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Helfen und Sichern

Helfen und Sichern
Hausarbeit
Datum: 02. Januar 2011 Autor: doka2205 Kommentare: 0

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Beschreibung:

Ausarbeitung eines Kurzreferats zum Thema Helfen und Sichern im Turnen. Es werden die wichtigsten Griffe vorgestellt und allgemeine Infos zum Thema abgehandelt.


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Helfen und Sichern


Hilfestellung - eigene und Schülerhilfestellung

1. Hilfeleistung - Sicherheitsgewährung

In kaum einer anderen anderen Sportart bekommt das Helfen und Sichern eine so hohe Bedeutung.So gehören die verschiedenen Arten der Hilfeleistung und Sicherheitsgewährung von Anfang an zur Planung von Unterrichts- oder Trainingseinheiten.

Das Helfen ist auf eine Personen bezogene Aktivität, das Sichern ist die Bereitschaft zum Zufassen einer Person, wie auch das Bereitstellen äußerer Bedingungen zur Sicherheit des Übenden.[1]

1.1 Manuelle Hilfen

Manuelle Hilfen können Zug-oder Druckhilfen sein.

Dabei werden Körperteilmassen zum richtigen Zeitpunkt in die ablaufgerechte Bewegungsrichtung bewegt. Der Helfende muss immer über Kenntnisse zum geplanten Bewegungsablauf verfügen.

An dieser Stelle gilt der Grundsatz „Helfen so viel wie nötig - nicht so viel wie möglich."

Stützgriff:

Der Stützgriff wird bei Abgängen und Stützsprüngen (keine Überschlagsbewegung!) angewandt.

Die Helfer stehen dabei in Frontalposition zum Übenden und greifen von vorn so an die Oberarme, dass die Daumen an der Oberarmvorderseite anliegen und zu den Schultern weisen. Die übrigen Finger weisen zur Oberarmrückseite.

Die Helfer stehen in Schrittstellung mit leicht geöffneten Beinen (rechte Oberarm, rechtes Bein vorn).


Der Drehgriff wird überwiegend bei rotatorischen Bewegung angewand. Dabei muss die Drehrichtung, ob vorwärts oder rückwärts bekannt sein. Die Helferposition ist seitlich zum Übenden.

Dreht der Übende vorwärts, so umklammern beide Hände den Oberarm so, dass die Daumen zu den Ellenbogengelenken und die Finger zur Innenarmseite weisen.

Turnt der Übende rückwärts gilt das gleiche Prinzip, jedoch ist die Arbeitsrichtung umgekehrt.

Es gilt natürlich eine gelegentliche Variation der Griffe.

Je nach Könnensstand erfolgt die Hilfe nur mit einer Hand, wobei die andere Hand durch Zug- oder Druckhilfe am Körper oder Zufassen mit beiden Händen am Rumpf(Salto) helfend agiert.

Wichtig bzw. besonders zu beachten ist, das jegliche Gelenke durch Helfergriffe nicht berührt werden dürfen. Außerdem sind Helfergriffe immer so rumpfnah wie möglich durchzuführen. Dabei kann die Hilfe an der Turnkleidung oft günstig sein. Helfergriffe sind schon anzusetzen, wenn die Geschwindigkeit des Turnenden noch relativ gering ist. Die Standposition der Helfer hat so nah wie möglich zum Übenden zu erfolgen.[2]

1.2 Apparative Hilfe

Optische Hilfen:

Optische Hilfen können z.B. spezielle Markierungen sein, die im Raum , am Gerät oder der Kleidung der Übenden angebracht sind („Maikas Turnpuppe"). Strichzeichnungen von Bewegungsabläufen, Reihenbilder sowie Videoaufzeichnungen sind ebenso diesen Hilfen zuzuordnen wie das altgebräuchliche Vorturnen.

Akustische Hilfen:

Eine akustische Hilfe kann ein Zuruf sein, um z.B. zum richtigen Zeitpunkt eine bestimmte Bewegung auszuführen. Weiterhin kann Klatschen, Mitsprechen (und „Hopp") oder das Schlagen des Tamburins eine akustische Hilfe sein.

Taktile Hilfen:

Zu den taktilen Hilfen gehört das Berühren eines Körperteils, um dadurch zeitgerecht eine bestimmte Aktion auszulösen. Außerdem kann das Fixieren leichter Gegenstände zwischen den unteren Extremitäten oder zwischen Kinn und Brustbein dem Übenden taktil helfen.

Dynamische Hilfen:

Dynamische Hilfen sind äußere Kräfte, die den geplanten Bewegungsablauf so unterstützen, dass dadurch ein Ausgleich noch nicht genügend vorhandener eigener Kraft erfolgt.

Dies können beispielsweise Abdruck- oder Absprungunterstützende Geräte wie Sprungbretter, Minitramps oder Trampoline sein.

Einübungshilfen:

Einübungshilfen dienen der Erleichterung des Bewegungsablaufes. Dabei kann der Übende die Ausführung von Teilfertigkeiten selstständig erlernen.[3]

2. Sicherheitsgewährung

Die Sicherheitsgewährung dient im allgemeinen zur Verhütung von Unfällen. Dabei soll dem Übenden ausreichend Sicherheit durch die Helfer wie auch durch äußere Bedingungen geboten werden.

Zu beachten ist dabei die Tatsache, dass auch bei Geübten nicht auf eine zweckgerichtete Sicherheit verzichtet werden darf.

Sicherheit durch Material:

Technisch einwandfreie Geräte und das Tragen zweckmäßiger Kleidung sind Vorraussetzungen sicherheitsgemäßem Üben und Trainieren.

Sicherheit und körperliche Anforderungen:

Jede Aufgabe die im Missverhältnis zur körperlichen Realität steht, ist ein Sicherheitsrisiko. Nach verletzungs- oder krankheitsbedingter Unterbrechung, muss die Belastung bei der Wiederaufnahme der sportlichen Aktivitäten auf die aktuelle Situation Bezug nehmen.

Sicherheit und psychische Anforderungen:

Zu berücksichtigen sind individuelle Eigenschaften der Übenden wie Mut, Risikobereitschaft und der Hang zur Selbstüber- oder Unterschätzung.

Außerdem muss man als Lehrender die physische Beanspruchung in der jeweiligen Situation (nachlassende Konzentration) abschätzen können.[4]

3. Helfen mit und durch Kinder

Das Helfen und Sichern begleitet die Kinder im Turnen auf allen Stufen des Lernprozesses. Geben sie sich dabei untereinander Hilfe, wird das Turnen durch unendlich viele und neue Erfahrungen bereichert.

Die Fähigkeit zum Helfen- und Sicherkönnen wird in sechs großen Lernstufenbereiche erworben:

6.Sichern

5.Bewegungsbegleitung

4.Anwenden und Festigen von Helfergriffen und -verhalten

3.Einführung in Teillernschritten von Helfergriffen und -verhalten

2.Einfaches Helfen

1.Grundlagen und Voraussetzungen


Abb.3: Vgl. Ilona E. Gerling „Kinderturnen- Helfen und Sichern", Stufen der Heranführung zur qualifizierten Hilfegebung, S.61

1. Stufe: Grundlagen und Voraussetzungen

Die Kinder sollen über spielerische Partner- und Gruppenarbeiten Grundlagen des Helfens schaffen.Die Verbesserung der Kontakt- und Kooperationsfähigkeit steht im Vordergrund. Erste Blick- und Körperkontakte sollen hergestellt und die Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit der Schüler sollen geweckt werden. Die Übenden und Helfenden sollen sich an den Partner und deren Bewegungen anpassen und sich außerdem an das Körpergewicht dessen gewöhnen. Sie sollen Verantwortung und Vertrauen im Umgang mit anderen entwickeln.

Ø z.B. zu Stundenbeginn „kreuz und quer" durch die Halle laufen, schafft Aufmerksamkeit und einen Grad an Wachheit

Ø zu Beginn des Stundenhauptteils sollten beim Einturnen einfache Helferaufgaben zur Eingewöhnung stehen, Zeit zum nochmaligem Ausprobieren

2. Stufe: Einfaches Helfen lernen

An dieser Stelle sollen einfache Helferhandlungen durchgeführt und erprobt werden.

Ø z.B. Balancierhilfen, Griffsicherung durch Umfassen

3.Stufe und 4. Stufe: Helfergriffe und -verhalten

Hier soll eine systematische Einführung einzelner Helfergriffe gegeben werden.

Dies geschieht zunächst am ruhenden Kind, wobei die jeweiligen Griffe vom Lehrenden gezeigt werden. Der Griffansatz wird dann am ruhenden Kind ausprobiert und vom Lehrenden eventuell korrigiert. Danach wird die Technik in einer einfachen, überschaubaren Situation ausprobiert. Die neue Technik soll dann in ungefährlichen Situationen angewand werden, wobei die Bewegungen noch verlangsamt ausgeführt werden. Mit zunehmender Dynamik wird das Erlernte dann weiter gefestigt.

Dabei ist wieder zu beachten, den Standort richtig zu wählen und ein zu nehmen. Man sollte mit dem Turner Blickkontakt aufnehmen und ihn von Bewegungsbeginn an beobachten, um seine Dynamik und seinen Bewegungsumfang einschätzen zu können. Auch Angst oder Übermut ist für den Helfer in dieser Phase am Blick oder Gesichtsausdruck zu erkennen. Die Intensität und Art und Weise des Helfens wird vorstrukturiert.

Wichtig ist hier mit den Händen und dem Körper dem Turnenden entgegen zu gehen.

Man sollte die Bewegung begleiten und die Landung und das Übungsende absichern.

5.Stufe: Bewegungsbegleitung durchführen

Je komplexer die zu unterstützende Bewegung ist, desto anspruchsvoller wird das Helferkönnen. Mit zunehmendem Können des Turners wird aus der Bewegungsunterstützung eine Bewegungsbegleitung. Die Helfer müssen darauf hingewiesen werden, eine Fertigkeit nur so weit zu unterstützen, wie es zum Gelingen notwendig ist.

Ø z.B. Aufschwung am Reck (begleiten Bewegung, ohne dabei zu heben, erst wenn festgestellt wird, das es der Turner nicht schafft, eingreifen)[5]

Literaturverzeichnis:

Ø Gerling, Ilona E., Kinderturnen - Helfen und Sichern. Meyer & Meyer Verlag, Aachen 2006

Ø Timmermann, Hans, Gerätturnen - Lehren und Lernen. Limpert-Verlag, Wiebelsheim 2000

Ø www.sportunterricht.de


[1] H.Timmermann, Gerätturnen-Lehren und Lernen, Limpert-Verlag, Wiebelsheim 2000, Seite 18

[2] Vgl. Timmermann(2000), Seite 18-19

[3] Vgl. Timmermann(2000), Seite 20-21

[4] Vgl. Timmermann(2000), Seite 22-23

[5] I.Gerling, Kinderturnen-Helfen und Sichern, Meyer&Meyer Verlag, Aachen 2006, Seite 61-67



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