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Das Rezipientenpassiv

Das Rezipientenpassiv
Hausarbeit
Datum: 01. Januar 2011 Autor: Kaethe Kommentare: 0

Zusätzliche Informationen:

Diese Ausarbeitung soll das Rezipientenpassiv genauer betrachten und dessen Bildung erklären.

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Beschreibung:

In der Umgangssprache nimmt das Dativpassiv offenbar einen größeren Stellenwert ein als in der Schriftsprache. Dabei kommt es sowohl auf die regionale Herkunft des Sprechers wie auch auf die Fortschrittlichkeit seines Sprachempfindens an.


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Das Rezipientenpassiv


Das Rezipientenpassiv

Inhaltsverzeichnis

1. Die Bildung des Rezipientenpassivs

1.1 Vorbemerkungen: Aktiv und Vorgangspassiv

Um im Weiteren genauer auf das Rezipientenpassiv eingehen zu können, soll vorab eine kurze Erläuterung zu den thematischen Rollen und syntaktischen Funktionen bei Aktiv und Zustandspassiv erfolgen. (vgl. Diewald 1997: 30-32)
Dieses soll am folgenden Beispiel deutlich werden:

(1) a. Claudia besucht Sabine.
b. Sabine wird (von Claudia) besucht.

Hier wird zum einen die Veränderung der Valenz und zum anderen die der syntaktischen Rollen deutlich. Während im Aktivsatz besuchen eine Nominativergänzung (Claudia) und eine Akkusativergänzung (Sabine) erfordert, verlangt besuchen im Passivsatz nur eine Akkusativergänzung (Sabine). Die Nominativergänzung ist an dieser Stelle also fakultativ und kann in Form einer von Phrase (von Claudia) realisiert werden. Es findet also eine Verbvalenzreduktion statt. Besuchen ist nicht mehr zweiwertig, sondern einwertig. Die syntaktischen Funktionen ändern sich in dem Sinne, dass das Subjekt im Passivsatz weggelassen werden kann oder als von Phrase (Nominativergänzung) wiedergegeben werden kann. Die semantischen Rollen hingegen bleiben bestehen. Claudia ist in beiden Konstruktionen Agens und Sabine Patiens. Allerdings findet bei der Umstellung vom Aktiv zum Passiv ein Perspektivwechsel statt. (vgl. Pittner/ Beermann 2007:69)
Im Aktiv wird aus der Perspektive des Handelnden (Handlungsperspektive) berichtet und im Passiv wird die Geschehensperspektive betrachtet.
Im Gegensatz zu Akkusativergänzungen können nun Dativergänzungen nicht mit den Subjekten des Vorgangspassivs in Verbindung gebracht werden.

(2) a. Claudia schenkt ihr ein Buch.
b. Ein Buch wird ihr (von Claudia) geschenkt.
c.* Sie wird ein Buch (von Claudia) geschenkt.

An diesen Beispielen wird deutlich, dass durch das Vorgangspassiv ein Buch zwar eine Nominativergänzung werden kann, nicht aber ihr. Zwar ist es möglich die Dativergänzung zu verschieben,

(3) Ihr wird ein Buch (von Claudia) geschenkt.

doch ändert das nichts an den syntaktischen Funktionen. Es findet lediglich eine Heraushebung des Themas statt.

1.2 Die Konstruktion des Rezipientenpassivs und einige Bedingungen

An dieser Stelle wird nun die Betrachtung des Rezipientenpassivs, das auch unter Dativpassiv, Adressatenpassiv oder bekommen/ erhalten/ kriegen- Passiv bekannt ist, interessant.
Mithilfe dessen wird es nämlich möglich die Dativergänzung des Aktivsatzes mit einer Nominativergänzung des Passivsatzes in Verbindung zu bringen. Um einen besseren Überblick zu bekommen, erfolgt jetzt eine genauere Analyse des Aktivsatzes.

(2) a. Claudia schenkt ihr ein Buch.

Claudia ist hier das Subjekt und nimmt die Rolle des Agens ein. Das Dativobjekt ihr ist der Rezipient und das Akkusativobjekt ein Buch stellt den Patiens dar. Wenn man Satz (2) a nun zum Rezipientenpassiv umwandelt, ergibt sich folgender Satz:

(4) Sie bekommt ein Buch (von Claudia) geschenkt.

Das Subjekt des Aktivsatzes stellt hier die fakultative Nominativergänzung dar, welche durch eine von Phrase (von Claudia) realisiert wird und seine alte semantische Rolle des Agens beibehält. Das Dativobjekt ihr wird nun zum Subjekt, wobei die Rezipientenrolle erhalten bleibt. Das Akkusativobjekt ein Buch verändert weder syntaktische Funktion noch semantische Rolle.
An diesem Punkt ist nun wichtig sich mit den Zielrollen auseinander zu setzen. Es wird zwischen zwei Zielen unterschieden, zum einen das innere Ziel, also derjenige oder dasjenige, das von der Handlung als Patiens (ein Buch) betroffen ist und zum anderen das äußere Ziel, das stellt den Endpunkt der Handlung am Patiens dar (ihr).
Der Unterschied zwischen Vorgangspassiv und Rezipientenpassiv besteht also auch in der Realisierung der Zielrollen. So verkörpert ein Buch, die Akkusativergänzung des Aktivsatzes (inneres Ziel), in der werden Konstruktion das Subjekt und in der bekommen Konstruktion die ehemalige Dativergänzung (ihr).

Das Rezipientenpassiv wird nicht nur mit dem Hilfsverb bekommen, sondern auch mit erhalten und kriegen bebildet. Hinzu kommt das Partizip II eines Vollverbes. Wann nun welches Hilfsverb verwendet wird, hängt sowohl vom Sprecher wie auch von der Semantik ab. Auf die unterschiedliche Akzeptanz werde ich später spezieller eingehen, prinzipiell wären aber auch folgende Konstruktionen möglich:

(5) a. Sie kriegt ein Buch (von Claudia) geschenkt.
b. Sie erhält ein Buch (von Claudia) geschenkt.

Zur Vereinfachung werde ich aber in den nachfolgenden Sätzen darauf verzichten alle drei Möglichkeiten aufzuführen.
Das Dativpassiv wird vor allem mit ditransitiven Verben gebildet, also Verben die drei Argumente fordern. Dabei stellt im Aktivsatz die Nominativergänzung den Agens, die Akkusativergänzung den Patiens und die Dativergänzung den Rezipienten dar. Besonders häufig werden hier die Verben des Gebens, Nehmens, Mitteilens und Vergebens verwendet. (vgl. Duden. Die Grammatik 2007: 557)
Eher selten findet man die Verwendung des Dativpassivs bei intransitiven Verben, also Verben bei denen die syntaktische Funktion des Akkusativobjektes fehlt.
Dativregierende Verben wie helfen, applaudieren, danken, drohen etc. lassen sich aber durchaus mit einem Dativpassiv in Verbindung bringen.
Die Bildung eines unpersönlichen Passivs wird aber ausgeschlossen.

(6) * Heute bekommt verziehen.

Eine weitere Voraussetzung ist die Assoziierung des Subjekts des Aktivsatzes mit der Rolle des Agens. Es muss sich also um ein Handlungsverb handeln damit eine Umkehrung der Perspektiven stattfinden kann.
Ausgeschlossen sind Verben wie gefallen, missfallen, behagen, zustehen etc. (Liste der Verben nach Eroms 1978:396, Wegener 1985:134, zit. n. Diewald 1997: 39/ 40)

(7) a. Die Arbeit ist ihm gut geglückt.
b. * Er bekam die Arbeit gut geglückt.

2. Die Entwicklung des Rezipientenpassivs

Nachdem nun eine intensive Anschauung der Bildung des Dativpassivs erfolgt ist, stellt sich die Frage nach der Entwicklung.
So stellt Eroms fest (1978: 359-365; zit. n. Vogel 2003), dass die älteste Form des Dativpassivs die Konstruktion kriegen + Partizip II eines Vollverbes ist, älteste Belege lassen sich dazu im 16/ 17 Jahrhundert finden. Die Hilfsverben bekommen und erhalten treten im 19. Jahrhundert erstmals auf.
Im 18. Jahrhundert wird kriegen in der Schriftsprache im Gegensatz zu bekommen und erhalten immer seltener verwendet, im mündlichen bleibt es jedoch erhalten. In Bezug auf das Dativpassiv ist die Variante mit kriegen heute eher umgangssprachlich, erhalten eher textsortenfunktional für gehobene Sprachregister und bekommen wird als stilistisch neutral angesehen. (vgl. Eroms 2000:416)
Das Rezipientenpassiv hat im Deutschen keinen leichten Stand, so war die sprachwissenschaftliche Tradition früher am Lateinischen ausgerichtet und da sich in Bezug auf die Passivstrukturen keine Ähnlichkeiten feststellen ließen, war die Akzeptanz stark eingeschränkt. Auch die gegenwärtige Grammatikauffassung, die stark vom Englischen geprägt ist, stellt keine Stütze dar. Deswegen findet Eroms es umso erstaunlicher, dass „ in der GTG und in der GB das Dativpassiv im deutschen als selbstverständlich angesehen wird" (Eroms 2000: 414)

3. Umstrittene Positionen des Rezipientenpassivs in der Literatur und Gründe dafür

3.1 Einleitung

Doch nicht alle Grammatiken sehen das Rezipientenpassiv als selbstverständlich an, womit ich nun detaillierter auf die umstrittenen Positionen in der Literatur und einige mögliche Gründe dafür, eingehen möchte.
Die Duden Grammatik schreibt dazu folgendes: „ Sein sehr kleiner Anwendungsbereich ist auf Verben beschränkt die einen Dativ der Person und einen Akkusativ der Sache erfordern"
( Duden Grammatik 2007: 557 ) Diewald fasst zusammen, dass Grammatiken das Dativpassiv als Konkurrenzformen des Vorgangspassivs beschreiben und eigentlich nur in der Umgangssprache verwendet wird. (vgl. Diewald 1997: 32) Doch weist sie auf linguistische Untersuchungen hin, welche diesen Aussagen entgegensprechen, dazu sagt Askedal, dass sich das gegenwärtige bekommen Passiv noch in einem Übergangszustand befindet.
( Askedal 1984: 41, zit. n. Diewald 1997: 32) Dieser Zustand soll aber anderer Stelle genauer erläutert werden.

3.2 Gründe des semantischen Widerspruchs

Zunächst stellt sich nämlich die Frage, weshalb die Grammatiken das Dativpassiv so stiefmütterlich behandeln. Im weiteren Verlauf werde ich deshalb zur Klärung die unterschiedlichen Interpretationsformen und den Status des Hilfsverbs genauer beleuchten. Dazu lässt sich sagen, dass die Hilfsverben bekommen, erhalten, kriegen nur schwer von den entsprechenden Vollverben zu unterscheiden sind und deswegen Sätze in denen bekommen, erhalten, kriegen mit Vollverben in Verbindung stehen, deren Semantik dieser widerspricht, als ungrammatisch angesehen werden.

(8) Er bekam die Erziehungsberechtigung entzogen.

Hier liegt zwar eine Akkusativergänzung im Nominativ vor (die Erziehungsberechtigung), doch ist die Semantik nur dann nicht widersprüchlich, wenn bekam als Hilfsverb angesehen wird. Die Akkusativergänzung muss also ausdrücklich von entzogen abhängig sein. Für einige Sprecher ist dieses aber nicht der Fall, sie interpretieren bekam als Vollverb, woraus sich eine inhaltliche Unverträglichkeit ergibt. Hier wird er als Bezugspunkt beider Verben angesehen.

3.3 Gründe der Interpretationsformen

Ein anderer Grund, der einer Akzeptanz entgegensprechen könnte, soll am nächsten Satz umrissen werden.

(9) Wir bekommen die Äpfel gewaschen.

Bei einer Interpretation von bekommen als Vollverb und gewaschen als Objektsprädikativ, welches den Zustand des Apfels genauer umschreibt, würde sich diese Leseart ergeben:

(10) Die Äpfel werden uns in einem gewaschenen Zustand übergeben.

Es handelt sich hier um eine prädikative Deutungsweise.
Eine andere Möglichkeit stellt folgende Leseart dar:

(11) Wir schaffen es die Apfel in einen gewaschenen Zustand zu bringen.

Hier liegt eine resultative Interpretation vor, in der das Subjekt als Agens fungiert.
Als dritte Leseart ergibt sich der nächste Satz.

(12) Die Äpfel wurden von uns schon gewaschen.

Bekommen wird als Hilfsverb und gewaschen als Partizip II angesehen, woraus sich eine passivische Interpretation ergibt.

4. Die Schritte der Grammatikalisierung

Wie an den Beispielen deutlich wurde, ist das Dativpassiv also keineswegs vollständig und ohne Missverständnisse in die deutsche Grammatik integriert. Es befindet sich in dem oben bereits erwähnten Übergangszustand, den ich nun im letzten Teil erörtern möchte.
Dazu erscheint es mir sinnvoll die einzelnen Schritte der Grammatikalisierung in den Blickwinkel zu nehmen.
Man könnte annehmen, dass der nachstehende Satz den Ausgangspunkt für die Grammatikalisierung darstellt.

(13) Sie bekommt eine Blume.

Doch er eignet sich nicht, da kein Partizip II vorhanden ist, bekommen kann nur als Vollverb verstanden werden. Besser geeignet ist folgendes Beispiel:

(14) Sie bekommt das Kleid passend zugeschnitten.

Hier agiert bekommen als Vollverb und das Partizip II als Objektsprädikativ. Es umschreibt den Zustand des Kleides näher und ist nicht von der Valenz bekommens abhängig. Eine einfache Möglichkeit den Prädikatsstatus zu ermitteln ist der Nachtragtest, der auch die Fakultativität verdeutlicht.

(15) Sie bekommt das Kleid, und zwar passend zugeschnitten.

Syntaktisch gesehen handelt es sich bei bekommen, erhalten, kriegen zwar um „echte" transitive Verben, sie fordern also eine Nominativ und Akkusativergänzung, doch besteht in der Zuordnung der semantischen Rollen ein Unterschied. Während bei den „echten" transitiven Verben die Nominativergänzung die Agensrolle innehat, ist diese bei bekommen, erhalten, kriegen die Zielrolle. Ein Agens ist nicht vorgesehen, kann aber in Form einer von Phrase ergänzt werden.

(16) Sie bekommt das Kleid (von ihrer Freundin) passend zugeschnitten.

Bekommen, erhalten, kriegen nehmen schon als Vollverben in der Grammatik eine spezielle Rolle ein, da sie einer der wenigen Verbgruppen angehören, die speziell die Geschehensperspektive ausdrücken. Sie lassen sich außerdem nur schwer durch andere Verben ersetzen.
Die von den Grammatiken als akzeptabel angesehenen Konstruktionen ähneln dennoch stark dem Vollverbgebrauch. (vgl. Satz 14)
An dieser Stelle erfolgt nun der zweite Schritt der Grammatikalisierung.

(17) Sie bekommt die Wohnung renoviert.

Hier kann zum einen eine prädikative Interpretation erfolgen (Zur Abfolge siehe Satz (14)) und zum anderen eine passivische. Bekommt wird also als Hilfsverb und renoviert wird als Partizip II von renovieren angesehen. Wenn nun so eine Umdeutung stattgefunden hat, spricht man von Reanalyse. Bekommt bildet nun zusammen mit renoviert eine komplexe Verbalphrase.
Damit eine Reanalye stattfinden kann, muss zum einen ein Partizip II eines anderen Verbs im gleichen Satz vorhanden sein und zum anderen muss die resultative Bedeutung aufgehoben sein. Das bedeutet, dass die Handlung, die das Partizip II ausdrückt und bekommen, erhalten, kriegen zum gleichen Zeitpunkt stattfinden müssen.

(14) Sie bekommt das Kleid passend zugeschnitten.

In diesem Satz hätte folglich noch keine Aufhebung stattgefunden. Zugeschnitten indiziert eine abgeschlossene Handlung, diese fand vor dem bekommen statt. Im nachstehenden Beispielsatz ist die Situation anders. Hier finden bekommen und renovieren zum gleichen Zeitpunkt statt.

(17) Sie bekommt die Wohnung renoviert.

Eine weitere Bedingung stellt die Form der Verbvalenz dar. Wie bereits in einem der obigen Abschnitte erwähnt, wird das Dativpassiv vor allem mit einem Partizip II eines Verbs gebildet, das im Aktivsatz dreiwertig ist.
Im Folgenden 3 Schritt der Grammatikalisierung ist nun keine Ambiguität mehr vorhanden.

(18) Sie bekommt mitgeteilt, dass die Vorlesung morgen ausfällt.

Hier liegt eine Akkusativergänzung in Form einer dass- Konstruktion vor. Bekommen erfordert aber eine Akkusativergänzung in nominaler Form. Daraus folgt, dass die dass- Konstruktion eine Akkusativergänzung zu mitgeteilt sein muss. Der nachstehende Satz wäre also ungrammatisch.

(19) * Sie bekommt, dass die Vorlesung morgen ausfällt.

Es handelt sich bei Satz (18) somit eindeutig um ein Dativpassiv.
Im 4 Schritt der Grammatikalisierung wäre ein Weglassen der eigentlich notwendigen Akkusativergänzung möglich. Dabei stellen die Vollverben der Partizipien eine Verbgruppe dar, die keinen verbindlichen Akkusativ erfordern, sondern neben der Nominativergänzung entweder eine Dativergänzung oder eine Dativergänzung + Präpositionalergänzung.

(20) a. Sie kriegt applaudiert.
b. Ich verzeihe dir.

Verzeihen fordert hier eine Nominativergänzung (ich) und eine Dativergänzung (dir).
Von den meisten Sprechern als ungrammatisch angesehen wäre dieses Beispiel

(21) a. * Sie erhält geschmeichelt.
b. Ich schmeichle dir.

Zwar liegt auch an diese Stelle dieselbe Konstruktion wie in Satz (20)a vor, doch das Hilfsverb erhalten wird scheinbar von vielen Sprechern noch mit dem Vollverb erhalten und der damit verbundenen Bedeutung des „ Entgegennehmens" assoziiert.

5. Fazit

Zu diesem Zeitpunkt möchte ich nun ein abschließendes Resümee ziehen.
In der Umgangssprache nimmt das Dativpassiv offenbar einen größeren Stellenwert ein als in der Schriftsprache. Dabei kommt es sowohl auf die regionale Herkunft des Sprechers wie auch auf die Fortschrittlichkeit seines Sprachempfindens an. Trotzdem kann man sagen, dass sich das Dativpassiv auf dem Weg der Etablierung befindet und die Entwicklung von bekommen, erhalten, kriegen als Hilfsverb zum Vollverb einen großen Sprung gemacht hat.

Literatur:

- Diewald, Gabriele (1997), Grammatikalisierung. Eine Einführung in Sein und Werden grammatischer Formen. Tübingen: Niemeyer. (Germanistische Arbeitshefte 36)
- Duden. Die Grammatik (2006). 7., völlig neu erarbeitete u. erw. Aufl. Hrsg. V. der Dudenredaktion. Mannheim usw.: Dudenverlag
- Eroms, Hans-Werner (2000), Syntax der deutschen Sprache. Berlin [u.a.]: de Gruyter.
- Hoffmann, Ludger, Strecker Bruno & Zifonun Gisela et.al (1997), Grammatik der deutschen Sprache.Berlin: de Gruyter
- Pittner, Karin/ Berman, Judith (2007), Deutsche Syntax. Ein Arbeitsbuch. Tübingen: Narr.
- Vogel, Petra M. (2003), Passiv in deutschsprachigen Chats. Eine Korpusanalyse.
- http://www.linguistik-online.de/15_03/vogel.html



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