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'Das Ende der Antike?' Europa zwischen Spätantike und Frühmittelalter
Datum: 01. Januar 2011 Kommentare: 0
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Teilprüfung im Fach Geschichte mit dem Titel: "Das Ende der Antike?" Europa zwischen Spätantike und Frühmittelalter.

'Das Ende der Antike?' Europa zwischen Spätantike und Frühmittelalter
Das Ende der Antike? Europa zwischen Spätantike und Frühmittelalter
I. Einführung
Als am 17. Januar 395 n.Chr. der Kaiser des römischen Imperiums Flavius Theodosius, genannt Theodosius I., überraschend an Wassersucht starb, befanden sich noch alle Menschen der damals bekannten Welt in der Epoche der Spätantike.
Doch bereits einen Tag später, Theodosius' älterer Sohn Flavius Arcadius war nun Kaiser des oströmischen Reiches in Konstantinopel und der jüngere Sohn Flavius Honorius Kaiser des weströmischen Reiches in Mailand, ging die Sonne auf und alle Menschen des vorherrschenden Mittelmeerraumes erblickten zu ihrem großen Erstaunen die Welt des Frühmittelalters und erkannten voller Hoffnung, dass eine neue Epoche der Menschheit angebrochen war.
Diese zweifelsfrei ironische Darstellung der Zeitenwende von der Spätantike ins Frühmittelalter soll dem Leser auf eindrucksvolle und humoristische Art und Weise deutlich machen, dass der Übergang von der einen Epoche in eine andere selbstverständlich nicht ad hoc, wie im obigen Beispiel über Nacht, sondern in einem dynamischen Prozess über einen längeren Zeitraum hinweg verlaufen sein muss.
Wie aber können eine Vielzahl von Gelehrten und Geschichtswissenschaftlern der Vergangenheit und der Gegenwart so selbstverständlich die Geschichte der gesamten Menschheit in einzelne Epochen, ja sogar in Teilepochen gliedern und systematisieren, wenn es nahezu unmöglich ist, konkrete chronologische Angaben zu der Periodisierung einer Epoche zu machen?
Jeder Versuch der zeitlichen Bestimmung einer Epoche ist immer geradezu problematisch, da die Festlegung eines Übergangszeitpunktes willkürlich verlaufen muss. So schreibt in diesem Zusammenhang der renommierte Historiker Alfred Haverkamp, Inhaber eines Lehrstuhls für mittelalterliche Geschichte an der Universität Trier, dass Epochenbildung stets das Ergebnis von Sinndeutungen geschichtlicher Zusammenhänge sei.[1]
So ist die Periodisierung einer Epoche auch immer davon abhängig, welche Phänomene als wesentlich hierfür angesehen werden. Derartige Phänomene können sich z.B. in politischer, kultureller, ethnologischer, ökonomischer, soziologischer, philosophischer oder theologischer Hinsicht manifestieren, sodass je nach Wertigkeit differierende zeitliche Einteilungen einer Epoche zustande kommen können. Auch kann sich dieselbe Epochewende zeitlich voneinander unabhängig in den einzelnen Regionen und Erdteilen ereignen, vor allem dadurch bedingt, dass in fernerer Vergangenheit eine, gemessen an den heutigen Maßstäben der Globalisierung, nahezu immobile Gesellschaft derartige Tendenzen unterstrich und festigte.
Unter pragmatischen Gesichtspunkten gesehen ist aus all den genannten Gründen zu dieser Periodisierungsproblematik hinzuzufügen, dass Epochen lediglich Vereinbarungen einer ansonsten unüberschaubaren Stofffülle der Geschichte darstellen und somit nur von „mnemotechnischem Interesse" sind, um historische Zusammenhänge besser systematisieren zu können, wie es der italienische Philosoph Benedetto Croce (1866-1952) bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts feststellte.[2]
Auch ist generell bei der zeitlichen Einteilung einer Epoche immer zu beachten, dass nicht immer alle Zeitgenossen große historische Umbrüche zwangsläufig als solche wahrnehmen und wahrgenommen haben.
So konnten im obigen Beispiel die Menschen der damaligen Welt nicht wissen und erahnen, dass die endgültige Teilung des zuvor gesamtrömischen Reiches einen Einschnitt in die kulturelle und politische Einheit des Mittelmeerraumes darstellte und somit bis heute dieser historische Umbruch oftmals in Schulbüchern der Sekundarstufe I für den Geschichtsunterricht in baden-württembergischen Schulen als Ende der Antike verstanden wird.
Aber ist dem wirklich so? Kann man ein Ende der Spätantike [3] oder einen Beginn des frühen Mittelalters [4] trotz der oben genannten generellen Probleme bei Periodisierungen von Epochen ansetzen? Und wenn ja, welcher Zeitpunkt zur Bestimmung der thematisierten Zeitenwende wäre der Nachvollziehbarste? All diese Fragestellungen sollen in den folgenden Seiten ausführlich erörtert werden.
Auch eine weitere Frage in diesem Zusammenhang ist für diese Arbeit von erheblichem Interesse: Gibt es eine Transformation der antiken Welt in die Mittelalterliche, wie es der irische Historiker Peter Brown in seinem Buch „Welten im Aufbruch: Die Zeit der Spätantike" beschreibt? Oder ist es doch so, dass man von einem „Ende der Zivilisation" zu Beginn des frühen Mittelalters sprechen muss, wie es der britische Historiker und Archäologe Bryan Ward-Perkins (1912-1981) vertritt, da das Ende der Antike vielerorts mit Gewalt, Zerstörung und ökonomischen Niedergang verbunden war?
II. Von der Spätantike zum Frühmittelalter
„ ‚Wir leben um ein Meer herum wie Frösche um einen Teich?, hatte Sokrates scherzhaft zu seinen Freunden gesagt."[5] Auch zu Beginn der Spätantike, ca. 800 Jahre nach Sokrates, legte sich die antike Welt noch immer wie einen Kranz um ihren „Teich", welcher das Römische Reich zu einer staatlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Einheit zusammenfasste.
Knapp 500 Jahre später hatte sich ein gänzlich anderer Zustand durchgesetzt und manifestiert. Auf dem Boden des vormals gesamtrömischen Reiches entstanden nunmehr das fränkische Reich der Merowinger und Karolinger (in Gallien, Germanien und Norditalien), die islamisch-arabischen Staaten im Süden und Südwesten (in Persien, Armenien, Arabien, Ägypten, Afrika und Spanien) und das Byzantinische Reich (in Kleinasien, Griechenland und Süditalien).
Einer derartigen Epoche, in welcher sich die politischen und kulturellen Schwerpunkte von der Mittelmeerwelt ins heutige West- und Mitteleuropa verlagert haben, wird oftmals der Charakter einer Übergangzeit zuerkannt. Diese Titulierung ist jedoch bereits deshalb sehr fraglich, da man auch andere Epochen ebenso bezeichnen könnte, wenn man einzig auf den geschichtlichen Wandel als solchen oder auf Entwicklungsprozesse beliebiger Art blicken würde.[6]
Trotz dieser berechtigten Vorbehalte wird die Spätantike zumeist als eine ebensolche Epoche des Übergangs gesehen. Die Spätantike als letzter Abschnitt des Altertums stellt selbst schon eine „Antike nach der Antike" dar.[7] Zum einen war zwar eine gewisse Kontinuität zur Antike noch gegeben, auch wurde u.a. vieles hervorgebracht, was den Einschnitt des 6. und 7. Jahrhunderts überdauerte, zum anderen zeichnete sich bereits die Welt des Mittelalters ab, nicht zuletzt aufgrund der staatlichen Desintegration und einem nicht unerheblichen zivilisatorischen Rückgang, welche diese Zeitenwende zur Folge hatte.
Wie bereits oben erwähnt, endete mit dem Beginn des Frühmittelalters die kulturelle und politische Einheit des Mittelmeerraums. Aber auch die damit verbundene ethnische Vorherrschaft der Griechen und Römer, eine auf Sklaverei basierende Wirtschaftsform, bestimmte philosophische Bildungstraditionen oder die Dominanz des polytheistischen Heidentums könnten verschiedene Periodisierungen der Spätantike begründen, da alle geschilderten Phänomene einen immensen Einschnitt in die Lebenswirklichkeit des europäischen Menschen zur Folge hatten.
Im Folgenden sollen, um die Frage nach einem Ende der Antike stellen zu können, Kontinuität und Wandel verschiedener gesellschaftlicher, kultureller, politischer oder theologischer Strukturen in dem Zeitraum des Überganges von der Spätantike ins Frühmittelalter umfassend dargestellt werden.
1. Kontinuität zwischen Spätantike und Frühmittelalter
Beide Epochen, Spätantike und Frühmittelalter, waren durch die Verklammerung der Gesellschaft mit der christlichen Kultur verbunden. Konstantin I. (römischer Kaiser von 306 - 337 n.Chr.), auch genannt „der Große", begründete mit der von ihm eingeleiteten „konstantinischen Wende" bereits in der Epoche der Spätantike den Siegeszug des Christentums. Eingeleitet wurde diese Wende durch das gemeinsam mit dem damaligen oströmischen Kaiser Licinius im Jahr 313 n.Chr. erlassene Mailänder Toleranzedikt, welches „sowohl den Christen als auch überhaupt allen Menschen freie Vollmacht, der Religion anzuhängen, die ein jeder für sich wählt"[8] , gewährte.
In Folge dessen gewannen die Christen, die wenige Jahre zuvor unter Kaiser Decius (römischer Kaiser von 249 - 251 n.Chr.) noch massiv verfolgt worden waren, rasch an Bedeutung und Einfluss. Zwar wurde unter Konstantin der traditionelle Kaiserkult aufrechterhalten und heidnische Kulte nicht verboten, es wurden jedoch christliche Institutionen stark gefördert und fiskalisch begünstigt. Auch ließ der Kaiser ganz in diesem Sinne seine Söhne christlich erziehen.
Damit war Konstantins Entscheidung, nicht mehr den Sonnengott „Sol Invictus", also den Gott seines Vaters, sondern den christlichen Gott zu verehren, von großer Tragweite.
Auch wenn die Motive Konstantins für seine Bekehrung bis heute umstritten sind und im historischen Nachblick pragmatische Erwägungen als wahrscheinlicher anzusehen sind als theologische oder idealistische, bereitete seine Religionspolitik das Fundament für die Entstehung eines christlichen Abendlandes.
Zwangsläufig etablierte sich das Christentums zur führenden Religion im Römischen Reich bis es schließlich im Jahre 380 n.Chr. durch das Edikt „Cunctos populos" des letzten gesamtrömischen Kaisers Theodosius I. zur „de facto"-Staatsreligion wurde.[9]
All diese historische Gegebenheiten und Fakten zeigen deutlich auf, dass sich der Wandel einer hednisch-kultischen Gesellschaft in eine christliche bereits im ausgehenden Altertum vollzogen hat, sodass im frühen Mittelalter nahtlos an christliche Traditionen und Werte angeknüpft werden konnte.
In dem Kontext einer Kontinuität zwischen Antike und Mittelalter ist als weiterer Punkt zu nennen, dass die Menschen der Zeitenwende noch Zugriff auf die klassischen Traditionen hatten, wie etwa die spätantiken christlichen Autoren Boëthius, Cassiodor, Corippus oder Prokopios in ihren Werken und Ausführungen bezeugen.
Erst während der Frühphase des Mittelalters, als sich die mittelalterliche Welt mit ihrer weit geringeren Arbeitsteilung entwickelte, ging der größte Teil der antiken Literatur im weströmischen Reich bis nach 600 n.Chr. verloren.
Die von vielen Historikern und Humanisten vertretene „Katastrophentheorie"[10] , welche besagt, dass der Niedergang, ja der Untergang der antiken Kulturwelt zur Epochenwende eingesetzt hätte und dieser Kulturwandel die Festlegung des Endes der Antike geradezu begründen würde, ist somit ernsthaft in Frage zu stellen, da zum einen erst die soziale und ökonomische Entwicklung der bereits mittelalterlichen Gesellschaft dieser Theorie Rechnung trug und zum anderen im oströmischen und später im Byzantinischen Reich vorerst keine derartige Entwicklung zu verfolgen gewesen wäre.
Das oströmische Reich entwickelte sich in Kleinasien, Griechenland und Nordafrika innerhalb fast der gleichen Grenzen, die bereits im ersten Jahrhundert v.Chr. zwischen Augustus und Marcus Antonius bei einer damaligen Aufteilung des Römischen Reiches durch das zweite Triumvirat festgelegt worden waren.
Die Wurzeln des Byzantinischen Reiches liegen in der römische Spätantike. Konstantin selbst war es, der im Jahr 330 n.Chr. die alte griechische Gründung Byzanz zu einem „Nova-Roma", wohl im bewussten Gegensatz zu Rom, zur Hauptstadt der Osthälfte des Reiches ausbauen ließ. Der offizielle Name wurde jedoch schnell durch die gebräuchliche Bezeichnung Konstantinopel ersetzt. Nach der endgültigen Teilung des Reiches gegen Ende des vierten Jahrhunderts n.Chr. etablierte sich das vorerst oströmische Reich als eigener Machtfaktor in Europa, auch wenn der oströmische Kaiser Justinian I. (Kaiser von 527 - 565 n.Chr.) noch in der Mitte des sechsten Jahrhunderts n.Chr. die Politik einer „restauratio imperii", also eine Wiederherstellung eines gesamtrömischen Reiches nach alten Grenzen beharrlich verfolgte.[11]
Wie oben erwähnt, kam es im Gegensatz zum Westen im Osten des Imperiums zu keinem radikalen Bruch antiker Traditionen, sodass das dort entstandene Reich bis zu seinem Untergang im Jahre 1453 n.Chr. durch den Fall Konstantinopels in einer gewissen Kontinuität zur Antike stand, sich geradezu in einer relativ „intakten Spätantike" befand. Aus diesem Grunde wird derselbe Zeitraum, der für das weströmische Reich als Spätantike gilt, in der Byzantinistik auch als „frühbyzantinisch" bezeichnet.[12]
Erst die arabische Expansion im siebten Jahrhundert n.Chr. und die Verdrängung der lateinischen Amtssprache durch das Griechische unter Kaiser Herakleios (byzantinischer Kaiser von 610 - 641 n.Chr.) markierten einen signifikanten Wandel im nunmehr Byzantinischen Reich, weshalb mit diesem Kaiser in den letzten Jahren auch vermehrt das Ende der Spätantike im Osten des ehemaligen gesamtrömischen Reiches verbunden wird. Klassische Traditionen und Werte der Antike blieben jedoch weit darüber hinaus bis hin zum Ende des Byzantinismus bestehen.
2. Europa im Wandel - Der Untergang der antiken Welt?
Wie gerade erwähnt, sah sich das Byzantinische Reich durch die aufkommende islamische Expansion in der ersten Hälfte des siebten Jahrhunderts n.Chr. mit einer völlig neuen Herausforderung konfrontiert.
Aus diesem Grunde und infolge des Zusammenbruchs der spätrömischen Grenzverteidigungen richtete wahrscheinlich Kaiser Konstans II. (Kaiser von 641 - 668 n.Chr.), und nicht wie bisher angenommen Herakleios, die Themen als Nachfolgeeinrichtungen der Provincia ein, um aufgrund der damit verbundenen neuen Themenverfassung schlagkräftiger gegen die arabische Eroberung vorgehen zu können, welche bereits den Verlust der syrischen und ägyptischen Provinzen zur Folge hatte.
Diese neue byzantinische Themenordnung bedeutete nicht nur im administrativen Bereich einen deutlichen Bruch spätantiker Traditionen, da sie schließlich zur Auflösung der Trennung zwischen militärischer und ziviler Verwaltung führte. Spätestens seit 840 n.Chr. übernahmen die einzelnen Militärgouverneure, die gleichzeitig auch die Oberkommandierenden der Armee waren, die Funktionen eines zivilen Verwalters in den einzelnen Themen, sodass es zu einer schrittweisen Militarisierung der Gesellschaft kam.[13]
Die hochspezialisierte Gesellschaft der auslaufenden Spätantike hatte sich so zu einer nahezu generalisierten und militarisierten Gesellschaft gewandelt, die jedoch, unter pragmatischen Gesichtspunkten gesehen, besser dazu in der Lage war, der islamischen Expansion zumindest vorerst entgegenzuwirken.
In diesem Zusammenhang verschwand während der Abwehrkämpfe gegen die Araber die oströmische Senatsaristokratie in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts n.Chr. fast vollständig. Sie wurde durch neue Aufsteigerfamilien ersetzt, die jedoch oftmals nicht mehr über die klassische Bildung oder ein althergebrachtes Standesbewusstsein verfügten, was für spätantike Senatoren noch charakteristisch war. So kam es auch im Byzantinischen Reich zu einem akuten Rückgang der antiken Bildung, allerdings nicht im gleichen Ausmaße wie zuvor im weströmischen Reich.[14]
Auch das kulturelle Leben war diesem Transformationsprozess unterworfen. Durch die Angriffe der Araber kam es zu einem weitgehenden militärischen und ökonomischen Zusammenbruch des Reiches, sodass sehr viele Städte verfielen oder sich zu sog. kastra, kleinen Festungsstädten, wandelten. Dies brachte auch das Ende der antiken griechischen Stadtstaaten, den poleis, mit sich, die seit der archaischen Zeit, eine Epoche in der politischen und kulturellen Entwicklung Griechenlands von 700 bis 500 v.Chr., das Bild des vorherrschenden Mittelmeerraums prägten.
Hauptursächlich jedoch für den radikalen Wandel in Europa und für die Transformationsphase der spätantiken Welt waren in erster Linie die großen Züge der zum Ende des vierten Jahrhunderts n.Chr. einsetzenden Völkerwanderung.
Schon zuvor, ab dem Ende des 2. Jahrhunderts n.Chr., hatte es im außerrömischen Barbaricum Völkerwanderungsbewegungen gegeben. Der eigentliche Begriff der Völkerwanderung [15] entspricht jedoch einer Vielzahl von Wanderbewegungen hauptsächlich germanischer Völker, die vom Einbruch der Hunnen nach Ost- bzw. Mitteleuropa um 375/376 n.Chr. bis zum Einfall der Langobarden in Italien um 568 n.Chr. andauerten.[16]
Die Gründe für die einzelnen Stämme und Völker, ihren gewohnten Lebensraum zu verlassen, um zu „neuen Ufern" aufzubrechen, waren meist vielfältig und regional verschieden. Vor allem aber aufgrund einer akuten Landnot in Nordosteuropa, ausgelöst durch eine rasche Zunahme der dortigen Bevölkerung und aufgrund von immer schlechter werdenden klimatischen Bedingungen flohen die Menschen aus ihrer ursprünglichen Heimat. Diese „Fluchtbewegungen" in Richtung des Römischen Reiches hatten jedoch immer stärker werdende aggressive Auseinandersetzungen mit römischen Grenztruppen zur Folge.
Die einzelnen umherziehenden germanischen Stämme traten aber nicht nur kriegerisch mit dem Reich in Kontakt, es gab auch einen aufblühenden Handel an den Grenzen des Imperiums zwischen Römern und Germanen zu beobachten. Infolgedessen waren viele germanische Männer dazu bereit, im römischen Heer ihren Dienst zu verrichten oder, wie im Falle der Alamannen, als Bundesgenossen Roms den obergermanisch-rätischen Limes als „Puffer gegen Feinde" zu verteidigen.[17] Diese zunehmenden Tendenzen waren nach Meinung bedeutender Historiker mitverantwortlich dafür, dass das gesamte Römische Reich zusehends in den Zustand einer Agonie verfiel und sich langsam zu zersetzen begann. Die „Barbarisierung" in Armee und Staatswesen war seit Beginn der Wanderungsbewegungen ein kontinuierlicher und nicht rückgängig zu machender Prozess geworden, der letztlich hauptursächlich zum Untergang des Römischen Reiches führen sollte, wie der deutsche Historiker und Politikwissenschaftler General a.D. Klaus Reinhardt in der Fernsehreihe „ZDF Expedition - Imperium" feststellte.[18] In diesem Zusammenhang wurde bereits in den 60'er Jahren des letzten Jahrhunderts eine anthropologische Erklärung diskutiert, nach welcher, ausgehend von der Selektionslehre des britischen Naturforschers Charles Darwin (1809-1882), der große historische Umbruch jener Zeit auf die Vermischung der Stämme und auf das Schwinden der führenden Schicht aufgrund der Aussonderung der zur Führung geeigneten Kräfte auf dem Wege des Kampfes und der Zuchtwahl zurückzuführen sei.[19]
Auch der einsetzende Einfall der Hunnen ab 375 n.Chr., die wahrscheinlich aus den Steppen nördlich des Schwarzen Meeres und Mittelasiens nach Europa „einbrachen", löste bei nahezu allen germanischen Stämmen einen „Dominoeffekt" aus, der zur Folge hatte, dass ganze Völker, wie z.B. die Vandalen, Goten, Franken, Angeln und Sachsen oder Langobarden, in den Westen und Süden Europas und in den Norden Afrikas zogen, um vor den „kulturlosen" und „grausamen"[20] Hunnen zu fliehen.
Abschließend bleibt zu dem Themenkomplex der Völkerwanderung anzuführen, dass wahrscheinlich kein Ereignis für die in dieser Arbeit relevanten Zeitspanne einen größeren Wandel der spätantiken Konstellationen mit sich brachte. Auch wenn die Völkerwanderung keine einheitliche und in sich abgeschlossene Bewegung war, könnte sie doch in der Geschichtswissenschaft als Bindeglied zwischen Spätantike und Frühmittelalter fungieren. Sicher ist jedoch, dass die Zeit der Völkerwanderung als kultureller Transformationsprozess zu sehen ist, der, trotz der damit verbundenen Kriege und Gewalt, die Auflösung der römischen Gesellschaftsstrukturen initiierte. Auch der Wandel der Identität der einzelnen Völker von Beginn der Wanderungsbewegungen bis zum ihrem Ausgang aufgrund unterschiedlicher Vermischungen und Zusammensetzungen verschiedener Stämme, ist ein weiterer Beleg für den Transformationsprozess des ausgehenden Altertums.
III. Periodisierungsversuche - Das Ende der Antike?
Bei der zeitlichen Abgrenzung und thematischen Konzeption dieser Arbeit hinsichtlich eines möglichen Endes der Antike und des Beginn des Mittelalters lässt sich aus objektiven Gegebenheiten nicht ohne weiteres eine Einteilung und Anordnung ableiten, die auf den ersten Blick einleuchtend wäre.[21]
Nimmt man die im 15. und 16. Jahrhundert von den italienischen Humanisten geprägte Dreiteilung der antik-europäischen Geschichte in die Perioden „Antike - Mittelalter - Neuzeit" zur Kenntnis, könnte man recht schnell zu der Ansicht gelangen, die Spätantike würde lediglich eine „Scharnierfunktion" zwischen der Antike und dem Mittelalter innehaben. Da dieser Vorstellung ein Dreischritt zugrunde liegt, der die einzelnen Perioden in „einstige Größe - Niedergang - Wiederherstellung der einstigen Größe" unterteilt, würde in die spätantike Zeit lediglich der Niedergang und Verfall der „geistig großen" antiken Welt in die Welt des „finsteren und grausamen" Mittelalters fallen. Da mit diesem Geschichtsbild die Frage nach einem abrupten Ende der Antike und dem Untergang des Römischen Reiches und dessen Ursachen unmittelbar gegeben war, glaubte man den Übergang von der Antike zum Mittelalter durch sog. Epochenjahre, wie z.B. das durch den Tod des Kaisers Theodosius I. bewirkte faktische Ende der Reicheinheit im Jahre 395 n.Chr. oder die Absetzung des letzten weströmischen Kaisers Romulus Augustulus im Jahre 476 n.Chr., exakt bestimmen zu können.[22]
Erst im anbrechenden 19. Jahrhundert gab man sich mit solch einem raschen Periodenwechsel nicht mehr zufrieden. „Man erkannte, daß die durch die Epochenjahre umschriebenen Ereignisse Symptome eines allmählichen Wandels waren, der sich seinerseits auf dem Sockel weiterwirkender Tradition - auf dem Sockel von Kontinuität - vollzog."[23] So kam es innerhalb dieser Diskussion dazu, dass sich das Ende der Antike erheblich in spätere Zeiten verschob. In diesem Kontext argumentierten beispielsweise der bedeutende deutsche Historiker und Orientalist Hermann Alfred Freiherr von Gutschmid (1831-1887), der auf das Ende der Völkerwanderungsbewegungen mit dem Langobardeneinfall in Italien 568 n.Chr. oder auf die Zeit des oströmischen Kaisers Herakleios verwies, und der belgische Wirtschaftshistoriker Henri Pirenne (1862-1935), der die These vertrat, dass erst das Vordringen der Araber in Afrika und Spanien diese welthistorische Wende eingeleitet hätte. Beide vertraten damit den Standpunkt, dass erst die letzten Jahrzehnte des sechsten und der Beginn des siebten Jahrhunderts eine entscheidende Kluft zwischen den beiden Epochen „aufgerissen" hätten.
Mit dieser Annahme ging die Einsicht einher, dass die klassische Dreiteilung der italienischen Humanisten nicht mehr als praktikabel erschien. Durch diese Teilung wurden nicht nur umwälzende geschichtliche Ereignisse hervorgehoben und in ihrer Bedeutung verstärkt, sondern auch historisch zusammenhängende Strukturen getrennt und somit aus ihrem eigentlichen geschichtlichen Zusammenhang gerissen.[24]
Doch so sehr sich auch die verschiedenen Auffassungen gewandelt oder vertieft haben, die Frage der zeitlichen Abgrenzung der Antike zum Mittelalter ist geblieben und wird bis heute in der Geschichtswissenschaft heftig diskutiert. Fest steht jedoch, dass für den Werdeprozess des abendländischen Kulturkreises Konstantin der Große († 337 n.Chr.) und Karl der Große († 814 n.Chr.) die äußersten Grenzdaten repräsentieren, weshalb innerhalb dieser Zeitspanne, je nach Prämisse und Maßstäben, verschiedene Grenzjahre in Frage kommen könnten. Im Folgenden sollen daher, trotz aller vorgetragenen Bedenken hinsichtlich des Versuches einer exakten Periodisierung der Übergangszeit zwischen Antike und Mittelalter, die verschiedenen „traditionellen" Enddaten der Spätantike aufgrund ihrer Bedeutung für besagte Zeitenwende der Chronologie nach untersucht werden, um so der Antwort auf die Frage nach einem Ende der Antike letztlich etwas näher zu kommen.[25]
Als erstes mögliches Enddatum der Spätantike käme das Jahr 393 n.Chr. in Betracht, in welchem vermutlich die letzten Olympischen Spiele des Altertums ausgetragen wurden, bevor der römische Kaiser Theodosius I. 394 n.Chr. alle heidnischen Zeremonien, zu denen auch die Spiele gezählt wurden, verbieten ließ.[26]
Die Spiele waren für die Antike von immenser kultureller und politischer Bedeutung, auch weil sie gewissermaßen als politisches Forum dienten, da Vertreter aus allen Teilen der griechischen Welt zusammenkamen.
Zwar markierte das Ende der Spiele einen signifikanten Eingriff in die antike Welt, auch weil dieses Ereignis den Wandel einer heidnischen in eine christliche Gesellschaft forcierte, allein jedoch deshalb das Ende der Spiele als „epochal" oder epochenbildend zu charakterisieren, würde die eigentliche Bedeutung der Olympiaden erhöhen und damit verklären.
Seit Beginn der Neuzeit wurde das Ende der Spätantike oft auch mit der Teilung des Römischen Reiches nach dem Tode von Theodosius I. im Jahre 395 n.Chr. in ein weströmisches Reich unter Honorius (weströmischer Kaiser von 395 bis 423 n.Chr.) und ein oströmisches Reich unter Arcadius (oströmischer Kaiser von 395 bis 408 n.Chr.) gleichgesetzt. Auch in Schulbüchern für den Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I wird dieses Datum oftmals als Schnittstelle beider Epochen verstanden.
Richtig ist zwar, dass es in beiden Reichshälften seit 395 n.Chr. zu einer immer rascheren Auseinanderentwicklung kam und es um den Westen bereits im Jahre 400 n.Chr. ökonomisch erheblich schlechter stand als um den Osten, ein epochaler Charakter dieser Teilung ist nach neueren Maßstäben jedoch kaum mehr zu begründen. So war das Mehrkaisertum bereits seit der Zeit des Kaisers Diokletian (Kaiser von 284 bis 305 n.Chr.) zur Regel geworden und auch die Teilung von 395 n.Chr. ist unter die Reihe diverser Reichsteilungen zu subsumieren. Weiterhin blieb das Imperium Romanum vorerst staatsrechtlich eine Einheit, auch wenn die faktische Trennung des Reiches letztlich endgültig sein sollte.
Aus diesen Gründen und aufgrund des bereits oben beschriebenen Paradigmenwechsels im 19. Jahrhundert hinsichtlich des Periodisierungs-verständnisses wird die endgültige Teilung des Römischen Reiches als Epochenjahr in der Geschichtswissenschaft heutzutage fast völlig abgelehnt.
Bereits gut 40 Jahre nach dem Ende des weströmischen Reiches im Jahre 476 n.Chr. und der damit verbundenen Absetzung und Verbannung des letzten weströmischen Kaisers Romulus Augustulus (Kaiser von 475 bis 476 n.Chr.) durch den germanischen Heerführer Odoaker (433-493) schrieb der oströmische Geschichtsschreiber Marcellinus Comes († nach 534 n.Chr.): „Das westliche Reich des römischen Volkes ist mit diesem Augustulus untergegangen."[27]
Die Vorstellung, dass noch heute dieses Jahr als Epochenjahr gelten könnte, erscheint dennoch mehr als fraglich. Zwar gab es im nunmehr verwaisten Westen keinen Kaiser mehr, die Herrschaftsrechte und die Insignien des weströmischen Kaisers gingen jedoch auf den oströmischen Kaiser in Konstantinopel über. So versuchte selbst Justinian I. noch verzweifelt, die ehemaligen weströmischen Besitzungen zurückzuerobern, um so die Idee eines gesamtrömischen Imperiums zu verwirklichen. Daher wird in der neueren Geschichtsforschung davon ausgegangen, dass Geschichtsschreiber späterer Jahre die Bedeutung dieses Ereignisses lediglich „hochspielten", um die Legitimation zu begründen, einen Anspruch auf die ehemals weströmischen Gebiete durchzusetzen.
Wie bisher mehrfach beschrieben, zielte der oströmische Kaiser Justinian I. gegen Mitte des sechsten Jahrhunderts n.Chr. darauf ab, die alten Grenzen des ehemaligen Römischen Reiches gemäß der Doktrin einer restauratio imperii wiederherzustellen. Damit war er der letzte römische Herrscher, der noch ganz der Tradition antiker römischer Kaiser verhaftet war. Da durch seinem Tod im Jahre 565 n.Chr. ein für alle Mal die Hoffnung endete, das Römische Reich in seiner alten Pracht wiedererstehen zu lassen, wird in der Forschung häufig die Auffassung vertreten, dass diese Zeit als Zäsur der ausgehenden Antike zu verstehen ist.
Auch kulturell änderte sich in der Regierungszeit Justinians einiges. Im Jahre 529 n.Chr. verfügte der Kaiser die Schließung der Platonischen Akademie, eine von Platon (427 bis 347 v.Chr.) gegründete Philosophenschule, die seit dem vierten Jahrhundert v.Chr. bestand, und beendete damit die Jahrhunderte lange Tradition einer heidnisch-philosophischen Bildung. Interessant dabei ist, dass im selben Jahr Benedikt von Nursia (um 480-547) das erste Kloster bei Montecassino gründete, welches sich auf die regula benedicti stützte. So ging aus dem Schoße der Kirche, wenn auch des Öfteren in kritischer Distanz zu ihr, das Mönchtum als kulturprägende Kraft zu Zeiten der umstrittenen Epochenwende zwischen Antike und Mittelalter hervor.[28] Diese gegensätzlichen Entwicklungen beschreiben nochmals recht eindrücklich den bereits fast abgeschlossenen Wandel einer heidnischen in eine christliche Gesellschaft.
Aufgrund dieser Gegebenheiten verorten vor allem bildungstheoretisch orientierte Geschichtswissenschaftler die Epochenwende von der Spätantike ins Frühmittelalter auf diese Zeit, die herrschende Meinung in der Geschichtswissenschaft ordnet das Ende der Antike jedoch meist wenig später ein.
Nur drei Jahre darauf, im Jahr 568 n.Chr., begann mit dem Einfall der Langobarden in Norditalien der letzte große Zug der Völkerwanderung, die sich in ihrer Gesamtheit fast über zwei Jahrhunderte auf dem europäischen und nordafrikanischen Kontinent erstreckte. Dieses Ereignis markierte für den gesamten Mittelmeerraum einen großen Einschnitt, auch weil dadurch die kulturelle Transformationsphase der antiken Welt in eine mittelalterliche nahezu abgeschlossen war. Die Barbarisierung der römischen Gesellschaft, die Identitätsfindung der germanischen Völker und der Übergang der oströmischen in eine byzantinische Kultur unter Kaiser Herakleios sind nur drei entscheidende Weichenstellungen, weshalb diese Zeit von namhaften Historikern wie Gutschmid oder Brandt [29] als Ende der Antike verstanden wird.
Als letztes Enddatum der Spätantike verstand, wie bereits erwähnt, Pirenne den beginnenden Einbruch der Araber in den Mittelmeerraum ab 632 n.Chr..
Pirenne vertrat in seinem Buch „Mahomet et Charlemagne" die These, dass die kulturelle und wirtschaftliche Einheit des Mittelmeerraumes nicht durch die Völkerwanderung, sondern durch die islamische Expansion im siebten und frühen achten Jahrhundert n.Chr. zerstört worden sei, weshalb es zu einem wirtschaftlichen Niedergang der Beziehungen zwischen Ost und West kam.[30]
Auch wenn die sog. Pirenne-These aufgrund der schlechten Quellenlage jener Zeit in der Geschichtswissenschaft heutzutage weithin als widerlegt gilt, hatte sie maßgeblichen Einfluss auf die Debatte über das Ende der Antike und wird daher bis heute in der Forschung kontrovers diskutiert.
IV. Abschließende Bemerkungen
Betrachtet man, wie in dieser Arbeit geschehen, das Problem der Periodengrenze zwischen Altertum und Mittelalter etwas genauer, gelangt man immer wieder zu der Frage, ob das frühe Mittelalter durch einen Kulturbruch mit oder durch Kulturkontinuität zur Antike gekennzeichnet war. Unter der Prämisse, dass sich die Spätantike als durchaus eigenständige Epoche erweist, sind in diesem Zusammenhang in einer lebhaften internationalen Diskussion Art und Intensität der gesellschaftlichen, politisch-institutionellen und kulturellen Kräfte erörtert worden.[31]
Auch wenn, wie bereits in der Einführung erwähnt, das Ende der Antike vielmals mit Gewalt, Zerstörung und ökonomischen Niedergang verbunden war, ist doch fraglich, ob von einem „Ende der Zivilisation" zum ausgehenden Altertum gesprochen werden kann, so wie es Ward-Perkins in seinen Ausführungen vertritt.[32]
In der Tat ist nach Brown, trotz schwieriger Quellenlage, ein Transformationsprozess der antiken in eine mittelalterliche Welt als wahrscheinlicher anzunehmen. Auch ist meiner Meinung nach in der Transformation der heidnisch-römischen in eine christlich-germanische Welt nicht eine Gesellschaft im fortlaufenden Niedergang zu sehen, sondern eine Gesellschaft im Umbruch, welcher sich als kontinuierlicher und dynamischer Prozess vollzog. In diesem Zusammenhang plädiere ich dafür, das Ende der Antike nicht in die Endphase des vierten Jahrhunderts n.Chr. oder in das fünfte Jahrhundert n.Chr. zu datieren, sondern in die Zeit großer politischer, gesellschaftlicher und kultureller Weichenstellungen des ausgehenden sechsten und beginnenden siebten Jahrhunderts n.Chr..
Doch kann auch zukünftig in der Geschichtswissenschaft keine Einigkeit über die Periodisierung des Endes der Antike erzielt werden, auch wenn die Forschungsliteratur mittlerweile einen kaum noch zu bewältigenden Umfang erreicht hat. So sind einfache Antworten und allgemeingültige Aussagen hinsichtlich dieser Fragestellung im Hintergrund einer zunehmenden Erforschung der Spätantike nahezu obsolet geworden.
Eine Frage kann jedoch endgültig geklärt werden: Die Menschen der Umbruchszeit konnten damals selbstverständlich nicht das gesamte Ausmaß der gravierenden Veränderungen in Europa erkennen, um somit den Wandel als solchen als epochal zu charakterisieren. So erwachten mit großer Sicherheit auch die Menschen der einführenden Darstellung über den „nächtlichen" Epochenwandel wie gewohnt an jenem Morgen des 17. Januar 395 n.Chr. und verrichteten in steter Zuversicht und voller Hoffnung auf ein besseres Leben ihr mühsames und beschwerliches Tagwerk.
Literatur
• Barisch, Hilde: Sportgeschichte aus erster Hand. Arena, Würzburg (1986)
• Brandt, Hartwin: Das Ende der Antike. Geschichte des spätrömischen Reiches. 2. Aufl., Beck, München (2004)
• Brown, Peter: Welten im Aufbruch: Die Zeit der Spätantike. Gustav Lübbe, Bergisch Gladbach (1980)
• Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte. Hg. u. eingel. von Heinrich Kraft, übers. v. Philipp Haeuser, 3. Aufl., Wissenschaftliche Buchgesellschaft, München (1989)
• Fuhrmann, Manfred: Rom in der Spätantike, Porträt einer Epoche. Artemis & Winkler, München (1994)
• Haverkamp, Alfred: Perspektiven deutscher Geschichte während des Mittelalters; in: Gebhardt, Handbuch der Deutschen Geschichte, Band 1, 10. Aufl., Klett-Cotta, Stuttgart (2004)
• Lexikon des Mittelalters (LMA), Band 8: Stadt (Byzantinisches Reich) bis Werl. Artemis, Stuttgart (1997)
• Mazal, Otto: Handbuch der Byzantinistik. Akademische Druck- und Verlagsanstalt , Graz (1989)
• Mommsen, Theodor: Monumenta Germaniae Historica, Chronica minora. Vol.3, Auflage 1898, Hahnsche Buchhandlung, Stuttgart (1981)
• Piepenbrink, Karen: Antike und Christentum - Geschichte kompakt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt (2007)
• Schieder, Theodor (Hg.): Handbuch der europäischen Geschichte, Band 1. Ernst Klett, Stuttgart (1976)
• Schwarz, Jörg: Das europäische Mittelalter. Grundstrukturen Völkerwanderung Frankenreich. Kohlhammer, Stuttgart (2006)
• Todd, Malcolm: Die Zeit der Völkerwanderung. Theiss, Stuttgart (2002)
• Vogt, Joseph: Die Spätantike. Kindler, Zürich (1965)
Fußnoten:
[1] Vgl. Haverkamp, Alfred: Perspektiven deutscher Geschichte während des Mittelalters. In: Gebhardt, Handbuch der Deutschen Geschichte, Band 1, 10. Aufl., Klett-Cotta, Stuttgart (2004), S. 31
[2] In dem Werk "La storia come pensiero e come azione" („Die Geschichte als Gedanke und Tat") aus dem Jahr 1938
[3] Der Begriff der Spätantike wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts vom österreichischen Kunsthistoriker Alois Riegl (1858-1905) eingeführt, da er die Bedeutung der damit als „Verfallszeit" geltenden Epoche erkannte
[4] Der Begriff des Mittelalters (lat. medium aevum) ist von den Humanisten des 15. und 16. Jahrhunderts als Bezeichnung für das Zeitalter vom Ende der antiken Kultur bis zur Erneuerung der klassischen Bildung eingeführt worden
[5] Brown, Peter: Welten im Aufbruch: Die Zeit der Spätantike. Gustav Lübbe, Bergisch Gladbach (1980), S. 12
[6] Vgl. Fuhrmann, Manfred: Rom in der Spätantike, Porträt einer Epoche. Artemis & Winkler, München (1994), S. 18
[7] Vgl. Brandt, Hartwin: Das Ende der Antike. Geschichte des spätrömischen Reiches. 2. Aufl., Beck, München (2004), S.7
[8] Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte. Hg. u. eingel. von Heinrich Kraft, übers. v. Philipp Haeuser, 3. Aufl., Wissenschaftliche Buchgesellschaft, München (1989), Band 10, Kapitel 5
[9] Vgl. Piepenbrink, Karen: Antike und Christentum - Geschichte kompakt. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt (2007), S. 84
[10] Vgl. Schieffer, Theodor: Europa im Wandel von der Antike zum Mittelalter. In: Schieder, Theodor (Hg.): Handbuch der europäischen Geschichte, Band 1. Ernst Klett, Stuttgart (1976), S. 26
[11] Vgl. Brown 1980, S. 194
[12] Vgl. Mazal, Otto: Handbuch der Byzantinistik. Akademische Druck- und Verlagsanstalt , Graz (1989), S. 23
[13] Vgl. Johannes Koder: Thema. In: Lexikon des Mittelalters. Band 8, Spalte 615f.
[14] Vgl. Brandt 2004, S. 103
[15] Der Begriff wurde erstmalig von dem deutschen Historiker Michael Ignaz Schmidt (1736-1794) in der im Deutschen Wörterbuch erschienenen Abhandlung „Geschichte der Deutschen" aus dem Jahr 1778 n.Chr. erwähnt
[16] Vgl. Schwarz, Jörg: Das europäische Mittelalter. Grundstrukturen Völkerwanderung Frankenreich. Kohlhammer, Stuttgart (2006), S. 92
[17] Vgl. Todd, Malcolm: Die Zeit der Völkerwanderung. Theiss, Stuttgart (2002), S. 14ff.
[18] In: ZDF Expedition - Imperium. Rom: Der Untergang. Ausgestrahlt am 22.07.2007, 19.30 Uhr im ZDF
[19] Vgl. Vogt, Joseph: Die Spätantike. Kindler, Zürich (1965), S. 21
[20] So berichtet es zumindest der römische Historiker Ammianus Marcellinus (330-395) im 31. Buch seines umfassenden Geschichtswerkes „res gestae". Dass die Hunnen jedoch auf keinen Fall kulturlos waren, soll in dieser Arbeit nicht näher erörtert werden
[21] Vgl. Schieffer 1976, S. 23
[22] Vgl. Fuhrmann 1994, S. 13f.
[23] Fuhrmann 1994, S. 14
[24] Vgl. Fuhrmann 1994, S. 15
[25] Vgl. Schieffer 1976, S. 25
[26] Vgl. Barisch, Hilde: Sportgeschichte aus erster Hand. Arena, Würzburg (1986), S. 48
[27] In: Mommsen, Theodor: Monumenta Germaniae Historica, Chronica minora. Vol.3, Auflage 1898, Hahnsche Buchhandlung, Stuttgart (1981), S. 91
[28] Vgl. Haverkamp 2004, S. 179
[29] Hartwin Brandt (geb. 1959) ist ordentlicher Professor für alte Geschichte an der Otto-Friedrich Universität Bamberg
[30] Vgl. Fuhrmann 1994, S. 15
[31] Vgl. Haverkamp 2004, S. 179f.
[32] In seinem Buch „Der Untergang des Römischen Reiches und das Ende der Zivilisation" aus dem Jahr 2007
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