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Einführung in das Bodenturnen - Rolle vorwärts und Rolle rückwärts
Datum: 08. September 2010 Kommentare: 0
Zusätzliche Informationen:
Land: Deutschland, Schulform: Realschule, Schulstufe: 5. Verlaufsplanungen beider Stunden sind dem Material beigefügt.
Beschreibung:
Für die Thematik sind zwei Sportstunden erforderlich: "Vertiefung der Rolle vorwärts - Rolle vorwärts in Kombination mit einem gymnastischen Element" und "Rollen auf der 'schiefen Ebene' - Rolle vorwärts / Rolle rückwärts, Erste Erfahrungen mit Hilfestellungen'.

Einführung in das Bodenturnen - Rolle vorwärts und Rolle rückwärts
Große Unterrichtsvorbereitung eine Unterrichtseinheit
anlässlich des Hauptpraktikums
Fach: Sport
Zeitraum: 10.12.2008 – 15.12.2008
Unterrichtsstunden: 2
Schule:
Klasse: 5a
Raum: Sporthalle
Mentorin:
Thema der Unterrichtseinheit:
Einführung in das Bodenturnen –
Rolle vorwärts und Rolle rückwärts
Inhaltsverzeichnis
Seite
Bedingungen des Unterrichts und Analyse der Lerngruppe 2
Sachanalyse 4
Inhalt der Unterrichtseinheit 6
Didaktische Analyse 7
Lernziele 10
Methodische Überlegung 11
Verlaufspläne der Unterrichtsstunden 13
Literaturverzeichnis
1. Bedingung des Unterrichts und Analyse der Lerngruppe
Der Sportunterricht wird in der Sporthalle […] Sekundarschule absolviert. Bodenturnen wird grundsätzlich in Sporthalle erlernt, da Materialien, wie Turnmatten ausschließlich in einer Sporthalle vorzufinden sind. Die Sporthalle ist mit 22m x 11m recht klein, jedoch bedarf es beim Bodenturnen nicht übermäßig viel Platz und außerdem steht die komplette Sporthalle zur Verfügung, somit ist die kleine Größe der Sporthalle keine Einschränkung für einen erfolgreichen Unterricht. Es stehen etwa 30 Turnmatten zur Verfügung. Daher bietet es sich an, 2 Mattenreihen nebeneinander aufzubauen, damit möglichst alle SuS1 {#sdfootnote1sym} eine individuelle Rückmeldung bzw. Korrektur von mir bekommen können und dennoch keine all zu langen Bewegungspausen entstehen.
Die Klassenstufe 5 hat laut Stundenplan drei Sportstunden in der Woche.
Die Lerngruppe setzt sich aus 12 Mädchen und 5 Jungen der Klasse 5a der […] Sekundarschule zusammen, die in dem Alter zwischen 10 und 12 Jahren sind. In dieser Klasse lernen 17 SuS verschiedener Nationalitäten, 9 SuS weisen einen Migrationshintergund auf. Sprachliche Probleme gibt es nicht. Die Klasse wird koedukativ unterrichtet.
Dem Sportunterricht stehen die meisten SuS aufgeschlossen gegenüber. Jedoch konnten bei einigen SuS ein von stofflichen Inhalten abhängiges sportliche Interesse festgestellt werden.
Das Leistungsvermögen und die Leistungsbereitschaft sind allgemein in der Klasse mit „gut“ einzuschätzen. Die SuS der Klasse 5a bewegt sich gerne und ist gerade bei Erwärmungsspiel sehr motiviert. Sollen jedoch Übungen, die eine hohes Maß an Konzentration vordern, durchgeführt werden, werden einige SuS unruhig und unkonzentriert, fangen an herum zu albern und sich und ihre Mitschüler abzulenken. Probleme gibt es häufig bei der Gruppen- oder Paareinteilung. Die Mädchen möchten nicht mit den Jungen zusammen spielen und die Jungen nicht mit den Mädchen. Das zeichnet sich besonders zu Beginn ab, wenn die SuS sich auf den Bänken versammeln sollen. Die Jungs auf der rechten Seite, die Mädchen in der Mitte. Diese Trennung geht jedoch hauptsächlich von den Jungen aus. Bei den Mädchen gibt es eher untereinander Probleme, einige Mädchen möchten nur mit bestimmten anderen Mädchen in einer Gruppe sein und die Schülerin K. wird von einigen SuS gemieden, bzw. nur mit Argwohn in die Gruppe aufgenommen, da K. öfters Hygienemängel aufweist. Insgesamt herrscht aber unter den SuS dieser Klasse ein für eine 5. Klasse normales soziales Klima. Streitigkeiten, Unstimmigkeiten unter den Mädchen und gegenseitige Ablenkungen bei den Jungen sind öfters zu beobachten. Auch der Klassenzusammenhalt dieser Klasse ist noch nicht sehr stark entwickelt, Grund dafür ist meiner Meinung nach die Situation, dass die SuS erst vor ein paar Montan aus mehreren Grundschulen zu einer Klasse zusammengefasst worden und somit noch nicht zu einer Klasse zusammen gewachsen sind.
In den vergangen Sportstunden gab Fr. XY mehrfach Hinweise zur Einhaltung der Disziplin und verwies auf wesentliche Regeln des ordentlichen sozialen Umgangs miteinander. Um dem Nachdruck zu verleihen, wurden einzelne SuS zeitweise auf die Bank geschickt, damit das Arbeitstempo nicht all zu sehr unter den Störungen litt. Dem versuche ich anzuschließen und erhoffe mir, dass die SuS mir mit dem gleichen Respekt gegenüber treten und meinen Forderungen folge leisten.
Leider wird das Sportzeug immer von mindestens einem Schüler/einer Schülerin vergessen, sodass ich passive SuS immer für den Ab-/ bzw. Aufbau mit einplanen kann.
Das Vorwissen der SuS in dem Themengebiet Bodenturnen ist nicht bekannt, ich kann nur eine allgemeine Einschätzung der Sportlichkeit aufstellen, da die SuS erst seit kurzem auf der […] Sekundarschule sind und bisher kein Geräte-/bzw. Bodenturnen durchgeführt worden ist. Auffällig im Bereich der Sportlichkeit ist unter anderem V., er ist ein eher ruhiger Schüler, der jede Übung kommentarlos und ordentlich erledigt und sich nur selten von den anderen Jungs ablenken lässt. Durch seine Art ist er in der Klasse sehr anerkannt und für einige ein Vorbild. V. Sportlichkeit ist sehr umfangreich und ich gehe davon aus, dass ihm das Bodenturnen keine großen Schwierigkeiten bereiten wird. Anders als bei der S. S. ist für ihr Alter sehr groß gewachsen und zu dem noch übergewichtig, ihre eigene Körperwahrnehmung schätze ich als eher „mangelhaft“ ein, was ihr im Bodenturnen sehr hinderlich sein wird. Zu dem fehlt ihr die nötige Kraft, die sie beim Turnen braucht, um ihren Körper in bestimmten Bewegungen kontrollieren und halten zu können. Auch vom Verhalten her ist S. eine eher auffällige Schülerin. Sie provoziert besonders die Jungen und fühlt sich dann von ihnen unfair behandelt, wenn sie von ihnen beleidigt oder ausgeschlossen wird. S. ist diejenige, die sich am häufigsten gegen K. äußert. Bei Gruppeneinteilungen muss ich also darauf achten, dass die beiden nicht in einer Gruppe sind, da sonst ein sehr großer Unmut entstehen würde, der den Unterrichtsverlauf beeinflussen würde.
Die SuS sind vertraut mit verschieden Unterrichtsformen, wie zum Beispiel; Einzel-, Partner- oder Gruppenübungen, Stationstraining und auch Mannschaftsspiele.
2. Sachanalyse
Das Bodenturnen gehört zu den klassischen Unterrichtsinhalten des Schulsports. Von einigen Schülern verpönt, bei vielen jedoch nach wie vor sehr beliebt. Es sind vor allem vereinzelte Mädchen, die gern am Boden ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Aber auch für die Jungen eröffnet das Bodenturnen die Möglichkeit, Haltung und Körperspannung zu verbessern.
Der für das Turnen urgeschichtliche Ausgangspunkt des Bodenturnens sind Bewegungsformen wie die „Brücke“, die bereits 2000 v Chr. Mehrfach durch die Ägypter und Griechen dargestellt worden. Sie sahen es für sich als eine Art der Körperkunst, mit der man ein Publikum unterhalten konnte.
Im Jahre 1599 schrieb ARCHANGE TUCCARO ein 400 Seiten starkes Buch über das akrobatische Üben am Boden. Die von ihm entwickelte Akrobatik ist heute ein wesentlicher Bestandteil der Bodenübungen, daher gilt er gewissermaßen als Stammvater der Turnmethodik. (Vgl. www.gymmedia.com)
Das planmäßige, erzieherische Turnen begann mit dem 18. Jh. Damals galt es als eine naturgemäße Erziehung zur Vervollkommnung des Menschen und seiner Gesellschaft. Mit seinen „Freizeitturnen“ legte GUTSMUTHS, Ende des 18. Jh., den Grundstein des Geräteturnens.
„Turnvater“ Fr. L. JAHN baute das Turnen an Geräten aus. Neben neuen Geräten, Übungen und der Turnmethodik entwickelte JAHN Turnbegriffe, die den Grundstein der heutigen Turnsprache bilden. (Vgl. Gerling, 2007, S. 13-17)
Das Bodenturnen – Das Üben am Boden führt zu schnellen Erfolgserlebnissen, da dieses Gerät dem natürlichen Aktionsfeld der Kinder entspricht.
Das Bodenturnen teilt sich – grob strukturiert - in 3 Bewegungsgruppen; den Bereich der Rollbewegungen, den der gestreckten, gespannten Handstützelemente, aus denen sich die gestreckten Überschlagsbewegungen entwickeln und den Kombinationen aus beiden vorherigen Bewegungsgruppen. Die Unterrichtseinheit „Einführung in das Bodenturnen – Rolle vorwärts und Rolle rückwärts“ ist demnach in den Bereich der Rollbewegungen einzugliedern, wobei die Rollfähigkeit auf dem runden Rücken eine der zentralen Basisfähigkeiten des Bodenturnens darstellt.
Das Einnehmen und Halten des runden Rückens zum Rollen erfolgt meist nicht automatisch und die Rollposition löst sich oft unter erschwerten Bedingungen auf. Vor allem die geraden Bauchmuskeln sind dafür verantwortlich. Somit sind Rollübungen, besonders für Kinder, auch als Bauchmuskeltraining zu verstehen.
Rollen sind mit Translation verbundene Rotationsbewegungen um momentane Drehachsen, die sich am jeweiligen Berührungspunkt zwischen Matte und Körper befinden (Vgl. Gerling, 2007, S. 51). Demnach ist es eine kontinuierliche Fortbewegung des gekrümmten Körpers. Beim Rollen vollziehen die SuS eine Drehung von 360°.
Rollerfahrungen über alle Körperachsen sind für die motorische Entwicklung der SuS von großer Bedeutung.
Bewegungsbeschreibung der Rolle vw.:
aus dem Stand mit Arme in Hochhalte absenken zur 1/2 Hocke
aus dem Hockstand greifen beide Hände weit vor, der Körperschwerpunkt (KSP) wird nach vorne verlagert
im schulterbreiten Stütz der Hände (Finger nach vorne bzw. leicht einwärts gedreht) erfolgt ein Abdruck von den Fußballen
der Kopf wird auf die Brust genommen
langsames Beugen der Arme mit gleichzeitigem Abrollen über Nacken, Rücken
wenn das Gesäß den Boden berührt, werden die Beine schnell angezogen und die Arme dabei nach vorne oben gestreckt
über den Hockstand erfolgt das Aufrichten mit Arme in Hochhalte.
Bewegungsbeschreibung der Rolle rw.:
im flüchtigen Hockstand wird das Gesäß hinter den Fersen zur Einleitung der Rollbewegung geschoben
Oberkörper wird gerundet und die Schulter sind zurück verlagert
die Arme sind gebeugt, die Ellenbogen sind vorhochgeführt und die Fingerspitzen zeigen zu den Schultern
bei enger Hockhaltung setzte die Hände auf
nach der Gewichtsverlagerung auf die Hände und Verlagerung des Beckens über den Kopf hinweg, werden die Arme schnellkräftig gestreckt -> hoher Hockstütz
die Füße setzten bei gehockten Beinen auf, Landung im Hockstand.
Lernvoraussetzungen, die für diese Unterrichtseinheit gegeben sein sollten sind zum Einen die konditionellen Lernvoraussetzungen wie:
Haltekraftfähigkeit der Armstrecker (M. triceps brachii)
Haltekraft der geraden Bauchmuskulatur für die Körperrundung (M. rectus abdominis)
Und zum Anderen die technischen Lernvoraussetzungen, wie:
Rückenschaukel (Rollfähigkeit auf rundem Rücken)
Rückenschaukel mit Handaufsatz vor den Schultern
Hockstütz (Stützfähigkeit).
3. Inhalt der Unterrichtseinheit
Mir stehen für die Einheit „Einführung in das Bodenturnen – Rolle vorwärts und Rolle rückwärts“ 2 Unterrichtsstunden zur Verfügung.
Vertiefung der Rolle vorwärts – Rolle vorwärts in Kombination mit einem gymnastischen Element
Rollen auf der „schiefen Ebene“ – Rolle vorwärts/rückwärts
Erste Erfahrungen mit Hilfestellungen
4. Didaktische Analyse
In unserer hochtechnisierten Umwelt wird es für Kinder und Jugendliche immer schwieriger, auf natürliche Art und Weise vielfältige Bewegungsmöglichkeiten zu erfahren und Sicherheit im eigenen Bewegungen zu gewinnen. Turnen kann den SuS in besonderem Maße Möglichkeiten eröffnen, sich an Geräten, am Boden und mit Partnern zahlreiche gesundheitserzieherisch bedeutsame Bewegungserlebnisse und Bewegungserfahrungen zu erschließen und Körperbewusstsein aufzubauen. Turnen stellt unter den im Sportunterricht vertretenen Sportbereichen eine besonders intensive und vielseitige Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper dar. Dies gilt insbesondere angesichts der auf den Körper beim turnen einwirkenden äußeren Kräfte und Belastungen und der sich daraus ergebenden Anforderungen an Kraft, Beweglichkeit und Gewandtheit.
Das Bodenturnen und besonders die darin beinhaltenden Rollen vorwärts bzw. rückwärts werden von Kindern als „die“ grundlegenden Elemente des Turnens empfunden. Tatsächlich ist es auch so, dass der sogenannte „Purzelbaum“, die Rolle vorwärts zu den Grundlagen im Bereich des Turnens zählt. Deshalb ist es notwendig, dass diese turnerischen Fähigkeiten und Fertigkeiten schon frühzeitig vermittelt werden. Die SuS der 5. Klasse befinden sich derzeit in einem sehr günstigen motorischen Lernalter, welches bei vielseitiger Schulung koordinativer und konditioneller Fähigkeiten eine effiziente Vermittlung motorischer Fertigkeiten ermöglicht.
Turnen gewinnt für die Schule besonders an Wert, wenn nicht allein das individuelle, sondern das kooperative Turnen in den Vordergrund gestellt wird und das Streben nach persönlicher Leistungssteigerung dem Miteinander-Turnen untergeordnet wird. Damit bietet Turnen auch vermehrt die Gelegenheit, neben den Erfahrungen des eigenen Körpers das Bewusstsein zu wecken, auf andere angewiesen zu sein, ihnen vertrauen zu können und selbst verlässliche Partnerschaft zu üben. So erhalten z. B. Helfen und Sichern beim Turnen zusätzlich zu den Sicherheitsaspekten einen gesundheitserzieherischen Sinn. Diese spezifisch turnerischen Anforderungen verlangen Umsicht und Rücksicht auf die Mitübenden, sie vermitteln die Erfahrung des Vertrauens, erfordern Verantwortungsbewusstsein und Einfühlungsvermögen, aber ebenso Wissen und Übung. Deshalb müssen auch die wesentlichen Grundsätze des Helfens, des Sicherns und der Unfallverhütung allen Schülerinnen und Schülern frühzeitig und kontinuierlich vermittelt werden.
Die vorliegenden Unterrichtseinheit folgt einem logischen Aufbau: Zunächst können die SuS ihr Können vorführen, Unsicherheiten aus dem Weg räumen oder aber erste Erfahrungen im Rollen nach vorne/hinten sammeln (Je nach Leistungsstand). Darauf aufbauend folgt der methodische Weg der vorwärts und rückwärts Rolle, der anhand der Methode „Übens im Strom“ durchgeführt wird, damit ich die Möglichkeit habe, auf die Bewegungsausführung Einfluss zu nehmen. Der methodische Weg wird auf den Leistungsstand der SuS abgestimmt sein, somit ist ein individuelles Handel meinerseits nötig. Ziel soll sein, die Bewegungsqualität der SuS zu verbessern unterstütz wird dies durch den Aufbau der „schiefen Ebene“.
Zum Schluss der Einheit wird die Rolle rückwärts in Ansätzen vermittelt. Die SuS sollen hierbei erste Erfahrungen im Umgang mit den Hilfestellungen sammeln, sollen lernen die Verantwortung für die Sicherheit eines Mitschülers zu tragen und ebenso den anderen SuS zu Vertrauen.
Legitimiert wird die Unterrichtseinheit „Bodenturnen – Rolle vorwärts und Rolle rückwärts“ durch die Rahmenrichtlinien des Landes Sachsen-Anhalt. Neben dem Ausführen und Verbessern der Grundtätigkeit Rollen, sollen die SuS koordinative Fähigkeiten verbessern und grundlegende Techniken des Helfens und Sichern anwenden.
Es wird als wichtig erachtet, die Nachteile des Gerätturnens, nämlich zu geringe Bewegungsintensität, weitgehend normiertes Übungsgut, hoher Zeitaufwand für Auf-, Um- und Abbau, Bindung an die Turnhalle und die traditionellen Turngeräte durch didaktisch-methodische Veränderungen und Maßnahmen abzumildern. Darum ist es sinnvoll, sich systematisch mit den Lernbereichen –motorisch, kognitiv, affektiv und sozial-integrativ – auseinander zu setzen (Vgl. Rahmenrichtlinien des Landes S-A, 1997).
Motorischer Lernbereich:
Mit dem Erarbeiten turnerischer Fertigkeiten werden immer gleichzeitig allgemeine motorische Lernziele, wie Rumpfkräftigung, Gewandtheit, Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit geschult. Der ständige Wechsel von Muskelspannung und Muskelentspannung, die damit verbundene Wechselwirkung zwischen inneren und äußeren Kräften und die erforderliche Orientierung über die Körperlage im Raum bei ständig wechselnder Bewegungsrichtung fördern in hohem Maße Konzentrations- und Koordinationsfähigkeit.
Kognitiver Bereich:
Motorische Fertigkeiten setzen einiges an Wissen voraus. Dieses Wissen kann durch das sensomotorische Lernen besonders geprägt werden, wie an einigen Beispielen gezeigt werden soll.
Die SuS vergegenwärtigen sich die Bewegungen, die in ihrem Gedächtnis „gespeichert“ sind, und verwertet sie mit den gegebenen Bewegungsaufgaben und Bewegungsanweisungen zu einem Bewegungsentwurf.
Die SuS erkennen, wann eine Hilfeleistung für ihre Mitschüler notwendig wird und wissen, wie diese zu geben ist.
Die SuS gehen verantwortungsbewusst mit den Geräten um.
Affektiver Bereich:
Das Gerätturnen wird bei den SuS interessant und attraktiv bleiben, solange die Summe der Erfolgserlebnisse größer ist als die der Misserfolge. Erfolgserlebnisse stärken die Selbstsicherheit und das Selbstbewusstsein von Kindern, sie helfen mit, ihre Persönlichkeit zu prägen.
Der Schüler schafft eine Rolle vorwärts ganz ohne die Hände zu Aufstehen zu benutzen. Sein Selbstwertgefühl wird gesteigert. Er kann sagen: „Ich habe es geschafft“.
Sozial-integrativer Bereich:
Durch Arbeitsgruppen fördern wir ein kooperatives Zusammenwirken und Erfolgserlebnisse werden mit dem Partner oder in der Gruppe schneller erzielt als allein.
Der Schüler ist bereit, sich für seine Mitschüler einzusetzen. Er leistet bereitwillig Hilfe und gibt ihnen „Tipps“ zum Gelingen einer Übung.
5. Lernziele
Die SuS sollen
die sportartspezifischen Anforderungen mit verbesserten koordinativen Fähigkeiten bewältigen,
ihre Bewegungsqualität verbessern,
die Grundtätigkeit Rollen sicher ausführen,
vielfältige Bewegungserfahrung sammeln,
einzelne Elemente mit einfachen Bewegungsformen in einer Übungsverbindung kombinieren (Rolle vw. + Strecksprung),
grundlegende Techniken des Helfens und Sicherns anwenden,
beim turnen Freude empfinden sowie beim gegenseitigen Helfen und Sichern Verantwortung tragen.
6. Methodische Vorüberlegung
Die Unterrichtseinheit gliedert sich in 3 Unterrichtsstunden, die jeweils in einen einleitenden Teil, in einen Hauptteil und einen abschließenden Teil gegliedert sind.
Der einleitende Teil wird jeweils zur Begrüßung, zur Vermittlung der Motivierung/ Zielorientierung und zur allgemeinen bzw. zur sportartspezifischen Erwärmung der SuS genutzt. Nach der morgendlichen Begrüßung wird in jeder Stunde der bevorstehende Stundeninhalt den SuS vorgetragen und eine Einweisung in den Aufbau der Turnmatten gegeben (Je nach Stundenverlauf vor oder nach der Erwärmung). Die Erwärmung wurde so ausgesucht, dass eine hohe Intensität durch Beschäftigung aller SuS gegeben ist. Die allgemeine Erwärmung sollte in erster Linie folgendem Ziel dienen; die Erwärmung der Herz-Kreislauf-Funktionen des Körpers und damit einhergehend die Ganzkörpererwärmung der SuS. Jedoch darf es nicht zur Ermüdung kommen und die SuS sollen für die bevorstehenden Unterrichtsinhalte motiviert werden.
In der Klasse 5a haben sich besonders Fangspiele wie „Kettenfangen“ herausfavorisiert, dieses und ähnliche Fang-Spiel-Varianten werden in den folgenden Unterrichtsstunden zur allgemeinen Erwärmung dienen.
Die sportartspezifische Erwärmung wird durch verschiedene Dehn- und Stabilisierungsübungen geprägt sein, womit die SuS ihren Bewegungsapparat auf die bevorstehenden Übungen vorbereiten sollen und Verletzungen vorbeugen können. Denn das Dehnen ist von großer Wichtigkeit für ein verletzungsfreies Turnen. Nur optimal gedehnte, elastische Muskeln ermöglichen weite Bewegungsumfänge ohne zu Zerrungen oder ähnlichen Verletzungen zu führen. Gedehnte Muskeln sind schnellkräftiger und reaktionskräftiger. Die für diese Unterrichtseinheit wichtigsten zu dehnenden Muskeln sind: Nackenmuskulatur, Stützmuskulatur (Schulter- und Armbereich) und die Bauchmuskulatur. Dehnen sollte stets gefühlvoll durchgeführt werden.
Des weiteren sollen in dem einleitenden Teil die Lernvoraussetzungen geschaffen werden. Die Rollbewegungen lass sich am Besten von der „Rückenschaukel“ aus, über das „Schiffchen“ bis hin zur „Kerze“ herleiten. Die SuS erlangen so Schritt für Schritt ein besseres Gefühl für das Runden des Rückens, bei dem das Kinn dich in Richtung Brust gehalten wird.
Der Hauptteil widmet sich der Realisierung der Ziele. Die SuS sollen die Grundtätigkeit des Rollens ausführen und verbessern und die Knotenpunkte der Bewegung verinnerlichen. Es wird im „Strom“ auf den Mattenbahnen geübt, denn nur so kann sichergestellt werden, dass auf jeden individuelle Bewegungsausführung der SuS Einfluss genommen werden kann.
Folgende methodische Gesichtspunkte zur Rolle vorwärts bzw. rückwärts liegen der Unterrichtseinheit zu Grunde:
Rolle vorwärts:
Kennenlernen und automatisieren des schnellen Anhockens und Verlagerung des KSP nach vorne auf die Hände durch Hocksprünge.
Für ängstliche SuS Rolle vw. aus dem Vierfüßlerstand – erlernen des Über-Kopf-Rollens
Kopplung der Bewegungsphasen zur kompletten Rolle vw.
Sensibilisieren für das Gefühl „Bein sind zusammen“ durch festklemmen eines Gegenstandes (Leibchen) zwischen den Knöcheln
Bewusstes Aufstehen ohne Unterstützung der Hände, Mitnahme des Schwunges aus der Rollbewegung
Rollen auf der „schiefen Ebene“ – Unterstützt die Schwungmitnahme und erleichtert das Aufstehen ohne Handabdruck
Rolle rückwärts:
Schaffen der Lernvoraussetzungen – Rückenschaukel
Rückenschaukel aus dem Sitz, dann aus dem Stand – erst gehockt mit Beinfassen, dann ohne Beinfassen
Rückenschaukel mit gestrecktem Körper -> „Schiffchen“
Rückrollen bis zur „Kerze“ – Beachtung der Handhaltung, Handaufsatz dicht neben den Ohren
Rolle rw. auf der „schiefen Ebene“ mit Hilfestellung – Klammergriff am Oberarm und Stütz- bzw. Stopphilfe am Rücken.
Die „schiefe Ebene“ vereinfacht die Schwungmitnahme, die meisten SuS empfinden diese als Unterstützung, andere hingegen sind noch sehr ängstlich, da sie nicht in Bewegungsrichtung blicken und sich nur ungern auf die anderen SuS verlassen wollen. Daraus ergibt sich das soziale Lernziel, welches beinhaltet, dass die SuS lernen sollen sich gegenseitig zu vertrauen und Verantwortung gegenüber der Sicherheit eines Mitschülers zu übernehmen.
Nach Abschluss der Hauptphase räumen die SuS alle gemeinsam die Mattenbahnen ab und sammeln sich für das Abschlussgespräch auf den Bänken an der Hallenlängsseite. Die SuS haben nun die Möglichkeit den Stundenverlauf und ihre Leistungsfortschritte, sowie ihr Stundenverhalten zu reflektieren und zu beurteilen. Die SuS werden von der Lehrerin in die Kabinen entlassen.
7. Stundenverlaufspläne
Unterrichtsthema: Vertiefung der Rolle vorwärts –
Rolle vorwärts in Kombination mit einem gymnastischen Element
Mi. 10.12.08 Zeit: 8:20 – 09:05 (2. Std.)
Zeit | Didaktische Funktion | Teilziele | Organisation/Inhalte | Materialien |
8:22 | Begrüßung | Stundenthema bekannt geben, Stundenablauf erläutern | SuS sitzen auf der Bank, Stundenverlauf | Bänke |
8:25 | 1. Erwärmungsphase Durchführung der Erwärmung Beenden der Erwärmung | Zur Vorbeugung von Verletzungen Erwärmung der Muskulatur | Aufwärmspiel „Kettenfangen“ SuS laufen vor der Kette weg, welche von mind. 2 SuS gebildet wird. Nach dem ein Sieger festgestellt worden ist, setzten sich die SuS | |
8:30 | LK Basketball - Spielfähigkeit | Abnahme der Leistungskontrolle zur Basketballeinheit – LK Spielfähigkeit | Die SuS spielen 3 gegen 3, während der Lehrer die Spielfähigkeit bewertet. | Leibchen, 1 Basketball, 2 BB-Körbe |
8:40 | 2. Erwärmungsphase Aufbau und Durchführung der Erwärmung | Spez. Erwärmung zur Vorbereitung auf die turnspezifischen Bewegungen und die dafür benötigte Muskulatur | SuS bauen nach Vorgabe die Mattenbahnen auf, erwärmen sich nach Anweisung | 10 Turnmatten |
8:46 | Hauptteil Bodenturnen | Vertiefung der Rolle vorwärts – Erfassen des Leistungsstands der SuS | SuS turnen die vom Lehrer vorgegeben Übungen | 10 Turnmatten |
9:58 | Abbau und Auswertung | Reflektion der Stunde | SuS bauen ab und reflektieren die Stunde |
Unterrichtsthema: Rollen auf der „schiefen Ebene“ – Rolle vorwärts / Rolle rückwärts
Erste Erfahrungen mit Hilfestellungen
Mo. 15.12.08 Zeit: 11:20 – 12:05 (5. Std.)
Zeit | Didaktische Funktion | Teilziele | Organisation/Inhalte | Materialien |
11:22 | Begrüßung | Stundenthema bekannt geben, Stundenablauf erläutern | SuS sitzen auf der Bank, Stundenverlauf | Bänke |
11:25 | Erläuterung der Erwärmung - Aufbau Durchführung der Erwärmung Beenden der Erwärmung | Zur Vorbeugung von Verletzungen Erwärmung der Muskulatur | Aufbau der Matten (mit Lücken) Aufwärmspiel „Piraten“ Vorbereitende Stretchingübungen | 10 Matten |
11:35 | Hauptteil - Rolle vw./rw. Aufbau „schiefe Ebene“ Hilfestellung | Festigen des Bewegungsablaufs der Rolle vw., Einführung Rolle rw. auf der „schiefen Ebene“, Anwenden des Klammergriffs als Hilfestellung | Übung zum zusammenhalten der Beine Einführung in die Rolle rw. und in das Geben von Hilfestellungen „Klammergriff“ | 10 Matten 15 Leibchen |
11:58 | Abbau und Auswertung | Reflektion der Stunde | SuS bauen ab und reflektieren die Stunde |
Literaturverzeichnis
Basisbuch Gerätturnen, I. E. Gerling, Meyer & Meyer Verlag, Aachen, 2007
Gerätturnen Schritt für Schritt: Praxisbücher für den pädagogischen Alltag. Eine multimediale Lehr- und Lernhilfe für Schule, Verein und Turnbegeisterte, Henschel und Gerstenberger, Ökotopia, 2006
Rahmenrichtlinien des Landes Sachsen-Anhalt, Sekundarschule Förderstufe, Halle, 1997
Internetadressen:
http://www.schulsport-nrw.de/info/05_sicherheitsundgesundheitsfoerderung/infomaterialien_gefoe/sek_1/gesundheitserziehung_handreichung_3_1_3.html {http://www.schulsport-nrw.de/info/05_sicherheitsundgesundheitsfoerderung/infomaterialien_gefoe/sek_1/gesundheitserziehung_handreichung_3_1_3.html} Zugriff am 10.12.2008, 17:00
http://www.gymmedia.com/ghent2001/appa/floor/history_fx_d.htm {http://www.gymmedia.com/ghent2001/appa/floor/history_fx_d.htm}
Zugriff am 10.12.2008, 20:15
http://www.sport.uni-augsburg.de/studium/skripten/praxis/stillger/turn/Didaktik_GTneu11.pdf {http://www.sport.uni-augsburg.de/studium/skripten/praxis/stillger/turn/Didaktik_GTneu11.pdf}
Zugriff am 09.12.2008, 14:30
1 {#sdfootnote1anc} Um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, benutze ich die Abkürzung SuS für Schülerin und Schüler.
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