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Spiele im Deutschunterricht - Rechtschreibspiele
Datum: 02. Januar 2011 Kommentare: 0
Zusätzliche Informationen:
Beschreibung:
Ausarbeitung zum Thema 'Spiele im Deutschunterricht'.

Spiele im Deutschunterricht - Rechtschreibspiele
1. Einleitung
Seit jeher wird in unserer Gesellschaft gespielt. Jedoch wurde dem Spiel als
solchem in der Schule nicht immer die gleiche Bedeutung zugemessen. Bereits
in der Antike war man bemüht, Kindern Spielzeug zu geben, welches darauf
ausgerichtet war, Wissen zu übermitteln. So sollen Kinder beispielsweise
Elfenbeinplättchen mit Buchstaben erhalten haben, um das Lesen spielerisch zu
lernen. Jedoch war in der Antike das Spiel als solches primär an das
Kleinkindalter gebunden.. Im Zeitalter der Aufklärung und des Humanismus
wurde dem Spiel immer mehr Bedeutung zuteil; so beispielsweise im
humanistischem Schulspiel. Um die Jahrhundertwende dann findet das
Lernspiel Einzug in den Kindergarten durch Fröbels Baukästen.1 Für das Spiel
in der Schule wird jedoch erst Anfang des 20. Jhd., im Zuge der
Reformpädagogik, Platz geschaffen. In den 60er-Jahren dann werden
Schwachstellen im deutschen Bildungssystem bezüglich Kreativität und
kognitiver Förderung offensichtlich und das Spiel als unverzichtbares
didaktisches Mittel herausgestellt. Seit den 80er Jahren sind zudem interaktive
Lernspiele hinzugekommen.
Das Spiel wird auch heute noch eher der Freizeit oder dem Kindergarten
zugeordnet. In der heutigen Gesellschaft wird jedoch mehr und mehr
selbständiges Arbeiten, Kreativität und Sozialkompetenz gefordert. Spiele
haben die Möglichkeit, eben dies in den Unterricht einzubringen, da Spiel
eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen zulässt.2
In folgender Ausarbeitung möchte ich darauf eingehen, inwiefern das Spiel für
Lernen in der Schule Bedeutung hat bzw. inwiefern Spiele als Lernspiele im
Rechtschreibunterricht der Grundschule von Vorteil sind.
2. Das Spiel
2.1. Definition
Eine einheitliche Definition von Spiel ist in der Literatur nicht zu finden. Der
Brockhaus formuliert Spielen wie folgt:
„Spielen ist ein Verhaltensbereich (....), der dadurch gekennzeichnet ist, dass die
spielerische Aktivität eigenen, von allem anderen Verhalten abgegrenzten Regeln folgt,
sich frei von äußerer Zwecksetzung oder Zwang vollzieht und damit für den Menschen
einen Bereich der Freiheit und Offenheit individuellen Handelns erschließt."3
2.2. Merkmale von Spiel
Nach Scheuerl sind dem Spiel als solchem einige Merkmale zuzuordnen. Ein
Merkmal stellt hierbei die Freiheit des Spieles dar, im Gegensatz zu anderen
Phänomenen wie Arbeit. Spielen fordert freien Raum und findet nach Scheuerl
in einer Scheinwelt statt. Dies verweist auf den Als-Ob-Charakter, welchen
jedes Vater-Mutter-Kind-Spiel deutlich sichtbar macht. Dem gegenüber steht
der Moment der Gegenwärtigkeit. Gedanklich kann sich ein Spiel ebenso im
Mittelalter vollziehen wie in einer futuristischen Welt. Weiteres Merkmal ist
der Moment der inneren Unendlichkeit: Spiele sind in sich zielgerichtet, ihr
Verlauf und Ergebnis unvorhersehbar. Spiele entwickeln Eigendynamik, so
dass jedes Gefühl für Zeit verloren gehen kann. Weiter führt Scheuerl den
Moment der Ambivalenz auf, der die Unberechenbarkeit, die Spannung, das
Abenteuer eines Spiels verdeutlichen soll. Zuletzt verweist Scheuerl auf den
Moment der Geschlossenheit: Spielregeln zählen hier ebenso dazu wie der
abgegrenzte Raum, in dem ein Spiel stattfindet. Anfang und Ende sind nicht
immer genau festgelegt.4
Zudem beinhaltet Spielen eine ständige Interaktion der Spieler und lässt somit
eine Inaktivität nicht zu. Nicht zuletzt stellt ein wesentliches Merkmal von
Spiel auch die Spielfreude, der Spaß am Spiel dar.5 Ergänzt werden können
diese Merkmale noch durch Petillon. Dementsprechend ist Spiel intrinsisch
motiviert und durch freie Wahl entstanden, stärker auf den Spielprozess als auf
ein Spielergebnis gerichtet, von positiven Emotionen begleitet und von realen
Lebensvollzügen abgesetzt.6
2.3. Klassifikation von Spielen
Um verschiedene Arten von Spielen zu systematisieren, stehen bei Petillon die
Spielfunktion (Zielstruktur) und der Spieleffekt (Wirkungserwartung) im
Vordergrund. Hierbei unterscheidet er das Spiel im Unterricht in play und
game, wobei er dies an Regeln und Spielmaterialien festlegt. Als play wird der
„spielerische Umgang mit Alltagssituationen"7 verstanden, welches sich in
Freiräumen im Unterricht oder alltäglichen Schulsituationen ergeben kann. So
stellt beispielsweise ein Kind im Sitzkreis die Pilze vor, die es am Wochenende
gesammelt hat. Ganz natürlich kann sich hier nun eine Lernaktivität
entwickeln, indem vielleicht weitere Kinder auf Pilzsuche gehen und ihre
gesammelten Werke zusammen bestimmen. Letztlich kann sich aus der play-
Situation ein ganzes Schulprojekt entwickeln. Gegenüber diesem play sind nun
die sogenannten games zu sehen, bei welchen es sich nun um durch Vorgaben
und feste Abläufe vorstrukturierte Spiele handelt. Diese können weiterhin in
Spiele zur Förderung des Problemlöseverhaltens, Spiele zur Förderung von
Übungsverhalten und Spiele zur Förderung von Selbstkonzept und
Sozialverhalten eingeteilt werden.8
3.Spiel und Lernen
Bereits Jean Paul beschreibt 1807 in seiner Schrift „Levana oder Erziehlehre"
den engen Zusammenhang von Spielen und Lernen. Gegenwärtig werden Spiel
und Lernen nicht mehr als sich ausschließende, sondern als sich bedingende
Faktoren kindlicher Entwicklung gesehen.9 Nach Steffens haben „Spielen und
Lernen im Kindesalter eine gemeinsame Wurzel und sind sogar identisch."
Deshalb kann „Spielen zum Lernen führen und ebenso Lernen zum Spielen."10
In der Regel spielen Kinder aber nicht um zu lernen, sondern um ihre eigenen
Bedürfnisse und Interessen zu befriedigen. Für Oerter dient das Spiel dem
Selbstzweck und nicht einem bestimmten Ziel, Lernen sieht er jedoch als
Mittel zum Zweck.11
Um den Bezug von Spiel und Lernen und somit dem zwischen Spiel und
Schule herstellen zu können, ist es wichtig, den Lernbegriff als solchen als
offen zu betrachten. Petillon definiert Lernen als „relativ dauerhafte
Veränderung des Verhaltens durch Erfahrung" 12und sieht im Begriff Erfahrung
die Tatsache, sich mit Situationen (Lernbedingungen) aktiv, erkundend,
wertend und deutend auseinanderzusetzen (Lernprozesse), was dauerhafte
Veränderungen zur Folge haben kann (Lernergebnis). Eine solche dauerhafte
Veränderung kann sowohl im Unterricht als auch im Spiel erfolgen, womit laut
Petillon ein Zusammenhang zwischen Lernen und Spielen besteht.13 Lernen
darf nicht als Ansammlung von Wissen gesehen werden, „sondern als
individueller und kommunikativer Prozess".14 Zudem kam die Spielforschung
zum Ergebnis, dass Kinder, die in Schule und Freizeit viel und intensiv spielen,
Fähigkeiten entwickeln können, die für späteres Lernen von erheblicher
Bedeutung sind.15
4. Lernspiele
Generell ist zu sagen, dass jedes Spiel in gewissem Maß ein Lernspiel ist. Denn
jedes Spiel hat einen gewollten oder ungewollten Lern- und Übungseffekt,
beim Kind wie auch beim Erwachsenen.16 Eine generelle Definition von
Lernspielen lässt sich in der Literatur jedoch nicht finden. Scheuerl versteht
unter Lernspiel „in den meisten Fällen ein pädagogisch durchdachtes
Experimentiermaterial mit bestimmtem Aufforderungscharakter".17
Inge Büchner schreibt in dem Buch „Lernen und Spiel in der Grundstufe":
„Spielend lernen heißt eigentlich, ohne viel Mühe, ohne Stoff- und Leistungsdruck
Wissen zu erwerben. Bekanntes und Unbekanntes zu erkennen, Neues zu erfahren.
Und Spaß macht es, weil nicht vordergründig die Wissensvermittlung steht."18
Das Lernspiel kann also als Medium, als Methode, als Unterrichtsform gesehen
werden. Vordergründig steht zwar das Lernen, jedoch ist das Spiel der Träger
des zu vermittelnden Lernstoffs.
4.1. Rechtschreibspiele
Da sich die Didaktik des Rechtschreibens in den letzten Jahren stetig verändert
hat und den Weg der stufenweisen Annäherung an die orthographische
Schreibweise im Gegensatz zum bislang vertretenen
Fehlervermeidungskonzeptes nun weitgehend als richtig empfindet, bietet
gerade dieser Bereich des Deutschunterrichts viele Möglichkeiten und
Chancen, mit Lernspielen zu arbeiten. Nach heutigem Stand vollzieht sich der
Prozess des Rechtschreiblernens in aufeinander aufbauenden Stufen und
Spiralen. Der Lernende bildet sich dabei selbst Regeln und Ordnungen für
seine Schriftsprache.19 „Trockener", lehrgangsorientierter und lehrerzentrierter
Rechtschreibunterricht kommt diesem Prozess des aktiven Lernens wenig
entgegen. Zudem wird eine solche Methodik bei Kindern auf wenig
Begeisterung stoßen. So vermittelt das Spiel als Träger des Lernstoffs
spielerisch und spannend Lern- und Übungsmöglichkeiten.
4.1.1. Ziele von Rechtschreibspielen
Übergeordnetes Ziel von Rechtschreibspielen ist die Vermittlung wichtiger
Rechtschreibprinzipien. Durch die Übung in den Spielen sollen Kinder lernen,
das alphabetische Prinzip der Rechtschreibung zu beherrschen und auf diesem
Weg selbst Ordnungen und Regeln für ihre Schriftsprache entwickeln.20
Desweiteren gilt als Ziel von Rechtschreibspielen das richtige Abschreiben.
Gemeint ist hierbei nicht ein bloßes Kopieren von Wörtern und Buchstaben,
sondern ein bewusstes Abschreiben zur normgerechten Aneignung von
Wörtern. 21 Neben einem eingeführten gezielten Aufschreibtraining (z.B. durch
Aufschreibehefte, Laufdiktate, Abschreibetaschen o.Ä.)22 trägt auch die
Übungsform des Lernspiels zum Erreichen dieses Ziels bei. Möglichkeit hierzu
bieten beispielsweise die Lernspiele „Wörterversteck" oder „Wörter
versenken". Ein weiteres Ziel stellt das Beherrschen des Gliederungsprinzipes
der deutschen Sprache dar. Gemeint ist hierbei das Stammprinzip, durch dessen
Beherrschen oftmals Fehler vermieden werden können. Übung bilden hier
Rechtschreibspiele wie ein Wortstamm- Quartett.
Als besonders vielfältig und sinnvoll lässt sich das Ziel der Übung und
Verdeutlichung von wichtigen Regelungen durch Rechtschreibspiele
realisieren. Hier gibt es durch zahlreiche „Wörterbingos", „Wörtermemorys",
„Kartenspiele", die jederzeit neu gestaltet oder von den SchülerInnen selbst
konzipiert werden können, multiple Möglichkeiten der Anwendung.23
Auch der Umgang mit Nachschlagewerken zählt zu den Zielen von
Rechtschreibspielen, da beispielsweise das Wörterbuch ein wesentliches
Hilfsmittel für das richtige Schreiben darstellt und für das freie Schreiben ein
selbständiges Nachschlagen von Wörtern selbstverständlich sein sollte.24
Spiele, die dieses Ziel verfolgen sind z.B. „Post für den Tiger".
Zudem ist das Entdecken eigener Fehler ein weiteres Ziel von
Rechtschreibspielen. Dieses Aufgabe erfüllt prinzipiell jedes Rechtschreibspiel,
da gemäß der Anforderung an das Lernspiel (s.Punkt Anforderungen an
Spielmaterialien) stets eine Eigenkontrolle aus dem Spielmaterial hervorgehen
sollte. Als letztes Ziel sollte zudem nicht vergessen werden, dass
Rechtschreibspiele stets Freude am Spiel und Umgang mit Sprache vermitteln
sollten.25
4.1.2. Vorteile von Rechtschreibspielen
Als erster Vorteil von Rechtschreibspielen ist ihr hoher Motivationscharakter
anzuführen. Die SchülerInnen haben den Eindruck, das spielerische Element
und nicht das Lernen steht im Vordergrund und stehen dem Spielinhalt mit
weniger Widerstand , offener und gelöster gegenüber als es bei
offensichtlichen Lernmaterialien (z.B. Arbeitsblätter zur Auslautverhärtung)
der Fall ist. Durch den Faktor Glück, der zudem in vielen Spielen zum Tragen
kommt, haben auch leistungsschwache Rechtschreiber die Chance, gute
Ergebnisse zu erzielen, ja sogar an leistungsstarken SchülerInnen
„vorbeizuziehen". Selbstverständlich bedeutet dies für solche ein hohes Maß an
Motivation, sich weiter in spielerischen Übungsformen mit der
Rechtschreibung auseinanderzusetzen.26 Generell sollte das Rechtschreibspiel
nicht defizitorientiert sein, um ein Lernen ohne Druck durch Benotung oder
Zählen der Fehler zu ermöglichen.27 Gerade im Rechtschreibunterricht ist es
wichtig, Lernmotivation seitens der Schüler zu fördern, denn welchen
Stellenwert das richtige Schreiben für einen Schüler einnimmt, ist eben von
dieser abhängig.28 Trocken erscheinende Inhalte „führen den
Rechtschreibschüler auf anregende Weise zum eigentlich Inhaltlichen hin".29
Zudem wirkt das Spiel befreiend, indem es Aggressionen kompensieren kann
und Befriedigung schaffen kann.30 Weiterer Vorteil von Rechtschreibspielen ist
die aktive Lerntätigkeit der Beteiligten. Kein Mitspieler hat die Möglichkeit,
unbeteiligt dabeizusitzen, denn Spielen kann man letztlich nur gemeinsam.31 So
ist beim Rechtschreibspiel wirklich jeder Schüler beteiligt und gefordert und
kann nicht, wie es im Frontalunterricht oft der Fall ist, vom Lehrer übersehen
werden und den Inhalt nur lückenhaft erfassen. Nicht zuletzt gewinnt die
ebenfalls in manchen Spielen tragende Rolle der Teamarbeit im späteren
Berufsleben immer mehr an Bedeutung. Gegenseitiges Verständnis,
Rücksichtnahme und Kompromissbereitschaft werden im Rechtschreibspiel
ebenso gefördert und gefordert.32
Rechtschreibspiele ermöglichen zudem ein natürliches Lernen, da es im Wesen
des Kindes liegt, zu spielen. Beim Spielen können mehrere Sinne gleichzeitig
angesprochen werden aufgrund der Aktivierung beider Gehirnhälften. So führt
ein Lernen nur über visuelle Reize weniger schnell zum Lernerfolg als wenn
zusätzliche Lernkanäle angesprochen werden. Besonders wichtig ist für die
Rechtschreibung auch das akustische Training33, was bei Rechtschreibspielen
gut zum Tragen kommt, da die verschiedenen Spielschritte und Lösungen
meist vorgelesen werden. Natürlich wird in vielen Rechtschreibspielen auch
ein motorisches Element verlangt. Wenn Lernen mit Handlungen verbunden
ist, die in praktischen Zusammenhängen stehen, werden so die
Rechtschreibstrategien leichter verinnerlicht. Der hohe Aufforderungscharakter
von Rechtschreibspielen entsteht durch die Verbindung von
Übungsprozessen mit dem Wunsch nach dem Spielgewinn.34
4.2. Richtlinien für den Einsatz
Lernspiele, zu welchen Rechtschreibspiele zählen, haben ihre Berechtigung im
Unterricht der Grundschule insofern, wenn sie sich nicht „in einem frei
schwebenden Zustand der Beliebigkeit entfalten".35 Die Spiele sollten sinnvoll
eingesetzt und in Zusammenhang mit dem Unterrichtsgeschehen gebracht
werden können. Dabei ist ein Halten an Regeln unerlässlich.
Zu beachten gilt auch, dass nicht jeder Aspekt des Rechtschreibens in einem
Spiel vermittelt werden kann. Bereits Scheuerl stellte fest: „Wo jedoch
materiale Kenntniserweiterung angestrebt wird, kann das Lernspiel immer nur
der zweite, einübende Schritt sein"36 Also sollte überall da, wo es um die
Vermittlung von grundlegenden Wissenselementen geht, das Lernspiel bzw.
Rechtschreibspiel nicht an erster Stelle stehen.37Ebenso sollte das Lernspiel
nicht verzwecklicht werden, worin oftmals sein größter Kritik- und
Angriffspunkt liegt. Im Rechtschreibunterricht sollte das Lernspiel nicht zur
Routine, zur „alltäglichen Pflichtübung" werden.38 Zuletzt sollte der Einsatz
von Rechtschreibspielen nicht auf der Handlungsebene stehenbleiben, sondern
immer auch reflektiert werden, um gewonnene Erkenntnisse zu sichern.39 Fällt
dies gänzlich weg, werden Lernspiele im Rechtschreibunterricht „als
oberflächliche Verkleidung des Lernens pervertiert bzw. lediglich als
motivationaler Trick benutzt und verfehlen damit ihren Lerneffekt"40
4.3. Anforderungen an die Spielmaterialien
Nicht jedes als Lernspiel bezeichnete Spiel eignet sich auch wirklich für den
sinnvollen Einsatz im Unterricht. Das Spielmaterial als solches sollte vor allem
kindgerecht, anschaulich und ansprechend gestaltet sein. So kann bereits das
Spielmaterial alleine die SchülerInnen zum Üben auffordern und motivieren.
Der Schwierigkeitsgrad sollte dem Lernstand der SchülerInnen entsprechen, sie
weder unter- noch überfordern, damit die Schüler Fortschritte erleben können.
Dementsprechend sollten auch Differenzierungsmöglichkeiten angeboten
werden. Spielverlauf und Spielziel sollten ebenso aus dem Material
hervorgehen, damit die Lernenden ihre Aufgaben sofort selbst kontrollieren
können. Bei Rechtschreibspielen ist das gut möglich. Bei Wortkarten kann
beispielsweise das richtig geschriebene Wort auf der Rückseite des Kärtchens
stehen oder ein Lösungswort ist nur durch korrektes Vorgehen zu
erschließen. 41 Auch können Expertenteams gebildet werden, die anderen
Kindern helfen oder den Spielverlauf kontrollieren, was den
Interaktionscharakter im Spiel nochmals erhöht. Ein Lernspiel sollte also
gezielt und durchdacht angewendet werden.
5. Abschließende Bemerkung
Lernspiele können oftmals eine bessere Wirkung als strikte Textarbeit oder
Lehrer- Schüler- Gespräche erzielen. Die SchülerInnen lernen spielerisch, den
Unterrichtsstoff zu festigen und Rechtschreibkompetenz zu entwickeln.
Zusätzlich werden soziale Kompetenzen und Teamarbeit eingeübt - Inhalte,
die als ein Erziehungsziel der Schule gesehen werden können (vgl.
Erziehungsziel Mündigkeit). Deshalb sollten Lernspiele einen festen Platz im
Unterricht einnehmen. Die Spiele sollten aber keinen Schwerpunkt darstellen.
Der Lehrer muss ein entsprechendes Maß für die Unterrichtszeit mit Spielen
festlegen. Zudem ist zu bedenken, dass Spiel, ohnehin dominant im kindlichen
Tagesablauf, auch im Alltag des Grundschulunterrichts nicht fehlen sollte. Hier
hat der Rechtschreibunterricht die Chance anzusetzen und die Kinder
schrittweise für neue Lern- und Übungsmöglichkeiten durch Lernspiele zu
begeistern, um letztlich motivierte und sichere Rechtschreiber aus ihnen zu
machen.
Zu überdenken gilt auch der Begriff des Lernspiels. Da das Lernen bei ihm im
Vordergrund steht, kann schnell der Eindruck entstehen, es handle sich nur um
eine geschickte Verpackung, eine Fassade von (unangenehmen) Lerninhalten.
Deshalb sollte das Lernspiel seine Besonderheit nicht verlieren, um einen
motivationalen Effekt erzielen zu können und vor den Kindern vielleicht nicht
unbedingt als Lernspiel angekündigt werden.
Aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen wie der Beschäftigung mit der
Playstation oder auch dem zunehmenden Leistungsdruck rückt das freie Spiel
immer mehr in den Hintergrund und wird auch im häuslichen Bereich immer
mehr eingeschränkt. Auch hier sollte die Schule, sozusagen außerhalb des
Klassenzimmers, ansetzen, und das Spiel fördern.
Literaturverzeichnis
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- Gajewski, Karl: Rechtschribförderung leicht gemacht. Auer Verlag. Donauwörth. 2001
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- Kube, Klaus: Spieldidaktik. Pädagogischer Verlag Schwann. Düsseldorf.1977
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- Pfeiffer, Silke: Mit Sprache spielen. Die Förderung von Lernmotivation, Reflexion und Kreativität. In: Grundschulmagazin 3/2006.
- Rolke, Günther: Erfolgreiche Stillarbeit auf der Unterstufe durch Arbeitsmittel und Lernspiele. Michael Prögel Verlag. Ansbach. 1960.
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- Schwander, Michael/ Anderser, Katja: Spiel in der Grundschule. Multiple Funktionenmaßgebliche Aufgaben. Julius Klinkhardt Verlag. Bad Heilbrunn. 2005
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- Stadler, Bernd: Sprachspiele in der Grundschule. Auer Verlag. Donauwörth.1986
- Steffens, Wilhelm: Spielen mit Sprache im ersten bis sechsten Schuljahr. Reihe: Deutschdidaktik aktuell Band 4. Schneider Verlag Hohengehren. Baltmannsweiler 1998
- Triebel, Heinz/ Maday, Wilhelm: Handbuch der Rechtschreibübungen. Beltz Verlag. Weinheim, Basel
Internetquellen:
http.//www.uni-landau.de/instbild/Grundschulpaedagogik/Personal/petillon/spielpaed.pdf
Fußnoten:
1 Vgl.: Fritz, Jürgen: Theorie und Pädagogik des Spiels. Juventa Verlag. Weinheim. München. 1993. S.127f
2 Klippert, Heinz: Planspiele- Spielvorlagen zum sozialen, politischen und methodischen Lernen in Gruppen. Beltz, Weinheim/ Basel, 1996; S. 9
3 Vgl.: Brockhaus Enzyklopädie 1993, S.652 f.
4 Vgl.: Scheuerl, Hans: Das Spiel. Untersuchungen über sein Wesen, seine pädagogischen Möglichkeiten und Grenzen. Beltz Verlag. Weinheim und Basel. 1973. S.68ff
5 Ebd.
6 Vgl.: Petillon, Hans: Spielen in der Grundschule- eine Ortsbestimmung. http.// w ww.uni-landau.de/instbild/Grundschulpaedagogik/Personal/petillon/spielpaed.pdf/ am: 27.02.2008.
7 Vgl.: Petillon, Hans: a.a. O.
8 Ebd.
9 Vgl. Mertens, Eva/ Potthoff, Ulrike: Lern- und Sprachspiele im Deutschunterricht. Cornelsen. 200. S. 7- 8
10 Steffens, Wilhelm: Spielen mit Sprache im erstn bis sechsten Schuljahr. Reihe: Deutschdidaktik aktuell Band 4. Schneider Verlag Hohengehren. Baltmannsweiler 1998. S.30
11 Oerter, Rolf : Kindheit- Spiel und kindliche Entwicklung. In: Oerter Rolf, Montada Leo (Hrsg..): Entwicklungspsychologie- Ein Lehrbuch. Beltz, Weinheim. 1996. S. 6-9
12 Petillon, Hans: a.a.O.
13 Ebd.
14 Pfeiffer, Silke: Mit Sprache spielen. Die Förderung von Lernmotivation, Reflexion und Kreativität. In: Grundschulmagazin 3/2006. S.22
15 Ebd.
16 Vgl.: Schwander, Michael/ Andersen, Katja: Spiel in der Grundschule. Multiple Funktionen- maßgebliche Aufgaben. Julius Klinkhardt Verlag. Bad Heilbrunn.2005. S.12
17 Vgl.: Scheuerl, Hans: Das Spiel. S. 211 a.a.O.
18 Vgl.: Büchner, Inge/ Albrecht, Heide/ Dolm, Luise: Lernen und Spielin der Grundstufe. Luchterhand. Neuwied, Berlin, Kriftel. 1993. S.29
19 Vgl.: Hoppe, Irene/ Jochum-Mann, Bärbel: Lernwege im Deutschunterricht in Grundschule und Sekundarstufe I. Rechtschreiben und Texte verfassen. Wissenschaft und Technik Verlag. Berlin. 2001. S.9
20 Vgl.: Mertens, Eva/ Potthoff, Ulrike: S.53. a.a.O.
21 Vgl.: Rechtschreibunterricht in der Grundschule. Hg. v. Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung. München, Donauwörth: Auer Verlag 2003. S.62f
22 Ebd.
23 Vgl.: Mertens, Eva/ Potthoff, Ulrike: a.a.O.
24 Vgl.: Rechtschreibunterricht in der Grundschule: a.a.O. S.64
25 Vgl.: Mertens, Eva/ Potthoo, Ulrike: a.a.O
26 Gajewski, Karl: Rechtschreibförderung leicht gemacht. Auer Verlag. Donauwörth. 2001. S.5f
27 Ebd. S.10
28 Vgl.: Triebel, Heinz/ Maday, Wilhelm: Handbuch der Rechtschreibübungen. Beltz Verlag. Weinheim, Basel. S11
29 Ebd. S.32
30 Vgl.: Stadler, Bernd: Sprachspiele in der Grundschule. Auer Verlag. Donauwörth. 1986. S.9
31 Vgl.: Andresen, Helga/ Januschek, Franz: Sprache spielen. Fillibach Verlag. 2007
32 Vgl.: Pfeiffer, Silke: Mit Sprache spielen. a.a.O.
33 Vgl.: Triebel, Heinz: a.a.O. S.27
34 Vgl. Morawietz, Holger: Lernspiel zur neuen Rechtschreibung. In: Praxis Grundschule 2/ 1997. S.44ff
35 Vgl.: Steffens, Wilhelm: S.26. a.a.O.
36 Vgl.: Scheuerl .S. 215. a.a.O.
37 Vgl.: Kube, Klaus: Spieldidaktik. Pädagogischer Verlag Schwann. Düsseldorf.1977. S.42
38 Vgl.: Ebd.
39 Vgl.: Mertens, Eva/ Potthoff, Ulrike: a.a.O.
40 Vgl.: Steffens, Wilhelm. S. 30. a.a.O.
41 Vgl.: Rolke, Günther: Erfolgreiche Stillarbeit auf der Unterstufe durch Arbeitsmittel und Lernspiele. Michael Prögel Verlag. Ansbach. 1960. S. 6ff.
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