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Die Bewertung der schulischen Leistungen
Datum: 02. Januar 2011 Kommentare: 0
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Beschreibung:
Interessante und informative Ausarbeitung zum Thema 'Bewertung schulischer Leistungen'.

Die Bewertung der schulischen Leistungen
Pädagogische Mittel von denen ein Anreiz ausgeht, wie z.B. das anerkennende Wort die genaue ermunternde Bemerkung, die wegweisende Beurteilung sowie Erfolgsbewusstsein, regen zum Lernen an. Diese pädagogischen Mittel werden von uns Lehrern vermittelt. Es ist notwendig, dass wir den Schülern dazu verhelfen, das Gefühl der geglückten Leistung zu erleben durch das „Werk", das sie schaffen und den Lernfortschritt, den sie erleben können. Die Kinder werden unmerklich gezwungen, das zu akzeptieren, was die Erwachsenen (bzw. Eltern) als Norm vorgeben. Es bleibt ihnen auch nichts anderes übrig, wenn sie fürchten müssen, die Anerkennung und Liebe ihrer Eltern und Erzieher zu verlieren. Was sie wirklich wollen ist Anerkennung, Bestätigung, Ermutigung, das Gefühl etwas zu gelten, angenommen zu werden. Sie fühlen sich besonders verunsichert wenn von den Noten abhängt, ob sie von den Eltern noch geliebt und von dem Lehrer oder den Mitschülern angenommen werden. Die Schüler eignen sich Kenntnisse an und bereiten sich so auf das Leben und auf die weitere Ausbildung vor. Darum ist es sowohl für sie, als auch für den Lehrer wichtig zu wissen, inwieweit sie den Lehrstoff beherrschen. Das wird durch die Kontrolle der Kenntnisse des Könnens und der Fertigkeit erreicht. Bei der Kontrolle stellt der Lehrer fest, ob die Kinder sich Kenntnisse angeeignet haben, inwieweit sie den Stoff verstanden haben, ob sie imstande sind zu denken und sich den Stoff einzuprägen. Kontrolle und Bewertung der Kenntnisse spornen den Schüler zu systematischer Arbeit an und tragen dazu bei, ihn zur Liebe zur Arbeit zu erziehen. Die vom Lehrer kontrollierten Kenntnisse müssen bewertet werden. Maßgebend für die Bewertung der Schülerleistungen ist der Lehrplan, in dem für jede Klassenstufe, der von den Schülern anzueignende Umfang der Kenntnisse des Könnens und der Fertigkeiten genau umrissen ist.
Die Kriterien für die Bewertung der Kenntnisse, des Könnens und der Fertigkeiten der Schüler werden für jedes Fach, ausgehend von seinen Besonderheiten ausgearbeitet.
In der 1. Klasse müssen bei der Bewertung der Schülerleistungen einige Besonderheiten beachtet werden. Schulanfängern fällt es zunächst schwer, die an ihre Kenntnisse gestellten Forderungen zu verstehen und zu erfüllen. Oft ist es gerade das Thema Notengebung und Schülerbeurteilung, dass das Verhältnis zwischen Eltern und Lehrern beeinträchtigt. Lehrer sehen ihre diesbezügliche Verantwortung meist vor dem Hintergrund des Schulgesetzes, während Eltern dazu neigen, in jeder Note eine Weichenstellung für die Zukunft ihres Kindes zu sehen, was letztlich auch nicht ganz falsch ist. Noten entscheiden schliesslich über Versetzungen, Schulabschlüsse und damit verbunden über Zukunftschancen.
Eine Vielzahl von Schülern erlebt das Zeugnis durchweg als eine mit der Schule unlösbar verknüpfte Notwendigkeit. Mit zunehmender Reife erwacht zwar eine gewisse Kritik und setzt eine wachsende Distanzierung von der Fremdbeurteilung ein, doch bleibt der Schüler letztlich an die im Schulzeugnis ausgesprochenen Wertungen gebunden und muss sie ernst nehmen.
Die Einschätzung der Schulergebnisse wird im Bezug auf bestimmte Kriterien gemacht. Ausdrucksweisen der Einschätzung sind: Lob, Kritik, Notensysteme (Ziffern, Buchstaben, Zensuren, Farben, Symbole ). Sie drücken die Einschätzung der gemessenen Resultate aus, ermöglichen die Massifizierung/ Hierarchisierung der Schüler in der Klasse. Weiterhin stimuliert sie die Motivation zum Lernen und bietet den Schülern Anhaltspunkte zur Evaluation an und Entwicklung der Selbstevaluationsfähigkeit. Die Beurteilung von Schülerleistungen gehört zu den zentralen Aufgaben des Lehrers. Dabei ist das vorherrschende Instrument der Beschreibung von Leistungen immer noch das Notenschema. Bereits im frühen 19. Jahrhundert eingeführt, um ständische Privilegien durch kontrollierbare Leistungen zu ersetzen, werden auch heute noch schulische Leistungen in Form einer Ziffer ausgedrückt.
Unter Bewertung versteht man die Einschätzung des Wertes, oder der Bedeutung eines Sachverhaltes oder Gegenstandes. Ein verwandter Begriff ist Evaluation.
- Bewertet werden Elemente der entsprechenden Kompetenzen, die beobachtbar bzw. überprüfbar sind.
- Alle Kriterien, die bewertet werden, müssen im vorherigen Unterricht vermittelt werden und erlernbar sein.
- Kommunikation und Kooperation zwischen allen Beteiligten ist notwendig, um die Qualität der Leistungsbewertung zu sichern.
- Lehrkräfte, Schüler verständigen sich über Bewertungselemente und vereinbaren Kriterien.
Alle mündlichen und schriftlichen Prüfungen führen zur Leistungsfeststellung, Leistungsbewertung und Leistungsrückmeldung.
Zur Bewertung gehören alle schriftliche und mündliche Arbeiten und sonstige Leistungen. Als Leistungen werden nicht nur Ergebnisse, sondern auch Anstrengungen und Lernfortschritte bewertet. Die vom Lehrer kontrollierten Kenntnisse werden anhand von Schülerantworten während der Gespräche, anhand der Qualität der durchgeführten, mündlichen, schriftlichen und graphischen Arbeiten während der Stunde kontrolliert.
Kontrolle und Bewertung der Kenntnisse spornen den Schüler zu systematischer Arbeit an und tragen dazu bei, ihn zur Liebe zur Arbeit zu erziehen.
Eine wichtige Rolle bei der Überprüfung von Schülerkenntnissen spielen die Kontrollarbeiten zB. : Diktate, Nacherzählungen, Schüler schreiben und fertigen Niederschriften an und lösen Aufgaben.
Bewertungskriterien:
Mündlich: Ausdruck und Darstellungsfähigkeit des Schülers und seine situations- und rollenangemessene Kommunikation
Verfassen von Texten: Fähigkeit des Schülers Texte in für sie schreibrelevanten Situationen,d.h sie planen, zu schreiben, zu beraten, überarbeiten und zu gestalten
Rechtschreiben: die Feststellung, an welcher Stelle auf dem Weg zur normgerechten Schreibung der Schüler steht, Grundlage sind die eigenen Texte der Schüler
Lesen: das Verstehen von geschriebenen Texten, sowie von gehörten und gesehenen Medienbeiträgen
Sprachlehre: Fähigkeit der Schüler, grundlegende Operationen an Wort und Satz durchzuführen und sich metasprachlich zu verständigen ( Rechtschreiberegeln, Verhältnis von Mundart und Standardsprache).
Die Leistungsbewertung soll über den Stand des Lernprozesses der Schüler Aufschluss geben; sie soll auch als Grundlage für die weitere Förderung des Schülers sein. Die Leistungen werden durch Noten bewertet. Die Ausbildungs- und Prüfungsordnungen können vorsehen, dass schriftliche Aussagen an die Stelle von Noten treten oder diese ergänzen. Die Leistungsbewertung gehört schon der Sache nach zu den schwierigsten Aufgaben der pädagogischen Zunft.
Leistung sollte vermehrt als Ansatzpunkt für Förderung sowie als Ausdruck von Individualität und Entwicklung betrachtet werden. In diesem Zusammenhang sind andere Seiten der Leistung interessant, als wenn bloss die Feststellung einer Normreichung (möglicherweise zur Selektion) das vorrangige Ziel bildet. Man richtet das Augenmerk auf den Fortschritt der Person, die eingesetzten Hilfsmittel, die Selbstständigkeit, die Angemessenheit des Unterrichts und die individuelle Ausprägung der Leistung. Ihre Betrachtung wird diagnostisch und ein Ausgangspunkt für differenzierende Maßnahmen. Es geht in einem breiten Sinn um Entwicklungsförderung, bei der man insbesondere auf die Stärken und Leistungsmöglichkeiten einer Person schaut, anstatt hauptsächlich ihre Fehler und Defizite festzustellen. Der Prozess des Lernens und Arbeitens rückt stärker in das Blickfeld der Betrachtung von Leistung. Es wird versucht, Leistung in ihrem Zustandekommen zu beobachten und zu verstehen. Traditionell wurden vor allem Produkte als Indikatoren für Wissen und Können betrachtet, und an ihnen wurde der Leistungsstand überprüft. Diese Zentrierung auf abfragbares Wissen hatte und hat starke Rückwirkungen auf die gesamte Organisation des Unterrichts und des Lernens. Heute wachsen andere Formen des schulischen Lernens, die mehr Eigenaktivität und Selbstständigkeit der Schüler beinhalten. Es geht oftmals um Handlungsfähigkeit in komplexen Situationen, um Prozesse der Kommunikation, der Selbststeuerung, der Zielbildung, der Motivationsentwicklung, der Selbstbewertung.
Um den Prozess der Bewertung auch richtig gestalten zu können, muss man folgende Gesichtspunkte beachten:
1. Konstruktion der schriftlichen und mündlichen Prüfungen
2. Gütekriterien von Leistungsmessungen - Objektivität
- Reliabilität
- Validität 3. Bezugsnormen - soziale
- kriteriumsorientierte
- individuelle
4. Funktionen der Noten, Punkten in der Schule / Kindergarten
5. Instrumente und Methoden der Bewertung
6. Notengebung
7. Praktische Beispiele
8. Schlussfolgerungen
Konstruktion einer schriftlichen Prüfung
Warum?
1. Ziele schriftlicher Klassenarbeiten: - Hinweise zum aktuellen Leistungsstand
- Entwicklungstendenzen erkennen
- Hilfestellung im Hinblick auf die
Ermittlung der Zeugnisnote
- Rückmeldung über Qualität des Unterrichts
2. Bevor man eine schriftliche Klassenarbeit erstellt sollte man auch folgende Fragen explizit und genau beantworten :
Welche Lernziele / Lerninhalte sind für die Klassenarbeit besonders wichtig?
Entsprechen die Aufgaben jenen, die im Unterricht verwendet wurden (Art, Schwierigkeits-
grad ) ?
Aufgabentypen in den schriftlichen Prüfungen (Auswahl)
Geschlossene Aufgaben
Ja / Nein Aufgaben - klare, übersichtliche Formulierung
- zu vermeiden sind lange und negative Aufgabenstellungen
Multiple-choice Aufgaben - die Distraktoren müssen glaubhaft und nicht offensicht-
lich falsch sein
Zuordnungsaufgaben
Halboffene Aufgaben
Aufgaben mit Kurzantworten - die Aufgabenstellung muss klar formuliert sein
Ergänzungsaufgaben - der Lückentext darf keine Unklarheiten enthalten
Gelenkte Fragen - jede Aufgabenstellung soll mit dem Ausgangspunkt verbunden
sein
Offene Aufgaben ( Kreative Aufgaben )
Stellungnahme / Problemlösung - aufgefächertes / detailliertes Bewertungskriterium
Essay - der Bewertungsschlüssel muss klare Kriterien enthalten, um Verzerrungen
zu vermeiden wie z.B. der Effekt der nacheinanderfolgenden Vergleiche
Mündliche Prüfungen
Hauptsächliche Formen mündlicher Prüfungen in der Schule sind:
o das Ausfragen ( Wiederholung von Inhalten)
o Referate
o Bewertung der Mitarbeit im Unterrichtsgespräch
Mitarbeit der Schüler
In der 1. Klasse müssen bei der Bewertung der Schülerleistungen einige Besonderheiten beachtet werden. Schulanfängern fällt es zunächst schwer, die an ihre Kenntnisse gestellten Forderungen zu verstehen und zu erfüllen. Außerdem fehlt es ihnen noch an einem dauerhaften Interesse am Lernen. Darum kann ein eben erwachtes Interesse wieder erlöschen, wenn unerfüllbare Forderungen gestellt werden. Die Didaktik hat bestimmte Regeln für die Bewertung der Kenntnisse, des Könnens und der Fertigkeiten der Schüler aufgestellt. Der künftige Lehrer muss sie gut kennen, er muss lernen sie in der Unterrichtsarbeit anzuwenden:
1. Man muss den Schülern klarmachen, welche Anforderungen an sie gestellt werden und ihnen am Beispiel von Schülerantworten zeigen welche Kenntnisse befriedigend, gut und sehr gut sind.
2. Die Bewertung muss auf Grund einer Analyse der Schülerantwort erfolgen: hierbei weist der Lehrer darauf hin, worauf der Schüler bei der Wiederholung des Stoffes seine Aufmerksamkeit richten muss.
3. Eine wichtige Rolle bei der Bewertung der Schülerleistungen spielen das Lob und die Ermunterung. Es sollten jedoch nicht immer nur ein und dieselben Schüler gelobt werden. Man muss feststellen, dass manche Lehrer, nachdem sie sich eine bestimmte Meinung über die Schüler gebildet haben, nicht mehr objektiv sind und leistungsstarken Schülern oft zu gute Note geben. Leistungsschwache Schüler dagegen erhalten bei solchen Lehrern in der Regel keine guten Noten. Die Kinder merken sehr schnell, dass der Lehrer in der Bewertung nicht objektiv ist, und hören auf sich anzustrengen. Bei der Bewertung der Kenntnisse muss der Lehrer individuell an die Schüler herangehen.
Die mündliche Leistung ist der Beitrag zum Schulunterricht, der mündlich erbracht wird. Diese Leistung wird meist in Form einer mündlichen Note als Zahl abgebildet. Sie geht zusammen mit den schriftlichen Noten in die Endnote ein.
Mündliche Leistungen zu bewerten gestaltet sich häufig als schwieriger als angenommen. Es besteht zunehmend die Gefahr, dass Kinder aufgrund ihres sozialen Backgrounds, sowie ihrer mitgebrachten Fähigkeiten, beurteilt werden, ohne dass Lernfortschritte während des Unterrichts Beachtung finden. Weiterhin werden oftmals eher gute Noten für gute Beteiligungen und gutes Sprechen verteilt, als für gutes Zuhören und regelrechtes Verhalten, die auch wichtige Bestandteile der Bewertung darstellen, jedoch oftmals vergessen werden. Grundlage für die Erbringung mündlicher Leistungen stellt die Gesprächsfähigkeit dar, die nicht angeboren ist, sondern erlernt werden muss. Gesprächsfähig sind Kinder, wenn sie sachangemessen und partnerbezogen miteinander sprechen. Sie finden sich in verschiedenen gegebenen Gesprächssituationen zurecht und können Sprecher und Hörerrollen einnehmen, einen Gegenstand oder Sachverhalt richtig erfassen und verständlich wiedergeben, als Person authentisch sein und sich in der Kommunikation und Zusammenarbeit mit anderen an vereinbarte Regeln halten. In schwierigen Situationen ergreifen sie die Möglichkeit zur Metakommunikation und thematisieren problematische Punkte. Im Schulalltag werden die Begriffe Leistungsmessung, Leistungsbeurteilung bzw. Leistungsbewertung synonym benutzt. Allerdings ist eine Unterscheidung notwendig um Fehleinschätzungen zu vermeiden.
„ Leistungsbeurteilungen setzen sich zusammen aus dem Schritt der Leistungsfeststellung, bei dem ermittelt wird, welche Lernergebnisse erzielt worden sind und dem Schritt der Bewertung, bei dem die Lerergebnisse anhand einer Norm bzw. Eines Vergleichsmaßstabes eingestuft werden."
( Klauer 2001 S. 103 )
Die schulische Leistung soll einheitlich nach allgemeingültigen Maßstäben bewertet werden. Bei wissenschaftlichen Erhebungen gibt es Maßstäbe, die sogenannten Gütekriterien. Sie umfassen Validität, Reliabilität und Objektivität.
Validität beinhaltet das Prinzip der Gültigkeit, das heißt, dass der Test auch nur das testen darf, was er auch vorgibt zu testen. Im Schulalltag heißt das, dass in Leistungsüberprüfungen, egal ob schriftlich , mündlich oder praktisch, nur Inhalte, die im Unterricht behandelt wurden und dem Kind somit bekannt , abgefragt werden dürfen.
Die Reliabilität bestimmt die Zuverlässigkeit. Ein Instrument misst zuverlässig, wenn bei wiederholter Bewertung der gleichen Leistung, unter denselben Bedingungen, das gleiche Ergebniss vorliegt.
Die Objektivität besagt, dass das Ergebniss von Messungen / Bewertungen von der Person des Messenden unabhängig sein muss.
Durch diese Gütekriterien, die wissenschaftlichen Tests zugrunde liegen, wird garantiert, dass Ergebnisse von Messungen nicht willkürlich und zufällig entstanden sind und deshalb auch untereinander verglichen werden können.
Die zentralen Bezugsnormen bei der Notengebung
Bezugsnormen
= Maßstab, an dem man die Leistungen des Einzelnen misst („Norm")
(a) sachliche Bezugsnorm (kriteriale Bezugsnorm)
- Bezugsnorm, die laut Schulgesetz vorgeschrieben ist
1. sehr gut, wenn Anforderungen in besonderem Maße erfüllt sind
2. gut, wenn Anforderungen im Allgemeinen erfüllt sind
3. genügend, wenn Anforderungen bis auf kleine Mängel erfüllt sind
4. ungenügend, wenn Anforderungen nicht erfüllt sind und die Mängel auch nicht in absehbarer
Zeit behoben werden können
- Leistungen werden anhand von Lernzielen bzw. festgelegten Kriterien beurteilt
(Vergleich der Leistungen mit den Anforderungen)
- Kriterien müssen bereits vor der Überprüfung der Leistungen feststehen (z.B.:
Musterlösung)
- ACHTUNG: Die Kriterien/Anforderungen an die Schüler müssen an die jeweilige
Schulart und den jeweiligen Schultyp angeglichen werden. (z.B. im Bereich Umfang
der selbstständigen Anwendung von erlernten Methoden, Art der Darstellung...) [Orientierungshilfe
für die zu setzenden Forderungen ist der jeweilige Lehrplan]
- Problem: die zu erreichende Mindestleistung muss von vorn herein festgelegt werden
Kritische Frage: Ist die sachliche Bezugsnorm objektiv? Inwieweit kann der Lehrer einschätzen
welche Leistungen den Anforderungen entspricht?
(b) soziale Bezugsnorm (durchschnittsorientierte oder normorientierte Bezugsnorm)
- Bewertung von Leistungen durch den Vergleich der Leistung mit den Leistungen
anderer Schüler (meist der Klasse)
- Leistungen können nicht sofort bewertet werden, da zur Bewertung ein Überblick
über die Leistungen aller benötigt wird
- Bewertung:
1. Feststellung der Fehler der Schüler und der Häufigkeit der gemachten Fehler
2. wer eine durchschnittliche Fehlerzahl (egal wie viele) hat, erhält befriedigend
(er ist im Vgl. zu seinen Mitschülern durchschnittlich => 3)
(c) individuelle Bezugsnorm
- Problematik der anderen Bezugsnormen: schwache Schüler schneiden immer
schlecht ab, obwohl sich ihre Leistung vielleicht erheblich verbessert hat => negative
Auswirkungen auf die Motivation der Schüler (Bsp.: Schüler macht im ersten Diktat
50 Fehler => 6, im zweiten Diktat macht er nur noch 20 Fehler => trotzdem 6)
- Berücksichtigung der persönlichen Entwicklung / des persönlichen Leistungszuwachses
bei den Schülern innerhalb einer bestimmten Zeit => Motivation
- Umsetzung durch Kommentare in Klassenarbeiten, durch die auf die persönliche
Leistung und den persönlichen Leistungsfortschritt eingegangen werden kann
1. sozialnormierende Kommentare (Vgl. mit anderen Schülern z.B. „du kannst den Anschluss
noch schaffen")
- selten positiv Wirkung
- eher negativ
2. sachnormierende Kommentare wie „fast alles richtig"
- positive Wirkung
3. individualnormierende Kommentare z.B. zur individuellen Leistungssteigerung
- positive Wirkung
- Nachteil: gute bis sehr gute Schüler können ihre Leistungen nicht in dem Maße steigern
wie schwache und erhalten schlechtere Noten
Beurteilungsfehler
Beurteilung wird durch die subjektive Wahrnehmung beeinflusst (persönliche Eindrücke,
Meinung anderer Lehrer über den Schüler, Erscheinungsbild der zu beurteilende Person,
äußere Einflüsse auf den Urteilenden, Vorinformationen...) => Fehlerquellen
(a) Logischer Fehler
- bestimmte Persönlichkeitsmerkmale treten gehäuft gemeinsam auf, d.h. sie werden
als logisch zusammengehörig betrachtet (=Persönlichkeitskonzept)
- jeder (auch Lehrer) hat ein eigenes Persönlichkeitskonzept
- dieses Konzept liegt auch der Beurteilung zugrunde und der Lehrer nimmt so oft nur
das wahr, was ins Bild passt
- Bsp.: Ein schriftlich guter Schüler liefert mündlich auch eine gute Leistung
(b) Halo-Effekt (Hof-, Überstrahlungseffekt; halo = Heiligenschein)
- schwer von dem logischen Fehler zu unterscheiden
- Leistungen werden durch äußere Eindrücke überstrahlt
- ein globaler Eindruck beeinflusst die Wahrnehmung des Beurteilenden (z.B.: ein
angenehmer, sich anstrengender und mitarbeitender Schüler bekommt bessere Noten
als ein intelligenter aber aufsässiger Schüler)
- z.B.: schlechte Kleidung, schlechte Handschrift,... wirken sich negativ auf die Bewertung
aus [gute Kleidung => positiv]
- oft zu finden bei der Beurteilung von:
1. schwer beobachtbaren Merkmalen
2. von nicht klar definierten Merkmalen
3. von Merkmalen, die moralische Bedeutung haben
4. von Merkmalen, von denen der Beurteilende wenig Ahnung hat
(c) Perservationstendenz (Nähefehler)
- Halo-Effekt und implizite Persönlichkeitstheorie (log. Fehler) haben Einfluss
- Lehrer behält auch bei späteren Beurteilungen sein bereits gefälltes Urteil bei bzw.
fallen ähnlich aus
(d) Reihungs - und Kontrasteffekt
- Lehrer erwarten eine bestimmte Verteilung von Qualität, wodurch deren Beurteilung
beeinflusst wird
- Z.B.: bei der Korrektur von Klassenarbeiten haben alle bisherigen nur durchschnittliche
Leistungen erbracht => Lehrer: „es können nicht alle so schlecht sein" => Lehrer
vergibt beim nächsten Aufsatz eine bessere Note (häufig bei mündlichen Prüfungen)
[Reihungseffekt]
- Z.B.: nach einer Anzahl guter Leistungen wird eine schlechte Beurteilung vergeben
sozusagen als Kontrast [Kontrasteffekt]
(e) Beurteilungstendenz
- Tendenz einer Person andere Menschen zu beurteilen
- abhängig von eigenen Erfahrungen (Beurteilung der eigenen Kinder, wie man selbst
beurteilt wurde,...)
- Tendenzen: Strenge, Milde, zentrale Tendenzen [vermeiden von extremen Noten,
gut wie schlecht => keine differenzierten Beurteilungen], extreme Tendenzen
- Ursache für Tendenzen: z.B. Motivation der Schüler => gute Noten, darstellen der
Position schlechter Schüler gegenüber den Mitschülern => schlechtere Noten
(f) Projektionsfehler
- Schluss von der Beurteilung der eigenen Person auf andere Personen
- eigene Motive, Fehler, Probleme werden auf Schüler übertragen und besonders
wahrgenommen
- eigene Leistungen und Fähigkeiten beeinflussen die Beurteilung (z.B.: Lehrer ist
sprachbegabt => Schüler erhalten tendenziell schlechtere Noten als bei einem weniger
sprachbegabten Lehrer)
(g) „Wissen-um-die-Folgen-Fehler"
- Vermeidung von negativen Folgen für den Schüler
(h) Fehler Selektionstendenz
- die Lehrer wollen in der Klasse selektieren und vergeben deshalb nicht an alle so
gute Noten wie sie es verdient hätten
Vermeidung von Fehlern
(a) Selbstkritik => eingestehen von Subjektivität und entgegenlenken
(b) Strikte Trennung von der Beschreibung einer Leistung und ihrer Bewertung
(c) Festlegen konkreter Kriterien zur Beurteilung (Holistische Urteile sind gefährlich)
(d) Vermeiden von Vorurteilen (Meinung anderer Lehrer, Schüler,...)
(e) Schriftliche Korrekturen möglichst ohne Schülernamen.
Funktionen von Noten
1. Qualifikationsfunktion → Berichtsfunktion
Nebenwirkungen- negative Wirkungen auf die Motivation, problematische Attributionsmuster
2. Selektionsfunktion→ Auswahl für bestimmte Schulzweige/ Berufe
3. Disziplinierungsfunktion (diese Art von Benotung ist von ministerieller Seite her, in allen Bundesländern untersagt) - Kopfnoten dienen nur der Beurteilung von Verhalten - andere Noten als Instrument der Disziplinierung einzusetzen ist pädagogisch problematisch, aber gar nicht zu vermeiden, da mangelnde Disziplin in der Regel auch Leistungsausfälle mit sich bringt.
4. Rückmeldefunktion - gilt für Schüler, Eltern und Lehrer
5. Motivationsfunktion/ Förderungsfunktion
- Schüler werden nicht nur motiviert sondern auch individuell gefördert
Instrumente und Methoden der Leistungsmessung und - bewertung
Als erstes muss man darauf achten, dass die Ziele, Übungen und Bewertungskriterien alle im Einklang sind.
ZIELE
ÜBUNGEN BEWERTUNGSKRITERIEN
Methoden im Kindergarten und in der Schule
Die Beobachtung
Beobachtungsbogen sind Hilfen zum Beobachten von Lernwegen und Lernprozessen, sie können/ sollten als Information an die Eltern dienen. Die für jedes Kind angelegten Beobachtungsbogen dokumentieren den Lernstand und den Lernfortschritt, sind als Förderplan für die Bereitstellung von Lernhilfen vorgesehen und selbstverständlich als Anhaltspunkt für Elterngespräche und Bewertungen gut geeignet.
Die Beobachtung steht als Grundlage der Bewertung von Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten. Strukturierte Beobachtungen lassen sich nicht mit Hilfe eines Rasters durchführen: das Raster zergliedert den zu beobachtenden Prozess in einfachere und leichter erlernbare Teile. Am Anfang stehen die eher einfachen Beobachtungs- und Bewertungskriterien, dann folgen die komplexeren und anspruchsvolleren Fähigkeiten und all diese Kriterien können und sollen - natürlich altersgemäß - für alle Alterstufen gültig sein und in allen Altersstufen erreicht werden. Dadurch kann man folgendes beobachten:Veränderungen, Unterschiede, Ausdrucksvermögen ( Wortschatz), Wiedergabefähigkeit (Abläufe beschreiben), Übertragungsfähigkeit ( Bekanntes auf Unbekanntes übertragen), Beurteilungskompetenz (Ansichten und Meinungen hinterfragen), Arbeitsorganisation (sorgfältig, zuverlässig und präzis arbeiten), Konzentration, Selbstständigkeit, Hilfsbereitschaft, Engagement (Anregungen geben und Vorschläge machen, Eigeninitiative entwickeln), Teamfähigkeit ( Partner- und Gruppenarbeit schätzen), Konfliktfähigkeit (Kritik offen äussern, Kritik vertragen), Selbstsicherheit (sich durch Kritik nicht so schnell verunsichern lassen).
Das Gespräch
Der Unterricht im Bereich mündlichem Sprachgebrauch bereichert und differenziert die Ausdrucksfähigkeit der Kinder und unterstützt damit die Denkerziehung und Gefühlsbildung. Er befähigt die Kinder, verschiedene Situationen sprachlich angemessen zu bewältigen. Um die Sprechfreudigkeit zu erhalten und steigern, sollten mögliche Ausdrucksfehler behutsam verbessert werden. Rituale können eingesetzt werden, um die Leistungen der Kinder zu messen und dann später zu verwerten.
Gruppenarbeit
Die Benotung des Gruppenergebnisses und die Stellungnahme soll durch die Gruppe geschehen, dadurch entwickelt sich die Selbsbewertungskompetenz.
Portfolio
- wir können viele Informationen über den Entwicklungsstand der Schüler erfahren
Projektarbeit
- die Beurteilungskriterien müssen mit Beginn des Projektes für jeden Schüler klar und verständlich sein.
Tests
Wenn man Tests vorbereitet, muss man folgendes berücksichtigen:
1. Festsetzen des Anforderungsniveaus ( Niveau Prüfungsaufgaben = Niveau Unterricht)
2. Aufgaben und Prüfungsumfang - Wie umfangreich sollen die einzelnen Aufgaben sein?
- Aus wie vielen Aufgaben soll die Prüfung bestehen?
3. Formulierung der Aufgaben ( verständliche Sprache, einfache Satzkonstellation, Nummerierung)
4. Reihenfolge der Aufgaben: leicht → schwer → leicht
5. Musterlösung - vor der Prüfung, ungewollte Schwierigkeiten/ Missverständnisse werden entdeckt, bessere Einschätzung der Bearbeitungszeit, Punktvergabe für Teilschritte wird präziser.
Schülerfeedback Schüler mit Methoden des Feedbacks vertraut zu machen, bedeutet ihnen Blick und aktiven Einfluss im Unterricht zu öffnen und sie in die gemeinsame Verantwortung für das Unterrichtsgeschehen und seine Ergebnisse einzubinden. Ein „Genügend" Schüler soll nicht mit denselben Instrumenten geprüft werden wie ein „Sehr-gut" Schüler.
Notenbildung
Die Notenbildung ist auch von gesetzlichen Vorschriften festgelegt: z.B. Grundlage der Leistungsbewertung sind die vom Schüler schriftlich, mündlich und praktisch erbrachten Leistungen, die mündliche Noten: der Eindruck, den der Lehrer über das ganze Jahr hinweg von dem Schüler, aufgrund seiner Äusserungen erhält + Noten, die sich aus mündlichen Abfragen ergeben.
Ob Leistungsbeurteilung durch Noten das Erreichen der Erziehungsziele der Schule fördert, ist umstritten. Dass Rückmeldung der Schule in irgendeiner Form stattfinden muss, wird jedoch mithin akzeptiert. Strittig ist zumeist nur, ob anstelle nummerischer Noten, frei formulierte Gutachten treten sollen, wie in Waldorf- oder Sonderschulen. Ihr Informationsgehalt ist wesentlich höher einzustufen, die Vergleichbarkeit nimmt aufgrund der gesteigerten Komplexität jedoch ab.
Die Noten tragen einiges dazu bei, die Schüler zu motivieren und zu disziplinieren. Viele werden aber gleichzeitig entmutigt. Wenn die Hauptmotivation des Lernens darin besteht, gute Noten zu erlangen oder schlechte Noten zu vermeiden, hat die Schule nicht viel erreicht und dazu noch Sachinteresse zerstört. Die Noten werden von Lehrern geschätzt, weil sie die knappeste Form sind, den Schülern und Eltern einen Leistungsstand mitzuteilen. Die Schüler mögen Noten, weil sie ihnen scheinbar etwas über ihre Stellung in der Menge aller Schüler, ja, der Gesellschaft sagen. Gerade in dieser Hinsicht sind Noten aber völlig untauglich, sie erlauben klassen-, schul- und länderübergreifend keine Vergleiche. Trotzdem vermitteln sie den Schülern das Gefühl, über ihren Stand orientiert zu sein.
Literatur
Böttcher, W., Brosch, U., Schneider-Petri, H. (1999): „ Leistungsbewertung in der
Grundschule". Beltz Verlag. Weinheim und Basel
Internet: http://dewikipedia.org/wiki/Leistungsbeurteilung_Schule
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