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Lernen durch Erkunden - Ein Lernweg vorgestellt von Hermann Laux
Datum: 07. September 2010 Kommentare: 0
Zusätzliche Informationen:
Stadtralley ist für die 4. Klasse Grundschule konzipiert. Die Bilder mussten aus urheberrechtlichen Gründen entfernt werden.
Beschreibung:
Lernen durch Erkunden am Beispiel einer Stadtralley (Freiburg/Brsg). Lernen geschieht durch aktive Aneignung!

Lernen durch Erkunden - Ein Lernweg vorgestellt von Hermann Laux
Pädagogische Hochschule Freiburg
Geschichte – Gegenmodul 3
Sommersemester 2007
Seminar: „Didaktik des Sachunterrichts – Grundformen des Lehrens und Lernens“
Dozent:
Thema: Lernen durch Erkunden
Ein Lernweg vorgestellt von Hermann Laux
&
Inhaltsverzeichnis
Lernen in der Grundschule S. 3
Historisches Lernen in der Grundschule S. 3
Der Begriff Erkunden S. 4
Entwicklung des Begriffs aus historischer Perspektive S. 6
Aufbau eines Erkundungsspiels (nach Hermann Laux) S. 7
Unsere Kritikpunkte S. 8
Lotusdiagramm S. 9
Projekt Stadtrallye „Wir wollen unsere Stadt erkunden“ S. 10
Projekttag mit Exkursion S. 10
Weiterer Verlauf S. 11
Schlussbemerkung S. 11
Unterrichtsverlaufplan zum Projekttag S. 12
Bezug zum Bildungsplan S. 13
Literatur S. 13
Anhang S. 14
1. Lernen in der Grundschule
Die Frage wie das Lernen in der Grundschule auszusehen hat, also wie es allen Kindern ermöglicht werden kann sich zu bilden, ist keine neue, aber dennoch eine hochaktuelle Frage. Gerade die Art und Weise „wie gelernt wird“, bedeutet eine Grundsteinlegung für die weitere Entwicklung des Lernens. Es wird immer deutlicher, dass auf die veränderten gesellschaftlichen Anforderungen, bzw. Realitäten reagiert werden muss. Wichtig dabei ist das Anknüpfen an die Lebenswirklichkeit der Kinder ebenso wie das Lernen in sozialen Bezügen. Denn nicht nur die fachlichen, sondern auch die personalen, sozialen und methodischen Kompetenzen müssen in den Fokus pädagogischer Überlegungen gerückt werden. Dazu gehört die Entwicklung der Persönlichkeit - eine Selbstfindung, die Identitätsentwicklung, Selbstverantwortung und Selbstorganisation mit einschließt. Solches Lernen stärkt das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit und fördert somit umfassend die Begabungen der Kinder. Desweiteren soll eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden und dadurch ein aktives, politisches Mitgestalten und Mitbestimmen gefördert werden. Nicht zuletzt sollen grundlegende Kenntnisse erworben und systematisches Lernen ermöglicht werden.
1.1 HistorischesLerneninderGrundschule
Die Geschichtsdidaktik in der Grundschule wurde laut Kerstin Michalik lange Zeit vernachlässigt. Erst seit Mitte der 90er Jahre ist in diesem Schultyp historisches Lernen wieder ein Diskussionsgegenstand. Die Schwierigkeit bestand darin, den Stellenwert und die Ziele historischen Lernens im Sachunterricht zu benennen. Zum anderen hielten sich seit den 60er Jahren entwicklungspsychologische Vorbehalte, die dem Kind eine Unfähigkeit zu historischem Denken unterstellten. Dieser Mythos, wie Kerstin Michalik ihn nennt, konnte widerlegt werden, da keine ausreichenden theoretischen und empirischen Forschungen vorliegen (Michalik 2004, S. 14).
Nach Michalik kann heut als ein zentrales Ziel des historischen Lernens in der Grundschule die Förderung von Geschichtsbewusstsein genannt werden. Ebenso sind historisches Denken, Fremdverstehen und Empathiefähigkeit als Ziele anzustreben. Grundsätzlich geht es darum, ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein aufzubauen um historisch denken zu lernen (Michalik 2004, S. 17).
Wie können diese Ziele erreicht werden? Zentral für Marlies Hempel, die zu diesem Thema das Buch „Lernwege der Kinder“ herausgegeben hat, ist die Bildung von Fragen, die die Kinder an die Welt haben. Die Neugier der Kinder soll geweckt werden, damit eigene Fragen gestellt und selbst beantwortet werden können. Dafür benötigen die Kinder Wege um eine Beantwortung zu ermöglichen. Marlies Hempel hat eine Vielzahl von möglichen Lernstrategien verschiedener Autoren gesammelt, die einen individualisierten, fächerübergreifenden und handlungsorientierten Zugang ermöglichen.
Einer dieser Lernwege hat uns besonders interessiert: Das Lernen durch Erkunden, dargestellt von Hermann Laux (In: Hempel 2002, S. 132-145). Hier wird durch das Orientieren in außerschulischen Lernorten eine besonders freie Art des Lernens geboten.
In unserer Arbeit wollen wir zuerst auf den Begriff des Erkundens eingehen und ihn vom Entdecken abgrenzen. Es schließt sich eine historische Sicht auf den Begriff an. Es folgt eine Darstellung des Lernweges, wie Hermann Laux ihn präsentiert und unsere Kritikpunkte daran. Im zweiten Teil stellen wir die Konzeption und den Ablauf unseres „Erkundungsprojekts“ vor. Abschließend ziehen wir ein Resümee über Theorie und deren praktische Umsetzung und erläutern den Bezug zum Bildungsplan.
2. Der Begriff Erkunden
Wenn man im Alltag an das Erkunden denkt, fallen einem sicher die verschiedensten Handlungen ein, die man mit dem Begriff in Verbindung bringen kann. So beinhaltet das Erkunden viele verschiedene Aspekte wie z.B. das bewusste Wahrnehmen, sich Orientieren, Selbsttätig sein, Beobachten und Schauen, Begreifen, Suchen und Finden, Erfragen, Auskundschaften, Erforschen, sich Erkundigen, Entdecken, Vergleichen, sich Informieren und Erfahrungen sammeln oder auch etwas Unbekanntes, Verborgenes aufzufinden.
In einer Erkundung kommt neben dem eigentlichen Element Erkunden immer auch das Element des Entdeckens zum tragen. Wobei das Erkunden den Suchvorgang als solchen bezeichnet und das Entdecken eher dem Finden von Sachverhalten zuzuordnen ist.
Bei der Erkundung werden folgende Dimensionen genutzt:
Beobachten
Sich-Erkundigen (Kontaktaufnahme durch Befragen, Sprache, verschiedene Informationsquellen Finden und Nutzen...)
Tätig-Sein (Dokumentieren, Gestalten, Präsentieren, Zusammenfassen, etc)
Lernen geschieht durch Aktive Aneignung
Insgesamt betrachtet geht es jedoch darum, aktiv und eigentätig mit allen Sinnen etwas neu und genau kennen zu lernen, sich ein Bild von etwas zu machen und letztendlich die Umwelt mitzugestalten. Dabei werden vor allem das Sozialverhalten und die Selbständigkeit der Kinder gefördert.
Das Erkunden hat eine stark räumliche Komponente. Es können zwar auch Themenbereiche oder Epochen erkundet werden, aber das Erkunden bezieht sich in erster Linie auf räumlich gegenständliche Themen. Damit ist ein Lernen in und an der Realität gemeint. Vor allem das Aufsuchen von Lernorten außerhalb der Schule bietet sich besonders an, weil hier vielfältige Einsichts-, Erfahrungs- und Handlungsmöglichkeiten vorhanden sind. Erkundungen ermöglichen sinnvolle und notwendige Begegnungen mit der Realität, knüpfen an die direkte Lebenswelt der Kinder an und ermöglichen dadurch ein Zurechtfinden und Orientieren im Alltag.
Unter Erkunden versteht man also jede Aktivität, die neue Wahrnehmungen vermitteln und damit Möglichkeiten eröffnet, Transferleistungen und Perspektivenwechsel vorzunehmen (Hermann Laux, S. 135).
Für Laux treten zwei Elemente besonders hervor. Zum einen betont er das bewusste Wahrnehmen, Betrachten, Erfahren, Probieren, etc. Dabei spielt vor allem die aktive, handelnde, spielerische und selbsttätige Auseinandersetzung mit der Umwelt eine wesentliche Rolle. Hierbei sollen möglichst alle Sinne angesprochen werden. Zum anderen hebt er den kommunikativen Aspekt des Lernweges hervor. Hiermit ist die Kontaktaufnahme durch die Sprache, das Befragen oder auch einfach das Sammeln von Informationen gemeint. Diese beiden Elemente verschmelzen beim Lernen durch Erkunden zu einer Handlungsdimension.
3. Entwicklung des Begriffs aus historischer Perspektive
Schon Rousseau lehnte ein reines Unterrichten und Belehren ab, vielmehr betonte er, wie wichtig es für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern sei, eigene Eindrücke und Erfahrungen in Lebenssituationen zu sammeln und aus ihnen zu lernen.
Kinder wollen grundsätzlich ihre Umwelt kennen lernen und gestalten. Sie haben eine Neugier auf die Welt, die man auch als „Urtrieb des Kindes“ bezeichnet. Vielleicht kann man sogar so weit gehen und diese „Neugier auf die Welt“ als „Urtrieb des Menschen“ - als Grundbedürfnis - zu bezeichnen, welches den Menschen ein ganzes Leben lang begleitet. So lernen Kinder aller Altersklassen nicht mehr nur in schulischen Situationen, sondern vor allem auch in und an ihrer Umwelt. Dies bedeutet, dass die Schule nur noch als ein Lernort unter vielen anderen anzusehen ist. Durch die eigenständige Erkundung bekommen die Kinder Einblicke zu einem konkreten Sachverhalt. Sie können Zusammenhänge besser erkennen und ihr Verständnis wird gefördert. Letztendlich stärkt dies dann ihre Handlungskompetenz in und an der eigenen Realität.
Lernen durch Erkunden heißt also, die Kinder als selbständige Lernende zu sehen und sie in ihrer eigentätigen Erforschung der Umwelt zu unterstützen. Den Kindern wird die Gelegenheit gegeben, sich eine eigene Meinung zu bilden, sich Gedanken zu machen, zu vergleichen und Schlüsse zu ziehen. Dadurch bekommen sie die Chance „mit anderen Augen sehen zu lernen“ – mit anderen Worten: Ihre Perspektive zu erweitern.
4. Aufbau eines Erkundungsspiels (nach Hermann Laux)
Nach Hermann Laux sollten die Kinder schon in die Planung einer Erkundung aktiv mit einbezogen werden. So schlägt er vor, den Kindern zu Beginn mehrfach die Gelegenheit zu geben, den zu erkundenden Raum oder die Stadt zunächst erst einmal besser kennen zu lernen. In Kleingruppen soll hierfür durch die Stadt gewandert werden, damit die Kinder erste Eindrücke sammeln können.
Der zweite Schritt nach Laux sollte dann das Sammeln und Ordnen sein. Es wird über die Erlebnisse, Eindrücke und Erfahrungen der ersten Stadtbegehungen gesprochen. Die Kinder bekommen dann die Hausaufgabe, aus dem gesammelten Material Aufgaben zu formulieren, aus denen dann im dritten Schritt das Erkundungsspiel zusammengestellt wird.
Der Aufbau des Erkundungsspiels stellt sich im Einzelnen folgendermaßen dar:
Planung
Die Schüler werden gleichberechtigt in die Planung mit einbezogen und grenzen das Themengebiet gemeinsam mit dem Lehrer ein. Dabei spielen neben dem individuellen Entwicklungsstand der Schüler, der berücksichtigt werden muss, auch noch Kriterien wie Erkundbarkeit, Handlungsorientierung oder Raum- und Infrastruktur eine Rolle.
Vorbereitung
In der Vorbereitungsphase werden die Aufgaben überwiegend von den Schülern selbst erarbeitet und formuliert. Die Lehrperson sollte hier nur unterstützende Hilfeleistung geben.
Durchführung
Die Durchführung eines Erkundungsspiels geschieht in Kleingruppen von 3-5 Kindern. Die Aufgaben sollen nun von den Kindern größtenteils selbständig bearbeitet und gelöst werden, allerdings geschieht dies immer in Sichtweite einer erwachsenen Aufsichtsperson (z.B. Eltern oder Praktikanten).
Auswertung
Die Auswertung findet dann wieder in der Klasse statt. Die Ergebnisse werden in verschiedensten Formen festgehalten. Die Kinder können z.B. Fragebögen bearbeiten, Interviews durchführen, Fotos einbringen oder Skizzen anfertigen etc. Abschließend präsentieren sich die Kinder gegenseitig ihre Aufzeichnungen, es wird über die Erlebnisse und Erfahrungen gemeinsam diskutiert und reflektiert.
5. Unsere Kritikpunkte
Folgende Kritikpunkte haben dazu geführt, dass unsere praktische Umsetzung von dem vorgeschlagenen Lernweg Hermann Lauxs abweicht.
Mehrmalige Ausflüge in die Stadt sind in der Praxis erfahrungsgemäß nur sehr schwer realisierbar (Begleitpersonen, organisatorischer Aufwand, Zeit,...). Deshalb haben wir uns in unserem Projekt „Stadtrallye“ dazu entscheiden, es bei einem einmaligen Ausflug zu belassen.
Es ist vor allem für jüngere Kinder noch sehr schwierig selbsttätig sinnvolle Fragen zu finden. Eigene Fragen lassen sich von den Schülern viel leichter formulieren, wenn sie sich zunächst ein „Basiswissen“ zum Thema angeeignet haben. Das Finden von eigenen Fragen ist bei uns in die Erkundung integriert und steht nicht, wie Laux es vorschlägt, am Anfang. Außerdem greifen wir im weiteren Verlauf der Einheit in Form eines Wissensquiz und einer Ausstellung auf diese Fragen nochmals zurück.
Das eigenständige Planen und Organisieren eines Erkundungsspieles kann die Grundschulkinder noch überfordern. Um dem entgegenzuwirken präsentieren wir den Kinder eine fast fertige Stadtrallye. Die Aufgaben sind jedoch so konzipiert, dass die Kinder immer noch über genügend Freiraum verfügen.
Zudem ist für die Lehrperson ein Erkundungsspiel mit einem sehr hohen organisatorischen und zeitintensiven Aufwand verbunden.
Anschließend an unsere Kritikpunkte möchten wir nun unser Projekt „Stadtrallye“ näher erläutern und die einzelnen Planungsschritte genauer vorstellen.
6. Lotusdiagramm
Grundlage unserer Ausführungen ist ein sogenanntes Lotusdiagramm, in dem die fächerübergreifenden Aspekte des Themas verdeutlicht dargestellt werden. Ausgehend vom Thema „Stadtrallye“, das zentral im Mittelpunkt steht, ordnen sich die für uns wichtigen Teilaspekte des Themas kreisförmig unter. Der geschichtliche Teil des Erkundungsspiels wird hier als Fachkompetenz bezeichnet. Die einzelnen Teilaspekte werden wiederum in inhaltlich umsetzbare Unterrichtseinheiten aufgeschlüsselt, die gleichzeitig auch die Unterrichtsziele darstellen.
7. Projekt Stadtrallye - „Wir wollen unsere Stadt erkunden“
Unsere Einheit ist für eine 4. Klasse konzipiert, in der sich idealerweise 28 Kinder befinden. Wir stellen eine Projekttag mit Exkursion vor, dem einführende Stunden vorausgehen (so zum Beispiel einen Stadtplan lesen lernen, Himmelsrichtungen kennen, allgemeine Regeln für die Exkursion kennen,…). Im weiteren Verlauf ist ein Wissensquiz und einen Klassenausstellung zur Präsentation der Ergebnisse geplant.
7.1 Projekttag mit Exkursion
7.50 Uhr Einstieg im Klassenzimmer
Besprechung/Vorstellung des Sickingerplanes von 1589.
Welche Gebäude oder Gebäudeteile stehen heute noch? Was hat sich verändert? War Freiburg damals dennoch eine Stadt? Unterschied zum Dorf?…
8.00 Uhr Überleitung: Panoramakarte vorstellen. Der Standort wird mit Klebepunkten markiert und der Verlauf der Rallye (Rundweg, mit Start und Ende) am Overhead besprochen. Es werden von der Lehrerin 7 Gruppen à 4 Kinder eingeteilt, entsprechend zu den 7 Stationen. Jede Gruppe erhält einen Plan (Panoramakarte in Kleinformat) in den die Stationen eingezeichnet werden. Zusätzlich erhalten sie einen Laufzettel, der ihnen Platz für eigene Fragen lässt. Verhaltensregeln werden geklärt und die Aufsichtpersonen den einzelnen Gruppen zugeordnet.
8.30 Uhr Die Stadtrallye beginnt.
Jede Gruppe startet an einer anderen Station, damit sich die Gruppen nicht gegenseitig behindern. Die Stationen werden im Uhrzeigersinn abgelaufen und bearbeitet. Parallel soll sich jedes Kind zu der jeweiligen Station Fragen notieren. Nach Abschluss trifft man sich wieder am Startpunkt Martinstor nach ca. 3 Stunden.
11.30 Uhr Rückkehr ins Klassenzimmer. Dort wird der Laufzettel besprochen und die Erlebnisse und Erfahrungen aber auch Probleme des Tages ausgetauscht.
7.2 Weiterer Verlauf
Zu den Stationen, Gebäuden oder was den Kindern sonst noch auffiel, sollen eigene Fragen entwickelt werden, die in den nächsten Stunden selbstständig beantwortet (Lexika, Internet, Bücherei…) und zu einem Quiz zusammengestellt werden (Z.B. Wer wird Millionär).
Geplant ist zudem, die Stationen von den Schülern selbstständig zu einer Ausstellung erweitern zu lassen, indem zu jeder Material, Wissenswertes und Spannendes von den Gruppen zusammengetragen wird. Es sollen Plakate erstellt werden, Bauwerke nachgebaut (Münster, Stadttore…), Hintergründe aufgedeckt (Was bedeuten diese Messingplatten? „Stolpersteine“), ein kindgerechter Stadtplan gezeichnet/kreiert werden etc.
8. Schlussbemerkung
Das Lernen durch Erkunden ist ein sehr schöner Lernweg, da er sich stark an der Lebenswelt und den Interessen der Kinder orientiert. Die Kinder erhalten die Möglichkeit einen neuen Blick auf Bekanntes (oder auch Unbekanntes) aus Ihrem Alltag zu entwickeln. Sie erhalten Einblicke in Hintergründe, lernen Lebenszusammenhänge verstehen und sehen Veränderungen (und Veränderbarkeit) als Teil der Lebenswirklichkeit.
Durch dieses mehrperspektivische Arbeiten wird vernetztes und damit nachhaltiges Lernen ermöglicht. Das Erkunden fördert so durch erhöhte Selbstorganisation, Selbsttätigkeit, Handlungsorientierung, geforderte Teamfähigkeit und Eigenverantwortung besonders die sozialen und personalen Kompetenzen der Kinder. Damit wird letztendlich die Selbständigkeit und das Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt.
Beim Lernen durch Erkunden wird das Spiel als Methode eingesetzt. Die Kinder werden also automatisch durch die spielerischen Anteile motiviert. Es enthält Elemente von Abenteuer, weckt die Neugier Unbekanntes zu erkunden und bietet den Kinder Spaß und Freude am Lernen.
Das alles rechtfertigt den hohen organisatorischen und zeitlichen Aufwand für Lehrer/in und Begleitpersonen.
9. Unterrichtsverlaufsplan zum Projekttag
„Wir wollen unsere Stadt erkunden“
Zeit | Phasen | Stundenverlauf | Sozialform | Medien |
7.50 Uhr | Einstieg | Vorstellung und Besprechung des Sickingerplans von 1589 Impuls: Was hat sich verändert? Welche Gebäude stehen noch? War Freiburg damals eine Stadt? Was ist typisch für eine Stadt? ….. | Lehrer-Schüler Gespräch | Sickingerplan |
8.00 Uhr | Überleitung | Rallye besprechen: Schüler erhalten Stadtplan in den sie die Stationen markieren und den Rundweg einzeichnen können. Verhaltensregeln ansprechen. Gruppeneinteilung vornehmen (Startstation auslosen). Begleitperson zuordnen. Laufzettel austeilen. Eigene Fragen aufschreiben | Lehrervortrag | Aktueller Stadtplan; Overhead-projektor; Folien; 7 Panorama-Karten in Kleinformat; Laufzettel |
8.30 Uhr | Erarbeitung | Start der Rallye am Martinstor | Gruppenarbeit | Laufzettel; Uhr; Digitalkamera |
11.30 Uhr | Ende der Rallye, Treffpunkt Martinstor Rückkehr zum Klassenzimmer | |||
11.50 Uhr | Ergebnis-Sicherung | Ergebnisse des Laufzettels besprechen HA: Fragen notieren! | Lehrer-Schüler Gespräch | OP |
10. Bezug zum Bildungsplan
Bildungsplan Baden-Württemberg 2004 – Grundschule Klasse 4
Kompetenzfeld 2: „Ich-Du-Wir“: zusammen leben, miteinander gestalten, voneinander lernen“
Einander zuhören, Erfahrungen und Meinungen andere abwägen, sowie ihre eigene Meinung begründen
Kompetenzfeld 4: „Raum und Zeit erleben und gestalten“
Natur- und Kulturräume bewusst wahrnehmen, für sich erschließen und sich in Ihnen orientieren
Sich in größeren Zeiträumen orientieren und Ereignisse und Erlebnisse zeitlich einordnen
Die Notwendigkeit für zeitliche Vereinbarungen und Pläne einsehen
Ereignisse und Erlebnisse als geschichtliche Phänomene begreifen
Erkennen, dass gegenwärtige Phänomene und Prozesse Bedeutung haben für die Lebenswirklichkeit der Zukunft
Kompetenzfeld 5: „Heimatliche Spuren suchen, entdecken, gestalten und verändern“
Lernen den Heimatraum kennen, erkunden ihn und gestalten in aktiv mit
Die Veränderung des Heimatraumes in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erkennen und hierfür Verantwortungsbewusstsein entwickeln
11. Literatur
Laux, Hermann: Lernen durch Erkunden. In: Hempel, Marlies (Hg.): Lernwege der Kinder. Subjektorientiertes Lernen und Lehren in der Grundschule. 2. Auflage. Hohengehren 2002
Bücken, Hajo (Hg.): Die Stadt erleben. Freiburg 1983
Sachunterrichtsportal: http//www.sachunterricht-online.de (29.6.2007)
Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg(Hrsg.): Bildungsplan für die Grundschule. Lehrplanheft 1/2004. Neckar-Verlag. Stuttgart 2004
Michalik, Kerstin (Hg.): Geschichtsbezogenes Lernen im Sachunterricht. Bad Heilbrunn 2004
Der Sickingerplan aus dem Jahr 1589 (Auszug)
Aktueller Stadtplan von Freiburg
Stadtrallye - Laufzettel
Stadtrallye
Freiburg
Name: ____________________________
Gruppe: ___________________________
Postkarte von 1928
1. Station Amtsgericht
Was ist auf der Nordseite des Amtsgerichtes abgebildet?______________________
___________________________________________________________________
Am Eingang des Martinstores ist etwas abgebildet. Zeichne es ab.
Fragen:
___________________________________________________________________
___________________________________________________________________
2. Station Bertholdsbrunnen
Wer war Berthold? ____________________________________________________
___________________________________________________________________
Gehe in Richtung Bertholdsstraße. Was ist auf den Kanaldeckel abgebildet? Erkennst du das Gebäude?
__________________________________________________________________
Fragen:
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
3. Station Neues Rathaus
Welche Tiere bewachen das neue Rathaus?________________________________
Wie heißt das Gebäude daneben? ________________________________________
Welche Wappen befinden sich an diesem Gebäude? Für welches Land oder Stadt stehen sie?
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Biegt in die Franziskanerstraße ab. Wie heißt das berühmte rote Gebäude in dieser Straße? ___________________________________________________________
Welcher berühmte Mann hat hier einmal gelebt? ___________________________
Fragen: ___________________________________________________________
__________________________________________________________________
4. Station Basler Hof
Was befindet sich heute in diesem Gebäude? _____________________________
5. Station Münster
Geht durch die Marktgasse zum Münster. Auf welcher Seite (Himmelsrichtung) befindet ihr euch? __________________________________________________
Geht durch den Nordeingang ins Münster.
Was ist im Chor dargestellt?
_________________________________________________________________
Zeichne ein Fenster der Südseite ab.
Woher weiß man, wer die Fenster
bezahlt hat?
____________________________
____________________________
Gehe zum Hauptportal. Wodurch unterscheiden sich die Frauen rechts und links? _________________________________________________________________
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Geht aus dem Münster hinaus zur Außenseite des Chors. Dort befinden sich alte Kritzeleien. Fotografiert sie und schreibt einige Beispiele mit Jahreszahl ab.
_________________________________________________________________
Aus welchem Stein wurde das Münster gebaut? ___________________________
6. Station Buttergasse
Geht durch die Buttergasse. Wozu dienten die Bächchen? ___________________
__________________________________________________________________
Gehe in die Schusterstraße Richtung Kaiser-Joseph-Straße. Rechts befindet sich ein Brunnen. Was ist darauf dargestellt? ____________________________________
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Wie heißt das ganz schmale Gässchen rechts? ___________________________
Geht durch die Drehergasse in die Salzstraße. Am Boden befinden sich Messingplatten. Was steht darauf?
____________________________________________________Fotografiert sie.
7. Station Augustinerplatz
Was war früher im Augustinermuseum? _________________________________
Was war früher im Haus zum Unteren Pflug? _____________________________
Geht über die Fischerau zurück zum Martinstor: Wer wohnte früher in dieser Gasse? (Am Straßenschild ablesen) ____________________________________________
Fragen:
___________________________________________________________________
___________________________________________________________________
Am Martinstor bitte auf alle warten!
Viel Spaß und immer höflich bleiben!
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