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Herbert von Karajan - Ein Mythos in der klassischen Musikwelt im 20. Jahrhundert

Herbert von Karajan - Ein Mythos in der klassischen Musikwelt im 20. Jahrhundert
Hausarbeit
Datum: 02. Januar 2011 Autor: sabrina_summer Kommentare: 0

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Beschreibung:

Ausarbeitung über Herbert von Karajan - dem Mythos in der klassischen Musikwelt.


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Herbert von Karajan - Ein Mythos in der klassischen Musikwelt im 20. Jahrhundert


1. Ein Meisterdirigent wird 100

Am 05. April 2008 wäre Herbert von Karajan 100 Jahre alt geworden. Er war der erfolgreichste Dirigent des 20. Jahrhunderts. Als er 1989 starb, hinterließ er ein Vermögen von ca. 310 Mio. Euro. Heute sind 690 Tonaufnahmen von ihm erhältlich. Anlässlich seines Geburtstages wurden verschiedenste Publikationen über die Person und das Lebenswerk Herbert von Karajans veröffentlicht. Es gab jedoch nicht nur Lobeshymnen für den Meisterdirigenten, sondern sein Lebens- und Schaffenswerk wurde auch kritisch in Augenschein genommen. Musikkritiker schrieben über einen Berserker, einen Machtmenschen, einen begnadeten Musiker und Organisator. Aber nur wenige Menschen kannten ihn wirklich. In der Öffentlichkeit wirkte der große Dirigent oft arrogant und mondän, privat eher scheu und bescheiden.
Was machte diesen Mann so einzigartig?
Karajan wurde von vielen der Musikbranche mit anderen Dirigenten verglichen, jedoch war keiner so markant und mit so vielen Klischees behaftet wie er.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt darin, die verschiedenen Facetten der Persönlichkeit Herbert von Karajans aufzuzeigen, und weniger darin, die musikalischen Leistungen und Qualitäten als Musiker und Orchesterleiter zu beurteilen.

2. Herbert von Karajan, ein Mythos in der klassischen Musikwelt im 20. Jahrhundert

2.1 Beginn einer Karriere

2.1.1 Familiärer Hintergrund

Herbert von Karajan wurde 1908 in Salzburg unter dem Namen „Heribert Karajan“ als zweiter Sohn geboren. Vater Ernst von Karajan arbeitete als Chefchirurg in Wien und liebte Musik, er spielte begeistert Klarinette.
Seine Mutter Martha von Karajan galt eher als unmusikalisch, dafür gab sie ihr Ausse-hen, ihre Entschlossenheit und ihren Ehrgeiz an den Sohn weiter.

Auf seine Eltern angesprochen, bezog sich Karajan gerne auf ein Goethe Zitat:
„ Vom Vater hab ich die Statur, des Lebens ernstes Führen, vom Mütterchen die Froh-natur, und Lust zu fabulieren.“ 1 Wenn man die Charaktere seiner Eltern jedoch näher betrachtet, trifft dieses Zitat eher nicht zu. Die Karajans stammen ursprünglich aus Mazedonien. Der Ururgroßvater von Herbert von Karajan wurde von einem sächsischen Kurfürsten in den Adelsstand erhoben. Seit dieser Zeit wurde der Titel „ Ritter von Karajan“ im Namen geführt. Die Österreichische Republik verbot jedoch 1919 allen Adeligen per Gesetz den Adelstitel. Karajan, der Österreicher war, konnte den Zusatz „von“ nur deshalb führen, weil er diesen Zusatz als Künstlernamen in seinen Pass eintragen ließ. Ebenso entschloss er sich als junger Mann, den Namen „ Heribert“ in „Herbert“ von Karajan umzuwandeln.
Schon sehr früh, im Alter von vier Jahren, wurde Karajan von seinen Eltern im musikalischen Bereich gefördert. Er erhielt Klavierunterricht wie sein älterer Bruder und spielte schon bald wesentlich besser als dieser. Zu dieser Zeit merkte man bereits, dass Herbert von Karajan nicht nur begabt, sondern auch außergewöhnlich zielstrebig war. Zur Tradition wurden im Hause Karajan auch die musikalischen Kammermusikabende, die schon bald von vielen Musikliebhabern besucht wurden. Für Herbert von Karajan waren diese Abende ein besonderes Erlebnis, durfte er doch nach einem besonders gelungenen Klavierbeitrag länger aufbleiben und mit den Erwachsenen zu Abend essen. Aber nicht nur die Musiker erfreuten sich an diesen Musiktreffen, sondern auch die Besucher, die in großer Zahl an diesen Soireen teilnahmen. So sagte ein Gast dieser Abende: „Dieses Haus war durch und durch von Musik erfüllt.“ 2
Es zeichnete sich schon bald ab, dass Karajan seine gesteckten Ziele sehr ehrgeizig verfolgte. Sowohl im musikalischen Bereich, denn er übte täglich bis zu vier Stunden Klavier, als auch in der Schule gab er sich große Mühe. Für seine Abiturarbeit mit dem Thema: „Moderne Verbrennungskraftmaschinen“ bekam er eine Eins. Tatsächlich wollte Karajan zu dieser Zeit noch Ingenieur werden und einen neuen Motor erfinden.

So sagte er als 19-Jähriger: „ Welche Richtung ich einschlage ist egal, ich will der Beste sein.“ 3 Diese Grundhaltung zeigte sich auch in anderen Bereichen, wie zum Beispiel im Sport, wo er bereits als Schüler bis an seine Leistungsgrenzen ging.

2.1.2 Musikalische Grundausbildung

Als Achtjähriger war Karajan Schüler am Mozarteum in Salzburg. Schwerpunktmäßig studierte er Klavier, Harmonielehre und Komposition. Seine Lehrer waren damals be-kannte Größen wie Franz Ledwinka (Klavier), Franz Sauer (Harmonielehre) und vor allem Bernhard Paumgartner (Komposition und Kammermusik). Herbert von Karajans Berufsziel war eigentlich Konzertpianist, doch sein Lehrer war skeptisch: „ Du, was du dir vorstellst unter Musik, das kann man mit zwei Händen nicht ausführen, dazu brauchst du ein Orchester. Ich kann dir nur raten, werde Dirigent.“ 4
Karajan folgte den Anregungen seines Lehrers und studierte daraufhin Klavier und Diri-gieren an der Musikakademie in Wien. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass Karajan neben dem Musikstudium auch einige Semester an der Technischen Universität in Salzburg Maschinenbau absolvierte. Somit zeigte sich schon sehr früh, dass Herbert von Karajan auch für alles Technische zu begeistern war. Für den Erfolg in seinem künstlerischen Leben waren diese beiden Komponenten „Kunst“ und „Technik“ von großer Bedeutung.

2.1.3 Der Weg zum Dirigenten

Nachdem sich Karajan für das Dirigieren entschieden hatte, war er Schüler bei Alexan-der Wunderer, einem Oboisten der Wiener Philharmoniker, der nicht gerade erfahren im Dirigieren war. Herbert von Karajan fand daraufhin aber einen anderen Weg, um bei den wirklich großen Dirigenten zu lernen. Er bat seinen Onkel, der Gebäudeverwal-ter der Staatsoper in Wien war, bei den Proben zusehen zu dürfen.

Dies verschaffte ihm Einblick in das Handwerk des Dirigierens, indem er nicht nur das fertige Werk bei einem Auftritt hörte, sondern die Musik in Aus- und Anschnitten ken-nen lernte. Im Alter von 20 Jahren stand Herbert von Karajan erstmals als Dirigent vor einem Orchester. Es handelte sich um ein Konzert der Dirigentenklasse von Alexander Wunderer. Von diesem Erlebnis angetan, trat er fünf Wochen später mit dem Mozar-teum Orchester in Salzburg auf. Dieses Konzert wurde der Weg für Karajans Berufskar-riere, denn im Publikum saß der Intendant des Ulmer Stadttheaters, Erwin Dietrich. Jener war begeistert von dem jungen Talent. Auf der Suche nach einem zweiten Ka-pellmeister, lud ihn Dietrich daraufhin zum Probedirigat ein. Eine Aufführung von Mo-zarts „Hochzeit des Figaro“ im März 1929 sollte der erste Wendepunkt in Karajans Karriere sein. Aus dem Erfolg heraus erwuchs ihm die Stelle des Städtischen Dirigenten in Ulm. Neben dieser Tätigkeit leitete er auch Dirigentenkurse der Salzburger Festspiele von 1930 bis 1934. Sein auf fünf Jahre befristeter Vertrag wurde aber vom Intendanten nicht verlängert, mit der Begründung: „ Sie sind in Gefahr, hier zu versauern.“ 5 Daraufhin knüpfte Karajan Kontakte nach Aachen, wo er 1935 am Stadttheater mit 27 Jahren jüngster Generalmusikdirektor Deutschlands wurde. Diese Position diente ihm als Sprungbrett für seine weitere Karriere.
Sehr erfolgreich war Karajan auch bei Gastspielen in den wichtigsten Opernhäusern Europas, wie der Mailänder Scala, der Wiener Staatsoper und den Berliner Philharmo-nikern. Karajan spürte, dass die Werke, wie er sie interpretierte, beim Publikum An- klang fanden.

2.2 Karajans Aufstieg in den Vorkriegsjahren

2.2.1 Der Opportunist

Karajan selbst hat sich als Opportunist bezeichnet und versuchte damit seine Nähe zu der NSDAP zu relativieren. Nach dem Krieg äußerte er sich folgendermaßen:
„ Ich hätte damals meine Großmutter für meine Karriere verkauft.“ 6
Möglicherweise wollte er damit seinen Eintritt bereits nach 1933 in die NSDAP
rechtfertigen.

Es ist davon auszugehen, dass bei Herbert von Karajan eine gewisse Nähe zum natio-nalsozialistischen Gedankengut vorhanden war. Diese Vermutung wird von der Tatsa-che unterstützt, dass er die Mitgliedschaft in der NSDAP in Österreich beantragte, die wenige Monate später vom Dollfuß-Regime als Terrororganisation verboten wurde. Doch Karajan sorgte vor, da er im „Altreich“ 1933 in Ulm einen zweiten Antrag gestellt und sich wie erforderlich nach Berlin und letztlich auch nach Aachen bei der jeweiligen Ortsgruppe umgemeldet hatte. Zu dem Zeitpunkt, als die NSDAP in Österreich verbo-ten war, bezahlte er keine Mitgliedsbeiträge mehr, denn er wollte sowohl in Salzburg als auch später in Wien dirigieren. Als Beitragszahler wäre er als „illegaler Nazi“ be-langt worden. So schreibt die Süddeutsche Zeitung am 04.04.2008 unter dem Artikel
„Herbert von Karajan und die NS-Zeit“: Wie viele Österreicher und Deutsche war Kara-jan vom Antisemitismus der Zeit infiziert. Er war anders sozialisiert: Zwischen 1927 und 1928 trug er sich in den Studienbüchern der Uni Wien, aber auch an der Technischen Hochschule immer als "Arier" oder "Arisch" ein, was damals nur ganz rechte deutschnationale und offensiv antisemitische Studenten vermerkten.7

Bei intensivem Studium unterschiedlicher Quellen fanden sich jedoch verschiedene Aussagen zu Karajans politischer Haltung. Die beiden Autoren Misha Aster und Peter Uehling sind sich einig, dass es dem Dirigenten einzig und allein um seine Karriere ging. Dagegen spricht jedoch Herbert von Karajans Verhalten als Student und seine NSDAP-Mitgliedschaft, die ihm in Österreich zur damaligen Zeit noch gar keinen Vorteil verschaffte. Man könnte daher seinen Eintritt als einen bewussten, politischen Schritt deuten.8

2.2.2 Der Weg zum „Wunder Karajan“

Unbestritten ist der Sachverhalt, dass neben seinem Opportunismus auch seine her-vorragenden Leistungen als Musiker und Dirigent in der damaligen Zeit Voraussetzung für seinen Erfolg waren. Ein hohes Maß an Popularität erreichte er mit 27 Jahren als jüngster Generalmusikdirektor in Deutschland. Als Gastdirigent feierte Karajan mit großem Erfolg im Juni 1937 sein Debüt an der Wiener Oper und seine Premiere 1938 an der Berliner Staatsoper. Im Vordergrund standen damals Werke des deutschen Komponisten Richard Wagner, denn Adolf Hitler fand in den Werken Wagners die rei-ne arische Musik, weshalb besonders durch die NSDAP diese Aufführungen gefördert wurden.9 Zur Premiere von Wagners „Tristan und Isolde“ an der Berliner Staatsoper im Oktober 1938 wurde er mit Aufmachern wie „ Das Wunder Karajan“ von der Presse mit überschwänglichem Lob bedacht. Für seine musikalische Leitung der Gründgens-Inszenierung von Mozarts „Zauberflöte“ im Dezember 1938 wurde er ebenso gefeiert. Noch in diesem Jahr wurde Herbert von Karajan zum Vorzeigedirigenten der National-sozialisten. In den Vorkriegsjahren und bis zum Ende des Krieges war Wilhelm Furt-wängler Leiter der Berliner Philharmoniker und der Dirigent bei den Bayreuther Wag-ner-Festspielen. Karajan stand zu diesem Zeitpunkt in der zweiten Reihe und doch blieb ihm noch ein weiteres großes Betätigungsfeld. So dirigierte er die Berliner Staats-kapelle und begann in Italien, im besetzten Dänemark und mit Hitler-Deutschland be-freundeten Rumänien zu arbeiten.

Ebenso gab er mehrfach im besetzten Paris Gastspiele. 1944 wurde er mit der Unter- stützung des Staatssekretärs Leopold Gutterer zum Leiter des Linzer Reichs-Bruckner-Orchesters bestimmt. Im Dezember 1944 sollte dieses Orchester zu „Ehren des Füh-rers“ zum besten Orchester des Deutschen Reiches unter seiner Leitung hochgefahren werden. Doch das nahe Kriegsende machte diesen Plan zunichte. Kurz vor Ende des Krieges flüchtete Herbert von Karajan nach Mailand, um sich der Einberufung zur Gruppe „Südstern“ zu entziehen.

2.2.3 Der Karriereknick

Mit dem Ablauf der Spielzeit 1941 bis 1942 wurde Herbert von Karajan die Stelle als Generalmusikdirektor mit der Begründung gekündigt, dass er das Amt nicht mehr aus-reichend betreue. Die Zeiten der Anwesenheit Karajans in Aachen waren dem Inten-danten zu wenig, wodurch er seine Festanstellung als Dirigent verlor. Trotzdem bereis-te Karajan mit der Staatskapelle das mit dem Deutschen Reich befreundete Italien und dirigierte auch im besetzten Frankreich die Wagneroper „Tristan und Isolde“. Zweck dieser Auslandsreisen war sicherlich auch, deutsche Kunstherrlichkeiten im Sinne der NS-Propaganda zu verkünden. Herbert von Karajan war zum damaligen Zeitpunkt mit Frau Elmy Holgerloef verheiratet, doch er trennte sich wieder von ihr und heiratete im Oktober 1942 die 22-Jährige Anita Gütermann. Sie galt nach der Sprachregelung der Nürnberger Rassengesetze der Nationalsozialisten als Vierteljüdin, weil sie einen jüdi-schen Großvater hatte. Doch Vierteljuden fielen nicht mehr unter diese Regelung. Trotzdem empfahl sich Karajan mit dieser Heirat nicht mehr bei den Machthabern der NSDAP. Obwohl er sich der Propagandamaschine der NSDAP zur Verfügung stellte, ging ihm nach und nach die Arbeit aus. Dann sollte Karajan zum Militär einberufen werden. Karajan nutzte seine Kontakte zu Göring und versuchte, somit zur Luftwaffe zu kommen. Dies wurde jedoch bei der Musterung mit der Begründung abgelehnt, dass er für eine Ausbildung zum Kampfpiloten zu alt sei. Als Alternative wurde ihm eine Ausbildung als Kurierflieger angeboten, diese Möglichkeit wollte er aber nicht annehmen.10

Goebbels sorgte dafür, zu dem Karajan auch auf Umwegen Kontakt hatte, dass die Ein-berufung des berühmtesten deutschen Dirigenten unterblieb. Nun wollte Karajan Ge-neralmusikdirektor an der Dresdner Oper werden, doch auch diese Bemühung blieb erfolglos. Vermehrt versuchte Karajan Engagements im Ausland zu bekommen, was zur Folge hatte, dass er nicht mehr als offizieller Vertreter des Deutschen Reiches auf-trat. Dies betonte er ausdrücklich bei der Anhörung im März 1946 bei der österreichi-schen Entnazifizierungskommission.11

2.3 Die ersten Nachkriegsjahre

2.3.1 Karajans Berufsverbot

Karajan hatte nach der Kapitulation des Deutschen Reiches alles verloren und er stand in materieller Hinsicht vor dem Nichts. Von den Siegermächten wurde ihm ein Berufs-verbot erteilt, was bedeutete, dass er nicht mehr als Dirigent öffentlich auftreten konnte. Unterstützung zum Lebensunterhalt bekam er von Freunden. Seine Frau Anita Gütermann arbeitete als Dolmetscherin für die Besetzungsmacht und leistete hiermit ihren Beitrag zum Lebensunterhalt. 1946 schrieb er in einem Brief an seinen Freund:
„Meine Zeit wird kommen.“ 12 Die Zeit des erzwungenen Nichtstuns füllte Karajan aus, indem er die Italienische Sprache lernte und sich nach St. Anton in die Berge zurück-zog. Dort bereitete er sich mental auf den Augenblick vor, wo er wieder den Taktstock in die Hand nehmen durfte.

2.3.2 Der Entnazifizierungsprozess

Als der Zweite Weltkrieg am 08.05.1945 zu Ende war und die ganzen Greueltaten der NS-Maschinerie nach und nach in das Bewusstsein der Menschen kam, stellte man sich die Frage: „Wie kann man Millionen von Nazis, die Mitläufer, Handlanger und Nutznie-ßer waren, zur Verantwortung ziehen?“

Nach dem „Gesetz zur Befreiung vom Nationalsozialismus und Militarismus“ musste sich Karajan einer Anhörungskommission13 in Österreich stellen. Dem Anhörungspro-tokoll ist zu entnehmen, dass Karajan Mitglied der NSDAP war, aber keinerlei Vorteile hatte oder gar Nutznießer war.
So führte Herbert von Karajan unter anderem aus:
- Seine Ehe mit Anita Gütermann sei seiner Karriere hinderlich gewesen.
- Auch sei Karajans Nachfolge von Karl Böhm an der Dresdner Oper von der SS verhindert worden.
- Hitler wie auch Goebbels hätten sich öfters missbilligend über Karajan geäußert.
- Selbst Gehaltskürzungen hätte man vorgenommen.

Das Ergebnis der Anhörung war das eingeschränkte Berufsverbot in seinem Betäti-gungsfeld am 04.November 1946. Jedoch schon im September 1946 begann eine lang-jährige Zusammenarbeit mit dem britischen Schallplattenproduzenten Walter Legge, den das Berufsverbot nicht störte. Ein Jahr später hob die russische Militärbehörde in Wien das Berufsverbot auf. Nur noch einmal 1955 auf einer Gastspielreise in Nordamerika regte sich ernsthaft Protest gegen Karajans Aufstieg während und nach der nationalsozialistischen Ära.14 Zu diesem Zeitpunkt war er mitten in seiner zweiten Karriere und er erarbeitete sich die Anerkennung der Musikwelt zum berühmtesten Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Schon 1955 wurde der Begriff „Generalmusikdirektor Europas“ im Zusammenhang mit dem Namen Herbert von Karajan in Verbindung gebracht. Er war zum Superstar geworden und das Publikum verlangte nach ihm. Daraus ergeben sich folgende Fragen:
„Welche Eigenschaften sind erforderlich, um so erfolgreich zu werden?“
„Was waren die Voraussetzungen?“

2.4 Der Machtmensch Karajan

2.4.1 Angeborene Autorität

Schon der Name „Karajan“ übte auf das Publikum magische Kraft aus. Karajan war eine echte Führungspersönlichkeit und es war ihm von Natur aus gegeben, überall den Ton anzugeben. Dies zeichnete Karajan schon in seiner frühesten Jugend aus, da er immer genau wusste, was er wollte und das ist die beste Voraussetzung, die eine Führungspersönlichkeit haben muss. Seine Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit war fast immer genau kalkuliert. Er war immer hart zu sich selbst, denn er weigerte sich, auch bei banalen Dingen Hilfe anzunehmen. Seine Selbstgenügsamkeit gab ihm Unabhängigkeit was wiederum ein Zeichen von Stärke und Autorität war. Herbert von Karajan wollte immer Herr der Situation sein.15

2.4.2 Die Wahl zum Dirigenten auf Lebenszeit bei den Berliner Philharmonikern

Die geschilderten charakterlichen Eigenschaften waren neben seinen künstlerischen Fähigkeiten Voraussetzung dafür, dass er nach dem Tode von Wilhelm Furtwängler als neuer musikalischer Leiter der Berliner Philharmoniker berufen wurde. Zudem waren sich Orchester und Karajan nicht fremd, denn man kannte sich gegenseitig, weil Kara-jan über längere Zeit als Gastdirigent bei den Berliner Philharmonikern tätig war. Nach Auffassung des Orchesters, Intendanten und Verantwortlichen in der Kulturpolitik war Karajan geeignet, das hohe Niveau zu halten, ja sogar zu steigern. Er war bereit, dieses Orchester zu übernehmen, wobei er die Bedingungen hierfür selbst stellte. Diese enthielten unter anderem:
- Berufung auf Lebenszeit
- Häufigkeit der Präsenz in Berlin
- Mitsprache bei der Verpflichtung von Mitgliedern des Orchesters 16

Die Kulturverwaltung des Berliner Senats versprach sich von Karajan Bekanntheit auf der ganzen Welt. Dies war auch notwendig, da Berlin mit seiner Insellage durch den damaligen Ostblock in der freien Welt Aufmerksamkeit nötig hatte. Man kann sagen, dass die Berliner Philharmoniker in gewisser Hinsicht auch einen politischen Auftrag zu erfüllen hatten. Wie unangefochten Karajan in Berlin war, konnte man an der Zeit-dauer der Vertragsverhandlungen sehen, die sich bis zum Abschluss über zwölf Jahre hinzogen. Nur eine von sich und seinen künstlerischen Fähigkeiten überzeugte Persön-lichkeit wie Karajan konnte dies bewerkstelligen. Der ausgehandelte Vertrag enthielt Spielräume, die es Karajan möglich machten, weitere leitende Tätigkeiten, so an der Wiener Oper, den Salzburger und den Bayreuther-Wagner-Festspielen sowie an den Opernhäusern in Mailand, London und Paris aufzunehmen. Seine Arbeit in Berlin wur-de geradezu eine Nebentätigkeit. Dies führte dazu, dass es mit der Zeit zu Spannungen mit der Kulturverwaltung Berlins und auch mit dem Orchester kam. Selbst der damali-ge „regierende“ Bürgermeister konnte und wollte keine Lösung herbeiführen, da Kara-jan bei der personellen Besetzung der Intendanz auf Dr. Peter Girth bestand. Hier wur-de von Karajan der Bogen überspannt. Es zeigten sich bereits Auflösungserscheinungen im Machtgefüge Karajans.17 Von seinem 1956 auf Lebenszeit abgeschlossenen Vertrag mit den Berliner Philharmonikern trat er im April 1989 zurück, da ihm die finanzielle Förderung durch die Stadt und seine Kompetenzen nicht mehr ausreichten. Hier kommt deutlich Karajans Wesensart zum Ausdruck, da er in seinem Rücktrittsschreiben 18 an den Berliner Senat die Spannungen zwischen ihm und seinem Orchester nicht erwähnte.

2.4.3 Umgang mit Orchestermusikern und Sängern

Herbert von Karajan hatte die Gabe seiner charismatischen Persönlichkeit bewusst ausgespielt. Karajan konnte Menschen verzaubern und begeistern oder sie jahrelang verfolgen. Er war zum Befehlen geboren. Seine Befehlsbereiche waren die Musik und in den späteren Jahren auch das Management.

Ein erfolgreicher Dirigent, wie Herbert von Karajan einer war, zeichnet sich auch da-durch aus, dass er die Fähigkeit besitzt, seine Musiker zu überzeugen, so zu spielen, wie es seiner Interpretationsvorstellung entspricht.
Um diese Höchstleistung zu erreichen, verlangte er den Musikern ein Höchstmaß an Probegenauigkeit und Klangfantasie ab.
Trotz des stets liebenswürdigen Tons, in dem er mit den Musikern verkehrte, bestand er unerbitterlich auf seinen Qualitätsforderungen und überließ nichts dem Zufall. Hier war Karajan Alleinherrscher. Die Mitglieder der Berliner Philharmoniker bezeichneten ihn mit höchstem Respekt: „Meister aller Meister“. 19 Seine Erfolge mit den Berliner Philharmonikern, ob im Konzert, auf Tournee oder auf Tonträgern, hatten das Orches-ter selbstbewusst gemacht. Durch die häufige Abwesenheit Karajans begünstigt, bilde-ten sich mehrere Kammerensembles, Streichquartette, Bläserensembles und die „Zwölf Cellisten“, die alle ihre Herkunft aus dem Berliner Philharmonischen Orchester nicht leugneten. Karajan hatte an den eigenen Initiativen der Musiker nichts auszusetz-ten, jedoch begann Anfang der 80er Jahre die Autorität Karajans zu wackeln. Ein Grund dafür war sicherlich die Tatsache, dass sich bei den Musikern ein gestärktes musikali-sches Urteilsvermögen aufbaute. Karajans diplomatisch-taktische Fähigkeiten dagegen waren durch seinen Allmachtsglauben über Orchester und Regierende (Kulturverwal-tungen) verloren gegangen. Bei ihm gab es kein Nachgeben oder Einlenken mehr, son-dern nur noch Konfrontation und Drohung. Exemplarisches Beispiel war die Beset-zungsfrage von Sabine Meyer als Klarinettistin. Sabine Meyer, zum damaligen Zeit-punkt eine bekannte Solistin, wurde vom Orchester aus verschiedenen Gründen abge-lehnt (Mitspracherecht des Orchesters).

Auch nach einem Probejahr konnte sich Karajan nicht durchsetzen, denn er wollte Sa-bine Mayer unbedingt als erste Klarinettistin im Orchester haben. Der Zwist zwischen Karajan, dem Intendanten und dem Orchester wurde öffentlich ausgetragen. Am Ende musste Karajan doch nachgeben, was für ihn eine schmerzliche Erfahrung war.20 Zu dieser Auseinandersetzung sagt Sabine Meyer später: „ Karajan hat mich als Spielball benutzt und das Orchester auch. Karajan war beleidigt, weil das Orchester nicht mach-te, was er wollte.“ 21 Viele bedeutende Opernsänger verdankten ihre Karriere Herbert von Karajan, denn er trug Sänger auf Händen. Zu diesem Verhalten äußerte sich die Mezzosopranistin Christa Ludwig in einem Interview des Arte Magazins:
„Er trug uns auf Händen, las uns den Text von den Lippen ab, atmete mit uns und legte uns seine berühmten pianissimo Teppiche aus, damit man uns hörte. War ich nicht so gut bei Stimme, wurde er hin und wieder mit dem Orchester sehr laut, um schwierige Phasen zu überdecken. Er half... wenn er einen mochte.“ 22
So urteilten die Sänger, die von Karajan gefördert wurden. Aber jene Sänger, die schon vorher einen Namen hatten, beurteilten Karajan kritischer. Es geschah nicht selten, dass er Sänger, die selbstbewusst gegenüber Karajan auftraten, auflaufen ließ und sie zum Beispiel mit seinem Dirigat nicht unterstützte.23 Dieses Verhalten lässt den Schluss zu, dass Karajan Sänger so lange förderte und unterstützte, wie sie sich ihm unterord-neten und ihn nicht in der Publikumsgunst infrage stellten.24

2.4.4 Karajans Verhältnis zu den Kulturverwaltungen

Herbert von Karajan hatte zu Lebzeiten mehr Bekanntheit erhalten als jeder andere Dirigent. Dies führte bei Karajan zu Starallüren, mit denen sich die Kulturverwaltungen und Intendanten, in Berlin, Salzburg oder Wien, herumschlagen mussten. Auf dem Hö-hepunkt seiner Machtausübung wurde immer den Wünschen Karajans entsprochen, sei es um die Bereitstellung der Geldmittel für Inszenierungen nach den Wünschen und Vorstellungen von Karajan, um den Bau des Salzburger Festspielhauses oder um den Bau der Philharmonie in Berlin. Die meist öffentlichen Geldgeber erfüllten seine Anre-gungen. Selbst ein eigenes Badezimmer für Herbert von Karajan in der Philharmonie wurde nachträglich eingebaut, welches er nicht mit Gastdirigenten teilen wollte.25
In Berlin veranlasste Karajan, dass der ihm genehme Dr. Peter Girth, mit dem er schon
jahrelang zusammen gearbeitet hatte, vom Berliner Senat zum Intendanten der Berli-ner Philharmoniker bestellt wurde. Den quälenden Dauerkonflikt zwischen Karajan und seinem Berliner Orchester sollte der Kultursenator nach den Vorstellungen Karajans lösen.26 Das Verhältnis zur Kulturverwaltung wie zum Senat war für Karajan klar:
„ Der Staat hatte zu spuren.“

2.4.5 Sein Wirken an vielen Opernhäusern Europas

Auf dem absoluten Höhepunkt seiner Popularität war Karajan rastlos auch an anderen Orten tätig. Er gründete die Salzburger Osterfestspiele, war Leiter der Wiener Oper, inszenierte in Bayreuth die Wagnerfestspiele, war Gastdirigent in London und gleich-zeitig auch künstlerischer Berater an der Oper in Paris. Herbert von Karajan war ein „Arbeitstier“. Folgende Anekdote, die man sich in Berlin erzählte ist exemplarisch hier-für. Ein Taxifahrer fragte Herbert von Karajan nach seinem Ziel. Karajan erwiderte daraufhin: „Egal, ich werde überall gebraucht“.27

Sein rastloses Wirken als Dirigent forderte ihren Tribut. Des Öfteren hatte Karajan gesundheitliche Probleme, die er lange Zeit ignorierte. Neben seiner Tätigkeit als Diri-gent war er noch sehr stark mit der Vermarktung seiner musikalischen Publikationen beschäftigt.

2.5 Der erfolgreiche Geschäftsmann Karajan

2.5.1 Einspielung von Klassik auf moderne Tonträger

Karajan verstand es sehr gut, während seines künstlerischen Schaffens die zur Verfü-gung stehenden Tonträger für seine Popularität zu nutzen. Schallplattenaufnahmen waren es ursprünglich, die Karajans Ruhm begründeten. Mit diesem Medium konnte man Bevölkerungsgruppen erreichen, die sonst keinen oder nur sehr schwer Zugang zu Konzertsälen und Opernhäusern hatten. Er war immer bestrebt, die Klangqualität sei-ner Tonträger zu verbessern. Mit Schallplattenaufnahmen und Wiedergabe in Stereo waren die Möglichkeiten der Schallplatte erschöpft, doch mit dem Erscheinen der Compact-Disc ergaben sich neue Möglichkeiten die Klangqualitäten zu verbessern. Bereits im Januar 1980 machte Karajan die erste digitale Aufnahme.
Für ihn war dies ein Meilenstein zur Verbesserung des Klangbildes. Karajan hatte jetzt Klangqualität anzubieten, die eine große Zahl der Liebhaber von Klassik erreichte und begeisterte. Auch der wirtschaftliche Erfolg seiner Einspielungen war durch die geschickte Vermarktung gesichert. Weltweit wurden über 300 Millionen Tonträger (Schallplatten und CD‘s ), die sich mit seinem Namen verbinden lassen, verkauft. Schon 1982 gründete Karajan die Telemondial S.A.M. und produzierte mit seiner eigenen Firma. Bei den Produktionen hatte er die komplette künstlerische Kontrolle über Bild und Ton. Sein Ziel war es, mit der neuen technischen Möglichkeit der „video-disc“ sein vollständiges Repertoire in Bild und Ton aufzunehmen, an dem er bis zu seinem Tode am 16. Juli 1989 arbeitete.

2.5.2 Fernsehübertragungen aus Konzertsälen

Karajans Begeisterung zum Fernsehen und zur Filmmusik hielt sich anfänglich in Gren-zen. Er argumentierte, dass ein kleines Schwarz-Weiß Bild, welches von wenigen Kameras aufgenommen wurde und eine schlechte Tonqualität niemandem dienen könnten. Auf dem Gebiet des Fernsehens erkannte er jedoch sehr bald, bedingt durch immer besser werdende Aufnahmetechnik, dass er mit diesem Medium Millionen von Zuschauern erreichen konnte. Nur wenige Jahre später verdiente Karajan durch Über-tragungsrechte seiner Konzerte sehr viel Geld. 1966 gründete er mit dem Medienmogul Leo Kirch die Firma Cosmotel und kaufte die Filmrechte für eine Reihe von Opern, die er bereits produziert hatte. Die von Herbert von Karajan produzierten Filme waren jedoch kein großartiger wirtschaftlicher Erfolg. Charakteristisch für sein Arbeiten war in diesem Bereich, dass er bei der Regie und bei der Kameraführung mit-bestimmte. Er war auch hier der Mittelpunkt des Geschehens. Auffällig ist dabei, dass bei den Aufnahmen die Spieler eines Instrumentes oft nicht zu erkennen sind. Das einzige Gesicht, das den Zuschauern zu Bewusstsein kommt, ist das Gesicht Karajans. Selbst seine dirigierenden Hände sind in Großaufnahme zu sehen. Er schnitt die Gesichter der Musiker aus, weil sie ihm hässlich und nicht ausreichend fotogen erschienen, vielleicht aber auch, weil sie ihn daran erinnerten, dass er ohne sie nichts bewirken konnte.28

2.6 Karajan der Exzentriker

Schönheitsfanatiker, Jetsetter, Egomane, alle diese Beschreibungen treffen in gewisser Weise auf Karajan zu.29 Er war „ Ein seltsamer Mann“, wie Wolfgang Stresemann ihn bezeichnete.30 Sehr vieles war aber widersprüchlich. Als Superstar in der Musikwelt weit bekannt, geachtet und verehrt, war er dem sogenannten „Mann auf der Straße“ zunächst in erster Linie als Jetsetter, als eine Art „Gunter Sachs“ der klassischen Musik, bekannt. Der Name Karajan wurde mit Saint-Tropez, St. Moritz, Salzburg, Segeljachten, rassigen Autos (Mercedes, Ferrari, Porsche) und Privatflugzeuge in Verbindung gebracht. Karajan und seine künstlerische Arbeit wurde in der Öffentlichkeit („Mann auf der Straße“) nicht so sehr wahrgenommen.31 Entsprechende Aufmerksamkeit wurde natürlich Karajan in der Klatschpresse erteilt. Er ließ zu, dass die Öffentlichkeit an seinem Privatleben teilhaben konnte. Einerseits gab er sein Geld mit vollen Händen aus, andererseits lebte er ganz einfach und gab sich symbolisch mit einer Wurstsemmel zufrieden.32 Karajan förderte und unterstützte künstlerischen Nachwuchs, von dem er sich eine Zukunft versprach.

2.7 Karajans Stiftungen

Karajan gründete 1968 die Herbert-von-Karajan-Stiftung, wobei der damalige Dresdner Bank Chef Jürgen Ponto eine Million DM in die Stiftung einbrachte. Das Stiftungsziel war, junge Künstler zu fördern. Der alle zwei Jahre stattfindende Internationale Dirigentenwettbewerb machte die Stiftung bekannt. Weitere Ziele der Stiftung waren:
- Verhalten von Stress im Zusammenhang mit dem Musizieren,
- Erforschung von Möglichkeiten der Musiktherapie,
- Neurologische Forschung im Bereich degenerativer Gehirnerkrankungen.33

Eine weitere Stiftung ist das Herbert-von-Karajan-Centrum, welches sich seit seiner Gründung 1995 als fester Bestandteil des Wiener Kulturlebens etabliert hat, jetzt aber in Salzburg beheimatet ist.
Genau wie bei der Herbert-von-Karajan-Stiftung hat auch das Centrum das besondere Anliegen, junge Musiker durch die Vergabe von Stipendien sowie die Durchführungen musikalischer Kinderprojekte zu fördern. Neben der Nachwuchsförderung bietet das Herbert von Karajan Centrum eine breite Auswahl an Veranstaltungen.
Im vergangenen Jahr standen diverse Künstlergespräche, Opern-Filmspecials und Kon-zerte auf dem Programm. Auch ist es die Aufgabe der Stiftungen, das künstlerische Vermächtnis Karajans zu wahren. Anlässlich seines 100. Geburtstages wurde mit einer Reihe von Veranstaltungen, vor allem in Salzburg, Karajan gewürdigt.

3. Zusammenfassung

Herbert von Karajan war beides in einem: Mann der Moderne und Mann der Tradition. Ein Künstler, der die Partituren im Kopf hatte und der Welt entrückt dirigierte – und zugleich ein Pionier der Technik. Die Biographien sind geschrieben, die Polemiken längst verstummt, doch der Musiker Karajan ist nie wirklich verschwunden. Bis heute liegen die Verkaufszahlen seiner Einspielungen weit über denen aller anderen Dirigen-ten.

Jenseits von Mythos und Markt, Starkult und Ideologiekritik gab es einen Interpreten zu entdecken, der mit strukturklaren, tempointensiven Aufnahmen verblüffte und sich im Vergleich mit Kollegen vielfach durch größere Werktreue und Klangsensibilität aus-zeichnete. Nur mehr 47 der derzeit 125 Musiker „seines“ Orchesters haben ihn noch erlebt und erinnern sich an Karajans unerbittliche Probenarbeit, danach aber die abso-lute Hingabe, das 100 % Vertrauen in das Orchester im Konzert. Ihnen ist der Österrei-cher Karajan noch immer sehr lebendig und gegenwärtig. Und für die Kritiker ist er heute wieder der einzige musikalische Mythos der Städte Wien, Salzburg und Berlin, die Zentren seines Lebenswerks waren.

4. Literaturverzeichnis

Bücher:
(1) DIE ZEIT Klassik – Edition. Herbert von Karajan, Hamburg.
(2) Osborne, Richard: Herbert von Karajan. Leben und Musik, München 2008.
(3) Stresemann, Wolfgang: „Ein seltsamer Mann…“. Erinnerungen an Herbert von Karajan, Frankfurt a. M./ Berlin 19923.
(4) Uehling, Peter: Karajan - Eine Biographie, Hamburg 20061.
(5) Vaughan, Roger: Herbert von Karajan. Ein biographisches Porträt, Berlin 1986.
(6) Von Karajan, Eliette: Mein Leben an seiner Seite, Berlin 2008.

Internetseiten:
(7) http://www.zeit.de/online/2008/05/bg-karajan-spiel?2 Stand: 29.01.2007 Aufrufdatum: 31.07.2008
(8) http://sueddeutsche.de/kultur/artikel/601/167122/print.html Stand: 04.04.2008 Aufrufdatum: 02.08.2008
(9) http://www.welt.de/wams_print/article1600245/Parteigenosse_Herbert_von_Karajan.html Stand: 27.01.2008 Aufrufdatum: 12.01.2009
(10) http://www.abendblatt.de/extra/service/944949.html?url=/ha/1979/xml/19790227xml/habxml790103_6763.xml Stand: 27.02.1979 Aufrufdatum: 17.12.2008
(11) http://www.welt.de/berlin/article1854765/Karajan_hat_mich_als_Spielball_benutzt.html Stand: 31.03.2007 Aufrufdatum: 31.07.2008
(12) http://www.arte.tv/de/kunst-musik/Karajan-zum-100/1982284.html Stand: 03.04.2008 Aufrufdatum: 04.08.2008
(13) http://orf.at/080402-23563/?href=http%3A%2F%2Forf.at%2F080402-23563%2F23564txt_story.html Stand: Unbekannt Aufrufdatum: 02.08.2008
(14) http://sensation.tagesspiegel.de/index.php?option=com_sensation&task=sss&storyID=304100 Stand: 09.04.2008 Aufrufdatum: 26.09.2008
(15) http://www.tagesspiegel.de/kultur/musik/Herbert-von-Karajan;art971,2507019 Stand: 05.04.2008 Aufrufdatum: 03.11.2008
(12) http://www.welt.de/wams_print/article1852173/Aufstieg_und_Fall_eines_Fanatikers.html Stand: 30.03.2008 Aufrufdatum: 18.08.2008
(13) http://www.emimusic.de/info/77441.html Stand: 19.12.2007 Aufrufdatum: 02.08.2008
(14) http://www.whoswho.de/templ/te_bio.php?PID=641&RID=1 Stand: Unbekannt: Aufrufdatum: 31.07.2008
(15) http://www.morgenpost.de/printarchiv/kultur/article161263/Parteigenosse_Herbert_von_Karajan.html Stand: 27.01.2008 Aufrufdatum: 10.07.2008
(16) http://www.welt.de/wams_print/article1600245/Parteigenosse_Herbert_von_Karajan.html Stand: 27.01.2008 Aufrufdatum: 20.03.2008
(17) http://www.welt.de/vermischtes/article/1595506/Der_Mann_der_zweimal_in_die_NSDAP_eintrat.html Stand: 26.01.2008 Aufrufdatum: 10.08.2008
(18) http://www.welt.de/kultur/article/1869686/Vergesst_Herbert_von_Karajan.html Stand: 04.04.2008 Aufrufdatum: 14.05.2008
(19) http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/677/167197/print.html Stand: 04.04.2008 Aufrufdatum: 31.07.2008
(20) http://www.3sat.de/SCRIPTS/print.php?url=/musik/37293/index.html Stand: April 2008 Aufrufdatum: 26.08.2008
(21) http://www.stadt-wien.at/index.php?id=karajancentrum Stand: 2007 Aufrufdatum: 15.08.2008
(22) http://www.klassikakzente.de/artist_bio_herbert_von_karajan_12549.jsp Stand: Januar 2008 Aufrufdatum: 18.03.2008

Fußnoten:
1 Vgl. (2), Seite 25
2 Vgl. (2) , Seite 29
3 Vgl. (7) http://www.zeit.de/online/2008/05/bg-karajan-spiel?2
4 Vgl. (1), Seite 12
5 Vgl. (1), Seite 12
6 Vgl. (1), Seite 14
7 Vgl. (8) http://sueddeutsche.de/kultur/artikel/601/167122/print.html
8 Vgl. (9) http://www.welt.de/wams_print/article1600245/Parteigenosse_Herbert_von_Karajan.html
9 Vgl. (2), Seite 178 f.
10 Vgl. (2), Seite 213 ff.
11 Vgl. Anhang: Karajans Erklärung vor der österreichischen Entnazifizierungskommission vom 18.März 1946
12 Vgl. (1) Seite 14
13 Vgl. Anhang
14 Vgl. (3), Seite 35
15 Vgl. (5), Seite 94
16 Vgl. (3),Seite 25 f.
17 Vgl. (3), Seite 171 ff.
18 Vgl. (3), Seite 180
19 Vgl. (10) http://www.abendblatt.de/extra/service/944949.html?url=/ha/1979/xml/19790227xml/habxml790103_6763.xml
20 Vgl. (5), Seite 336
21 Vgl. (11) http://www.welt.de/berlin/article1854765/Karajan_hat_mich_als_Spielball_benutzt.html
22 Vgl.(12) http://www.arte.tv/de/Geburtstagsfest-fuer-Herbert-von-Karajan/1982608,CmC=1982284.html
23 Vgl. (5), Seite 289 ff.
24 Vgl. (5), Seite 244 f.
25 Vgl. (1), Seite 41
26 Vgl. (3), Seite 135 ff.
27 Vgl. (13) http://orf.at/080402-23563/?href=http%3A%2F%2Forf.at%2F080402-23563%2F23564txt_story.html
28 Vgl. (5), Seite 327
29 Vgl. (14) http://sensation.tagesspiegel.de/index.php?option=com_sensation&task=sss&storyID=304100
30 Vgl. (3), Seite 248
31 Vgl. (15) http://www.tagesspiegel.de/kultur/musik/Herbert-von-Karajan;art971,2507019
32 Vgl. (5), Seite 95
33 Vgl. (5), Seite 240 f.



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