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Medienerziehung

Medienerziehung
Hausarbeit
Datum: 22. Dezember 2010 Autor: c.kahn Kommentare: 0

Zusätzliche Informationen:

Gesellschaftlich wird man heute in beinahe allen Situationen mit Medien konfrontiert.

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Beschreibung:

Dass Medien - vor allem die so genannten Massenmedien - in der Gesellschaft eine große Bedeutung haben, ist unbestritten. Nicht weniger Bedeutung haben diese Medien auch für die Politik, die sich der Medien bedient, um ihre Botschaften landes-, bundes- und sogar weltweit zu vermitteln.


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Medienerziehung

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was versteht man unter einer Medienerziehung?

3. Bedeutung der Medienkompetenz am Beispiel der vier Dimensionen nach DIETER BAACKE

4. Medien im Alltag von Kindern

5. Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation?

6. Medien im Politikunterricht
6.1 Beispiel für ein Konzept zur Integration von Medien in der Schule
6.1.1 Allgemeines
6.1.2 Umsetzung
6.1.3 Ablauf des Konzeptes
6.2 Kritik an dem Projektvorschlag zur Integration von neuen Medien im Unterricht

7. Internet als Medium in der politischen Bildung
7.1 Mögliche Beispiele für den Einsatz des Internets im politischen Unterricht
7.1.1 Recherche
7.1.2 Kommunikation
7.1.3 Lernumgebungen
7.2 Chancen des Internets für den politischen Unterricht

8. Zusammenfassung

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Dass Medien - vor allem die so genannten Massenmedien - in der Gesellschaft eine große Bedeutung haben, ist unbestritten. Nicht weniger Bedeutung haben diese Medien auch für die Politik, die sich der Medien bedient, um ihre Botschaften landes-, bundes- und sogar weltweit zu vermitteln. Gesellschaftlich wird man heut e in beinahe allen Situationen mit Medien konfrontiert. Die Werbung mach sich Medien zunutze, um ihre Produkte zu vermarkten, Arbeitsplätze werden durch Inserate und Zeitungen oder Internetforen vergeben und auf aktuelle Veranstaltungsevents wird durch Flyer aufmerksam gemacht. Diese Beispiele zeigen, dass Medien allgegenwärtig sind und sich niemand deren Einfluss und Wirkungen entziehen kann. Diese Tatsache macht die Notwendigkeit deutlich, mit Medien umgehen zu können, sie zu differenzieren und über sie reden und reflektieren zu können. Doch darf man diese Fähigkeiten, gerade bei Schülern, nicht voraussetzen. Diese Fähigkeiten müssen im Unterricht erprobt, erlernt und gefestigt werden. Durch die vielfältigen Medien ist es dabei möglich, diese auf verschiedenen Wegen im Unterricht zu behandeln. Auch und gerade der politische Unterricht muss sich mit der Frage auseinandersetzen, wie junge Menschen auf eine Welt vorzubereiten sind, in denen die Medien die individuellen Lebensbedingungen, das gesellschaftliche Zusammenleben und auch das politische Handeln verändern (vgl. Sarcinelli, 2000).
Ziel dieser Arbeit ist es daher herauszufinden, ob Medien als Herausforderung für die politische Bildung gesehen werden können und welche Möglichkeiten es gibt, Medien im Unterricht zu behandeln.
Dazu sieht der strukturelle Aufbau der Arbeit so aus, dass zunächst geklärt wird, was unter einer Medienkompetenz zu verstehen ist (Kapitel 2). Kapitel 3 stellt die vier Dimensionen der Medienkompetenz nach DIETER BAACKE dar und erläutert die Bedeutung der Medienkompetenz. Im folgenden Kapitel (4) wird untersucht, welche Medien im Alltag von Schülern eine Rolle spielen. Dieser Untersuchung folgt die Frage, ob Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation angesehen und bezeichnet werden kann (Kapitel 5). Daraufhin wird in Kapitel 6 speziell auf den Politikunterricht eingegangen. Dabei wird u. a. herausgearbeitet, welche Bedeutung Medien in der politischen Bildung besitzen. Um Medien in Schule und Unterricht erfolgreich zu integrieren und zu gebrauchen, den Umgang mit ihnen zu lehren und die Schüler auf diese vorzubereiten bedarf es geeigneter Konzepte zur Umsetzung. Kapitel 6.1 ist ein Beispiel für ein Konzept zur Integration von neuen Medien im Unterricht. Im Anschluss an dieses Beispiel wird speziell auf das Medium Internet eingegangen. Dazu wird geklärt, welche Bedeutung dieses in der politischen Bildung besitzt. Mögliche Beispiele (Kapitel 7.1) zeigen auf, wie da s Internet im politischen Unterricht eingesetzt werden kann. Chancen, die von diesem Medium für den politischen Unterricht ausgehen werden im Kapitel 7.2 herausgearbeitet. Kapitel 8 fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und wertet diese in Bezug auf die Ziele aus.

2. Was versteht man unter einer Medienerziehung?

Medien prägen den Alltag von Politik und Gesellschaft. Medien sind aus dieser gesellschaftlichen und politischen Kommunikation nicht mehr wegzudenken, und üben einen erheblichen Einfluss auf diese Bereiche aus. Medien dienen als Übermittler von Information, sie dienen der Vermittlung von Interessen und können sogar als aktives Element verstanden werden, d. h. es vermittelt nicht nur etwas, es kann auch Meinungen herstellen.
Die Medienerziehung verfolgt das Ziel, „möglichst alle Menschen früh in die Lage zu versetzen, in einer durch die Medien geprägten Welt kompetent, selbst bestimmt, sozial verantwortlich, kritisch und solidarisch handeln zu können" (BpB, 2003, S. 44).
Das Ziel wird mit dem Begriff der Medienkompetenz umschrieben. Die Medienerziehung hat nach diesem Verständnis die Aufgabe, Medienkompetenz zu vermitteln. Bei der Umsetzung stützt sich die Medienerziehung auf zugrunde liegende Ziele, Prinzipien, Normen und allgemeine Leitvorstellungen, sowie didaktische Leitlinien, die von der Medienpädagogik bereitgestellt werden (vgl. Six u. a. 2001, S. 21). Entscheidend für die Medienerziehung ist, dass sie zum einen medienübergreifend ist, zum anderen feldübergreifend handelt und erzieht.
Medienübergreifend bedeutet, dass alle Medien, wie Hör-, Print- und Bild- Medien, Computer und multifunktionale Angebote behandelt werden.
Feldübergreifend bezieht sich auf die verschiedenen pädagogischen Handlungsfelder, in denen medienbezogene Erziehung stattfinden sollte. Dazu gehören Familie, Kindergarten, Schule und außerschulische Jugendarbeit (vgl. ebd., S. 22).
Das bereits erwähnte Hauptziel dieser Medienerziehung ist die Medienkompetenz. DIETER BAACKE versteht unter Medienkompetenz „eine moderne Ausfaltung der kommunikativen Kompetenz, über die wir alle schon verfügen" (Baacke, 1999a, S. 19). Unter kommunikativer Kompetenz meint er, dass Menschen durch sprechen und weitere Ausdrucksmöglichkeiten sich Wirklichkeit aneignen und gestaltend verändern können. Medienkompetenz weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich die Möglichkeiten einer Kommunikation durch entsprechende technische Mittel verändert und vergrößert haben (vgl. ebd., S. 19).

3. Bedeutung der Medienkompetenz am Beispiel der vier Dimensionen nach DIETER BAACKE

Über die Bedeutung von Medienkompetenz gibt es in der Literatur zahlreiche und vielfältige Hinweise sowie Beiträge. Bereits 1996 wurde der Begriff „Medienkompetenz" als Wort des Jahres bezeichnet (vgl. von Rein, 1996, S. 11). Aus diesem Grund wird in diesem Beitrag exemplarisch auf den Vorschlag DIETER BAACKE (1997; 1998) eingegangen, der vier Hauptdimensionen von Medienkompetenzen - Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung, Mediengestaltung - unterscheidet.

Medienkritik:
Bei der Medienkritik geht es um die Fähigkeit,
a) problematische gesellschaftliche Prozesse (z. B. Konzentrationsbewegungen) angemessen analytisch zu erfassen. Analytische Fähigkeit.
b) das analytische Wissen auf sich selbst und sein Handeln anwenden zu können. Reflexive Fähigkeit.
c) analytisches Denken und reflexiven Rückbezug als sozialverantwortend abzustimmen und zu definieren. Ethische Fähigkeit.

Medienkunde:
Neben die Medienkritik tritt die Medienkunde, die sich mit dem Wissen über alle vorhandenen Medien und Mediensysteme beschäftigt. Dabei kann sie zwei unterschiedliche Dimensionen umfassen:
a) Die informative Dimension umfasst klassische Wissensbestände (z. B. Was ist ein Rundfunksystem? Wie kann ich zwischen Programmen wählen?)
b) Die instrumentell - qualifikatorische Dimension bezieht sich auf die Fähigkeit, die neuen Geräte auch bedienen zu können (z. B. Software und Hardware müssen bedient werden können)

Mediennutzung:
Die Mediennutzung kann ebenso in zwei Dimensionen aufgeteilt werden.
Dabei wird zwischen
a) Rezeptiv, anwendend (z. B. Programm- Nutzungskompetenz)
b) und interaktiv, anbietend (z. B. beim Tele- Banking antworten können)
unterschieden.

Mediengestaltung:
Die Mediengestaltung stellt den vierten Bereich dar.
Sie kann die
a) innovative (Veränderungen und Weiterentwicklungen der Mediensysteme)
b) und die kreative Mediengestaltung (ästhetische Varianten) umfassen (vgl. Baacke, 1997, S. 98ff).

Mit diesen Dimensionen werden die Ziele, die mit Medienkompetenz erreicht werden sollen, beschrieben. BAACKE möchte erreichen, dass alle Menschen mit der Wichtigkeit, Kommunikations- und Medienkompetenzen zu erfahren, vertraut gemacht werden. Nach BAACKE ist jeder Mensch ein prinzipiell mündiger Rezipient, der als kommunikativ kompetentes Lebewesen auch gleichzeitig ein aktiver Mediennutzer ist. Dieser muss in der Lage sein, sich über das entsprechende Medium auszudrücken. Voraussetzung dafür ist, dass sich der Nutzer in der Medienwelt zurechtfindet (vgl. ebd., S. 31).

4. Medien im Alltag von Kindern

Medien üben einen immer größer werdenden Einfluss auf die Menschen aus. Auch Kinder werden mit diesen Medien konfrontiert und müssen mit ihnen umgehen können. NEIL POSTMANS These vom Verschwinden der Kindheit im Fernsehzeitalter (vgl. ders., 1983) unterstützt die Frage, inwieweit ein qualifizierter Umgang mit diesem Medium und entsprechend anderen Medien wie z. B. Internet nötig ist.

Die folgende Grafik stellt die Medienausstattung im Haushalt dar und gibt Aufschluss darüber, welchen Stellenwert das Fernsehen im Alltag der Kinder einnimmt.

Grafiken nicht abgedruckt

Die Ursache für dieses Ergebnis wird in dem großen quantitativen Angebot an Fernsehsendern und -Programmen gesehen (vgl. BpB, 2003, S. 8).
Schaut man sich die Daten zur Fernsehnutzungsdauer an, erkennt man, dass die Nutzungszeiten im Zeitraum von 1992-2001 nur leicht zugenommen haben.

Zu vermuten ist jedoch, dass eine aktuellere Untersuchung eine größere Fernsehnutzung von Kindern zeigen würde, da das quantitative Angebot an Fernsehsendungen in den einzelnen Programmen zugenommen hat.[1]
Betrachtet man das Verhalten von Kindern in Bezug auf Computer, wird deutlich, dass sie sehr viel Zeit mit diesem Medium verbringen.

Dabei haben Selbsteinschätzungen von Kindern im Alter zwischen 6-13 Jahren ergeben, dass 36% der Befragten bis zu 30 Minuten pro Tag spielen, 45% bis zu einer Stunde mit dem Computer zu tun haben. 17% der Nutzer spielen mehr als eine Stunde pro Tag (vgl. BpB, 2003, S. 17).
Hinzu kommen die Nutzungszeiten an Spielkonsolen und anderen Medien.
Diese Darstellung verschärft die Diskussion, inwieweit Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation angesehen werden kann, oder sogar muss.

5. Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation?

Wie dargestellt werden konnte, verbringen Kinder sehr viel Zeit mit ganz unterschiedlichen Medien. Medien sind in Gesellschaft und Politik fest verankert. In ganz unterschiedlichen Situationen werden Kinder mit Medien konfrontiert, sei es zuhause mit dem Fernsehen, dem Internet, Spielkonsolen, dem Werbeprospekten vom Supermarkt oder dem Schulbuch. Medien sind allgegenwärtig. Um sich in dieser Medienlandschaft zurechtzufinden, ist es in unserer heutigen digitalen Medienwelt notwendig, über entsprechende Fähigkeiten im Umgang mit diesen Medien zu verfügen. Zugespitzt formuliert kann also Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation bezeichnet werden. GLOTZ schreibt: „Die neue Kulturtechnik, die der Computer als Medium der Medienintegration mit sich bringt, muß genauso erlernt werden wie Lesen, Schreiben, Rechnen und andere Kulturtechniken" (Glotz, 1999, S. 21). Diese Sichtweise entspricht auch der Meinung HELMUT THOMA, wenn er schreibt, „Er [Verbraucher] muß zwar nicht gleich die theoretische Bedeutung von Medienkompetenz verinnerlichen, er sollte jedoch durchaus die Fähigkeit zum praktischen Medienumgang bewusst entwickeln und verbessern" (Thoma, 1997, S. 93). Wird diese Fähigkeit ausgebildet und unterstützt, kann die Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation angesehen werden. Gerade Schüler müssen lernen, wie sie sich in einer digitalisierten Medienlandschaft zurechtfinden und organisieren können.

6. Medien im Politikunterricht

In einer Zeit, in der Medien so großen Einfluss auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ausüben, ist es unbedingt notwendig, dass der Bereich der Medien auch im Politikunterricht verwendet und der Umgang mit ihnen vermittelt wird. „Politikunterricht heute muss sich mit der Medienentwicklung auseinandersetzen und seinen Beitrag zur Mediensozialisation leisten" (BpB, 2001, S. 9). Der Bedarf für eine Medienerziehung mit dem Ziel der Medienkompetenz ergibt sich für die politische Bildung in zweierlei Hinsicht:
1. der sinnvolle Gebrauch der neuen Information- und Kommunikationsmöglichkeiten muss erlernt werden
2. Medienkompetenz als Schutz bzw. Selbstschutz vor Gefahren (vgl. Six u. a., 2001, S. 15)
BESAND konkretisiert die Aufgaben der politischen Bildung in der multimedialen Gesellschaft. Sie macht deutlich, das eine politische Bildung, die lediglich die Vermittlung von Institutionenkunde, politischen Zyklen und dem Idealbild demokratischer Repräsentationen verfolgt, der Vielfältigkeit und Vieldeutigkeit moderner Mediendemokratien nicht mehr gerecht wird. Weiter führt sie aus, dass es auch nicht ausreicht, das Thema Medien als gesonderten Unterrichtsinhalt im politischen Unterricht zu behandeln bzw. abzuhaken (vgl. Besand, 2005, S. 423). Es geht dabei nicht darum, die Themenvielfalt in der politischen Bildung um ein Thema der Medien auszuweiten.
Doch auf die Frage, wie Schüler auf eine mediale Welt vorzubereiten sind, finden sich in der politischen Bildung und in der Politikdidaktik unterschiedliche Lösungsansätze. Dabei gibt es in der Politikdidaktik eine allgemeinpädagogische Sichtweise von Medienkompetenz, die das spezielle einer Medienkompetenz, die sich an der Politik orientiert, nicht deutlich macht.
Diese Sichtweise steht der klassischen Sichtweise gegenüber, bei der die Jugendlichen zu kritischen Zeitungslesern erzogen werden sollen (vgl. Eschenburg, 1985, S. 243). Ein generelles Interesse für Politik kann nicht von vorausgesetzt werden. Vielmehr soll der Politikunterricht dieses erst hervorrufen. DETJEN ist der Meinung, dass es zur Erreichung dieses Ziels nicht notwendig ist, die Fähigkeit zum Umgang mit Medien zu üben und die Bereitschaft zur Beschäftigung mit Medien zu fördern. In diesem Zusammenhang kritisiert BESAND, dass die politische Bildung dem Anspruch einer Medienerziehung nur ungenügend gerecht wird, obwohl sich eine generelle Auseinandersetzung mit dem Thema Medien feststellen lässt. Dennoch wird der Integrationsversuch von Medien im Unterrichtsverlauf bemängelt (vgl. Besand, 2005, S. 424). Gerade im Bereich der Lehrpläne und Schulbücher im Fach Politik fällt auf, dass Medien entweder nur wenig oder nur als eigenständiges Thema behandelt werden. In letzterem Fall werden die Medien auf Instrumente reduziert, die zur Herstellung von Eindeutigkeit und Mittel zur Aufklärung verwendet werden. Diese Form von politischen Unterricht wird dem Stellenwert der Medien im politischen als auch im sozialen Sektor nicht gerecht (vgl. ebd., 2005, S. 424). Deshalb ist es notwendig, Medien sowohl als Quelle als auch Material im politischen Unterricht zu gebrauchen. Doch hier kann kritisiert werden, dass es sich bei den verwendeten Medien hauptsächlich um Printmedien in Form von Zeitungsartikeln, Textheften und Schulbüchern handelt. Filme oder multimediale Medien scheinen noch eher die Ausnahme zu sein (vgl. ebd., 2005, S. 425). Worin liegt nun die Ursache für dieses scheinbare Problem?
Geht man von der These aus, das die neuen Medien den sozialen Ort Schule dahingehend „sprengen" würden, da sie mehr Raum und größere Freiheiten für den Erwerb von Wissen schaffen, kommt man vielleicht einer Antwort auf diese Frage näher. Der Grund liegt darin, dass der Einsatz neuer Medien ein erhöhtes soziales wie auch politisches Verantwortungsbewusstsein fordert. Weiter tragen Medien eine integrative Rolle da sie zu einer gewissen Flexibilität und Offenheit der Schulen beitragen. Dieses zeichnet sich vor allem durch Quellenreichtum und einen breit gefächerten Zugang zu Informationen und Wissen aus (vgl. Eschenauer, 1999, S. 36). Gerade in diesen Punkten wird die Unflexibilität von Schulen und politischer Bildung deutlich.
BACHMAIR sieht den Grund folgendermaßen: „Schule verteidigt hier auch ihr Konzept des Lernens in einer sich grundlegend verändernden kulturellen Welt" (Bachmair, 1998, S. 276). Diese Sichtweise macht deutlich, dass die Integration neuer Medien die Vorstellung von Schule und Unterricht in direkter Weise betrifft.
Am Beispiel des Internets bedeutet dies, dass Schule vor die Auswahl einer riesigen Menge quantitativem Informationsmaterial gestellt wird. Genau hier stellt sich die Frage, welche Medien wann und wie in die politische Bildung aufgenommen werden müssen bzw. können (vgl. Besand, 2005, S. 425f.). Das folgende Konzept zur Integration von Medien soll in diesem Zusammenhang einen Vorschlag darstellen, wie mit der Medienintegrationsfrage im Unterricht umgegangen werden könnte.

6.1 Beispiel für ein Konzept zur Integration von Medien in der Schule

6.1.1 Allgemeines

Einen Neuanfang in der schulischen Bildung wird vom sechsten Deutsch- Amerikanischen Dialog gekennzeichnet. Dabei geht es um eine Reihe von Projekten, die sich mit der Integration neuer Medien in der Schule befassen. Die leitende Fragestellung ist dabei, welches Potential neue Medien im schulischen Unterricht entfalten können, sofern ihr Einsatz in pädagogische Konzepte eingebettet wird. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse dienen der weiteren gezielten Förderung im Bereich der Medienintegration.
Der vierte Deutsch- Amerikanische Dialog hatte zuvor dargelegt, wie in den USA auf nationaler Ebene politische Weichen für eine gesellschaftliche Integration neuer Medien gestellt wurden. Im sechsten Dialog wurde darauf hin auf die Widerstände hingewiesen, durch die sich Veränderungen im bildungspolitischen Bereich als eher schwierig gestalteten.
In diesem Zusammenhang wird Schule als lernender Organismus bezeichnet, der sich den Bedingungen für Lehren und Lernen im Informationszeitalter stellen muss (vgl. Eschenauer, 1999, S. 28). Doch möchte sich die Schule an einem lebensnahen Lernen orientieren, so muss sie über entsprechende Inhalte, Strukturen und Organisationsformen, zeitliche Strukturen und den Fächerkanon kritisch nachdenken (vgl. ebd., S. 29).
Es darf aber nicht davon ausgegangen werden, dass ein neuer Begriff für Schule oder gar eine reine Ausstattung mit verschiedenen Medien eine Garantie für die Modernisierung des Bildungswesens darstellt. Gute Voraussetzungen für eine Veränderung könnte durch die Bildungspolitik dahingehen erreicht werden, dass sie bessere Rahmenbedingungen für die Erprobung von Lehr- und Lernkonzepten schaffen, die sich mit der Medienintegration in den Schulunterricht beschäftigen (vgl. ebd., S. 29). Bei der Frage, wie sich Schule in Zukunft in Bezug auf Medien entwickeln wird, kam bei dem Dialog heraus, dass Medien als unverzichtbare Instrumente für Bildungsprozesse eingeschätzt werden und ihr Nutzen einen Beitrag zur Kooperation, Kommunikation und Teamarbeit leisten können (vgl. ebd., S. 29)

Zusätzliche Argumente tragen zur Legitimation eines Einsatzes von neuen Medien bei:
- Umgang mit Medien legt verdeckte Fähigkeiten frei, Phantasie der Schüler wird angeregt, sprachliche und mediale Ausdrucksfähigkeit wird verbessert, selbstreflexive Denk- und Lernprozesse werden gefördert
- Durch kompetente Software werden mehr Lernoptionen bereitgestellt, was eine Individualisierung des Lernens fördert
- Erstellung von Dokumenten mit Textverarbeitungsprogrammen trägt zur Beschleunigung von Lernprozessen bei.
- Selbstständiges, eigenverantwortliches und zielgerichtetes Lernen und Arbeiten wird gefördert. Aufgaben innerhalb von Projekten stärken das Selbstbewusstsein.
- Motivationssteigern durch Anknüpfung an die Alltagswelt der Schüler.
- Visualisierung (u. a. von naturwissenschaftlichen Vorgängen) erleichtert das Verständnis.
- Internetforen bereichern die Diskussion über schul- und unterrichtsbezogene Themen.
- Medieneinsatz löst starre Alltagsroutinen ab und fordert Lehrer auf, didaktisch und methodisch über ihr Vorgehen nachzudenken.
- Unterricht erhält eine neue Qualität, soweit der Medieneinsatz in ein passendes pädagogisches Konzept eingeordnet ist.
- Soziale Interaktionen nehmen zu (vgl. Eschenauer, 1999, S. 32f)

Diesen positiven Begleiterscheinungen einer Mediennutzung in der Schule müsste jedoch eine generelle Umstrukturierung von Schule vorausgehen. Dabei wäre es notwendig, dass mehr Gespräche im Kollegium stattfinden, die Schularbeit müsste kritisch hinterfragt werden und es ginge darum, neue Kommunikationsformen und -Partner zu finden. Bei der Frage, wie ein Konzept für die Integration neuer Medien in Schule und Unterricht konkret aussehen müsste, kam bei den Diskussionen heraus, dass die Lehrerfortbildung als Kernstück von Reformen zu betrachten sei. Inhalte dieser Fortbildungen könnten nach Meinung der unterschiedlichen Gruppen sein:
- Infos über mediale Einsatzmöglichkeiten
- Durch Orientierung an Modellversuchen und exemplarischen Lernsituationen wird der Transfer unterstützt.
- In Zweierteams werden Organisationsmodelle entwickelt.
- Schulen bauen gemeinsam Fachgruppen auf, die aber nicht von Experten geleitet werden, sondern im Rahmen kollegialer Praxisberatung stattfinden.
- Schüler übernehmen Verantwortung über eigene Projekte.

Neben diesen Inhalten sollen folgende Maßnahmen getroffen werden:
- Eltern werden in diesen Prozess miteinbezogen.
- Ziele werden fächerübergreifend formuliert.
- Alle Schüler und Lehrer werden mit Laptops ausgestattet.

6.1.2 Umsetzung

Umgesetzt werden soll dieses Konzept auf Grundlage eines mehrjährigen Stufenplans.

Dabei wird folgendes vorausgesetzt:
- Lehrkräfte aus den Fächern Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik haben bereits Erfahrung im Umgang mit neuen Medien.
- Bücher sind vorrangiges Medium in der Schulausstattung.
- Computerraum ist mit 10-15 Computern ausgestattet.
- Es gibt keinen Internetanschluss

Ziele des Konzepts:
- Zugang und Verarbeitung von Informationen
- Problemlösung und Kommunikation stehen im Vordergrund der Computernutzung.
- Computer ist den Büchern gleichgestellt.
- Lernen als interdisziplinärer und flexibler Prozess, bei dem die soziale Kompetenz im Gebrauch der technischen Medien eine zentrale Rolle spielt.

Altersstufen:
- Das Konzept ist für die Sekundarstufe I (10 - 16 Jahren) ausgelegt. Das bedeutet, dass es für alle Bildungsgänge (Haupt-, Realschule, gymnasialer Zweig) geeignet ist.

6.1.3 Ablauf des Konzeptes

Der Ablauf dieses Konzeptes ist auf einen Zeitraum von vier Jahren konzipiert.

Im ersten Jahr: Lehrerfortbildung
- LehrerInnen stehen vier Tage für Fortbildung zur Verfügung.
- Im ersten Jahr sollen Ängste vor dem Computer abgebaut werden.
- Externe Trainer führen Fortbildungen für Studienleiter durch.
- Freiwilliger täglicher Austausch. Workshops und themenorientierte Konferenzen werden klassenbezogen arrangiert.
- Eltern werden über medienpädagogische Themen und veränderte Unterrichtverfahren informiert.
- Nur fortgeschrittene Lehrkräfte setzen die Technologie im Unterricht ein.

Im zweiten Jahr: Pilotprojekte
- Vorausgesetzt wird mindestens ein PC im Klassenzimmer bzw. im Flur, Internetzugang ist mindestens in der Bibliothek vorhanden.
- Lehrkräfte planen ein überschaubares Projekt für eine Klasse mit festgelegter pädagogischer Zielsetzung. Es wird ausreichend Gelegenheit für die Reflexion dieser Projekte zur Verfügung gestellt.

Im dritten Jahr: überarbeitete und erweiterte Projekte
- Projekte werden in Diskussionen im Kollegenkreis überarbeitet und weiterentwickelt. Neue und veränderte Leistungskriterien werden mit dem Ziel, die Transparenz der Bewertung zu erhöhen, definiert.
- Projekte werden auf die gesamte Schule ausgeweitet.

Im vierten Jahr: neue Kompetenzen
- Projektelemente werden auf weitere Bereiche des Curriculums übertragen und die Anzahl neuer Projekte kann erhöht werden.
- Es wird über Kriterien der Leistungsbewertung diskutiert.
- Veränderungen in der Schulstruktur (Zeitraster) werden ausgehandelt. (Vgl. ebd., 1999, S. 40f.)

6.2 Kritik an dem Projektvorschlag zur Integration von neuen Medien im Unterricht

Dieses Beispiel eines Integrationsvorschlages von Medien im Unterricht zeigt, dass es entsprechende Ideen und Vorschläge gibt, Medien fächerübergreifend einzusetzen, um Schüler mit diesen vertraut zu machen und zu einer Medienkompetenz zu führen. Kritisch kann jedoch gesehen werden, dass es gerade bei einer systematischen Entwicklung angemessener Lehr- und Lernformen, bei der Formulierung und Festlegung von Zielen und beim Aufbau von Strukturen, die Schule betreffen, einen Mangel zu geben scheint. Auch die Kostenplanung stellt einen erheblichen Begrenzungsfaktor bei der Umsetzung dar. Der kritischen Äußerung, dass es Schulen immer noch an vielfältigen medialen, fachübergreifenden, projektorientierten Lern- und Lehrmöglichkeiten fehlt (vgl. ebd., 1999, S. 42) steht das Argument Meyers gegenüber, der sagt, dass das Equipment zum Teil besser ist, als man es zu gebrauchen vermag. Dies liegt daran, dass die Schulen im Rahmen von Ausstattungsoffensiven u. a. mit Computern ausgestattet wurden (vgl. Meyer, 2002, S. 14).
Generell sind die Ansätze dieses Beispiels positiv zu bewerten, da nur durch Vorschläge und qualitative Konzeptideen neue Diskussionen über die Medienintegration angeregt werden. Um diese Ansätze jedoch auch in der Praxis umsetzen zu können, bedarf es neben Vorschlägen auch Veränderungen in den Rahmenbedingungen, außerdem müssen methodisch-didaktische Vorschläge den Vorgang der Medienintegration im Unterricht begleiten. Eine weitere entscheidende Vorraussetzung für eine positive Entwicklung ist die offene Einstellung der Lehrkräfte zu diesen Veränderungen. Erst wenn Lehrkräfte die Möglichkeiten erkennen und sich mit diesen auseinandersetzen und bereit sind, sich die nötigen Qualifikationen anzueignen, kann sich eine Medienerziehung nach einem solchen Konzept entwickeln.

7. Internet als Medium in der politischen Bildung

Nachdem im vorangegangenen Kapitel ein Konzept zur Integration von Medien im Unterricht dargestellt wurde, soll nun geklärt werden, welche Möglichkeiten das Internet in der politischen Bildung besitzt.
Das Internet hat sich in den vergangenen Jahren schnell verbreitet. Immer mehr Haushalte verfügen über entsprechende Anschlüsse. So sind nach einer Basisstudie zum Medienumgang 12 - 19 Jähriger in Deutschland 94% aller Haushalte, in denen Jugendliche leben, mit einem PC ausgestattet (vgl. JIM, 2003). Das Internet kann hier von 80% der Jugendlichen benutzt werden (vgl. ebd., 2003). Zur Nutzungsdauer kann gesagt werden, dass sich der Großteil der Jugendlichen (63%) beinahe täglich im Netz aufhält.
Die politische Bildung steht hier vor großen Herausforderungen. Dabei ist das Wenden und die Umorientierung nichts Ungewöhnliches für die politische Bildung. Durch veränderte Ziel- und Zeitfaktoren ist es immer wieder notwendig, dass sich politische Bildung weiterentwickelt. Das liegt daran, dass sie nicht nur Mitgestalter der Zeit, sondern zugleich auch ihr Ausdruck ist. PODEHL bezeichnet die politische Bildung folgendermaßen: „Sie ist die pädagogische Antwort auf die politischen Probleme der Zeit" (ders., 1997, S. 303). In dieser Darstellung kann die Verbindung zwischen politischer Bildung und Medienpädagogik gesehen werden. Auch die Medienpädagogik muss sich jeweils neu ausrichten und sich dem technischen und politischen anpassen (vgl. Podehl, 1997, S. 303). Die Ursache dafür liegt darin, dass sich heute, vor allem durch digitale Medien, nicht nur unsere Arbeitswelt verändert, sondern auch unser Konsumverhalten beeinflusst wird. Auch die Orte für politische und soziale Entscheidungen verändern sich. Diese grundlegenden Veränderungen tragen dazu bei, dass sich die politische Bildung auch im politischen Unterricht intensiv mit den Funktionen, den Strukturen und den entsprechenden Wirkungen der Medien auseinandersetzen muss (vgl. Besand, 2005, S. 541). Vor allem das Medium Internet stellt eine große Herausforderung dar, denn es ermöglicht dem Rezipienten innerhalb kürzester Zeit, sehr viele Informationen abzurufen, ohne eine Garantie dafür zu bekommen, dass sie richtig oder auf Wissen begründet sind.
Für die politische Bildung bedeutet dies: „Medien dürfen nicht nur als inhaltliche Herausforderung in den politischen Unterricht integriert werden, sondern politische Bildung muss sich vor allem der didaktischen Herausforderung neuer Medien stellen und ihren Unterricht auf die gewandelte mediale und gesellschaftliche Situation anpassen" (Besand, 2005, S. 540). Damit ergeben sich ganz unterschiedliche Möglichkeiten, Medien (speziell PCs und Internet) im politischen Unterricht zu verwenden. Dabei können sie zum Herstellen und Gestalten von Unterrichtmaterialien gebraucht werden, sie können der Darstellung von Zusammenhängen dienen, sie helfen Schülern bei der selbstständigen Informationsbeschaffung, sie schaffen eine neue Möglichkeit der Kommunikation, auch über räumliche Begrenzungen hinweg. Damit können sie dazu beitragen, den Schüler zu einem handlungs- und urteilsfähigen Menschen zu befähigen.
Die politische Bildung besitzt hier die Möglichkeit, an dem Nutzungsverhalten der Jugendlichen anzusetzen, um dieses Verhalten mit dem politischen zu verknüpfen, denn „Kompetenzen im Umgang mit den neuen Zeichensystemen und veränderten Kommunikationsstrukturen lassen sich letztlich nur erwerben, in dem der selbstverständliche Umgang mit ihnen trainiert und geübt werden kann" (Besand, 2005, S. 542).

7.1 Mögliche Beispiele für den Einsatz des Internets im politischen Unterricht

7.1.1 Recherche

Das WorldWideWeb ist ein riesiger Informationsdschungel, der zu jeder Zeit an jedem Ort eine Vielzahl an aktuellen und auch archivierten Informationen zur Verfügung stellt. Gerade diese Vielzahl stellt für den politischen Unterricht ein großes Potential dar, dazu jedem politischen Thema und Problem aktuelle Informationen bezogen werden können. Das Problem besteht dabei nicht in der Beschaffung der Informationen, sondern in der Auswahl der passenden Daten (vgl. Besand, 2005, S. 543). RUPRECHT führt an: „vor allem ausführlich Informationen zu Politik und politischer Bildung führen in dem Datenmeer ein Nischendasein" (ders., 2000, S. 8). Damit wird das Problem deutlich, vor dem der Schüler steht, nämlich für ihn passende Informationen herauszusuchen und zu filtern. Diese Urteilsfähigkeit ist Aufgabe der politischen Bildung und bezieht sich auch auf die Ausbildung im Umgang mit modernen Medien.

7.1.2 Kommunikation

Das digitale Netz bietet weiter die Möglichkeit, dass Schüler über weite Entfernungen miteinander kommunizieren können, um Ergebnisse oder Daten auszutauschen. Weiter ist es möglich, direkten Kontakt zu politischen Akteuren aufzunehmen, um Fragen und kritische Positionen an diese zu wenden (vgl. Besand, 2005, S. 543).

7.1.3 Lernumgebungen

Durch eine digitale Vernetzung ist es im Internet möglich, dass eine Lernumgebung aufgebaut werden kann. In dieser können Schüler allein, in Gruppen oder in Kooperation mit weit entfernten Personen Aufgaben und Probleme lösen. WebQuests sind solche interaktiven Lernumgebungen im Internet. Dort können Schüler mit Hilfe von Links auf weiter Quellen vorgegebene Aufgabenlösen. Die Ergebnisse können allen Beteiligten zugänglich gemacht werden. Dabei können die Lernumgebungen unterschiedlich strukturiert werden. Es besteht die Möglichkeit, strikt sachlich zu arbeiten, oder aber spielerische Elemente, wie etwa die Lösung von Aufgaben, mit einzubauen (vgl. Sander, 2005, S. 124).

7.2 Chancen des Internets für den politischen Unterricht

Wie diese Beispiele verdeutlichen, bietet der Einsatz des Internets im politischen Unterricht eine Reihe von Chancen. Problemorientiertes, zunehmend selbstgesteuertes Lernen, Kooperation und Teamarbeit sind Fähigkeiten, die durch den Einsatz neuer Medien, vor allem durch das Internet, unterstützt werden können. Bei KERBER kann nachgelesen werden: „Leitmotiv des problemorientierten Lernens ist es, Kenntnisse und Fertigkeiten in einem möglichst relevanten Problemumfeld zu erwerben und das so genannte >träge Wissen< zu reduzieren. Selbstgesteuertes Lernen aktiviert die Eigenverantwortung, ermöglicht zunehmende Selbstbestimmung, erzwingt die Reflexion über die eigenen Ziele. Kooperation wird ermöglicht und Teamarbeit nahe gelegt, wenn die Potentiale der Kommunikationstechnik in gemeinsamen Projekten genutzt werden" (ders., 2005, S. 296). Damit trägt das Internet zu sozialen und kommunikativen Fähigkeiten bei.
Für den Unterricht bedeutet der Einsatz von Computer und Internet starke Veränderungen. Hier werden die lehrerzentrierten Formen stärker zurücktreten müssen, um die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Schüler stärker berücksichtigen zu können. Nicht mehr der von der Lehrperson vorgegebene Lernstoff ist strukturierendes didaktisches Element des Unterrichts. Wichtig ist der schülerorientierte Zugang zu Problemen, der sich durch unterschiedliche Wege des Herangehens auszeichnet und den Lernstoff des Unterrichts strukturiert.
Die Rolle der Lehrperson ist demnach auch eine andere. Dieser übernimmt überwiegend moderierende und beratende Tätigkeiten, einerseits weil ein binnendifferenzierter und schülerorientierter Unterricht dieses Verhalten unterstützt und sogar fordert, andererseits weil der zu erlernende Stoff nicht mehr ohne weiteres didaktisiert und opernationalisiert werden kann. Dieses liegt daran, dass das Internet sehr viele Wege und Ergebnisse zulässt und der Lehrende somit selbst Mitglied in einem offenen Lernprozess ist, den er mit den Schülern durchläuft. Damit wird deutlich, „dass das Internet nicht ein weiteres Medium unter anderen ist, durch das das vorhandene Medium nur ergänzt wird im Sinne eines zusätzlichen Werkzeugs im Methodenrepertoire traditionellen Unterrichts, sondern dass es sich um ein neues Medium handelt, das tiefgreifende Veränderungen ermöglicht und hervorruft (vgl. Kerber, 2005, S. 296).

8. Zusammenfassung

Wie gezeigt werden konnte, kommen Kinder, das heißt Schüler, schon sehr früh mit Medien zusammen. Diese Tatsache muss für die Schule bedeuteten, das eine Medienerziehung nicht früh genug beginnen kann. Auch der politische Unterricht darf sich seinen Aufgaben nicht entziehen, gerade deshalb nicht, da neue Medien erhebliche Chancen für diesen besitzen. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung des richtigen Umgangs mit Medien, sondern es geht darum, den Veränderungen kritisch entgegenzutreten und in die politische Bildung mit einzubeziehen. SARCINELLI bezeichnet Medienkompetenz sogar als politische Kategorie, bei der jedoch nicht alle Medienbereiche auch Aufgabenbereiche der politischen Bildung sein sollen. Vielmehr sollen Medien als integrativer Bestandteil einer sozialen und politischen Kommunikation verstanden werden, die bei jedem Thema des politischen Unterrichts mit eingebaut werden können (vgl. Sarcinelli, 1995, S.445).
Am Beispiel einer möglichen Integration von Medien konnte gezeigt werden, welche Möglichkeiten es gibt, Medien erfolgsversprechend in der Schule und in Unterricht zu integrieren. Gelingt es der politischen Bildung, die unterschiedlichen Medien in ihrem Unterricht zu integrieren, werden sich auf längere Sicht vielfältige und viel versprechende Veränderungen ergeben, die zu einem problemorientierten, handlungsorientierten und kontroversen Unterricht betragen bzw. führen können. Dieser Unterricht sollte sich dabei am Adressaten, nämlich dem Schüler, orientieren. Damit wird für den Einsatz von Medien im politischen Unterricht deutlich: „alles ist möglich und nichts ist unmöglich!"

9. Literaturverzeichnis

Baacke, D. (1997). Medienpädagogik. In: Erich Straßner (Hrsg.). Grundlagen der Medienkommunikation (Bd. 1). Tübingen: Niemeyer.
Baacke, D. (1999a). Was ist Medienkompetenz? Fünf Statements. In: Fred Schell/ Elke Stolzenburg/ Helga Theunert (Hrsg.). Medienkompetenz: Grundlagen und pädagogisches Handeln (S. 19-20). München: KoPäd Verlag
Baacke, D. (1999). Medienkompetenz als zentrales Operationsfeld von Projekten. In: Dieter Baacke u. a. Handbuch Medien: Medienkompetenz, Modelle und Projekte. Bonn: BpB.
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Fußnote:
[1] Diese Vermutung beruht auf der subjektiven Beobachtung und kann nicht belegt werden, da entsprechende aktuelle Untersuchungen nicht gefunden wurden.



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