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ADS und ADHS bei Kindern
Datum: 02. Januar 2011 Kommentare: 0
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Beschreibung:
Ausarbeitung zum Thema 'ADHS' - mit Aufklärung über die Ursachen und Symptome sowie verschiedenen Therapiemöglichkeiten.

ADS und ADHS bei Kindern
1. Einleitung
„Kai ist nicht tragbar in einer Klasse mit 28 Kindern. Ständig ist er mit etwas anderem beschäftigt, folgt nicht, obwohl die Kinder in unserer Klasse viel Freiheit haben. Er ist unruhig, stört die anderen, zum Teil mit ausgeprägter Aggressivität und steht dann noch nicht einmal dazu." (Neuhaus 1999, S. 9).
Dies ist ein Ausschnitt eines Briefes, der von einer Lehrerin verfasst wurde und an die Mutter eines Kindes mit ADHS adressiert ist. Der Inhalt beschreibt einige Symptome dieser Krankheit und stellt einen Ausschnitt der Probleme dar, denen betroffene Kinder in ihrer Umwelt begegnen. Immer häufiger hört man von der Krankheit „ADS oder ADHS". Es scheint so, als sei diese zu einer „Modekrankheit" geworden. Dies wird vor allem deutlich, wenn man die steigende Verschreibungshäufigkeit des Medikamentes Ritalin beobachtet (vgl. Hüther/Bonney 2006, S. 13). ADS bezeichnet das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, welches mit oder ohne Hyperaktivität auftreten kann. Im ersten Fall spricht man von ADHS. Bisher ist man in der Forschung auf dem Stand, dass man diese Krankheit nicht heilen kann, da es sich um eine chronische Störung handelt (vgl. Ettrich/Murphy-Witt, S. 18). Doch wie kann man Betroffenen helfen und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es, um die Symptome, die im aufgeführten Zitat deutlich werden, zu lindern? Mit dieser Frage wird sich diese Hausarbeit hauptsächlich auseinandersetzten.
Zunächst wird ein allgemeines Bild dieser Krankheit dargestellt, dabei wird kurz auf die Ursachen, die Symptome und die Diagnose eingegangen. Hier sieht man, dass vor allem bei den Ursachen die Meinungen weit auseinander gehen. Anschließend folgt der Hauptteil dieser Arbeit, in dem unter anderem die wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten, die bisher erprobt wurden, aufgeführt werden. Zum einen gibt es die medikamentöse Behandlung, die von vielen Kritikern abgelehnt wird. Auch hierbei ist man sich wie bei den Ursachen, nicht einig, wie genau die Medikamente wirken. Man hat bisher nur sehen können, was das Medikament beim Kind bewirkt. Die Kritiker Gerald Hüther und Helmut Bonney (2006) haben jedoch eine interessante und neue Erkenntnis gewonnen, die das alte Bild über die Schädlichkeit der Medikamente sehr in Frage stellt. Dieser Aspekt wird auch erläutert. Neben der medikamentösen Behandlung werden außerdem einige Therapieformen aufgezeigt, die jeweils bestimmte Symptome lindern können. Hierzu gehören zum Beispiel die Spieltherapie oder die Verhaltenstherapie. Neben diesen Therapiemöglichkeiten ist es vor allem für betroffene Eltern wichtig, zu wissen, wie sie mit ihrem Kind umgehen und wie sie ihm im Alltag helfen können. Daher befasst sich der letzte Teil dieser Hausarbeit mit einem „10-Punkte-Förder-Programm" aus dem Ratgeber von Christine Ettrich und Monika Murphy-Witt, welches viele Tipps und Spiele enthält, die die Eltern bei ihren Kindern anwenden können. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass sich diese Hausarbeit nur auf die in der Literatur meist aufgeführten und wichtigsten Behandlungsformen bezieht. Auf Therapieansätze, die noch zusätzliche, andere Symptome behandeln, wie zum Beispiel Sprachstörungen wird nicht eingegangen, da dies den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Auch auf Themen wie „ADHS bei Jugendlichen und Erwachsenen" oder andersrum „ADHS bei Kleinkindern", kann in diesem Rahmen nicht eingegangen werden. Des Weiteren wird in dieser Hausarbeit außer im Kapitel 2.1, nicht zwischen ADS und ADHS differenziert, sondern der Einfachheit halber und weil dies in der meisten Literatur so aufgeführt ist, wird hauptsächlich Bezug auf ADHS genommen.
2. Krankheitsbild
2.1 Was ist ADS und ADHS?
Wie bereits erwähnt, verbirgt sich hinter ADHS die so genannte Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung. Diese ist dadurch gekennzeichnet, dass erhebliche Beeinträchtigungen der Konzentrationsfähigkeit und der Daueraufmerksamkeit (vgl. Neuhaus 1999, S. 56) beim Patienten vorliegen. Diese Beeinträchtigung zeigt sich oft in einer ungeordneten Wahrnehmung mit Reizüberflutung oder auch in sprunghaften Gedanken. Daneben treten bei den Betroffenen häufig Störungen der Impulskontrolle sowie Hyperaktivität beziehungsweise motorische Unruhe auf. An dieser Stelle sollte man erwähnen, dass es häufig so ist, dass bei ADHS-Betroffenen diese Hyperaktivität in der Pubertät verschwindet. Die anderen Probleme der Krankheit sind dann jedoch immer noch vorhanden (vgl. Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 9). Ist diese Hyperaktivität bei Kindern nicht vorhanden, so spricht man auch von einem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS). ADHS wird in der Fachliteratur auch oft als „hyperkinetisches Syndrom" (Neuhaus 1999, S.14) bezeichnet. Dieser Begriff beinhaltet jedoch immer die Hyperaktivität, somit hat man den Begriff später differenziert zu ADS und ADHS. International sind die Bezeichnungen „Attention-Deficit-Hyperactivity-Disorder" (ADHD) beziehungsweise „Attention-Deficit-Disorder" (ADD) üblich (vgl. Ettrich/ Murphy-Witt 2003, S. 8). Wie bereits in der Einleitung erwähnt, wird im Folgenden hauptsächlich auf ADHS Bezug genommen, da sich die meiste Literatur auf dieses Syndrom bezieht. Man geht heute davon aus, dass „zwischen drei und fünf Prozent aller schulpflichtigen Kinder davon betroffen sind" (Hüther/Bonney 2006, S. 12). Dabei wird bei Jungen deutlich häufiger ADHS diagnostiziert, als bei Mädchen. Die Symptome können in unterschiedlicher Ausprägung auftreten und jedes Kind zeigt verschiedene charakteristische Verhaltensweisen.
2.2 Ursachen der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung
Über die genaue Ursache von ADHS wird heute noch spekuliert. Man vermutet, dass eine Kombination aus psychosozialen und biologischen Faktoren eine Rolle spielt. Die meisten Wissenschaftler sind sich jedoch einig, dass bei ADHS-Patienten eine „Veränderung der Funktionsweise des Gehirns" (Döpfner/Schürmann/Lehmkuhl 2000, S. 27) vorliegt. Diese Stoffwechselstörung im Gehirn führt zu einer unzureichenden Freisetzung des Neurotransmitters[1] Dopamin (vgl. Hüther/Bonney 2006, S. 12). Zunächst wird das Dopamin von einer Nervenzelle produziert und anschließend über das Axon[2] bis zur Synapse[3] transportiert. An diesen Synapsen liegt bei ADHS-Betroffenen ein Transmittermangel vor, da das Dopamin nicht ausreichend von den Nervenzellen gebildet wurde. Somit arbeiten die Synapsen nicht richtig und es liegt eine Störung bei der Informationsverarbeitung im Gehirn zugrunde (vgl. Hüther/Bonney 2006, S.22). Wie eingangs erwähnt, sind jedoch die Ursachen für diese Funktionsstörungen des Gehirns noch nicht eindeutig ermittelt (vgl. Döpfner/Schürmann/Lehmkuhl 2000, S. 28). Am häufigsten tritt die Annahme auf, dass diese Stoffwechselstörung erblich bedingt ist. Diese Annahme wird durch einige Zwillingsstudien bestätigt, denn diese zeigen, dass „eineiige Zwillinge sich in einem sehr hohen Maße hinsichtlich der hyperkinetischen Auffälligkeiten ähneln, während dies bei zweieiigen Zwillingen in wesentlich geringerem Maße der Fall ist" (ebd., S. 29). Einer Untersuchung zufolge, leiden nahe Verwandte von betroffenen Kindern zu etwa 30% ebenfalls unter einer solchen Verhaltensauffälligkeit (vgl. Neuhaus 1999, S. 57).
Früher schloss man bei der Mehrzahl der Fälle aus, dass Komplikationen bei der Schwangerschaft die Ursache der Störung ist, (vgl. Döpfner/Schürmann/Lehmkuhl 2000, S. 29) doch Gerald Hüther und Helmut Bonney berufen sich in ihrem Buch auf neueste Forschungen, die besagen, dass es immer dann
„zu besonders nachhaltigen Auswirkungen auf die Hirnentwicklung kommt, [...] wenn die an der Regulation von Wachstums- und Differenzierungsprozessen beteiligten Signalstoffe [...] in falschen Mengen oder zum falschen Zeitpunkt produziert und abgegeben werden. Zu solchen Veränderungen kann es auch durch psychische Belastungen während der Schwangerschaft kommen." (Hüther/Bonney 2006, S. 31).
Somit rücken für sie, bezüglich der Ursachen, die Umwelteinflüsse und vorgeburtlichen Erfahrungen sehr in den Mittelpunkt.
Eine weitere Theorie, die es gibt, besagt, dass Nahrungsbestandteile wie „Zucker und Phosphate sowie Nahrungsmittelzusätze" (Döpfner/Schürmann/Lehmkuhl 2000, S. 30) als Ursache für die Stoffwechselstörung im Gehirn eine Rolle spielen könnten. Doch unter den Betroffenen scheint es sehr wenige zu geben, bei denen dies zutrifft (vgl. ebd., S.30). Somit gibt es gegensätzliche Meinungen bezüglich der Ursachen von ADHS und es ist abzuwarten, was die Forschung diesbezüglich für neue Erkenntnisse gewinnt.
2.3 Symptome und Diagnose der Krankheit
Bezüglich der Symptome von ADHS kann man sagen, dass diese den gesamten Tagesablauf des Kindes beeinflussen können. Sei es in der Schule, wo die schulischen Leistungen nicht gut sind oder in der Familie, wo die Harmonie enorm darunter leidet. Man kann insgesamt drei verschiedene Kernsymptome unterscheiden:
1. liegt bei den meisten ADHS-Patienten eine Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwäche vor. Diese äußert sich vor allem durch eine „erhöhte Ablenkbarkeit" (Lehmkuhl/Döpfner 2003, S. 527). Die Kinder gehen anstrengenden Beschäftigungen aus dem Weg und viele Tätigkeiten werden vorzeitig abgebrochen (vgl. ebd.).
2. ist das Verhalten eines betroffenen Kindes sehr impulsiv. Diese Impulsivität zeigt sich unter anderem in ihrer Ungeduld. Sie handeln plötzlich ohne zu überlegen und sind kaum in der Lage, Handlungsimpulse zu unterdrücken oder deren Folgen zu überdenken (vgl. ebd.).
3. liegt bei den meisten Kindern mit ADHS eine Hyperaktivität vor. Diese äußert sich in der „Ruhelosigkeit" (ebd.) und erhöhten „motorischen Aktivität" (ebd.).
Neben diesen Symptomen können auch Beschwerden, wie: „mangelnde Koordinationsfähigkeit" (Hüther/Bonney 2006, S. 21), „Lernschwierigkeiten" (ebd.), eine „niedrige Frustrationstoleranz" (ebd.), „erhöhte psychische Labilität" (ebd.) oder „Distanzlosigkeit" (Hüther/Bonney 2006, S. 21) auftreten. Oft leiden Betroffene auch unter sehr gravierenden Symptomen, die ihnen den Alltag besonders schwer machen, wie Aggressivität oder Gewalttätigkeit, die bis zur Kriminalität führen können (vgl. Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 11).
Wenn man die Vermutung hat, dass ein Kind unter ADHS leidet, sollte man sich am besten an Experten wenden, wie Kinderärzte, Kinder- und Jugendpsychiater oder spezielle Psychologen (vgl. Döpfner/Schürmann/Lehmkuhl 2000, S. 15). Um ADHS zu diagnostizieren, müssen die Symptome über einen längeren Zeitraum beobachtet (vgl. Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 14) und mit Hilfe bestimmter Fragebögen erfasst werden. Dabei müssen aber mehrere der aufgelisteten Merkmale zutreffen, um eine Diagnose zu stellen. Außerdem müssen die Verhaltensauffälligkeiten im Vergleich zu Kindern gleichen Alters, viel stärker zur Ausprägung treten (vgl. Döpfner/Schürmann/Lehmkuhl 2000, S. 15f). Des Weiteren muss das Störungsbild den „Klassifikationskriterien der WHO"[4] (Hüther/Bonney 2006, S. 103) entsprechen. In Deutschland orientiert man sich bezüglich der Diagnoseverfahren außerdem an den Kriterien von „ICD-10 und DSM-IV" (Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 15), welche einen Schlüssel für die Diagnose darstellen. Diese Leitlinien orientieren sich dabei sehr an den Symptomen der Krankheit.
3. Behandlungsmöglichkeiten und Hilfestellungen
3.1 Umstrukturierung der Umwelt
Da ein Kind mit ADHS meist in all seinen Lebensbereichen beeinträchtigt ist und viele Probleme hat, sollten die Angehörigen des Kindes versuchen, auch in seiner Umwelt therapeutisch tätig zu werden. Vor allem das Familienleben und die Situation in der Schule oder im Kindergarten stehen hierbei im Vordergrund. Zuerst sollte man mit einer Veränderung bei dem Kind Zuhause beginnen. Hierbei gilt es nun, das Verhalten des Kindes in den Problemsituationen zu beobachten, zu analysieren und sich über die Probleme in der Familie, bewusst zu werden. Außerdem sollte es zu einer Annäherung zwischen Eltern und Kind kommen, vor allem nach den vielen gemeinsamen negativen Erfahrungen, um die Beziehung positiv zu stärken (vgl. Döpfner/Schürmann/Lehmkuhl 2000, S. 111). Es ist oft so, dass für viele Eltern nach einer gewissen Zeit voller Stress mit ihrem betroffenen Kind, die negativen Erfahrungen im Vordergrund stehen. Sie scheinen dann die positiven Seiten ihres Kindes manchmal vergessen zu haben (vgl. Döpfner/Schürmann/Lehmkuhl 2000, S. 139). Es ist jedoch wichtig, das sie lernen, ihr Kind so zu akzeptieren, wie es ist und auch seine guten Eigenschaften schätzen. „So sind viele ADHS-Kinder absolute Energiebündel, offen und an allem interessiert, neugierig und wissensbegierig, die reinsten Forschernaturen" (Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 10). Außerdem besitzen viele betroffene Kinder eine besondere Kreativität, die auch von den Eltern gefördert werden sollte. Es ist auch wichtig, dass die Eltern Zuhause Regeln aufstellen, denn ADHS-Kinder brauchen einen strukturierten Tagesablauf und man muss darauf achten, dass die jeweiligen vereinbarten Konsequenzen, bei Beachtung oder Missachtung der Regeln, folgen (vgl. Döpfner/Schürmann/Lehmkuhl 2000, S.111f). Es ist außerdem wichtig, dass Lehrer oder Erzieher über die Krankheit informiert werden, sodass sie auch gegebenenfalls Maßnahmen treffen können, die dem Kind seinen Alltag erleichtern.
3.2 Medikamentöse Behandlung
Die Meinungen darüber, ob bei ADHS-Patienten eine medikamentöse Behandlung angebracht ist, gehen auch auseinander. Doch bevor darauf Bezug genommen wird, sollte man zunächst erläutern, um welche Medikamente es sich in diesem Falle handelt: Es werden meistens „Psycho-Stimulantien[5] der Amphetamingruppe eingesetzt" (Neuhaus 1999, S. 193). Diese Substanzen werden im Gehirn von den Nervenenden, die das Dopamin als Botenstoff verwenden, aufgenommen und sorgen dort dafür, dass das Dopamin in großen Mengen freigesetzt wird (vgl. Hüther/Bonney 2006, S. 65). Meistens wird bei Betroffenen das Medikament „Ritalin" verrwendet. Hierbei ist hinzuzufügen, dass bezüglich der Einnahme dieser Medikamente Vorsicht geboten ist, da sie unter das Betäubungsmittelgesetz fallen (vgl. Ettrich/Murphy-Witt 2003, S.20). Einige Studien haben gezeigt, dass das Kind nach Einnahme des Medikamentes „ruhiger, konzentrierter, aufmerksamer und kontrollierter" (ebd.) ist. Die meisten Ratgeber weisen darauf hin, dass neben einer medikamentösen Behandlung weitere therapeutische Maßnahmen getroffen werden müssen, sie somit nicht alleine ausreichen würde. Manchmal ist es auch so, dass die medikamentöse Behandlung eine Vorraussetzung, für den erfolgreichen Einsatz anderer Behandlungsformen ist. Es ist jedoch so, dass nicht bei allen Kindern eine Wirkung erzielt wird. Bei etwa 85% der Betroffenen, springen die Medikamente an (vgl. ebd.). Kleinkinder unter 5 Jahren sollten die Medikamente nicht nehmen, da hier das Risiko bezüglich bestimmter Nebenwirkungen zu groß ist (vgl. Ettrich/Murphy-Witt 2003, S.20). Eine medikamentöse Behandlung ist außerdem nur angebracht, wenn „das Kind bei Diagnosestellung in einem sehr schlechten Zustand ist" (Neuhaus 1999, S.191).
Wenn nun ein Kind Medikamente aus der Amphetamingruppe verschrieben bekommt, dann muss es pro Kilogramm Körpergewicht „0,5 bis 2 Milligramm" (Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 21) zwei bis drei Mal am Tag, zu sich nehmen. Dabei zeigen sich schon eine halbe Stunde nach der Einnahme, Effekte. Nach zwei bis vier Stunden, lässt die Wirkung jedoch nach und es muss eine erneute Einnahme erfolgen (vgl. ebd.). Die Medikamente sind also nur so lange wirksam, wie man sie verabreicht. Wie auch bei den meisten Medikamenten, können auch bei diesen Präparaten Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören Beschwerden, wie „ Schlafstörungen, Appetitmangel, Gewichtsabnahme, Übelkeit, Stimmungsschwankungen" (ebd.) oder „Tics" (ebd.).
Nun aber zu den unterschiedlichen Meinungen, bezüglich der Medikamenteneinnahme- und Wirkung: In der meisten Literatur wird erwähnt, dass Langzeitstudien nachgewiesen haben, dass es durch die Stimulantien, nicht zur körperlichen Abhängigkeit kommen kann (vgl. Neuhaus 1999, S. 199; Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 20). Christine Ettrich und Monika Murphy-Witt berufen sich in ihrem Ratgeber (2003) sogar auf eine amerikanische Studie, die besagt, dass eine frühzeitige und gut kontrollierte Medikamenten-Therapie, sogar das Risiko eines späteren Drogenmissbrauchs um 50 Prozent verringern würde. Gerald Hüther und Helmut Bonney (2006) weisen jedoch in ihrem Buch auf die Gefahren von Ritalin und den anderen Stimulantien hin und machen sehr deutlich, dass sie eine medikamentöse Behandlung bei ADHS-Kindern ablehnen:
„Die Einnahme von Ritalin während der Phase des Wachstums und der Ausreifung der weiterverzweigten Fortsätze der dopaminergen Nervenzellen kann - wie entsprechende Untersuchungen an Versuchstieren ergeben haben - offenbar dazu führen, daß das weitere Auswachsen dieser Fortsätze unterdrückt und verlangsamt wird" (Hüther/Bonney 2006, S. 74).
Mit dieser Aussage berufen sie sich erstmals auch auf mögliche Wirkungen dieser Präparate. Die Autoren Manfred Döpfner, Stephanie Schürmann und Gerd Lehmkuhl äußern sich bezüglich der Wirkungen, folgendermaßen: „Die genaue Wirkung der Medikamente ist nicht bekannt [...]. Man weiß, dass es wirkt, man kennt die Nebenwirkungen, aber man weiß nicht so genau, wie es wirkt." (Döpfner/Schürmann/Lehmkuhl 2000, S. 86). Wenn die Äußerung von Gerald Hüther und Helmut Bonney tatsächlich auch auf Menschen zutrifft, dann würde dies wahrscheinlich einen großen Gewinneinbruch bei der Pharmazie bewirken, da diese Präparate dann nicht mehr so schnell verschrieben und in großen Mengen verkauft werden würden. Somit ist auch hier abzuwarten, was weitere Forscher herausfinden. Künftig soll der Trend zu Langzeitpräparaten gehen und es soll „Medikamente geben, die nicht in die Kategorie der Psychostimulanzien gehören" (Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 21).
3.3 Therapiemöglichkeiten
3.3.1 Die Kinderpsychotherapie
Gerald Hüther und Helmut Bonney sehen Gestaltungsaufgaben für das betroffene Kind, als unverzichtbare Elemente, der Kinderpsychotherapie an (vgl. Hüther/Bonney 2006, S. 136). Aus den Darstellungen und Malereien der Kinder, kann man auf ihre inneren Konflikte schließen. Somit haben sie damit eine Möglichkeit, sich außerhalb der Sprache zu äußern. Außerdem können sie mit Hilfe solcher Gestaltungsaufgaben Konflikte bewältigen. Solche gestalterischen Aufgaben könnten sein: das „Szeno-Material" (ebd.), „Tagtraumtechniken" (ebd.) oder „Spiele" (ebd.) aus der Software-Industrie, worin besondere Aufmerksamkeit gefordert sein kann (ebd.). Solche Spiele fördern auch die Motivation, da sie bei Versagen ermutigen, einen neuen Versuch zu starten. Es steht nirgendwo, dass das Kind wieder etwas nicht konnte, sondern es kann sofort einen erneuten Versuch wagen (vgl. ebd.). Die Eltern haben bei dieser Behandlungsform folgende Funktion: Sie sollen im dazugehörigen Beratungsgespräch versuchen, sich in die „Vorstellungs- und Bedürfniswelt" (Neuhaus 1999, S. 204) der Kinder, hinein zu versetzen. Außerdem sollen sie lernen, dem Kind „Raum für seine persönliche Entfaltung" (ebd.), zu geben. Cordula Neuhaus erachtet jedoch diese Therapieform als nicht sinnvoll, da das Kind, welchem die Therapie in der Regel gefällt, irgendwann von seiner Umgebung ein ähnliches Verhalten erwarten könnte, wie es der Therapeut an den Tag legt. Der Therapeut spielt mit dem Kind und es darf bei ihm/ihr fast alles machen (vgl. ebd. S. 205). Manchmal kann „aus einer solchen therapeutischen Vorgehensweise sogar eine Verschlechterung der Problematik" (ebd.) auftreten.
3.3.2 Die klassische Verhaltenstherapie
Aufgrund ihrer Krankheit, haben es die ADHS-Kinder oft nicht leicht, da sie durch ihr Verhalten in ihrer Umgebung oft „anecken" und sich viele Streitigkeiten mit Mitmenschen ergeben. Bezüglich der Verhaltenstherapie, gibt es verschiedene Ansätze, wie die „Konzentrationstrainingsprogramme (KTP)" oder das „Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischen und oppositionellem Problemverhalten (THOP)" (Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 22). Das Ziel solcher Therapieformen liegt darin, dass die Kinder lernen, andere Verhaltensweisen einzuüben, mit denen sie im Alltag besser klar kommen können (Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 22). Die Verhaltenstherapie versteht das Verhalten des Menschen als „ständiges Zusammenspiel von automatisch ablaufenden körperlich-emotionalen Prozessen [...], mit gedanklichen Inhalten [...] und motorischer Umsetztung." (Neuhaus 1999, S. 208). In der Therapie wird die Vorgeschichte jedes einzelnen Patienten wahrgenommen und wenn diesbezüglich eine Störung vorliegt, wird auf diese drei genannten Dinge besonders geachtet. (vgl. ebd.). Unter anderem finden bei diesem Therapieansatz Methoden wie: „feste Regeln" (Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 22), „klar formulierte Anweisungen" (ebd.) oder „eindeutige positive wie negative Konsequenzen" (ebd.) Anwendung. Auch die „Verstärkung"[6] (Neuhaus 1999, S. 208) kann dabei eine Methode darstellen. Ein Element, welches hierbei auch auftaucht, ist das Rollenspiel, in dem die Kinder lernen, ihre Konflikte zu bewältigen. Des Weiteren bearbeiten die Kinder Aufgaben, die die Konzentration erhöhen und ihre Arbeitshaltung verbessern (vgl. ebd.). Das Selbstwertgefühl der Kinder kann gefördert werden, indem die sich mit „fördernden Lernspielen" (ebd., S. 211) beschäftigen. Dabei können sie in einem Programm für den Leistungs- und Sozialbereich, üben, sich selbst einzuschätzen und zu kontrollieren. Somit lernen sie, sich nach und nach selbst zu „managen" (vgl. ebd.). Ein sehr wichtiger Teil dieser Behandlungsform, ist der Einbezug und die Schulung der Bezugspersonen des Kindes. Diese müssen das Prinzip der Therapie auch Zuhause fortführen, indem sie zum Beispiel „konkrete Abläufe" (ebd., S. 211) mit dem Kind einüben. Bei diesem Therapieansatz wird eine gewisse Transparenz deutlich, da immer besprochen wird, was der Therapeut gerade macht (vgl. ebd. S. 209). Christine Ettrich und Monika Murphy-Witt sind sich einig, dass sich diese langwierige Therapieform lohnt, da die Kinder hierbei einen „engmaschigen Rahmen" (Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 22) vorgeführt bekommen, den sie dringend brauchen würden. Auch Cordula Neuhaus ist aufgrund eigener Erfahrungen auch der Meinung, dass diese Therapieform sehr erfolgreich ist (vgl. Neuhaus 1999, S. 209). Ein Nachteil, der bei diesem Ansatz jedoch laut Christine Ettrich und Monika Murphy-Witt entstehen kann, ist, dass die Individualität oder Spontaneität des Kindes, aufgrund der strikten Regeln, darunter leiden könnte (Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 23). Doch im Großen und Ganzen würde gerade Kindern mit Problemen im Sozialverhalten diese Behandlungsform von Nutzen sein, da sie erstmals wieder von ihren Umfeldern, wie zum Beispiel die Schule, ernst genommen werden und sich ihre Leistungen auch dementsprechend bessern können (vgl. ebd.).
3.3.3 Die Spieltherapie
Die Spieltherapie ist nondirektiv, das heißt, dass der Therapeut das Kind zum einen nicht leitet und zum anderen nur Grenzen setzt, wenn diese wirklich notwendig sind (vgl. Neuhaus 1999, S. 205). Somit kann ein ähnlicher Effekt auftauchen, wie er schon bei der Kinderpsychotherapie erläutert wurde: und zwar, dass das Kind irgendwann ein ähnliches Verhalten von seiner Umgebung erwarten könnte, was jedoch nicht der Fall sein wird. Somit wird diese Methode von Cordula Neuhaus ebenfalls als nicht geeignet betrachtet (vgl. ebd., S. 206). Das wichtigste Therapieelement stellt die „Beziehung zwischen Personen" (ebd.) dar. Alleine die Beziehung zwischen dem Therapeuten und dem Kind wird schon als Therapie angesehen, denn dadurch, dass der er das Kind wertschätzt und versteht, kann es sich positiv entwickeln (vgl. ebd.). Bei dieser Behandlungsform gibt es außerdem im Normalfall keine Planung eines bestimmten therapeutischen Ablaufes. Doch bei ADHS-Kindern ist oft eine strukturierte Vorgehensweise angebracht, da besonders diese Kinder eine Orientierung brauchen (vgl. ebd.). Es ist also fraglich, ob dieser Therapieansatz geeignet ist.
3.3.4 Die Psychomotorik
Die Psychomotorik wird bei Bewegungsstörungen eingesetzt. Dazu gehört auch die bei ADHS-Kindern vorhandene Unruhe. Oft ist bei ihnen auch das System der Wahrnehmungsgenauigkeit und Informationsverarbeitung gestört (vgl. Neuhaus 1999, S. 218). Cordula Neuhaus beruft sich auf den Begründer der Psychomotorik Ernst J. Kiphard, der festgesetllt hat, dass „das Kind elementare Wahrnehmungserfahrungen im Bereich des Gleichgewichtsempfindens und der taktilen Wahrnehmung nicht ausreichend machen konnte" (ebd.). In der Therapie können die Kinder meistens in der Gruppe diese Wahrnehmung verbessern, indem sie zum Beispiel „wippen, schaukeln, springen" (Neuhaus 1999, S. 218) oder „rutschen dürfen" (ebd.). Diese neuen Bewegungserfahrungen üben sie in Hallen aus, mit darin befindlichen Brettern, Autoreifen, Seilen oder Matten (vgl. Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 28). Hierbei wird auch ihr Gleichgewichtssinn gefördert (vgl. ebd.). Den Kindern werden klare Strukturen und Regeln vorgegeben und innerhalb dieses Rahmens können sie ihre Aggressionen auslassen und sich austoben, was den Kindern sehr viel Spaß bereitet (vgl. Neuhaus 1999, S. 218). Ihre Spannungen können auf diese Weise auch abgebaut werden. Im Normalfall besuchen die Kinder etwa ein Jahr lang eine solche Psychomotorik-Gruppe (vgl. Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 28). Gerald Hüther und Helmut Bonney sind überzeugt, dass die Psychomotorik von „großem therapeutischen Wert" (Hüther/Bonney 2006, S. 138) ist, da die angewendeten Maßnahmen unter anderem das Körperbewusstsein des Kindes stärken würden. Cordula Neuhaus (1999) dagegen, kommt jedoch zu dem Schluss, dass die Wahrnehmungsfähigkeit der Patienten sehr gesteigert wird, die Grundstörung damit jedoch nicht gebessert wird.
3.3.5 Die Ergotherapie
Eine Ergotherapie ist bei dem betroffenen Kind angebracht, „wenn es in seiner körperlichen, kognitiven oder emotionalen Entwicklung gegenüber Gleichaltrigen zurückbleibt" (Neuhaus 1999, S. 212). Diese Störung lässt sich darauf zurückführen, dass es Sinnesreize nicht richtig verarbeiten kann (vgl. ebd.). Die sensorische Integrationstherapie kann auch ein Teil der Ergotherapie sein. Dabei empfängt das Gehirn des Kindes über die Körpersinne bestimmte Reize. (vgl. ebd.). Um eine kompetente Verarbeitung dieser Reize Sicher zu stellen, müssen die unterschiedlichen Areale des Gehirns, ausreichend vernetzt sein. Diese kompetente Verarbeitung der Reize bezeichnet man als „sensorische Integration" (ebd.). Es wird also innerhalb der Therapie versucht, bei dem Kind basale Fertigkeiten, wie eine gute Gleichgewichtsregulation, zu automatisieren. Diese basalen Fertigkeiten stellen eine Vorraussetzung für weitere Entwicklungsschritte dar. Dem Kind werden zum Beispiel bestimmte Reize zur Wahrnehmung, für das Gleichgewicht oder für die Hautwahrnehmung geboten (vgl. ebd. S. 213). Somit wird ihm „eine Möglichkeit zur neuralen Nachreifung, zur besseren Vernetzung der beiden Gehirnhälften und der diversen Hirnebenen" (ebd.) ermöglicht. Weitere Übungen in dieser Therapie, können Aktivitäten sein, wie „Knöpfe und Reißverschlüsse öffnen und schließen, Stifte halten und Schnürbänder binden" (Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 30). Solche Tätigkeiten trainieren das Fingerspitzengefühl. Als Folge der Therapie, kann sich das Kind durch eine bessere Wahrnehmung auch besser mit seiner Umwelt auseinandersetzen (Neuhaus 1999, S.213). Begleitend erfolgt in dieser Therapie eine Elternberatung. Die Ergotherapie wird beendet, wenn „eine beobachtbare Zunahme an Selbstsicherheit, Verbesserung des Bewegungsgeschicks sowie der Wahrnehmungsdifferenzierung" (Neuhaus 1999, S. 213) erfolgt. Laut Cordula Neuhaus, ist jedoch eine Kombination mit anderen Therapieformen angebracht (vgl. ebd.).
3.3.6 Die Familientherapie
Durch die ADHS-Problematik des Kindes, kann es in dessen Familie, zu vielen Spannungen und Streitigkeiten kommen. Wenn dies der Fall ist und in der Familie Beziehungsprobleme untereinander bestehen, dann ist eine Familientherapie angebracht (vgl. Neuhaus 1999, S. 207). Innerhalb dieser Behandlungsform, werden Konflikte bearbeitet, indem jedes Familienmitglied seine Sichtweise, zu einem bestimmten Thema äußert und bestimmte Konflikte hinterfragt oder neu beleuchtet werden. Anschließend kann die Familie selbst neue Ansätze entwickeln, um ihre Schwierigkeiten zu beheben (vgl. ebd.). Problematisch kann jedoch die Unkenntnis des Familientherapeuten, über die Krankheit sein. Wenn dies der Fall ist, dann funktioniert dieser Ansatz meistens nicht (vgl. ebd.). Außerdem ist es so, dass sich ADHS-Kinder sehr schnell angegriffen fühlen. Wenn der Therapeut also nicht weiß, wie er mit diesem Verhalten umgehen soll, dann ist es wahrscheinlich, dass diese Behandlungsform scheitert. Was auch ein Nachteil dieser Methode darstellt, ist, dass „Kontaktschwierigkeiten des ADS-Kindes/Jugendlichen mit Gleichaltrigen, Lernschwierigkeiten und die entsprechenden Folgen" (ebd.) unberücksichtigt bleiben.
3.4 Wie können Eltern ihren Kindern helfen?
3.4.1 Das 10-Punkte-Förder-Programm
Christine Ettrich und Monika Murphy-Witt haben in ihrem Ratgeber (2003) ein 10-Punkte-Förderprogramm für Eltern erstellt. Darin sind viele Vorschläge enthalten, wie sie ihrem Kind im Alltag helfen können. Außerdem werden in diesem Programm körperliche Förderung, Spiele und Verhaltenserziehung miteinander kombiniert.
Der erste Punkt heißt: „Die Konzentration verbessern" (Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 44). Ein Kind mit der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung kann sich zum einen sehr schwer konzentrieren und wie der Name schon sagt, sehr schwer die Aufmerksamkeit auf etwas richten, da es mit Reizen „überflutet" wird (vgl. ebd.). Die Eltern können nun mit einigen Spielen, die man leicht im Alltag durchführen kann, die Konzentration der Kinder fördern. Dazu gehören zum Beispiel Puzzle-Spiele, wobei die Eltern aus Zeitschriften Bilder von Tieren oder Ähnlichem ausschneiden können, diese auf ein Blatt Papier kleben und anschließend in mehrere Stücke zerschneiden können. Das Kind hat dann die Aufgabe, die Teile wieder richtig zusammen zu fügen (vgl. ebd., S. 44). Eine weitere Übung, die die Konzentration des Kindes fördert, ist, wenn ein Elternteil eine Geschichte vorliest und das Kind immer dann, wenn bestimmte Namen auftauchen, eine Glocke läuten muss (vgl. ebd.). Eine Übung für das Gehör wäre, wenn man dem Kind die Augen verbindet und es raten muss, welche Geräusche der jeweilige Elternteil gerade produziert (vgl. ebd., S. 47). Außerdem könnte das Auge geschult werden, indem die Eltern dem Kind Bilder mit bestimmten geometrischen Formen geben und es jede Form mit einer bestimmten Farbe ausmalen müsste (vgl. ebd.). Neben diesen Spielen fördern auch noch „Mandalas" (ebd., S. 49) oder das chinesische Spiel „Tangram" (ebd., S. 48) die Konzentration des Kindes. Bei all diesen Übungen ist es wichtig, dass die Eltern für eine entspannte Atmosphäre sorgen, damit das Gehirn nicht blockiert wird. Außerdem sind Entspannungspausen nötig. (vgl. ebd., S.51).
Der zweite Punkt des Ratgebers lautet: „Dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen" (ebd., S. 52). Da ein Kind mit ADHS meist sehr vergesslich ist und sich viele Dinge nicht merken kann, sollten die Eltern auch hier versuchen, das Gedächtnis mit bestimmten Spielen zu fördern. Eine Übung wäre die so genannte „Rückblende" (ebd., S. 54). Hierbei soll das Kind spielerisch versuchen, bestimmte Erinnerungen, von zum Beispiel dem gleichen Tag, vors Auge zu rufen und diese zu erzählen. Außerdem kann das Kind lernen, sich bestimmte Wörter, mit Hilfe von Bildern zu merken, das heißt, dass es Gedankenbilder malt (vgl. ebd., S. 57). Eine weitere einfache Übung, die ein Elternteil durchführen kann, ist, dass dieser dem Kind die Aufgabe stellt, sich eine Einkaufsliste zu merken, indem es dazu eine Geschichte erfindet. Neben diesen Übungen können auch das „Memory" (ebd., S. 53) oder die „Stille Post" (ebd., S. 55) fördernd für das Gedächtnis sein. Was dem ADHS-Kind auch sehr helfen kann, sind Routineabläufe im Alltag, denn damit vergisst es viele wichtige Dinge nicht mehr so schnell.
Der dritte Förder-Punkt heißt: „Das eigene Leben in den Griff bekommen" ((Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 60). Da betroffene Kinder, aufgrund der Symptomatik ihrer Krankheit, meist sehr chaotisch, unordentlich und unorganisiert sind, kann für sie und ihre Mitmenschen der Alltag sehr stressig verlaufen (vgl. ebd., S. 60). Die Eltern können hierbei wieder ihre Kinder mit praktischen Übungen unterstützen. Ein großes Problem, stellen die Hausaufgaben für ADHS-Kinder dar, da hierbei häufig Frust und Konflikte entstehen. Doch dies können die Eltern versuchen, zu verhindern, indem sie zunächst „Gute Bedingungen schaffen" (ebd., S. 61). Dazu gehören unter anderem, eine feste Tageszeit und einen festen Arbeitsplatz für die Hausaufgaben. Außerdem sollten alle möglichen Störquellen, wie zum Beispiel der Fernseher, ausgeschaltet sein (vgl. ebd.). Ein weiterer wichtiger Punkt, lautet „Ordnung halten" (ebd.). Die Eltern sollen dafür sorgen, dass der Platz, an dem die Hausaufgaben erledigt werden, immer ordentlich ist und dort auch keine Spielzeuge oder Ähnliches herum liegen. Ein weiterer wichtiger Aspekt heißt: „Strukturiert arbeiten" (ebd., S. 62). Die Eltern können dem Kind zeigen, wie es zum Beispiel umfangreiche Aufgaben oder Lernphasen in Portionen unterteilt. Der wichtigste Punkt für die Hausaufgaben, stellt jedoch die „Motivation" (ebd., S. 63) dar. Dazu gehört, dass die Eltern ihre Kinder oft genug loben oder den Kindern auch Pausen zwischendurch gewähren. Um das Leben des Kindes in den Griff zu bekommen, ist es auch erforderlich, dass ein gutes und kommunikatives Verhältnis zu der Schule und den darin befindlichen Lehrpersonen besteht (vgl. ebd., S. 64). Neben den Hausaufgaben, stellt das Aufräumen ein großes Problem im Alltag dar. Hierbei ist es wie bei den Hausaufgaben wichtig, dass ein System vorherrscht. Dazu gehören feste Aufräum-Zeiten und festgelegte Konsequenzen, die bei der nicht Einhaltung der Regeln, folgen (vgl. ebd., S. 65). Weitere Punkte, die das Leben des Kindes erleichtern können, sind zum einen, die bereits genannten „alltäglichen Routineabläufe" (ebd., S. 68) und zum anderen, ist es sehr förderlich, wenn die Eltern alle Handlungen kommentieren, wenn das Kind bei ihnen ist, damit es hilfreiche Vorgehensweisen nachahmen kann (vgl. ebd.). Es wird an dieser Stelle also deutlich, dass ein Kind mit ADHS, immer eine Struktur im Alltag braucht.
Der vierte Punkt in dem Ratgeber, lautet: „Richtig entspannen" (Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 69). ADHS-Kinder sind unruhig und oft sehr angespannt. Auch hier können die Eltern wieder angemessen reagieren. Eine ganz einfache Übung, die die Eltern mit ihrem Kind durchführen können, ist eine „Atempause" (ebd., S. 70). Dabei setzt man sich bequem hin und atmet mindestens drei Mal, tief ein und aus, um zur Ruhe zu kommen. Was auch sehr wirkungsvoll ist, sind Streck-Übungen. Hierbei streckt das Kind die Arme hoch und reckt sich kräftig. Es atmet langsam ein und wieder aus. Anschließend lässt es die Arme nach unten fallen. Bei jedem Einatmen, muss es die Arme wieder strecken und das Gleiche von vorn beginnen (vgl. ebd.). Was auch sehr wichtig für ein ADHS-Kind ist, ist eine so genannte „Ruhezone" (ebd.). Dies kann eine Höhle sein oder eine ruhige Ecke, in einem Zimmer. An diesem Ort kann sich das Kind zurückziehen und entspannen. Oft ist es bei diesen Kindern auch so, dass sie eher durch Bewegung entspannen können, als beim Stillsitzen (Vgl. ebd., S. 70). Dann sollte man mit ihnen dementsprechende Bewegungen durchführen. Weitere Möglichkeiten, die der Entspannung dienen, sind die „Progressive Muskelentspannung" (ebd., S. 72), für Kinder gedachte „Yoga-Übungen" (ebd., S. 73) oder „Massagen" (ebd., S. 76).
Der fünfte Punkt wurde „Den eigenen Körper besser wahrnehmen" (ebd., S. 79) bezeichnet. Viele Kinder mit ADHS haben Probleme, mit ihrer Sinneswahrnehmung und können ihren Körper nicht richtig spüren. Außerdem fällt es ihnen schwer, ihre Bewegungen zu steuern, daher stolpern sie oft oder ecken überall an (vgl. ebd.). Hier können Eltern folgende Übungen mit ihrem Kind machen, um deren Sinneswahrnehmung zu fördern: Sie sollten dem Kind zunächst besonders viel Streicheleinheiten geben. Viele betroffene Kinder lassen sich jedoch nicht gerne anfassen und sind „taktil abwehrend" (ebd.). Besonders solche Kinder, brauchen viele Spürerlebnisse. Eine weitere Möglichkeit, wie die Eltern die Sinne des Kindes fördern können, wäre, wenn sie seinen Rücken zum Beispiel als Tafel benutzen und das Kind raten muss, was der jeweilige Elternteil gerade auf seinem Rücken malt oder schreibt (vgl. ebd., S. 80). Man muss bei solchen Übungen jedoch darauf achten, dass das Kind die Berührungen mag und mit dem Spiel einverstanden ist (vgl. ebd.). Spiele, wo das Kind selbst aktiv werden kann, könnten das „Fühlmemory" (ebd., S. 81) oder ein „Fühlspaziergang" (ebd.) sein, wobei das Kind mit verbundenen Augen die Umgebung ertasten soll und anschließend die ertasteten Gegenstände, wieder finden muss. Was bei den Übungen immer oberste Priorität haben sollte, ist, dass „Der Spürsinn" (Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 80), „Der Gleichgewichtssinn" (ebd.) und der „Eigensinn" (ebd.), also die drei Basissinne, gefördert werden. Damit das Kind seinen Körper besser wahrnehmen kann, muss des Weiteren sein Gleichgewichtssinn gefördert werden (vgl. ebd., S. 82). Dies wird erreicht, indem die Eltern mit dem Kind Balanceakte ausführen, wie zum Beispiel am Schwebebalken. Am Besten, wäre jedoch ein „Schaukelreifen" (ebd., S. 83), den die Eltern für das Kind in den Garten, an einen Baum hängen können (vgl. ebd.). Andere, eher sportliche Aktivitäten, die der Körperwahrnehmung dienen, können das Trampolin springen, Wurfspiele oder tänzerische Aktivitäten sein (vgl. ebd., S. 85ff).
Der sechste Förderpunkt lautet: „Geschickter werden" (ebd., S. 88). ADHS-Kinder sind nicht sehr geschickte Menschen. Dies äußert sich in ihrer mangelnden Fingerfertigkeit, in ihrer Feinmotorik oder in ihrer Koordination (vgl. ebd.). Um bei diesen Kindern die Fingerfertigkeit zu fördern, könnten die Eltern mit ihnen „Fingeryoga" (ebd.) durchführen. Mit diesen Übungen, kann das Kind außerdem neue Energie gewinnen. Ein Beispiel dazu, wäre eine Übung am Klavier: Das Kind spielt dabei mit beiden Händen und jedem Finger, jede Taste einmal und dies macht es abwechselnd vorwärts und rückwärts (vgl. ebd., 89). Des Weiteren können die Eltern mit dem Kind bestimmte Fingerspiele, wie zum Beispiel „Schere, Stein, Papier" (ebd., S. 91), welches auch bekannt ist, unter dem Namen „Schnick Schnack Schnuck" spielen. Die Geschicklichkeit des Kindes kann sich auch verbessern, wenn es sich ab und zu mit Feinarbeiten beschäftigt, wie zum Beispiel das Basteln, mit Streichholz-Figuren oder Perlen auffädeln (vgl. ebd., S. 92). Wenn das Kind außerdem besondere Schwierigkeiten, mit bestimmten Bewegungen hat, dann sollten die Eltern „handfeste Unterstützung" (ebd., S. 93) geben. Das heißt, dass sie dem Kind nicht nur die Bewegungen erklären sollen, sondern seine Hände zum Beispiel führen.
Den siebten Förderpunkt des Ratgebers, haben die Autorinnen „Selbstbeherrscht und gelassen werden" (ebd., S. 94) genannt. ADHS-Kinder sind meist sehr impulsiv, unbeherrscht, ungeduldig, launisch und aufbrausend (vgl. ebd.). Sie werden oft einfach von ihren Gefühlen mitgerissen. Die Eltern haben nun die Aufgabe, den Kindern dabei zu helfen, ihren „Gefühlsregler herunterzudrehen" (ebd.). Es gibt oft Situationen, wo das Kind unüberlegt und spontan reagiert, was meist negative Folgen hat. Somit müssen die Eltern dem Kind die Devise „Erst denken, dann handeln - erst stoppen, dann starten" (Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 95) nahe legen. In den verhaltenstherapeutischen Ansätzen gilt diese Regel immer (vgl. ebd.). Die Eltern können nun ein bestimmtes Stop-Signal mit dem Kind vereinbaren, sodass das Kind bei kritischen Situationen, sofort reagieren kann. Irgendwann kann sich das Kind mit dem Zeichen selbst stoppen und damit mehr Kontrolle über sich haben (vgl. ebd., S. 96). Was auch ein wichtiger Aspekt für die Selbstbeherrschung darstellt, sind Gesprächsregeln. Wenn das Kind diese verinnerlicht hat, dann kommt es auch viel besser in der Schule klar, da es zum Beispiel weiß, dass es andere Menschen ausreden lassen muss (vgl. ebd.). Neben diesem Punkt, ist es für die Selbstbeherrschung auch sehr wichtig, dass das Kind in der Lage ist, seine Gefühle zu beschreiben. Die Eltern sollten es auch immer fragen, wie es sich fühlt, um mögliche „Ausraster" zu vermeiden. Außerdem sollten sie die Gefühle vom Kind ernst nehmen, sonst kann das Problem entstehen, dass sich das Kind nachher ihnen gegenüber, nicht mehr öffnet (Vgl. ebd., S. 97). Das Kind kann seine Gefühle zum Beispiel besser kennen lernen und ausdrücken, wenn man mit ihm einen „Stimmungswürfel" bastelt, auf dem verschiedene Gesichter drauf sind und es mit diesem versucht, zu erläutern, wie es sich momentan fühlt (vgl. ebd., S. 99). Ein wichtiger Aspekt, den sich Eltern in diesem Zusammenhang immer vor Augen halten sollten, ist, dass sie für das Kind ein Vorbild-Funktion haben und sie ihre Wut daher auch im Griff haben müssen (vgl. ebd., S. 101).
Der achte Punkt heißt: „Regeln lernen - Konsequenzen erfahren" (ebd., S. 102). Auf diesen Punkt wurde auch schon in 3.1 Bezug genommen. Ein betroffenes Kind kann sich, aufgrund seiner Krankheit, sehr schwer an Regeln halten, beziehungsweise schwer Regeln einprägen (vgl. ebd.). Doch um im Alltag ohne Stress klar zu kommen, muss es sich an diese halten können. Daher ist es sehr wichtig für Eltern, dass sie „Regeln richtig aufstellen" (ebd., S. 103). Dazu gehört, dass sie nicht zu viele aufstellen dürfen, sie die Regeln klar und eindeutig formulieren, ihrem Kind den Sinn der Regeln erläutern und so wenig, wie möglich, Ausnahmen zulassen (vgl. ebd.). Außerdem ist es sehr wichtig, dass die Eltern „Konsequenzen aufzeigen" (ebd.). Dazu gehören positive, wie negative Konsequenzen. Damit sich das Kind an diese halten kann, sollten sie logisch sein und die Eltern sollten sie nicht andauernd verändern oder welche ankündigen und dann nicht einhalten (vgl. ebd., S. 104). Verlässlichkeit hat also oberste Priorität, da das Kind zum Beispiel bei Unsicherheiten, seitens der Eltern, versuchen könnte, Machtspielchen auszuüben. Wenn das Kind die Regel nicht einhält, dann soll der jeweilige Elternteil höchstens zwei Mal die Konsequenz wiederholen und anschließend diese folgen lassen, wenn dies nichts gebracht hat (vgl. Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 105). Damit das Kind die Regeln immer vor Augen hat, sollten die Eltern auch mit ihrem Kind diese aufschreiben und irgendwo hinhängen. So fällt es dem Kind leichter, sich die Regeln auf Dauer einzuprägen (vgl. ebd., S. 105). Ein weiterer, sehr wichtiger Aspekt, ist das Lob, welches das Kind erhalten sollte, wenn es die Regeln eingehalten hat. Dieses Lob kann ruhig mit Körperkontakt erfolgen, damit das Kind dieses auch wirklich wahr nimmt (vgl. ebd., S. 104).
Der vorletzte Förderpunkt lautet: „Mit anderen besser zurechtkommen" (ebd., S. 109). ADHS-Kinder kommen meist mit anderen Kindern schwer klar, da sie sich unter anderem nicht gut in eine Gruppe integrieren können und bei Konflikten schnell ausrasten und aggressiv werden. (vgl. ebd.). Bei Streitigkeiten fühlt sich das Kind im Recht und die anderen Kinder, können die Reaktion des Kindes, nicht verstehen. „Der Hintergrund für solche Missverständnisse: ADS-Kinder haben meist große Schwierigkeiten, Gefühle anderer nachzuvollziehen und Gestik und Mimik ihrer Mitmenschen richtig zu deuten" (ebd., S. 109f). Aufgrund dieses Sachverhaltes, müssen die Eltern dafür sorgen, dass ihr Kind lernt, seine Gefühle und die anderer Menschen, zu verstehen. Dazu dienen wieder einige Übungen, wie zum Beispiel die Spiele „Gefühls-Detektiv" (ebd., S. 112) oder „Gefühls-Memory" (ebd.). Bei dem ersten Spiel, müssen Kärtchen mit vielen Gesichtern, anderer Mimik und Gestik, vorhanden sein. Davon muss der jeweilige Elternteil eine Karte ziehen und das Gefühl, was auf der Karte dargestellt ist, nachahmen. Das Kind soll anschließend raten, welches Gefühl dies sein könnte und was dieses ausgelöst haben könnte (vgl. ebd.). Bei der zweiten Variante, soll das Kind zu den abgebildeten Gesichtern auf den Kärtchen, passende Gefühle in Bildern einer Zeitschrift oder Ähnlichem suchen (vgl. ebd.). Bezüglich des Umgangs mit anderen Menschen, können die Eltern ihr betroffenes Kind dahingehend fördern, dass sie ihm unter anderem Streitregeln beibringen. Dazu gehören zum Beispiel Regeln, wie: „Wir versuchen auch im Streit ruhig, möglichst leise, höflich und sachlich miteinander zu reden" (ebd., S. 114). Daneben sollten die Eltern auch viele „Kooperationsspiele" (ebd.) mit dem Kind durchführen und ihm die Botschaft vermitteln, dass man lieber gemeinsam, statt gegeneinander handeln soll. Mit solchen Übungen, kann das Sozialverhalten des Kindes enorm verbessert werden.
Der letzte und zehnte Förderpunkt wurde „Selbstbewusster und stabiler werden" (Ettrich/Murphy-Witt 2003, S. 118) genannt. Aufgrund der Reaktionen seiner Umwelt, ist es im Prinzip kein Wunder, dass das ADHS-Kind unter Minderwertigkeitsgefühlen leidet. Hier ist besonders die Aktivität der Eltern gefordert, „damit es nicht zum Schlimmsten kommt: zu Angstzuständen, Depressionen oder sogar Selbstmordgedanken" (ebd.). Es ist vor allem wichtig, dass die Eltern das Kind sehr oft loben. Dabei wird zum einen, das gewünschte Verhalten verstärkt und zum anderen, das Selbstbewusstsein des Kindes gefördert (vgl. ebd., S. 119). Das Lob sollte aber ehrlich sein, sonst könnte Misstrauen auf der Seite des Kindes entstehen. Was auch zu einem gesunden Selbstbewusstsein beiträgt, ist, wenn sich die Eltern eine „Exklusivzeit" (ebd., S. 119) für ihr Kind freihalten, das heißt eine Zeit, wo der jeweilige Elternteil nur für das Kind da ist und das Kind bestimmen kann, was nun gespielt wird (vgl. ebd.). Des Weiteren können die Eltern mit dem Kind zusammen ein „Das-war-Spitze-Buch" (ebd., S. 120) basteln. Darin kann das Kind Erinnerungen sammeln, in Form von Fotos, Malereien oder Ähnlichem. Dort sollen vor allem Erinnerungen, an besondere Leistungen des Kindes, festgehalten werden, denn so kann es sich immer daran erinnern, welche erfolgreiche Tat es einmal vollbracht hat. Dies fördert wieder enorm das Selbstbewusstsein (vgl. ebd.). Eine andere Übung wäre, dass die Eltern mit dem Kind überlegen, was es gut kann. Anschließend kann das Kind den Satz „Ich bin toll, weil [...]" (ebd.) sagen und diese Eigenschaften auf eine große Pappe verschriftlichen (vgl. ebd.). Ein Punkt, an den sich die Eltern vor allem halten sollten, ist, dass sie ihr Kind so respektieren, wie es ist und es auch wertschätzen. Auf diese Weise kann es sich am Besten entfalten (vgl. ebd., S. 122).
4. Fazit
Wie in dieser Hausarbeit gezeigt wurde, gibt es einige Möglichkeiten, um Kindern mit der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung zu helfen. Was jedoch auch sehr deutlich wird, ist, dass man nicht jeden Therapieansatz bei jedem Kind anwenden kann. Für jedes Kind muss man individuell schauen, welche Behandlungsform angemessen ist. Das eine Kind ist vielleicht in der Entwicklung noch nicht so weit und muss eine Ergotherapie machen. Ein anderes Kind, könnte zum Beispiel besondere Probleme, mit der Bewegung haben. Somit wäre hier eine Psychomotorik-Behandlung hilfreich. Man muss also bei jedem betroffenen Kind, individuell abwägen. Was bezüglich der aufgeführten Therapieansätze auch sehr ins Auge fällt, ist, dass die meisten Therapien oft nur auf bestimmte einzelne Symptome oder Probleme des Kindes förderlich wirken. Beispielsweise geht die Psychomotorik einerseits, nicht wirklich auf das Verhalten des Kindes ein, sondern fördert seine Bewegungsstörungen, was aber auch sehr wichtig ist. Doch worin sich die meisten Autoren einig sind, ist, dass eine Verhaltenstherapie oberste Priorität hat. Die Eltern des Kindes müssen sich dennoch fragen, welche Behandlung für das Kind am wichtigsten ist, da wie gesagt, jedes Kind einzigartig ist und die Eltern ihr Kind am Besten kennen. Man bekommt oft den Eindruck, dass ein betroffenes Kind alle Therapien machen muss, damit jedes Symptom und jede Folge der Krankheit, behandelt wird. Doch dies ist aus Zeitgründen leider nicht möglich. Eine weitere Frage, die sich vor allem für Eltern stellt, ist, ob sie ihrem Kind Medikamente geben möchten oder ob sie eher den neuen Erkenntnissen, von Gerald Hüther und Helmut Bonney Glauben schenken wollen, die besagen, dass diese Medikamente schädlich sind. Fragen über Fragen, mit denen sich Betroffene rumschlagen müssen. Eine Methode, die jedoch kaum Probleme aufweist, ist das in dieser Hausarbeit aufgeführte 10-Punkte-Förder-Programm für Eltern. Wenn die Eltern sich konsequent an dieses halten und sie ihre Kinder dahingehend fördern, dann können sie für ihre Position kaum etwas falsch machen. Man kann jedoch trotzdem für betroffene Familien hoffen, dass es irgendwann einmal eine Therapiemöglichkeit gibt, die alle Symptome lindern kann oder dass es ein Heilmittel für diese Krankheit gibt, denn wie gezeigt wurde, ist ein Leben mit dieser Krankheit, für alle Betroffene nicht leicht. Man muss also abwarten, was die Forschung diesbezüglich für neue Erkenntnisse gewinnt. Was man jedoch für jede betroffene Familie sagen kann, ist, dass es dringend notwendig ist, dass das betroffene Kind Hilfe von Fachleuten bekommt, da es sonst nicht aus dem „Teufelskreis" herauskommt, denn wie deutlich gemacht wurde, brauchen die Kinder in sehr vielen Bereichen dringend professionelle Hilfe.
5. Literaturverzeichnis
Döpfner, Manfred/Schürmann, Stephanie/Lehmkuhl, Gerd: Wackelpeter und Trotzkopf. Hilfen für Eltern bei hyperkinetischem und oppositionellem Verhalten. 2. überarbeitete Aufl., Weinheim 2000.
Ettrich, Christine/Murphy-Witt, Monika: ADS - So fördern sie ihr Kind. München 2003.
Hüther, Gerald/Bonney, Helmut: Neues vom Zappelphilip. ADS: verstehen, vorbeugen und behandeln. 7. Aufl., Düsseldorf 2006.
Lehmkuhl, G./Döpfner, M.: Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). In B. Herpertz-Dahlmann, F. Resch, M. Schulte-Markwort & A. Warnke (Hrsg.), Entwicklungspsychiatrie. Stuttgart 2003, S. 524 - 540.
Neuhaus, Cordula: Das hyperaktive Kind und seine Probleme. 5. aktualisierte Aufl., Berlin 1999.
[1] Neurotransmitter sind Botenstoffe, die im Gehirn für die Kommunikation zwischen den Gehirnzellen sorgen. Sie werden vom Körper selbst hergestellt und sind am Informationsaustausch innerhalb des gesamten Nervensystems beteiligt.
[2] Ein Axon ist ein von einer Nervenzelle abgehender Fortsatz, der Impulse an andere Nervenzellen weitergibt.
[3] Synapsen stellen die Kontaktstellen zwischen verschiedenen Nervenzellen dar.
[4] World Health Organization (Weltgesundheitsorganisation)
[5] Psycho-Stimulantien sind Medikamente (Psychopharmaka), die die Aktivität des Zentralnervensystems erhöhen. Sie werden auch als „Aufputschmittel" bezeichnet.
[6] Verhaltensweisen werden dabei ganz gezielt mit Konsequenzen angenehmer oder unangenehmer Art beeinflusst.
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