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Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz: STEP

Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz: STEP
Hausarbeit
Datum: 21. November 2010 Autor: wuschel Kommentare: 0

Zusätzliche Informationen:

Ihre Spur lässt sich sogar bis in die Antike zurückverfolgen, aber dennoch kann sie nicht eindeutig beantwortet werden.

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Beschreibung:

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage was eine gute Erziehung ausmacht und welche Fähigkeiten dafür benötigt werden. Diese Frage beschäftigt die Menschen schon seit Jahrtausenden.


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Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz: STEP


Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz: STEP

(Systematic Training for Effective Parenting)


Gliederung
1. Einleitung
2. Entwicklungsfördernde Erziehung
3. Basiskompetenzen
4. Vorstellung von STEP
4.1 Entstehung, Erscheinungsformen
4.2 Grundsätze auf denen STEP basiert
4.3 Die Arbeitsweise von STEP
4.3.1 Aufbau der STEP Kurse
4.3.2 Der Aufbau der Elternbücher
4.4 Inhalt
4.5 Überprüfung von Step anhand des Säulenmodells und der Basiskompetenzen
4.5.1 Schwerpunktbereich bezüglich der Grundaspekte der Erziehung
4.5.2 Schwerpunktbereiche bezüglich der Basiskompetenzen
5. Andere Konzepte
6. Qualitätsanfragen an Erziehungskonzepte
7. Fazit


Literatur
1. Dinkmeyer, D. Sr. U.a.: STEP Das Elternbuch. Kinder ab 6 Jahren. Weinheim 2004.
2. Dinkmeyer, D. Sr. U.a.: STEP Das Elternbuch. Die ersten 6 Jahre. Weinheim 2004.
3. Tschöpe-Scheffler, S. (Hrsg.): Konzepte der Elternbildung: eine kritische Übersicht. Opladen 2005. S. 275-328

1. Einleitung

Die Frage was eine gute Erziehung ausmacht und welche Fähigkeiten dafür benötigt werden, beschäftigt die Menschen schon seit Jahrtausenden, ihre Spur lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. Dennoch kann sie nicht klar und deutlich beantwortet werden, aber es werden grundlegende Bedingungen angenommen die zu einer entwicklungsfördernden Erziehung beitragen (vgl. 3, 277). Auch die „Klassiker der Pädagogik, wie z. B. Johann Amos Comenius (1592-1670), Johann Heinrich Pestalozzi (1870-1953), Maria Montessori (1870-1952) oder Janusz Korczak (1878-1942) verweisen auf spezifische Dimensionen des Erziehungsverhaltens bzw. auf Grundhaltungen der Erzieher, die sie als entwicklungsfördernd und persönlichkeits¬unterstützend für das Kind erkannt haben" (3, 278).
Im folgenden werden verschiedene Elemente dargestellt, die allgemein als Erziehungsgrund¬lagen gelten. Dazu gehören auch bestimmte Kompetenze, die Eltern/Erzieher haben sollten, um eine positive Erziehung an das Kind herantragen zu können.
Um diese umzusetzen wurden verschiedene Konzepte entwickelt, die Eltern/Erzieher in Erziehungsfragen fördern und schulen sollen. Beispielhaft für solche Elternförderprogramme wird das Trainingskonzept STEP genauer betrachtet.
Verschiedene andere Programme können an dieser Stelle nur kurz erwähnt werden.

2. Entwicklungsfördernde Erziehung

Innerhalb eines Forschungsprojektes an der Fachhochschule Köln (Tschöpe-Scheffler & Niermann 2002) wurde das Wissen unterschiedlicher pädagogischer Haltungen zusammengetragen. Es ließen sich erstaunlich viele Gemeinsamkeiten in Bezug auf förderndes Verhalten seitens der Eltern und Erzieher feststellen (vgl. 3, 278). Von dieser Feststellung ausgehend wurde das Strukturmodell „Fünf Säulen der Erziehung" (Tschöpe-Scheffler 2003b, 3, 278) entwickelt. Entwicklungsfördernde Unterstützung geht demnach einher mit einer positiven Einstellung dem Kind gegenüber und den damit verbundenen neuen Aufgaben und Anforderungen. Entwicklungshemmendes Verhalten dagegen kennzeichnet sich in einer Überhäufung oder Verweigerung an Emotionalität und Geborgenheit (vgl. 3, 279, 283). Sowohl das Zuviel als auch das Zuwenig stellen eine Nichtbeachtung und somit seelische Kränkung des Kindes dar, was mittlerweile vom Gesetz her (§1631, II BGB), verboten ist (vgl. 3, 279).
Das Modell ist ein idealtypisches Modell das als Hilfestellung und Instrument zur Bestimmung von „Missachtung, Demütigung und seelische[r] Verletzung" (3, 279) dient. Die fünf Säulen stellen sowohl die Perspektiven des entwicklungsfördernden als auch des entwicklungshemmenden Erziehungsverhaltens dar. Darüber hinaus kann es bei Vergleichen unterschiedlicher Elternbildungskurse als Instrumentarium herangezogen werden (vgl. 3, 279).
Die fünf Säulen haben die Aufgabe Eltern dazu anzuregen ihr Verhalten zu reflektieren und es ggf. zu verändern. Das Modell basiert auf einem demokratischen Erziehungsstil der nach Sigrid Tschöpe-Scheffler nötig ist, um ein Kind zu einem selbstbestimmten, sich selbst liebenden und verantwortungsbewussten Teil der Gesellschaft zu erziehen (vgl. 3, 282-283).
Das Erziehungsverhalten der Eltern wird allerdings auch durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst, deren Wirkungen auf das Verhalten bislang nicht vollständig bekannt sind. Diese ständigen Einflüsse haben aber wiederum auch Auswirkungen auf das Verhalten des Kindes und dessen Interaktion. Die Forschung in diesem Bereich geht der Frage nach, inwieweit sich die Interaktionen zwischen einem aktiven Erzieher und einem aktiv gestaltenden und handelnden Kind gegenseitig beeinflussen (vgl. 3, 283).
Auch die Kinder beeinflussen das Elternverhalten und die Erziehung maßgeblich und es stellt sich die Frage, ob Eltern nicht sogar diese Hilfe ihrer Kinder brauchen um sie entsprechend zu leiten. (vgl. 3, 283)
Erziehung ist also ein Komplex der durch unterschiedliche Variablen beeinflusst wird und aufgrund dessen müssen auch Studien über die Wirkungen von Elternbildungskursen immer äußere Aspekte mit einbeziehen (vgl. 3, 284).
Wir wollen nun der Frage nachgehen, welche Kompetenzen Eltern benötigen um nach dem „Fünf-Säulen Modell" handeln zu können.

3. Basiskompetenzen

Im Rahmen eines Werkstattseminars an der Fachhochschule Köln wurden 350 Eltern befragt, was sie sich als Unterstützung für den Erziehungsalltag wünschen. Die Ergebnisse deckten sich mit denen einer repräsentativen Studie die bei Beratungsstellen erhoben wurde (Klann et al. 2000) unter der Fragestellung was der Grund für den Besuch der Beratung wäre. Aufgrund der genannten Unterstützungswünsche konnten vier Basiskompetenzen herausgearbeitet werden, die einerseits wichtig sind, um die elterliche Erziehungskompetenz zu stärken und entwicklungsfördernd erziehen zu können, bei denen die Befragten andererseits nach ihrer Selbsteinschätzung Hilfe und Unterstützung brauchen (vgl. 3, 284-286).
Die Kompetenzen sind Wissen, Handeln, Selbsterfahrung und Selbsterziehung, Aufbau und Nutzung von Netzwerken.
Eltern wünschen sich und brauchen Informationen über die Entwicklung ihrer Kinder und den damit verbundenen Bedürfnissen. Sie benötigen das Wissen, damit sie in der Lage sind die Bedürfnisse ihrer Kinder innerhalb der Familie und der Umwelt zu erfüllen. Wissen allein reicht den Eltern aber oftmals nicht aus. Um ihr Handeln zu verändern und zu verbessern wollen sie die Faktoren und Hintergründe kennen, die ihre Kinder beeinflussen. Je mehr Wissen und Informationen den Eltern zugänglich sind, desto besser gelingt die kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten (vgl. 3, 286).
Damit sie lernen ihr Verhalten zu ändern, benötigen sie „flexible, erweiterte Handlungsoptionen im Umgang mit ihren Kindern" (3, 286). Diese können sie durch Üben und Erproben von anderen Erziehungsweisen erlernen. Dafür bieten Elternkurse meist genügend Zeit und Raum. Allerdings sollte der Elternkurs darauf achten, dass das neu erlernte Handeln auch in den Alltag transferiert wird, so dass es auch im täglichen Leben zu einer tatsächlichen Veränderung kommt. Dies gelingt umso besser, je stärker der Kurs den Dialog zu diesem Thema anregt (vgl. 3, 286).
Damit die Stärkung der Erziehungskompetenz gelingt, bedarf es an Raum und Zeit zur Selbsterfahrung und Reflexion des selbst erfahrenen Erziehungsverhalten. Denn Eltern die sich mit ihrer eigenen (Erziehungs-)Biographie auseinandersetzen, verstehen sowohl sich selbst als auch ihre Kinder besser und sie begreifen eher, dass ihre Probleme auch Einflüsse auf die Beziehung zu ihren Kindern haben. Es geht also darum, dass Eltern sich sowohl selbst erfahren, als auch sich selbst erziehen. Aus diesem Grund darf der Blick und Dialog für die eigene Persönlichkeits- und Weiterentwicklung in Elternkursangeboten nicht fehlen (vgl. 3, 287).
Eltern wünschen sich besonders intakte Netzwerke um sich austauschen und ihre Erfahrungen und Probleme teilen zu können. Sie sind bereit viel in diese Netzwerke zu investieren, wenn sie mit ihren Stärken und Schwächen ernst genommen werden (vgl. 3, 288). Gerade beim Aufbau und der Fortführung von Netzwerken brauchen und wünschen sich Eltern besondere Unterstützung und Hilfe. Kontakte mit ´Gleichgesinnten` außerhalb der Familie sind besonders wichtig, denn „je weniger auf familiäre Hilfe im großfamiliären Netz zurückgegriffen werden kann, desto wichtiger werden „Wahlverwandtschaften" und verbindliche Beziehungen, die diese Lücke ausfüllen können" (3, 288).
Wenn Elternkurse diese vier Basiskompetenzen zum Gegenstand ihres Kurses machen, den Eltern dabei helfen und sie unterstützen, so können Eltern in Bezug auf ihr Erziehungsverhalten gestärkter in den Alltag zurückkehren.

4. Vorstellung von STEP

4.1 Entstehung, Erscheinungsformen

„STEP steht im Amerikanischen für Systematic Training for Effective Parenting und im Deutschen für ‚Systematisches Training für Eltern und Pädagogen`" (vgl. 3, 72).
STEP ist ein strukturiertes, systematisches Elterntraining, das auf demokratischen Erziehungsprinzipien aufbaut. Es kann sowohl präventiv als auch bei größeren Erziehungsproblemen angewendet werden (vgl. 3,67).
Ziel des Elterntrainings ist eine Stärkung zeitgemäßer Erziehungskompetenz und die Förderung der Verantwortungsbereitschaft der Eltern für die Erziehung ihrer Kinder, um sowohl ein kooperatives, stressfreieres Zusammenleben in der Familie, als auch tragfähige, erfüllende Eltern-Kind-Beziehungen zu erreichen (vgl. , 82).
STEP bietet nach dem Kindesalter differenzierte Elternkurse an, von 0-6, 6-12 und von 12-18 Jahren (vgl. 3, 82). Grundlage für die Kurse bilden die STEP Elternbücher oder alternativ die STEP Trainingsvideos (vgl. 3, 78). Die STEP Elternbücher sind auch zum Selbststudium geeignet. Neben STEP Elternkursen gibt es spezielle Programme für pädagogische Fachkräfte in pädagogischen Berufen: z.B. das STEP Inhouse Training für pädagogische Fachkräfte in der Jugend- und Erziehungshilfe. Die STEP Weiterbildung für Erzieher und die STEP Fortbildung für Lehrer sind in Bearbeitung (vgl. 3, 82).
Die Autoren von STEP, Don Dinkmeyer Sr., Gary D. McKay, Don Dinkmeyer Jr., haben verschiedene Erziehungsprinzipien zu einem praxisorientierten Konzept zusammengestellt. Dieses wurde in fast drei Jahrzehnten an die veränderten Herausforderungen der Erziehung angepasst. Hierbei wurde darauf Wert gelegt komplexe Zusammenhänge sprachlich so vereinfacht darzustellen, dass sie leicht vermittelbar und somit auch Eltern bildungsferner Schichten zugänglich sind. Dieses Konzept wurde in den USA in 61 Studien von verschiedenen pädagogischen und psychologischen Forschungsinstituten evaluiert. Seit 1976 haben mehr als vier Millionen Eltern an den STEP Kursen teilgenommen (vgl. 3, 79-80).
Die Herausgeberinnen des deutschesprachigen STEP Programms, die Pädagoginnen Trudi Kühn und Roxanna Petcov und die Psychologin Linda Pliska, haben das gesamte STEP Programm in die deutsche Sprache übertragen und adaptiert. Sie leiten selber STEP Kurse und bilden Kursleiter aus, um dieses Elterntraining möglichst vielen Eltern in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz zugute kommen zu lassen (vgl. 3, 68).

4.2 Grundsätze auf denen STEP basiert

STEP basiert auf der von Alfred Adler und seinem bedeutensten Schüler Rudolf Dreifuß entwickelten Individualpsychologie.
„Die Ausgangsthese der Individualpsychologie ist: Der Mensch ist ein soziales Wesen. Sein Verhalten ist darauf ausgerichtet, ein Gefühl der Zugehörigkeit zu erlangen. Wenn einem Kind dies nicht auf positive Art gelingt, fühlt es sich entmutigt und versucht, das Ziel der Zugehörigkeit mit störendem Verhalten zu erreichen (vgl.1, 13)."
Grundlage des Erziehungskonzeptes ist ein demokratischer Erziehungsstil, der auf eine Erziehung zur Verantwortlichkeit abzielt, indem er Grenzen setzt und innerhalb dieser Grenzen Wahlmöglichkeiten lässt.(vgl.1, 26)

4.3 Die Arbeitsweise von STEP

4.3.1 Aufbau der STEP Kurse

Die Dauer eines Elternkurses beträgt in der Regel zehn Wochen, in denen wöchentliche Treffen von zwei bis zweieinhalb Stunden stattfinden. Die normale Teilnehmerzahl liegt zwischen sechs und zwölf Personen (Vgl. 3, 76).
In diesen Sitzungen werden den Eltern aufeinander aufbauende STEP Fertigkeiten vermittelt.
Die STEP Kurse sprechen die teilnehmenden Eltern sowohl auf der kognitiven Seite durch die Elternbücher, Trainervideos, visuelles Material, Fallbeispiele und Selbstreflektion, als auch auf der emotionalen Ebene durch speziell für den Kurs entwickelte Rollenspiel an. Indem die Eltern die Position ihres Kindes einnehmen, werden sie sich oft über ihr eigenes Verhalten ihren Kindern gegenüber bewusst.
Durch den wöchentlichen Austausch der Eltern können Erfahrungen beraten und sich gegenseitig Mut gemacht werden (vgl. 3, 76).
Durch die individuelle Problemlösung in der Gruppe lernen Eltern wie sie die STEP Strategien auf ihre Situation zugeschnitten praktizieren können (vgl. 3, 78).

4.3.2 Der Aufbau der Elternbücher

Die Elternbücher sind in einzelne parallel strukturierte, aufeinander aufbauende Kapitel unterteilt. Die Kapitel sind mit zentralen Leitgedanken überschrieben. Die jeweiligen Kapitel sind durch zugehörige Fragestellungen strukturiert.
Zum Beispiel:
Leitgedanke: Sinnvolle Disziplin
Fragestellungen: Sind Disziplin und Strafe das Gleiche?
Wie üben wir Disziplin aus?
Wie können wir Konsequenzen einsetzen? (vgl. 1, 5)

Jede in diesem Rahmen angeführte Handlungsanweisung ist mit konkreten beispielhaften Situationsschilderungen illustriert. Am Ende jeden Kapitels gibt es einen hervorgehobenen Kasten der konkrete Handlungsanweisungen für die Ermutigung des Kindes enthält. Dann wird zusammengefasst welchen Fortschritt die Eltern durch das Verständnis des vorangegangenen Kapitels gemacht haben.
Im Weiteren folgen konstruktive Vorschläge für das Miteinander in der Familie, eine Aufgabe der Woche, welche Reflektionsfragen für die Eltern beinhaltet und einen Abschnitt „nur für sie" der konkrete Handlungsanweisungen für die Eltern in Bezug auf sie selbst enthält. Am Schluss steht eine stichwortartige Zusammenfassung des Kapitels und eine tabellarische Übersicht die sich mit den Aktionen/Emotionen der Eltern und deren Auswirkungen auf das Verhalten/die Emotionen der Kinder beschäftigt .
Das Elternbuch ist sowohl ein stufenweise aufgebauter, erklärender Ratgeber als auch ein handhabbares Nachschlagewerk mit zahlreichen Merkzetteln.

4.4 Inhalt

Wie sehen die Inhalte des STEP Elternbuches konkret aus, d.h. was lernen die Eltern mit Hilfe von STEP?
Das STEP-Konzept stellt den Eltern zahlreiche Handlungsoptionen vor, die sie während der Erziehungszeit anwenden können.
Die Eltern sollen lernen, eigene positive Wertvorstellungen zu entwickeln, da Kinder in der Regel diese von ihren Eltern übernehmen (vgl. 2, 25). Eltern helfen den Kindern, „positive Verhaltensmuster zu entwickeln" (2, 25).
Die Wertvorstellungen die ein Kind entwickelt, sind deshalb geprägt durch folgende vier Fragen:
„1 .Was ist wichtig in der Familie?
2. Was sagen die Eltern und was tun sie?
3. Welchen Erziehungsstil benutzen die Eltern überwiegend?
4. Welche Position nimmt das Kind in der Familie ein?" (2, 43)

Im nächsten Schritt liefert STEP den Eltern Erklärungsansätze für Fehlverhalten von Kindern und zeigt, wie mögliche Reaktionen aussehen können.
Der Aufbau einer positiven Beziehung zu seinem Kind ist nach STEP-Überlegungen, einer der wichtigsten Faktoren, damit ein besseres Eltern-Kind Verhältnis entstehen kann. Vier Elemente spielen hierbei eine entscheidende Rolle: Respekt zeigen, Spaß miteinander haben, Ermutigen und Liebe zeigen (vgl. 1, 41).
Das STEP-Konzept fordert bei Fehlverhalten des Kindes eine konträre Reaktion der Eltern, d.h., dass sie etwas Unerwartetes tun und damit nicht auf das Fehlverhalten reagieren (vgl. 1, 54). Die Umsetzung dieses Verhaltens ist schwer und erfordert zum einen, ein Gespür dafür zu entwickeln wie wir uns fühlen und zum anderen den Blickwinkel zu ändern (vgl. 1, 60).
STEP nimmt die Eltern in die Pflicht und fordert sie auf zunächst ihr eigenes Verhalten zu überprüfen, bevor Forderungen an das Kind gestellt werden. Eltern sind Vorbilder für ihre Kinder und ihr Verhalten kann nach STEP-Überlegungen positive Konsequenzen und Auswirkungen auf das Verhalten der Kinder haben (vgl. 3, 73). Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass „die Art, wie uns unsere Eltern erzogen haben, unseren gegenwärtigen Erziehungsstil beeinflusst" (1, 76,).
Im nächsten Kapitel lernen Eltern, ihre Kinder durch Ermutigung zu motivieren und auf kritische Äußerungen und unangemessenes Lob zu verzichten. Das Ziel das STEP an dieser Stelle verfolgt, ist Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein bei Kindern zu entwickeln. Mit Hilfe des Zitates von Rudolf Dreikurs heben die Autoren den Stellenwert von Ermutigung noch mal hervor: „Ein Kind braucht Ermutigung wie eine Pflanze das Wasser" (1, 107).
Wie sieht ermutigtes Lernen aus? Das STEP-Konzept skizziert verschiedene Wege, die Eltern in Betracht ziehen sollten. Die wichtigste Voraussetzung ein Kind zu ermutigen ist, dass die Eltern sich selbst ermutigt fühlen.
Möglichkeiten der Ermutigung sind:
• „unser Kind lieben und akzeptieren wie es ist,
• bemerken, wenn unser Kind etwas Neues versucht oder Fortschritte macht,
• unser Kind schätzen,
• an unser Kind glauben" (1, 99).
• Worte der Ermutigung verwenden, z.B. „Du schaffst das" (vgl. 1, 111).
• Kinder bei Problemen eigenständig nach Lösungsmöglichkeiten suchen lassen (vgl. 1, 115).

Der nächste Schritt des STEP-Konzeptes sieht eine funktionierende Kommunikation zwischen Eltern und Kind vor. STEP liefert den Eltern eine Antwort auf die Frage wie diese aussehen kann. Kommunikation braucht zunächst ausreichend Zeit, um wirkungsvoll zu sein. Mit Hilfe von STEP lernen die Eltern aktives Zuhören, das bedeutet, „sie hören ihren Kindern aufmerksam zu und achten auf ihre Gefühle, so dass die Kinder sich verstanden fühlen und mit ihren Eltern über ihre Probleme sprechen" (Kühn/Petcov zit. n. 3, 74). Aktives Zuhören findet statt, indem Eltern zunächst mit Hilfe ihrer Körpersprache anzeigen, dass sie tatsächlich zuhören (begeben sich auf Augenhöhe mit dem Kind). Ein weiteres Merkmal ist, die Gefühle des Kindes herauszuhören und deren Aussage noch mal zu wiederholen (vgl. 2, 109/110).
Eltern lernen darüber hinaus mit ihren Kindern über eigene Gefühle zu sprechen. Dabei wird ihnen geraten dies in Form von „Ich-Aussagen" zu machen und auf „Du-Aussagen" weitestgehend zu verzichten. Letztere wirken nach STEP entmutigend auf Kinder und sind negativ für das oben genannte Ziel Selbstbewusstsein bei Kindern hervorzurufen (vgl. 2, 115). Ein Beispiel für eine „Ich-Aussage": „Wenn du beim Fußballspielen hinfällst, mache ich mir Sorgen, dass du dich schlimm verletzen könntest". Das Beispiel beschuldigt nicht, sondern gibt nur die Gefühle der Eltern wieder. Das Kind könnte vorsichtiger spielen und versuchen weniger häufig hinzufallen.
Fazit: Eine bessere Kommunikation und damit eine bessere Beziehung zwischen Kind und Eltern lassen sich nach dem STEP-Konzept durch die Anwendung von „Ich-Aussagen" und der Achtung der Gefühle der Kinder erreichen.
Ein weiterer Grundstein für eine erfolgreiche Kindererziehung ist neben der Kommunikation, die Kooperation. Sie kann helfen, viele Probleme zu lösen, weshalb dieser Aspekt im STEP-Konzept stark hervorgehoben wird. „Um miteinander leben, arbeiten und spielen zu können, müssen sie zusammenarbeiten" (1, 160).
Die Vorstufe von Kooperation ist es, zunächst festzustellen, um wessen Problem es sich handelt.
Folgende vier Fragen können dabei helfen, dieses herauszufinden:
1. „Werden meine Rechte missachtet?
2. Könnte jemand verletzt werden?
3. Könnte das Eigentum von jemandem beschädigt werden?
4. Ist unser Kind zu jung, um für dieses Problem verantwortlich zu sein?" (1, 160/161).

Muss eine der Fragen bejaht werden, handelt es sich um ein Problem der Eltern. Dabei sieht das STEP-Konzept vor, dass abhängig davon um wessen Problem (Kind oder Eltern) es sich handelt, von der betroffenen Person eine Lösung zu finden ist (vgl. 1, 161). Wenn Kinder oder Eltern nicht in der Lage sind Probleme eigenständig zu lösen, sollen sie in gemeinsamer Zusammenarbeit „Alternativen erforschen", um zu einer Lösung zu kommen (vgl. 1, 168/169).
Das Erforschen von Alternativen erfolgt laut STEP immer in folgenden fünf Schritten:
• das Problem verstehen
• Möglichkeiten betrachten, die das Problem lösen
• Alternativen diskutieren
• auf einen Vorschlag festlegen
• Umsetzung des Vorschlages und Durchführung einer Kontrolle (vgl. 1, 192/193).

STEP zeigt den Eltern wie sie innerhalb der Erziehung ihren Kindern Disziplin vermitteln können, ohne Strafe und Belohnung ausüben zu müssen. Eine Maßnahme ist, Grenzen zu setzen und „innerhalb dieser Grenzen, ihrem Alter entsprechend, die Wahl zu lassen" (Kühn/Petcov, zit. n. 3, 74). Die Wahl des Kindes sollte immer respektiert werden und Eltern sollten ihre Kinder lehren, für ihre Entscheidungen verantwortlich zu sein (vgl. 1, 221). Werden die Grenzen überschritten und ist eine Korrektur des Verhaltens notwendig, schildert STEP den Eltern wie sie in diesen Situationen reagieren können. Eltern lernen Konsequenzen zu ziehen und diese konsequent, aber nicht unfreundlich oder respektlos ihren Kindern gegenüber zu vertreten.
Eltern können mit Hilfe von STEP auf vier verschiedene Möglichkeiten (Aktiv Zuhören, Ich-Aussagen, Alternativen erforschen und Wahlmöglichkeiten geben) zurückgreifen, um bei Problemen reagieren zu können. Welche der Methoden in die Tat umgesetzt wird, ist von der jeweiligen Situation abhängig und muss letztendlich von den Eltern entschieden werden (vgl. 1, 226).
Im letzten Kapitel werden für die Eltern alltägliche Problemsituationen (Lügen, Geschwisterstreit) und dazu passend verschiedene Reaktions- bzw. Verhaltensmöglichkeiten dargestellt.

4.5 Überprüfung von STEP anhand des Säulenmodells und der Basiskompetenzen [1]

Jeder Elternkurs setzt bezüglich der verschiedenen Erziehungsbereiche sowie der zu vermittelnden Kompetenzen besondere Schwerpunkte. Eine Zuordnung/Vergleich dieser Schwerpunkte ermöglicht es, gezielt Programme auszuwählen. Die Unterscheidung der Konzepte durch die Beschreibung ihrer Schwerpunkte schließt eine Bewertung nicht mit ein, sie zeigt lediglich, welche Bereiche besonders berücksichtigt werden.

4.5.1 Schwerpunktbereiche bezüglich der Grundaspekte der Erziehung

Säule Liebe:
Besonders wichtig sind den Autoren von STEP die Bereiche Liebe und Kooperation. Bedingungslose Liebe wird als Grundvoraussetzung für funktionierende Erziehung angesehen. Sie kann durch Beobachtung, Wahrnehmung und Kommunikation erreicht werden.
Säule Kooperation: Wie auch der Inhalt des Programms wiedergibt, liegt der Schwerpunkt des Konzeptes auf der Säule der Kooperation. Kooperation kann durch Ermutigung, das Gefühl der Zugehörigkeit und die verantwortungsvolle Einbeziehung in die Familiengemeinschaft erreicht werden. Eine Zusammenarbeit zwischen Eltern und Kindern soll erreicht werden, indem gemeinsame Regeln aufgestellt werden und ein gemeinsames Lösen von Konflikten ermöglicht wird.
Säule Achtung:
Zudem wird das Kind durch Wahrung der sozialen Grundbedürfnisse und Ausrichtung des erzieherischen Handelns auf diese geachtet.
Säule Struktur:
Der Ablauf der STEP-Kurse folgt einer klaren Struktur. Diese kann von den Eltern durch positive Erfahrung an die Kinder vermittelt werden. Während des Kurses lernen die Eltern, den Kindern Grenzen zu setzen, ihnen jedoch innerhalb dieser Grenzen Wahlmöglichkeiten zu lassen.
Säule Förderung:
Durch die Vermittlung der Entwicklungsphasen des Kindes wird einer Unter-bzw. Überforderung durch die Eltern vorgebeugt. Durch das Fördern der Wahrnehmung und das Verständnis für das Kind wird eine förderliche Atmosphäre geschaffen, in der neue Entwicklungen und Lernprozesse ermöglicht werden.

4.5.2 Schwerpunktbereiche bezüglich der Basiskompetenzen

Das Konzept STEP setzt seinen Schwerpunkt zur Vermittlung von Erziehungsfragen auf vorwiegend handlungsorientierte Fördermaßnahmen. Das praktische Einüben neuer Handlungsmöglichkeiten in der Gruppe, das Umsetzen dieser Handlungsmöglichkeiten durch konkrete Vorgaben für zu Hause, Anleitungen zu Verhaltensbeobachtungen des Kindes etc., die positive Haltung der Kursleiterin (Vorbild), Hausaufgaben zum Transfer des Gelernten in den Alltag, die Unterstützung und Ermutigung zum Finden eigener Lösungswege und die Schulung der Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion sind die überwiegenden Methoden dieses Programms.
Des weiteren setzt STEP auf die Wirkung der Selbsterfahrung. Diese wird durch die Herstellung von Zusammenhängen und das Hineinversetzen in die Rolle des Kindes besonders trainiert. Eine Reflexion der eigenen Kindheit und die Zusammenhänge dieser mit dem bisher durchgeführten Erziehungsstil werden nicht eingesetzt.
Einen geringeren Anteil haben die Kompetenzen „Wissen" und „Netzwerke". Die Wissensvermittlung erfolgt vorwiegend durch Informationsmaterial (s. o.), den Austausch und die Erarbeitung bestimmter Themen in der Gruppe, sowie durch den Auftrag, zu Hause bestimmten Aufgaben nachzugehen. Die Möglichkeit, durch referiertes Expertenwissen und die eigene schriftliche Ausarbeitung bestimmter Themen die Informationen zu vertiefen, ist nicht gegeben.
Der Aufbau eines Netzwerkes, das nach und während der Kurse jederzeit zur Verfügung steht und bei Problemen Hilfe und Austausch ermöglicht, ist vorwiegend der Schwerpunkt, den offene Erziehungskonzepte wie Kinder- und Familienzentren, Elternwerkstätten und Stadtteilmütter setzen. Zum Beispiel besteht bei STEP kein Netzwerk in Form von Erziehungspartnerschaften und die Beteiligung an der Entwicklung von stadtteilbezogenen Netzwerken. Dennoch wird ein Austausch durch Selbstorganisationsformen (Elternstammtisch) erreicht. Zudem wird das Konzept STEP in bereits bestehende Systeme wie Schulen und Kindertagesstätten eingebunden.

5. Andere Konzepte

Neben STEP gibt es weitere Elternbildungsangebote, unter anderem Thomas Gordon´s Family Effectiveness Training, Starke Eltern - starke Kinder, Kess, Encouraging, Familienteam, FuN (Familie und Nachbarschaft), Eltern Stärken und Triple P (Positive Parenting Programm). Die erstgenannten inklusive FuN haben ihren Schwerpunkt genau wie STEP in der Kompetenzstärkung Handeln. FuN ist das einzige Angebot das darüber hinaus seinen zweiten Schwerpunkt im Bereich der Netzwerkbildung hat. Während offene Angebote ihren Fokus verstärkt auf Netzwerkarbeit legen, steht dieser bei den oben genannten Bildungsangeboten eher im Hintergrund (vgl. 3, 301).
Eltern Stärken dagegen sieht sein Hauptaugenmerk in der Selbsterfahrung und in der Selbsterziehung, wohingegen Triple P vorrangig den Aspekt des Wissens betrachtet.
Die absoluten Gegenpole in der Elternkursarbeit stellen die Angebote Eltern Stärken und Triple P dar. Bei Eltern Stärken geht es um einen dialogischen Austausch von Erfahrungswissen und um den Dialog mit und zu den Kindern. Hinter diesem Konzept steht ein sozialpsychologischer Ansatz nach Antonovsky und der dialogische Ansatz nach Buber. Eltern und Kinder sind gleichberechtigt und machen die Erziehung im Dialog miteinander aus (vgl. 3, 312, 319).
Triple P dagegen legt seinen Schwerpunkt auf klare Grenzsetzung und die konsequente Einhaltung von Regeln. Bei diesem Konzept entscheiden die Eltern allein was für das Kind richtig ist. Es findet kein gemeinsamer Austausch über die Festlegung von Grenzen statt. Die strikte Einhaltung der von den Eltern bestimmten Grenzen soll den Kindern Sicherheit und Orientierung geben. Triple P legt „großen Wert auf klare und eindeutige Strukturvorgaben" (3, 318), womit es eine einzigartige Stellung bei den Elternangeboten hat. Alle anderen beruhen eher auf einem dialogischen Prinzip. Ein Vorteil dieses Programms liegt darin, dass es wichtige Verhaltensweisen genau und detailliert beschreibt. Allerdings fehlt eine Auseinandersetzung mit dem Verhalten des Kindes als Ausdruck seiner inneren Erfahrungen. „Wird dieser Zusammenhang nicht hinterfragt, sondern dem Kind durch Verhaltensanweisungen sein aktueller Ausdruck genommen und abtrainiert, bleibt das Kind mit seinem Erleben und ebenso mit daraus resultierenden Schwierigkeiten auf sich selbst zurück geworfen. Eine solche Vorgehensweise läuft Gefahr, die elterliche Selbstwirksamkeit auf Kosten der kindlichen zu erhöhen." (3, 323). Die Grundlage von Triple P ist klinisch-psychologisch und es bezieht sich verstärkt auf kindliche Verhaltensstörungen. Es sieht seine Aufgabe darin, den Eltern die Methode zu vermitteln mit der das Problemverhalten der Kinder gelöst werden kann (vgl. 3, 324).
Im Vergleich zu den anderen Angeboten grenzt sich Triple P mit dieser Vorgehensweise eindeutig ab.

6. Qualitätsanfragen an Erziehungskonzepte

Aufgrund der vielfältigen Angebote bezüglich der Erziehungsfrage, hat Sigrid Tschöpe-Scheffler eine Liste von Fragen zusammengestellt die der Überprüfung von Erziehungsangeboten dienen. Die folgenden 10 Qualitätsanfragen [2] wurden mit dem Hintergrund erstellt, dass die zu überprüfenden Erziehungshilfen bereits dann als erfolgreich angesehen werden, „wenn sie Eltern ermutigen, in einen selbstreflexiven Prozess zu treten, also ihre eigenen Handlungen und Motive zu hinterfragen und sich mit anderen Eltern über ihre Konzepte auszutauschen" (Tschöpe-Scheffler 2003a, S. 116, nach 3. S. 289):

1. Frage nach der Transparenz der theoretischen Grundlagen des Kurses
• Der Kurs sollte sich auf empirisch fundierte Konzepte stützen und nicht auf Ideologien beruhen.
• Die zugrundeliegende Theorie sollte von Anfang an deutlich gemacht werden.
STEP: - geht auf die Individualpsychologie nach Alfred Adler zurück, wird auch im Kursbuch zu Anfang deutlich gemacht (1, S. 13).

2. Frage nach empirischen Wirksamkeitsstudien
• Die Wirksamkeit des Kurses sollte anhand entsprechender unabhängiger Studien (weder vom Konzeptentwickler noch vom Anbieter durchgeführte, in Langzeituntersuchungen valide Studie) überprüft werden.
• Trotzdem sollten die Ergebnisse der Untersuchungen in Anbetracht von Wettbewerbs- und Konkurrenzgründen nicht zu hoch bewertet werden (es ist nicht nachweisbar, ob das veränderte Verhalten in den entsprechenden Familien auf die Kursanwendung und/oder auf andere Einflüsse zurückzuführen ist).
STEP: - in den USA sehr häufig evaluiert worden, 61 Studien von verschiedenen Instituten, in Deutschland hat Klaus Hurrelmann, Leiter der Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Uni Bielefeld, bis 2007 die Evaluation übernommen (2, S.80).

3. Frage nach wirksamen Methoden und Inhalten zur Erweiterung und Veränderung von Alltagskonzepten der Eltern
• Inwieweit wird auf Themen zur Veränderung von bisherigen Konzepten (Selbstreflexion, Selbsterkenntnis, Informationsvermittlung, praktische Übung, Orientierung an Vorbildern) eingegangen?
• Inwieweit sind Grundvoraussetzungen wie die Freiwilligkeit der Teilnahme, eine angstfreie Lernumgebung, Motivation, Problembewusstsein, professionelle Kursleiter, Einbeziehung der eigenen Erfahrungen und deren Reflexion und Erfahrungsaustausch mit anderen Eltern gegeben?

4. Frage danach, wie positive Selbstwirksamkeitserwartungen und die Erziehungsautorität der Eltern gefördert werden
• Neue Haltungen und Verhaltensweisen müssen im Alltag umsetzbar sein.

5. Frage nach Empowerment Ansätzen [3] des Konzeptes
• Ermutigend und ressourcenorientiert, unterstützend, selbstreflektiert, praktische Übungen, Unterstützung eigener Handlungsalternativen statt defizit- und problemorientiert, belehrend, rezeptorientiert.

6. Frage nach der Subjektstellung des Kindes
• Die Würde des Kindes und sein Recht auf gewaltfreie Erziehung stehen im Mittelpunkt.

7. Frage nach der Ausbildung der Kursleiter
• Pädagogische Grundausbildung, Schulung zu den Methoden des Konzeptes, Verfügung über didaktische Kompetenz, regelmäßige Supervision, Arbeit an und mit der eigenen Person.
STEP: - Trainerinnen müssen eine passende berufliche Ausbildung haben (Pädagoge, Krankenschwester,...) und möglichst in der Erwachsenenbildung tätig gewesen sein, positive Lebenseinstellung und soziale Kompetenz werden erwartet, zertifizierte Schulung für STEP-Kurse, regelmäßige Supervision, Fortbildung (2, S. 80f).

8. Frage nach der Niederschwelligkeit und den Kosten der Angebote
• Angebote müssen auch für Eltern niederer sozialer Schichten zugänglich sein, sowohl bezüglich der finanziellen Möglichkeiten als auch des Bildungsniveaus und des kulturellen Hintergrundes der Eltern.
STEP: Die Kosten für die Teilnahme an einem STEP Elternkurs betrug im Jahr 2005 190€ für einen einzelnen Elternteil, für Paare 300€. Um möglichst vielen Eltern den Besuch eines STEP Kurses zu ermöglichen gibt es unterschiedlich Modelle der Kostenübernahme z.B. durch die Stadt Celle.

9. Frage nach Unterstützung von Netzwerken und Nachbarschaftshilfen - Lebensraumorientierung
• Aufbau sozialer Beziehungen durch den Kurs, Hilfe und Beratung auch nach Beendigung des Kurses.

10. Frage nach zusätzlichen Angeboten außerhalb der Kurszeit
• Auch außerhalb der Kurszeit zur Verfügung stehende Informationen/Hilfen die leicht zugänglich und verständlich sind (Bücher, Videos, Beratungsstellen, ...).

7. Fazit

Auch die Erziehungskonzepte geben keine abschließende Auskunft darüber, was gute Erziehung ist. Dennoch liefern sie Anhaltspunkte, an denen sich das Erziehungsverhalten von Eltern orientieren kann. Eine an den vorgestellten Basiskompetenzen angelehnte Erziehung zielt auf eine individuelle persönlichkeitsunterstützende Entwicklungsförderung des Kindes ab. Welches der zahlreichen Konzepte auf die jeweilige spezifische Familiensituation angewendet wird, bleibt jedoch den Erziehenden überlassen. Die von Siegrid Tschöpe-Scheffler zusammengestellten Qualitätsanfragen können hierbei eine effektive Hilfe sein, nicht im Wust der Ratgeber zu ersticken.
Wie in Kapitel 5 zu erkennen ist, erfüllt das hier vorgestellte Erziehungskonzept STEP einen Großteil der Qualitätsanfragen und Basiskompetenzen (siehe 4.5), wenn auch...
Nach einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Elterntrainingsprogramm lässt sich sagen, dass STEP zur Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz beitragen und ein positives Erziehungsbild vermitteln kann. Die erfolgreiche bzw. nicht erfolgreiche Umsetzung hängt letztendlich von den erziehenden Personen ab.

Fußnoten:
[1] Nach 3., Kap.2.1-2.2
[2] Aus 3. S. 289
[3] Empowerment Ansätze: Berechtigung der Ansätze



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