz dazu beschäftigt er sich im Zuge einer Gruppenarbeit intensiver mit dem
Thema, es wird schon während des Unterrichts in der Gruppe gesprochen, viele Fakten
werden oft wiederholt und prägen sich somit wesentlich besser ein bzw. bleiben länger
hängen, als wenn man diese nur einmal hört und niederschreibt.
Wenn der Lehrer auch noch aktuelles Material miteinbezieht (Berichte aus Tageszeitungen
oder aktuellen Fachbüchern), wird der mögliche Lernerfolg wahrscheinlich noch
um einiges gesteigert. Der Schüler kann anhand von aktuellen Berichten oder ihm bekannten
Tatsachen viel mehr mit dem Stoffgebiet anfangen und dieses auch besser begreifen.
Bei der Gruppenarbeit wurde während des Arbeitens schon sehr rege diskutiert und viele
verschiedene Meinungen ausgetauscht. Im Gegensatz dazu war im Zuge des Frontalunterrichts
die Diskussion nicht so angeregt, ein möglicher Grund dafür könnte sein,
dass die Schüler das vom Lehrer Gesagte hinnahmen und dies nicht mehr in Frage stellen
bzw. diskutieren wollten.
Ein großer Vorteil des Frontalunterrichts war allerdings die Tatsache, dass die Schüler
durch die von mir diktierten Fakten und Zahlen im Anschluss an den Unterricht über
sehr gutes Lernmaterial verfügten. Sprich, die Aufzeichnungen waren konkret, übersichtlich
und zusammenhängend und für späteres Lernen bzw. Nachschauen sicherlich
besser geeignet, als die selbst gefertigten Notizen, die im Rahmen der Gruppenarbeit
von jedem Schüler gemacht wurden und daher individuell entschieden wurde, was aufgeschrieben
wird (und damit auch für später behalten wird) und was nicht.

Es ist daher für mich als Lehrer auch wesentlich einfacher, das auf diese Weise Erlernte
im Rahmen eines späteren Fachgruppengespräches abzufragen, da ich davon ausgehen
kann, dass jeder Schüler über dieselben Informationen verfügt, wovon ich im anderen
Fall nicht ausgehen kann.
Des weiteren besteht oftmals die Gefahr, dass sich Schüler im Rahmen der Gruppenarbeit
nur das merken, was sie als richtig und wichtig erachten und das andere völlig vergessen
bzw. sich nicht merken wollen, da es nicht ihrer Meinung entspricht und somit
uninteressant ist.
Abschließend möchte ich sagen, dass unter Berücksichtigung aller oben angeführten
Aspekte die Gruppenarbeit sicherlich für die meisten Schüler die besser geeignete und
interessantere ist, denn Jugendliche geben sich heute nicht mehr so leicht damit zufrieden,
Dinge vorgetragen zu bekommen und als gegeben hinzunehmen, als vielleicht noch
vor 20 Jahren. Heute ist es vor allem wichtig, verschiedene Meinungen anzuhören und
möglichst tolerant zu diskutieren und auf diese Weise ein weit gefächertes Wissen zu
erlangen.
Das Erlernen von genauen Daten steht dabei völlig im Hintergrund. Da aber auch diese
oftmals sehr wichtig sind, ist es meiner Meinung nach optimal, diese beiden Unterrichtsmethoden
so oft wie möglich und so gut wie möglich zu kombinieren. Z.B. könnte
ich mir im konkreten Beispiel vorstellen, die Gruppenarbeit wie gehabt durchzuführen,
als Abschluss der Unterrichtseinheit aber noch ca. 15 Minuten einzuplanen, in denen
von mir die wichtigsten Erkenntnisse noch einmal zusammengefasst und den Schülern
diktiert werden und diese dazu angehalten sind, diese Zusammenfassung genauso mitzuschreiben,
um sie für späteres Lernen oder Nachschauen zur Verfügung zu haben.
Grundsätzlich ist es vor allem aber wichtig, egal welche Unterrichtsform ich wähle, auf
die Schüler einzugehen und herauszufinden, auf welche Art und Weise, das heißt mit
welchen didaktischen Möglichkeiten, ich den Jugendlichen möglichst viel beibringen
kann und sie dabei motiviert und produktiv am Unterricht teilnehmen lassen kann.

4. LITERATURVERZEICHNIS

URL:www.vis-ernaehrung.bayern.de/de/left/fachinformationen/lebensmittel/gruppen/al
kopops/alkopops_grundlagen.htm 7.2.05
URL:www.vis-ernaehrung.bayern.de/de/left/fachinformationen/lebensmittel/gruppen/al
kopops/alkopops_einfluss_fernsehmedien.htm 7.2.05
Siegel-Lenger-Gutmayer-Stickler-Baldauf, Getränke- und Menükunde, 2002

5. ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Alkopops aus der Flasche
Abbildung 2: Alkopops aus der Tube
Abbildung 3: Flipchart 1 Abbildung 4: Flipchart 2
Abbildung 5: Flipchart 3 Abbildung 6: Flipchart 4 Abbildung 7: Flipchart 5

Fußnoten:

1 URL:www.vis-ernaehrung.bayern.de/de/left/fachinformationen/lebensmittel/gruppen/alkopops/alkopops
_grundlagen.htm 7.2.05
2 URL:www.vis-ernaehrung.bayern.de/de/left/fachinformationen/lebensmittel/gruppen/alkopops/alkopops
_einfluss_fernsehmedien.htm 7.2.05
3 Siegel-Lenger-Gutmayer-Stickler-Baldauf, Getränke- und Menükunde, 2002, S. 161.



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