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Vom Löwen, der nicht schreiben konnte

Vom Löwen, der nicht schreiben konnte
Unterrichtsentwurf
Datum: 30. Januar 2012 Autor: judzi Kommentare: 1

Zusätzliche Informationen:

Arbeitsblätter waren mehrfach differenziert durch verschiedene Satzanfänge, zusätzlich wurden noch Hilfekarten erstellt.

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Beschreibung:

Unterrichtsentwurf zum kreativen Schreiben SuS sollen sich in die Rolle des Löwen hineinfinden und einen Brief an die Löwin schreiben.


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Vom Löwen, der nicht schreiben konnte


Entwurf einer Unterrichtsstunde im Fach Deutsch

Thema der Unterrichtseinheit: Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte

Stundenthema: Brief an die Löwin- Schreiben zu einer literarischen Vorlage

Lehreranwärterin (L), 2. SPS

Grüner Campus

Lerngruppe 7

Datum: 08.12.2011

Zeit: 10.00

Anleitende Lehrerin:

Schulleiter:

Fachseminarleiterin:

Hauptseminarleiterin:

Individuelle Kompetenzentwicklung des Lehrenden

klare Impulse

Materialien entsprechend des Stundenstandards entwickeln

zielgerichtete Ergebnissicherung

1 Planung der Unterrichtseinheit

Stunde

Thema der Stunde

Methode/Sozialform

1.und 2.

Merkmale eines Briefes kennen lernen

einem Kind der Lerngruppe eine Postkarte schreiben und gestalten

Unterrichtsgespräch/Partnerarbeit

3.

Einführung:

Kennlernen des Buches „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ von Martin Baltscheit

Brief an die Löwin verfassen

Ergebnisse präsentieren

Unterrichtsgespräch/Einzelarbeit

4./5./6./7.

Überarbeitung in einer Schreibkonferenz

Briefe in Briefbox sammeln

Verfassen des Antwortbriefes der Löwin an den Löwen mit anschließender Präsentation

Buch zu Ende vorlesen

8.und 9.

Handlung ordnen

Charaktere der einzelnen Tiere herausarbeiten

Überlegen welche Tiere dem Löwen noch hätten helfen können

Funktion von Adjektiven (Voraussetzung für Stabpuppenspiel)

Werkstatthefter

10./11./12./13.

Wahl der zu spielenden Textabschnitte

Basteln der Stabpuppen

Einüben des Puppenspiels

Aufführung des Puppenspiels vor den Sonnenblumenkindern des Team B

14.

Abschluss: Löwenbild Collage

Sachkompetenz:

SuS gehen kreativmit dem literarischen Text „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ um

SuS schreiben eigene Texte (Briefe)

SuS nutzen zur Korrektur ihrer Texte Überarbeitungsstrategien

SuS veröffentlichen und präsentieren ihre Geschichte

SuS lernen die Textsorte Brief kennen

SuS tragen Textausschnitte des Buches „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ betont vor

SuS vertiefen ihr Wissen über Adjektive

SuS gehen produktiv handelnd mit der Geschichte um, indem sie ein Stabpuppenspiel einüben


Methodenkompetenz

SuS nutzen Lesestrategien zum Textverständnis

SuS lesen geübte Texte flüssig vor

SuS schreiben eigene Texte

SuS nutzen verschiedene Planungs- und Schreibhilfen

SuS wenden zur Korrektur ihrer Texte die Methode der Schreibkonferenz an

2. Kompetenzen und Standards

3. 2.1 Kompetenzen der Unterrichtseinheit

Handlungskompetenz:

SuS setzen sich produktiv handelnd mit dem Buch „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ auseinander


Personale Kompetenz:

SuS übernehmen zunehmend Verantwortung für eigene und kooperative Ergebnisse

SuS übernehmen Verantwortung für die Organisation eigener Arbeitsprozesse

SuS suchen nach alternativen Lösungswegen

SuS stärken ihr Selbstwertgefühl


Soziale Kompetenz:

SuS hören anderen aufmerksam zu

Sus halten sich bei der Gruppenarbeit an Absprachen und Regeln

SuS lassen unterschiedliche Gefühle und

Meinungen zu

SuS geben zu den Leistungen anderer sachbezogene und wertschätzende Rückmeldungen


2.2 Schwerpunkt der Kompetenzen der Unterrichtsstunde

Methodenkompetenz:

SuS gehen kreativ mit einer Geschichte um und setzen sich produktiv handelnd mit einer Geschichte auseinander,

SuS nutzen verschiedene Planungs- und Schreibhilfen


Soziale Kompetenz:

SuS stimmen Arbeitsweisen und Ideen bei kooperativen Lernformen ab

SuS halten sich an vereinbarte Regeln während der Stillarbeit

Personale Kompetenz:

SuS organisieren eigene Arbeitsprozesse

SuS übernehmen Verantwortung für eigene Arbeitsprozesse


Sachkompetenz:

SuS gehen kreativ mit der Geschichte „Vom Löwen der nicht schreiben konnte um, indem sie einen eigenen Brief aus der Sicht des Löwen an die Löwin schreiben


2.3 Standardbezug (am Ende der Jahrgangsstufe 4) zum Rahmenlehrplan

2.3.1 Bezogen auf die Unterrichtseinheit

Schreiben/Texte verfassen/Rechtschreiben

Die SuS

nutzen verschiedene Schreibanlässe

planen den Schreibprozess weitgehend selbstständig

experimentieren mit Sprache und verändern Texte

präsentieren und veröffentlichen ihre Texte

schreiben die Wörter des Übungswortschatzes richtig

schreiben eigene Texte überwiegend richtig

beachten beim Schreiben von Texten sachbezogene Regeln

nutzen Rechtschreibstrategien

nutzen Arbeitstechniken und Rechtschreibhilfen

Lesen mit Texten und Medien umgehen

Die SuS

gehen mit Texten produktiv um

Sprechen und Zuhören

Die SuS

sprechen über Lernerfahrungen

erzählen zusammenhängend und verständlich

präsentieren Lernergebnisse

reflektieren ihren Lernprozess

kennen und nutzen Sprechanlässe

Sprache und Sprachgebrauch untersuchen

Die SuS

erkennen Beziehungen zwischen Absicht, sprachlichen und gestalterischen Mitteln und Wirkungen

sprechen über Verstehens- und Verständigungsprobleme

grammatische Fachbegriffe verwenden

Konkretisierter Standard bezogen auf die Unterrichtsstunde für die SuS des 2. und 3. Lernjahres

Die SuS schreiben zu einer literarischen Vorlage, indem sie entsprechend ihrer Kompetenzentwicklung einen Brief aus der Sicht der Hauptfigur Löwe an die Löwin verfassen.

2.3.3 Individuelle Kompetenzentwicklungen der SuS des 3. Lernjahres

Leistungsniveau

Exemplarisch

Maximal

E. schreibt selbstständig den Brief. Sie wird während der Stunde fertig. Sie nutzt die bekannten Schreib- und Planungshilfen aus der Vorratskammer. Anschließend trägt sie freiwillig ihre Geschichte der Klasse vor.

Didaktische Maßnahmen:

E. erhält eine Blanko-Schreibvorlage für den Brief. Bei eventuell auftretenden Schwierigkeiten hat sie die Möglichkeit sich aus der Ideenkiste Anregungen zum Schreiben zu holen.

Mittel

J. benötigt kurze Zeit, um sich zu motivieren und seinen Schreibprozess zu initiieren. Dann schreibt er konzentriert seinen Brief. Er wird gegen Ende der Erarbeitungsphase fertig. Er nutzt die bekannten Schreib- und Planungshilfen aus der Vorratskammer. Anschließend trägt er freiwillig seine Geschichte der Klasse vor.

Didaktische Maßnahmen:

J. erhält eine Schreibvorlage auf der ein möglicher erster Satz für den Brief steht. Zudem bekommt er die Möglichkeit sich aus der Ideenkiste, Anregungen zum Schreiben des Briefes zu holen.

Minimal

P. arbeitet in einem langsamen Tempo. Ihm fällt es schwer seinen Schreibprozess zu initiieren und zu strukturieren, sodass er nur einige Sätze des Briefes schreibt. P. präsentiert ungern vor der Klasse seine Ergebnisse.

Didaktische Maßnahmen:

P. erhält eine Schreibvorlage, auf der der Anfang des Briefes vorgegeben ist. Er erhält einen Hilfeumschlag mit entsprechenden Satzstreifen.

Auch wird er intensiv durch die Lehrperson begleitet. Zur Präsentation könnte P. wählen, ob er auf seinem Platz bleiben oder auf den Dichterstuhl möchte.

Individuelle Kompetenzentwicklungen der SuS des 2. Lernjahres

Leistungsniveau

Exemplarisch

Maximal

P. schreibt selbstständig den Brief. Sie wird während der Stunde fertig. Sie nutzt die bekannten Schreib- und Planungshilfen aus der Vorratskammer. Anschließend trägt sie freiwillig ihren Brief der Klasse vor.

Didaktische Maßnahmen:

P. erhält eine Blanko-Schreibvorlage für den Brief. Bei eventuell auftretenden Schwierigkeiten hat sie die Möglichkeit sich aus der Ideenkiste Anregungen durch das entsprechende Wortmaterial zu holen.

Mittel

J. benötigt kurze Zeit, um sich zu motivieren und ihren Schreibprozess zu initiieren. Dann schreibt sie konzentriert ihren Brief, sodass sie gegen Ende der Erarbeitungsphase fertig ist. Sie nutzt die bekannten Schreib- und Planungshilfen aus der Vorratskammer.

Didaktische Maßnahmen:

J. erhält eine Schreibvorlage auf der die Anrede und ein möglicher erster Satz für den Brief steht. Auch wird sie intensiv durch die Lehrperson begleitet.

Minimal

M. hat große Schwierigkeiten ihren Schreibprozess selbstständig zu initiieren und zu strukturieren sodass sie nur ein bis zwei Sätze des Briefes schreibt.

Didaktische Maßnahmen:

M. erhält eine Schreibvorlage, auf der der Anfang des Briefes vorgegeben ist. Darüber hinaus erhält sie einen Hilfeumschlag mit entsprechenden Satzstreifen.

M.

Da M. z. Zt. in seiner Schreibentwicklung weit unter dem Niveau der anderen Sus des 2. Lernjahres liegt, wird für ihn ein Arbeitsauftrag konzipiert, welcher nur noch wenige Elemente des kreativen Schreibens enthält. So kann eine Überforderung vermieden und gleichzeitig ein Erfolgserlebnis vermittelt werden.

In Bezug auf das kreative Schreiben ist M. nicht in der Lage, seinen Schreibprozess selbstständig zu initiieren und zu strukturieren. So gelingt es ihm nur schwer vollständige Sätze zu schreiben.

Didaktische Maßnahmen:

M. erhält eine Schreibvorlage, die einen fast vollständigen Brief beinhaltet. Er muss hier also nur noch Wortgruppen und Wörter ergänzen. Auch wird er intensiv durch die Lehrperson begleitet.

3 Analyse der Lehr- und Lernstruktur

3.1 Sachanalyse

Kreatives Schreiben

Im Mittelpunkt der Textproduktion in den ersten Schuljahren steht nicht der große zusammenhängende Text, sondern zunächst das Verfassen kleinerer schriftlicher Äußerungen. Eine der zentralen Aufgabe des Anfangsschreibunterrichts ist demnach die Förderung des kreativen - schriftlichen Gestaltens.1 Beim kreativen Schreiben können die Kinder ihre eigenen Gedanken, Gefühle, Erlebnisse, Wünsche und Träume für sich selbst, jedoch auch als Mitteilung für andere festhalten. Schreiben und Lesen stehen hier in engem Zusammenhang. Das Schreiben wird als eine soziale und kommunikative Handlung erlebt. Zudem ermöglicht der kreative, experimentelle Umgang mit Sprache und dem Wortmaterial den SuS, sich auszuprobieren und Entdeckungen zu machen. Die bewusste Inszenierung von Schreibsituationen soll die kindliche Imaginationskraft aktivieren und zum Schreiben hinführen. Darüber hinaus soll ein kreativer Schreibunterricht die Dialog-, Ausdrucks- und Assoziationsfähigkeit der SuS fördern.2

In dieser Unterrichtseinheit handelt es sich um das Schreiben zu und nach literarischen Texten. Das Buch dient hierbei als Anregung zum selber schreiben.

Konkret soll das Verfassen eines Briefes aus der Fantasie der Kinder heraus erfolgen. Dennoch werden implizit bereits schriftliche Normen wie die Anrede, Verabschiedung und die Nennung des Adressaten eingeübt. Indem die SuS sich selbst in den Schreibprozess einbringen, wird ihnen die kommunikative Funktion von Sprache bewusst und Schreibhemmungen gelöst.

Zum Buch

Grundsätzlich muss das kreative Schreiben vor allem vom freien Schreiben unterschieden werden. Hier tritt „an die Stelle der freien Themenwahl die bewusst gestaltete Inszenierung von Schreibsituationen“3. So wird den SuS ein Schreibanlass/Thema vorgegeben, an das sie kreativ anknüpfen sollen. In dieser Unterrichtseinheit ist der Schreibanlass die Geschichte „Vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ von Martin Baltscheit. Hier wird der Inhalt bereits im Titel thematisiert. Die Hauptfigur ist ein Löwe der nicht schreiben kann. Das stört ihn aber nicht, da er in seinem Alltag weder lesen noch schreiben können muss. Die Unfähigkeit zu Schreiben wird zum Problem, als sich der Löwe in eine lesende Löwin verliebt und ihr gerne einen Brief schreiben möchte. Nacheinander sucht der Löwe nun verschiedene Tiere auf und bittet sie in seinem Namen einen Brief an die Löwin zu schreiben. Die Tiere schreiben jedoch aus ihrer jeweiligen Lebensperspektive und laden die Löwin zu Aktivitäten ein, die zu der Lebenswirklichkeit der jeweiligen Tierart passen und für den Löwen somit unbrauchbar sind. Nach einer gebrüllten Liebeserklärung, welche die Löwin zufällig hört, muss der Löwe auf die Frage „Warum haben sie denn nicht selbst geschrieben?“ gestehen, dass er nicht schreiben kann. Am Ende bringt die Löwin dem Löwen das Schreiben bei. Die Geschichte lässt sich vielfältig interpretieren. Für Grundschulkinder soll es hauptsächlich die Einsicht vermitteln, das Schreiben eine wichtige Kulturtechnik ist, mit der man persönlichen Gedanken Ausdruck verleihen kann. Auch ist es wichtig eigene Schwierigkeiten zu erkennen, um diese zu überwinden.

Der Brief

.

Ein Brief ist eine schriftliche Mitteilung, die dem Mündlichen in ihrer Textform am nächsten steht und einer Person etwas mitteilen soll, ohne physisch anwesend zu sein.4

Es gibt verschiedene Briefformen. Diese sind abhängig vom Zweck und der Beziehung zum Schreiber. So kann man unterscheiden zwischen „persönlichem Brief“ (an vertraute Personen), formelhaftem „Geschäftsbrief“ und „offiziellen Brief“ (an Behörden und Institutionen). Im weiteren Sinne gehören zusätzlich der „Leserbrief“ und der „offene Brief“ zu dieser Textgattung.5

Der Brief bezieht sich immer auf einen Leser für den der Text geschrieben wird. Die Voraussetzung einen Brief zu verfassen ist, dass der Schreiber bereits eine Einsicht in die Schrift als Kommunikationsmittel hat und sich auf dem schriftlichen Wege mitteilen will.

Im konventionellen Sinne muss der Brief bestimmten Kriterien genügen: prägnante Formulierungen, Gebrauchen einer Anrede und einer Schlussformel.

Dennoch werden in der Grundschule (besonders auf Schreibanfänger) nicht nur Briefe mit dem allgemeingültigen Aufbau als Textform verstanden, sondern es können auch andere Texte verschickt werden, die an eine Person adressiert sind.6

Grundfunktionen des Briefes sind Informieren, Appellieren und Selbstmanifestation.

3.2. Didaktische Reduktion

Der Schwerpunkt dieser Unterrichtsstunde liegt darauf, sich in die Rolle des Löwen hineinzufühlen und einen Brief an die Löwin zu verfassen.

Die Geschichte dient dabei als Schreibanlass und wird deshalb nur bis zu der Stelle „Neiiiin! Nein! Und nochmals Nein! Ich würde ihr schreiben…“.

vorgelesen. Auch die vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten der Geschichte werden nicht thematisiert. Die Kriterien, die beim Schreiben eines Briefes beachtet werden, wurden in der Unterrichtsstunde zuvor thematisiert und spielen in dieser Stunde eine untergeordnete Rolle. Die SuS wählen die Funktion des Briefes frei: sie können informieren oder appellieren. Demnach ist das Schreiben eines kreativen Textes in dieser Stunde bedeutsam und nicht die Einhaltung der Kriterien für das Schreiben eines Briefes.

3.3 Analyse der Lerngruppe

3.3.1 Die Lerngruppe

Bei der Lerngruppe 7 handelt es sich um eine Jül- Klasse (Jahrgangsübergreifendes Lernen). Ich bin in dieser Lerngruppe seit Februar 2009 als Vertretungslehrerin tätig. Im Rahmen meines Vorbereitungsdienstes unterrichte und begleite ich die Lerngruppe nun seit August 2010.

In der Lerngruppe lernen 26 SuS (15 Jungen und 11 Mädchen). Davon sind 5 SuS im ersten Lernjahr 11 SuS im zweiten Lernjahr und 10 SuS im dritten Lernjahr.

Die Lern- und Leistungsvoraussetzungen in der Lerngruppe sind aufgrund der Altersmischung sehr heterogen. Aber auch innerhalb der einzelnen Lernjahre gibt es ganz unterschiedliche Lernvoraussetzungen in allen Bereichen (Sprache, Grob- und Feinmotorik u. a.). Die SuS des 2. Lernjahres kamen im vergangenen Jahr mit sehr guten Lernvoraussetzungen in die Schule und haben dadurch im ersten Lernjahr ein sehr hohes Leistungsniveau in allen Bereichen erreicht.

Die meisten SuS lassen sich für neue Lerninhalte schnell begeistern und erfüllen ihre Aufgaben mit Engagement.

In den letzten Monaten hat sich die allgemeine Lernatmosphäre allerdings zum Negativen entwickelt. So haben einige Kinder Probleme, sich anhaltend auf die Unterrichtsinhalte zu konzentrieren und Lehreranweisungen zu folgen.

In der Lerngruppe gibt es vier Schüler mit dem festgestellten Förderbedarf im Bereich sozial-emotionale Entwicklung. Diese fallen u. a. durch motorische Unruhe, Konzentrationsprobleme, geringe Frustrationstoleranz und aggressives Verhalten auf. Dadurch wird das allgemeine Klassenklima ungünstig beeinflusst und es kommt immer wieder zu verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen. Das zeigt sich besonders bei Partner- oder Gruppenarbeit, sodass hier die Arbeitsatmosphäre nicht immer optimal ist. Um das soziale Miteinander zu erleichtern und Struktur zu geben, hat jedes Kind des ersten Lernjahres ein Helferkind aus dem 2. oder 3. Lernjahr („Patenprinzip“). In den meisten Fällen funktioniert die Zusammenarbeit beider SuS sehr gut, sodass die SuS des ersten Lernjahres im Schulalltag oder bei neuen Arbeitsformen nützliche Hilfestellungen erhalten.

Die Kinder der LG 7 verfügen über eine sehr gute Methodenkompetenz. Dies zeigt sich bei allen Verfahren der Freiarbeit. Hier gelingt es den SuS sehr gut, sich zu organisieren und die entsprechenden Regeln einzuhalten.

3.3.2 Sachstrukturelle Lernvoraussetzungen der Lerngruppe

Da die SuS des ersten Lernjahres am Anfang dieses Schuljahres gerade mit dem Schriftspracherwerb begonnen haben, werde ich diese Unterrichtseinheit in den dafür vorgesehenen Teilungsstunden lediglich mit den SuS des 2. und 3. Lernjahres durchführen.

Diese sind mit dem eigenverantwortlichen Verfassen von Texten vertraut. Dieses wurde bisher durch vielfältige, wiederkehrende Übungen angebahnt. Des Weiteren gibt es seit Anfang des Schuljahres eine feste Schreibzeit am Mittwoch und am Donnerstag für jeweils zwei Stunden. Hier werden den SuS vielfältige Schreibanlässe gestellt, zu denen sie einen Text verfassen. Anschließend wird der Text präsentiert, indem die SuS auf dem so genannten Dichterstuhl Platz nehmen und ihren Text der Klasse vorlesen. Grundsätzlich gilt nur überarbeitete Texte werden präsentiert. Allerdings werden häufig auch Entwürfe vor der Klasse vorgelesen, um erste Reaktionen zu testen. Anschließend werden die Texte mit Hilfe einer Schreibkonferenz endgültig überarbeitet. Erst dann dürfen sie in Form eines Buches oder einer Wandzeitung veröffentlicht werden. Die meisten SuS beherrschen inzwischen alle Phasen des Schreibprozesses weitgehend sicher. Dennoch bedarf es bei der Phase der Überarbeitung in der eigentlichen Schreibkonferenz (Gespräch und Korrektur mit anderen SuS) noch intensiver Begleitung.

Das Schreiben nach Vorgaben (Bilder, Themen oder Texten) ist für die Kinder eine bekannte Methode des kreativen Schreibens. Aufgrund der Altersmischung innerhalb der Lerngruppe ist die Schreibentwicklung in Hinblick auf Orthographie und Grammatik bei den einzelnen SuS sehr unterschiedlich.

Beim Schreiben kreativer Texte gelingt es den meisten SuS, originelle Ideen zu generieren. Die daraus resultierenden Texte der SuS des 2. und 3. Lernjahres sind allerdings noch wenig kommunikations- und adressatengerecht und dadurch schwer verständlich. Der Schreibstil ist eher unverbunden aufzählend, ohne chronologische Darstellung von Ereignisabläufen. Die Handlung ist bei einigen Kindern noch stark kontextgebunden, also für Leser und Zuhörer schwer verständlich, da diese nicht sachlogisch dargestellt wird. Auf sprachlicher Ebene dominieren sich wiederholende Satzanfänge („Und da…und dann“). „Schreibstarken“ SuS gelingt es recht gut, eine Handlung sachlogisch und folgerichtig darzustellen und unterschiedliche Stilmittel den Textsorten angemessen zu benutzen.

3.3.3 Didaktisch-methodische Vorüberlegungen

In der Unterrichtsstunde schreiben die SuS im Rahmen der wöchentlichen Schreibzeit einen Brief an die Löwin aus der Sicht des Löwen. Dazu gestaltet die Lehrkraft den Klassenraum entsprechend einer Schreibwerkstatt um. In der so genannten Vorratskammer sind Planungs- und Schreibhilfen thematisch sortiert aufgebaut (Karteikarten mit Wortfeldern, Satzanfängen, differenzierte Ideenkisten mit Wortmaterial, Ideenkästchen, informierende Applikationen an der Tafel7 und Wörterbücher). Entsprechend den Prinzipien der Schreibwerkstatt können die Kinder ihre Schreibwerkzeuge frei wählen.

Die SuS der Niveaustufe „Minimal“ werden an einem Tisch platziert, um die intensive Betreuung durch die LAA zu ermöglichen, ohne die anderen Kinder abzulenken. Darüber hinaus werden den SuS der Niveaustufen „Minimal“ und „Mittel“ Ideenkästchen (mit Satzstreifen) auf den Tisch gestellt, um den möglichen „Ansturm“ auf die Ideenkiste zu minimieren und die Wahl der Ideen zu erleichtern. So kann die eigentliche Schreibzeit optimal genutzt werden.

Die Stunde beginnt mit einem Informierenden Unterrichtseinstieg, um das gemeinsame Lernen (Ziel und Ablauf der Stunde) transparent zu machen. Die LAA benutzt dazu bekannte Piktogramme, die den Unterrichtsverlauf verdeutlichen sollen. Für diese Phase werden ungefähr 2 Minuten eingeplant.

Der anschließende Impuls dient der motivationalen und thematischen Einstimmung. Die LAA verteilt jeweils an zwei Kinder ein Puzzle mit dem Bild des Löwen. Die Kinder müssen nun das Puzzle zusammensetzen. Dazu haben sie zwei Minuten Zeit. Diese Phase findet in Partnerarbeit statt.

Wenn die Kinder das Puzzle fertig gestellt haben, erklärt die LAA den Kindern, dass sie eine Geschichte mitgebracht hat, in der dieser Löwe ein großes Problem hat. Anschließend fordert sie die SuS auf Vermutungen anzustellen, welche Probleme der Löwe haben könnte ohne diese zu kommentieren. So können die SuS frei assoziieren und später ihre Vermutungen mit der Geschichte vergleichen. Zur Auflösung des „Rätsels“ liest die LAA die Geschichte bis zu der Stelle vor, an der der Löwe brüllt: „Neiiiin! Nein! Und nochmals Nein!“

In der Erarbeitungsphase1 wird der Schwerpunkt erarbeitet: Der Löwe will das Herz einer Löwin gewinnen, kann aber nicht schreiben.

Um die SuS anzuregen den Brief zu schreiben, stellt die LAA die Frage: „Überlegt euch was könnte der Löwe schreiben?“ und hält dabei einen Stofflöwen hoch. Dies soll den SuS den Perspektivwechsel erleichtern und dient gleichzeitig der Ideensammlung.

In der darauf folgenden Instruktionsphase wird das Schreibvorhaben besprochen und die Planungs- und Schreibhilfen vorgestellt, um einen reibungslosen Ablauf der Stillarbeit zu gewährleisten.

Außerdem werden die bekannten Regeln der Stillarbeit (Ritual) besprochen. Um eine ruhige Arbeitsatmosphäre zu erreichen, teilt die Lehrperson den so genannten Maxi-Wächter8 ein. Wenn es während der Arbeitsphase zu unruhig wird, gibt dieser mit der Klangschale ein akustisches Signal. Der Vorteil an dieser Vorgehensweise ist, dass nicht die Lehrperson die Lautstärke reguliert, sondern ein SuS sensibel auf die Lautstärke reagieren muss.

In der Erarbeitungsphase 3 verteilt die LAA die Schreibaufträge (Briefpapier).

Anschließend schreiben die SuS entsprechend ihres Niveaus den Brief.

Die Erarbeitungsphasen wurden nach folgenden Gesichtspunkten differenziert:

nach Leistungsvoraussetzung durch die Niveaustufen der Schreibaufträge und durch die individuelle Nutzung der Schreib- und Planungshilfen (Ideenkisten, Ideenkästchen u. a.), Differenzierung der Schreibhilfen

Maß der Zuwendung durch die Lehrperson

nach Interesse durch die Möglichkeit der Auswahl der Ideen für die Briefe.

In der abschließenden Sicherungsphase haben einige SuS die Möglichkeit ihren Brief vor der Klasse zu präsentieren. Dazu setzen sie sich auf den „Dichterstuhl“. Die anderen Kinder hören zu und würdigen den Text durch Klatschen. Da wir mit der Überarbeitung des Textes erst in der nächsten Stunde beginnen, dient diese Phase lediglich der Wertschätzung und eventuell dem Sammeln erster Reaktionen, nicht aber der kritischen Auseinandersetzung mit dem Text.

4 Verlaufsplan

Unterrichtsaktivitäten LAA und SuS

Sozialform/ Medien

Didaktische Funktion

Begrüßung

2 Minuten

LAA stellt SuS den Gast vor

LAA informiert die SuS über den Stundenverlauf

Plenum

Applikationen mit entsprechenden Piktogrammen an der Tafel

Transparenz des Lernprozesses

Impuls

7 Minuten

LAA verteilt Puzzle mit Löwenbild

SuS setzen in Partnerarbeit Bild zusammen

LAA heftet das Bild von dem Löwen an und

erklärt den Kindern, dass sie eine Geschichte mitgebracht hat, in der dieser Löwe ein Problem hat.

LAA fragt: „Was könnte der Löwe für ein Problem haben?“

SuS vermuten

LAA fordert auf: Ich lese euch jetzt die Geschichte vor, findet heraus, was der Löwe tatsächlich für ein Problem hat! Hört aufmerksam zu!“

LAA liest die Geschichte bis zu der Stelle vor, an der der Löwe brüllt: „Neiiiin! Nein! Und nochmals Nein!“

Löwenbild, Plenum

Buch „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“

Motivationale und thematische Einstimmung,

Förderung einer

aufmerksamen

Haltung

Erarbeitungsphase 1

5 Minuten

SuS arbeiten Schwerpunkt heraus:

Der Löwe will das Herz einer Löwin gewinnen, kann aber nicht schreiben.

LAA hält Löwen hoch:“ Überlegt euch, was

könnte der Löwe der Löwin schreiben wollen?

LAA nennt ein Beispiel

SuS formulieren Ideen

LAA fordert auf: Helft doch dem Löwen nun einen Brief an die Löwin zu schreiben!

Unterrichtsgespräch/Plenum

Applikationen

Löwen-Kuscheltier

Zielorientierung/

Ideensammlung

Erarbeitungsphase 2 =Instruktionsphase

5 Minuten

Was braucht ihr zum Schreiben des Briefes?

SuS formulieren, was sie zum Schreiben brauchen

LAA macht auf Planungs- und Schreibhilfen in der „Vorratskammer“ und auf die Ideekästchen aufmerksam ,Sensibilisierung für einige Merkmale der Briefform durch Applikationen an der Tafel

LAA verteilt „Briefpapier

LAA lässt einen SuS Arbeitsauftrag u. a.

wiederholen

LAA fordert SuS auf, die Regeln für die Stillarbeit zu nennen

ein SuS wiederholt die Regel

„Maxi-Wächter“ wird eingeteilt

Unterrichtsgespräch/Plenum

Planungs- und Schreibhilfen (Ideenkisten, Ideenkästchen Hilfeumschläge,

Wortfeldkarteien, Wörterbücher, Satzanfänge)

Strukturierung des Schreibprozesses/

Förderung der selbstständigen

Organisation ihrer Arbeit

Erarbeitungsphase 3

15 Minuten

Schreiben des Briefes für den Löwen an die

Löwin

Schüler, die schon frühzeitig fertig sind, stehen den Mitschülern als Helfer zur Verfügung und haben die Möglichkeit ihren Brief schön zu verzieren.

Verfassen des Briefes

Förderung der Schreibkompetenz

Sicherungsphase

10 Minuten

LAA bittet einzelne SuS nach vorn auf den „Dichterstuhl“

SuS lesen ihre Briefe vor

andere SuS würdigen durch Beifall

LAA gibt Ausblick auf die nächste Stunde

Ergebnissicherung/

Würdigung der Arbeit

5 Literatur

Baltscheit, Martin: Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte. Bajazzo Verlag. Zürich 2008

Böttcher, Ingrid (Hrsg.): Kreatives Schreiben. Berlin: Cornelsen Scriptor 2000

Böhmann Marc (Hrsg).: Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte. Ideen und Materialien zum Einsatz des Bilderbuchs in Kindergarten und Grundschule. Beltz Verlag. Weinheim und Basel 2011

Fritzsche, Joachim: Zur Didaktik und Methodik des Deutschunterrichts. Band 2: Schriftliches Arbeiten. Stuttgart, Düsseldorf

Berlin, Leipzig: Ernst Klett Schulbuchverlag1994

Moers, Edelgard/Zühlke Stefanie: Schreibwerkstatt Grundschule. Möglichkeiten zum freien, kreativen, assoziativen, produktiven und kommunikativen Schreiben: Donauwörth: Auer-Verlag 1999.

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport: Rahmenlehrplan Grundschule Deutsch, 2004

Schuster, Karl: Das personal-kreative Schreiben im Deutschunterricht. Baltmansweiler: Schneider Verlag Hohengehren 2003

Schuster, Karl: Einführung in die Fachdidaktik Deutsch. Baltmannsweiler: Schneider-Verlag Hohengehren 1994

1 {#sdfootnote1anc} Vgl. Schuster, Karl (1994), S. 142-145.

2 {#sdfootnote2anc} Vgl. Moers, Edelgard und Zühlke, Stefanie (1999), S. 6-7.

3 {#sdfootnote3anc} Böttcher, Ingrid (2000) S.15

4 {#sdfootnote4anc} vgl. Fritzsche (1994), S.169

5 {#sdfootnote5anc} ebd.

6 {#sdfootnote6anc} vgl. Bartnitzky (2003) S.88

7 {#sdfootnote7anc} Um die SuS für die Merkmale eines Briefes zu sensibilisieren, werden entsprechende Applikationen an die Tafel geheftet. Allerdings werden diese Kriterien nicht explizit thematisiert, da wie in dem Kapitel 3.2 ausgeführt der Fokus dieser Stunde auf dem kreativen Schreiben zu einer literarischen Vorgabe liegt.

8 {#sdfootnote8anc} Maxi ist unser Klassenmaskottchen: Dieses „beobachtet“, welcher SuS sich in der Woche am besten an die Regeln gehalten hat und immer hilfsbereit war. Die anderen SuS bestimmen dann am Ende der Woche, wer den Maxi mit nach Hause nehmen darf.



Kommentare (1)


Vom Löwen, der nicht schreiben konnte von da.ne am 12. Februar 2012 0

Hier werden die Schülerinnen und Schüler an das Thema Briefschreiben so herangeführt, dass es nur eine logische Konsequenz sein kann, sich mit Freude hinzusetzen und eine Zeile / einige Zeilen zu schreiben.

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