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Lernmotivation

Lernmotivation
Hausarbeit
Datum: 22. Dezember 2010 Autor: nicki2409 Kommentare: 0

Zusätzliche Informationen:

Zudem ist es bedeutsam, dass die Lehrperson als überzeugendes Vorbild auftritt und Freude am Fach und Unterrichten vermittelt.

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Beschreibung:

Je besser es der Lehrkraft gelingt, den Schülern den Unterrichtsstoff als lebendiges, interessantes Gebiet zu vermitteln, für das es sich lohnt sich zu engagieren, desto größer wird die Schülermotivation. Dabei spielen sowohl intrinsische als auch extrinsische Motivation eine bedeutende Rolle.


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Lernmotivation


Motivierung und Aktivierung der Schüler

„ Das Schlaraffenland ist ein märchenhaftes Schlemmerland, in dem Milch und Honig fließen. Die gebratenen Tauben fliegen einem in den Mund, wenn man Hunger hat. Die Faulheit ist eine Tugend und Fleiß ist ein Laster. Alle Wünsche gehen in Erfüllung und - man muss überhaupt nichts dafür tun. In unserer Wohlstandsgesellschaft lebt ein nicht unbeträchtlicher Teil unserer Kinder in einem solchen Schlaraffenland oder in einem schlaraffenlandähnlichen Zustand."

Holger Wyrwa

Inhaltsverzeichnis:

1. MOTIVIERUNG UND AKTIVIERUNG DER SCHÜLER IM ORS
1.1 Intrinsische und Extrinsische Motivation
2. MOTIVATION UND MOTIVATIONSENTWICKLUNG
2.1 Lernmotivation
2.2 Motivation und Schulerfolg
2.2.1 Förderung der Lern- Leistungsmotivation in der Schule
3. SCHÜLERAKTIVE UNTERRICHTSMETHODEN (BEISPIELE)
4. LERNEN LERNEN IN DER GRUNDSCHULE
5. METHODEN ZUR SCHÜLERMOTIVATION (BEISPIELE)
6. MOTIVIERUNG UND AKTIVIERUNG IM STUNDENVERLAUF
7. LITERATUR

1. MOTIVIERUNG UND AKTIVIERUNG DER SCHÜLER IM ORS

Motivierung und Aktivierung sind laut ORS allgemeine, fächerübergreifende Merkmale guten Unterrichts.

Motivierung:
Je besser es der Lehrkraft gelingt, den Schülern den Unterrichtsstoff als lebendiges, interessantes Gebiet zu vermitteln, für das es sich lohnt sich zu engagieren, desto größer wird die Schülermotivation. Dabei spielen sowohl intrinsische als auch extrinsische Motivation eine bedeutende Rolle. Zudem ist es bedeutsam, dass die Lehrperson als überzeugendes Vorbild auftritt und Freude am Fach und Unterrichten vermittelt.
Um Schüler zu motivieren, spielen folgende Kriterien eine wichtige Rolle:

- Interesse wecken
- Anknüpfung an Interessen der Schüler
- Bedeutung/Sinn der Lerninhalte vermitteln

Aktivierung:
Zur Aktivierung von Schülern ist es wichtig zu wissen, dass Lernen ein aktiver und konstruktiver Prozess ist, also das Gegenteil von extern vermittelter, passiv aufgenommener und mechanisch verarbeiteter Information. Um das Lernen produktiver und effizienter zu gestalten sollte das zu erwerbende Wissen als Teil eines subjektiv bedeutungshaltigen Kontextes aufgefasst werden und an den Interessen der Schüler anknüpfen.
Um Schüler zu aktivieren, sind folgende Kriterien von Bedeutung:

- Handlungsspielräume für Schüler
- Sprech- und Lerngelegenheiten
- Selbstständiges Lernen
- Reflexion der eigenen Lernprozesse

1.1 Intrinsische und Extrinsische Motivation

Intrinsische Motivation
• von Innen heraus
• Verhalten benötigt keine Belohnungen/Drohungen
• Menschen haben angeborenes Bedürfnis sich aktiv mit der Umwelt auseinander zu setzen ? Belohnung ist Erleben von Interesse
• Lernende sind intrinsisch motiviert, wenn sie in ihrer Autonomie unterstützt und ernst genommen werden, sich akzeptiert fühlen

Extrinsische Motivation
• um positive Folgen herbei zu führen oder negative Folgen zu vermeiden

2. MOTIVATION UND MOTIVATIONSENTWICKLUNG

Grundsätzlich gibt es viele verschiedene Definitionen, was die menschliche Motivation betrifft. Eine Gemeinsamkeit dieser Definitionen ist, dass „Motivation eine Kraft ist, die hinter dem Verhalten eines Menschen wirkt und es in Gang setzt." („Ich will nicht lernen" S. 17). Es gibt typische Motivkräfte, die beim Lernen eine entscheidende Rolle spielen:
- Neugiermotivation: das Kind beschäftigt sich mit einem Neuen Lernstoff aus dem Bedürfnis nach neuen Reizen
- Interesse: ein Kind beschäftigt sich immer wieder demselben Gegenstand
- Leistungsmotivation: ein Kind möchte tüchtig sein und Leistungen erzielen
- extrinsische Motivation (auch Anreizmotivation): Kind strengt sich an, um Belohnung zu bekommen
- angstmotiviert: ein Kind möchte Tadel oder Bestrafung vermeiden
- soziale Motivation: Kind geht gerne in die Schule, um mit anderen zusammen sein zu können
Versucht man herauszufinden, warum ein Schüler lernt, muss man davon ausgehen, dass ihn nicht nur eine motivierende Kraft antreibt. Meist handelt es sich um Motivmischungen, die aus mehreren Komponenten entstehen und in einem Wechselwirkungsverhältnis stehen.
Des Weiteren sind die Lernmotivation und deren Entwicklung auch abhängig von Einflüssen aus dem familiären Umfeld. Günstig für die Motivationsentwicklung ist es wenn
• man an den Aktivitäten des Kindes Anteil nimmt und es lobt
• und ermutigt
• das selbständige Handeln altersgemäß gefördert wird
Kinder entwickeln während der Grundschulzeit Vorlieben für schulische und außerschulische Aktivitäten. Außerdem entwickelt sich während dieser Zeit die Lern- und Arbeitshaltung. Diese entsteht aus den motivationalen Grundfähigkeit ? Kinder sind bereit, Lernaufgaben selbständig/gründlich zu erledigen. Förderlich für eine selbständige Arbeitshaltung ist das Einüben von Methoden.

2.1 Lernmotivation

Der Lernerfolg eines Schülers hängt von kognitiven sowie motivationalen Faktoren ab, denn kognitive Fähigkeiten allein sind keine hinreichende Bedingung für individuelle Lernzuwächse. Anstrengung, Leistungsbereitschaft und Ausdauer sind ebenso eine notwendige Voraussetzung für gute schulische Leistungen. Da Motivationsdefizite den Kompetenz- und Wissenserwerb erschweren und ein Grundproblem für Schulschwierigkeiten sind, stellt dies nicht nur ein Problem für Schüler dar. Lehrer fühlen sich oft hilflos, wenn sie es, trotz aller Anstrengung, nicht schaffen ihren Schülern Interesse am Fach zu vermitteln. Generell lässt sich sagen, dass die Schüler
Es gibt allerdings kein Rezept, um Motivation zu fördern, da viele Faktoren im Motivationsprozess eine Rolle spielen.

2.2 Motivation und Schulerfolg

Die Schulleistung ist von vielen, verschiedenen Faktoren abhängig. Dies erklärt, warum hochbegabte Schüler nicht immer die besten Leistungen erzielen und durchschnittlich Begabte zu den Besten einer Klasse gehören können.
Zu den verschiedenen Faktoren zählen:
• Lern- und Arbeitsmotivation
• Lern- und Arbeitstechnik
• emotionale Stabilität
• familiäre Umwelt
• schulische Lernumwelt

Motivationsförderung
Selbstmotivation und intrinsische Motivation können sich nur entwickeln, wenn Erwachsene altersgerechte Impulse geben
• altersgemäße Forderung
• Selbstständigkeitserziehung
• Lob und Anerkennung
• Grenzziehung
• konstruktive Kritik
• Ermutigung
• Geduld
• Erziehungskonsens
• Neugierweckung
• Tätigkeitsangebote ( siehe Punkt 3)
• Lernen lernen (siehe Punkt 4)
• Lernspiele
• positives Denken
• regelmäßiges Nachdenken
• Sinnorientierung

2.2.1 Förderung der Lern- Leistungsmotivation in der Schule

• eigene Handlungsspielräume (Planen...)
• Kontakt zu Eltern auch bei positiven Nachrichten suchen
• stressarme Atmosphäre schaffen (mehr lernorientiert als leistungsorientiert ? Fehler können so besser besprochen/beseitigt werden)
• auch von leistungsschwachen Schülern etwas erwarten
• Einstieg in ein Thema ist wichtig ? Neugier wecken
• korrigierende Rückmeldungen nicht auf Gesamtpersönlichkeit beziehen
• Lob und positive Rückmeldung einsetzen
• Lernen spielt sich in Rahmenbedingungen ab, die anziehend oder abstoßend sein können ? erleichtern/erschweren das Lernen
• für viele Kinder stehen soziale Lernmotive im Vordergrund (Zuneigung, Anerkennung...) ? Anlässe zum Lernen
(Quelle: Regula Schräder - Naef, Lerntraining in der Schule. Voraussetzungen - Erfahrungen - Beispiele, Weinheim und Basel, 2002)

3. SCHÜLERAKTIVE UNTERRICHTSMETHODEN (BEISPIELE)

Brainstorming
• Schüler sammeln Lösungsideen
• Ideen sollen nicht kritisiert werden
• anschließend werden Ideen nach Ähnlichkeit gruppiert und gemeinsam bewertet

Partnerarbeit
• unter anderem gut geeignet für Materialsuche
• auch für Lernkontrolle geeignet
• Schüler können Tandem bilden (ein Starker und ein Schwacher Schüler ? Lernhilfe)

Planspiel
• Konflikte werden modellhaft durchgespielt
• Lehrkraft leitet das Spiel zurückhaltend

Projektlernen
• gemeinsames, kontinuierliches, konzentriertes Befassen mit einem Thema
• unterschiedliche Lern- und Arbeitsmethoden lassen sich einsetzen (Techniken der Zeitplanung, Aufbereitung und Auswertung von Wissen, Problemlösung, Präsentation...)
• auf Lehrerseite: viel Experimentierfreude, Kooperationsbereitschaft und Planung nötig

Rollenspiel
• Schüler versetzen sich einfühlsam in die Situation eines anderen
• soziale Einstellungen können erarbeitet werden

Stationenlernen
• Form der Freiarbeit
• Lernaufgaben und Materialien werden zur Verfügung gestellt
• individueller Lernlauf wird auf Laufkarten notiert

Wochenplanarbeit
• Lernen wird von Lehrperson organisiert
• Schüler beschäftigen sich während eines bestimmten Zeitraums selbstständig mit bestimmten Aufgaben
• Lehrperson steht als Lernhelfer und Berater zur Verfügung
• fördert auch Fähigkeit zur Lern- und Arbeitsplanung

4. LERNEN LERNEN IN DER GRUNDSCHULE

- frühe Verselbstständigung: nur methodisch helfen, Kind arbeitet selbstständig
- Selbstvertrauen aufbauen durch Lob, Anerkennung und konstruktive Kritik
- Lerngewöhnung erleichtern (feste Regeln, Lernzeiten, Lernorte)
- Lernstoff mehrkanalig aufnehmen (Sehen, Hören, Spreche, Schreibe, Handeln)
- Gedächtnisstützen anwenden (Farbmarkierungen, Wort-Bild Verknüpfungen...)
- wichtigen Lernstoff regelmäßig wiederholen
- Probleme schrittweise lösen
- Arbeitsplatz lernförderlich gestalten (Sitzhaltung, Beleuchtung,...)
- Lern- und Arbeitsmittel richtig handhaben (Ordnung halten, ...)
- Informationen beschaffen lernen (Nachschlagewerke, ...)
- Arbeits- Erholungs- Gleichgewicht erhalten (Lernpausen, Entspannungsübungen)

(Quelle: Gustav Keller: „Ich will nicht lernen. Motivationsförderung in Elternhaus und Schule"Bern, 2008)

5. METHODEN ZUR SCHÜLERMOTIVATION (BEISPIELE)

Positive Verstärker
• Belohnen von positiven Verhaltensweisen = positives Verstärken
• Das Verhalten einer Klasse kann durch positive Verstärker nachhaltiger geändert werden als durch Strafe

Wie sollte man loben?
• Konkret
• Nicht den Schüler loben, sondern sein Verhalten
• Verstärkt man positives Verhalten nicht, besteht die Gefahr, dass dieses Verhalten verschwindet
• Nur Verhalten loben, das sich gezeigt hat

Grüner Stift bei der Korrektur von Klassenarbeiten
• der rote Stift regiert über Fehler, der grüne streicht positive Dinge an
• anstreichen ohne Kommentar -> Schüler muss selbst begreifen, warum der Lehrer etwas für gut gefunden ha
• bei schlechten Noten ist der grüne Stift ein kleiner Trost

Preise und Hausaufgabengutscheine:
• bei besonderen Leistungen

Sprachgebrauch: "und statt aber":
• Hat man etwas zum Lob hinzuzufügen, sollte man das Wort „aber" vermeiden:
„Du hast sehr sauber gezeichnet, aber das nächste Mal solltest du einen Bleistift verwenden."
„Du hast sehr sauber gearbeitet und wenn du beim nächsten Mal einen Bleistift verwendest, wird es noch besser." (=Ergänzungsvorschlag)

Der Sinn einer Stunde:
• alle brauchen einen Grund dafür, warum man aufmerksam sein sollte -> es muss für Schüler einen Nutzen geben
• am besten sind Gründe, die außerhalb des Unterrichts einen Sinn machen
• je konkreter der Nutzen formuliert wird, desto größer ist die Wirkung
• Umsetzung: überlegen, warum die Schüler zuhören sollten, dann der Klasse den Grund mitteilen

Gruppenranking:
• bei großen Klassen: Gruppen statt einzelne Schüler gegeneinander antreten lassen

Christkindchen Effekt:
• wenn etwas verpackt hat, dann möchte man wissen, was drin ist
• Umsetzung: zum Beispiel ein Experiment aufbauen und abdecken -> Schüler möchten wissen, was darunter ist und schauen alle hin, wenn es aufgedeckt wird
• Hohe Aufmerksamkeit kann erzeugt werden

Mitbestimmung der Schüler
• Motivation wird erzeugt, in dem man mitgestalten kann/darf -> je mehr der Schüler sein Schicksal selbst bestimmen kann, desto williger ist er, Arbeitsaufträge zu erledigen
• Umsetzung: Schüler in die Unterrichtsplanung mit einbeziehen (Schülern zeigen, was noch alles zu tun ist -> Reihenfolge wählen lassen

Schüler rufen sich gegenseitig auf
• keine Fragen stellen, die man mit „Ja/Nein" beantworten kann
• Schüler können sich einen Gegenstand (z.B. Ball) zuwerfen
• Schüler sollten Stellung zum Vorredner nehmen, bzw. ihn ergänzen
(Quelle: Kramer, Martin: Schüler motivieren und (re)aktivieren, 2006)

6. MOTIVIERUNG UND AKTIVIERUNG IM STUNDENVERLAUF

Einstieg:
- Lernlustlinie
- Motivationsposter
- Puls rauf - Puls runter
- So anschaulich wie möglich
- Verrätselung

Verlauf:
- Motivierender Appell
- Gedanken lesen und Gefühle nachempfinden
- Tempo anziehen
- Gezielt motivieren
- Wissensbücher
- Spannung erzeugen
- Schauspielerei
- Inhalte in Bewegung bringen
- Konzentration durch Abwechslung
- Bewegung reinbringen
- im Chor antworten
- zum Nachdenken Zeit geben
- Klassenfeedback
- anonymes Feedback
- erst zuhören, dann aufschreiben
- gestütztes Partnerlernen
- Bildungserlebnisse vermitteln

Abschluss:
- Experten-Interview
- Passierschein/ Urkunde
- Rückschau-Vorschau-Plakate
- Erfolge feiern

7. LITERATUR

Kramer, Martin: Schüler motivieren und (re)aktivieren, Lichtenau, 2006
Keller, Gustav: Ich will nicht lernen. Motivationsförderung in Elternhaus und Schule, Bern, 2008
Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur: Orientierungsrahmen Schulqualität für Rheinland-Pfalz; 2. überarbeitete Auflage, Mainz, 2008
Schräder - Naef, Regula: Lerntraining in der Schule. Voraussetzungen - Erfahrungen - Beispiele, Weinheim und Basel, 2002



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