Navigation:


Gaius Julius Caesar

Gaius Julius Caesar
Hausarbeit
Datum: 02. Januar 2011 Autor: Kathagroth Kommentare: 0

Zusätzliche Informationen:

DownloadVorschauKommentar schreibenAbonnieren



Beschreibung:

Diese Hausarbeit schrieb ich im Rahmen meines Geschichtsstudiums. Sie beschäftigt sich mit dem Leben Caesars.


Download melden

Gaius Julius Caesar


1. Einleitung

Über keine Persönlichkeit der Antike wurden mehr Schriften, Bücher und Aufsätze verfasst als über Gaius Julius Caesar. Selten gingen die Meinungen und Bewertungen von Autoren, Historikern und Biographen so konträr auseinander wie bei Caesar.

Diese Hausarbeit soll das Leben und Wirken Caesars aufzeigen. Natürlich werden hier nicht alle Detaheils seines Lebens wiedergegeben, sondern nur die wichtigsten Stationen beschrieben. Die Darstellung bezieht sich auf den Zeitraum seiner Geburt am 13. Juni 100 v. Chr. bis zu Caesars Ermordung am 15. März 44 v. Chr. und schließt den späteren Übergang von der Republik zum Prinzipat des Augustus aus.

Einleitend wird Caesars Herkunft und seine Jugend dargestellt, wie er sein erstes Amt des flamen Dialis erhielt und sich gegen Sulla auflehnte. Im zweiten Kapitel wird Caesars Weg in die Politik beschrieben und wie er es durch das Triumvirat zum Konsul schaffte. Das dritte Kapitel zeigt, wie er als Statthalter ganz Gallien bezwingt und seine Finanzen saniert. Nach dem gallischen Krieg beginnt Caesar den Bürgerkrieg, da es ihm nicht gestattet ist, sich für das Konsulat in Abwesenheit zu bewerben. In diesem Kapitel werden also der Bürgerkrieg und seine Folgen dargestellt. Die beiden letzten Punkte dieser Hausarbeit „Die Diktatur" und „Caesars Ermordung" gehören im Grunde zusammen, da Caesars Diktatur seine Ermordung bedingt. Die Gegner Caesars sahen keine Hoffnung auf eine Republik mehr. Anschließend führe ich noch eine Chronologie an, die die wichtigsten Eckpunkte anzeigt.

2. Die frühen Jahre Caesars

Gaius Julius Caesar wurde am 13. Juli im Jahre 100 vor Christus geboren. Das Monatsdatum scheint durch Inschriften gesichert doch die Jahreszahl könnte falsch überliefert sein. Caesar hätte so einige seiner Ämter nicht im vorgegebenen Rahmen der Sullanischen Reformen erlangt können, die ein Mindestalter verlangten. Deshalb könnte das Geburtsjahr Caesars auch auf 102 v. Chr. datiert werden. Allerdings waren auch durchaus Ausnahmen vom Mindestalter möglich, wie das Beispiel von Pompeius, Caesars Gegner im Bürgerkrieg, deutlich zeigt (vgl. Will, S.13 ff.).

Caesar wurde in das Geschlecht der Iulier hineingeboren, die zum Patriziat, dem Uradel Roms gehörten. Diese Familie der Nobilität hatte Ahnen, die bereits ein Konsulat bekleidet hatten. Doch sie konnten ihre Stellung in Rom nicht halten. Sie hatten zwar noch immer das Privileg Patrizier zu sein, doch nach dem politischen Rang standen sie an zweiter oder dritter Stelle. Sie waren also keine besonders angesehene Familie und rangierten im Kreise der großen Adels- und Senatorengeschlechter eher unter "ferner liefen". Dementsprechend waren auch Caesars Großvater und sein Vater, der ebenso hieß wie sein Sohn, nicht sonderlich erfolgreich gewesen: Im Jahre 100 v. Chr. bekleidete Caesars Vater die Quästur, das unterste Magistrats-Amt. 92 v. Chr. brachte er zur Prätur, bevor er 85 v. Chr. überraschend in Pisa starb. Konsul war er nicht geworden (vgl. Meier, 1982, S. 70 ff.).

Caesars erstes Amt erhielt er 85 v. Chr. Er wurde flamen Dialis, also Priester des Zeus. Um dieses Amt antreten zu können, trennte er sich von seiner Verlobten Cossutia, die aus dem Ritterstand kam. Das Amt des flamen Dialis verlangte nämlich eine patrizische Ehe. Um diese Bedingung zu erfüllen heiratete Caesar 84 v. Chr. Cornelia, die Tochter Cinnas, der seit 87 v. Chr. Konsul war und Rom faktisch alleine beherrschte. Das Amt des flamen Dialis verschaffte Caesar zwar einige Rechte und Ansehen, wie der Sitz im Senat, doch noch mehr Einschränkungen. Er musste zahlreiche Fastenzeiten beachten, er durfte nicht schwören, kein Pferd besteigen, er durfte kein bewaffnetes Heer sehen und er durfte Rom nicht länger als zwei Tage und drei Nächte verlassen. Dieses Priesteramt bedeutete nicht den Anfang einer politischen Karriere, sondern eigentlich das Ende, da man in Rom Ansehen mit militärischen Erfolg erreichte (vgl, Will, S.14-15).

Doch 84 v. Chr. starb Cinna und sein Gegner Sulla kam 82 v. Chr. an die Macht. Dieser Umstand stellt für Caesar keine gute Situation dar. Er hatte zwar nicht gegen Sulla gekämpft, doch durch Abstammung, Heirat mit Cornelia und wegen dem Priesteramt war er Sulla ein Dorn im Auge. Sulla wollte Caesar aber nicht umbringen lassen, da er seiner Meinung nach zu wenig Einfluss hatte, doch er verlangte von Caesar die Scheidung von Cornelia. Caesar sollte sich so von seinen Verbindungen distanzieren und sich in das neue Systems, in dem Sulla Diktator war, integrieren (vgl. Jehne, S.13).

Caesar aber weigerte sich Cinnas Tochter zu verlassen. Dies war sehr verwunderlich, denn in der römischen Oberschicht wurde wegen Vorteilen geheiratet und sich bei Schwinden der Vorteile wieder geschieden. Cornelia brachte Caesar weder politische Beziehungen, noch finanzielle Zugewinne. Nach römischen Maßstäben gab es also keinen Grund mehr die Ehe aufrecht zu erhalten. Man kann vermuten dass Caesar seine Frau nicht verließ, da er sich als nobilis nichts befehlen lassen wollte und als Patron zu seinen Angehörigen stand (vgl. Jehne, S.14,15).

Mit dieser Weigerung verlor Caesar sein Priesteramt. Doch was Sulla zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen konnte war, dass er mit dem Verlust des Priestertums Caesar seine Freiheit verschaffte und er ihm so den Weg für eine politisch-militärische Karriere geebnet hatte. Zudem musste Caesar Rom verlassen, da Sullas Gehilfen ihn umbringen wollten. Als ihn die sullanischen Vollstreckungsgehilfen aufspürten, konnte er sein Leben mit 12000 Denaren retten und sie ließen von ihm ab. Danach begab sich Caesar in den Osten des römischen Reiches und sammelte erste militärische Erfahrungen im Stab des Statthalters. Auch hier zeichnete Caesar Unerschrockenheit aus und er erhielt die Bürgerkrone, da er im Kampf einem Kameraden das Leben gerettet hatte. Zudem wurde Caesar mit diplomatischen Aufgaben betraut. Er sollte bei König Nikomedes von Bithynien eine Unterstützungsflotte erbitten. Dies gelang ihm und es entwickelte sich eine gute Beziehung zwischen Caesar und Nikomedes. Derweilen war Sulla 79 v. Chr. in Rom von der Diktatur zurückgetreten, um sich ins Privatleben zurückzuziehen. Doch Caesar kehrte erst nach dem Tod von Sulla nach Rom zurück, da Sulla auch noch als Privatmann eine Machtstellung genoss. Doch als Sulla tot war und der amtierende Konsul Marcus Aemilius Lepidus gegen die sullanische Ordnung agierte, standen für Caesar in Rom alle Türen offen (vgl. Jehne, S.15ff).

3. Der politische Aufstieg - Caesars Weg zum Konsulat

Bei einem Mann von Caesars Herkunft war es für ihn klar, Politiker zu werden. Caesar versuchte sich in Rom einen Namen durch öffentliche Verhandlungen zu machen, in denen er seine rhetorischen Fähigkeiten unter Beweis stellen konnte. In seinen ersten beiden Prozessen verlor er zwar, aber durch sie gewann er Ansehen; denn sie zeigten, dass er gegen die Anhänger Sullas war.

Caesar entschloss sich Rom erneut zu verlassen, um eine Bildungsreise nach Rhodos anzutreten. Er sollte bei dem Rhetor Molon seine Redekunst verbessern. Auf dem Weg nach Rhodos kaperten Piraten Caesars Schiff, er geriet in Gefangenschaft und erst als die Piraten nach 40 Tagen das Lösegeld hatten, wurde Caesar freigelassen. Nach seiner Freilassung organisierte er aber eine private Seestreitmacht, fing die Piraten und ließ sie kreuzigen, wie er es ihnen angekündigt hatte, als er noch ihr Gefangener war (vgl. Jehne, S.18ff).

Als sich Caesar Anfang des Jahres 73 v. Ch. im Osten des römischen Reiches aufhielt, verstarb sein Verwandter Gaius Aurelius Cotta, der Mitglied des Priesterkollegiums der pontifices war. Anstelle von Cotta wurde Caesar als Nachfolger in dieses Kollegium berufen. Als Mitglied war man mit prestigeträchtigen Aufgaben vertraut, aber nicht mit Tabus belegt. Demzufolge war dieses Amt sehr begehrt (vgl. Jehne, S.20).

69 v. Chr. wurde Caesar zum Quaestor berufen, die unterste Stufe der politischen Ämterlaufbahn der Römischen Republik. Er war zuständig für die Kassenführung und die Rechnungslegung. Als Quästor diente Caesar in Spanien unter dem Statthalter Antistius Vetus. Doch bevor er seine Reise nach Spanien antreten konnte, verstarben seine Frau Cornelia und seine Tante Iulia. Er veranstaltete für beide Frauen ein großes Leichenbegängnis, dass zu einem öffentlichen Spektakel wurde, mit dem sich Caesar vor den Bürgern profilieren konnte (vgl. Jehne, S.23, 24).

Nach der Rückkehr aus Spanien rückte Caesar automatisch in den Senat ein, die einflussreichste Körperschaft Roms. Er heiratete Pompeia, die Enkelin Sullas. Deren Reichtum nutzte Caesar umgehend für seinen politischen Aufstieg und wurde 65 v. Ch. kurulischer Ädil. Ädile waren in Rom für die Marktaufsicht und die Durchführung von Kulten und Spielen betraut. Caesar gewann in diesem Amt sehr an Beliebtheit beim Volk, denn er veranstaltete prachtvolle Spiele aus eigenen finanziellen Mitteln, wodurch er sich hoch verschuldete. Finanzielle Unterstützung fand er bei Markus Licinius Crassus, dem reichsten Mann Roms. Crassus versprach sich durch seine Unterstützung mehr politischen Einfluss und Ansehen durch Caesar (vgl. Jehne, S.25 ff).

63 v. Ch. konnte Caesar einen großen politischen Erfolg verbuchen, denn er wurde in das Amt des Pontifex maximus gewählt. Dies war das Amt des Oberpriesters, das nun von Caesar auf Lebzeiten besetzt war.

62 v. Ch. wurde Caesar zum Prätor gewählt. Dieses Amt er trotz oder vielleicht gerade wegen der klaren popularen Ausrichtung seiner Politik erlangte. Der Senat spaltete sich nämlich in zwei Lager, die optimates und die populares. Sie waren beide keine Parteien mit einheitlichem politischem Programm. Was beide Gruppierungen auszeichnete, waren die unterschiedlichen Methoden an die Macht zu gelangen. Die optimates versuchten mit konservativen Traditionen den Senat für sich zu benutzen. Die populares versuchten das Volk mit Versprechungen in den concilia plebis für sich zu gewinnen (vgl. Will, S.30).

Im selben Jahr führte der „Bona-Dea-Skandal" zur Scheidung von Pompeia. Dieser Skandal ereignete sich bei der alljährlichen Feier zu Ehren der Göttin Bona Dea, die im Hause Caesars stattfand und an der nur Frauen teilnehmen durften. Pupilus Clodius Pulcher, aus der Familie der Claudier verkleidete sich als Frau und schlich sich ein um eine Zusammenkunft mit der Hausherrin zu erreichen. Doch er wurde entdeckt. Daraufhin wurde Pompeia ein Verhältnis angedichtet und Caesar nutzte die Gelegenheit und trennte sich von ihr (vgl. Dahlheim, S.90 ff).

Nach Ablauf der Prätur ging Caesar 61/60 v. Chr. als Statthalter nach Spanien in die Provinz Hispania ulterior. Dort konnte er durch Plünderungen seine hoch verschuldeten Finanzen wieder sanieren. So konnte Caesar seine finanzielle Handlungsmöglichkeit wieder erlangen und sich im Juni 60 v. Chr. zur Wahl des höchsten Staatsmannes, dem Konsul stellen (vgl. Baltrusch S.49).

In Rom widersetzten sich jedoch viele Senatoren Caesars Ambitionen Konsul zu werden. Aus diesem Grund ging Caesar ein inoffizielles Bündnis mit Marcus Licinius Crassus und Gnaeus Pompeius Magnus ein, das als das „Erste Triumvirat" in die Geschichte einging. Alle drei Männer brachten eine andere Macht in dieses Bündnis ein und erhofften sich dadurch Vorteile zu erlangen. Crassus brachte sich, als reichster Mann Roms, mit seinem großen Vermögen ein und wollte mehr Einfluss erreichen. Pompeius dagegen hatte ein großes Heer an Veteranen, die nach seinen Gunsten abstimmen konnten. Er erhoffte sich durch das Bündnis Veteranenversorgung und die Bestätigung seiner Maßnahmen im Osten. Caesar als dritter im Bunde, hatte den politischen Einfluss und brauchte Stimmen und Geld, um in das Amt des Konsuls zu gelangen. Das Triumvirat konnte die Wahl Caesars zum Konsul im Jahr 59 v. Chr. durchsetzen. Doch auch Bibulus, der Kandidat der Optimaten, wurde zum Konsul gewählt (vgl. Dahlheim, S.91 ff).

4. Das Konsulat

Als Caesar das Konsulat antrat, versuchte er die Anliegen seiner beiden Verbündeten Crassus und Pompeius zu realisieren. Vor allem die pompeianischen Forderungen bereiteten Caesar ein turbulentes Amtsjahr und zugleich den Anfang vom Ende der Republik. Das erste Gesetz, das Caesar durchsetzen wollte, war ein Gesetz zur Landfrage, was die Verteilung des staatlichen Landes in Italien klären sollte. Dies sollte die Ansiedlungen von Pompeius Veteranen klären und verarmten Stadtbewohnern eine neue Existenz sichern. Natürlich war der Senat und Bibulus dagegen und versuchte das Konsulat Caesars und die neuen Anträge der Gesetze auszusitzen oder zu verhindern. Doch Caesar lies sich nicht abbringen und setzte selbst einen Abstimmungstermin fest, ließ den Versammlungsplatz von seinen Helfern besetzen und sorgte dafür, dass sein Kollege Bibulus und die Volkstribunen, die Einspruch erheben würden, mit Gewalt fern gehalten wurden. Das Gesetz wurde angenommen und Bibulus erreichte auch beim Senat keinen Widerruf, da Caesar die Bevölkerung hinter sich hatte und Pompeius seine Veteranen (vgl. Jehne, S.42 ff).

Marcus Calpurnius Bibulus zog sich ab diesem Zeitpunkt sein gesamtes Amtsjahr zurück und Caesar hatte leichtes Spiel alte Gesetze nach und nach zu verabschieden um neue Gesetze durchzubringen. Er sorgte für die Ratifizierung der östlichen Provinzen und des Satellitenkönigreiches, die Pompeius vor seiner Rückkehr geschaffen hatte. Zudem brachte er ein Anliegen Crassus' durch: die Reduzierung der Pachtsummen zugunsten der Steuerpächter in der Provinz Asia. Caesar brachte aber eine Reform der Gesetze auf, um den erpresserischen Umtrieben der Statthalter in den Provinzen Einhalt zu gebieten (vgl. Sauthern, S. 69). Für die Zeit nach seinem Konsulat sorgte Caesar auch für sich selbst mit einem Gesetz vor. Er ließ sich Oberitalien und Illyricum auf fünf Jahre als Provinzstatthalter übertragen. Zu seinem Glück wurde der Antrag von Pompeius, Caesar auch noch Gallia Narbonensis zu übertragen, vom Senat angenommen. So begleitete Caesar auch weiter fünf Jahre ein politisches Amt und war vor Strafverfolgung sicher (vgl. Jehne S. 44).

Das politische Vorgehen Caesars war allerdings nicht rechtmäßig und sehr dubios. Demzufolge konnten alle Gesetze die im Jahre 59 v. Chr. zustande gekommen waren, vom Senat als ungültig erklärt werden. Deshalb musste Caesar dafür sorgen, dass seine Gesetze abgesichert wurden. Eine Garantie für den Fortbestand der caesarschen Gesetze war Pompeius, dessen Interesse durch die Gesetze vertreten wurde. So war Caesar auf ihn angewiesen und gab ihm zur Bekräftigung des Bündnisses seine Tochter Iulia zur Frau. Caesar selbst heiratete Calpurnia, die Tochter des ehemaligen Konsuls Lucius Calpurnius Piso (vgl. Jehne, S.45 ff).

Da Caesar seine Gesetze aber eher auf illegale Weise durchgesetzt hatte, war der Senat beunruhigt, dass sein rücksichtsloses Verhalten, das nicht sanktioniert wurde, in der Zukunft Nachahmer finden würde. Deshalb bot ihm der Senat an, seine Gesetze noch einmal vorzubringen, die diesmal dem Sakralrecht entsprachen. Zur Verwunderung aller lehnte Caesar dieses Angebot ab. Dies war taktisch sehr klug von ihm, denn alle Nutznießer seiner Gesetze, besonders Pompeius, hätten ihn so nicht mehr in seiner Konsulatszeit unterstützen müssen. Denn auch ohne Caesar wären ihre Anliegen somit rechtmäßig gewesen (vgl. Jehne, S.47).

5. Die Provinz Gallien - der gallische Krieg

Im Frühjahr 58 v. Chr. brach Caesar in seine Provinz Gallien auf. Er wollte seine Amtszeit zur Kriegsführung nutzen, da er dringend militärischen Ruhm und finanzielle Mittel, die im Krieg zu gewinnen waren, benötigte. Caesar musste also eine Krise aufspüren, um ein militärisches Eingreifen zu rechtfertigen.

Krieg gegen die Helvetier

Die Helvetierwanderung bot ihm die erste Möglichkeit dazu. Die Helvetier wollten aus ihrem engen Siedlungsgebiet heraus und ins westliche Gallien auswandern. Als sie an der Rhone bei Genf waren, baten sie den Statthalter Caesar durch die Provinz ziehen zu dürfen. Unter dem Vorwand, das Gebiet der Häduer zu schützen, die zu dieser Zeit „Bundesgenossen und Freunde des römischen Volkes waren, überfiel er im Sommer 58 v. Chr. die Helvetier und besiegte sie. Die Helvetier unterwarfen sich Caesar und wurden von ihm wieder in ihr ursprüngliches Territorium zurückgeschickt (vgl. Canfora, S.111 ff.).

Krieg gegen den Germanenfürsten Ariovist

Caesar hatte mit diesem Sieg einen bemerkenswerten Erfolg erreicht. Doch der nächste Feldzug lies zu seinem Glück nicht lange auf sich warten. Einige gallische Stämme trugen laut Caesar Klagen über den Germanenfürsten Ariovist zu. Caesar legitimierte diesen Feldzug, indem er behauptete, die Sequaner und Arverner hätten für einen Krieg gegen die Häduer den Germanen Ariovist um Hilfe gebeten. Dieser war auch tatsächlich gekommen und hatte die Gebiete der beiden Völker, die um Hilfe gebeten hatten, besetzt. Nun drohten weitere Germanen über den Rhein zu kommen und die Gallier zu vertreiben. Das Hilfegesuch der befreundeten Häduer hatte allerdings einen kleinen Schönheitsfehler: Es kam, als Caesar schon gegen Ariovist im Felde stand (vgl. Jehne, S. 55).

Caesar handelte schnell und eroberte im Handstreich Vesontio (Besancon), die Hauptstadt der Sequaner, da Ariovist angeblich ebenfalls eine Eroberung geplant hätte. Hier wurde Caesar zum ersten Mal mit einer Schwierigkeit konfrontiert, mit der er wohl kaum gerechnet hätte. Seine Truppen meuterten, da sie Angst vor den Germanen hatten. Durch Caesars Charisma und rhetorischen Fähigkeiten, konnte er durch eine Rede und die Aussicht auf Beute, sein Heer umstimmen. Im Kampf erlangte Caesar einen glanzvollen Sieg (vgl. Sauthern, S. 90 ff.).

Unterwerfung der südlichen Belger

Nachdem Caesar also die Germanen über den Rhein zurückgedrängt hatte, ging er nun daran, sein Interessengebiet Gallien gegen weitere Einfälle zu sichern und machte den Rhein zur neuen Grenze. Dafür musste er die Völker unterwerfen, die an dem Fluss ansässig waren. Und das waren, zu ihrem Unglück, die Belger. Diese ahnten die prekäre Lage und einige Stämme machten gemeinsamen Sache und bereiteten sich auf einen Krieg vor. Caesar drehte den Spieß um und sprach erneut von einer Bedrohung Roms durch diesen Zusammenschluss (vgl. Jehne, S.59 ff.).

Im Frühsommer 57 sammelte Caesar in Vesontio eine Armee von 40.000 Mann, mit der er ins nördliche Gallien zog. Die Belger hatten im Gegensatz zu Caesar allerdings keinen funktionierenden Nachschub; aufgrund ihrer mangelhaften Versorgung lösten sie sich auf und flüchteten in ihre Stammesgebiete. Caesar nutze seine Chance und verfolgte die Flüchtenden gnadenlos. Ergebnis seiner Verfolgungsjagd war die rasche Unterwerfung der Suessionen, der Bellovaker und Ambianer. Es blieben nur noch die Nervier übrig, die den offenen Kampf mit ihm wagten (vgl. Sauthern, S. 93 ff.).

Unterwerfung der Nervier

Der mächtigste Belger-Stamm, die Nevier, traf mit seinem Heer in einem Sambre-Tal bei Maubeuge auf Caesar. Die Nervier überraschten die Römer, die bald in großer Bedrängnis waren. Caesar ergriff persönlich einen Schild und kämpfte Seite an Seite mit seinen Soldaten. Sein mutiger und dynamischer Einsatz verhinderte offenbar eine schnelle Niederlage. Die Schlacht wurde ein großer Sieg für Caesar. Die Nervier, die schreckliche Verluste hinnehmen mussten, unterwarfen sich. Caesar nahm ihre Unterwerfung an und gewährte den Überlebenden sogar Schutz (vgl. Sauthern, S. 94 ff).

Caesar lies dem Senat ausrichten, dass er ganz Gallien unterworfen habe. In Rom feierte man Caesar daraufhin und gewährte ihm sogar ein fünfzehntägiges Dankesfest, was mehr war, als jeder andere vor ihm je erhalten hatte. Es stellte sich jedoch heraus, dass Caesars Vollzugsmeldung übereilt war, denn die Veneter brachten eine Koalition gegen Rom zusammen. Doch bevor sich Caesar um die Unruhen in Nordwestgallien widmen konnte, musste er sich um seine innenpolitische Stellung kümmern. Denn Pompeius hatte sich seinen Gegnern angenähert und die caesarischen Gesetze wurden verworfen. Aus diesen Gründen arrangierte Caesar zuerst ein Treffen mit Crassus in Ravenna, um eine Kooperation zu sichern und anschließend trafen sich beide mit Pompeius in Luca. Der Dreierbund wurde erneuert. In diesem zweiten Triumvirat im Jahre 55 wurde beschlossen, dass Crassus und Pompeius Konsul werden sollten. Bestechung und die Anwesenheit Caesars Soldaten machten dieses Vorhaben zu einer sicheren Sache. Pompeius sollte dann Spanien erhalten, Crassus Syrien und zusätzlich ein außerordentliches Kommando für einen Krieg gegen die Parther. Caesars Prokonsulat sollte verlängert werden, so dass er nach zehn Jahren nach Rom zurückkehren und wieder für das Konsulat kandidieren konnte (vgl. Jehne, S. 61,62).

Sieg über die Veneter

Im dritten Kriegsjahr, 56 v. Chr. führte Caesar gegen die Veneter einen Krieg, der zu Lande und auf dem Wasser geführt werden musste. Decimus Iunius Brutus Albinus besiegte die aufständischen Veneter in der Bretagne, womit Caesar den größten Teil Galliens unter seine Kontrolle bringen konnte. Ein Feldzug gegen die Stämme der Menapier und Morini dagegen scheiterte, da sich diese in die Wälder zurückzogen (vgl. Sauthern, S. 99 ff.).

Kämpfe mit den Usipetern und Tenkterern

Die Usipeter und die Tenkterer baten Caesar sich in Gallien ansiedeln zu dürfen. Es fand eine Verhandlung statt, bei der ein Waffenstillstand vereinbart wurde. Doch Caesar startete einen Überraschungsangriff auf die Germanen. Caesar veranstaltete ein Massaker und ließ alle, auch Frauen und Kinder, töten (vgl. Sauthern, S.101).

1.Rheinübergang

Caesar ließ eine Brücke über den Rhein bauen, um die römische Stärke zu demonstrieren. Caesars Armee führte kein Gefecht, sondern plünderte lediglich das Gebiet. Nach 18 Tagen kehrte Caesar wieder zurück und ließ die Brücke abreisen, dass die Germanen nicht folgen können (vgl. Jehne, S. 63).

Überfahrt nach Britannien

Den Rest dieser Feldzugsaisson nutzte Caesar zur Überfahrt nach Britannien, für die er sich einige Flotten bauen ließ. Caesar schlug die Briten und unterwarf sie (vgl. Sauthern, S. 105 ff.).

Nach seiner Rückkehr nach Gallien 54 v. Ch. erreichte Caesar die Nachricht vom Tod seiner Tochter Iulia, die als Ehefrau des Pompeius dazu beigetragen hatte, dass die Kooperation zwischen Caesar und Pompeius funktionierte. Auch Crassus, der in dem Dreierbündnis ein ausgleichendes Gegengewicht darstellte, verstarb 53 v. Chr. in einer Schlacht. Nun musste Caesar befürchten, dass die Verbindung mit Pompeius zerbrach (vgl. Jehne, S.65).

Aufstand der Eburonen

Beim Aufstand der Eburonen unter Ambiorix wurden eine Legion und fünf Kohorten aus dem Winterlager gelockt und vernichtet; eine weitere eingeschlossene Legion konnte Caesar befreien (vgl. Sauthern, S. 110).

2. Rheinübergang

Caesar unternimmt eine Strafexpedition gegen die Germanen und überschritt ein zweites Mal den Rhein, um die Stärke der Römer erneut zu demonstrieren. Die angerückten Sueben zogen sich zurück und Caesar verließ Germanien wieder und ließ zur Warnung die erbaute Brücke unter der Bewachung einiger Kohorten dieses Mal aber stehen (vgl. Grant, S.89).

Strafexpedition gegen die Eburonen

Caesar revanchierte sich für die Angriffe der Eburonen auf die Winterlager. Nun endlich konnte Caesar seine Rache für die Vernichtung 15 römischer Kohorten vollziehen. Mit voller Heeresmacht verwüstete er das eburonische Land, wobei er das Volk nach eigenen Angaben ausrottete (vgl. Dahlheim, S.106,107).

Gesamtgallischer Aufstand unter Vercingetorix

Im Jahr 52 v. Chr. erhob sich Vercingetorix, der Fürst der Arverner, gegen die römische Fremdherrschaft. Er war Caesars gefährlichster Gegner. Seine Taktik der „verbrannten Erde" brachte Caesar in ernste Schwierigkeiten. Vercingetorix ging jedem Treffen auf Caesars Heer aus dem Weg und schnitt stattdessen die Nachschubwege Caesars ab. Vercingetorix konnte ihn erstmals bei Gergovia schlagen und die bisher treu gebliebenen Häduer schlossen sich Vercingetorix an. Nach seinem Sieg gab Vercingetorix seine erfolgreiche Defensivtaktik auf und griff die Truppen Caesars in einer offenen Feldschlacht an. Caesar konnte den Angriff abwehren und es trat die Wende des Krieges ein. Vercingetorix wurde unsicher und zog sich nach Alesia zurück. Caesar begann sofort, die Stadt zu belagern, doch es war ein gallisches Entsatzheer auf dem Weg, um Vercingetorix zu befreien. In der darauffolgenden Schlacht, in der Caesar den Ausbruchsversuch des Vercingetorix abzuwehren und gleichzeitige Entlastungsangriffe zurückzuschlagen hatte, blieb Caesar gegen die weit überlegenen gallischen Heerscharen siegreich. Der gallische Widerstand war endgültig gebrochen und Caesar konnte mit diesem Sieg über die gallische Koalition die Herrschaft Roms über Gallien für Jahrhunderte sichern. Vercingetorix, der sich nach der verlorenen Schlacht Caesar vor den Mauern von Alesia ergeben hatte, wurde die erbetene Gnade nicht gewährt: Er wurde sechs Jahre später, nach Caesars Triumphzug 46 v. Chr., in Rom hingerichtet. Die Reichtümer des Landes nutzte Caesar zur Finanzierung seiner Armee und für den politischen Machtkampf in Rom (vgl. Dahlheim S. 107-112).

Die Bilanz der Kriege in Gallien ist aus römischer Sicht sehr positiv. Caesar hatte ein Gebiet von 500 000 km² erobert und mehrere hundert Städte und Stämme unterworfen. Die Zahl der Toten ging in die Millionen und ebenso Caesar machte ebenso viele zu Gefangenen. Auch finanziell hat sich die Eroberung Galliens gelohnt. Caesar sanierte nicht nur sich und beglich seine Schulden, sondern konnte seine elf großen Legionen reich entlohnen, was die Soldaten an ihn band (vgl. Baltrusch, S.72,73).

6. Der Bürgerkrieg

Nachdem Caesar alle Aufstände in Gallien niedergeschlagen und die letzten Brandherde in seiner Provinz eingedämmt hatte, musste er sich einer noch größeren Gefahr zuwenden. In Rom hatten sich die Ereignisse zugespitzt. Die Senatoren wollten mit allen Mitteln verhindern, dass Caesar unmittelbar von seiner Statthalterschaft in das Amt des Konsuls überging und so nie seine Immunität verlor. Sie wollten noch offene Rechnungen mit ihm begleichen und ihm seine Machterweiterungs-chancen nehmen (vgl. Jehne, S.77).

In den 50er Jahren herrschte in Rom Chaos und Gewalt. In dieser Zeit suchte der Senat nach einem starken Mann, der die Verhältnisse in Rom wieder ordnen konnte. Diese Person war Pompeius, der sich dem Senat inzwischen wieder angenähert hatte. Er wurde für das Jahr 52 v. Chr. zum consul sine collega, das heißt zum alleinigen Konsul, gewählt. Damit war Pompeius dort angekommen, wo er immer hin wollte. Er war die Instanz, zu der man aufschaute und vertraute, wenn es brenzlig wurde. Doch damit entfernte sich Pompeius auch immer mehr von Caesar, was aber auch daran lag, dass Caesar einen ernsthaften Konkurrenten und Bedrohung für Pompeius darstellte. Caesars Macht war nämlich durch seine Siege als Feldherr enorm gestiegen (vgl. Jehne (2006), 115,116).

Als Caesars Statthalterschaft auslief, forderte er vom Senat entweder die Erlaubnis zur Bewerbung für das Konsulat in Abwesenheit oder es müssten alle Truppenkommandeure abberufen werden. Doch auf diese Forderungen ging man in Rom nicht. Stattdessen erteilte der Senat Caesar eine Frist, in der er sein Heer zu entlassen habe. Caesar ging aber nicht darauf ein. Um aus dieser Situation heraus zu kommen, rief der Senat schließlich den Notstand aus und stattete Pompeius mit unbeschränkten Vollmachten aus, um den Kampf gegen Caesar aufzunehmen (vgl. Jehne, S.75).

Caesar zog aus dem Verhalten des Senats seine Konsequenzen. In der Nacht zum 10. Januar 49 v. Chr. überschritt Caesar den Rubikon, den Grenzfluss zwischen der Provinz Gallia Cisalpina und Italien. Caesar soll an dieser Stelle gesagt haben, „alea iacta est - der Würfel ist gefallen". Mit dieser Handlung eröffnete Caesar den Bürgerkrieg (vgl. Baltrusch, S. 93).

Caesars Angriff löste in Rom Panik und eine Massenflucht aus. Als Pompeius eröffnete, dass Rom nicht mehr zu halten sei, begab sich alles was Rang und Namen hatte nach Süditalien um vor dem von Norden kommenden Rebellen zu flüchten. Sie hatten Angst, dass sich Caesar genau wie Sulla verhalten würde und ein Blutbad veranstalten wollte. Doch Caesar hatte nicht vor wie Sulla zu wüten, er wollte lediglich das erzwingen was ihm nach seiner Meinung zustand, nämlich Anerkennung für seine Siege und eine ehrenvolle Stellung in Rom (vgl. Jehne, S. 81 ff.).

Pompeius und 200 Senatoren flüchteten vor Caesar über die Adria. Trotz seiner Schnelligkeit konnte sie Caesar nicht mehr aufhalten. Daher zog er nach Rom um die Hauptstadt in Besitz zu nehmen. In Rom entschieden sich viele Bürger der Führungsschicht den bequemeren Weg zu wählen und schlossen sich Caesar an. Da Caesar die Schiffe fehlten um Pompeius nach Griechenland zu folgen, wandte er sich zuerst den sieben pompeianischen Legionen in Spanien zu, um sich danach dem Kampf gegen Pompeius widmen zu können. Caesar gelang ein militärisches Meisterstück. Er fiel er in Spanien ein und schlug die sieben Legionen des Pompeius unter dessen Legaten Lucius Afranius, Marcus Petreius und Marcus Terentius Varro in kürzester Zeit (vgl. Jehne, S. 85). Auf dem Rückmarsch zwang Caesar das eingeschlossene Massilia zur Kapitulation. Die besiegte Stadt lieferte Caesar ihre Flotten und ihre Schätze aus. Caesar hatte nun Italien, Spanien, Gallien, Sardinien und Sizilien unter seinem Befehl (vgl. Dahlheim, S. 162,163).

Nachdem Caesar im Jahre 48 v. Chr. erneut in Rom zum Konsul gewählt wurde, überquerte er mit etwa 20.000 Mann die Adria und zog gegen Pompeius in den Krieg. Caesar musste aber eine Niederlage bei Dyrrhachium hinnehmen, woraufhin er sich nach Thessalien zurückzog. Da Caesars Truppen sehr geschwächt und abgeschnitten von Nachschub aus Italien waren, wollte Pompeius sie bis zum Wintereinbruch nicht mehr zur Ruhe lassen kommen um dann die halbverhungerten Soldaten mit Leichtigkeit zu besiegen. Doch Cato, Mettellus Scipio und Domitius Ahenobarbus drängten Pompeius auf eine große Schlacht, denn sie gierten auf Beute, Rache, Ämter und Ruhm. Pompeius gab dem Drängen nach und am 9. August machten sich die Truppen von Pompeius in den Ebenen von Pharsalos kampfbereit. Durch die Erfahrung Caesars Soldaten und die schnellen taktischen Entscheidungen siegte Caesar. Nach der Schlacht beklagte er die gefallenen Römer und begnadigte die Überlebenden. Er feierte seinen Sieg nicht. Wieder zeigte sich die berühmte Milde Caesars, die clementia Caesaris. Pompeius selbst entkam nur mit knapper Not und floh nach Alexandria in Ägypten. Der ägyptische König Ptolemaios XIII, von dem er sich Unterstützung erhoffte, schlug sich auf Caesars Seite und lies Pompeius am 29. September 48 v. Chr. ermorden. Caesar ließ jedoch, wieder als Zeichen seiner clementia, der Milde gegenüber dem Gegner, die sterblichen Überreste in allen Ehren überführen, was aber nicht zuletzt auch politischen Zweckmäßigkeiten geschuldet war. Nach diesem entscheidenden Sieg kontrollierte Caesar den größten Teil des östlichen Mittelmeers und war de facto Alleinherrscher im Römischen Reich. Sein Amtskollege im Konsulat ernannte Caesar im Oktober für ein Jahr zum Diktator (vgl. Dahlheim, S. 163 ff.)

In Alexandria wurde er in die dortigen politischen Streitigkeiten hineingezogen. Die Tochter Kleopatra und der unmündige Sohn Ptolemais des verstorbenen Ptolemais XII, die in Geschwisterehe verbunden waren, wollten beide den Thron besetzen. Ptolemais und seine Berater vertrieben die junge Königin Kleopatra. Caesar wollte die beiden Geschwister versöhnen und verlangte von ihnen die sofortige Entlassung ihrer Heere. Er wollte als Schiedsrichter im Thronstreit agieren. Kleopatra fügte sich Caesar und schmuggelte sich nachts heimlich in den Palast für eine persönliche Aussprache mit Caesar. Bei dieser konnte Kleopatra Caesar für sich gewinnen und es begann eine Liebesbeziehung zwischen den beiden, aus der später auch noch ein Sohn hervorging (vgl. Dahlheim, S.170 ff). Caesar erklärte beide Geschwister zu Herrschern. Doch der Berater des 13-jährigen Ptolemais fürchtete um seine Stellung und rief den General Achillas und seine Truppen zur Hilfe, womit der „Alexandrinische Krieg" (bellum Alexandrinum) gegen Ptolemaios bzw. dessen General Achillas begann. Caesar wurde in Alexandria eingeschlossen und in die Defensive gedrängt. Die Rettung brachte ein Ersatzheer, mit dem sich Caesar befreien konnte und die Truppen des Achillas wurden in die Flucht geschlagen. Ptolemaios fiel im Kampf, so das Kleopatras Machtposition bestätigt wurde (vgl. Jehne, S. 93 ff).

Der Bürgerkrieg dauert nach dem Erfolg des Alexandrinischen Krieges noch fast zwei Jahre, bis Caesar am 17. März 45 v. Chr. endgültig die letzten Pompeianer in Spanien bei Munda besiegte. Im Frühjahr 47 v. Chr. segelte Caesar nach Syrien um Pharnakes, Sohn des alten Romfeindes Mithradates, in seine Schranken zu weisen. Dieser plünderte römische Provinzen in Kleinasien. Caesar schlug ihn bei Zela und meldete nach Rom "Veni vidi vici" (Ich kam, ich sah, ich siegte) (vgl. Jehen, S.96).

Nach dem Sieg über Pharnakes zog Caesar in den Krieg gegen die restlichen Pompeianer. Sie hatten sich unter Scipio und Cato in Afrika neu formierte. Im Afrikanischen Krieg schlug sie Caesar schon am 6. April 46 v. Chr. in der Schlacht bei Thapsus in der Provinz Africa. Cato beging nach dem militärischen Desaster in seiner Festung Utica Selbstmord und Caesar löste das Königreich Numidien auf, das die Pompeianer unterstützt hatte. Der Oberbefehlshaber Scipio starb auf der Flucht. Doch die beiden Söhne Pompeius, Gnaeus und Sextus gelang die Flucht nach Spanien, wo sie die letzten Kräfte mobilisierten. Am 17. März 45 v. Chr. kam es bei Munda zu einer hart umkämpften Entscheidungsschlacht, in der Caesar siegte. Somit waren die letzten Pompeianer bzw. Republikaner ausgeschaltet und die Republik faktisch am Ende (vgl. Baltrusch, S.112 ff.)

Im Verlauf des Bürgerkrieges war Caesar mehrmals in Rom, damit es dort ruhig und geordnet zuging. Kurz gesagt, er verwendete seine Aufenthalte zwischen den Schlachten in Rom für Ehrungen, soziale Fürsorge Verwaltungsreformen und Sicherungsmaßnahmen für seine Herrschaft. Dies alles realisierte er durch sein Prinzip der „Belohnung und Bestrafung" und „Versöhnung und Kontrolle". Da er in Rom zwischenzeitlich alles absicherte, konnte er sich auf die Weiterführung seiner Kriege in der Welt konzentrieren (vgl. Baltrusch, S.119, ff.).

7. Die Diktatur

Caesar war im Herbst 48 v. Chr. zum Diktator für ein Jahr ernannt worden, 46 v. Chr. zum dritten Mal Konsul, mitte des Jahres 46 v. Chr. erneut zum Diktator für zehn Jahre ernannt, 45 v. Chr. führte er das Konsulat ohne Kollegen, 44 v. Chr. übernahm er sein fünftes Konsulat und wurde Ende Februar auf Lebenszeit zum Diktator ernannt.

Schon im Jahr 46 v. Chr. sicherte sich Caesar die Vollmacht zur Landanweisung und Koloniegründung, die er zur Versorgung seiner Veteranen benötigten. Die Reform mit den wohl längsten Nachwirkungen war die Neuordnung des Kalenders, den er auf das Sonnenjahr mit 356 Tagen umstellte. Caesar nahm sich aber auch noch andere Rechte heraus: niemand außer Caesar durfte Soldaten haben, er war demzufolge Oberbefehlshaber des gesamten römischen Heers und konnte alle Kommandopositionen nach seinen Vorstellungen besetzen. Caesar hatte aber auch noch die Verfügungsgewalt der öffentlichen Finanzen und 44 v. Chr. wurde ihm die sacrocsanctitas, die Unverletzlichkeit der Volkstribunen verliehen. Auch die Wahlen wurden von Caesar kontrolliert und geleitet. Er bekam ein bindendes Empfehlungsrecht zuerkannt und wählte alle Magistrate für 43 v. Chr. und die Konsuln und Volkstribunen für 42 v. Chr. im Voraus (vgl. Jehne, S.101, 102).

Caesar erhielt aber auch sehr viele verschiedene Ehrungen. Ein fünfzigtägiges Dankesfest wurde ihm zu Ehren beschlossen. Der Imperator-Titel wurde ihm als erblicher Vorname verliehen und er durfte das Triumphalgewand und den Lorbeerkranz bei allen festlichen Veranstaltungen tragen. Man bewilligte Caesar ein domus publica, eine Art Amtssitz auf Staatskosten. Zudem führte man ein, dass Caesars Geburtsmonat nach ihm benannt wurde. Ganz Rom wurde von Caesarstatuen überschwemmt. Eine Elfenbeinstatue von Caesar mit der Inschrift „deo invicto" (dem unbesiegten Gott) wurde bei einem Fest zwischen allen anderen Götterstatuen mitgeführt. Daran sieht man, dass solche Ehrungen allem menschlichen Maß entrückt waren. Doch den Titel „rex" (König) nahm Caesar nie an, da er beim Volk auf Feindseligkeit stieß (vgl. Baltrusch, S. 131).

Schaut man sich nun den Senat an, ist zu erkennen, dass sehr viele alte Senatoren aus der Oberschicht im Krieg gefallen sind. Der neue Senat war eindeutig Caesars Senat. Viele Senatoren wurden von Caesar in ihre Ämter gewählt und waren ihm zu Dank verpflichtet. Caesar machte deutlich, dass der Senat kein Regierungsorgan mehr war. Für ihn war der Senat lediglich eine Institution, die seine Anhänger versorgte. Regiert und politische Entscheidungen wurden in Caesars Mitarbeiterstab getroffen, zu dem Lucius Cornelius Balbus, Gaius Oppius oder Aulus Hirtius gehörten. Das Zentrum der Macht in Rom hatte sich vom Senat zu Caesars Kanzlei verlagert (vgl. Jehne, S. 108).

Als Caesar alle Vollmachten besaß um das römische Imperium als Alleinherrscher zu führen, allen Schichten große Wohltaten erwiesen und sie so an sich gebunden hatte und zahlreiche Helfer um sich gescharrt hatte, beschloss er im Jahr 44 v. Chr. einen Krieg gegen die Parther zu führen. Aus römischer Sicht kann man diesen Krieg damit begründen, dass die Parther Marcus Crassus und sein Heer getötet bzw. gefangen genommen hatten und 51 v. Chr. in die römische Provinz Syrien eingefallen waren. Am 18. März 44 v. Chr. sollte der Marsch in den Osten beginnen. Daher hatten die Verschwörer Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius Longinus nicht mehr viel Zeit um Caesar aus dem Weg zu räumen (vgl. Jehne, S.113, 114).

8. Die Ermordung Caesars

Als Caesar die lebenslängliche Diktatur angetreten hatte und somit klar gemacht hatte, dass er nicht zu einer Republik zurückkehren wollte, formierten sich die Verschwörer.

Die Verschwörer bestanden aus einer Gruppe zwischen 60 und 80 Personen, die sich hauptsächlich aus den Angehörigen der alten Familien Roms zusammensetzte. Sie alle verband die Ernüchterung über die Ein-Mann-Herrschaft Caesars, die allen anderen kein politisches Eingreifen ermöglichte. Besonders bedeutend waren drei Initiatoren für die Verschwörung. Der berühmteste von ihnen war der als ehrenvoll geachtete Marcus Iunius Brutus, dem Caesar einst nach der Schlacht von Pharsalos verziehen hatte. Der wirkliche Anführer war aber nicht Brutus, sondern. Beide entstammten der plebejischen Nobilität und waren schon aus familiären Hintergründen der Republik verpflichtet. Der dritte im Bunde war Decimus Iunius Brutus Albinus, der die republikanischen Ideale der anderen Verschwörer als bloße Fassade benutzte. Obwohl er nie eine republikanische Besinnung hatte und Caesar ihn sehr förderte, spielte er eine führende Position. Wahrscheinlich dachte er, ohne Caesar eine noch glänzendere Zukunftsperspektive zu haben (vgl. Baltrusch S.160 ff).

Am 15. März 44 v. Chr., der Iden des März, war es dann soweit. Caesar verspätete sich an diesem Morgen und Decimus Brutus holte ihn Zuhause ab, um sicherzustellen, dass Caesar an der Senatssitzung in der curia des Pompeius teilnehmen würde. Caesars Frau Calpurnia wollte ihn aufhalten, da sie sogar von seiner bevorstehenden Ermordung geträumt hatte, doch Decimus Brutus bedrängte Caesar so lange, bis er sich auf den weg zum Sitzungsort machte. Auf dem Weg dorthin wollten Sklaven Caesar warnen, doch dieser hörte nicht darauf. Als Caesar die curia des Pompeius betreten hatte, umringten ihn sofort die Verschwörer, während der amtierende Konsul Marcus Antonius unter Vorwänden in einem Vorraum der Curia von Caius Trebonius in ein Gespräch verwickelt wurde. Auf ein Zeichen hin riss Tillius Cimber Caesars Toga herab und die Verschwörer stürzten sich auf den Diktator. Als erstes stieß ihm Casca seinen unter dem Gewand verborgenen Dolch in den Nacken. Nun zogen auch die anderen Verschwörer ihre Dolche. Auch Brutus, den Caesar wie einen Sohn geliebt hatte, stieß zu. Caesar leistete danach endlich keinen Widerstand mehr und brach blutüberströmt vor der Statue des Pompeius zusammen und starb. Die Verschwörer wollten eine Ansprache halten, doch der ganze Senat brach in Panik aus und die Senatoren flüchteten. Die Verschwörer hatten eigentlich vor, Caesars Leiche sofort nach seiner Ermordung in den Tiber zu werfen, das Testament zu vernichten, seine Güter zu konfiszieren und seine Verfügungen zu widerrufen. Doch aus Angst vor Antonius und Lepidus Soldaten, flohen sie und verschanzten sich im Kapitol. Das Scheitern der Verschwörer wurde deutlich, als Caesars Testament öffentlich vorgelesen wurde und eine feierliche Beisetzung auf dem Marsfeld stattfand. Bei der Verlesung des Testaments wurde die Undankbarkeit der Verschwörer deutlich, denn gerade sie hatte Caesar in seinem Nachlass wohlwollend bedacht. Auch das römische Volk wurde von Caesar reich beschenkt und die Stimmung wechselte radikal. Die Massen fahndeten daraufhin nach den Mördern Caesars. Am 8. Mai erschien dann Caesars testamentarisch adoptierter Sohn C. Octavian, um Caesars Erbe anzutreten (vgl. Baltrusch, S.167 ff.).

9. Schluss

Meiner Meinung nach wich Caesar von dem üblichen Profil eines römischen Politikers ab. Sein Aufstieg erfolgte nicht lückenlos und mehr als einmal stand er vor dem politischen oder militärischen Aus. Seinen Erfolg erzielte er durch die Anziehungskraft, die er auf das Volk ausübte, aber auch durch seine entschlossenes und gewalttätiges politisches Vorgehen. Er zog sein Programm rücksichtslos durch. Schon am Anfang seines Konsulates setzte er sich über alle institutionelle Regeln und Einzelinitiative hinweg.

Betrachtet man den Bürgerkrieg, ist festzustellen, dass Caesar sein eigentliches Ziel des Bürgerkrieges nicht erreichte. Er wollte lediglich seine verletze Ehre wieder herstellen und Anerkennung durch ein Amt in Rom erhalten. Doch er erreichte lediglich, dass er Militärdiktator wurde. Er war der Herr Roms, aber er war wie ein auswärtiger Eroberer. Doch Caesar war bestrebt möglichst viele Angehörige der alten Oberschicht zu gewinnen und übte daher immer wieder Milde gegenüber den Besiegten aus, um sie an sich zu binden und zu verpflichten.

Als Caesar dann allerdings Diktator auf Lebenszeit wurde, hatte dies den Charakter einer Notstandsmaßnahme vollends verloren und eine Rückkehr zur Republik war aussichtslos. Aber nicht nur die Angst um die Republik, sondern natürlich auch persönlicher Hass auf Caesar waren Gründe dafür, dass er am 15. März 44 v. Chr., kurz vor dem geplanten Partherfeldzug, von der Verschwörergruppe im römischen Senat durch Messerstiche ermordet wurde. Was die Verschwörer als Tyrannenmord, der zu dieser Zeit gebilligt wurde, deklarierten, wurde von der Masse nicht als solcher empfunden. Eher das Gegenteil ist der Fall, Caesar wurde noch faszinierender.

Die Faszination der Person Caesars resultiert meines Erachtens aus der Kontroverse zwischen der Bewunderung für seine politische Tatkraft und der Ablehnung der Tyrannei. Dadurch stellt Caesar eine schillernde Persönlichkeit in unserer Geschichte dar.

10.Chronologie

100 v.Chr.

Geburt Caesars.

87

Caesar wird flamen dialis.

87-83

Sulla bekriegt den in das Reich eingedrungenen König Mithradates von Pontos.

85

Tod des Vaters Gaius Iulius Caesar.

83

Caesar trennt sich von Cossutia und heiratet Cinnas Tochter Cornelia.

83-82

Sullas zweiter Marsch auf Rom; Vernichtung der innenpolitischen Gegner (Proskriptionen).

82

Caesar flieht vor Sulla aus Rom.

82-79

Diktatur Sullas: Versuch der Wiederaufrichtung der herkömmlichen Ordnung.

78

Tod Sullas.

73

Caesar kehrt nach Rom zurück und wird in das Kollegium der pontifices gewählt.

70

Die Sullanische Ordnung wird von Pompeius und Crassus (1. Konsulat) in wichtigen Punkten wieder aufgehoben.

69

Caesar wird Quaestor in Hispania ulterior.

68

Heirat mit Pompeia.

68-65

Caesar wird Kurulischer Ädil.

63

Caesar wird zum pontifex maximus gewählt.

62

Caesar wird Prätor und lässt sich wegen dem Bona-Dea-Skandal von Pompeia scheiden.

61

Caesar wird als Prokonsul wird er nach Hispania ulterior geschickt.

61/60

Pompeius, Caesar und Crassus verbünden sich zur Durchsetzung ihrer politischen Interessen (Erstes Triumvirat).

59

Erstes Konsulat Caesars. Heirat mit Calpurnia.

58-51

Eroberung Galliens durch Caesar.

56

Erneuerung des Triumvirats in Lucca.

55

Zweites Konsulat des Pompeius und Crassus.

54

Tod seiner Tochter Iulia.

53

Niederlage und Tod des Crassus gegen die Parther.

52

Pompeius wird in Rom zum Konsul ohne Kollegen ernannt.

49

Ausbruch des Bürgerkrieges zwischen Caesar und dem Senat mit Pompeius.

48

Schlacht von Pharsalos und seine Ermordung in Ägypten.

48

Caesar wir Diktator für ein Jahr.

48-47

Alexandrischer Krieg.

46

Afrikanischer Krieg.

46

Caesar wurde zum dritten Mal Konsul.

46

Caesar wird Diktator für zehn Jahre.

45

Caesar wird zum vierten Mal Konsul ohne Kollegen.

44

Caesar wird zum fünften Mal Konsul.

44

Caesar wird die lebenslange Diktatur verliehen.

15.3.44

Ermordung Caesars im Senat.

11. Literatur:

Baltrusch, Ernst (2004): Caesar und Pompeius. Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Darmstadt

Canfora, Luciano (2001): Caesar. Der demokratische Diktator. Eine Biographie. Verlag C.H. Beck. München

Dahlheim, Werner (2005): Julius Caesar. Die Ehre des Kriegers und die Not des Staates. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn

Grant, Michael (2006): Caesar. Genie - Eroberer - Diktator. Englische Originalausgabe 1969. Focus-editionen, Biographien. Heinrich Hugendubel Verlag. Kreuzlingen, München

Jehne, Martin (2006): Die römische Republik. Von der Gründung bis Caesar. C. H. Beck. München

Jehne, Martin (1997): Caesar. C. H. Beck Wissen. München

Jehne, Martin (2007): Caesar. Hörbuch. Gelesen von Bodo Primus C. H. Beck Wissen. München

Meier, Christian (1982): Caesar. 2. Auflage. Severin und Siedler. Berlin

Southern, Pat (2002): Julius Cäsar. Magnus Verlag. Essen

Will, Wolfgang (1992): Julius Caesar. Eine Bilanz. Kohlhammer. Stuttgart, Berlin und Köln



Kommentare (0)


Schreibe den ersten Kommentar zu diesem Material!
Kommentar schreiben